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Beifuss – Frauenkraut & Verdauungselixier

Beifuss – Frauenkraut & Verdauungselixier

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(Zentrum der Gesundheit) – Der Beifuss erregt rein optisch kein grosses Aufsehen. Nichtsdestotrotz ist er mit einem äusserst starken Heilpotential ausgestattet. Insbesondere bei Verdauungsbeschwerden und Frauenleiden kann der Beifuss immense Erleichterung verschaffen. Auch bei Krämpfen aller Art – von Bauchweh, Unterleibsschmerzen bis hin zu Asthmaanfällen – lindert der Beifuss durch seine entkrampfende Wirkung. Wie aber wird der Beifuss zubereitet? Und woher bekommt man ihn? Wir haben die wichtigsten Details rund um den Beifuss für Sie zusammengefasst.

Wie der Beifuss mit dem Menschen spricht

Der Gemeine Beifuss (Artemisia vulgaris) mag auf den ersten Blick eine unscheinbare Pflanze sein. Doch schon der zweite Blick offenbart, dass der Beifuss eine ganz besondere Pflanze ist. Ihr roter Stängel signalisiert dem Menschen, dass der Beifuss den Blutfluss anregen kann und daher auch bei vielen Frauenleiden oder zur Beschleunigung der Geburt einsetzbar ist – zumindest glaubte man dies gemäss der Signaturenlehre.

Die Signaturenlehre besagt, dass alle Heilpflanzen bestimmte Kennzeichen tragen, die dem Menschen sofort aufzeigen, welche Krankheiten sie heilen können. So soll z. B. die Walnuss gegen Kopfschmerzen helfen, da sie hirnartig aussieht. Und die Brennnessel mit ihren Härchen soll gegen Haarausfall wirken – was in beiden Fällen auch tatsächlich der Realität entspricht, wie durch wissenschaftliche Untersuchungen inzwischen herausgefunden wurde.

Beifuss – Bei Bauchkrämpfen unterm Hosenbund tragen

Auch in Sachen Beifuss zeigte sich längst, dass die Signaturenlehre ebenfalls Recht behalten hat, denn der Beifuss enthält Stoffe, die die Gebärmutter stimulieren und somit sowohl die Menstruation fördern als auch die Geburt beschleunigen können. Der Beifuss soll gar so gut wirken, dass es – laut kundigen Kräuterheilern – bereits genüge, bei Menstruationsbeschwerden einfach einen Zweig Beifuss unter dem Hosenbund zu tragen – und schon weichen die Schmerzen und Krämpfe.

Beifuss-Joint

Ähnlich interessant ist der Tipp, frischen Beifuss unter das Kopfkissen zu legen, was nicht unbedingt zu süssen, aber zu klärenden und besonders farbigen Träumen führen soll. Für diesen Effekt raucht so mancher den Beifuss auch. Ob die Träume davon farbig werden, ist ungewiss, vor Trübsinn und schlechter Laune soll der Beifuss-Joint jedoch in jedem Falle schützen. Nach 1 bis 3 Gramm machen sich milde Euphorie gefolgt von Entspannung und Ruhe breit.

Wie gut, dass der Beifuss in fast allen Gebieten der Nordhalbkugel zu finden ist – und dann auch noch wild, so dass sich jeder seiner Heilkraft bedienen kann.

Die glorreiche Vergangenheit des Beifuss

Der Beifuss gehört gemeinsam mit Kopfsalat, Ringelblume, Kamille und vielen anderen zur Familie der Korbblütler. Er liebt verwilderte Plätze und gedeiht deshalb vornehmlich an Wegrändern, Bahndämmen oder Böschungen. Vielleicht ist auch das der Grund, warum er oft nur als Unkraut angesehen und im medizinischen Sinne kaum noch wahrgenommen wird. In alten Zeiten jedenfalls wurde dem Beifuss eine ganz andere Wertschätzung entgegen gebracht.

Wohlklingende Namen wie Thorwurz oder Sonnenwendkraut erinnern an seine glorreiche Geschichte. Die alten Griechen und Römer verwendeten den Beifuss beispielsweise zur Unterstützung bei Geburten und bei wehen Füssen, worauf auch der deutsche Name "Bei-Fuss" hindeutet.

Die Germanen hielten den Beifuss für eine der mächtigsten Pflanzen und flochten sich Gürtel aus den Wurzeln, um sich vor Krankheiten zu schützen. Ob der Beifuss wirklich schützt oder mehr der Glaube an ihn, wird kaum herauszufinden sein. Sicher ist jedoch, dass der Beifuss – zwischen Gemüsepflanzen gesät – diese vor Schädlingen schützt.

