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Konservierungsstoffe: Liste, Lebensmittel und Gefahren

Konservierungsstoffe dienen der Haltbarmachung von Lebensmitteln. Sie sind in sehr vielen Lebensmitteln enthalten und bergen Gesundheitsrisiken. Hier erfahren Sie, welche Konservierungsstoffe es gibt, wie sie sich auf die Gesundheit auswirken und wie Sie sie meiden können.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 16 Mai 2026
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Was sind Konservierungsstoffe?

Konservierungsstoffe dienen vor allem dazu, das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze zu hemmen oder sie abzutöten. Dadurch wird die Sicherheit von Lebensmitteln erhöht und sie bleiben länger haltbar.

Nicht konservierte Lebensmittel können nach längerer Lagerung Infektionen verursachen oder schädliche Stoffe enthalten, die durch Mikroorganismen produziert werden.

Vorteile von Konservierungsstoffen sind, dass sie in sehr geringen Mengen wirksam sind und kaum Einfluss auf die Eigenschaften von Lebensmitteln haben: Sie verändern in der Regel nicht den Geruch, das Aussehen, die Farbe oder die Konsistenz.

Sie können aber auch gesundheitliche Risiken bergen, insbesondere, wenn sie in größeren Mengen konsumiert werden.

Unterschied zwischen Konservierungsstoffen und Konservierungsmitteln

Die Begriffe Konservierungsstoffe und Konservierungsmittel werden oft synonym verwendet, bedeuten aber nicht das Gleiche.

Konservierungsmittel ist der Oberbegriff für Substanzen, die vor chemischem oder mikrobiellem Abbau schützen und so die Haltbarkeit verlängern. Dazu gehören auch natürliche Mittel wie Salz, Zucker, Essig und Alkohol.

Konservierungsstoffe sind eine Untergruppe und beziehen sich speziell auf chemische Lebensmittelzusatzstoffe, die Lebensmitteln zugesetzt werden. Sie haben eine E-Nummer und müssen auf der Zutatenliste entweder mit der E-Nummer oder dem Namen deklariert werden.

Wie wirken Konservierungsstoffe?

Konservierungsstoffe können auf verschiedene Weisen wirken.

Direkte antimikrobielle Wirkung

Die meisten Konservierungsstoffe hemmen das Wachstum von Mikroorganismen oder greifen so in ihren Stoffwechsel ein, dass sie sterben. Sie können beispielweise Enzyme in Bakterien oder Pilzen blockieren, wodurch lebenswichtige biochemische Prozesse gestört werden.

Konservierungsstoffe können auch die Zellwände oder die Membranen von Mikroorganismen beschädigen, was für diese Organismen fatal ist.

Beispiele hierfür sind Nitrite, Sulfite, Benzoate und Sorbate.

Senkung des pH-Werts

Mikroorganismen brauchen einen bestimmten pH-Wert, um optimal gedeihen zu können. Weicht der pH-Wert zu stark ab, können sie sich entweder nicht mehr so gut vermehren oder sterben ab.

Bei manchen Konservierungsstoffen handelt es sich um Säuren, die den pH-Wert senken und somit die Lebensbedingungen für Mikroorganismen verschlechtern. Beispiele hierfür sind Zitronensäure, Sorbinsäure und Benzoesäure.

Antioxidative Wirkung

Manche Konservierungsstoffe verhindern auch den Verderb von Lebensmitteln durch Oxidation. Fettsäuren können durch Oxidation ranzig und Obst kann braun werden. Beispiele hierfür sind Schwefeldioxid, Sulfite und Ascorbinsäure (Vitamin C), die somit antioxidativ wirken.

Wie werden Konservierungsstoffe hergestellt?

Konservierungsstoffe werden entweder biotechnologisch oder synthetisch hergestellt.

Biotechnologische Herstellung

Bei der biotechnologischen Herstellung macht man sich natürliche Prozesse zunutze.

Beispielsweise wird Milchsäure durch Fermentation von Kohlenhydraten (z. B. aus Mais- oder Kartoffelstärke) mithilfe von Milchsäurebakterien hergestellt. Milchsäure kann auch synthetisch produziert werden, aber ein Großteil der Milchsäure, die als Konservierungsstoff eingesetzt wird, wird durch Fermentation gewonnen.

