Erythrit, die Zuckeralternative

Längst ist bekannt, dass Zucker bei übermässigem und regelmässigem Konsum krank macht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in ihrer neuen Ernährungsrichtlinie nicht grundlos, pro Tag insgesamt nicht mehr als 6 Teelöffel Zucker – darunter Mono- und Disaccharide wie Glukose, Fruktose und Saccharose (Haushaltszucker) – aufzunehmen (6), was aus unserer Sicht immer noch viel zu viel ist.

In Anbetracht dessen halten immer mehr Verbraucher, aber auch Forscher, nach Zuckeralternativen Ausschau. Ein vielversprechender Kandidat heisst Erythrit (oder Erythritol). Doch wie gesund ist dieser Zuckerersatz?

* Natürliche und gesunde Zuckeralternativen finden Sie hier unter diesem Link.

Was Erythrit ist

Entdeckt wurde Erythrit vom schottischen Chemiker John Stenhouse, der den Stoff um 1848 erstmals isoliert hat. Chemisch betrachtet zählt Erythrit gleich wie etwa Xylit(ol) und Mannit(ol) zu den Zuckeralkoholen. Es handelt sich hierbei um Verbindungen, die süss schmecken. Man zählt sie zur Gruppe der Zuckeraustauschstoffe, also nicht zu den Süssstoffen (wozu Aspartam, Saccharin, Stevia etc. gehören).

Zuckeralkohole kommen in bestimmten Lebensmitteln auch natürlich vor. Jene Zuckeralkohole, die man kaufen kann (Erythrit und Xylit), werden hingegen durch Fermentation – etwa von Glukose – gewonnen.

Die Süsskraft von Erythrit und anderen Süssungsmitteln

Erythrit hat eine Süsskraft von 0,75, also eine Süsskraft, die um etwa ein Viertel geringer ist als jene von Zucker (Saccharose = Haushaltszucker). Die Süsskraft von Zucker beträgt 1 und stellt den Referenzwert dar. In nachfolgender Tabelle finden Sie verschiedene Süssungsmittel und ihre Süsskraft im Vergleich zu Zucker.

ZuckerartSüssungsmittelgruppeSüsskraft in Bezug auf ZuckerEnergiegehalt in kcal pro 1 g
Zucker (Haushaltszucker)
1.0 (Referenzwert)4.0 kcal
ErythritZuckeraustauschstoff0.750.2 kcal
XylitZuckeraustauschstoff1.02.4 kcal
AspartamSüssstoff2004.0 kcal
SaccharinSüssstoff300 bis 5000 kcal
Acesulfam KSüssstoff2000 kcal
Stevia (Steviosid)Süssstoff200 bis 3000.2 kcal
FructoseZuckeraustauschstoff1.0 bis 1.84.0 kcal

Die Kalorien von Erythrit

Erythrit hat 0,2 kcal pro Gramm und somit deutlich weniger als Haushaltszucker (4 kcal pro Gramm). Xylit hingegen liegt mit 2,4 kcal zwischen Zucker und Erythrit – siehe Tabelle oben.

So schmeckt Erythrit

Der süsse Geschmack von Zuckeralkoholen wird generell als natürlich und zuckerähnlich wahrgenommen. Störende Fremdgeschmäcker sind nicht vorhanden, sodass Erythrit eine optimale Alternative zu Süssstoffen darstellt. Überdies ist der Zuckeralkohol sogar in der Lage, den bitteren Nachgeschmack von Süssstoffen wie etwa von Stevia zu überdecken.

Hierbei pauschal ein ideales Mischungsverhältnis anzugeben, ist schwierig, auch da die Süsskraft von Erythrit je nach Produkt sehr variieren kann. Es gibt jedoch Erythrit-Stevia-Mischungen zu kaufen, die eine ideale Zusammensetzung aufweisen, sodass ein einwandfreies Geschmackserlebnis erreicht wird.

* Eine Erythrit-Stevia-Mischung finden Sie hier unter diesem Link.

Erythrit als Alternative für Zucker und Süssstoffe

Um 1900 wurden weltweit rund 11 Millionen Tonnen Haushaltszucker produziert – heute sind es etwa 180.000 Millionen Tonnen. Diese Zahlen verdeutlichen klar, wie immens der Zuckerkonsum in einem Zeitraum von ungefähr 100 Jahren gestiegen ist. Ob Zahnkaries, Übergewicht, Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Lang ist die Liste der Leiden, die durch Industriezucker begünstigt werden (5). Detaillierte Infos dazu finden Sie hier: Zucker – Die Auswirkungen auf den Körper.