Und obwohl dem Beifuss ein hohes allergisches Potential nachgesagt wird, hat sich in einer Studie gezeigt, dass er sogar antiallergische Eigenschaften aufweist.

Beifuss – Frauenkraut & Verdauungselixier

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen des Beifusses zählen die sog. Sesquiterpenlactone – bestimmte Bitterstoffe – und das ätherische Öl mit den Hauptbestandteilen Kampfer und Thujon.

Diese Stoffe sind es, die für die Haupt-Eigenschaften des Beifusses verantwortlich sind: Sie wirken appetitanregend, verdauungsfördernd, wurmfeindlich, krampflösend, antibakteriell und harntreibend; sie stimulieren die Gebärmutter, fördern die Durchblutung und den Gallefluss und entspannen die müden Füsse. Die Beifuss-Anwendungsgebiete sind folglich äusserst vielfältig:

  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Wurmbefall
  • Gallenleiden
  • Koliken (auch der Galle)
  • Wassereinlagerungen
  • Asthma (da Beifuss krampflösend wirkt)
  • Menstruationsbeschwerden (ausbleibende und schmerzhafte Menstruation)
  • Durchblutungsstörungen (kalte Hände und Füsse)

Beifuss gegen Frauenleiden

Der Gemeine Beifuss gilt seit dem Altertum als DAS "Heilkraut der Frauen". Ob zur Unterstützung der Geburt, bei Erkrankungen der Unterleibsorgane, Blasenentzündung, chronischer Eierstockentzündung, Ausfluss oder bei Schmerzen und Unregelmässigkeiten der Periode: Beifuss-Tee verspricht Linderung.

Beifuss-Tee

Der klassische Beifuss-Tee wird wie folgt zubereitet:

  • Übergiessen Sie 1 TL Beifuss-Blätter mit 200 ml heissem Wasser und lassen Sie den Aufguss zugedeckt für 5 bis 7 Minuten ziehen.
  • Giessen Sie den Tee ab.
  • Trinken Sie 1 bis maximal 3 Tassen pro Tag.
  • Da die enthaltenen Bitterstoffe für die Wirkung ausschlaggebend sind, sollte der Tee nicht gesüsst, was die Bitterstoffe maskieren würde, und schluckweise getrunken werden.
  • Bei Menstruationsbeschwerden können Sie mit der Beifuss-Tee-Kur schon 5 bis 8 Tage vor dem Beginn der Periode beginnen.

Wichtig: Beifuss-Tee darf nicht überdosiert werden und weder bei Fieber noch in der Schwangerschaft (Gefahr einer Frühgeburt) oder Stillzeit eingesetzt werden. Beifuss zählt zu den stark wirkenden Heilpflanzen und darf daher auch nicht zu lange regelmässig getrunken werden. Das bedeutet: Nach einer Teekur von maximal 6 Wochen mindestens eine dreiwöchige Pause einlegen!

Von der Heilkraft des Beifusses profitieren aber keineswegs nur Frauen, sondern auch all jene, die mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen haben.

Beifuss löst Verdauungsprobleme

Da der Beifuss zu den typischen Bitterpflanzen gehört, ist er ein prima Hausmittel bei Verdauungsbeschwerden aller Art. Ob Appetitlosigkeit, Schmerzen im Oberbauch, Krämpfe, Sodbrennen, Blähungen oder Durchfall: Die Heilwirkung des Beifuss ist auch in diesem Bereich sehr umfangreich.

Um Verdauungsbeschwerden nach bestimmten fettreichen Mahlzeiten zuvorzukommen, können die Speisen mit getrocknetem oder frischem Beifuss gewürzt werden – was die Verdaulichkeit erhöht und die Bekömmlichkeit verbessert.

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Beifuss-Gewürzmischung

Eine beifusshaltige Gewürzmischung kann folgendermassen hergestellt werden:

Zutaten:

  • 50 g getrocknete Beifuss-Blätter
  • 50 g getrocknete Bohnenkraut-Blätter (Satureja hortensis)
  • 10 g Pfeffer

Zubereitung:

  • Mischen Sie die Kräuter und pulverisieren Sie sie mit dem Mörser.
  • Bewahren Sie das Gewürz kühl und dunkel auf. Es ist etwa 1 Jahr haltbar.

Anwendung:

  • Die Beifuss-Gewürzmischung ist auch eine tolle Alternative für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf Salz verzichten müssen oder wollen.
  • Das Gewürz sollte mitgekocht werden, damit sich seine Wirkung voll entfalten kann.

