Was ist wasserstoffreiches Wasser?
Wasserstoffreiches Wasser (auch H₂-Wasser genannt) wird in der Gesundheits- und Fitness-Szene immer beliebter. Es handelt sich dabei um Wasser, das künstlich mit molekularem Wasserstoffgas (H₂) angereichert wurde.
Häufig wird es mit ionisiertem basischem Wasser verwechselt, das besonders in Asien seit vielen Jahrzehnten getrunken wird. Klassische Wasserionisierer sind elektrische Geräte, die über Elektrolyse den pH-Wert des Wassers verändern. Man kann also basisches und saures Wasser damit herstellen - ersteres wird dann getrunken, letzteres zum Putzen oder Waschen von Obst und Gemüse genutzt.
Bei der Herstellung des basischen Wassers entsteht immer auch Wasserstoff. Neuere Studien zeigen, dass Basenwässer womöglich gar nicht deshalb so gesund sind, weil sie basisch sind, sondern wegen ihres Gehalts an molekularem Wasserstoff (1).
Gleichzeitig muss ein wasserstoffreiches Wasser nicht zwangsläufig basisch sein, auch nicht-basische Wässer können wasserstoffreich sein. Denn neben der Elektrolyse gibt es noch andere Möglichkeiten, um wasserstoffreiches Wasser herzustellen - siehe übernächster Abschnitt.
Was ist molekularer Wasserstoff?
Molekularer Wasserstoff ist die chemische Bezeichnung für reines Wasserstoffgas, abgekürzt mit H₂. Es ist das leichteste Molekül im Universum.
Der Begriff „molekular“ bedeutet hier, dass der Wasserstoff als reines Element vorliegt – also nicht chemisch gebunden an andere Elemente wie in Wasser (H2O) oder Säuren (z. B. HCl = Salzsäure).
Das Molekül H₂ besteht aus zwei einzelnen Wasserstoff-Atomen, die sich verbunden haben. Denn das einzelne Atom ist sehr instabil und daher in der Natur nicht vorhanden (zumindest nicht auf der Erde, im Weltall sehr wohl).
Bei welchen Beschwerden wirkt molekularer Wasserstoff?
Molekularer Wasserstoff wurde in den letzten Jahren insbesondere wegen seiner antioxidativen, entzündungshemmenden und gegen Zellstress gerichteten Wirkungen untersucht (4). Zahlreiche Studien am Menschen zeigen mittlerweile seine Wirksamkeit gegen die verschiedensten Erkrankungen.
Anti-Aging: Hemmung des Alterungsprozesses
Molekularer Wasserstoff (H2) kann über verschiedene Wirkmechanismen Alterungsprozesse verlangsamen: Er hat antioxidative Eigenschaften, reduziert also oxidativen Stress, der andernfalls Zellen und Organe angreifen und die Alterung vorantreiben würde.
Auch an der Erhaltung der Telomere ist H2 beteiligt. Telomere sind Zellstrukturen, die sich im Laufe des Lebens immer weiter verkürzen. Je länger aber die Telomere, umso länger die Lebenszeit der jeweiligen Zelle und letztendlich auch des dazugehörenden Menschen.
Darüber hinaus kann H2 Entzündungen vorbeugen sowie die Autophagie, die Apoptose und die Mitochondrien regulieren, die alle mit dem Altern zusammenhängen.
Der Stoff kann auch zur Vorbeugung und Behandlung verschiedener altersbedingter Krankheiten (20) wie neurodegenerativer Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenerkrankungen, Diabetes und Krebs eingesetzt werden.
Eine Humanstudie von 2021 bestätigt diese Anti-Aging-Wirkung bei älteren Menschen.
40 gesunde Personen ab 70 Jahren tranken 6 Monate lang täglich 0,5 Liter wasserstoffreiches Wasser mit einer H2-Konzentration von 15 ppm (etwa 15 mg/L) oder ein Kontrollwasser ohne Wasserstoff. Damit nahm die Wasserstoff-Gruppe täglich rund 7,5 mg H2 auf (26).
Besonders auffällig war die Wirkung auf die Telomere. Ihre Länge nahm in der Wasserstoff-Gruppe leicht zu, während sie in der Kontrollgruppe abnahm.