Süssstoffe schaden den Zähnen in der Regel nicht – oder zumindest deutlich weniger als Zucker. Denn sie werden von der Mundflora nicht verstoffwechselt und bieten den Karies verursachenden Bakterien keine Nahrung. Jedoch stehen Süssstoffe u. a. bereits im Verdacht, krebserregend zu sein (9), Migräne auszulösen (8) und der Darmflora (10) zu schaden.

Auch zeigen immer mehr Studien, dass Süssstoffe für Diabetiker keineswegs so gut sind, wie bis vor kurzem angenommen wurde. Mehr dazu erfahren Sie unter folgendem Link: Süssstoffe fördern Diabetes. Wissenschaftlern zufolge könnten Zuckeralkohole wie Erythrit deshalb aus gesundheitlicher Sicht vorteilhafter sein als viele Süssstoffe und Zucker.

Zu bedenken ist allerdings, dass diesbezüglich vordergründig synthetisch hergestellte Süssstoffe wie Aspartam negativ aufgefallen sind, während natürlichen Süssstoffen wie Stevia sogar eine antidiabetische Wirkung und ein Potenzial bei der Behandlung von Diabetes Typ 2 bescheinigt wurde (24).

Warum Erythrit für Diabetiker besser ist als Süssstoffe

Nach wie vor rät man Menschen mit Diabetes mellitus zu synthetischen Süssstoffen (aufgrund ihres niedrigen Energiegehalts). Doch hat eine Studie im Jahr 2020 ergeben, dass auch Süssstoffe zur Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse führen, da sie – aufgrund ihres süssen Geschmacks – vom Organismus mit Glukose verwechselt werden In Folge trägt dies zu einer Insulinresistenz sowie zu einem erhöhten Insulinspiegel im Blut bei (7).

Anders als andere Zuckeralkohole erregt Erythrit erst seit Beginn der 1990er Jahre die Aufmerksamkeit der Forscher – zunächst in puncto Zahngesundheit. Seit aber bekannt wurde, dass Süssstoffe in Bezug auf Diabetiker nicht halten, was versprochen wurde, steht Erythrit auch diesbezüglich im Fokus. (16)

Laut einer im Jahr 2018 veröffentlichten Studie (4) dient der Stoff nicht nur als guter Zuckerersatz, sondern könnte sogar ein nützliches Mittel bei der Behandlung von Diabetes sein, um eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels nach dem Essen zu regulieren. Ausserdem hat Erythrit eine antioxidative Wirkung und kann die Funktion des Endothels (innerste Wandschicht von Lymph- und Blutgefässen) bei Menschen mit Diabetes Typ 2 verbessern. (2)

Warum Erythrit bei Übergewicht Süssstoffen vorzuziehen ist

Synthetische Süssstoffe gelten als Zuckerersatz noch immer als probates Mittel gegen Übergewicht. Unter anderem haben auch Forscher vom University of Texas Southwestern Medical Center im Jahr 2017 diesbezüglich eine paradoxe Entdeckung gemacht:

Denn die Zufuhr von Süssstoffen ging tatsächlich mit einem gesteigerten Kalorienverbrauch und einer erhöhten Gewichtszunahme einher. Ist es da nicht fahrlässig, wenn Süssstoffe gerade Übergewichtigen und Menschen mit Diabetes ans Herz gelegt werden, zumal Übergewicht zu den Hauptursachen dieser Erkrankung zählt? (11)

Forscher vom University Hospital Basel haben bereits im Jahr 2016 untersucht, ob die beiden Zuckeralkohole Erythrit und Xylit im Vergleich zu synthetischen Süssstoffen Vorteile aufweisen. So wurde 10 mageren und 10 fettleibigen Probanden entweder 75 Gramm Glukose oder 50 Gramm Xylit oder 75 Gramm Erythrit in 300 Milliliter Wasser oder ein Placebo (Wasser) über eine Magensonde verabreicht.

