Warum Sie regelmäßig Bitterstoffe einnehmen sollten
Beim Essen von bitter schmeckenden Lebensmitteln verziehen die allermeisten Menschen das Gesicht – sie empfinden den Geschmack als unangenehm und meiden ihn deshalb.
Damit ursprünglich bittere Lebensmittel dennoch marktfähig blieben, reduzierte man züchterisch den Bitterstoffgehalt vieler Gemüse. Denn Endiviensalat, Radicchio oder Chicorée schmeckten früher deutlich bitterer – enthielten also damals viel mehr Bitterstoffe.
Geschmacksverstärker, Salz, Zucker und Süßstoffe haben zusätzlich dazu beigetragen, dass sich die Geschmackswahrnehmung der Verbraucher verändert hat. Dadurch schmecken uns vorwiegend herzhafte, salzige und süße Speisen, von bitteren lassen wir lieber die Finger.
Auch viele Heilpflanzen, Wurzel- und Blattgemüse, die auch heute noch einen hohen Anteil an Bitterstoffen enthalten, sind weitgehend von unseren Tellern und aus unseren Tassen verschwunden: Zum Beispiel der Löwenzahn, der Wegerich, die Schafgarbe und viele anderen Wildpflanzen.
Ja, viele Menschen erkennen diese Pflanzen gar nicht mehr in der Natur. Das ist schade, denn auf diese Weise entgehen ihnen wichtige Schutz- und Heilstoffe. Warum Sie wieder verstärkt Bitterstoffe nutzen sollten und wie Sie diese einnehmen, wird nachfolgend unser Thema sein.
Gesunde und schädliche Bitterstoffe: Der Unterschied
Dass wir bei einem bitteren Geschmack skeptisch werden, hat auch einen evolutionsbiologischen Grund. Denn der bittere Geschmack diente einst als Warnsignal vor giftigen Pflanzen, die häufig sehr bitter schmecken.
Bei Kindern ist dieses Warnsystem noch intensiver ausgeprägt als bei Erwachsenen – sie reagieren besonders empfindlich auf bittere Geschmäcker. Ihr Entgiftungssystem ist noch nicht gut ausgeprägt, so dass es sinnvoller ist, wenn sie potenziell gefährliche Dinge besser ausspucken und gar nicht erst schlucken.
Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen der extremen Bitterkeit tatsächlich giftiger Pflanzen (die zu Vergiftungen führen können) und der gemäßigten und erwünschten Bitterkeit von Pflanzen, die einst zu den alltäglichen Nahrungspflanzen gehörten (wie die oben erwähnten Wildpflanzen).
Dann gibt es noch Bitterpflanzen, die in kleinen Mengen gesund sind – und daher in dieser Form als Heilmittel eingesetzt werden – in größeren Mengen aber gerade wegen ihres hohen Bitterstoffgehalts ungenießbar wären, z. B. der Wermut, der Enzian und das Tausendgüldenkraut.
Die Definition
Die Definition von Bitterstoffen ist ganz einfach: Es sind Stoffe, die bitter schmecken. Die einzige Gemeinsamkeit dieser Pflanzenstoffe ist ihr bitterer Geschmack.
Das bedeutet, dass Bitterstoffe völlig unterschiedliche Stoffe aus unterschiedlichen Stoffgruppen sein können. Sobald ein Stoff bitter schmeckt, darf er als Bitterstoff bezeichnet werden (2). So gibt es beispielsweise Bitterstoffe unter den Flavonoiden, Polyphenolen, Terpenen, Peptiden, Aminosäuren und Alkaloiden.
Die Wirkungen und Eigenschaften
Im Körper bewirken (genießbare) Bitterstoffe sehr viel Gutes. Am besten erforscht sind die positiven Eigenschaften und Wirkungen auf die Verdauung.
In der Naturheilkunde werden bittere Stoffe schon lange zur Linderung von Verdauungsbeschwerden eingesetzt, ob im Ayurveda, in der traditionellen chinesischen Medizin oder auch in Europa (Enzian, Wermut, Beifuß etc.) (3).
Die wichtigsten Wirkungen der bitteren Stoffe sind die folgenden:
Sie regen die Verdauung an, fördern die Bildung von Verdauungssäften und unterstützen die Gallen- und Leberfunktionen.
Sie regulieren den Appetit, stoppen Heißhungerattacken sowie die Lust auf Süßes. Auf diese Weise unterstützen sie auch das Abnehmen oder - wenn nötig - den Ausstieg aus der Zuckersucht. (Zur Zuckersucht lesen Sie mehr in unserem Artikel Ausstieg aus der Zuckersucht).
Bitterstoffe helfen auch bei der Entgiftung, tragen zur Entsäuerung bei, helfen dabei, Candida zu bekämpfen und die Darmflora zu regulieren, tragen zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels bei und können u. U. die Symptome einer Histaminintoleranz verbessern.
Die bitteren Stoffe können daher eine wichtige Komponente eines jeden ganzheitlichen Therapie- und Präventionsprogrammes sein.
