Zentrum der Gesundheit
  • Kann man Vitamin D auf die Haut auftragen?
20 Juni 2022
4 min

Kann man Vitamin D auf die Haut auftragen?

Vitamin D3 kann in Kapsel- oder Tropfenform, aber auch über die Haut aufgenommen werden. Es kann also auch in Form von Ölen oder Cremes in die Haut massiert werden.

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Kann Vitamin D über die Haut aufgenommen werden?

Vitamin D wird häufig als Nahrungsergänzung eingenommen, in Form von Kapseln oder Öl oder wird per Injektion verabreicht. Könnte man Vitamin D3 auch in Form einer Creme auf die Haut auftragen? Kann Vitamin D überhaupt über die Haut aufgenommen werden?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das im Körper zahlreiche Aufgaben hat. Liegt ein Vitamin-D-Mangel vor, kann dieser die Entstehung chronischer Erkrankungen begünstigen – angefangen bei Müdigkeit und Konzentrationsschwäche über Diabetes und Bluthochdruck bis hin zu Autoimmunerkrankungen, Krebs und Osteoporose.

Oft wird Vitamin D nicht gut vertragen

Bekannt ist, dass Vitamin D im Körper (in der Haut) selbst hergestellt werden kann – jedoch nur, wenn man sich oft, ausreichend lange sowie nur leicht bekleidet und kurzfristig auch ohne Sonnenschutzmittel in der Sonne aufhält.

Da Vitamin D ferner nur in wenigen Lebensmitteln in relevanten Mengen enthalten ist (Fettfische, Innereien), fällt die Ernährung als Vitamin-D-Quelle bei den meisten Menschen weg. Folglich ist ein Vitamin-D-Mangel weit verbreitet.

Da sich die genannten Zusammenhänge in den letzten Jahren längst herumgesprochen haben, nehmen sehr viele Menschen Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungen ein. Wer jedoch bereits an chronischen Erkrankungen leidet, Medikamente einnehmen muss oder an Verdauungsstörungen leidet, kann oftmals das Vitamin D schlecht aufnehmen und schafft es daher trotz Nahrungsergänzung oft nicht, seinen Vitamin-D-Spiegel auf Vordermann zu bringen.

Andere Menschen vertragen Vitamin-D-Präparate nicht so gut und leiden nach der Einnahme entsprechender Kapseln oder Tropfen an Übelkeit oder anderen Magen-Darm-Problemen. In diesen Fällen wäre es gut, wenn es zur Optimierung des Vitamin-D-Spiegels noch andere Möglichkeiten gäbe, etwa das Auftragen eines Vitamin-D-haltigen Öls oder einer Vitamin-D-haltigen Creme auf die Haut.

Vitamin D als Creme zum Auftragen auf die Haut

Um herauszufinden, ob Vitamin D über die Haut aufgenommen werden kann, führten Forscher im Jahr 2014 eine Studie mit 48 Teilnehmern durch, die alle einen Vitamin-D-Mangel hatten. Bewerber mit normalen Vitamin-D-Werten (mehr als 30 ng/ml) durften nicht teilnehmen.

Die Hälfte der Teilnehmer sollte nun drei Monate lang täglich ein Gramm einer Vitamin-D3-Creme auf Aloe-Vera-Basis auftragen, die andere Hälfte eine Vitamin-D3-freie Creme. Die Vitamin-D3-Creme enthielt pro Gramm 5.000 IE Vitamin D3.

Vitamin-D3-Spiegel steigt auf das Dreifache

Der durchschnittliche Vitamin-D-Spiegel lag vor der Anwendung der Vitamin-D3-Creme bei 12,05 ng/ml, drei Monate später lag er bei durchschnittlich 37,95 ng/ml. In der Kontrollgruppe, die nur das Aloe Vera Gel aufgetragen hatte, war der sowieso schon niedrige Ausgangswert noch etwas weiter gesunken.

Vitamin D3 kann laut dieser Studie also sehr gut über die Haut aufgenommen werden und hat auch keinerlei Nebenwirkungen gezeigt, kann daher als sicher bezeichnet werden.

An einer noch aktuelleren Studie (von 2018) nahmen gar 550 Personen teil. Sie alle hatten einen Vitamin-D-Mangel, waren jedoch noch frei von Stoffwechselerkrankungen. 350 sollten nun über einen Zeitraum von vier Monaten täglich 1 g einer Vitamin-D3-Creme (5.000 IE Vitamin D3 pro Gramm) auf die Haut auftragen, die übrigen 200 erhielten eine Placebocreme.