Auch einzelne Werte des Gehirnstoffwechsels – Cholin, Kreatin und N-Acetylaspartat – sowie die Beinkraft beim Aufstehen von einem Stuhl verbesserten sich in der H2-Gruppe.
Wirkung beim metabolischen Syndrom
Bei Patienten mit metabolischem Syndrom reduzierten sich in einer Studie von 2020 die Gesamtcholesterin-, die LDL-Cholesterin-, die Triglycerid-Werte und die Entzündungsmarker im Blut (5). Die 60 Teilnehmer hatten 24 Wochen lang dreimal täglich jeweils 250 ml wasserstoffreiches Wasser getrunken bzw. in der Kontrollgruppe normales Wasser.
Die aufgenommene H2-Menge betrug mindestens 5,5 mmol pro Tag = etwa 11 mg Wasserstoff. Das H2-Wasser wurde mit H2-Tabletten hergestellt.
Die Trigylcerid-Werte sanken in der H2-Gruppe von durchschnittlich 190 mg/dl auf 142 mg/dl. Der Gesamtcholesterin-Wert sank von 188 auf 169 mg/dl, der LDL-Cholesterin-Wert sank von 109 auf 103 mg/dl und verschiedene Entzündungsmarker (z. B. TNF-alpha, Interleukin 6) nahmen ebenfalls signifikant ab.
Wirkung bei Diabetes
In einer früheren Studie mit Patienten mit Diabetes Typ 2 (von 2008) hatten sich ähnlich positive Ergebnisse in Bezug auf die Blutfettwerte gezeigt. Zusätzlich stellte man in einer kleinen Untergruppe mit 6 Personen, die noch keinen Diabetes, aber eine Vorstufe hatten, eine Verbesserung der Blutzuckerregulation durch das wasserstoffreiche Wasser fest (6).
Bei 4 der 6 Personen erreichte der Blutzuckerspiegel nach 8 Wochen wasserstoffreichem Wasser beim Glukosetoleranztest sogar wieder Normalwerte. Bei den anderen beiden war er ebenfalls gesunken, aber noch nicht auf ein gesundes Niveau. Der Grund dafür war der gestiegene Insulinspiegel. Die Bauchspeicheldrüse schien also wieder besser zu arbeiten.
Man geht davon aus, dass H₂ die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse vor oxidativen Schäden schützt, so dass diese nach einem Glukosereiz wieder besser Insulin ausschütten.
Die Wissenschaftler verweisen dazu auch auf Tierstudien, in denen antioxidative Maßnahmen die Betazellfunktion erhalten hatten und wasserstoffreiches Wasser bei diabetischen Mäusen mit einer verbesserten Betazellfunktion und Insulinfreisetzung verbunden war.
Die Teilnehmer hatten täglich 900 ml Wasser mit einer H2-Konzentration von etwa 1,2 mg/L bzw. 1,2 ppm getrunken und nahmen damit rund 1,1 mg H2 pro Tag auf.
Wirkung auf Appetit und Stoffwechsel
Eine Studie von 2025 untersuchte, ob wasserstoffreiches Wasser auch Appetit und Stoffwechsel bei Adipositas beeinflussen kann (13).
36 Personen tranken 8 Wochen lang täglich entweder 1 Liter wasserstoffreiches Wasser mit insgesamt 15 mg H2 (15 ppm) oder normales Wasser.
Im Vergleich zur Kontrollgruppe nahmen Heißhunger bzw. starke Essgelüste in der Wasserstoff-Gruppe ab. Gleichzeitig stieg der Spiegel des Darmhormons GLP-1, das unter anderem an der Regulation von Appetit und Sättigung beteiligt ist. Wenn der Spiegel steigt, nimmt der Appetit ab und das Sättigungsgefühl nimmt zu.
Auch die Werte für Gesamt- und LDL-Cholesterin sanken stärker und die Schlafqualität verbesserte sich.
Wirkung bei erhöhten Harnsäurewerten
Beim metabolischen Syndrom, wenn also Übergewicht und/oder eine Insulinresistenz vorliegen und die Zellen nicht mehr gut auf Insulin reagieren und daher der Insulinspiegel steigt, steigen oft auch die Harnsäurewerte im Blut übermäßig an. Man spricht von einer Hyperurikämie.
