Zentrum der Gesundheit
Vitamin D in der Therapie und Prävention von Diabetes

Vitamin D in der Therapie und Prävention von Diabetes

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(Zentrum der Gesundheit) – Wer es schafft, sein Übergewicht abzubauen, reduziert sein Diabetesrisiko, das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass das Diabetesrisiko deutlich stärker gesenkt werden kann – und zwar unabhängig vom Gewicht – wenn man schon allein auf einen gesunden Vitamin-D-Spiegel achtet. Eine Studie aus 2017 konnte ausserdem bestätigen, dass die Gabe von Vitamin D bei bereits bestehendem Diabetes die Krankheit auch bessern kann. Kümmern Sie sich daher um Ihren Vitamin-D-Spiegel!

Diabetes durch Vitamin-D-Mangel

Ein Vitamin-D-Mangel spielt eine deutlich grössere Rolle bei der Entstehung von Diabetes Typ 2 und dessen Vorstufen als ursprünglich gedacht. Eigentlich war man immer der Meinung, dass Übergewicht ein enormer Risikofaktor für Diabetes darstelle. Dann aber zeigte sich, dass Übergewicht zwar immer noch ein wichtiger Risikofaktor für die Stoffwechselerkrankung ist, es aber noch weitere Faktoren gibt, die mindestens genauso gut einen Diabetes fördern können.

Vitamin-D-Mangel ist einer dieser Risikofaktoren. Er wirkt sich auf die Diabetesgefahr sogar noch stärker aus als Übergewicht. Ja, Sie können übergewichtig sein, aber dennoch nicht in Gefahr schweben, Diabetes zu entwickeln, einfach weil Ihr Vitamin-D-Spiegel im gesunden Bereich liegt – wie im Februar 2015 eine Studie der spanischen Universidad de Málaga zeigt. Das Team um Dr. Mercedes Clemente-Postigo bestimmte den Vitamin-D-Spiegel von 148 Testpersonen.

Vitamin D wichtiger als Abnehmen

Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass Vitamin D offenbar trotz Übergewichts vor Diabetes schützen kann, während schlanke Personen trotz ihres Normalgewichts Diabetes entwickeln können, wenn sie einen Vitamin-D-Mangel haben.

Übergewichtige Studienteilnehmer hatten in der spanischen Untersuchung nämlich dann einen normalen Blutzuckerspiegel, wenn ihr Vitamin-D-Spiegel in Ordnung war. Diabetiker hingegen litten eher an einem Vitamin-D-Mangel – auch wenn sie rank und schlank waren. Es scheint also hinsichtlich des Diabetes-Risikos deutlich wichtiger zu sein, seinen Vitamin-D-Spiegel auf Vordermann zu bringen, als das Gewicht zu reduzieren.

Vitamin D wirksam bei täglicher Einnahme

Wenn nun bei Diabetikern häufiger ein Vitamin-D-Mangel vorliegt als bei Gesunden, dann bedeutet das natürlich noch lange nicht, dass die Einnahme von Vitamin D einen bestehenden Diabetes auch bessern könnte.

Im Fachjournal Diabetes, Obesity and Metabolism schrieben Forscher im November 2016, dass in ihrer Studie die wöchentliche Gabe von 28.000 IE Vitamin D (über ein halbes Jahr hinweg) keine Auswirkungen auf die entsprechenden Marker (orale Glucosetoleranz etc.) einer Diabetes-Risikogruppe hatte, was erstaunte, da die 71 Personen vor Studienbeginn auch tatsächlich einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel zeigten, man also eine Reaktion auf die Verbesserung des Vitamin-D-Spiegels erwartet hätte.

Vitamin-D-Einnahme bessert Blutzuckerwerte

Allerdings ist davon auszugehen, dass es möglicherweise die Anwendungs- und Dosierform war, die zum fehlenden Erfolg beigetragen haben könnte. Denn wenn die Teilnehmer das Vitamin täglich in Dosen von 4.000 IE nehmen, war in mehreren Studien sehr wohl eine deutliche Wirkung zu erkennen.

So las man beispielsweise im Jahr 2010 von einer arabischen kontrollierten Studie mit 80 Typ-1-Diabetikern, die vor Studienbeginn an einem Vitamin-D-Mangel gelitten hatten. Nach 12 Wochen mit täglich 4.000 IE Vitamin D und 1.200 mg Calcium verbesserten sich nicht nur die Vitamin-D-Werte, sondern auch die Blutzuckerwerte. Es verhielt sich dabei folgendermassen: Je höher die Vitamin-D-Werte stiegen, umso besser entwickelten sich auch die Blutzuckerwerte (HbA1c).