Zwar sind nicht alle genannten Wirkungen wissenschaftlich belegt, doch seit Jahrtausenden aus der Pflanzenheilkunde und der Erfahrungsmedizin bekannt.
In den letzten Jahren sind die bitteren Stoffe wieder stark in den Fokus der Wissenschaft gerückt, so dass in Zukunft weitere vielversprechende Forschungsresultate zu erwarten sind.
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Die Verdauung wird angeregt
Bitter schmeckende Stoffe wirken bereits im Mund: Beim Kauen reizen sie die Nerven auf der Zunge. Dadurch wird die Produktion von Speichel angeregt. Die Enzyme im Speichel beginnen nun das Essen zu zerlegen – verdauen es also schon einmal vor.
Der Magen wiederum beginnt bereits mit der Produktion von Magensaft. Sobald das zerkaute Essen im Magen angelangt ist, kann dieser sofort mit der Verdauung loslegen. Enthält das Essen dagegen kaum bittere Stoffe, dauert die Verdauung länger.
Der bittere Geschmack stimuliert aber nicht nur den Magen, sondern auch die Leber, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse und den Darm, welche daraufhin mit der Sekretion von Verdauungssäften und Verdauungsenzymen beginnen. Die Leber zum Beispiel wird so beim Entgiften unterstützt.
Aus diesem Grund können Bitterstoffe bei vielen Beschwerden wie Blähungen, Magensäuremangel, Verstopfung, Völlegefühl, aber auch Reizdarm, Gastritis und sogar chronisch entzündlichen Darmerkrankungen helfen (15).
Verdauungsprobleme entstehen durch zu wenige Bitterstoffe
Zu wenige bittere Stoffe in der Ernährung können zu einer trägen Verdauung und Verdauungsbeschwerden, wie Blähungen, Magenschmerzen und Sodbrennen (Reflux), aber auch Abgeschlagenheit und Trägheit führen.
Außerdem können durch ein schlecht funktionierendes Verdauungssystem Nährstoffe nicht richtig aufgenommen und verwertet und Giftstoffe nicht vollständig ausgeschieden werden.
Die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht und pathogene Keime können überhandnehmen. Die Entstehung von Krankheiten wird begünstigt – denn die Verdauung beeinflusst auch alle anderen Körperfunktionen (5).
Beschwerden, die in direktem Zusammenhang mit einem schlecht funktionierenden Verdauungssystem stehen sind: Chronische Magen- bzw. Verdauungsprobleme, Leber- und Gallenbeschwerden und Probleme mit der Bauchspeicheldrüse.
So geht man davon aus, dass eine bitterstoffarme Ernährung an vielen Zivilisations- und Autoimmunerkrankungen, wie z. B. Adipositas, Allergien, Diabetes und Magen-Darm-Erkrankungen, zumindest mitbeteiligt ist.
Diese Krankheiten müssen nicht zwangsläufig auftreten, wenn zu wenige Bitterstoffe aufgenommen werden. Kommen jedoch weitere Faktoren, wie etwa eine insgesamt ballaststoff- und vitalstoffarme Ernährung mit vielen zucker- und mehlreichen Lebensmitteln hinzu, steigt das Risiko.
Weniger Symptome bei Morbus Crohn
Sogar bei schweren Darmerkrankungen wie Morbus Crohn können Bitterstoffe hilfreich sein:
In einer kleinen Studie nahmen 20 Personen mit Morbus Crohn zweimal täglich drei Kapseln mit 250 mg Wermutpulver über 10 Wochen ein. Die Wermutwurzel ist reich an Absinthin, einem Bitterstoff (7).
Im Verlauf dieser 10 Wochen wurden die bisherigen Medikamente mit Ausnahme der Corticoide weiterhin eingenommen. Die Corticoide (z. B. Kortison) wurden dagegen langsam reduziert und ab Woche 10 nicht mehr eingenommen.
In der Wermutgruppe hatten 65 % der Probanden nach Woche 10 fast keine Symptome mehr. Auch nachdem die Wermutkapseln nicht mehr eingenommen wurden, blieb die Wirkung über die Nachuntersuchungszeit von weiteren 10 Wochen bestehen, so dass die Probanden in dieser Zeit keine Corticoide mehr einnehmen mussten.
Dagegen hatten sich die Symptome bei 80 % der Personen in der Placebogruppe nach den 10 Wochen verschlimmert.
Bei den Wermutkapseln handelte es sich um das pflanzliche Präparat SedaCrohn® aus den USA. Die Kapseln enthalten zusätzlich zu den 250 mg Wermutpulver noch 100 mg Rose, 40 mg Kardamom und 10 mg Mastix-Harz.
Weitere Informationen zu dem Präparat und Bestelloptionen finden Sie, wenn Sie im Netz nach „SedaCrohn kaufen“ suchen.
Bei fünf Patienten schlugen die Kapseln jedoch überhaupt nicht an – die Behandlung ist also nicht bei jedem erfolgreich.