Langfristig kann ein erhöhter Harnsäurespiegel zu einer Gicht oder auch zu Nierensteinen führen.
In einer Studie von 2024 tranken 100 Teilnehmer 8 Wochen lang H2-Wasser oder normales Wasser (11). Die H2-Gruppe bestand aus zwei Gruppen, da man zwei unterschiedlichen Mengen prüfen wollte.
Die niedrig dosierte Gruppe trank täglich 660 ml mit mindestens 3,1 mg H2 pro Tag. Die hoch dosierte Gruppe trank 990 ml und kam auf mindestens etwa 4,6 mg H2 pro Tag.
Die deutlichste Abnahme der Harnsäure zeigte sich bei der höheren H2-Dosis. Nach 8 Wochen sank der Wert in dieser Gruppe von durchschnittlich 488,2 auf 446,8 µmol/L. Das ist zwar noch kein optimaler Wert, entspricht aber einer Senkung um mehr als 8 Prozent. (Optimale Werte liegen bei 404 µmol/L und darunter.)
Wirkung bei Schlaganfall
Bei 25 Patienten mit akutem Schlaganfall verbesserte die Inhalation eines Luftgemischs mit einem Gehalt von 3 % Wasserstoff (7) verschiedene Parameter im Vergleich zu der ansonsten gleich behandelten Kontrollgruppe.
Die Inhalation erfolgte zweimal täglich für eine Stunde über 14 Tage. Die H2-Gruppe zeigte verbesserte Ergebnisse bei der MRT-Untersuchung sowie eine schnellere Verbesserung bei der neurologischen Untersuchung und der Physiotherapie.
Die Inhalation der Substanz wird in wenigen spezialisierten Praxen angeboten und man kann entsprechende Geräte sogar online kaufen, z. B. * dieses Inhalationsgerät).
Wirkung auf das Nervenkostüm - weniger Ängste, bessere Stimmung
In einer placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie erhielten die TeilnehmerInnen 4 Wochen lang zum Frühstück und Abendessen je 300 ml wasserstoffreiches Wasser mit einer H2-Konzentration von 0,8 bis 1,2 ppm oder Placebo-Wasser. Damit nahm die Wasserstoff-Gruppe täglich etwa 0,48 bis 0,72 mg H2 zu sich.
Anschließend zeigte sich, dass die Nervenaktivität im Ruhezustand (autonomes Nervensystem) in der H2-Gruppe deutlich abgenommen hat. Die Stimmung der Probanden besserte sich und Ängste nahmen ab (21).
Schnellere Erholung - weniger Stress
Eine Studie von 2026 liefert weitere Hinweise für eine Wirkung auf das autonome Nervensystem (10):
47 gesunde Erwachsene tranken dreimal je 290 ml wasserstoffreiches Wasser mit 1,1 bis 1,3 ppm H2 (etwa 24 Stunden vor den nachfolgenden Untersuchungen, 90 Minuten davor und unmittelbar davor). Insgesamt waren das 870 ml mit insgesamt etwa 0,96 bis 1,13 mg H2.
Anschließend untersuchten die Forscher die Herzfrequenzvariabilität, anhand derer sich Veränderungen in der Regulation des autonomen Nervensystems erkennen lassen (wie gut kann sich das Herz an Veränderungen anpassen, z. B. Stress, Ruhe, Bewegung und wie schnell kann es nach Aufregung wieder herunterfahren und dem Körper Entspannung bringen).
Nach dem Trinken des H2-Wassers zeigte sich eine bessere Regulationfähigkeit, was bedeutet, dass der Organismus besser mit z. B. Stress umgehen kann.
Wirkung auf die sportliche Leistung
Sportliche Aktivitäten sind gesund, erhöhen aber kurzfristig oxidativen Stress in der Skelettmuskulatur, was zu Gewebeschäden und Ermüdung führt.
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie von 2019 zeigte sich (in zwei verschiedenen Versuchen), dass Probanden auf dem Hometrainer nach dem Trinken von 500 ml H2-Wasser (10 - 30 Minuten vor dem Training) weniger schnell ermüdeten als Probanden, die normales Wasser erhalten hatten. Das Wasserstoffwasser enthielt etwa 0,5 mg H2.
Man schrieb dem H2-Wasser eine Anti-Ermüdungs- und Ausdauerwirkung zu (22).
