Zentrum der Gesundheit
  • beschädigte Lunge im Röntgenbild
18 November 2021
3 min

Wissenschaft: E-Zigaretten schaden der Lunge

Die E-Zigarette wird immer beliebter. Doch viele vermeintliche Vorteile treffen bei genauerer Überprüfung dann plötzlich doch nicht mehr zu. So ist die E-Zigarette beispielsweise für die Lungen wider Erwarten kein bisschen gut.

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E-Zigaretten wirken sich negativ auf die Lunge aus

Lange wurde proklamiert, dass E-Zigaretten keine Gefahr für die Lunge darstellen. Ausschlaggebend für diese These war, dass beim Verdampfen des sogenannten Liquids – anders als beim Rauchen – kein Verbrennungsprozess stattfindet.

Mittlerweile mehren sich jedoch die wissenschaftlichen Studien (3), laut denen E-Zigaretten der Lunge mehr Schaden zufügen, als bisher angenommen wurde.

  1. Wir haben hier bereits darüber berichtet: E-Zigaretten führen zu Lungenschäden.

Im August 2019 wurde publik, dass die Gesundheitsbehörden in den USA eine seltsame neue Lungenkrankheit erforschen, die mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in Verbindung steht.

Das Auftreten mysteriöser Lungenerkrankungen wird untersucht

Die Gesundheitsbehörden gehen zurzeit in 14 US-Bundesstaaten 100 Fällen von plötzlich aufgetretenen Lungenerkrankungen auf den Grund. Betroffen sind insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene.

Laut The Washington Post (1) mussten viele von ihnen aufgrund von Symptomen wie Kurzatmigkeit, Atemschwierigkeiten und stechenden Schmerzen in der Brust ins Krankenhaus eingeliefert werden. Andere litten auch an Husten, Erbrechen, Durchfall und Fieber.

Bei einigen Betroffenen war der Verlauf der Beschwerden so schwer, dass sie auf die Intensivstation verlegt und an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden mussten. Ob sich die Patienten wieder vollständig erholen werden, ist nach wie vor unklar.

Wurden die Lungenschäden durch E-Zigaretten verursacht?

Als die Patienten eingeliefert wurden, tippten die Ärzte auf virale Infektionen oder bakterielle Lungenentzündungen. Anfangs wurde noch kein Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen hergestellt. Da sich der Zustand der Betroffenen aber trotz angemessener Behandlung weiter verschlechterte, einige litten sogar unter Atemstillstand, begannen die Alarmglocken zu läuten.

In Folge wurde fieberhaft daran gearbeitet, die Ursache der Lungenerkrankungen zu finden. Die Mediziner liessen verlauten, es sei sehr schwer eine Diagnose zu stellen, da die Symptome auf zahlreiche Krankheiten hindeuten können. Letztendlich wurde festgestellt, dass es sich um akute Lungenverletzungen handelt. (2)

Ausserdem haben die Betroffenen allesamt etwas gemeinsam: Sie gaben an, in den Wochen und Monaten vor ihrem Krankenhausaufenthalt gedampft zu haben. Dies führte die Mediziner zum Übeltäter: die E-Zigarette.

Warum schaden E-Zigaretten der Lunge?

Worauf das Auftreten der Erkrankungen im Detail zurückzuführen ist, muss allerdings noch geklärt werden. Da die Patienten eine Vielzahl von Substanzen wie z. B. Nikotin verdampft haben, ist das Eruieren des Auslösers keine einfache Angelegenheit. Bislang stehen die Geräte selbst, aber auch bestimmte Inhaltsstoffe der Liquids sowie Verunreinigungen im Verdacht.

Schon längst haben Studien (4) gezeigt, dass im Dampf neben Nikotin alle möglichen Stoffe stecken können, die eindeutig gesundheitsschädlich sind und der Lunge schaden können. Dazu zählen u. a. Propylenglykol, Glycerin, Aromen, Giftstoffe, Schwermetalle, Metallnanopartikel und krebserregende Substanzen.

Warum E-Zigaretten keine sichere Alternative sind

Dr. Emily Chapman von der Kinderklinik Children’s Minnesota gab gegenüber The Washington Post an, dass Mediziner schon früher Fälle von Lungenleiden beobachtet haben, die mit E-Zigaretten zusammenhingen. Doch nun wurde erstmals ein klares Muster identifiziert.

Sie gab zu bedenken, dass das Verdampfen von vielen Menschen für sicher gehalten wird, obwohl man eigentlich noch kaum etwas darüber wisse. Denn im Vergleich zum Tabakrauchen fehlen in Bezug auf E-Zigaretten schlichtweg entsprechende Langzeitstudien.

Es steht ausser Diskussion, dass viele Raucher es mithilfe von E-Zigaretten schaffen, vom Tabak abzulassen. Oft wird die E-Zigarette als das kleinere Übel beschrieben. Fraglich ist nur, ob sich dieser Umstieg aus gesundheitlicher Sicht wirklich lohnt, wenn nicht nach der Rauchentwöhnung auch auf die E-Zigarette verzichtet wird.

Denn die E-Zigarette wirkt sich nicht nur auf die Lungen schädlich aus, sondern auch auf das Gehirn, die Mundschleimhaut und das Immunsystem, um nur eine Auswahl zu nennen. Weitere Informationen dazu lesen Sie hier:

  1. E-Zigaretten schaden der Mundschleimhaut
  2. E-Zigaretten schaden dem Gehirn
  3. E-Zigaretten schaden dem Immunsystem

Update 18.11.2021

Inzwischen ergab eine Studie, dass die E-Zigarette nicht einmal bei der Rauchentwöhnung behilflich sein kann. Denn Raucher, die auf das Dampfen umgestiegen sind, werden sogar häufiger rückfällig als Raucher, die komplett aufgehört haben (mit dem Rauchen UND Dampfen).

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

Quellen
  1. (1) Lena H. Sun, Lindsey Bever, Mystery lung illness linked to vaping. Health officials investigating nearly 100 possible cases, The Washington Post, August 2019
  2. (2) Mysteriöse Lungenerkrankung: E-Zigaretten als möglicher Auslöser, Tiroler Tageszeitung, August 2019
  3. (3) Aaron Scott et al, Pro-inflammatory effects of e-cigarette vapour condensate on human alveolar macrophages, Thorax, August 2018
  4. (4) Rachel Grana et al, E-Cigarettes – A Scientific Review, Circulation, Mai 2014