Obst und Früchte
Erdbeeren: Sinnlicher Genuss

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 23.06.2018
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Erdbeeren: Sinnlicher Genuss
© istockphoto.com/Savushkin

Die Erdbeere zählt aufgrund ihres köstlichen Aromas zu den verführerischsten Früchten der Welt. Auch verfügen nicht nur ihre Blätter, sondern auch die leckeren Früchte über heilsame Eigenschaften, so dass die Erdbeere wohl schon in der Steinzeit als Heilmittel eingesetzt wurde. Erdbeeren sind ein antioxidatives Kraftpaket. Kein Wunder haben zahlreiche Studien gezeigt, dass Erdbeeren bei Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Entzündungen helfen, ausserdem Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und das Gedächtnis auf Vordermann bringen.

Die Erdbeere – ein Symbol für Sinnlichkeit und Gesundheit

Die Erdbeere ist rot wie die Liebe und süss wie die Sünde – kein Wunder, dass sich allerlei Mythen um die leckeren Früchtchen ranken. Etlichen Liebesgöttinnen wie Frigg und Venus diente sie als Attribut, und Poeten aller Zeitalter liessen sich von ihr inspirieren. Der römische Dichter Vergil bezeichnete die Erdbeere als kleine süsse Götterfrucht, und der deutsche Schriftsteller Paul Zech war ganz „wild nach dem Erdbeermund“.

In Märchen und Legenden spielen Erdbeeren oft eine zentrale Rolle, so auch in Grimms „Grossmütterchen Immergrün“, wo Kinder die heilenden Früchte für ihre kranke Mutter sammeln. In der Tat gelten Erdbeeren seit Jahrtausenden als Heilmittel, das u. a. bei Leber- und Gallenleiden, Herzerkrankungen, Masern und sogar bei Pocken angewandt wurde.

Die gerbstoffreichen Erdbeerblätter sind oft in Teemischungen enthalten und werden in der Volksmedizin vordergründig bei Magen-Darm-Beschwerden (Durchfall), aber auch bei chronischen Entzündungen (z. B. Rheuma) angewandt. Man sammelt sie am besten vor der Blüte, darf aber hier kein Erdbeeraroma erwarten. Die Blätter schmecken herb und wenig einladend.

Woher stammt die Gartenerdbeere?

Archäologischen Funden zufolge wurde die Erdbeere bereits in der Steinzeit sehr geschätzt und zählt somit zu den ältesten Süssigkeiten der Menschheit. Man sammelte erst die wilden kleinen Walderdbeeren. Später im Mittelalter baute man diese bereits auf grossen Feldern an.

Heute essen wir vorwiegend die Gartenerdbeere (Fragaria × ananassa). Sie entstand erst Mitte des 18. Jahrhunderts und ist die Tochter der aromatischen nordamerikanischen Scharlach-Erdbeere und der grossfrüchtigen Chile-Erdbeere. Schnell wurde die Gartenerdbeere zum Star in den europäischen Gärten.

Die Erdbeere ist keine Beere

Übrigens ist die Erdbeere botanisch betrachtet gar keine Beere, sondern eine Sammelfrucht. Die eigentlichen Früchte sind die winzigen gelben Nüsschen auf der roten „Beere“. Inzwischen gibt es mehr als 100 Gartenerdbeersorten, von denen im erwerbsmässigen Obstbau nur 30 wie etwa Sonata oder Lambada Bedeutung haben. Eines haben aber alle Erdbeeren gemeinsam: Sie sind äusserst vitalstoffreich.

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Die Makronährstoffe

Erdbeeren schmecken so köstlich, dass man kaum genug von ihnen bekommen kann. Wie gut, dass Zurückhaltung auch gar nicht nötig ist, denn sie bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und enthalten nur 32 kcal pro 100 Gramm. In 100 Gramm frischer Früchte stecken ausserdem:

Das Fruktose-Glukose-Verhältnis der Erdbeere liegt fast auf den Punkt bei 1:1, so dass auch Menschen mit Fructoseintoleranz Erdbeeren in gemässigten Mengen häufig relativ gut vertragen.