In einer Übersichtsarbeit von 2019 hieß es zum Thema "Wasserstoffreiches Wasser im Sport", dass z. B. herkömmliche Antioxidantien wie die Vitamine C und E die muskulären Anpassungsprozesse nach dem Training unterdrücken können, während Wasserstoff - obwohl er ebenfalls antioxidativ wirkt - die muskulären Anpassungen zu unterstützen scheint (17).
Zudem steigert das Wasser die ATP-Produktion, erhöht also die zur Verfügung stehende Energie und verbessert das NAD⁺/NADH-Verhältnis, was bedeutet, dass die Zelle die Nahrung effizient in Energie umwandeln kann.
Des Weiteren aktiviert molekularer Wasserstoff körpereigene Antioxidantien sowie sog. Hitzeschockproteine. Letzteres macht den Muskel widerstandsfähiger gegen die zelluläre Zerstörung durch hartes Training und führt zu einer besseren Muskelregeneration.
In den für die Übersichtsarbeit ausgewerteten Studien kamen meist 1,5 Liter Wasser mit 2,8 bis 3,1 mg Wasserstoff zum Einsatz.
Wirkung bei Krebs
Im März 2024 erschien eine Arbeit, in der es hieß: In den letzten Jahren hat eine Reihe von Studien bestätigt, dass Wasserstoff auch eine therapeutische Wirkung auf verschiedene Krebsarten hat und oxidativen Stress durch Bestrahlung und Chemotherapie lindern sowie Gewebeschäden und Immunsuppression (durch die genannten Therapien) verringern und so die Prognose verbessern kann.
Gleichzeitig hat H2 auch eine immunmodulatorische Wirkung, indem es die Erschöpfung der T-Zellen (Abwehrzellen, die Krebs bekämpfen können) hemmt und die Antitumorfunktion dieser Zellen verbessert.
Obwohl die potenziellen Antitumormechanismen von H2 noch erforscht werden müssen, haben frühere Studien gezeigt, dass H2 hochgiftige reaktive Sauerstoffspezies (oxidativen Stress) selektiv abfangen und dadurch auch die Ausbreitung und Metastasierung von Krebszellen hemmen kann (denn diese nutzen oxidativen Stress für ihr Wachstum und ihre Ausbreitung).
Interessant ist, dass die menschliche Darmflora täglich große Mengen H2 produzieren kann, das dann als natürliche Barriere gegen Krankheiten wie Tumore fungiert (23).
Eine zu geringe H2-Produktion der Darmflora soll auch an der Entstehung der Parkinson-Krankheit beteiligt sein (24), während eine höhere H2-Produktion der Darmflora (was mit Ernährungsumstellung und Sport erreicht werden kann), mit einem erhöhten Stoffwechsel und einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit zusammenhängen könnte (25).
Bessere Lebensqualität bei Krebspatienten
In einer Studie von 2011 untersuchte man, ob das Trinken von wasserstoffreichem Wasser die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern kann, die sich einer Strahlentherapie aufgrund von bösartigen Lebertumoren unterziehen mussten.
Die Patienten tranken täglich 1,5 bis 2 Liter wasserstoffreiches Wasser über einen Zeitraum von 6 Wochen während ihrer Strahlentherapie. Die Wasserstoffkonzentration im Wasser betrug etwa 1,1 bis 1,3 mg/L bzw. ppm. Die Placebogruppe erhielt normales Wasser.
Die Patienten in der Wasserstoff-Gruppe wiesen deutlich bessere Werte bei der allgemeinen Lebensqualität auf als die Placebogruppe. Auch litten sie seltener an den typischen strahlenbedingten Beschwerden wie Appetitlosigkeit und Geschmacksstörungen
Im Blut der Wasserstoff-Gruppe sank außerdem die Konzentration von freien Radikalen, was bedeutete, dass die Strahlung messbar weniger Gewebeschäden durch freie Radikale verursachte.
Gleichzeitig wurde die Anti-Tumor-Wirksamkeit der Bestrahlung nicht verringert, so dass wasserstoffreiches Wasser eine Strahlentherapie sehr gut begleiten kann (16).
