Der Huaier Pilz – auf einen Blick
- Huaier ist ein seltener Baumpilz, der vor allem in Asien und Nordamerika vorkommt und auf Laubbäumen wie der Robinie wächst.
- Der Pilz ist nicht essbar, da er eine harte, korkartige Struktur hat, wird aber traditionell medizinisch genutzt.
- In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird er seit Jahrhunderten zur Stärkung des Immunsystems und bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt.
- Heute wird er vor allem als Extrakt verwendet, insbesondere in der komplementären Krebstherapie und zur Unterstützung des Immunsystems.
- In neueren, nicht unumstrittenen Hypothesen wird diskutiert, dass der Pilz bei der sogenannten „Spikopathie“ helfen könnte, der ständigen Spike-Protein-Bildung nach der Covid-Impfung.
Was ist ein Huaier?
Der Huaier (Vanderbylia robiniophila) gehört zur Familie der Stielporlingsverwandten. Der Pilz tritt am häufigsten in Nordamerika sowie in Süd- und Ostasien auf. Er liebt schattige, feuchte Standorte wie Waldränder und Bachufer. In Europa ist er nicht heimisch.
Der Baumpilz wächst parasitär auf Laubbäumen, vor allem im unteren Bereich des Stammes. Wie sein botanischer Name verrät, bevorzugt er als Wirtsbaum die Robinie. Im Deutschen wird er darum auch als Robinienporling bezeichnet. Zudem wurde er auf Eichen und Ulmen nachgewiesen.
Er lässt sich aber nicht nur auf lebenden Bäumen, sondern auch auf Totholz wie Baumstümpfen und umgestürzten Stämmen nieder. Es handelt sich also nicht nur um einen Parasiten, sondern auch um einen essentiellen Zersetzer. Denn er baut totes Holz ab und wandelt es in Humus um.
Bekanntheit hat der Huaier in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) erlangt. Da er nur selten vorkommt, wurde er lange Zeit nur in China angewandt. In Europa wird er erst seit Beginn des 21. Jahrhunderts als vielversprechender Heilpilz in der komplementären Krebstherapie wahrgenommen.
Was bedeutet Huaier?
In der TCM ist der Pilz als Huaier bekannt. "Huai" bezieht sich auf den Japanischen Pagodenbaum, welcher der Robinie ähnelt und häufig verwandte Pilze beherbergt. "Er" bedeutet hingegen Ohr und spielt auf das ohrförmige Aussehen des Fruchtkörpers an.
Warum mehrere botanische Begriffe?
Botanische Namen dienen der eindeutigen, weltweiten Identifikation, um Verwechslungen zu vermeiden. Der Huaier wird heutzutage taxonomisch als Vanderbylia robiniophila klassifiziert.
Doch warum tauchen in der Literatur und im Handel auch andere lateinische Begriffe wie Trametes robiniophila oder Perenniporia robiniophila auf? Oft werden alte Begriff weiterhin verwendet, obwohl inzwischen aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen eine neue Klassifizierung stattgefunden hat.
Das kann daran liegen, dass Experten unterschiedliche Ansichten vertreten oder sich der neue Begriff noch nicht durchsetzen konnte.
Wie sieht der Huaier-Pilz aus?
Der Robinienporling besitzt keinen Stiel, er haftet direkt am Holz. Die Fruchtkörper sind flach und halbkreisförmig und wachsen oft dachziegelartig übereinander. Der Pilz ist zwischen 4 und 20 cm breit und 3,5 und 15 cm lang. Eine ganze Gruppe kann bis zu 60 cm hoch und 30 cm breit werden.
Die Hutoberfläche ist im frischen Zustand weiß gefärbt. Mit zunehmendem Alter oder beim Trocknen kann sie gelblich oder graubraun werden. Der Hutrand ist dick, abgerundet und bleibt in der Regel auch bei älteren Exemplaren weiß.
Ein Hauptmerkmal ist die raue, unebene und knollige Textur des Pilzes, die oft mit Auswüchsen versehen ist. Das Fruchtfleisch verfärbt sich bei Druck oder Verletzung bräunlich.
Wie riecht und schmeckt der Pilz?