Beifuss sammeln und anbauen

Natürlich können Sie den Beifuss – wie die meisten Heilpflanzen – in der Apotheke oder im Kräuterladen kaufen. Sie können ihn jedoch auch in freier Wildbahn sammeln oder – noch besser – bei sich im Garten oder auf dem Balkon anpflanzen. Sie benötigen dazu lediglich ein sonniges Plätzchen mit nährstoffreicher Erde

Saatgut oder Jungpflanzen erhalten Sie in speziellen Gärtnereien mit umfangreichem Heil- und Wildpflanzenangebot.

Beifuss in der TCM – Der einjährige Beifuss

Eine andere Beifuss-Art, der Einjährige Beifuss (Artemisia annua), spielt in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange als Heilmittel gegen Malaria eine wichtige Rolle.

Beifuss ist das Malaria-Heilmittel Nummer 1

Artemisinin heisst der sekundäre Pflanzenstoff, der in den Blüten und Blättern des Einjährigen Beifusses vorkommt und schon länger im Fokus der Malaria-Forschung steht. Seit den 1970er Jahren wurden nach dem Vorbild des Artemisinins diverse halbsynthetische Arzneistoffe entwickelt, die vor allem in Süd-Ostasien und Afrika in Form von Medikamenten zur Behandlung der Malaria zum Einsatz kommen.

Die WHO empfiehlt Artemisinin-Kombinationspräparate als Wirkstoffe der ersten Wahl zur Therapie von Malaria. Problematisch ist jedoch, dass der Erreger der Malaria mit steter Regelmässigkeit Resistenzen gegen Malaria-Medikamente entwickelt. Dr. Bernhard Fleischer vom Bernhard-Nocht-Instituts in Hamburg gibt zu bedenken:

"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Mittel nicht mehr wirken."

Forscher um Stephen M. Rich von der University of Massachusetts in Amherst haben allerdings herausgefunden, dass sich die resistenten Erreger durch ein rein pflanzliches Beifuss-Präparat dreimal langsamer bilden als durch den isolierten Wirkstoff Artemisinin. Ausserdem wirkt die Beifuss-Pflanze möglicherweise sogar weitaus besser gegen Malaria als alle chemisch hergestellten Medikamente zusammen.

Beifuss: Pflanze wirksamer als Malaria-Medikamente

Die in der Fachzeitschrift PLOS ONE der Public Library of Science veröffentlichte Studie besagt, dass getrocknete und zermahlene Beifuss-Blätter deutlich mehr Malaria-Parasiten abtöten als das reine Artemisinin – bei demselben Wirkstoffgehalt.

Die Wissenschaftler führen dies darauf zurück, dass nach Einnahme des pflanzlichen Heilmittels etwa 40 Mal mehr Artemisinin im Blut der Probanden zirkulierte als nach Verabreichung des Pharmaprodukts. Zudem weisen sie darauf hin, dass in den Blättern des Beifusses – abgesehen vom Wirkstoff Artemisinin – einige weitere Substanzen zu finden sind, die ebenfalls gegen Malaria wirken.

Doch offenbar beschränkt sich die Heilkraft des Einjährigen Beifusses nicht nur auf die Tropenkrankheit: Inzwischen deuten mehrere Studien darauf hin, dass der Einjährige Beifuss auch gegen Krebs wirkt.

Beifuss tötet Krebszellen

Wissenschaftler des BioQuant-Zentrums der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben herausgefunden, dass der Einjährige Beifuss Tumorzellen in den Tod treiben kann.

Das Forscherteam um Nathan Brady hat in der Fachzeitschrift Journal of Biological Chemistry berichtet, dass Artemisinin in den Tumorzellen eine chemische Reaktion auslöst. Es entstehen freie Radikale, die den Krebs vernichten.

"Alle Krebsarten reagieren und sind empfindlich!",

so Brady. Das Positive ist, dass Artesiminin auf Krebszellen toxisch wirkt, aber den gesunden Zellen keinen Schaden zufügt.

Den Einjährigen Beifuss – obwohl aus Fernost stammend – kann man längst auch in unseren Apotheken als getrocknetes Kraut beziehen. Genauso ist im Fachhandel Beifuss-Saatgut erhältlich, so dass man den Einjährigen Beifuss problemlos im eigenen Garten ziehen kann.

Ob also einjährig oder gemein, es lohnt sich in jedem Fall, dem Beifuss erhöhte Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Denn noch lange nicht sind alle positiven Eigenschaften der alten Heilpflanze aufgedeckt. So wird derzeit beispielsweise vermutet, dass der Beifuss – gemeinsam mit der Karde (einer Distelart) – auch bei Borreliose äusserst hilfreich sein kann. Unsere Vorfahren haben den kraftvollen Beifuss folglich nicht ohne Grund als "Mutter aller Heilpflanzen" verehrt.

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Quellen:



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