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Arthrose: Die Ursache liegt im Darm verborgen

Wenn Übergewichtige Arthrose bekommen, dann heißt es, dies sei die Folge der starken Gelenkbelastung durch das hohe Körpergewicht. In einer Studie zeigte sich jedoch, dass die Darmflora der Auslöser der Arthrose sein könnte.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 22 August 2026
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Arthrose: Gestörte Darmflora könnte die Ursache sein

Forscher gingen lange Zeit davon aus, dass Arthrose, die sich bei übergewichtigen Menschen entwickelt, ganz einfach die Folge einer zu starken Gelenkbelastung aufgrund des hohen Körpergewichts ist.

Eine Studie von 2018 lässt nun stark vermuten, dass es stattdessen die Darmflora ist, die – wenn sie infolge einer ungesunden Ernährung gestört ist – bei Übergewichtigen zu einer Arthrose führen bzw. eine bestehende Arthrose rasch voranschreiten lassen kann.

Mäusestudie: Probiotikum heilt Darmflora und stoppt Arthrose

Besagte Untersuchung zeigte, dass die typisch westliche, meist fettreiche Ernährung die Darmflora verändert, systemische (den ganzen Körper betreffende) Entzündungsprozesse auslöst oder verstärkt und auf diese Weise zur Zerstörung der Gelenke beiträgt bzw. diese beschleunigt.

Interessanterweise jedoch kann ein bestimmtes präbiotisch wirksames Nahrungsergänzungsmittel diesen Prozess umkehren (1) – zumindest bei Mäusen, wie die Forscher der University of Rochester in ihrem entsprechenden Artikel erklärten (erschienen in JCI Insight).

Gestörte Darmflora fördert Zerstörung der Gelenke

Das Team rund um Dr. Michael Zuscik, Professor für Orthopädie stellte fest, dass die Darmflora übergewichtiger Mäuse sehr viel mehr schädliche (entzündungsfördernde) Darmbakterien beherbergte, als dies bei schlanken Mäusen der Fall ist. Vorteilhafte Darmbakterien, wie etwa Bifidobakterien fehlten bei den Übergewichtigen nahezu komplett.

Die gestörte Darmflora aber verursachte die genannten systemischen Entzündungsprozesse, die nun wiederum zu einer schnellen Schädigung der Gelenke und einer raschen Verschlimmerung einer bestehenden Arthrose führten. Bereits nach 12 Wochen war ein Großteil des Knorpels verschwunden. Bei den schlanken Mäusen schritt die Arthrose nur langsam voran.

Präbiotikum hebt krankhafte Symptome auf

Gab man den übergewichtigen Mäusen aber eine Nahrungsergänzung aus Präbiotika (Oligofructose), dann nahmen sie zwar nicht ab, doch konnten alle anderen Symptome fast schon wundersamerweise komplett zum Verschwinden gebracht werden.

Das heißt, ihre Darmflora und auch der Zustand der Gelenke war plötzlich identisch mit der Darmflora und den Gelenken der schlanken Mäuse.

“Der Knorpel dient im Gelenk sowohl als Stoßdämpfer als auch als Gleit- und Schmiermittel, damit sich die Gliedmaßen ohne jede Reibung bewegen können. Baut sich der Knorpel ab, dann reiben die Knochenenden aufeinander und es wird Zeit für ein neues Gelenk“, so Prof. Zuscik.

Präbiotische Nahrungsergänzung kompensiert negative Auswirkungen von Übergewicht

In Zusciks Studie genügte es erstaunlicherweise, wenn die Mäuse zu ihrer ungesunden und fettreichen Ernährung besagte Nahrungsergänzung erhielten. Die negativen Auswirkungen des Übergewichts auf die Darmflora, auf den Entzündungsstatus und die bestehende Arthrose wurden vollständig kompensiert.

Präbiotika wie Oligofructose können weder von Nagern noch von Menschen verdaut werden. Sie dienen hingegen den nützlichen Darmbakterien als willkommene Nahrung, beispielsweise den Bifidobakterien.

Nimmt man Präbiotika ein, dann vermehren sich die nützlichen Darmbakterien und können die schädlichen, entzündungsfördernden Bakterien verdrängen. Auf diese Weise nimmt dann natürlich auch die systemische Entzündung ab, was den entzündungsbedingten Knorpelabbau stoppt.

* Sie möchten sich gesund ernähren und damit Ihre Gelenke und gleichzeitig Ihren Darm entlasten? Hier entlang geht es zu unserem 7-tägigen Ernährungsplan bei Arthrose.

Auch Diabetes bildet sich zurück

Bei den übergewichtigen Mäusen bildete sich sogar ein vorhandener Diabetes zurück. Lediglich das Körpergewicht veränderte sich durch die präbiotische Nahrungsergänzung nicht – ein Zeichen dafür, dass allein ein Übergewicht noch lange keine Arthrose verursachen oder verschlimmern muss, vorausgesetzt man achtet auf eine gesunde Darmflora bzw. eine Verringerung der Entzündung.

“Die Darmflora scheint somit die gemeinsame Wurzel vieler chronischer Erkrankungen zu sein, wie Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaganfall und eben Arthrose”, erklärte Dr. Robert Mooney, Professor der Pathologie und Labormedizin, ein weiterer an der Studie beteiligter Forscher.

Klinische Studie: Präbiotika wirken auch bei Menschen!

Nun ist eine Maus aber kein Mensch, was bedeutet, dass die Mäuse-Darmflora zwar der menschlichen sehr ähnelt, aber es dennoch Unterschiede geben kann. Auch könnte es sein, dass Bakterien, die Mäuse vor Entzündungen und Arthrose schützen, dies beim Menschen nicht tun können.

Zuscik, Mooney und Kollegen möchten daher ihre Forschungsarbeiten auf den Menschen ausdehnen, um hier Gewissheit zu erlangen und um herauszufinden, welche Nahrungsergänzung Menschen mit Arthrose tatsächlich helfen könnte.

Neben Oligofructose ist Inulin ein weiteres Präbiotikum, das sich positiv auf die Darmflora auswirken kann. In unserem Artikel Inulin kann bei Kniearthrose Schmerzen lindern stellen wir eine Studie von 2026 vor. Teilnehmer waren hier keine Mäuse, sondern Menschen. Die Einnahme von täglich 20 g Inulin konnte nach 6 Wochen die Arthrose-Beschwerden merklich bessern.

* Hier gibt es Inulin in Pulverform. Inulin gibt es zwar auch in Kapselform. Doch nehmen viele Menschen bereits andere Nahrungsergänzungen in Kapseln, so dass man froh ist, wenn es auch Stoffe gibt, die man anders einnehmen kann. Inulin kann sehr gut in Joghurt oder Müsli gemischt werden, auch in Shakes. Es hat einen angenehm süßlichen Geschmack und verändert die Konsistenz nicht negativ.

Fazit: Bei Arthrose können Präbiotika helfen

Bei Arthrose kann man also auch Präbiotika in die Therapie mit einbeziehen. Beachten Sie jedoch, dass Präbiotika auch zu Blähungen und anderen Verdauungsbeschwerden führen können, so dass Sie diese zunächst vorsichtig dosieren sollten und die Dosis erst nach und nach langsam steigern.

Weitere Tipps zu möglichen Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie im Artikel Nahrungsergänzung bei Arthrose.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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