Daraufhin stellten die Wissenschaftler fest, dass durch Erythrit und Xylit zwei Peptidhormone (Cholecystokinin und Glucagon-like Peptid 1) anstiegen, welche u. a. für die Auslösung des Sättigungsgefühls, die Verzögerung der Magenentleerung und die Hemmung des Hungers verantwortlich sind. In einem Punkt hatte Erythrit im Gegensatz zu Xylit die Nase vorn: Es beeinflusste die Insulinfreisetzung überhaupt nicht (12).

Nach der Aufnahme von Haushaltszucker steigt der Spiegel der Peptidhormone im Übrigen nur geringfügig an und flacht sogleich wieder ab, sodass es zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels kommt und das Sättigungsgefühl auf die Schnelle wieder nachlässt.

* Erythrit finden Sie hier unter diesem Link.

Erythrit fördert die Gesundheit der Zähne

Alle zuckerhaltigen und die meisten stärkehaltigen Nahrungsmittel fördern die Entstehung von Karies extrem. Denn der Zahnbelag (Plaque) enthält Keime, die sich davon ernähren. Dabei wird der Zucker zu Säuren abgebaut, welche die Zahnoberfläche angreifen und Löcher – also Karies – verursachen.

Im Gegensatz zum Zucker schaden Süssstoffe den Zähnen nicht, da sie von der Mundflora nicht verstoffwechselt werden und somit den Karies verursachenden Bakterien keine Nahrung bieten. In der Kariesprophylaxe sind Süssstoffe jedoch nur von geringer Bedeutung.

Bestimmte Zuckeralkohole sind hingegen sogar in der Lage, der Entstehung von Karies entgegenzuwirken. Diverse In-vitro- sowie Humanstudien (2) zur Mundgesundheit ergaben, dass Erythrit:

  • den Zahnbelag reduziert
  • Zahnbelagsäuren neutralisiert
  • die Anzahl von Streptococcus mutans – dem wichtigsten Verursacher von Karies – und weiteren daran beteiligten Bakterien im Speichel und auf den Zahnoberflächen verringert
  • das Auftreten von Karies senkt
  • beim Air-Polishing (Bestandteil der Professionellen Zahnreinigung) den Biofilm nicht nur mechanisch entfernt, sondern ihn auch chemisch reduziert

Ausserdem konnten niederländische Forscher nachweisen, dass Erythrit aufgrund des positiven Effekts auf die Mundflora zum Schutz vor Zahnfleischentzündungen und Parodontitis beitragen kann. (23)

Erythrit vs. Xylit vs. Sorbit in der Kariesprävention

Die Karies reduzierenden Eigenschaften von Xylit wurden bereits Anfang der 1970er Jahre entdeckt, wir haben darüber bereits berichtet: Xylitol – Birkenzucker als Zuckerersatzstoff. Erythrit wird diesbezüglich hingegen erst seit den 1990ern erforscht. Seitdem sind viele Forscher bemüht herauszufinden, welcher der Zuckeralkohole am effektivsten ist.

Bei einer im Jahr 2005 an der University of Turku durchgeführten finnischen Studie (17) verwendeten 136 Jugendliche für 6 Monate 7 Gramm Erythrit oder Xylit oder Sorbit in Form von Kautabletten, ergänzt durch die zweimal tägliche Verwendung einer Zahnpaste mit dem jeweiligen Zuckeralkohol – 30 bis 36 der Probanden bekamen pro Gruppe ein entsprechendes Placebo. Erythrit zeigte in puncto Kariesprävention die beste Wirkung.

Im Rahmen eines Reviews (3) verglichen belgische Forscher im Jahr 2016 erneut die Wirksamkeit von Erythrit mit Xylit und Sorbit, wobei Erythrit in Bezug auf das Kariesrisiko wieder am besten abschnitt.

* Xylit finden Sie hier unter diesem Link.

Wo Erythrit natürlich enthalten ist

Erythrit ist ein natürlicher Stoff, der in einigen Obstsorten (z. B. in Erdbeeren, Birnen, Wassermelonen und Weintrauben), in Pilzen, in fermentierten Lebensmitteln (z. B. Sojasosse, Reiswein und Bier), in Pistazien sowie in Käse – allerdings nur in sehr geringen Mengen – vorkommt.