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Besserung bei Parkinson
Ob es bei der Parkinson-Krankheit der obengenannte Einfluss auf die Darmflora ist oder ein anderer Wirkmechanismus - das wasserstoffreiche Wasser scheint den Verlauf zu bremsen, zumindest laut einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie aus dem Jahr 2013.
Die Teilnehmer waren Parkinson-Patienten. Sie tranken nun 48 Wochen lang täglich 1 l wasserstoffreiches Wasser (1,6 ppm = 1,6 mg) oder ein Placebo-Wasser. Daraufhin besserte sich die Krankheit in der Wasserstoff-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe signifikant (8).
Bei chronischer Hepatitis B
Auch bei chronischer Hepatitis B zeigte sich Wasserstoff in einer Untersuchung (2013) als hilfreich. Die Teilnehmer tranken 6 Wochen lang täglich 1,2 bis 1,8 Liter wasserstoffreiches Wasser. Bei 1,2 Litern nahmen sie 1,3 mg Wasserstoff zu sich, bei 1,8 Litern 2,4 mg pro Tag (9).
Wirkung bei Schuppenflechte
In einer Studie zur Schuppenflechte überprüfte man drei verschiedene Verabreichungsmethoden:
- Tropf-Infusion von H2-Kochsalz-Lösung mit 1 ppm H2 - 5 Tage lang täglich vor dem Frühstück 40 Minuten lang
- Inhalation von 3 % H2 -Gas 5 Tage lang je 1 Stunde vor dem Frühstück
- Trinken von Wasser mit einer hohen H2-Konzentration (5-7 ppm) - 5 Tage lang täglich je 500 ml.
Alle drei Methoden linderten die psoriasisbedingte Entzündung (12).
Warum Wasserstoffwasser so schnell in unseren Zellen wirkt
Der medizinische Nutzen von molekularem Wasserstoff hängt eng mit seiner hervorragenden Aufnahme im Körper zusammen (der zellulären Bioverfügbarkeit). Aufgrund seiner besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften kann H2 die schützenden Zellmembranen extrem schnell und ungehindert durchwandern (diffundieren).
Auf diese Weise erreicht er mühelos auch die tieferen Zellstrukturen – wie die Mitochondrien (die Kraftwerke der Zellen) und den Zellkern (mit unserer DNA/Erbinformation) (3).
Diese schnelle Verteilung wird durch vier wesentliche Eigenschaften des H2-Moleküls ermöglicht:
Minimale Größe
Wasserstoff ist das kleinste existierende Molekül und dazu ein starkes Antioxidans. Es kann Barrieren durchqueren, die für andere Antioxidantien zu eng sind.
Geringe Masse
Als leichtestes Element bewegt sich H2 extrem agil im Gewebe.
Elektrische Neutralität
Wasserstoff besitzt keine positive oder negative Ladung, weshalb er von den elektrischen Feldern der Zellwände weder abgestoßen noch blockiert wird.
Unpolare Struktur
Seine Ladung ist gleichmäßig verteilt. Da er dadurch sowohl wasser- als auch fettlöslich ist, durchdringt er die fettreichen Schutzhüllen der Zellen ohne Widerstand.
Fazit: Das Trinken von wasserstoffreichem Wasser bietet eine biologisch hocheffiziente und alltagstaugliche Methode, um dem Körper molekularen Wasserstoff direkt auf Zellebene zuzuführen.
Wie wirkt molekularer Wasserstoff?
Wie und warum wirkt wasserstoffreiches Wasser aber so gut auf die Gesundheit? Welche Wirkmechanismen sind bekannt?
Wirkung als selektives Antioxidans
Der Stoff wirkt selektiv auf die gefährlichen Hydroxyl-Radikale und auf Peroxynitrit-Anionen und macht diese unschädlich.
Hydroxyl-Radikale sind hochreaktive Radikale, die verschiedene Bestandteile der Zellen angreifen können.
Peroxynitrit-Anionen sind ebenfalls hochreaktiv und können in einer Kettenreaktion zur Entstehung zahlreicher weiterer Sauerstoff-Radikale und Stickstoff-Radikale führen (19).
Andere Radikale, wie z. B. Wasserstoffperoxid, die wichtige Aufgaben in der Zellsignalgebung haben, werden hingegen nicht neutralisiert (19).
