Basilikumsamen statt Chiasamen?
Samen, Nüsse und Kerne

Basilikumsamen: Die einheimische Chia-Alternative

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 31.07.2018
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Basilikumsamen: Die einheimische Chia-Alternative
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Basilikumsamen werden im Ayurveda und der Traditionellen Chinesischen Medizin schon sehr lange eingesetzt. In der westlichen Welt liebt man zwar Basilikumblätter. Die Samen der Basilikumpflanze nutzt man jedoch allenfalls zur Aussaat. In Fernost werden die Basilikumsamen hingegen für medizinische Zwecke und aufgrund ihrer Gelierfähigkeit auch in Shakes und Desserts verwendet. Sie weisen also ganz ähnliche Eigenschaften auf wie Chiasamen. Während Chiasamen aber aus Südamerika importiert werden müssen, können die Samen des Basilikums auch in Europa erzeugt werden.

Basilikumsamen: Die europäischen Chiasamen

Basitlikumsamen (Ocimum basilicum) ähneln optisch sehr stark den inzwischen bekannten Chiasamen. Basilikumsamen sind im Unterschied zu den etwas graufarbenen Chiasamen jedoch vollkommen schwarz sowie etwas länglicher in der Form.

Chiasamen werden seit einiger Zeit aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts und ihrer vorteilhaften Wirkung auf die Verdauung als Superfood gehandelt. Sie werden jedoch aus Mittel- und Südamerika importiert, so dass manch einer lieber zu europäischen Alternativen wechseln würde.

Basilikumsamen sind eine solche Alternative. Sie stammen aus dem südlichen Europa, wie etwa Italien, werden aber natürlich auch in anderen Ländern angebaut und dort seit vielen hundert Jahren eingesetzt, etwa in Indien, wo gerne Falooda genossen wird, ein Dessert, für das die Basilikumsamen als Verdickungsmittel eingesetzt werden. Falooda besteht aus Basilikumsamen, Milch, Zucker, Falooda Sev (feinste Nudeln aus Mais-, Sago- oder Tapiokastärke), Rosensirup und Eiscreme.

Nach Zugabe von Wasser bildet sich ein Gel

Genau wie aus Chiasamen so bildet sich auch aus den Basilikumsamen ein Gel, sobald man sie mit Wasser vermischt. Daher nutzt man sie in vielen asiatischen Ländern als Verdickungsmittel in der Küche, aber auch für medizinische Zwecke. Man sagt ihnen antioxidative, krebsfeindliche, antivirale, antibakterielle, krampflösende und pilzhemmende Eigenschaften nach. Leider gibt es bislang nur wenige wissenschaftliche Studien zu Basilikumsamen. Man verlässt sich daher nach wie vor auf das, was fernöstliche Mediziner längst wissen und im Laufe von Jahrhunderten an Erfahrungswerten gesammelt haben.

Blutzuckerregulierung

Wie für ballaststoffreiche Lebensmittel üblich können auch Basilikumsamen dabei helfen, Blutzuckerspitzen zu verhindern. Sie können daher hervorragend auch von Menschen mit Typ-2-Diabetes verwendet werden. In einer Studie vom Dezember 2016 zeigte sich, dass ein wässriger Extrakt aus Basilikumsamen antidiabetisch (blutzuckersenkend) wirkt und somit die Samen begleitend zur Behandlung von Diabetes Typ 2 sowie zur Prävention der damit verbundenen Komplikationen wie Nierenerkrankungen, Leberfunktionsstörungen u. ä. eingesetzt werden könnten.

Basilikumsamen

Unterstützung der Verdauung und Linderung von Sodbrennen

Das Gel der Basilikumsamen entwickelt sich durch den Kontakt mit Wasser. Die löslichen Ballaststoffe gehen nun aus der äusseren Schicht der Samen in das Wasser über. Das Gel wirkt sich – ähnlich wie Leinsamenschleim – äusserst positiv auf die Gesundheit des Verdauungssystems aus.

Die Schleimhäute werden geschützt, die Darmflora genährt und die Peristaltik angeregt, so dass – wie bei Lein- und Chiasamen – ein verdauungsfördernder Effekt eintritt. Die krampflösende Wirkung lindert überdies Magenkrämpfe und Blähungen. Das absorbierende Gel hilft zusätzlich bei Sodbrennen.

Gegen Verstopfung trinkt man am Abend (1 – 2 Stunden vor dem Zubettgehen) 1 TL bis 1 EL Basilikumsamen, die zuvor mindestens 30 Minuten in einem grossen Glas Wasser (250 ml) eingeweicht waren.

Appetithemmung

Da sich die Samen in Wasser auf das Dreissigfache ihrer ursprünglichen Grösse ausdehnen, machen sie schnell satt, reduzieren so den Appetit und helfen bei der Gewichtsabnahme. Dazu trinkt man eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten ein Glas Wasser (250 ml) in das man (30 Minuten vor der Einnahme) einen Löffel (TL/EL) Basilikumsamen einrührte.