Zitronensäure wird durch Fermentation von zuckerhaltigen Rohstoffen mit dem Schimmelpilz Aspergillus niger gewonnen.

Natamycin ist ein von Streptomyces-Pilzen natürlich gebildetes Antibiotikum.

Auch Essigsäure, Propionsäure und Sorbinsäure werden biotechnologisch hergestellt.

Auch wenn also all die genannten Stoffe genauso in der Natur entstehen, so besteht doch ein Unterschied zur biotechnologischen Produktion im Labor. Denn dort werden optimale Bedingungen geschaffen, wodurch die biotechnologischen Prozesse schneller oder effektiver ablaufen und sich die entsprechenden Stoffe in deutlich größeren Mengen herstellen lassen, als dies in der Natur der Fall ist.

Einsatz von gentechnisch veränderten Mikroorganismen

Bei der biotechnologischen Herstellung können gentechnisch veränderte Mikroorganismen zum Einsatz kommen. Dies ist auch in Europa erlaubt und zwar dann, wenn sie im Endprodukt nicht mehr vorhanden sind und eine entsprechende Zulassung vorliegt. Gekennzeichnet sind entsprechende Produkte nicht.

Oftmals werden Konservierungsstoffe überdies aus China oder den USA verwendet. Dort sind die Regeln oft weniger streng, was Zulassungsverfahren und Kennzeichnung betrifft. Es ist daher gut möglich, dass dort produzierte Konservierungsstoffe unter Einsatz von GVO hergestellt wurden, ohne dass das Endprodukt gekennzeichnet ist – selbst wenn Spuren enthalten wären.

Synthetische Herstellung

Konservierungsstoffe können auch durch gezielte chemische Verfahren im Labor hergestellt werden. Diese Art der Produktion ist synthetisch.

Bei der synthetischen Herstellung können aber auch Stoffe entstehen, die naturidentisch sind. Das heißt, sie werden zwar synthetisch hergestellt, das Endprodukt kommt aber auch natürlicherweise in Nahrungsmitteln vor.

Ein Beispiel dafür ist Benzoesäure (E 210). Bei der Herstellung wird Toluol (ein Erdölprodukt) in einer chemischen Reaktion mit Sauerstoff oxidiert, wodurch Benzoesäure entsteht.

Benzoesäure kommt natürlicherweise auch in Früchten wie Preiselbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Pflaumen vor.

Es können aber auch neuartige Stoffe entstehen, die es in der Natur nicht gibt. Beispiele hierfür sind BHA (Butylhydroxyanisol, E 320) und BHT (Butylhydroxytoluol, E 321).

BHA und BHT werden vor allem fetthaltigen Lebensmitteln zugesetzt, um zu verhindern, dass die Fettsäuren oxidieren und ranzig werden. Obwohl sie dadurch eine konservierende Wirkung haben, werden sie meist als Antioxidationsmittel bezeichnet und nicht als Konservierungsstoff.

Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Stoffen

Oftmals kommen als Konservierungsstoffe naturidentische Substanzen zum Einsatz. Das heißt, sie werden zwar biotechnologisch oder synthetisch hergestellt, das Endprodukt unterscheidet sich aber nicht von der natürlich vorkommenden Substanz.

Macht es also einen Unterschied, ob man die natürliche oder künstliche Variante konsumiert?

Die Substanz an sich ist zwar identisch, aber sie ist anders „verpackt“. Zitronensäure kommt beispielsweise natürlicherweise in Zitronen und vielen anderen Früchten vor. Hier befindet sie sich in einem Verbund mit anderen natürlichen Antioxidantien, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien.

Industriell hergestellte Zitronensäure wird biotechnologisch mithilfe von Schimmelpilzen fermentiert. Die Zitronensäure wird am Ende zwar isoliert und aufgereinigt, aber trotzdem können noch Rückstände und Verunreinigungen enthalten sein, die Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen hervorrufen können. Beispielsweise können selbst kleine Sporenreste des Schimmelpilzes Aspergillus niger entzündliche Reaktionen auslösen (1).

Da Zitronensäure ein natürlicher Stoff ist, gilt er als sicher und es gibt in der EU bei den meisten Lebensmitteln keine Höchstgrenze für Zitronensäure. Es gibt jedoch Hinweise, darauf, dass Zitronensäure nicht vollkommen unbedenklich ist.