Die leckeren Früchtchen haben eine niedrige Glykämische Last (GL) von 1,3, was bedeutet, dass sie sich kaum auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Zum Vergleich: Weissbrot verfügt über eine GL von knapp 40, ein Schokoriegel von etwa 35.

Die Vitamine und Mineralstoffe

Erdbeeren enthalten zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, welche sehr zu ihrem gesundheitlichen Wert beitragen. Dazu zählen beispielsweise die folgenden, wieder bezogen auf 100 Gramm frische Früchte:

  • 50 µg Vitamin B2 (4,2 Prozent der NRV = empfohlene Tagesdosis): Wirkt einem Energiedefizit entgegen und kurbelt die Fettverbrennung an.
  • 733 µg Vitamin B3 (4,3 Prozent der NRV): Ist wichtig für den Cholesterinstoffwechsel und die Regulierung des Blutzuckers.
  • 300 µg Vitamin B5 (5 Prozent der NRV): Ist auch als Pantothensäure bekannt und unverzichtbar für den Stressabbau und den Stoffwechsel der Steroidhormone.
  • 16 µg Vitamin B9/Folsäure (4 Prozent der NRV): Wirkt bei der Bildung von Blutkörperchen und Schleimhautzellen mit und trägt zum Abbau des Zellgifts Homocystein bei, das andernfalls die Blutgefässe beschädigen kann.
  • 65 mg Vitamin C (65 Prozent der NRV): Das Antioxidans neutralisiert freie Radikale, hemmt die Bildung von krebserregenden Stoffen und verbessert die Eisenaufnahme.
  • 13 µg Vitamin K (18,6 Prozent der NRV): Ist wichtig für die Blutgerinnung sowie für einen gesunden Knochenaufbau und damit für eine wirkungsvolle Osteoporoseprävention.
  • 120 µg Kupfer (9,6 Prozent der NRV): Ist an der Bildung von Bindegewebe sowie Blut und an der Funktion des Nervensystems beteiligt.
  • 1 mg Eisen (7,7 Prozent der NRV): Spielt in puncto Stoffwechsel eine essenzielle Rolle und ist für den Sauerstofftransport im Blut zuständig.
  • 225 µg Mangan (6,4 Prozent der NRV): Hilft bei der Herstellung von Melanin (dem Hautfarbstoff) und von Botenstoffen des Nervensystems.
  • 15 mg Magnesium (4,3 Prozent der NRV): Trägt zur Energieerzeugung der Körperzellen bei und hilft den Muskeln dabei, sich zu entspannen.

Die sekundären Pflanzenstoffe

Laut dem Review eines internationalen Forscherteams haben inzwischen zahlreiche Studien gezeigt, dass Erdbeeren sowohl in Bezug auf die Prävention als auch auf die Heilung von Krankheiten ein grosses Potential haben. Durch den Genuss der roten Früchte kann oxidativem Stress und Entzündungen entgegengewirkt und das Risiko für Übergewicht, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs gesenkt werden.

Dies ist einerseits auf den hohen Gehalt an Vitalstoffen, andererseits auf eine ganze Reihe von sekundären Pflanzenstoffen zurückzuführen, wozu insbesondere Polyphenole wie Anthocyane, Quercetin, Kaempferol, Fisetin, Ellagsäure und Catechine zählen.

Laut norwegischen Forschern schwankt der Gehalt an bioaktiven Substanzen stark und ist u. a. von der Sorte abhängig. Analysen von 27 Erdbeersorten haben gezeigt, dass in 100 Gramm Erdbeeren zwischen 57 und 133 Milligramm phenolische Verbindungen stecken. Die Anthocyane, die den Erdbeeren ihre leuchtend rote Farbe verleihen, zählen zu ihren wichtigsten sekundären Pflanzenstoffen. Ihr Gehalt liegt zwischen 8,5 und 66 Milligramm und steigt im Laufe der Reifung kontinuierlich.

Eine Studie italienischer und spanischer Wissenschaftler hat eine besonders interessante Entdeckung zutage gebracht: In den Nüsschen der Erdbeere stecken ungefähr 40 Prozent der Antioxidantien. Darum ist es sehr kontraproduktiv, wenn die Früchte z. B. bei der Herstellung von Erdbeermus durch ein Sieb gestrichen werden.

