Emulgatoren in Lebensmitteln machen krank
Ernährung

Emulgatoren in Lebensmitteln machen krank

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 21.06.2018
  • 1 Kommentar
Emulgatoren in Lebensmitteln machen krank
© JackF - Fotolia.com

Der Einsatz von Emulgatoren ist aus der Lebensmittelindustrie nicht mehr weg zu denken. Manche Emulgatoren verleihen Lebensmitteln wie Speiseeis, Schokolade oder Desserts eine ansprechende Konsistenz, andere verlängern ihre Haltbarkeit. Lange Zeit galten Emulgatoren als harmlos. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse beweisen nun jedoch, dass Emulgatoren die Entwicklung von chronischen Darmerkrankungen und dem metabolischen Syndrom massiv fördern können.

Emulgatoren führen zu Darmentzündungen

Im Februar 2015 veröffentlichte das Fachjournal Nature aufsehenerregende Studienergebnisse über die möglichen schädlichen Wirkungen von Lebensmittelzusatzstoffen, die bislang als völlig harmlos galten: Emulgatoren

Studienleiter waren die Wissenschaftler Benoit Chassaing und Andrew Gewirtz von der Georgia State University.

Sie untersuchten die Zusammensetzung der Darmflora von Mäusen, denen zwei der geläufigsten Emulgatoren ins Trinkwasser gegeben wurden, nämlich Polysorbat 80 (oft in Eiscreme) und Carboxymethylcellulose (gerne in Backwaren (verhindert dort das Altbackenwerden), des Weiteren in Saucen, Mayonnaisen, Dressings, aber auch in Haftcremes für Zahnprothesen).

Dann verglichen sie die Ergebnisse mit dem Darmmilieu von Mäusen, die keine Emulgatoren erhalten hatten.

Die den Mäusen verabreichte Emulgatorenkonzentration entsprach im Verhältnis der Emulgatorenkonzentration, die typischerweise in menschlicher Fertignahrung enthalten ist.

Nach einer zwölfwöchigen Testphase stellten die Mediziner fest, dass sich die ursprünglich gesunde Zusammensetzung der Darmflora unter Emulgatoreneinfluss so verändert hatte, dass es infolgedessen nun zu Darmentzündungen gekommen war – und zwar sowohl bei Individuen mit schwachem also auch bei solchen mit gesundem Immunsystem.

Beim Menschen leiden inzwischen viele Millionen Patienten unter derartigen Darmentzündungen wie z. B. Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa.

Da die konkreten Ursachen dieser Krankheiten bislang nicht bekannt sind, könnte es durchaus sein, dass der reichliche Emulgatoreneinsatz in der Lebensmittelindustrie hier eine wichtige ursächliche Rolle spielt.

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Emulgatoren fördern Übergewicht und Diabetes

Zusätzlich konnten bei den Emulgator-Mäusen sämtliche Symptome des Metabolischen Syndroms beobachtet werden:

Sie frassen plötzlich mehr, litten daraufhin alsbald unter Fettleibigkeit, ausserdem unter hohem Blutzuckerspiegel, einer Insulinresistenz und damit den Vorstufen eines Diabetes.

Beim Menschen nun beobachtet man seit Mitte des 20. Jahrhunderts, wie das Metabolische Syndrom genau wie die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen immer weiter um sich greifen.

Könnte der verstärkte Einsatz der Emulgatoren dafür mitverantwortlich sein?

Die Forscher Chassaing und Gewirtz erklären:

„Beide Krankheiten – chronisch entzündliche Darmerkrankungen und das Metabolische Syndrom – haben eine Gemeinsamkeit: Die Darmflora verändert sich so, dass sich der Darm entzündet. Und Emulgatoren in Fertigprodukten lassen genau eine solch entzündliche Darmflora entstehen“,

was die beiden Wissenschaftler bereits in einer früheren Studie nachweisen konnten (veröffentlicht im Fachmagazin Gastroenterology im Dezember 2014).

Auch befürchten die Forscher, dass die derzeitigen Testmethoden für Lebensmittelzusatzstoffe nicht wirklich geeignet sind, um ein mögliches Schadpotential durch deren Einsatz in Nahrungsmitteln auszuschliessen. Wenn diese nämlich geringfügige, aber chronische Entzündungen verursachen können, so lässt sich dies mit den aktuellen Tests nicht erkennen.

Das Forscherteam testet jetzt die Wirkung weiterer Emulgatoren am Menschen. Wenn hier ähnliche Ergebnisse erzielt werden, wäre dies ein Beweis für die schädliche Rolle, die Emulgatoren für die Gesundheit des Menschen spielen.

So vermeiden Sie Emulgatoren

Emulgatoren sind ausschliesslich in konventionellen Fertigprodukten enthalten.

Wenn Sie also Ihre Salatdressings, Desserts, Dips und Backwaren künftig selbst herstellen oder bei Fertigprodukten auf Bio-Lebensmittel zurückgreifen (gemäss der EG-Öko-Verordnung sind im Bio-Bereich Emulgatoren und viele andere Zusatzstoffe verboten), umgehen Sie automatisch die kritischen Stoffe.

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Anonym schrieb am 04.11.2017

Sehr geehrte Damen und Herren, ich schreibe Ihnen heute, da meine Mutter sehr krank ist und vor 4 Wochen nochmals einen Schlaganfall hatte. Momentan kann Sie Nahrung und Flüssigkeit nur über die PEG Sonde zu sich nehmen. Ein großes Problem ist die Verschleimung. Habe bisher immer gedacht, dass es an den Milchanteilen in der Nahrung liegt, aber nun habe ich ihr gestern wieder milchfreie Sondennahrung gegeben und heute ist sie leider wieder total verschleimt. Ich vermute nun, dass es an den Verdickungsstoffen wie Maltodextrin liegt. Wir sind total verzweifelt, weil es nun einige Zeit so gut war, als ihr die Nahrung selbst zubereitet habe, mit Mandelmilch, frischem Obst, Nussmuss, Leinöl und Walnussöl. Da ich befürchte, dass dies alleine nicht ausreicht und die Sonde sehr schnell stockt, wenn die Nahrung etwas zu dick ist, bin ich nun total verzweifelt,welche Nahrung wir nehmen sollen. Können Sie uns einen Rat geben? Freundliche Grüße

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Eine Verschleimung kann viele Gründe haben. Sie kann generell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit anzeigen - ob gegen Milch oder etwas anderes. Sie kann aber auch die Folge eines Magenproblems oder die Nebenwirkung von Medikamenten sein. Nach einem Schlaganfall jedoch ist eine starke Schleimbildung sehr häufig und geht oft mit den schlaganfallbedingten Schluckstörungen einher. Wir würden daher nicht allein die Zusammensetzung der Nahrung für die Schleimbildung verantwortlich machen, sondern mit Logopäden und Ergotherapeuten sprechen, die mit der Patientin Schluckübungen machen können.

Eine biologische und naturbelassene milch- und auch maltodextrinfreie Sondennahrung gibt es z. B. von "Maltison Sondennahrung". Sie können sich von der dortigen Zusammensetzung auch Anregungen für eine selbstgemachte Sondennahrung holen, wenn Sie eine solche bevorzugen.

Maltodextrin wird herkömmlicher Sondennahrung jedoch nicht als Verdickungsmittel beigefügt, sondern vielmehr als leicht verdauliche Kohlenhydratquelle, die im Allgemeinen auch nicht verschleimend wirkt.

Alles Gute für Sie und Ihre Mutter!

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Quellen