Darüber erfahren Sie mehr in unserem Artikel Zitronensäure als Zusatzstoff - harmlos oder schädlich?, den Sie unterhalb dieses Beitrags finden.

Zugelassene Konservierungsstoffe in Lebensmitteln

In der EU gibt es rund 40 zugelassene Konservierungsstoffe. Die meisten tragen E-Nummern zwischen E 200 bis E 285.

Weitere konservierend wirkende Stoffe können auch höhere Nummern tragen, z. B. hat Lysozym die E-Nummer E 1105. Es handelt sich um ein Enzym, das aus Hühnereiern oder aus gentechnisch veränderten Hefen oder Bakterien gewonnen wird. Es kann die Zellwände der problematischen Clostridien angreifen.

Ascorbinsäure (E 300) und ihre Derivate sowie Fumarsäure (E 297) und Zitronensäure (E 330) werden meist nicht als Konservierungsstoffe deklariert. Sie haben zwar eine konservierende Wirkung, werden aber primär als Säuerungs- oder Antioxidationsmittel eingesetzt.

Liste von Konservierungsstoffen für Lebensmittel

Im Folgenden finden Sie eine Liste von in der EU zugelassenen Konservierungsstoffen für Lebensmittel (2) sowie die Lebensmittel, in denen sie typischerweise zu finden sind.

Sorbinsäure und Kaliumsorbat

Sorbinsäure (E 200) und Kaliumsorbat (E 202) können für Brot, Käse, Marmelade, Wurstwaren und viele Fertiggerichte verwendet werden.

Benzoesäure und Benzoate

Benzoesäure (E 210) und Benzoate (E 211 – 219) sind gerne in Fertigsoßen, Obst- und Gemüsekonserven sowie in Fleisch- und Fischerzeugnissen.

Schwefeldioxid und Sulfite

Schwefeldioxid (E 220) und Sulfite (E 221 – 228) werden meist für Wein, Trockenfrüchte, Säfte, Kartoffelprodukte und Gewürze verwendet.

Nisin

Nisin (E 234) ist in Käse und anderen Milchprodukten enthalten.

Natamycin

Natamycin (E 235) wird zur Oberflächenbehandlung von Käse und Wurst eingesetzt.

Hexamethylentetramin

Hexamethylentetramin (E 239) darf nur in Provolone-Käse (ein italienischer Hartkäse) verwendet werden.

Dimethyldicarbonat

Dimethyldicarbonat (E 242) darf nur in nicht-alkoholischen, aromatisierten Getränken, alkoholfreiem Wein und flüssigen Teekonzentraten verwendet werden.

Ethyllaurylarginat

Ethyllaurylarginat (E 243) darf nur in wärmebehandelten Fleischerzeugnissen verwendet werden.

Kaliumnitrit und Natriumnitrit

Kaliumnitrit (E 249) und Natriumnitrit (E 250) kommt in Fleisch- und Wurstwaren vor.

Natriumnitrat und Kaliumnitrat

Natriumnitrat (E 251) und Kaliumnitrat (E 252) dürfen nur in getrockneten Fleisch- und Wurstwaren, Käse- und Käseimitaten, Hering und Sprotten verwendet werden.

Essigsäure und Acetate

Essigsäure (E 260) und Acetate (E 261 – 263) kommen in Konserven, Brot und Fertigsalaten vor.

Milchsäure

Milchsäure (E 270) wird für Backwaren, Getränke und Konserven verwendet.

Propionsäure und Propionate

Propionsäure (E 280) und Propionate (E 281 – 283) dürfen nur in abgepacktem Brot und anderen Backwaren verwendet werden

Borsäure und Natriumtetraborat

Borsäure (E 284) und Natriumtetraborat (E 285) dürfen nur in echtem Kaviar verwendet werden.

Lysozym

Lysozym (E 1105) darf nur in Käse, Bier und Wein verwendet werden.

Lebensmittel mit Konservierungsstoffen

Konservierungsstoffe findet man in sehr vielen Lebensmitteln. Dazu gehören:

Fleisch und Wurstwaren, Käse und andere Milchprodukte, Backwaren, Fischprodukte, Trockenfrüchte, Getränke, Obst- und Gemüsekonserven, Fertiggerichte, Saucen, Fruchtsäfte, Wein und Limonaden.

Sind Konservierungsstoffe gesundheitsschädlich?