Eine Erhöhung antioxidativer Enzyme (z. B. der Superoxiddismutase) zeigte sich in einer Studie, in der die Teilnehmer täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser mit etwa 1,11 bis 1,31 mg/L bzw. ppm und einer täglichen H2-Menge von rund 1,7 bis 2,6 mg tranken (15).
Einfluss auf die Genexpression
Der Stoff kann Membranen leicht durchdringen und gelangt so auch in den Zellkern. Dort hat er einen Einfluss darauf, welche Gene abgelesen werden.
H2 führt z. B. dazu, dass Gene für antioxidative Enzyme verstärkt abgelesen werden ( 18 ). Dadurch kann er eine antioxidative Wirkung erzeugen, die über Stunden, Tage oder gar Wochen anhält (1).
Außerdem reduziert H2 das Ablesen von Genen für proentzündliche Zellsignalstoffe und für Zellsignalstoffe, die einen Zelltod (Apoptose) auslösen. Die Substanz wirkt dadurch antientzündlich und schützt vor einem Zelltod (4).
Wirkung als Signalstoff für viele zelluläre Vorgänge
Zahlreiche zelluläre Vorgänge können durch H2 beeinflusst werden. Dadurch wirkt er als Signalstoff auf verschiedenen Wegen u. a. antientzündlich und immunregulatorisch (4).
Wie wird wasserstoffreiches Wasser hergestellt?
Es gibt insbesondere drei Möglichkeiten, wie man wasserstoffreiches Wasser herstellen kann:
Mit einem Ionisierer
Oben haben wir schon erklärt, dass Ionisierer bei der Herstellung von basischem Wasser immer auch molekularen Wasserstoff herstellen. Meist entstehen dabei aber nur 0,5 bis maximal 1,6 ppm (parts per million, was mg/l entspricht). Denn die Geräte arbeiten ohne Druck und nicht konkret mit dem Ziel, H2 herzustellen. Er entsteht eher als Nebenprodukt der pH-Verschiebung.
Ein Wert von über 1,6 ppm wird deshalb nicht erreicht, weil dies die sog. Sättigungsgrenze von Wasserstoff ist. Das ist die maximale Menge, die das Wasser physikalisch überhaupt aufnehmen kann, bevor das Gas ungelöst verpufft.
Mit zwei Methoden lässt sich dieser Wert aber vervielfachen - einmal durch Druckaufbau (in den Wasserstoff-Boostern) oder durch Nanobläschenbildung (durch die Wasserstoff-Tabletten).
(Inzwischen gibt es auch Ionisierer mit zusätzlichen Funktionen, so dass die Geräte mehr H2 herstellen können, ausprobiert haben wir diese aber noch nicht).
Mit einem Wasserstoff-Booster
Wasserstoff-Booster sind keine typischen Küchengeräte. Es handelt sich vielmehr um kompakte, zylinderförmige Trinkflaschen, die man auch unterwegs nutzen kann. Im Flaschenboden befindet sich eine akkubetriebene Mini-Elektrolysezelle, die für die H2-Bildung zuständig ist.
Man füllt die Flasche mit Wasser und drückt den Startknopf. Daraufhin wird aus dem Wasserbehälter eine winzige Menge von weniger als einem Milliliter Wasser (nur wenige Tropfen) in die interne Elektrolysekammer geleitet und komplett gespalten.
Während die unerwünschten Gase (Sauerstoff, Ozon) über ein Ventil nach unten ausgeleitet werden, wird das reine Wasserstoffgas mit Druck durch eine PEM-Membran nach oben gepresst (PEM steht für Proton-Exchange-Membrane = Protonen-Austausch-Membran). Die Membran lässt nur H2 durch, die anderen Gase nicht.
Der Booster wird über ein USB-Kabel aufgeladen und funktioniert daher kabellos, egal, wo man gerade ist. Man sollte nur ein passendes Wasser zum Befüllen zur Hand haben. Ideal ist ein mineralienarmes Wasser, da andernfalls die Elektroden der Elektrolysezelle rasch verkalken.
Es eignet sich also ein Osmosewasser, ein mit Aktivkohle entkalktes Wasser, ein zu Lebensmittelzwecken geeignetes destilliertes Wasser oder ein sehr mineralienarmes Quellwasser, z. B. Lauretana, Plose oder Black Forest. Es muss zwingend OHNE Kohlensäure sein.