Hilfe für die Atemwege

Traditionell werden Basilikumsamen aufgrund ihrer entkrampfenden Wirkung auf die Bronchien bei Erkältungen, Grippe, Husten und Asthma eingesetzt.

Stimmungsaufhellung

Auch sagt man den kleinen Samen nach, die Stimmung heben und bei Depressionen sowie Migränekopfschmerz helfen zu können.

Linderung von Hautbeschwerden

Basilikumsamen können gemahlen mit Öl vermischt werden. In dieser Form werden sie in fernöstlichen Ländern zur Behandlung von Wunden, Schnittwunden oder Hautinfektionen eingesetzt. Dazu nimmt man 100 ml Kokosöl und gibt 1 TL gemahlene Basilikumsamen hinzu. Der Mix wird nun 5 Minuten lang erhitzt, gefiltert bzw. abgesiebt und kann nun auf problematische Hautzonen aufgetragen werden, etwa bei Psoriasis und Ekzemen.

Für frischen Atem und gesunde Zähne

Wenn Sie immer wieder einige Basilikumsamen kauen, führt dies zu einem frischen Atem. Die antibakteriellen Eigenschaften der Samen helfen ausserdem beim Kampf gegen Karies und Zahnbelag, so dass sich langfristig die Mund- und Zahngesundheit verbessert, wenn regelmässig Basilikumsamen gekaut werden.

Entzündungshemmung

Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Basilikumsamen führten dazu, dass die Samen im Ayurveda bei Arthritis zur Abschwellung der Gelenke und auch gegen die Ablagerungen in den Blutgefässen verordnet wurden bzw. werden. Letztere entstehen ebenfalls immer in Begleitung entzündlicher Reaktionen an den Blutgefässwänden.

Basilikumsamen: Die Nährstoffwerte

Noch kennt man nicht alle Nährstoffwerte der Basilikumsamen. Problemstoffe wurden darin jedoch nicht gefunden, so dass ihr Verzehr als sicher gilt, wie u. a. in einer Studie aus 2017 festgestellt wurde. Dabei untersuchte man das Nährwertprofil von Basilikumsamen und schätzte die Sicherheit ihres Verzehrs ein. Es zeigte sich, dass Basilikumsamen problemlos gegessen werden können, also keinerlei gesundheitliche Gefahren bergen.

Zusätzlich erklärten die Forscher, die Samen seien eine gute Protein-, Ballaststoff- und Mineralstoffquelle – sicher mit ein Grund dafür, dass Basilikumsamen gemeinsam mit Zuckersirup gelegentlich im islamischen Fastenmonat serviert werden, um Nährstoffe aufzutanken.

Die drei Makronährstoffe sehen im Vergleich zu den Chiasamen folgendermassen aus.

Eisen, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren

Auch die Eisenwerte (12 mg/100 g) und Magnesiumwerte (300 mg/100 g) sollen in Basilikumsamen hoch sein. Enthalten sind ausserdem zahlreiche Polyphenole – sekundäre Pflanzenstoffe mit u. a. entzündungshemmender und antioxidativer Wirkung, z. B. Orientin, Vicenin etc.

Da die Samen jedoch – genau wie Chiasamen – meist im Ganzen verzehrt werden, kommt man zwar in den Genuss der Ballaststoffe, nicht aber in jenen der übrigen Nährstoffe. Dazu müsste man die Samen vorher fein mahlen.

Der Omega-3-Gehalt (Alpha-Linolensäure) ist bei Basilikumsamen (11 g) deutlich niedriger als in Chiasamen (18 g), so dass sich Basilikumsamen zur Deckung dieser Fettsäure nicht ganz so gut eignen. Aber auch hier konnten Studien zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren aus Chiasamen nur dann verwertet werden können, wenn die Samen feinst gemahlen waren.

Verwendungsmöglichkeiten von Basilikumsamen

Wenn Sie bereits Lieblingsrezepte mit Chiasamen haben, können Sie diese genauso gut mit Basilikumsamen zubereiten, z. B. Chiapudding. Die verdickenden Eigenschaften sind sehr ähnlich und auch der Geschmack von Basilikumsamen ist – im Gegensatz zu den Basilikumblättern – eher neutral mit nussig-kernigem Aroma, so dass die Samen zu süssen und auch zu herzhaften Speisen gegessen werden können.

Basilikumsamen saugen Wasser etwas schneller auf als Chiasamen und werden schon innerhalb weniger Minuten weich, was bei Chiasamen bis zu einer Stunde dauern kann. Allerdings ist es sinnvoll, auch die Basilikumsamen mindestens 30 Minuten bis zu ein paar Stunden im Wasser liegen zu lassen. Der dann einsetzende Keimprozess baut mögliche verdauungshemmende Stoffe ab, so dass die Samen anschliessend sehr gut verträglich sind.