Der Geschmack des Pilzes wird als erdig beschrieben. Er verströmt einen natürlichen, waldähnlichen und dezenten Geruch.
Ist der Huaier giftig oder essbar?
Zwar handelt es sich nicht um einen Giftpilz. Aufgrund seiner zähen, lederartigen und korkigen Konsistenz ist er aber nicht genießbar und zählt daher nicht zu den Speisepilzen.
Der Huaier in der traditionellen Heilkunde
Der Huaier wird in China bereits seit Jahrtausenden als Heilpilz eingesetzt (1). Schon in der Tang-Dynastie (618-907) diente er zur Stärkung des Qi (Lebensenergie). Auch bei der Behandlung chronischer Erkrankungen und zur Verlängerung des Lebens wurde er eingesetzt.
Im Arzneibuch Tang Bencao wurde er zudem empfohlen, um Blutungen zu stillen und Durchfall zu lindern.
Erstmals näher beschrieben wurde der Heilpilz von dem berühmten chinesischen Arzt Shi-zhen Li (1518-1593). Auch dieser sprach ihm eine stärkende und lebensverlängernde Wirkung zu. Seither findet der Heilpilz breite Anwendung in der Heilkunde.
In der TCM zählt der Pilz zu den Fu-Zheng-Mitteln. Diese stärken das Immunsystem, stabilisieren die Mitte und fördern die Genesung. Das wichtigste Einsatzgebiet ist heutzutage die komplementäre Krebstherapie.
Der Heilpilz wird vor allem in Form von Extrakten angewandt. Eine besondere Rolle spielt ein in China als Arzneimittel zugelassenes Extrakt-Granulat (Jinke Huaier Granules), das in fast allen Studien zum Einsatz kam.
Mehr Infos über das Granulat und andere Extrakte finden Sie weiter unten im Kapitel Wie nimmt man den Huaier ein?
Welche Wirkstoffe enthält der Huaier?
Zahlreichen In-vitro-, Tier und Humanstudien zufolge hat der Huaier u. a. tumorhemmende, immunmodulierende, immunregulierende, entzündungshemmende und antivirale Eigenschaften.
Im Gegensatz zu den pharmakologischen Wirkungen liegen nur wenige Informationen über die chemischen Bestandteile des Heilpilzes vor. Die Forschung zur Identifizierung wirksamer Komponenten ist noch im Gange.
Polysaccharide (vordergründig Beta-Glucane), Proteoglykane und Aminosäuren gelten zurzeit als die wichtigsten bioaktiven Substanzen (17). Weitere essentielle Inhaltsstoffe sind Terpenoide, Polyphenole und Alkaloide. Die Wirkungen werden dem komplexen Gemisch all dieser Verbindungen zugeschrieben.
Bezüglich der Beta-Glucane ist es wichtig zu wissen, dass diese auch im Getreide (vor allem in Hafer und Gerste) enthalten sind. Doch bestehen jene im Huaier hauptsächlich aus Beta-1,3- und Beta-1,6-Glucanen, die im Getreide aus Beta-1,3- und Beta-1,4-Glucanen.
Die strukturellen Unterschiede bestimmen die Wirkung. Während die Beta-Glucane im Huaier das Immunsystem beeinflussen, können sich jene in Hafer und Gerste positiv auf den Cholesterinspiegel und den Darm auswirken.
Stärkt der Pilz das Immunsystem?
Das Besondere am Huaier ist, dass er das Immunsystem auf vielfältige Weise stärken, aktivieren und auch regulieren kann (2).
Immunzellen werden aktiviert
Der Huaier Pilz aktiviert verschiedenste Immunzellen. So fördert er die Bildung von Fresszellen. Sie eliminieren Krankheitserreger und können Immunreaktionen regulieren.
Außerdem wird durch den Pilz die Aktivierung und Vermehrung von T- und B-Lymphozyten gefördert. Auch diese Zellen gehören zum Immunsystem. T-Lymphozyten zerstören infizierte, entartete oder beschädigte Zellen. B-Lymphozyten bekämpfen Krankheitserreger direkt.
Natürliche Killerzellen – eine weitere Immunzellen-Gruppe – werden ebenfalls aktiviert. Sie erkennen und eliminieren abnormale Zellen wie Tumorzellen und virusinfizierte Zellen.