Das Hungergefühl wird reduziert

In den Industrieländern ist Übergewicht ein grosses Übel – mehr als die Hälfte aller Deutschen sind bereits davon betroffen. Nun haben jedoch diverse Studien gezeigt, dass Erdbeeren bei Übergewicht einige Vorteile bieten. Sie erhöhen den Spiegel eines Hormons namens Adiponectin, das u. a. für die Regulierung des Hungergefühls zuständig ist. 

Ausserdem mindern die in den Erdbeeren enthaltenen Antioxidantien den oxidativen Stress, der bei übergewichtigen Menschen stets ausgeprägter ist als bei normalgewichtigen.

Der Antioxidantienspiegel steigt nach Erdbeerverzehr

An einer im Jahr 2016 an der Oklahoma State University durchgeführten Studie haben 60 stark übergewichtige Probanden mit erhöhten Blutfetten teilgenommen. Man teilte sie in vier Gruppen ein. Zwei Gruppen erhielten 12 Wochen lang täglich ein Getränk mit 25 Gramm bzw. 50 Gramm gefriergetrockneten Erdbeeren. Die anderen beiden Gruppen tranken täglich ein Kontrollgetränk, dessen Kalorien- und Ballaststoffgehalt mit den Erdbeerdrinks identisch war.

Vor und nach der Studie wurden bei allen Probanden u. a. die antioxidative Kapazität des Plasmas und der Glutathion-Spiegel überprüft. Glutathion zählt zu den wichtigsten antioxidativen Stoffen im Körper. Die Forscher stellten fest, dass die Erdbeergruppen in jeder Hinsicht besser abschnitten.

Der Cholesterinspiegel sinkt

In einer weiteren Studie fanden US-amerikanische Wissenschaftler vom Western Human Nutrition Research Center im Rahmen einer siebenwöchigen doppelblinden Studie heraus, dass bei übergewichtigen Menschen mithilfe von Erdbeeren (4 Portionen pro Tag, wobei 1 Portion etwa 80 g entspricht) der Cholesterinspiegel gesenkt und das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes reduziert werden kann.

Die Insulinempfindlichkeit bessert sich

An einer Studie an der University of California nahmen 21 Patienten mit Insulinresistenz teil. Bei einer Insulinresistenz reagieren die Zellen nicht mehr so gut auf Insulin (jenem Hormon, das den Blutzucker in die Zellen transportieren will), wodurch der Blutzuckerspiegel steigt und auch die Insulinkonzentration.

Alle Teilnehmer nahmen eine kohlenhydrat- und fettreiche Mahlzeit zu sich. Anschliessend erhielten sie ein Getränk mit 0, 10, 20 oder 40 Gramm gefriergetrocknetem Erdbeerpulver.

Bei jenen Probanden, die das Getränk mit der grössten Erdbeerpulvermenge genossen hatten, war die Insulinkonzentration im Blut nach dem Essen signifikant niedriger als bei den übrigen Teilnehmern. Die Forscher kamen zum Schluss, dass mit Hilfe von Erdbeeren die Insulinempfindlichkeit bei Menschen mit Insulinresistenz verbessert werden kann. Die Wirkung wurde auf die Anthocyane zurückgeführt.

Mit Erdbeeren Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und das Gedächtnis stärken

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in den Industrieländern die mit Abstand häufigste Todesursache. Laut Studien helfen Erdbeeren dabei, Risikofaktoren wie einem zu hohen Blutzuckerspiegel und Blutdruck entgegenzuwirken und das Herz gesund zu erhalten. Forscher von der Harvard Medical School empfehlen deshalb, Erdbeeren und Blaubeeren dreimal pro Woche in den Speiseplan einzubauen.

Dr. Rimm und sein Team haben die Daten von fast 100.000 Frauen zwischen 25 und 42 Jahren erhoben. Die Studie ergab, dass jene Frauen das grösste Risiko für Herzkrankheiten hatten, die am wenigsten Beeren gegessen hatten. Bei denen, welche die meisten Beeren verzehrt hatten, war das Risiko im Vergleich um 34 Prozent geringer.