In dieser Untersuchung stieg der Vitamin-D-Spiegel der Vitamin-D3-Creme-Anwender um mehr als das Dreifache von zuvor 11,03 ng/ml auf 37,17 ng/ml. Die Kontrollgruppe hatte zuvor einen Wert von 10,36, nach vier Monaten einen Wert von 10,51 ng/ml.

Vitamin D3 erhöht Feuchtigkeitsgehalt trockener Haut

Gleichzeitig sorgt – laut einer Studie aus dem Jahr 2012 – das Auftragen von Vitamin D3 auf die Haut für einen höheren Feuchtigkeitsgehalt derselben. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da die Haut eines Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel häufig sehr trocken ist.

Welche Vitamin-D3-Creme kann verwendet werden?

In den USA sind bereits deutlich mehr transdermale Vitamin-D3-Präparate auf dem Markt, also Präparate, die auf die Haut aufgetragen werden. Auch Pflaster gibt es, die hinter das Ohr geklebt werden können und pro Pflaster nicht nur mit Vitamin D3 versorgen sollen, sondern auch noch mit Vitamin K2 und Magnesium (in Form von Magnesiumchlorid, z. B. Vitamin D3 Patch transdermal).

In Europa werden die meisten Vitamin-D-Cremes zur Behandlung von Psoriasis (Schuppenflechte) und Ekzemen (z. B. Neurodermitis) vertrieben, da sich gezeigt hat, dass das Auftragen von Vitamin-D-haltiger Creme die genannten Hauterkrankungen äusserst positiv beeinflussen kann.

Zwar stellt die Haut eine meist sichere Barriere gegen Substanzen von aussen dar, handelt es sich jedoch um fettlösliche Stoffe – wie das Vitamin D3 – dann können diese relativ gut in die Haut eindringen und die darunterliegenden Blutgefässe erreichen.

Die Aufnahme von Vitamin D3 über die Haut verstärken

Allerdings seien sog. Enhancer als Zusätze in der Creme sinnvoll – so die Forscher obiger Studie. Die Enhancer erleichtern das Eindringen des Vitamin D in die Haut. Zu den Enhancern zählen ätherische Öle, Alkohol und auch Glycerin. Doch selbst wenn die Haut zuvor einfach nur gebadet wurde, kann sie hiernach besser die aufgetragenen Stoffe aufnehmen, z. B. in Form eines Vitamin-D3-Öls.

Hier kann man problemlos z. B. Vitamin-D3-Tropfen wählen, die eigentlich zum Einnehmen gedacht sind. Die *Vitamin-D3-Tropfen von effective nature beispielsweise enthalten neben Vitamin D3 nur noch MCT-Öl. Dabei handelt es sich um ein Öl, das vollkommen reizfrei ist, sehr gut in die Haut einzieht und somit auch das Eindringen von Vitamin D in die Haut fördern kann. Pro Tropfen enthält es 1000 IE Vitamin D3. Wenn Sie so wie in oben vorgestellter Studie vorgehen möchten, dann könnten Sie 5 Tropfen täglich in die Haut des Unterarms einreiben (z. B. nach der Dusche).

Optimal wäre es natürlich, wenn Sie zunächst Ihren aktuellen Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen. Denn wenn Sie keinen Mangel haben, müssen Sie natürlich auch kein Vitamin D einsetzen. Sollte sich ein zu niedriger Wert ergeben (unter 35 - 40 ng/ml), wäre es empfehlenswert, nach etwa drei Monaten der Vitamin-D-Anwendung den Vitamin-D-Spiegel erneut überprüfen zu lassen, ob die transdermale Anwendung bei Ihnen auch zum erwünschten Erfolg führte.

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Quellen
  • Sadat-Ali M et al., Topical Delivery of Vitamin D3: A Randomized Controlled Pilot Study, Int J Biomed Sci. 2014 Mar; 10(1): 2124
  • Dalal A.Bubshait, Dakheel A. Al-Dakheel, Fawaz M.Alanii, Topical vitamin D3: A randomized controlled trial (RCT), Clinical Nutrition ESPEN, Volume 27, October 2018, Pages 16-19
  • Russell M, Assessing the Relationship between Vitamin D3 and Stratum Corneum Hydration for the Treatment of Xerotic Skin, Nutrients. 2012 Sep; 4(9): 12131218