Immunreaktionen werden reguliert
Der Pilz hat immunmodulierende Eigenschaften. Das bedeutet, dass er das Immunsystem reguliert, es also einerseits – wenn nötig – stimulieren kann. Andererseits kann er es bei einer Überreaktion auch wieder dämpfen.
Die Dämpfung oder gar Unterdrückung des Immunsystems ist z. B. bei Autoimmunerkrankungen oft Teil der medizinischen Therapie. Immunsuppressiva (Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken) beeinflussen das gesamte Immunsystem – und dies oft unpräzise, was zu Nebenwirkungen führen kann.
Die Anwendung des Heilpilzes verursachte in Studien diesbezüglich hingegen keine unerwünschten Effekte. Dies ist auf die gezielte Wirkung des Huaier auf das Immunsystem zurückzuführen:
Fehlgesteuerte Immunantworten werden reguliert – sei es durch Dämpfung z. B. bei Autoimmunerkrankungen oder Aktivierung bei Krebs. Toxische Wirkungen auf gesunde Zellen und Organe sind Forschern zufolge vernachlässigbar.
Der Pilz kann die Therapie vieler Krankheiten begleiten
Aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen auf das Immunsystem gilt der Pilz als vorteilhaft bei der Behandlung von zahlreichen Leiden wie allergischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Nierenerkrankungen, Krebs und Infektionskrankheiten.
In Humanstudien konnte bereits mehrfach nachgewiesen werden, dass Huaier-Granulat als adjuvante Therapie die Immunfunktion bei Krebspatienten signifikant verbessern kann (6). Dies wirkte sich positiv auf den Krankheitsverlauf und das Therapieansprechen aus. Der Pilz wird also immer nur begleitend zu herkömmlichen Therapien eingesetzt.
Wirkt Huaier gegen Krebs?
Huaier-Granulat (Jinke Huaier Granules) ist heute von der chinesischen Arzneimittelbehörde als komplementäres Arzneimittel zur Behandlung verschiedener Krebserkrankungen wie Leberkrebs, Lungenkrebs, Tumoren des Verdauungssystems und Brustkrebs anerkannt.
Laut wissenschaftlicher Forschung umfasst das Antikrebspotenzial des Heilpilzes sowohl eine direkte Wirkung auf Tumorzellen als auch eine indirekte Wirkung durch Modulation des Immunsystems. In der TCM wird er begleitend zu Chemotherapie oder Bestrahlung, zur Stärkung, Tumornachsorge und Rezidivprophylaxe (Verhinderung von Rückfällen) eingesetzt.
Gegen Leberkrebs
An einer Phase-IV-Studie nahmen 1.044 Leberkrebs-Patienten teil (3). Nach einer vollständigen operativen Entfernung des Tumorgewebes erhielten sie entweder das Huaier-Granulat oder keine weitere Behandlung (Kontrollgruppe) über maximal 96 Wochen (fast 2 Jahre lang).
Klinische Studien verlaufen meist in Phasen (I–IV). Phase IV kommt erst nach der Markteinführung eines Medikaments. Man will damit weitere Erkenntnisse gewinnen, z. B. im Zusammenhang mit der Langzeit-Sicherheit oder auch in Bezug auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
Die Probanden nahmen 3-mal täglich je 20 g Granulat ein. Während die Gesamtüberlebensrate in der Granulat-Gruppe bei rund 95 Prozent lag, betrug sie in der Kontrollgruppe rund 91 Prozent. Die Rückfallrate lag in der Huaier-Gruppe bei 8,6 Prozent und in der Kontrollgruppe bei 13,6 Prozent.
In der Granulat-Gruppe traten bei 25,5 Prozent der Patienten leichte Nebenwirkungen auf, die z. B. den Magen-Darm-Trakt betrafen. Das Präparat wurde als gut verträglich eingestuft.
Gegen Brustkrebs
Huaier-Granulat gilt auch als vielversprechende adjuvante Therapie bei Brustkrebs. In einer Metaanalyse wurden die Daten aus 27 Studien mit insgesamt 2.562 Patientinnen analysiert.