* Nach langem Suchen haben wir uns für dieses Wasserstoff-Gerät entschieden (der Rabattcode für 10 % für unsere LeserInnen lautet ZDGH2). Es ist leistungsstark und mobil (auch für unterwegs dank Akku). Pro Füllmenge (275 ml) erreicht es 1,1 mg Wasserstoff (mehr als 4 ppm). Wenn Sie also 4-mal täglich 275 ml trinken, erreichen Sie über 4 mg und damit eine Menge, die auch in Studien untersucht wurde.
Trinken Sie das Wasser unmittelbar nach der Zubereitung, da der Wasserstoff relativ schnell wieder aus dem Wasser entweicht.
Mit Wasserstofftabletten
Im Handel gibt es auch Wasserstofftabletten. Diese Methode kommt dann natürlich völlig ohne Strom oder Elektronik aus, ist aber langfristig kostspieliger, weil man immer wieder Tabletten nachkaufen muss.
Die Tabletten bestehen aus elementarem Magnesium und organischen Säuren (z. B. Äpfelsäure). Sobald die Tablette mit Wasser in Kontakt kommt, bildet sich aus Magnesium und Wasser Magnesiumhydroxid, wobei H2 frei wird.
Da Magnesiumhydroxid aber die weitere H2-Bildung hemmen würde, sind die organischen Säuren in der Tablette enthalten. Sie wandeln das Magnesiumhydroxid (im Falle der Äpfelsäure) in Magnesiummalat um. Magnesiummalat hemmt die Wasserstoffbildung nicht.
Das Ergebnis ist ein Wasser, das mit molekularem Wasserstoff angereichert ist und zusätzlich Magnesium in einer für den Körper optimal bioverfügbaren Form enthält.
* Diese Tabletten (60 Stück) liefern 3,8 mg H2 pro 250 ml Wasser. Sie liefern außerdem 80 mg Magnesium, was Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie noch andere Magnesiumpräparate nehmen.
Wichtig: Die Tabletten dürfen nicht pur geschluckt werden! Man löst 1 Tablette in Wasser auf und trinkt die Mischung SOFORT nach dem Auflösen.
Worauf beim Kauf achten?
Kaufen Sie nur Wasserstoff-Tabletten, bei denen die H2-Menge angegeben wird. Es genügt nicht, wenn dort steht: 8 ppm. Wichtig ist auch die Wassermenge, also z. B. 8 ppm in 480 ml, was 3,8 mg Wasserstoff ergibt. Die ppm-Angabe bezieht sich immer auf 1 Liter. Daher rechnet man auf 480 ml runter.
Kann man die Wassermenge einfach erhöhen oder reduzieren?
Wenn Sie eine Tablette, die für 480 ml gedacht ist, in 1 Liter geben würden, dann hätten Sie auch dort nur 3,8 mg, weil die Tablette nun einmal nicht mehr hergibt. Wenn Sie nun denken, 480 ml sind mir zu viel zum Extrinken, ich gebe die Tablette einfach in die Hälfte Wasser, also 240 ml, dann passiert folgendes:
Die Tablette versucht zwar, ihre H2-Konzentration aufzubauen. Da Wasser aber physikalisch nur eine begrenzte Menge Gas aufnehmen kann, steigt das Risiko enorm, dass zu viel H2 einfach wegsprudelt und in der Raumluft verpufft. Man verschwendet also wertvollen Wasserstoff. Halten Sie sich daher immer an die Vorgaben.
Was ist in Wasserstoff-Tabletten drin?
Bei den Tabletten ist auch Glucose (Dextrose) enthalten, die zur besseren Auflösung der Tablette beiträgt. Die Menge ist aber so gering, dass man sie nicht berücksichtigen muss.
Wasserstofftabletten enthalten neben Magnesium die genannten organischen Säuren (z. B. Äpfel-, Wein- oder Adipinsäure). Das sieht auf den ersten Blick nach nicht-cleanen Produkten aus. Die organischen Säuren sind in diesem Fall aber für die H2-Bildung notwendig. Es sind also keine unnötigen Hilfs- oder Zusatzstoffe, sondern funktionelle Bestandteile des Produkts. Sie gelten als unbedenklich.