Erythrit ist auch ein körpereigener Stoff

Ein internationales Forschungsteam im Jahr 2017 herausgefunden, dass Erythrit nicht einfach ein Stoff ist, der aufgenommen und wieder ausgeschieden wird.

Die Wissenschaftler gaben an, dass Erythrit – im Gegensatz zu den bisherigen Annahmen – Bestandteil des Stoffwechsels ist und sogar vom Körper selbst hergestellt wird. Die genauen Stoffwechselwege sind jedoch noch nicht geklärt. (18)

Zu Xylit hingegen ist bereits bekannt, dass im menschlichen Körper – genauer gesagt in der Leber – 5 bis 15 Gramm des Zuckeralkohols pro Tag als Zwischenprodukt während des Abbaus von Kohlenhydraten hergestellt werden.

Die Herstellung von Erythrit

Nun könnte man denken, dass Erythrit aus den oben genannten Lebensmitteln extrahiert wird, doch dem ist nicht so. Denn es wären Massen dieser Lebensmittel vonnöten, um die benötigten Mengen Erythrit herstellen zu können. Darum bedient sich die Lebensmittelindustrie unterschiedlichster Verfahren, in der Regel wird auf die Fermentation gesetzt.

Erythrit kann in einem komplexen Prozess der Hydrierung von Dialdehydstärke oder Weinsäure hergestellt werden. Hierbei handelt es sich allerdings um sehr aufwändige und kostspielige Verfahren, was sich auch im Preis widerspiegelt.

Meist kommen deshalb zuckerliebende Pilze (v. a. Hefen) zum Einsatz, die für eine mikrobielle Umwandlung von Kohlenhydraten sorgen. So wird etwa Glukose, die aus Mais oder Weizen gewonnen wird, mit Hilfe von Hefe vergärt. Anschliessend wird das fermentierte Gemisch starker Hitze ausgesetzt, wobei unerwünschte Stoffe wie Ethanol abgespalten und Erythrit extrahiert wird.

Gentechnik ist bei der Produktion von Erythrit nicht ausgeschlossen

Problematisch ist, dass bei der Herstellung von Erythrit auch gentechnisch veränderter Mais verwendet werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Rohstoffe aus Nord- oder Südamerika importiert wurden. Dazu kommt, dass Enzyme zum Einsatz kommen können, die aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen werden.

Werden Zutaten auf der Basis von Stärke unmittelbar aus gentechnisch veränderten Pflanzen wie etwa Mais gewonnen, ist dies kennzeichnungspflichtig. Finden aber gentechnisch veränderte Mikroorganismen Verwendung, muss dies dem Verbraucher gar nicht erst mitgeteilt werden. (14)

Was Sie beim Einkauf von Erythrit beachten sollten

Sie können Erythrit beispielsweise in Apotheken, Reformhäusern sowie in gut sortierten Bio-Geschäften und Online-Shops kaufen. Da, wie gesagt, nicht jede Art der Herstellung als positiv zu bewerten ist, sollten Sie Wert auf eine hohe Qualität legen. Kaufen Sie am besten nur Erythrit mit Bio-Siegel. (15)

Denn laut EU-Öko-Verordnung dürfen gentechnisch veränderte Organismen sowie aus oder durch gentechnisch veränderten Organismen hergestellte Zutaten nicht in der biologischen Produktion verwendet werden. (25)

Erythrit hat durchaus seinen Preis. Während ein Kilogramm Haushaltszucker schon für wenige Cent zu haben ist, kostet 1 Kilogramm Erythrit um die 10 Euro. Wenn man aber bedenkt, dass es sich um eine gesunde Zuckeralternative handelt und man im Rahmen einer gesunden Ernährung sowieso viel weniger Süssungsmittel benötigt, relativiert sich der Preis wieder.