Sodbrennen durch zu wenig Magensäure
Sodbrennen wird häufig auf zu viel Magensäure zurückgeführt, die in die Speiseröhre fließt und dort Reizungen verursacht. Weniger bekannt ist, dass Sodbrennen auch durch zu wenig Magensäure auftreten kann.
Grund dafür ist, dass die zu wenig verdaute Nahrung im Magen zu gären beginnt, wodurch sich ein Rückstau in der Speiseröhre bilden kann (23).
Lesen Sie mehr zu diesem Thema in unserem Artikel Magensäuremangel erkennen und natürlich behandeln.
In der ganzheitlichen Medizin kommen in diesem Fall Bitterstoffe zum Einsatz, da diese die Magensaftproduktion anregen und dadurch den Magensäuremangel ausgleichen können. Ursachen von zu wenig Magensäure können zum Beispiel eine chronische Gastritis oder Stress sein.
Auch eine Behandlung mit magensäurehemmenden Medikamenten (Säureblocker) kann einen Magensäuremangel verursachen - doch wären in diesem Fall Bitterstoffe nicht geeignet.
Besser sollte man versuchen, die Säureblocker gegen natürliche Alternativen auszustauschen oder wenigstens die Dosis zu reduzieren.
Lesen Sie dazu mehr in unserem Artikel Alternativen für Säureblocker.
Sodbrennen durch zu viel Magensäure
Sollte sich Ihr Sodbrennen nach der Einnahme von bitteren Stoffen verstärken, besteht der Verdacht, dass Ihr Magen zu viel Magensäure bildet. In diesem Fall sind Bitterstoffe kein geeignetes Mittel gegen Sodbrennen.
In unserem Artikel Sodbrennen - Hausmittel besser als Medikamente stellen wir viele natürliche Maßnahmen gegen Sodbrennen vor.
Heißhungerattacken werden weniger
Bitterstoffe können auch beim Abnehmen helfen, denn sie regulieren den Appetit, was besonders bei Heißhungerattacken hilfreich ist:
Eine Studie konnte zeigen, dass Bitterstoffe die Freisetzung eines Hormons namens Cholecystokinin im Magen-Darm-Trakt anregen. Cholecystokinin hemmt den Appetit.
Diese Reaktion war im Laufe der Evolution wichtig für den Menschen, denn giftige Pflanzen schmecken oft bitter. Das Hormon Cholecystokinin signalisiert dem Gehirn, mit dem Essen aufzuhören, so dass automatisch weniger Giftstoffe aufgenommen werden (8).
Wer also bei der nächsten Heißhungerattacke etwas Bitteres statt Süßes oder Salziges zu sich nimmt, wird schnell merken, dass langfristig Heißhungerattacken weniger werden. Zudem sind Lebensmittel, die bittere Stoffe enthalten, in der Regel gesünder als süße und salzige Snacks.
Zugegeben ist es nicht ganz einfach, bei Lust auf Süßes oder Salziges stattdessen auf etwas Bitteres zurückzugreifen. Behalten Sie jedoch im Hinterkopf, dass Sie Ihren Geschmackssinn dadurch umtrainieren und in Zukunft weniger Heißhunger verspüren werden.
Denn genau so, wie man sich an den bitteren Geschmack von Kaffee und Bier gewöhnen kann, geht dies auch mit anderen bitteren Lebensmitteln (24).
Bessere Fettverdauung
Bitterstoffe regen die Funktion der Leber und der Gallenblase an. Die Leber produziert daraufhin vermehrt Gallenflüssigkeit, so dass die Fettverdauung verbessert wird.
Hautprobleme bessern sich
Auch für die Haut haben Bitterstoffe eine wichtige Funktion: Äußerlich angewendet, z. B. als Creme fördern sie die Kollagen- und Lipidbildung und wirken entzündungshemmend.
Lipide sind Fettstoffe, die die Haut vor Umwelteinflüssen und Austrocknung schützen. Kollagen hält die Haut elastisch und die Hautbarriere intakt.
Die kann für die Behandlung von Hautkrankheiten mit einer Barrierestörung, wie z. B. bei der Neurodermitis oder sehr trockener Haut genutzt werden (1).
Die entzündungshemmende Eigenschaft könnte bei der Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen wie etwa der Schuppenflechte hilfreich sein (10).
Bei den untersuchten Bitterstoffen handelte es sich um Salicin aus der Weidenrinde und Amarogentin aus der Enzianwurzel. Amarogentin gilt als eine der bittersten in der Natur vorkommenden Substanzen.
Antidepressive Wirkung?
Bittermittel besitzen auch ein antidepressives und konstitutionstherapeutisches Potential - so ein Artikel, der 2010 in der Schweizerischen Zeitschrift für Ganzheitsmedizin erschienen war (12).