Bei der Frage, ob Konservierungsstoffe gesundheitsschädlich sind, kommt es vor allem auf die Menge an. In großen Mengen sind Konservierungsstoffe schädlich.

Für Lebensmittel gibt es für die meisten Konservierungsstoffe festgelegte Höchstwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Sie werden in der EU von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestimmt. Mengen, die unterhalb dieser Werte liegen, gelten also als unbedenklich.

Bei der Bestimmung dieser Höchstmengen werden verzehrsübliche Mengen zugrunde gelegt.

Höchstmengen können überschritten werden

Es ist jedoch durchaus möglich, die als unbedenklich geltenden Mengen zu überschreiten, insbesondere für Kinder. Beispielsweise liegt die sichere tägliche Höchstgrenze für Sorbinsäure (E 200) und Kaliumsorbat (E 202) bei insgesamt 11 mg pro kg Körpergewicht (3).

Schmelzkäse darf offiziell maximal 2.000 mg Sorbinsäure und/oder Kaliumsorbat pro kg Käse enthalten (4). Das entspricht 2 mg pro Gramm Schmelzkäse. Bei 100 g Schmelzkäse wären das 200 mg Sorbinsäure und/oder Kaliumsorbat.

Wenn ein Kind, das weniger als 18 kg wiegt, 100 g Schmelzkäse oder mehr isst, wird die sichere Höchstgrenze bereits überschritten. 100 g klingen viel, können aber auch von einem vierjährigen Kind problemlos genascht werden (wenn es entsprechend Zugang zum Käse hat).

Sichere Höchstmengen sind keine Garantie für Unbedenklichkeit

Zudem werden Konservierungsstoffe von der EFSA regelmäßig neu bewertet, wenn neue Erkenntnisse hinzukommen. So können Werte, die früher als unbedenklich galten, heute als potenziell gefährlich eingestuft werden.

Die Höchstwerte für Sorbinsäure und Kaliumsorbat lagen beispielsweise früher bei 25 mg pro kg Körpergewicht. 2015 wurde der Höchstwert auf 3 mg pro kg Körpergewicht gesenkt, da Unsicherheiten bezüglich möglicher gesundheitlicher Risiken bestanden.

Sorbinsäure und Kaliumsorbat können in zu großen Mengen allergieähnliche Symptome wie Hautausschläge und Juckreiz sowie Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

2019 wurde der Höchstwert dann wieder auf 11 mg pro kg Körpergewicht angehoben (5).

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die festgelegten Höchstwerte keine Garantie dafür sind, dass Zufuhrmengen unterhalb dieser Grenze tatsächlich gesundheitlich unbedenklich sind.

Kombinationen von Konservierungsstoffen sind schlecht untersucht

Höchstwerte werden meist nur für einzelne Konservierungsstoffe oder bestimmte Kombinationen untersucht. Man weiß jedoch nicht, wie verschiedene Konservierungsstoffe wechselwirken oder was passiert, wenn man täglich viele Konservierungsstoffe in Mengen, die nahe an der sicheren Höchstgrenze liegen, konsumiert.

Bei gelegentlichem und moderatem Verzehr sind Konservierungsstoffe also wahrscheinlich gesundheitlich unbedenklich. Bei übermäßigem Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln mit vielen Konservierungsstoffen kann das Risiko für gesundheitliche Probleme jedoch erhöht sein.

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Gesundheitsrisiken durch Konservierungsstoffe

Es gibt viele verschiedene Konservierungsstoffe, die unterschiedlich auf den Körper wirken. Hier gehen wir auf ein paar Beispiele ein, welche potenziellen Risiken Konservierungsstoffe bergen.

Allergische Reaktionen

Allergische Reaktionen sind die häufigsten Folgen durch Konservierungsstoffe. Meist handelt es sich nicht um echte Allergien, bei denen das Immunsystem mit Antikörpern auf bestimmte Stoffe reagiert, sondern um Pseudoallergien. Das bedeutet, dass diese Stoffe allergieähnliche Symptome verursachen können (6), wie Hautausschlag, Juckreiz, Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall.

Insbesondere Kinder, Asthmatiker und Allergiker sind anfällig für solche Reaktionen. Sie können auch auftreten, wenn die sichere Obergrenze nicht überschritten wird.

Vor allem Sulfite, Benzoesäure und Benzoate, Sorbinsäure und Sorbate sind dafür bekannt, solche pseudoallergischen Reaktionen auslösen zu können.