Wenn Sie wasserstoffreiches Wasser langfristig trinken möchten, sind Tabletten kostspielig. In diesem Fall lohnt sich ein Wasserstoff-Booster.
Mögliche Nebenwirkungen von Wasserstoff-Tabletten
Nach dem Trinken kann es zu Aufstoßen kommen - was vom Wasserstoffgas herrührt und normal ist (derselbe Effekt wie bei Kohlensäure).
Je nach Magnesiummenge der Tablette kann es bei empfindlichen Personen zu Blähungen und weichem Stuhl kommen. Bei einer Tablette à 80 mg ist das meist noch nicht der Fall, aber wenn Sie mehrere Tabletten pro Tag auflösen und trinken würden, dann schon.
Wie lange bleibt der Wasserstoff im Wasser?
H2 ist das kleinste, leichteste und flüchtigste Gas der Welt. Das bedeutet, es entweicht dem Wasser wieder sehr schnell.
Lässt man ein Glas H₂-Wasser offen stehen, halbiert sich der H2-Gehalt meist schon nach 15 bis 30 Minuten. Nach wenigen Stunden ist der Wasserstoff vollständig verdampft und es bleibt normales, wirkungsloses Wasser zurück. H₂-Wasser muss daher immer frisch getrunken werden, also unmittelbar nach der Herstellung.
Wie kann man den Wasserstoffgehalt im Wasser prüfen?
Wenn Sie die Angaben von Herstellern (Booster, Geräte, Tabletten) zum Wasserstoffgehalt prüfen möchten, können Sie das mit * speziellen Tropfen über die sog. Titrationsmethode tun. Die Tropfen enthalten Methylenblau und sind entsprechend blau gefärbt.
Sobald Ihr wasserstoffreiches Wasser hergestellt ist, füllen Sie davon vorsichtig eine Wasserprobe von 6 ml in einen Messbecher und geben einen Tropfen der blauen Messflüssigkeit dazu. Jeder Tropfen, der sich entfärbt, bedeutet 0,1 ppm (=100 ppb) gelöstes Wasserstoffgas.
Wenn sich ein Tropfen nicht mehr von selbst entfärbt, darf man sanft umrühren. Wenn sich die Flüssigkeit daraufhin immer noch nicht entfärbt, zählt der letzte ins Wasser gegebene Tropfen nicht mehr.
Wichtig: Die Tropfen sind nicht zum Verzehr geeignet! Sie können neben Methylenblau noch Zusätze, wie Stabilisatoren und Katalysatoren enthalten. Das Testwasser daher weggießen.
Wie viel Wasserstoff ist wirksam?
In der wissenschaftlichen Forschung gelten Werte ab 0,5 ppm als therapeutisch wirksam. Höhere Werte (wie beim Booster oder den Tabletten) sind deshalb von Vorteil, weil Wasserstoff so flüchtig ist.
Bei Werten von 4 bis 6 ppm bleibt daher auch noch dann genügend H2 im Wasser übrig, wenn man das Wasser nicht unmittelbar nach der Herstellung in sich hineinschüttet. Man kann es also entspannt trinken, weil nicht gleich nach wenigen Minuten ein gravierender Verlust eintritt.
Will man aber die vollen 4-6 ppm zu sich nehmen, muss man das Wasser wirklich sofort nach der Herstellung zügig trinken.
Fazit: Wasserstoffreiches Wasser wirkt heilsam
Molekularer Wasserstoff wirkt direkt auf zellulärer Ebene: auf die Gene, auf die Mitochondrien, als Signalstoff und vieles mehr. Dadurch ergeben sich vielfältige gesundheitsförderliche Wirkungen, die letztlich den gesamten Körper betreffen und ihn in vielen Belangen unterstützen können.
Wasserstoffreiches Wasser ist also eine wenig bekannte, aber laut aktuellen Forschungsergebnissen sehr wirksame Methode, um die Gesundheit zu stärken.
Update 12.9.2024
Wir ergänzten den Artikel mit den Studien 20 - 25 und entsprechenden Abschnitten im Text.
Update 8.7.2026
Wir ergänzten den Artikel mit Studie 26.
Update 1.8.2026
Wir haben einen Hinweis zu den vermeintlichen Hilfsstoffen der von uns empfohlenen Wasserstofftabletten eingefügt.