Erythrit als Lebensmittelzusatzstoff

Erythrit findet seit den 1990er Jahren Anwendung als Süssungsmittel. In den USA fand die Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff im Jahr 2001 statt. In Europa stufte der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss den Stoff im Jahr 2003 aufgrund von diversen Tier- und Humanstudien als sicher ein. Die Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff erfolgte im Jahr 2006. (1)

In der Lebensmittelindustrie kommt Erythrit zudem als Geschmacksverstärker und Trägerstoff in einer Vielzahl von Produkten zum Einsatz. Dazu zählen etwa Süsswaren, Milcherzeugnisse und Fruchtzubereitungen. Ausgeschlossen ist dieser Zuckeralkohol bei der Herstellung von Fruchtsäften. (19)

Ob Erythrit in Nahrungsmitteln enthalten ist, erkennen Sie an der E-Nummer E 968. Mengenbeschränkungen gibt es keine, doch es darf nur so viel eingesetzt werden, wie für die gewünschte Wirkung unbedingt notwendig ist. (Siehe unter „Hat Erythrit Nebenwirkungen?“)

Warum sich Erythrit bestens als Tafelsüsse eignet

Zuckeralkohole haben die Charakteristik, dass beim Verzehr im Mund ein kühlender Effekt entsteht. Dies kann bei manchen Getränken, Lebensmitteln bzw. Gerichten durchaus erwünscht sein, muss es aber nicht. Xylit ist aus diesem Grund für die Herstellung von Tafelsüssen nicht geeignet und kommt deshalb insbesondere bei Kaugummis sowie anderen Lebensmitteln mit Mentholgeschmack zum Einsatz.

Erythrit bietet hierbei den grossen Vorteil, dass diese kühlende Eigenschaft viel geringer ausgeprägt ist als bei anderen Zuckeralkoholen.

Wie Erythrit beim Einsatz in der Küche dosiert wird

Sie können Erythrit prima sowohl zum Süssen von Getränken als auch bei der Herstellung von Desserts verwenden. Denn das Süssungsmittel verhält sich z. B. in Kuchenteigen genauso wie Zucker. Dabei ist es allerdings wichtig zu wissen, dass der Zuckeraustauschstoff im Vergleich zum Haushaltszucker eine Süsskraft zwischen 50 und 70 Prozent besitzt.

Dementsprechend müssen Sie zunächst testen, wie es mit der Süsskraft des von Ihnen gekauften Produktes bestellt ist, bespielsweise indem Sie damit Ihren Tee süssen. Anschliessend wissen Sie, welche Menge Sie benötigen, um ein Rezept zu realisieren. Als Richtwert gilt: Beinhaltet ein Rezept z. B. 100 Gramm Zucker, benötigen Sie ungefähr zwischen 142 und 200 Gramm Erythrit, um den Zucker zu ersetzen.

Wenn Erythrit nun mehr als 30 Prozent eines Rezeptes ausmacht, wie das etwa bei Marmeladen und Sirups der Fall sein kann, bilden sich beim Erkalten aufgrund der schlechten Löslichkeit Kristalle. Diese sind zwar in Hinblick auf die Gesundheit unbedenklich, aber es ist es nicht angenehm, darauf zu beissen. Sie können dies verhindern, indem Sie die Erythrit-Menge auf 25 Prozent der Gesamtmasse reduzieren und ein klein wenig Stevia hinzugegen. Denn auf diese Weise wird die Süsskraft erhöht und die Kristallbildung verhindert.

Hat Erythrit Nebenwirkungen?

Erythrit ist nicht nur kalorienfrei, sondern hat auch eine hohe Magen-Darm-Toleranz. Nichtsdestotrotz kann es bei einem übermässigen Konsum zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen. Die Symptome sind vergleichbar mit denen von Ballaststoffen. Aus diesem Grunde müssen Lebensmittel, die mehr als 10 Prozent Erythrit enthalten, mit dem Warnhinweis "Kann bei übermässigem Verzehr abführend wirken" versehen werden.

Laut Untersuchungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit verursacht Erythrit in alkoholfreien Getränken und Nahrungsmitteln bei einem Höchstgehalt von 1,6 Prozent keinerlei Nebenwirkungen. Anders ausgedrückt können pro Kilogramm Körpergewicht in der Regel mindestens 0,7 Gramm Erythrit pro Tag problemlos aufgenommen werden. Für Kinder wird eine Menge von 0,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. (20)

Wie viel Erythrit am Ende vertragen wird, ist allerdings eine individuelle Angelegenheit. Denn die Symptome sind abhängig von der Empfindlichkeit einer Person und anderen gleichzeitig verzehrten Lebensmitteln. Häufig sind Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen betroffen. Neigen Sie aber zu Verstopfung, kann der leicht abführende Effekt von Erythrit sogar von Vorteil sein. Am besten ist es, wenn Sie austesten, wo bei Ihnen die "Schmerzgrenze" liegt.