Die Forscher schreiben diese präventive Wirkung vordergründig den Anthocyanen zu, da diese den Blutdruck senken und den Blutgefässen zu mehr Elastizität verhelfen. Drei Portionen Erdbeeren (240 g) oder Blaubeeren pro Woche würden schon ausreichen, um das Herz zu schützen.

An der Lund University in Schweden wurde überdies untersucht, wie sich ein Beerengetränk auf die kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen (zwischen 50 und 70 Jahren) auswirkt. Nach 5 Wochen hatte sich das Gedächtnis der Probanden in der Beerengruppe deutlich verbessert. Die Wissenschaftler gaben an, dass mit Hilfe von Beeren dem Abbau kognitiver Fähigkeiten entgegengewirkt werden könne.

Entzündungen und Schmerzen werden gemindert

Die Anthocyane in Erdbeeren haben wichtige antientzündliche Eigenschaften und können bei chronisch entzündlichen Erkrankungen sogar als ergänzende Therapie angesehen werden, was im Jahr 2017 durch ein internationales Forscherteam erneut bestätigt wurde.

Im selben Jahr wurde dieser Heilwirkung im Rahmen einer doppelblinden Studie an der University of Oklahoma Health Sciences Center in Zusammenhang mit Kniearthrose auf den Grund gegangen. Dabei wurde untersucht, wie sich die süssen Früchtchen auf die Schmerzen, Entzündungsmarker und die Lebensqualität von 17 übergewichtigen Patienten auswirken.

Die Probanden erhielten für 12 Wochen entweder ein Getränk mit gefriergetrockneten Erdbeeren (50 Gramm pro Tag) oder ein Kontrollgetränk. Die Forscher stellten fest, dass sich nicht nur die Entzündungswerte bei den Patienten der Erdbeergruppe im Vergleich zu denen der Kontrollgruppe merklich verbesserten, sondern auch ihre Schmerzen deutlich nachliessen.

Setzen Sie auf Regionalität!

Laut dem Bundeszentrum für Ernährung wurden in Deutschland im Jahr 2016 mehr als 150.000 Tonnen Erdbeeren geerntet. Da die Nachfrage die Erzeugung aber bei weitem überschreitet, werden grosse Mengen aus anderen Ländern wie Spanien, den Niederlanden und Italien importiert.

Die Erdbeerzeit dauert bei uns zwar nur von Mai bis August, doch werden die Früchte inzwischen das ganze Jahr über angeboten. Die Erdbeeren, die wir in den Wintermonaten essen, stammen aus fernen Ländern wie Mexiko, Chile, Kalifornien, Florida und Israel. Importierte Erdbeeren haben eine schlechte Ökobilanz und schmecken zudem meist ziemlich fad, da sie unreif geerntet werden und nicht nachreifen.

Dazu kommt, dass Erdbeeren z. B. im trockenen Spanien, das ohnehin regelmässig von Dürren geplagt wird, intensiv künstlich bewässert werden müssen. Die Wasserförderung erfolgt zum Teil sogar illegal, wodurch laut WWF der Nationalpark Coto de Doñana, eines der grössten Feuchtgebiete im Süden Europas und Winterquartier tausender Zugvögel, auszutrocknen droht.

Es macht also in mehrfacher Hinsicht Sinn, wenn Sie Erdbeeren ausschliesslich in der Saison (Mai bis August) aus Ihrer Region geniessen!

Bio-Erdbeeren sind gesünder

Was die Pestizidrückstände betrifft, schneiden heimische Erdbeeren aber leider nicht unbedingt besser ab als die Importware. So haben von Saldo (Konsumenteninfo AG) in der Schweiz initiierte Untersuchungen ergeben, dass lediglich 3 von 25 Proben unbelastet waren, die ausgerechnet aus Spanien und Frankreich stammten. Zwei von drei Proben mit den höchsten Rückständen kamen dagegen aus der Schweiz.