Potenziell krebserregend

Fleisch- und Wurstwaren wird Nitrit als Konservierungsstoff zugesetzt. Nitrit hemmt das Wachstum von Mikroorganismen, insbesondere von Clostridium botulinum. Das Bakterium produziert das Nervengift Botulinumtoxin, das zu lebensbedrohlichem Botulismus führen kann.

Nitrit reagiert im Verdauungstrakt mit Eiweißabbauprodukten, wodurch Nitrosamine entstehen. Diese Verbindungen gelten als krebserregend (7). Deswegen kann der regelmäßige Konsum von verarbeitetem Fleisch das Krebsrisiko erhöhen, insbesondere das Risiko für Darmkrebs.

Für Fleisch- und Wurstwaren liegt die gesetzliche Obergrenze bei 50 mg/kg. Eine tägliche Zufuhr bis maximal 0,07 mg Nitrit pro kg Körpergewicht gilt als sicher (8). Zum Oktober 2025 soll die Obergrenze erneut gesenkt werden.

Der akutelle Grenzwert kann leicht überschritten werden. Bei einem Körpergewicht von 60 kg läge die sichere Zufuhr beispielsweise bei 4,2 mg täglich. 100 g Wurst können schon mehr Nitrit enthalten.

Auch die Konservierungsstoffe Benzoesäure und Benzoate sowie Borsäure und Borax sind potenziell krebserregend.

Schädigung der Darmflora

Manche Konservierungsstoffe können das Wachstum von Darmbakterien hemmen (9). Ähnlich wie Antibiotika unterscheiden sie dabei nicht zwischen nützlichen und potenziell schädlichen Bakterien. Dadurch kann die Bakterienvielfalt im Darm verringert und das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht geraten. Man spricht von einer Dysbiose.

Eine gesunde Darmflora ist für die Gesundheit von großer Bedeutung. Eine Dysbiose verursacht nicht nur Verdauungsprobleme, sondern kann langfristig auch das Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Stoffwechselstörungen erhöhen.

Insbesondere Sorbinsäure und Sorbate, Benzoesäure und Benzoate, Sulfite, Natriumnitrit, Calciumpropionat und Natamycin stehen im Verdacht, sich negativ auf die Darmflora auswirken zu können. Über Natamycin erfahren Sie mehr in einem separaten Beitrag, den Sie unterhalb dieses Artikels finden.

So können Sie Konservierungsstoffe meiden

In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, woran Sie Konservierungsstoffe in Lebensmitteln erkennen und wie Sie den Konsum von Konservierungsstoffen verringern können:

So erkennen Sie Konservierungsstoffe in Lebensmitteln

Konservierungsstoffe sind in Deutschland kennzeichnungspflichtig. Das bedeutet, dass entweder der Name oder die E-Nummer auf der Zutatenliste stehen muss. Die allermeisten Konservierungsstoffe haben eine E-Nummer zwischen E 200 und E 285.

In Restaurants, Bäckereien oder bei anderen offenen Lebensmitteln ist die Angabe „mit Konservierungsstoffen“ oder „konserviert“ verpflichtend.

Ein Lebensmittel, das den Hinweis „ohne Konservierungsstoffe“ trägt, kann aber andere Lebensmittelzusatzstoffe enthalten. Dazu gehören auch Stoffe mit konservierender Wirkung, die aber in erster Linie als Antioxidationsmittel oder Säuerungsmittel eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Ascorbinsäure (E 300) und Derivate, Fumarsäure (E 297) und Zitronensäure (E 330).

Konservierungsstoffe in Bio-Lebensmitteln?

Es gibt in der EU nur 5 Konservierungsstoffe, die (wenn es sich nicht vermeiden lässt) in manchen Bio-Lebensmitteln zugelassen sind: Schwefeldioxid (E 220), Natriummetabisulfit (E 223), Kaliummetabisulfit (E 224), Natriumnitrit (E 250) und Kaliumnitrat (E 252).

Bio nach EU-Öko-Verordnung

Diese Stoffe dürfen in herkömmlichen Bio-Produkten lt. EU-Öko-Verordnung nur in bestimmten Produktkategorien und unter strengen Auflagen verwendet werden. (Als herkömmliche Bio-Produkte bezeichnen wir Bio-Produkte, die sich "nur" an der EU-Öko-Verordnung orientieren, also nicht von Herstellern stammen, die Mitglied in einem Bio-Anbauverband, wie Bioland, Demeter oder Naturland sind.)