Erythrit verursacht seltener Magen-Darm-Beschwerden als andere Zuckeralkohole

Im Vergleich zu anderen Zuckeralkoholen birgt Erythrit in Bezug auf Magen-Darm-Beschwerden ein weitaus kleineres Risiko. Denn die Abführ-Schwelle liegt bei Sorbit, Xylit und Isomalt etwa bei 50 Gramm pro Tag, bei Erythrit und Maltit hingegen bei rund 100 Gramm täglich. (13)

Dies ist darauf zurückzuführen, dass Erythrit fast vollständig über den Dünndarm aufgenommen und praktisch unverändert über den Urin ausgeschieden wird. Da nur ein geringer Prozentsatz den Dickdarm erreicht, findet kaum eine Fermentation durch Darmbakterien statt, wodurch die Magen-Darm-Probleme entstehen können. Trotz der abführenden Wirkung werden Zuckeralkohole in den Studien meist sehr gut vertragen.

Der Einfluss von Süssstoffen und Zuckeralkoholen auf die Darmflora

Spanische Forscher von der University of Granada haben im Jahr 2019 u. a. untersucht, inwiefern sich Süssungsmittel auf die Darmflora auswirken. Einige Tier- und Humanstudien haben bereits gezeigt, dass Süssstoffe die Darmflora negativ beeinflussen können. So hat etwa eine Studie mit 172 Probanden ergeben, dass der Konsum von Süssstoffen wie Saccharin die Zusammensetzung der Darmbakterien verändert, wodurch es zu einer Glukoseintoleranz kommen kann. Dies bedeutet, dass nach der Aufnahme von Glukose der Blutzuckerspiegel stark ansteigt. (21)

Ein Vergleich aller vorhandenen Studienergebnisse hat hingegen gezeigt, dass Zuckeralkohole auf die Darmflora durchwegs einen positiven Effekt haben. Viele Forscher sprechen den Zuckeralkoholen sogar eine präbiotische Wirkung zu, da sie beispielsweise den Gehalt an kurzkettigen Fettsäuren (z. B. Buttersäure) erhöhen und das Wachstum von Laktobazillen und Bifidobakterien im Darm fördern. (13)

Laut einer im Jahr 2020 durchgeführten In-vitro-Studie (22) stört Erythrit die Gemeinschaft der Darmbakterien nicht. Die US-Forscher gaben an, dass durch das Süssungsmittel die Produktion der Buttersäure gesteigert wurde, wodurch im Darm das Milieu für Salmonellen und andere Krankheitserreger ungünstig wird. Zudem vermag es die Buttersäure, die Darmbewegungen anzuregen und versorgt die Darmschleimhaut mit Energie.

Erythrit ist bei einer Fructoseintoleranz nur bedingt zu empfehlen

Haushaltszucker kann prima durch Früchte ersetzt werden, die neben natürlichem Zucker jede Menge gesundheitsfördernde Ballast- und Vitalstoffe enthalten. Werden etwa Datteln oder Rosinen kurz in Wasser eingeweicht und püriert, verleihen sie Nachspeisen wie Eis oder Kuchen eine besonders aromatische Süsse.

Doch gibt es Menschen, die Obst schlecht oder gar nicht vertragen, etwa im Falle einer Fructoseintoleranz. Mehr dazu erfahren Sie hier: Fructoseintoleranz – Wenn Fruchtzucker nicht vertragen wird. Aus diesem Grunde wird diskutiert, ob Erythrit für Betroffene eine gute Zuckeralternative ist.

Neuesten Studien zufolge ist dies nur bedingt der Fall. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Zuckeralkohole das Transportsystem von Fruktose aus dem Darm hemmen. Bei Patienten mit einer Fructoseintoleranz arbeitet aber genau dieses Transportsystem ohnehin zu langsam, weshalb es nicht zusätzlich gehemmt werden sollte. (26)

Aus diesem Grunde wird in der ersten Karenz-Phase der Fruktoseintoleranz-Therapie empfohlen, Zuckeralkohole zu meiden. Anschliessend gilt es herauszufinden, wie viel der Zuckeralkohole individuell vertragen werden. In der Praxis hat sich gezeigt, dass von all den Zuckeralkoholen Erythrit und Xylit am besten verträglich sind.