Die Basilikumsamen können sodann folgendermassen genutzt werden:

  • Man kann sie zu Getränken, wie Fruchtsäften, Kokosmilch oder Tees geben.
  • Man kann sie in Smoothies mixen.
  • Man kann sie als Topping über Salate streuen.
  • Man kann sie in Saucen oder vegane Käserezepturen geben, also überall dort hinein geben, wo eine cremige/dickere Konsistenz nötig ist.
  • Man kann die Samen in Desserts geben, in deren Rezeptur Tapioka oder andere Verdickungsmittel angegeben sind. Dort ersetzen sie die ursprünglichen Verdickungsmittel. Um eine puddingähnliche Konsistenz zu erhalten gibt man pro 100 ml Flüssigkeit 1 EL Basilikumsamen hinzu. Will man lieber einen Shake, dann nimmt man entsprechend weniger Samen oder mehr Flüssigkeit.
  • Man kann sie auch in Joghurt oder Quark und natürlich ins Müsli mischen.
  • Da die Samen keimfähig sind, kann man sie problemlos auch aussäen und Basilikumpflanzen daraus ziehen.

Immer mit viel Wasser einnehmen

Basilikumsamen sollten nicht uneingeweicht verzehrt werden, da sie im Körper sehr viel Flüssigkeit an sich ziehen und dort verkleben können. Wenn Sie Basilikumsamen uneingeweicht verzehren möchten, sollten Sie dazu sehr viel Wasser trinken, pro TL Samen ein grosses Glas (250 ml).

Anfangs sollten Sie mit kleinen Basilikumsamenmengen beginnen, damit sich Ihr Organismus an das neue Lebensmittel und die Ballaststoffe gewöhnen kann.

Wer keine Basilikumsamen essen sollte

Kleine Kinder oder Menschen mit Schluckbeschwerden sollten Speisen mit ganzen Basilikumsamen besser nicht zu sich nehmen. Genau wie für Flohsamen, Chiasamen oder Leinsamen gilt auch hier, dass sich bei entsprechend empfindlichen Menschen Probleme ergeben können, wenn sich die Kernchen verklumpen.

Manche Quellen sagen den Basilikumkernen eine blutverdünnende Wirkung nach. Wer daher entsprechende Medikamente nimmt, sollte seine Blutgerinnung im Auge behalten, um ein „zu dünnes“ Blut zu vermeiden, was insbesondere vor Operationen bedacht werden muss. Allerdings ist nicht bekannt, ob diese Wirkung tatsächlich in spürbarem Ausmass auftritt.

Wo man Basilikumsamen kauft

Basilikumsamen sind in Bioläden, Reformhäusern und im einschlägigen Online-Handel in Bioqualität erhältlich. Auch in Asienshops gibt es sie, dort jedoch selten in Bioqualität. Preislich sind sie deutlich über Chiasamen angesiedelt, können aber in jedem Fall ab und an eingesetzt werden und auf diese Weise Abwechslung in die Küche bringen.

Achten Sie darauf, die Samen des ganz normalen Basilikums zu kaufen: Ocimum basilicum und nicht diejenigen anderer Sorten. Die Samen sollten für den direkten Verzehr geeignet sein. Denn Saatgut zum Aussäen könnte behandelt sein. Kaufen Sie die Samen daher im Lebensmittelhandel und nicht im Gartencenter.

Basilikumsamen-Zitronen-Ingwer-Drink

Ein sehr einfaches Rezept, das es erlaubt, ohne Aufwand in den Genuss der Basilikumsamen zu gelangen, ist der folgende Drink:

Sie benötigen dazu:

  • 200 ml kaltes Wasser
  • 2 EL frisch gepressten Zitronensaft
  • 2 EL Basilikumsamen
  • Hauchdünne Ingwerscheibchen nach Geschmack
  • 2 TL Yaconsirup (oder ein anderes Süssungsmittel Ihrer Wahl)

Lassen Sie die Samen im Wasser 30 Minuten lang quellen. Geben Sie nun den Zitronensaft sowie die Ingwerscheiben dazu, süssen Sie nach Wunsch und rühren Sie gut um. Trinken Sie anschliessend ein Glas Wasser nach. Der kühlende Effekt der gequollenen Samen macht sie zu einer sehr angenehmen und erfrischenden Zutat insbesondere in Sommerdrinks aller Art.

Da man jedes Chiasamen-Rezept auch mit Basilikumsamen zubereiten kann, finden Sie hier die passenden Rezepte.

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Werner M. schrieb am 20.03.2018

Kann ich Basilikumsamen auch als Teil meines Vollkornbrotes einsetzen? Mit Chiasamen geht es. Aber wenn Basilikum so viel Wasser braucht.

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Werner

Basilikumsamen brauchen nicht mehr und nicht weniger Wasser als Chiasamen. Auch zu Chiasamen sollte sehr viel getrunken werden. In Rezepten kann man Chiasamen im Allgemeinen problemlos gegen Basilikumsamen austauschen.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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