Mit Konstitutionstherapie ist eine Behandlung gemeint, mit der stets das gesamte System gestärkt wird, also nicht nur ein einzelnes Symptom. Das Ziel einer solchen Therapie ist eine bessere Widerstandskraft, harmonischere Körperfunktionen und eine stabilere Grundverfassung.
Bedingt durch ihre Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt beeinflussen Bittermittel das Gesamtbefinden (über die Darm-Hirn-Achse). Sie können daher auch bei Müdigkeit, Erschöpfung, Stress oder stressbedingten Symptomen zum Einsatz kommen.
Über die Darm–Hirn-Achse werden die Neurotransmitter im Gehirn beeinflusst. Eine aktivere Verdauung und gesündere Darmflora kann über diesen Weg auf den Serotoninhaushalt, die Stresshormon-Regulation und die allgemeine Stimmung günstig einwirken.
Bittermittel bessern also das psychische Befinden nicht über dieselben Wirkmechanismen wie Antidepressiva, sondern wirken eher indirekt auf die Stimmung.
Bitterstoff ist nicht gleich Bitterstoff
In der Pflanzenheilkunde werden Bitterstoffpflanzen (Amara - von lat. amarum für bitter) ihrer Wirkungsweise entsprechend in verschiedene Bitterpflanzen-Kategorien eingeteilt (13).
Sie werden in kleinen Mengen kurweise zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, etwa in Form von Tee, Frischpflanzenpresssaft oder auch in Kapselform. Es sind also Heilpflanzen und keine bitter schmeckenden Lebensmittel, wie z. B. Rucola.
In größeren Mengen können sie auch Nebenwirkungen haben.
Die folgende Einteilung in drei Amara-Gruppen stammt aus dem Mittelalter, wird aber noch heute in der Pflanzenheilkunde so genutzt. Sie beruht jedoch auf Geschmack und grober Wirkungsbeobachtung – nicht auf heutiger Pflanzenchemie.
Amara tonica (oder Amara pura)
Diese Pflanzen enthalten insbesondere Bitterstoffe, zum Beispiel Gelber Enzian und Tausendgüldenkraut.
Amara aromatica
Diese Pflanzen enthalten neben Bitterstoffen auch noch ätherische Öle, die zur Gesamtwirkung der Pflanze beitragen. Amara aromatica sind zum Beispiel Engelwurz, Schafgarbe und Wermut.
Amara acria
Diese Pflanzen beinhalten neben Bitterstoffen auch noch Scharfstoffe. Amara acria sind zum Beispiel Ingwer, Galgant und Kardamom.
Bitterstoffpflanzen, die in keine Kategorie passen
Viele Pflanzen, die bitter schmecken, z. B. Löwenzahn, Mariendistel oder Kurkuma lassen sich keiner der drei Kategorien zuordnen. Man listet sie daher häufig unter „weitere Bitterstoffpflanzen“ auf.
Bitterwerte von Heilpflanzen im Vergleich
Wie bitter Pflanzen oder Stoffe schmecken, wird mit dem Bitterwert bestimmt. Je höher der Bitterwert, desto bitterer der Geschmack (14).
Die beiden Spitzenreiter im Bereich der bitteren Heilpflanzen sind die Enzianwurzel und das Wermutkraut mit Bitterwerten von 10.000 bis 25.000, gefolgt von der Teufelskrallenwurzel und den Artischockenblättern mit Werten von 5.000 bis 15.000.
Auch Fieberkleeblätter und das Tausendgüldenkraut sind sehr bittere Heilpflanzen mit Werten bis zu 10.000. Die Chinarinde, das Benediktenkraut und das Andornkraut können 2.500 bis 3.000 erreichen.
Alle diese Heilpflanzen schmecken wirklich sehr bitter. Eine gemäßigte Bitterstoffpflanze ist hingegen der Löwenzahn. Seine Wurzel erreicht Werte von 100 und etwas mehr.
Weitere Bitterstoffpflanzen (von denen aber konkrete Werte fehlen) sind der Beifuß, die Bittere Schleifenblume, die Mariendistel, die Schafgarbe, der Galgant und die Engelwurz (auch Angelikawurzel genannt).
Wenn Sie sich für die Details der Pflanzenheilkunde interessieren, sind die Bücher von Ursel Bühring empfehlenswert, z. B. * Praxis Heilpflanzenkunde.
Diese Lebensmittel enthalten Bitterstoffe
Auch in Gemüse, Früchten und Küchenkräutern sind bittere Stoffe enthalten – jedoch in geringeren Mengen, da sie zum Teil herausgezüchtet wurden.
Bitteres Gemüse
Der Zuckerhut ist ein Wintersalat, Cichorium intybus var. foliosum, der mit dem Chicorée und Radiccio verwandt ist, aber eher wie eine Mischung aus Chinakohl und Römersalat aussieht. Er schmeckt (genau wie der Kulturlöwenzahn) noch deutlich bitter.
In Supermärkten erhält man ihn selten, aber im Bioladen. Oder Sie pflanzen ihn selbst an.