Laut Analysen vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart im Jahr 2016 wiesen von 78 Proben 77 Rückstände und 76 Mehrfachrückstände auf. Bei 6 Proben wurde die zugelassene Höchstmenge sogar überschritten. Dabei handelte es sich um Stoffe wie Chlorate, die laut der European Food Safety Authority potenziell bedenklich für die Gesundheit von Kindern sind, das für Bienen gefährliche Spinosad oder das möglicherweise krebserregende Chlorpropham.

Erschreckend ist überdies, dass bei Analysen immer wieder verbotene Wirkstoffe auftauchen, so etwa das Fungizid Bupirimat (Nervengift), dessen Anwendung in Deutschland seit über 20 Jahren nicht mehr zugelassen ist.

Da Erdbeeren zu den belastetsten Früchten überhaupt zählen, sollten Sie grundsätzlich auf Bio-Qualität setzen. Dafür spricht auch eine portugiesische Studie, die ergab, dass Bio-Erdbeeren eine stärkere antioxidative Wirkung haben als konventionell angebaute Früchte.

Erdbeeren im Plastikdschungel

Immer mehr Erdbeerfelder verschwinden unter Mulchfolien. Diese sorgen für eine frühere Bodenerwärmung, so dass die Erdbeersaison früher starten kann und höhere Erträge bringt. Auch lässt sich dadurch der Herbizideinsatz verringern. Allerdings hat die Folienverwendung auch ernstzunehmende Schattenseiten.

Die Folien bestehen aus Materialien wie Polyvinylchlorid, das gesundheits- und umweltgefährdende Weichmacher enthält. PVC-Folien können nur sehr schwer bis gar nicht recycelt werden und bei der Verbrennung entstehen u. a. krebserregende Dioxine. Dazu sei gesagt, dass inzwischen ein Grossteil aller Plastikabfälle in Länder wie China exportiert wird, wo Strukturen zum Sammeln und Recyceln fehlen.

Der grossflächige Einsatz von Mulchfolien steht zudem im starken Verdacht, den Lebensraum von Tieren und Pflanzen zu zerstören, zum Niedergang der Artenvielfalt auf Äckern beizutragen und zu einer Verringerung der Biodiversität zu führen. Problematisch ist, dass die Folien bei der Entfernung leicht zerreissen und die Kunststoffteile – in Extremfällen bis zu 40 Prozent des Materials – auf den Feldern verbleiben.

Der Naturschützer Christoph Münch liess diesbezüglich verlauten, dass Vögel wie z. B. der Bussard die Plastikfetzen für den Nestbau verwenden, da sie ihnen wie ein Blatt erscheinen. Dies könne für den Nachwuchs tödlich enden, da aufgrund der Plastikteile das Wasser nicht abrinnen kann.

Amerikanische Forscher vom Beltsville Agricultural Research Center konnten bereits im Jahr 2009 nachweisen, dass sich Mulchfolien negativ auf Inhaltsstoffe wie die Anthocyane auswirken und die Erdbeeren darum ein geringeres antioxidatives Potential aufweisen.

Es gibt zwar biologisch abbaubare Mulchfolien, die u. a. aus Mais- und Kartoffelstärke bestehen und in den Boden eingearbeitet oder im Kompost entsorgt werden können. Leider wird darauf aber viel zu selten zurückgegriffen, da sie mehr als das Doppelte kosten und öfter ausgetauscht werden müssen. Dabei wird von Erzeugern oft ausser Acht gelassen, dass bei biologisch abbaubaren Folien kein Aufwand für das Abräumen und Entsorgen anfällt.

Wir empfehlen Ihnen, auf Bio-Erdbeeren aus regionalem Kleinanbau zu setzen, die direkt ab Hof vermarktet werden. Dies bietet Ihnen den Vorteil, in Augenschein nehmen zu können, wo die Pflänzchen gedeihen. Oft darf man Erdbeeren auch selbst pflücken. Auf Höfen dieser Art gibt es so gut wie nie Plastik.