Nach 2, 3 und 5 Jahren zeigte sich, dass die kombinierte Behandlung sowohl die Überlebensrate erhöhte als auch Rückfälle verringerte (4).
Die Immunfunktion der Patientinnen verbesserte sich ebenfalls signifikant. Dies zeigte sich an deutlich erhöhten Anteilen von T-Lymphozyten, T-Helferzellen und natürlichen Killerzellen.
Die Kombination aus konventioneller Therapie und Granulat war bei der Behandlung von Brustkrebs wirksamer als die konventionelle Therapie allein und verbesserte die Lebensqualität der Patientinnen deutlich.
Wirkt der Pilz gegen Entzündungen?
Chronische Entzündungen sind ein wesentlicher Treiber bei der Entstehung und Förderung von zahlreichen Leiden wie z. B. Krebs und Autoimmunerkrankungen.
Studien zufolge lindert der Huaier Entzündungen auf mehrfache Weise: sowohl aufgrund seiner immunregulierenden und immunmodulierenden Eigenschaften als auch durch seinen direkten entzündungshemmenden Effekt.
In der Volksheilkunde wird der Heilpilz daher bei diversen entzündlichen Krankheiten wie z. B. bei Psoriasis oder Colitis ulcerosa (chronische Erkrankung des Dickdarms) eingesetzt.
Huaier gegen Psoriasis
Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis sind chronisch-entzündliche Prozesse, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise gesundes Gewebe angreift. Diese Fehlregulation führt zu dauerhaften Entzündungen, welche – im Falle der Psoriasis (Schuppenflechte) – die Haut schädigen.
Bei Psoriasis teilen sich Keratinozyten (Zellen der Epidermis) extrem schnell (Hyperproliferation) und wandern unreif an die Hautoberfläche. Dies führt zu entzündlichen, rötlichen Hauterhebungen, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind.
An einer 4-wöchigen, placebo-kontrollierten Doppelblindstudie nahmen 164 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Psoriasis teil (7). Sie wurden randomisiert und doppelblind in 2 Gruppen eingeteilt.
Alle Patienten erhielten Yinxie-Granulat (pflanzliche TCM-Rezeptur gegen Psoriasis) verabreicht (abhängig von ihrem Gewicht 2- oder 3-mal täglich). Gruppe A erhielt zusätzlich ein Huaier-Granulat (Huaiqihuang) in einer Dosis von 10 g, jeweils 2-mal täglich. Gruppe B bekam zusätzlich ein Placebo.
Innerhalb der ersten 2 Wochen war eine deutliche Besserung zu beobachten. In Gruppe A klangen die Läsionen rasch ab. Nach 4 Wochen waren sie weitgehend abgeheilt. Die übermäßige Teilung und Überproduktion von Keratinozyten wurde effektiv gehemmt und die Funktion des Immunsystems verbessert.
Nebenwirkungen traten kaum auf. In Gruppe A gab es in den ersten 3 Behandlungstagen 2 Fälle von Durchfall, die allerdings rasch abklangen und nicht erneut auftraten. Die Blutwerte sowie die Leber- und Nierenfunktion wurden nicht beeinträchtigt. Die Lebensqualität verbesserte sich sehr.
Die in der Studie verwendeten Granulate sind bei uns nicht erhältlich. Erkundigen Sie sich bei einem Facharzt mit TCM-Ausbildung oder in einer Apotheke nach Alternativen.
Das Yinxie-Granulat beinhaltet die Wurzeln von 2 Stechwindengewächsen (Smilax glabra und Smilax officinalis). Huaiqihuang enthält nicht nur Huaier, sondern zusätzlich Goji-Beeren und eine Heilpflanze namens Sibirisches Salomonssiegel (Polygonatum sibiricum).
Wirkt Huaier gegen Viren?
In der TCM kommt der Pilz aufgrund seiner entzündungshemmenden, fiebersenkenden und entgiftenden Eigenschaften auch bei virusbedingten Erkrankungen wie Erkältung, Grippe oder Corona zum Einsatz. In In-vitro- und Tierstudien konnte seine antivirale Aktivität bereits nachgewiesen werden:
Gegen Grippe
Laut einer im Jahr 2025 durchgeführten Studie verringerte ein 50-prozentiger Methanol-Extrakt die Viruslast in den Lungen von mit Influenza A oder B infizierten Mäusen. Immunzellen wurden aktiviert sowie Entzündungen und pathologische Schäden im Lungengewebe reduziert (9).
