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Ernährung
Ihr Bio-Rhythmus hasst fettes Essen!

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 02.11.2017
Ihr Bio-Rhythmus hasst fettes Essen!
© istockphoto.com/Kuvona

Wer gerne fettes Essen mag, tut bekanntlich weder seiner Linie noch seiner Gesundheit einen Gefallen. Wussten Sie jedoch, dass fettes Essen auch Ihren Bio-Rhythmus stört? Menschen, die sich fettreich ernähren, schlafen weniger, sind zu Zeiten aktiv, wenn andere im tiefen Schlummer liegen und essen viel mehr. Dies ist darauf zurückzuführen, dass eine fettreiche Ernährungsweise die innere Uhr aus dem Takt geraten lässt, wie Forscher kürzlich herausgefunden haben. Doch was genau macht das fette Essen im Körper?

Gestörter Bio-Rhythmus macht krank

Jedes Lebewesen unterliegt bestimmten Rhythmen. Man spricht hier auch von der sogenannten inneren Uhr oder dem individuellen Bio-Rhythmus.

Der Bio-Rhythmus wird von bestimmten Genen gesteuert, den sog. Zeitgeber-Genen.

Zusätzlich beeinflussen auch äussere Faktoren wie Licht, Geräusche oder der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme den Bio-Rhythmus – und zwar nicht nur beim Menschen.

Alle lebenden Organismen, sogar Einzeller, sind auf eine zeitliche Organisation angewiesen und folgen einem regelmässigen Tag-Nacht-Zyklus.

In Bezug auf uns Menschen spielt die chronologische Forschung eine immer wichtiger werdende Rolle, da unsere Lebensweise immer häufiger eben nicht mehr im Einklang mit der inneren Uhr steht.

Wenn der Bio-Rhythmus nun aus dem Takt gerät, kann dies nicht nur zu Ess- und Schlafstörungen, zu Übergewicht sowie Energielosigkeit führen, sondern auch zu chronischen Krankheiten wie Diabetes bis hin zu schweren Depressionen.

Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) haben nun herausgefunden, dass die Ernährungsweise unsere innere Uhr in höherem Mass beeinflusst, als bisher angenommen wurde.

Basencitrat

Fettreiche Ernährung fördert Entzündungen, Schlafstörungen und Übergewicht

Das Forscherteam um Olga Pivovarova und Andreas F. H. Pfeiffer hat eine Studie an 29 normalgewichtigen Zwillingen durchgeführt, die in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlicht wurde.

Die Studienteilnehmer bekamen zunächst eine kohlenhydratbetonte Kost mit einem Kohlenhydratanteil von 55 Prozent, dazu 15 Prozent Proteine und 30 Prozent Fett.

Wer täglich 2.000 kcal zu sich nahm, durfte folglich davon nicht mehr als 600 kcal in Form von Fett zu sich nehmen. Das wären an einem Tag beispielsweise 2 EL Öl, 2 EL Butter, 50 g Bergkäse (mit 45 % i. Tr.) und 50 g Erdnüsse. Alle anderen Lebensmittel durften an diesem Tag sodann keinerlei Fett mehr enthalten.

Nach sechs Wochen fand ein Diätwechsel statt und es gab sechs Wochen lang eine fettreiche und kohlenhydratreduzierte Kost.

Diese bestand aus nur noch 40 Prozent Kohlenhydraten, dafür aber aus 45 Prozent Fett, wobei auf eine gleichbleibende Gesamtkalorienzahl geachtet wurde.

Hier durften die Teilnehmer also 1,5 Mal so viel Fett zu sich nehmen wie zuvor.

In nur sieben Tagen kann Fett Ihrem Bio-Rhythmus schaden

Anschliessend stellten die Wissenschaftler anhand von Blutzellanalysen fest, dass die Ernährungsumstellung – von kohlenhydratreich zu fettreich – innerhalb von sieben Tagen die Aktivitätsmuster von vier zentralen Zeitgeber-Genen verändert hatte.

Diese Veränderungen führten zu einer Beschleunigung des Tagesrhythmus, wodurch der Tagesablauf merklich gestört wurde.

Des Weiteren führte die fettreiche Diät zu einer erhöhten Entzündungsneigung, was sämtliche Krankheiten fördern kann, die mit chronischen Entzündungen einhergehen.

Auch die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol liess sich von einer fettbetonten Ernährung nachteilig beeinflussen.

So verschob sich der morgendliche Cortisol-Peak zunächst zeitlich nach vorn, dann aber dauerhaft nach hinten.

Das bedeutet folgendes: Normalerweise steigt gegen 6 Uhr morgens der Cortisol-Spiegel (Cortisol-Peak). Ein steigender Cortisolspiegel trägt u. a. zum morgendlichen Anstieg des Blutzuckerspiegels und letztendlich auch zum Wachwerden bei.

Findet die Cortisol-Ausschüttung nun viel früher oder viel später statt, dann irritiert das nicht nur den Blutzuckerspiegel (und fördert die Entstehung von Diabetes und Übergewicht), sondern stört auch den Schlaf bzw. führt dazu, dass man nur sehr schwer aus den Federn kommt.

Je fettreicher also die Kost, desto negativer wirkt sich dies auf die innere Uhr und somit auf die Gesundheit aus.