Vitamin D wirkt am besten, wenn zuvor ein Mangel bestanden hat

Im August und September 2017 erschienen zu dieser Thematik gleich zwei Reviews. In der einen Übersichtsarbeit, die im Magazin Metabolism veröffentlicht wurde, hatten die entsprechenden Forscher 24 Studien untersucht. In allen ging es um die Zusammenhänge zwischen Vitamin D und Diabetes Typ 2. Es zeigte sich auch hier, dass die Einnahme von Vitamin D zu sinkenden HbA1-Werten (Langzeitzucker-Werten) führte. Sie führte ausserdem zu einer Verbesserung der Nüchternblutzuckerwerte – jedoch nur dann, wenn zuvor auch ein Vitamin-D-Mangel bestanden hatte.

Der zweite Review erschien im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism. Auch die hier involvierten Forscher erklärten, dass die Einnahme von mindestens 4.000 IE Vitamin D pro Tag ganz signifikant den Nüchternblutzucker, den HbA1c-Wert und die Insulinsensitivität bei Typ-2-Diabetikern verbessere.

Bei Diabetes: Vitamin-D-Werte bestimmen und Vitamin-D-Spiegel optimieren

Bestimmen Sie daher zunächst Ihren Vitamin-D-Spiegel. Dies muss nicht mehr beim Arzt geschehen. Sie können dazu auch Ihren Heilpraktiker aufsuchen oder sich zu Hause in aller Ruhe selbst Blut nehmen (am Finger) und den Vitamin-D-Gehalt Ihres Blutes von einem Labor messen lassen. Das passende Vitamin-D-Test-Set können Sie für unter 30 Euro online bestellen. Innerhalb weniger Werktage erhalten Sie das Ergebnis inklusive Auswertung entweder per Post direkt vom Labor oder aber Sie rufen es online ab.

Anhand des Ergebnisses können Sie nun in unseren Vitamin-D-Tabellen ablesen, wie viel Vitamin D Sie einnehmen müssen, um bei sich einen gesunden Vitamin-D-Spiegel zu erreichen. Eine andere Vorgehensweise zur Optimierung des Vitamin-D-Spiegels haben wir hier beschrieben: Vitamin D – Die richtige Einnahme, wo Sie viele weitere Tipps zur richtigen Einnahme des wichtigen Vitamins finden, z. B. ob zeitgleich Vitamin K eingenommen werden muss, wie viel Magnesium nötig ist und ob man unbedingt Calcium einnehmen muss, wenn man Vitamin D supplementiert.

Neben Vitamin-D-Kapseln, die häufig sehr gering dosiert sind, gibt es mittlerweile auch Tropfen, mit denen man sehr leicht auch höhere Vitamin-D-Dosen einnehmen kann. Will man beispielsweise 4.000 IE nehmen, braucht es dazu 4 Kapseln à 1.000 IE. Wählt man Tropfen, dann genügen bereits 4 Tropfen pro Tag, um diese Dosis aufzunehmen.

Die Supplementierung von Vitamin D hilft übrigens auch bei der Therapie von Schwangerschaftsdiabetes: Vitamin D bei Schwangerschaftsdiabetes

Quellen:

  • Dr. Mercedes Clemente-Postigo et al., Serum 25-Hydroxyvitamin D and Adipose Tissue Vitamin D Receptor Gene Expression: Relationship With Obesity and Type 2 Diabetes, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Februar 2015, (25-Hydroxyvitamin D im Blut und Vitamin D-Rezeptorgenaktivität im Fettgewebe: Zusammenhang mit Übergewicht und Diabetes Typ 2) (Studie als PDF)
  • Tracy S. Moreira-Lucas, Thomas M. S. Wolever et al., Effect of vitamin D supplementation on oral glucose tolerance in individuals with low vitamin D status and increased risk for developing type 2 diabetes (EVIDENCE): A double-blind, randomized, placebo-controlled clinical trial, 9. November 2016, Diabetes, Obesity and Metabolism, (Studie als PDF)
  • Mirhosseini N et al., The Effect of Improved Serum 25-Hydroxyvitamin D Status on Glycemic Control in Diabetic Patients: A Meta-Analysis, September 2017, J Clin Endocrinol Metab, (Studie als PDF)
  • Wu C et al., Vitamin D supplementation and glycemic control in type 2 diabetes patients: A systematic review and meta-analysis, August 2017, Metabolism, (Studie als PDF)
  • Khalid S Aljabri et al., Glycemic changes after vitamin D supplementation in patients with type 1 diabetes mellitus and vitamin D deficiency, Ann Saudi Med, November 2010, (Studie als PDF)

Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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