Einkauf und Lagerung

Achten Sie beim Kauf von Erdbeeren in jedem Fall darauf, dass sie glänzen, durchwegs eine rote Farbe haben und keine schimmligen Stellen aufweisen. Die Kelchblätter und der Stiel sollten frisch aussehen. Ungewaschene Erdbeeren können Sie zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Sollten schadhafte und faulige Früchte darunter sein, müssen diese gleich aussortiert werden.

Wenn Sie Erdbeeren zu Marmelade oder Gelee verarbeiten oder einfrieren, können Sie die Früchte auch ausserhalb der Erdbeerzeit geniessen. In Bezug auf Nährstoffverluste ist es allerdings vorteilhafter, wenn Sie sie als rohes Püree oder im Ganzen einfrieren. Sie sind dann bis zu einem Jahr haltbar.

Erdbeeren: Frische Süsse in der Küche

Ob Erdbeereis, Erdbeerkuchen oder Erdbeerauflauf: In der Küche werden die leckeren Früchtchen meist zu Süssspeisen aller Art verarbeitet. Sie bereichern ferner das Müsli oder den Smoothie und sorgen so für einen schwungvollen Start in den Tag. Auch einer herzhafen Zubereitung spricht nichts entgegen.

So können Erdbeeren beispielsweise verwendet werden, um bunte Salate zu kreieren – etwa mit Fenchel und Tomaten – oder einem scharfen Curry mit Kokosmilch einen fruchtigen Frischekick zu bescheren. Auch als Beilage serviert, vielleicht mit lauwarmem Spargel oder Oliven, und in Kombination mit Schalotten im Chutney macht die Erdbeere eine wunderbare Figur.

In Bezug auf Kräuter und Gewürze können Sie Ihrer Phantasie ebenfalls freien Lauf lassen: Erdbeeren harmonieren besonders gut mit Zimt, Minze, Basilikum, Salbei, Curcuma und Chili. Lassen Sie sich einfach von unseren erprobten Rezepten inspirieren:

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Daniela Müller schrieb am 04.06.2018

ich finde Erdbeeren köstlich, habe aber in den letzten Jahren sie immer mit schlechtem Gewissen gegessen, da es sich gemäss Hildegard von Bingen um ein sogenanntes "Küchengift" handeln soll und dessen Verzehr gemieden werden soll. Es gibt ja zahlreiche Menschen, die nach dem Genuss von Erdbeeren mit Hautauschlägen reagieren.
Was meinen Sie zur Bezeichnung "Küchengift"?
Gerne würde ich Ihre

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Daniela

Die Aussagen der lieben Hildegard sind mit Vorsicht zu geniessen. Man weiss nicht, was genau sie sich gedacht hat. So soll man ihrer Ansicht nach beispielsweise von Heidelbeeren Gicht bekommen, was genausowenig nachvollziehbar ist, wie ihre Meinung, dass Pflaumen gefährlich seien. Selbst der Kohl zählt zu ihren "Küchengiften", der inzwischen als hervorragendes Anti-Krebs-Lebensmittel gilt.

Über Erdbeeren soll sie folgendes gesagt haben: "Die Erdbeeren verursachen gleichsam einen Schleim im Menschen, der sie isst, und sie taugen weder dem gesunden noch dem kranken Menschen zum Essen, weil sie nahe an der Erde wachsen und weil sie sogar in fauliger Luft wachsen."

Möglicherweise will sie von Erdbeeren abraten, da diese sehr schnell faulen oder auch schimmeln, je nach Wetterlage auch noch direkt an der Pflanze - und beides (faulige wie auch schimmelige Früchte) natürlich ungesund sind.

Wer jedoch in der Saison frisch geerntete Erdbeeren isst, die einwandfrei aussehen, kann die Früchte und ihre gesundheitlichen Vorteile selbstverständlich bedenkenlos geniessen.

Allergiker gibt es natürlich, die auf Erdbeeren mit Ausschlägen reagieren. Doch gibt es mindestens genauso viele Erdnussallergiker, Kiwiallergiker, Knoblauchallergiker etc. Und nur weil manche Menschen auf manche Lebensmittel mit Allergien reagieren, bedeutet dies nicht, dass diese Lebensmittel für alle Menschen ein Problem darstellen.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

Quellen