Schon weniger bitter schmecken mittlerweile Chicorée, Radicchio, Endivie, Rucola und Kohlgemüse, z. B. Rosenkohl und Grünkohl.
Bittere Früchte
Bei den Früchten sind es die Grapefruit und die Pomelo, die dank Naringin und Limonoiden eindeutig bitter schmecken.
Auch andere Zitrusfrüchte können bitter schmecken, aber nur wenn man die weiße Haut (Albedo) oder die Schale mitisst. Das Fruchtfleisch von Orange, Mandarine und Zitrone aber enthält kaum oder keine Bitterstoffe.
Kumquats sind bitter, weil man die Schale mitisst. Dort sind bittere Flavonoide (Naringin) und Limonoide enthalten. Das Fruchtfleisch ist eher sauer-süß.
In Trauben - wenn man die Kerne mitisst - sind bittere Tannine, u. a. das bekannte OPC.
Beim Granatapfel sind die weißen Trennmembrane sehr bitter. Dort stecken das bittere Punicalagin und Punicalin (beides Tannine) sowie die Ellagsäure.
Aroniabeeren sind bitter, weil sie Proanthocyanidine enthalten (ebenfalls Tannine).
Auch Oliven sind bitter. Sie enthalten den Bitterstoff Oleuropein, aber nur, wenn man sie frisch vom Baum zu essen versucht. Durch die anschließende Verarbeitung wird das Oleuropein fast vollständig entfernt.
Bittere Kräuter und Gewürze
Kräuter und Gewürze liefern ebenfalls Bitterstoffe. Doch werden Sie im Allgemeinen nur in sehr kleinen Mengen verzehrt.
Zu den bitteren Kräutern zählen Petersilie, Koriander, Oregano, Pfefferminze, Salbei und Lavendelblüten.
Bitterstoffhaltige Gewürze sind z. B. Kurkuma, Schwarzkümmel, Kardamom, Ingwer, Zimt, Senfkörner und Pfeffer.
Bittere Heilpflanzen
Viele Heilpflanzen, Kräuter und sonstige bitterstoffreiche Pflanzen können als Tee angewendet werden: So zum Beispiel Artischockenblätter, Engelwurz, Wermutkraut, Tausendgüldenkraut, Löwenzahn oder die Enzianwurzel.
Fertige Teemischungen aus diesen Heilpflanzen gibt es im Handel zu kaufen. Natürlich können Sie die Pflanzen auch sammeln oder im Garten anpflanzen und dann trocknen.
Grüner Tee enthält ebenfalls bittere Stoffe und auch Magen-Darm-Tee wird häufig aus bitterstoffreichen Pflanzen hergestellt.
Mittlerweile sind Bitterstoffe so beliebt geworden, dass es sogar "Bitter-Tees" zu kaufen gibt:
* Einen Bitterstoff-Tee finden Sie hier: BitterLiebe Kräutertee.
Damit die bitteren Stoffe durch die Hitze nicht verloren gehen, sollten sie für die Zubereitung als Tee nur mit heißem Wasser aufgegossen, nicht aber in heißem Wasser gekocht werden. Anschließend sollte man den Tee nicht länger als 10 Minuten ziehen lassen.
Die Pflanzen können auch als Pulvermischungen gekauft und dann eingenommen werden - z. B. mit dieser * Mischung.
Bitterstoffe in Kaffee
Der Gehalt an bitteren Stoffen im Kaffee hängt stark von Sorte und Röstgrad ab.
Zu den wichtigsten Bitterstoffen zählen die beim Rösten entstehenden Melanoidine sowie die Chlorogensäuren und besonders deren Abbauprodukte (z. B. Lactone).
Je dunkler die Röstung, desto mehr Chlorogensäuren werden abgebaut, während die Röstbitterstoffe zunehmen.
Auch Koffein schmeckt bitter, trägt aber nur zu etwa 5–10 % zur Gesamtbitterkeit eines Kaffees bei.
Bitterstoffe in alkoholischen Getränken
Viele Menschen schwören auf die verdauungsfördernde Wirkung von Alkohol und trinken zum Beispiel ein Glas Wein zum Essen oder einen Verdauungsschnaps danach.
Tatsächlich enthalten bestimmte alkoholhaltige Getränke bitterstoffhaltige Pflanzen oder bestehen selbst aus bitterstoffhaltigen Pflanzen:
Bier enthält bitteren Hopfen, Rotwein bitter schmeckende Tannine und Kräuterliköre enthalten bittere Kräuter. Eine kleine Studie an der Universität Zürich mit 20 Probanden zeigte jedoch, dass die Verdauung umso schlechter funktionierte, je mehr Alkohol die Probanden tranken (28).
Auf alkoholische Getränke sollte man zur Versorgung mit Bitterstoffen also nicht setzen. Nun enthalten viele Bitterstoff-Präparate jedoch Alkohol als Lösungsmittel. Wirkt der Alkohol sich darin nicht auch negativ auf die Verdauung aus?