Erythrit ist für Hunde nicht giftig

Während Xylit für Hunde tödlich sein kann (es führt zu einer Insulinausschüttung und daraufhin zu einem raschen Absinken des Blutzuckerspiegels), ist diese Gefahr bei Erythrit nicht gegeben. In einer schottischen Studie aus dem Jahr 1996 gab man 8 Hunden ein Jahr lang täglich bis zu 3,5 g Erythrit pro Kilogramm Körpergewicht und konnte keinerlei negative Auswirkungen beobachten. (27)

In einer aktuelleren Studie, die im Jahr 2017 in Food and Chemical Toxicity veröffentlicht wurde, hiess es, dass Xylit bei Hunden bereits ab Dosen von 0,15 g pro Kilogramm Körpergewicht zu lebensbedrohlichem Unterzucker und akutem Leberversagen führen kann, dass aber Erythrit bis zu 5 g pro Kilogramm Körpergewicht als sicher gelte. (28)

Auch auf Nagetiere (Mäuse und Ratten) hat Erythrit keine toxische Wirkung. (29) Nichtsdestotrotz gehört auch Erythrit nicht in eine gesunde Hunde-, Katzen- oder Nagerernährung - genausoweng wie Zucker oder andere Süssungsmittel. 

Lediglich für Fruchtfliegen ist Erythrit toxisch. Die Tierchen sterben, wenn sie von Wasser trinken, das mit Erythritol versetzt wurde. (30 - 32) Auf erwachsene Honigbienen zeigte sich im Rahmen einer 7-tägigen Fütterungsstudie kein schädlicher Effekt. (33)

Erythrit und Xylit: Der Vergleich

Mit nachfolgender Tabelle erhalten Sie einen schnellen Überblick über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Xylit und Erythrit.

Vergleichsparameter

Erythrit

Xylit

Natürliches Vorkommen

z. B. in Erdbeeren, Birnen, Wassermelonen, Weintrauben, Pilzen, fermentierten Lebensmitteln, Pistazien, Käse

z. B. in Blumenkohl, Pflaumen, Himbeeren, Pilzen, Erdbeeren

Herstellung

Fermentation

Hydrierung

Preis

pro kg rund 10 €

pro kg rund 10 €

Verwendung

Zubereitung von Getränken sowie warmen und kalten Speisen, Hefeteige müssen länger ruhen

Zubereitung von Getränken sowie warmen und kalten Speisen, Hefeteige müssen länger ruhen