Zudem wurde die Darmflora positiv beeinflusst. Dies trug dazu bei, dass die Auswirkungen der Grippeinfektion verringert wurden. Die Diversität der Mikroorganismen und das Auftreten nützlicher Darmbakterien nahmen signifikant zu.
Gegen Covid-19
Bei der Behandlung von Covid-19 sind antivirale, entzündungshemmende und immunmodulatorische Mechanismen von großer Bedeutung. Der Huaier bringt all diese Eigenschaften mit.
Beta-Glucane werden zu den wichtigsten Wirkstoffen des Pilzes gezählt. Sie scheinen die Vermehrung von Viren in einer Wirtszelle stören, verlangsamen oder vollständig stoppen zu können (10).
Ersten Untersuchungen zufolge zählt der Pilz zu den möglichen Kandidaten, welche eine Infektion mit dem Coronavirus positiv beeinflussen könnten (11). In einer In-vitro Studie wurde das Potenzial von aus 36 Heilpilzen gewonnenen Extrakten getestet (12).
Der Huaier gehörte zu jenen Pilzen mit der stärksten Hemmwirkung. Er konnte verhindern, dass das Virus in die Wirtszelle eindrang und zeigte sich als potenter Inhibitor der Corona-Infektion.
Hilft der Huaier beim Post-Vac-Syndrom?
Lange Zeit wurde postuliert, dass die mRNA und die produzierten Proteine kurze Zeit nach der Impfung vom Körper abgebaut werden. In einer im Jahr 2025 veröffentlichten Studie wurde aber festgestellt, dass das Spike-Protein im Körper mehr als 700 Tage nach der letzten Impfung nachweisbar sein kann (14).
Inzwischen sind Experten vermehrt der Auffassung, dass die Impfung zu Post-Covid-ähnlichen Symptomen führen kann. Man spricht diesbezüglich vom Post-Vac-Syndrom. Typische Symptome sind chronische Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Herzrasen, Gelenkschmerzen uvm.
Erklärungen für das Post-Vac-Syndrom sind eine überschießende Immunreaktion und Autoimmunprozesse. Es ist aber auch möglich, dass die in Körperzellen eingeschleuste, künstlich veränderte Impf-mRNA zu einer übermäßigen Produktion des Spike-Proteins führen könnte.
Man spricht von der sog. Spikopathie – einer These, die u. a. von Prof. Dr. Stefan Hockertz (molekularer Immuntoxikologe), Prof. Dr. Brigitte König (Mitochondrien‑Expertin), Prof. Dr. Albrecht Hempel (Kardiologe) und Dr. med. Kurt Müller (Arzt und Immunologe) vertreten wird.
Die Vorgänge in der Zelle werden von den nicht unumstrittenen Experten folgendermaßen beschrieben:
Die Impf-mRNA (die veränderte mRNA, die nicht identisch ist mit der natürlichen mRNA) gelangt in die Körperzellen. Die Ribosomen (Protein-Fabriken) lesen diese mRNA ab, wobei sie nun – weil die mRNA verändert/modifiziert ist – angeblich „umprogrammiert“ oder fehlreguliert werden. Dies wiederum soll zu einer anhaltenden oder dauerhaften Produktion des Spike-Proteins führen.
Es wird auf Arbeiten von Tanaka verwiesen, in denen beschrieben wird, dass bestimmte chemische Veränderungen der mRNA die Funktion von Ribosomen beeinflussen können (15). Damit ist z. B die Verwendung von Pseudouridin statt dem natürlichen Uridin als mRNA-Baustein gemeint. Und genau dieses Pseudouridin wird auch in Impfstoffen verwendet.
Nun gehe es laut der genannten Fachleute darum, die normale Funktion der Ribosomen wiederherzustellen. Dies soll mit dem Huaier gelingen können, da er die Fehlsteuerung der Ribosomen wieder umkehren könne, ihre Funktionen also regulieren könne.