Nein, denn im Unterschied zu alkoholischen Getränken sind die Bitterstoffe in Präparaten viel höher konzentriert, so dass man nur wenige Tropfen davon zu sich nimmt und daher auch nur wenig Alkohol.
Sind Bitterstoffe hitzeempfindlich?
Viele Bitterstoffe sind nicht hitzeempfindlich, z. B. Flavonoide (z. B. Naringin in Grapefruit), Sesquiterpenlactone (z. B. in Endivie, Löwenzahn, Schafgarbe), Tannine und Triterpene.
Sie werden durch normales Kochen daher auch kaum zerstört. Die Stoffe lösen sich aber im Kochwasser. Wird dieses weggegossen, verschwinden auch die Bitterstoffe und das Gemüse schmeckt nun milder.
Einige wenige Bitterstoffe werden beim Erhitzen aber auch abgebaut oder umgewandelt, z. B. Isothiocyanate (Senföle).
Vorsicht bei Bitterstoffen aus diesen Gemüsen
Die Bitterstoffe aus einigen Gemüsearten wurden jedoch nicht ohne Grund herausgezüchtet: Bestimmte bittere Stoffe können giftig wirken. So etwa die bitteren Stoffe aus der Zucchini und dem Kürbis oder das Solanin aus Kartoffeln, Tomaten und der Aubergine (22).
Cucurbitacine nennen sich die bitteren Stoffe in Kürbisgewächsen (Zucchini, Kürbis, Gurke, Melone): Testen Sie daher vor der Zubereitung ein kleines Stücken des rohen Gemüses. Schmeckt es bitter, essen Sie es nicht.
Der Bitterstoff Solanin kann in Kartoffeln, Tomaten und Auberginen vorkommen. Sie beugen der Solaninbildung vor, indem Sie Kartoffeln kühl, dunkel und trocken lagern und grüne Stellen und Keime vor dem Kochen großzügig entfernen. Als Faustregel gilt:
Kartoffeln mit Keimen, die über 1 cm lang sind, nicht mehr essen. Unreife Tomaten und Auberginen nachreifen lassen, Stielansatz herausschneiden.
Aus Supermarkt-Gemüse wurden die Cucurbitacine und das Solanin zwar herausgezüchtet – Stressfaktoren, wie Hitze und Trockenheit, sollen jedoch dazu führen können, dass Pflanzen wieder in alte Muster zurückfallen und plötzlich wieder Bitterstoffe ausbilden.
Verwenden Hobbygärtner ihr eigenes Saatgut, können die Cucurbitacine ebenfalls durch spontane Mutation oder Kreuzung mit Zierkürbissen wieder auftreten. Dieses Risiko lässt sich reduzieren, indem man keine Zierkürbisse in der Nähe von essbaren Kürbissen anbaut (19).
* Hier erhalten Sie Bitterstoff-Tropfen (mit Alkohol).
Auch leicht bitterer Geschmack kann hier schädlich sein!
Schmecken die Zucchini, der Kürbis oder die Gurke bitter, sollten Sie diese keinesfalls weiteressen – denn auch ein leicht bitterer Geschmack deutet bei diesen Gemüsearten bereits auf Cucurbitacine hin.
Schon bei sehr geringen Mengen können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall die Folge sein. In Mengen von 1 mg pro kg Körpergewicht können die Cucurbitacine zum Tod führen (25).
Das Solanin in Kartoffeln, Tomaten und Auberginen kann ab 1 mg pro kg Körpergewicht zu Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Krämpfen führen. Die tödliche Dosis liegt bei 400 mg, was je nach Solaningehalt mehreren Kilogramm Kartoffeln (mit Schale) entspräche (26).
Bitterstoffe einnehmen: Kapseln oder Pulver?
Wenn es nun um die Einnahme von Bitterstoffen geht, dann sind damit nicht Cucurbitacine und auch nicht Solanin gemeint, sondern die weiter oben genannten Amara.
Diese gibt es auch in Form von Tropfen, Pulver, Säften und Kapseln zu kaufen. Eine qualitativ hochwertige Bitterstoff-Nahrungsergänzung beinhaltet in der Regel verschiedene Arten bitterstoffhaltiger Pflanzen, zum Beispiel Enzian, Tausendgüldenkraut, Schafgarbe, Löwenzahn usw.
Bis vor wenigen Jahren war man noch der Meinung, man müsse bittere Stoffe in jedem Fall so einnehmen, dass sie direkt im Mund wirken können. Von Kapseln wurde abgeraten.
Inzwischen aber weiß man, dass Bitterstoff-Rezeptoren nicht nur im Mund, sondern im ganzen Körper vorkommen, also auch im Magen, im Darm, ja sogar im Gehirn, in der Lunge und in der Haut.
Bitterstoffe können somit auch in Kapselform eingenommen werden, was besonders für jene Menschen wichtig ist, die sich so gar nicht mit dem bitteren Geschmack anfreunden können. Heißhungerattacken aber verschwinden besser und schneller, wenn man die bitteren Stoffe im Mund wirken lässt.