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Fettreiche Ernährung führt geradewegs in einen Teufelskreis

Auch Professor Joseph Bass von der Northwestern University in Evanston fand in einer Studie heraus, dass fettreiche Ernährungsformen die innere Uhr stören und sogar das Hungergefühl steigern – auch in den eigentlichen Ruhezeiten.

Die Probanden wurden hierbei in zwei Gruppen eingeteilt, von denen die eine auf eine fettreiche Diät gesetzt wurde.

Das fettreiche Essen führte nun, schon bevor eine Gewichtszunahme stattfand, zu einer Verlängerung des Tageszyklus, also zu einem viel längeren Aufbleiben am Abend.

Ausserdem gerieten bestimmte Stoffwechselwerte aus der Balance, wie zum Beispiel der Blutzuckerspiegel, der Insulinspiegel und die im Blut zirkulierende Fettmenge.

Des Weiteren veränderte sich auch hier die Aktivität der oben genannten Zeitgeber-Gene, die für die Steuerung der inneren Uhr verantwortlich sind.

Wer nun aber aufgrund eines gestörten Bio-Rhythmus’ Schwierigkeiten hat, zu einer vernünftigen Zeit ins Bett zu gehen, riskiert Schlafstörungen und isst mehr (insbesondere abends und nachts).

In den seltensten Fällen knabbert man zu späten Zeiten jedoch ein Möhrchen oder bereitet sich ein Gemüsesüppchen zu. Meist werden fettreiche Snacks verschlungen.

Dadurch steigt nun wiederum das Risiko für Fettsucht und Diabetes.

Man gerät also in einen Teufelskreis, der nur durch die Rückbesinnung auf eine gesunde Ernährung mit gemässigtem Fettgehalt durchbrochen werden kann.

Fazit: Was wünscht sich Ihr Bio-Rhythmus?

Wichtig ist, dass Sie bei der Wahl Ihrer Lebensmittel auf hochwertige Lebensmittel achten und diese in ausgewogenen Mengen zu sich nehmen. Dann nämlich gibt es weder schädliche Kohlenhydrate noch schädliche Fette.

Wählen Sie künftig als Grundnahrungsmittel nicht mehr Brot, Nudeln oder Pizza, sondern Gemüse- und Salatgerichte. Servieren Sie dazu in überschaubaren Mengen vollwertige Kohlenhydrate, wie z. B. Vollkorn-Pasta, Vollkornbrot, Hirse, Haferbratlinge, Quinoa o. ä.

Meiden Sie fettreiche Fertigprodukte (Backwaren, Frittiertes, Kuchen, Käse, Wurst etc.) und auch Süsswaren, die häufig viel Fett enthalten. Bereiten Sie stattdessen Ihre Mahlzeiten eigenhändig zu, was garantiert, dass Sie nicht nur die Menge des verzehrten Fettes, sondern auch seine Qualität bestens kontrollieren können.

Auf diese Weise halten Sie nicht nur Ihren Bio-Rhythmus in der Waage, sondern schützen sich auch vor chronischen Entzündungsprozessen und damit vor zahlreichen chronischen Erkrankungen.

Welches Fett Sie für welchen Zweck wählen können, haben wir am Ende dieses Artikels beschrieben: Gesättigte Fette

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Zuletzt kommentiert

Myracle schrieb am 08.04.2017

Leider denken die meisten Menschen immer noch, dass das Fett, welches sie essen genau das gleiche ist, wie das, welches auf ihren Hüften landet. Das zeigt, dass diese Menschen keinerlei Ahnung davon haben, was für Prozesse in ihrem Körper bei der Verdauung ablaufen. Kohlehydrate werden bei Überschuss in Fett umgewandelt und für "schlechte Zeiten" eingelagert. Der Körper lagert so lange ein, wie er kann. Woher soll er denn wissen, dass keine Hungersnot bevorsteht? Sich über Vorgänge im Körper informieren und wegkommen von der Idee, dass Fett=Fett ist (das Problem ist die Verwendung desselben Begriffs für unterschiedliche Sachen), hilft, die Fettangs zu besiegen und sich der eigentlichen Problematik (übermässiger Konsum von zucker- und kohlehydrathaltigen Lebensmitteln) zu stellen.

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Myracle

Haben Sie den Artikel gelesen, zu dem Sie Ihren Kommentar gepostet haben? Darin geht es nicht um den Einfluss von Nährstoffen auf das Körpergewicht, sondern auf den Bio-Rhythmus – und dabei zeigte sich eine fettreiche Ernährung deutlich ungünstiger als eine kohlenhydratreiche Ernährung. Zu Ihrem Kommentar: Ja, es stimmt, dass Kohlenhydrate – wenn im Überschuss aufgenommen – in Fett umgewandelt werden. Nimmt man jedoch Fett im Übermass zu sich, was meist viel einfacher ist, als zu viele Kohlenhydrate zu sich zu nehmen (zumal Fett deutlich kalorienreicher ist), dann muss dieses nach der Verdauung nur noch zu körpereigenen Triglyceriden zusammengesetzt werden und kann nun umgehend eingelagert werden. Eine Kohlenhydratpanik ist daher genausowenig sinnvoll wie eine Fettpanik.

Viele Grüsse

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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