Welches Produkt in welcher Dosierung dazu nötig ist, kann aber noch nicht gesagt werden. Hockertz und Co. empfehlen, dies nur mit ärztlicher Begleitung zu testen.
Heilpilze sind kein Allheilmittel
Heilpilze werden nicht selten als einfache Lösung bei schweren Erkrankungen wie Krebs angepriesen. Dies verleitet verzweifelte Patienten nicht selten dazu, sich mit den beworbenen Produkten selbst therapieren zu wollen.
Es steht außer Frage, dass die Jahrtausende währende Anwendung und die derzeitige Studienlage dafürsprechen, dass der Huaier medizinisch sehr wertvolle Dienste erweisen kann. Bedenken Sie aber, dass der Heilpilz auch in der TCM mit Bedacht und meist in Kombination mit anderen Therapien eingesetzt wird.
Die Anwendung sollte darum unbedingt mit einem Onkologen abgestimmt werden, der im besten Fall auch ein Experte für TCM ist.
Wie nimmt man den Pilz ein?
Anders als in China gilt in der EU kein einziger Pilz als offiziell anerkanntes Heilmittel. Heilpilze und daraus hergestellte Produkte werden bei uns im Handel darum als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Arzneimittel angeboten.
Frische oder getrocknete Huaier-Pilze und daraus gewonnenes Pilzpulver sind hierzulande gar nicht erhältlich. In der TCM zählen unterschiedliche Huaier-Extrakte, allen voran Extrakt-Granulate zu den wichtigsten Darreichungsformen:
Extrakt-Granulate
In China wurde in den 1980ern ein Extrakt-Granulat (Jinke Huaier Granules) entwickelt, das 1992 von der Chinese State Food and Drug Administration (CFDA) als traditionelles Arzneimittel bei Krebserkrankungen zugelassen wurde (8).
Das hellgelbe Pulver kam in den allermeisten Studien zum Einsatz. Bei der Herstellung findet nach der Extraktion die Granulierung statt. Hierbei wird der wässrige Extrakt mit Saccharose, Dextrin und löslicher Stärke vermischt.
Jinke Huaier Granules und andere Granulate werden allerdings fast ausschließlich in China von ein paar wenigen Herstellern produziert und daher vor allem dort angewandt. Darüber hinaus werden sie auch in den USA hergestellt. In Europa sind Granulate schwer zu bekommen.
Nähere Infos dazu erhalten Sie weiter unten im Kapitel: Wo ist Huaier-Granulat erhältlich?
Tinkturen und Kapseln
Es gibt jedoch auch im deutschsprachigen Raum Unternehmen, die hochwertige Extrakte herstellen bzw. anbieten. Meist handelt es sich um Tinkturen (Flüssigextrakte) und Extrakte in Kapselform.
* Hier erhalten Sie Huaier-Kapseln (z.ZT. ausverkauft) ohne Zusatzstoffe von einem deutschen Hersteller (Tagesdosis: 900 mg Extrakt, davon 270 mg natürliche Polysaccharide).
Infos über den Kauf und die Qualität von Extrakten erhalten Sie weiter unten im Text unter Was ist beim Kauf zu beachten?
Wie werden Extrakte dosiert und angewandt?
Da der Huaier bei uns kein offiziell anerkanntes Heilmittel ist, gibt es auch keine offiziellen Empfehlungen in Bezug auf die Dosierung und Anwendung. Studiendaten liegen vordergründig über Granulate vor.
Präventiv (Anti-Aging) werden 3 g Granulat täglich empfohlen. Mehr als 3 g pro Tag sind es, um dem Wiederauftreten einer Krebserkrankung vorzubeugen, mehr als 6 g bei vorliegendem Tumor (16).
Die maximale Dosierung liegt bei 20 g täglich. Klinisch kommen bis zu 60 g am Tag zum Einsatz, allerdings nur unter ärztlicher Überwachung. Das Granulat wird in heißem Wasser aufgelöst und als Getränk eingenommen.
Bei Extrakt-Kapseln könnte die Empfehlung lauten, täglich 3 x 1 Kapsel einzunehmen. Bei Tinkturen könnte die Tagesdosis bei 3 x 22 Tropfen liegen. Da die Dosierung je nach Produkt sehr unterschiedlich ausfallen kann, sollten Sie unbedingt auf die jeweiligen Herstellerangaben achten.