Interessant ist außerdem, dass es 25 Geschmacksrezeptoren für bittere Geschmäcker gibt, während es für süße Geschmäcker nur 3 gibt. Einerseits ist dies vermutlich auf den oben beschriebenen Warneffekt zurückzuführen, damit Giftpflanzen schnell erkannt werden (4).
Andererseits scheinen bittere Pflanzenstoffe aber auch für den Körper von so großer Bedeutung zu sein, dass er bestmöglich von ihrer Wirkung profitieren möchte.
Denn beim Andocken eines Bitterstoffes an einen Rezeptor wird eine ganze Signalkaskade ausgelöst, die vollkommen unterschiedliche Wirkungen haben kann – je nachdem wo im Körper sich der Rezeptor befindet. Die Wissenschaft steht bei der Erforschung dieser komplexen Reaktionen aber noch relativ am Anfang.
Welche Präparate gibt es?
Nachfolgend vergleichen wir die verschiedenen Nahrungsergänzungsmittel, die es mit Bitterstoffen im Handel gibt:
Bitterstoffe in flüssiger Form
Bitterstoffe werden am häufigsten in flüssiger Form angeboten, zum Beispiel als Konzentrat mit Tropfen-Applikator bzw. Pipette, als Spray oder als Kräuterelixier. Flüssige Produkte bieten den Vorteil, dass ihre Wirkung bereits bei Kontakt mit den Bitterstoff-Rezeptoren im Mund eintritt.
In flüssiger Form sind die bitteren Stoffe häufig in Alkohol gelöst, es gibt jedoch auch Produkte ohne Alkohol. Achten Sie außerdem darauf, dass keine künstlichen Aromen, Zucker, Süßungsmittel oder sonstigen Zusatzstoffe enthalten sind – diese Informationen stehen in der Inhaltsangabe.
Für manche ist der bittere Geschmack zu Beginn etwas störend. Nach ein paar Einnahmen gewöhnt man sich jedoch daran, die Geschmacksknospen werden umtrainiert – weg von süß und salzig, hin zu bitter.
Wer sich mit dem Geschmack überhaupt nicht anfreunden kann, könnte die Bitterstoffe zu Beginn mit etwas Wasser verdünnen und die Wassermenge dann immer weiter reduzieren, um sich langsam heranzutasten.
Bitterstoffe in Kapseln
Bitterstoff-Kapseln erleichtern Personen, die den bitteren Geschmack vermeiden wollen, die Einnahme. Zwar glaubte man früher, die bitteren Stoffe müssten im Mund wirken, da nur dort Bitterrezeptoren vorhanden seien.
Da man aber inzwischen auch entsprechende Rezeptoren im übrigen Magen-Darm-Trakt gefunden hat, steht der Kapsel-Einnahme nichts mehr im Wege.
Die Mundschleimhaut und damit der bittere Geschmack wird umgangen, die Bitterstoffe wirken aber dennoch, nämlich über die Rezeptoren in Magen und Darm. Achten Sie auch hier darauf, dass die Kapseln keine Zusatzstoffe, wie Füll- oder Trennmittel enthalten.
Bitterstoffe als Pulver
Bitterstoffe in Pulverform sind die natürlichste, einfachste und unserer Ansicht nach beste Bitterstoffform. Optimal ist es, wenn Sie einen Viertel Teelöffel davon einfach direkt in den Mund nehmen - pur und ohne Wasser, z. B. * dieses Bitterpulver.
Die Speichelbildung setzt schnell ein. Lassen Sie das bittere Pulver einwirken und schlucken Sie sie nach 1 bis 3 Minuten. Anfangs schmeckt das Pulver sehr bitter. Bleiben Sie stark und am Ball! Schon nach wenigen Einnahmen merken Sie, wie Sie sich daran gewöhnen - und irgendwann lieben Sie den bitteren Geschmack.
Natürlich können Sie Bitterpulver auch in Ihre Ernährung einbauen, wenn Ihnen der bittere Effekt nicht zu stark ist, z. B. in den Smoothie, ins Müsli oder ins Salat-Dressing.
Bitterstoffe richtig einnehmen
Damit die Bitterstoffe ihre positive Wirkung auf die Verdauung entfalten können, nimmt man sie vor oder nach dem Essen:
Bei einer Einnahme vor dem Essen (10 bis 30 Minuten vorher) bereiten sie das Verdauungssystem optimal auf die Nahrungsverarbeitung vor; nach dem Essen unterstützen sie bei Völlegefühl, Blähungen oder Bauchschmerzen, so dass man sich schnell wieder aktiv und weniger abgeschlagen fühlt.
Von den flüssigen Bitterpräparaten nehmen Sie die angegebene Menge (z. B. 25 Tropfen, 5 Sprühstöße oder einen Esslöffel) drei Mal täglich vor oder nach dem Essen. Behalten Sie die Flüssigkeit für etwa ein bis zwei Minuten im Mund, so dass die bitteren Stoffe bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können .
