Zentrum der Gesundheit
  • Kaffee
14 September 2022
2 min

Zu viel Kaffee lässt Ihr Gehirn schrumpfen

Trinken Sie besser nicht zu viel Kaffee! Denn ab einer bestimmten Menge lässt das Getränk Ihr Gehirn schrumpfen – so stellten Forscher der University of South Australia fest.

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Je höher der Kaffeekonsum, umso kleiner das Gehirn

Kaffee kann wach machen, kann sich aber bei Vieltrinkern auch negativ auf das Gehirn auswirken. Schon im Februar 2021 erschien eine Schweizer Studie, in der sich zeigte, dass Koffein die grauen Zellen schrumpfen lassen kann. Da die Probanden aber Koffeinkapseln erhalten hatten, liess sich das Ergebnis nicht ohne Weiteres auf Kaffee übertragen.

Kurz darauf aber – im Juli 2021 – wurde die nächste Studie zu diesem Thema veröffentlicht, diesmal hatten Forscher der University of South Australia konkret den Einfluss von Kaffee auf das Gehirn untersucht. Dabei zeigte sich, dass Kaffee ab einer gewissen Dosis das Gehirn schrumpfen lässt. In der bislang grössten Studie zu diesem Thema konnte man anhand von 17.702 Teilnehmern (zwischen 37 und 73 Jahren) folgenden Zusammenhang erkennen: Je höher der Kaffeekonsum ist, umso geringer ist das Gesamtvolumen des Gehirns und umso höher das Risiko für Demenz ( 1 ) ( 2 ).

Viel Kaffee erhöht auch Risiko für Demenz

Teilnehmer, die täglich mehr als 6 Tassen Kaffee tranken, hatten ein um 53 Prozent erhöhtes Demenz-Risiko. 1 Tasse Kaffee fasst zwischen 120 ml und 150 ml. Gerade das verringerte Gehirnvolumen kann zu einem erhöhten Demenz- und Schlaganfallrisiko führen. Für einen gemässigten Konsum von 1 bis 2 Tassen pro Tag gilt dies nicht.

Besser nur wenig Kaffee trinken

Natürlich gibt es auch gegensätzliche Studien. Aus dem Jahr 2010 etwa stammt eine solche, deren Kernaussage lautet: Koffein schützt vor Alzheimer und Demenz ( 3 ). Laut dieser Studie hätten 3 bis 5 Tassen Kaffee pro Tag besagten schützenden Effekt. Allerdings wird auch dort erwähnt, dass die Ergebnisse aus den bisher zu diesem Thema vorliegenden Studien nicht einheitlich seien. Von 5 Studien würden 3 einen vorteilhaften Effekt zeigen, 2 eher nicht.

Vermutlich kommt es sehr auf die Veranlagung des einzelnen Menschen an, so dass Koffein bzw. Kaffee beim einen schützend, beim anderen eher schädlich wirkt. Im Vorfeld weiss man das natürlich nicht, so dass es ideal ist, einen übermässigen Konsum in jedem Fall zu vermeiden, eher wenig Kaffee zu trinken und – neben dem Kaffee – immer auch genügend Wasser zu trinken.

Konsum von Kaffee reduzieren

Weniger Kaffee zu trinken, lohnt sich übrigens gleich mehrfach, denn Koffein kann auch den Gelenken schaden und das Risiko für Arthrose erhöhen. Wenn Sie sich den Kaffee abgewöhnen möchten, lesen Sie im vorigen Link, wie Sie dabei vorgehen können. Vielleicht möchten Sie auch auf Tee umsteigen, denn Grüntee hat deutliche Vorteile gegenüber Kaffee.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

Liebe Leserinnen und Leser,
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Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

Quellen
  1. (1) Kitty Pham, Anwar Mulugeta, Ang Zhou, John T. O’Brien, David J. Llewellyn, Elina Hyppönen. High coffee consumption, brain volume and risk of dementia and stroke. Nutritional Neuroscience, 2021; 1
  2. (2) University of South Australia, Excess coffee: A bitter brew for brain health, ScienceDaily, 22 July 2021,
  3. (3) Eskelinen MH, Kivipelto M. Caffeine as a protective factor in dementia and Alzheimer's disease. J Alzheimers Dis. 2010;20 Suppl 1:S167-74