Es wird empfohlen, Extrakte stets mit ausreichend Wasser oder Tee einzunehmen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.
Wie lang wird der Pilz eingenommen?
Die Einnahmedauer hängt stark von der Diagnose und dem Therapieziel ab.
Das Granulat wird in klinischen Studien meist über einen Zeitraum von 6 bis 18 Monaten oder länger eingenommen. Um das Rezidivrisiko bei Krebspatienten zu senken und das Gesamtüberleben zu verbessern, erwies sich die Gabe über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten als vorteilhaft (5).
Entscheidend ist, dass die Einnahmedauer individuell festgelegt wird, da jeder Patient andere Bedürfnisse hat. Darum wäre es wichtig, sich diesbezüglich von einem Facharzt (z. B. Onkologen bzw. Arzt für TCM) beraten zu lassen.
Wie schnell wirkt der Huaier?
Bei akuten Beschwerden wie einem Magen-Darm-Infekt setzt die Wirkung in der Regel zeitnah, also nach wenigen Tagen ein. Bei chronischen Leiden wie Krebs oder zur Stärkung des Immunsystems kann der Effekt erst nach Wochen oder Monaten spürbar sein.
Hat der Heilpilz Nebenwirkungen?
Der Huaier gilt als sehr gut verträglicher Heilpilz. Studien zufolge treten Nebenwirkungen wie z. B. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall selten auf und sind meist geringfügig. Der Heilpilz wurde in China somit als eine sichere Option für die klinische Anwendung eingestuft.
Wer sollte den Pilz nicht nehmen?
Obwohl der Pilz meist gut vertragen wird, gibt es in manchen Fällen Einschränkungen.
Unverträglichkeiten
Menschen, die an einer Allergie leiden oder einen empfindlichen Magen haben, sollten den Pilz zunächst vorsichtig ausprobieren.
Kinder, Schwangerschaft und Stillzeit
Aufgrund mangelnder Daten gilt die Einnahme des Robinienporlings und daraus hergestellten Produkten für Kinder, in der Schwangerschaft und Stillzeit als umstritten. Daher sollte man sich vorab von einem Experten beraten lassen.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Studien zur klinischen Wechselwirkung des Heilpilzes mit bestimmten Medikamenten sind relativ begrenzt. Doch handelte es sich in der Regel um positive Wechselwirkungen. So steigerte der Huaier z. B. die Wirksamkeit verschiedener Krebstherapien wie etwa die Antitumorwirkung von Tamoxifen bei Brustkrebs.
Für konkrete Empfehlungen reichen die aktuell vorhandenen Informationen aber noch nicht aus.
Wo kann man Produkte in Deutschland kaufen?
Das Angebot an Huaier-Extrakten ist hierzulande dürftig, die Auswahl lässt zu wünschen übrig. Fündig können Sie in Bio-Geschäften, Reformhäusern, Apotheken und Online-Shops werden.
Wo ist Huaier-Granulat erhältlich?
In Europa ist es nahezu unmöglich, an das in China als Arzneimittel zugelassene Huaier Granules heranzukommen. Es besteht allerdings die Chance, es über spezialisierte Kliniken für integrative Medizin (z. B. TCM-Kliniken) zu erhalten.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen chinesischen Hersteller (z. B. den Haupthersteller Qidong Gaitianli Pharmaceutical Co., Ltd.) über die Webseite direkt zu kontaktieren, um autorisierte Händler zu finden oder sich nach der internationalen Beschaffung zu erkundigen.
Dort können Sie als ausländischer Patient auch Informationen über Ärzte erhalten, die Ihnen das Granulat verschreiben könnten. Besprechen Sie Ihr Anliegen mit Ihrem behandelnden Arzt. Vielleicht kann dieser Sie bei Ihrer Suche bzw. in Bezug auf bürokratische Angelegenheiten unterstützen.
Was ist beim Kauf von Extrakten zu beachten?
Es ist nicht einfach, gute von minderwertigen Extrakten zu unterscheiden. Es gibt jedoch einige Tipps, die Ihnen weiterhelfen können:
Ist es die gewünschte Pilzart?