Bedenken Sie bei der Einnahme, dass die Bitterstoffe den oben beschriebenen Effekt auf das Sättigungsgefühl nur haben, wenn Sie vor dem Essen eingenommen werden (siehe „Bitterstoffe gegen Heißhunger“).
Die Kapseln nehmen Sie ebenfalls drei Mal täglich ein – am besten mit einem Glas Wasser vor dem Essen, denn ihre Wirkung entfaltet sich langsamer als die der flüssigen Produkte.
Bei den Pulvern dosieren Sie die angegebene Dosis am besten mit einem Löffel. Bevor Sie das Pulver in den Smoothie oder ins Müsli geben, sollten sie testen, wie bitter das Pulver schmeckt. Womöglich möchten Sie dann nicht die ganze Tagesdosis hinzugeben, sondern die Dosis auf mehrere Mahlzeiten aufteilen. Dann könnten Sie zum Beispiel morgens etwas Pulver in Ihr Müsli, mittags etwas in den Smoothie und abends etwas in die Salatsauce geben.
Bitterstoff-Produkte unterscheiden sich nach den enthaltenen Pflanzen, entsprechend können die angegebenen Dosierungen abweichen. Lesen Sie daher die Anwendungsempfehlung auf den Produkten.
Die Bitterstoff-Kur
Bitterpräparate eignen sich als Hausmittel für die gelegentliche Einnahme, z. B. bei Völlegefühl nach einem deftigen Essen. Besser wäre es hier aber natürlich, Sie würden erstens die Bitterstoffe schon vor dem Essen einnehmen, damit gleich im Vorfeld mehr Verdauungssäfte gebildet werden.
Zweitens wäre es sinnvoll, die Ernährung so zu gestalten bzw. so langsam zu essen und so gründlich zu kauen, dass die Mahlzeiten eben nicht zu Völlegefühlen führen können.
Auch bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden können Bitterstoffpräparate in die Therapie eingebunden werden - z. B. in Form einer Bitterstoff-Kur.
Dazu nehmen Sie vier Wochen lang bis zu dreimal täglich - jeweils wenige Minuten vor den Mahlzeiten - Bitterstoffe ein. Sie können die Kur auch verlängern, wenn Sie möchten.
Wer weiß, vielleicht möchten Sie gar nicht mehr auf Ihre tägliche Dosis Bittersubstanzen verzichten und bekommen auch wieder Lust, mehr bitterstoffhaltiges Gemüse in Ihren Speiseplan einzubauen.
Wann tritt die Wirkung ein?
Oft wirken Bitterstoffe gleich nach der Einnahme - etwa, wenn man den Süßhunger bremsen oder den Magen bei Völlegefühl in Schwung bringen will. Bei chronischen Beschwerden kann es hingegen einige Zeit dauern, bis eine Wirkung eintritt.
Wer sollte keine Bitterstoffe nehmen?
Wenn Sie Magengeschwüre, Zwölffingerdarmgeschwüre, Gallensteine oder Sodbrennen aufgrund von zu viel Magensäure haben, sollten Sie keine Bitterstoffe einnehmen.
Nebenwirkungen
Bei empfindlichen Personen können bittere Pflanzenstoffe zu Beginn abführend wirken oder zu Bauchschmerzen und Übelkeit führen. Dies kann auch daran liegen, dass der Körper Bitterstoffe nicht mehr gewohnt ist und sich auch erst wieder daran gewöhnen muss. Starten Sie daher mit einer kleinen Dosis und steigern Sie diese langsam über mehrere Tage.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Da es die unterschiedlichsten Bitterstoffe gibt, sind Wechselwirkungen mit Medikamenten nicht ausgeschlossen. Die bitteren Stoffe namens Naringin und Furanocumarin zum Beispiel, die in Grapefruits und in der Pomelo vorkommen, vertragen sich mit einigen Medikamenten nicht.
Aus diesem Grund wird in vielen Packungsbeilagen vor den Wechselwirkungen mit der Grapefruit gewarnt.
Auch in Bitterpräparaten sind manchmal die bitteren Pflanzenstoffe aus der Pomelo enthalten. Sicherheitshalber sollten diese Bitterstoffe daher nicht mit der Antibabypille, Calciumkanalblockern oder Statinen eingenommen werden, denn sie könnten die Wirkung der Medikamente verstärken oder abschwächen.
Eine Liste der Wirkstoffe, die mit den bitteren Substanzen aus der Grapefruit und weiteren Zitrusfrüchten interagieren, finden Sie in unserem Artikel Grapefruit und Medikamente - Eine schlechte Kombination.
Fazit: Bitterstoffe haben viele Vorteile
Bitterstoffe haben so viele Vorteile für die Gesundheit, dass es sich sehr lohnt, verstärkt bittere Lebensmittel zu essen oder auch einmal eine Kur mit Bitterstoffpräparaten zu machen.