Dosierung

zwischen 142 und 200 g ersetzen 100 g Zucker

kann Zucker im Verhältnis 1:1 ersetzen

Kristallbildung

kann bei der Herstellung von Sirups, Marmeladen und beim Backen kristallisieren

zur Herstellung von Sirups, Marmeladen und zum Backen geeignet

Karamell

eignet sich nicht zum Karamellisieren

wenn es mehrere Minuten auf über 200 °C erhitzt wird

Löslichkeit

mässig in Wasser bei 20 °C,

schlecht in Alkohol

leicht in Wasser und wenig in Alkohol

Geschmack

zuckerähnlich, kein Nachgeschmack

zuckerähnlich, kein Nachgeschmack

Kühleffekt

weniger stark ausgeprägt

stark ausgeprägt, ähnlich wie bei Menthol

Übergewicht

löst Sättigungsgefühl aus, hemmt Hunger

löst Sättigungsgefühl aus, hemmt Hunger

Blutzuckerspiegel

kein Anstieg

leichter Anstieg

Diabetes Typ 2

geeignet

geeignet

Verdauungsbeschwerden

selten

anfangs leicht

Zahngesundheit

senkt Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis

senkt Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis

Darmflora

stört Bakteriengemeinschaft nicht

probiotisch

Abführende Wirkung

bei mehr als 0,7 g Erythrit pro kg Körpergewicht täglich

bei mehr als 0,5 g Xylit pro kg Körpergewicht täglich

Fruktoseintoleranz

bedingt geeignet

bedingt zu empfehlen

Tiere

tötet Fruchtfliegen

nicht an Hunde, Kaninchen,

Rinder oder Ziegen verfüttern

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Quellen

  1. Scientific Committee on Food, Opinion of the Scientific Committee on Food on Erythrit, März 2003
  2. Erythrit Functional Roles in Oral-Systemic Health. Adv Dent Res, Februar 2018
  3. De Cock P et al, Erythrit Is More Effective Than Xylitol and Sorbitol in Managing Oral Health Endpoints, Int J Dent, Aufgust 2016
  4. Wen H et al, Erythrit Attenuates Postprandial Blood Glucose by Inhibiting α-Glucosidase, J Agric Food Chem, Februar 2018 
  5. Wölnerhanssen BK et al, Health effects of sugar consumption and possible alternatives, Ther Umsch, September 2019
  6. Daniela Zeibig, WHO empfiehlt nicht mehr als sechs Teelöffel Zucker pro Tag, Spektrum, März 2015
  7. Mathur K et al, Effect of artificial sweeteners on insulin resistance among type-2 diabetes mellitus patients, J Family Med Prim Care, Januar 2020
  8. Choudhary AK et al, Neurophysiological symptoms and aspartame: What is the connection?, Nutr Neurosci, Juni 2018
  9. Soffritti M et al, Aspartame administered in feed, beginning prenatally through life span, induces cancers of the liver and lung in male Swiss mice, Am J Ind Med, Dezember 2010
  10. Bian X et al, The artificial sweetener acesulfame potassium affects the gut microbiome and body weight gain in CD-1 mice, PLoS One, Juni 2017
  11. Pearlman M, The Association Between Artificial Sweeteners and Obesity, Curr Gastroenterol Rep, November 2017
  12. Wölnerhanssen BK et al, Gut hormone secretion, gastric emptying, and glycemic responses to Erythrit and xylitol in lean and obese subjects, Am J Physiol Endocrinol Metab, Juni 2016
  13. Kristina Roos, Auswirkungen von Zuckeralkoholen auf Funktionalität und Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota, Bachelorarbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Mai 2015
  14. Erythrit | E968, Transparenz Gentechnik, Januar 2018
  15. Bio-Produkte: Gentechnik ist nicht erlaubt, aber…, Transparenz Gentechnik
  16. Wölnerhanssen BK et al, Metabolic effects of the natural sweeteners xylitol and Erythrit: A comprehensive review, Crit Rev Food Sci Nutr, Juni 2019
  17. Mäkinen KK et al, Similarity of the effects of Erythrit and xylitol on some risk factors of dental caries, Caries Res, Mai-Juni 2005 
  18. University of Luxembourg, Erythrit – der Süssstoff, den der Körper selbst herstellt, Mai 2017
  19. Erythrit, Zusatzstoffe-Online, November 2013
  20. European Food Safety Authority, Scientific Opinion on the safety of the proposed extension of use of Erythrit (E 968) as a food additive1EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food, 2015
  21. Francisco Javier Ruiz-Ojeda et al, Effects of Sweeteners on the Gut Microbiota: A Review of Experimental Studies and Clinical Trials, Advances in Nutrition, Januar 2019
  22. Mahalak KK et al, Impact of Steviol Glycosides and Erythrit on the Human and Cebus apella Gut Microbiome, J Agric Food Chem, Januar 2020
  23. Janus MM et al, Effect of Erythrit on microbial ecology of in vitro gingivitis biofilms, Oral Microbiol, Juni 2017
  24. Koenraad Philippaert et al, Steviol glycosides enhance pancreatic beta-cell function and taste sensation by potentiation of TRPM5 channel activity, Nat Commun, 2017
  25. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Gentechnik in Lebensmitteln, Stand: August 2019
  26. S. Jossé, Y. Braun, Fruktosemalabsorption: Sorbit, Erythrit, Birkenblütenzucker?, MeinAllergiePortal, Oktober 2018
  27. Dean I, Jackson F et al., Chronic (1-year) oral toxicity study of erythritol in dogs, Regul Toxicol Pharmacol. 1996 Oct;24(2 Pt 2):S254-60
  28. Eapen AK et al., Acute and sub-chronic oral toxicity studies of erythritol in Beagle dogs, ood Chem Toxicol. 2017 Jul;105:448-455. doi: 10.1016/j.fct.2017.04.049. Epub 2017 May 4.
  29. Til HP et al., Subchronic oral toxicity studies with erythritol in mice and rats, Regul Toxicol Pharmacol. 1996 Oct;24(2 Pt 2):S221-31
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