Achten Sie beim Kauf darauf, ob es sich tatsächlich um den Huaier und nicht um irgendeine andere Pilzart handelt. Es finden unterschiedliche lateinische Begriffe Verwendung. Am häufigsten trifft man auf Vanderbylia robiniophila und Trametes robiniophila.
Was spricht für Qualität?
Entscheidend ist, dass die Pilze schonend, also bei niedrigen Temperaturen getrocknet werden. Es sollte sich um ein reines Naturprodukt handeln, das keinerlei Zusatzstoffe wie Konservierungs- und Farbstoffe enthält.
Bei Extrakten sollte das Lösungsmittel (z. B. Alkohol) und dessen Verhältnis zur Droge klar ersichtlich sein. Ein "gutes" Verhältnis hängt vom Anwendungszweck und dem gewünschten Wirkstoffgehalt ab. Je höher die erste Zahl im Verhältnis (solider Standard ist z. B. 10:1), desto konzentrierter ist der Extrakt.
Wie hoch ist der Gehalt an Polysacchariden?
Hochwertige Extrakte werden auf Polysaccharide (Beta-Glucane) standardisiert. Ein guter Polysaccharidgehalt liegt zwischen 20 und 30 Prozent. Dieser Wert deutet auch darauf hin, dass die natürliche Zusammensetzung des Pilzes durch die Extraktion nicht wesentlich verändert wurde.
Wie werden Extrakte verfälscht?
Pilzextrakte werden leider immer wieder mit Stärke gestreckt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Stärke bei einem Test als Polysaccharidanteil gemessen wird. So wird schnell aus einem preisgünstigen Produkt ein Extrakt mit einem Anteil von 50 Prozent Polysacchariden.
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe verrät oft die Wahrheit. Zutaten wie Maltodextrin oder Kartoffelstärke weisen darauf hin, dass der Extrakt zugesetzte Stärke enthält.
Eine weitere gängige Methode zur Herstellung von minderwertigen Produkten ist, die Pilze auf einem Holz-Stroh-Gemisch zu züchten und die Fruchtkörper dann samt Stroh und Holz zu pulverisieren. Auch hier werden die Polysaccharid-Werte verfälscht.
Was verraten Geschmack und Konsistenz?
Reiner Pilzextrakt schmeckt meist intensiv pilzig oder erdig. Ist ein Geruch wahrnehmbar, der an Holz, Sägemehl, Heu oder Stroh erinnert, deutet dies auf einen hohen Substratanteil hin. Liegt ein milder, getreideartiger Geschmack vor, sind ebenfalls Füllstoffe enthalten.
Außerdem löst sich ein hochwertiger Extrakt meist gut in Wasser, während Stärke oft klumpt oder eine schleimige Konsistenz aufweist.
Kann der Heilpilz selbst angebaut werden?
Da der Huaier in der freien Wildbahn rar vorkommt, blieb er als Heilmittel lange Zeit schwer zugänglich. Erst Ende der 1970er-Jahre gelang es chinesischen Forschern, ihn unter kontrollierten Bedingungen in gleichbleibender Qualität zu kultivieren.
Seitdem wird der Heilpilz in wachsendem Umfang für medizinische Anwendungen in der Onkologie und Immuntherapie gezüchtet. Dabei kommen sowohl die Fruchtkörper als auch fermentiertes Myzel (vor allem in Japan) zum Einsatz.
Man kann ihn aber nicht einfach zu Hause ziehen, es gibt also kein Substrat im Handel, mit dem man – wie bei manchen Speisepilzen üblich – einfach Stroh oder Totholz impft, dann feucht hält und in einigen Wochen oder Monaten Pilze ernten kann.
Sie möchten mehr über europäische Heilpilze erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen den Artikel Birkenporling – Wirkung und Anwendung.
Fazit: Huaier – Ein Heilpilz für das Immunsystem
Der Huaier ist ein uralter Heilpilz, der in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sehr geschätzt wird. Er ist allem für seine immunmodulierenden und tumorhemmenden Eigenschaften bekannt. Darüber hinaus zeigte er in Studien einen entzündungshemmenden und antiviralen Effekt.