Beispielsweise sind Schwefeldioxid und Metabisulfite hauptsächlich für die Weinherstellung zugelassen, während Nitrite und Nitrate in bestimmten Fleischprodukten wie Rohschinken und Rohwürsten erlaubt sind.

Die Verwendung muss technologisch notwendig sein, und es gelten reduzierte Höchstmengen (8) im Vergleich zu konventionellen Produken.

Die tatsächliche Verwendung dieser Konservierungsstoffe in Bio-Produkten ist jedoch sehr selten. Denn viele Bio-Hersteller verzichten freiwillig auf Konservierungsstoffe – selbst wenn sie erlaubt wären. Sie setzen stattdessen auf alternative Verfahren, wie Kühlung, Pasteurisierung, Fermentation oder geben eine verkürzte Haltbarkeit an.

Bio nach den Richtlinien von Bioland, Demeter und Naturland

Bei Bio-Produkten, die von Herstellern eines Anbauverbandes, wie Bioland, Demeter oder Naturland stammen, gelten deutlich strengere Richtlinien als sie in der EU-Öko-Verordnung beschrieben sind.

Hier sind Konservierungsstoffe nicht erlaubt. Auch Nitritpökelsalz ist ausgeschlossen. Wann immer möglich greifen Sie daher auf Bio-Produkte zurück, die das Logo eines Bio-Anbauverbandes tragen.

Lebensmittel ohne Konservierungsstoffe

Natürliche, unverarbeitete Lebensmittel enthalten keine Konservierungsstoffe. Dazu gehören frisches Obst und Gemüse, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Pseudogetreide, Pflanzenöle, Wasser, Tee und bei nicht-veganer Ernährung frisches Fleisch und frischer Fisch (also keine Wurstwaren, nichts Paniertes oder Mariniertes), Milch und naturbelassene Milchprodukte sowie Eier.

Die beste Möglichkeit, Konservierungsstoffe zu vermeiden, ist daher, mit frischen Lebensmitteln und Bio-Produkten selbst zu kochen. Die online Kochkurse in unserer Kochschule helfen Ihnen dabei, täglich gesunde und köstliche Gerichte zuzubereiten!

Natürliche Konservierungsmittel für Lebensmittel

Auch wenn Sie selbst kochen, können Sie die Haltbarkeit der Lebensmittel verlängern. Dazu gibt es natürliche Konservierungsmittel, die eine lange Tradition haben (aber deshalb nicht in jedem Fall auch gesund sein müssen – zumindest nicht in größeren Mengen).

Nutzen Sie daher lieber die unter „Alternative Methoden“ aufgeführten Möglichkeiten des Einfrierens, Dörrens oder Vakuumierens.

Salz

Salz entzieht den Lebensmitteln Wasser, das Mikroorganismen zum Überleben benötigen.

Gemüse, Kräuter, Fisch und Fleisch können durch Einsalzen konserviert werden. Wichtig ist hier, dass das Salz das Lebensmittel vollständig durchdringt.

Zucker

Ähnlich wie Salz bindet auch Zucker Wasser, wodurch Mikroorganismen die Lebensgrundlage entzogen wird.

Deswegen sind Marmeladen, Konfitüren und kandierte Früchte durch den hohen Zuckergehalt lange haltbar.

Essig

Essig senkt den pH-Wert, wodurch sich Bakterien und Pilze nicht mehr so gut vermehren können.

Gemüse kann in Essig sauer eingelegt werden, wodurch es lange haltbar ist.

Alkohol

Alkohol zerstört die Zellmembranen und Proteine von Bakterien und Pilzen, wodurch diese nicht überleben können. Zusätzlich entzieht Alkohol den Zellen auch Wasser.

Deswegen sind Getränke mit einem Alkoholgehalt von mindestens 15 bis 20 Volumenprozent sehr lange haltbar.

Auch Früchte können durch Einlegen in Alkohol haltbar gemacht und Kräuter können mit Alkohol extrahiert werden.

Alternative Methoden zur Konservierung

Es gibt auch viele Methoden zur Konservierung, die teilweise auch ganz ohne Konservierungsmittel auskommen, etwa Einfrieren und Kühlen, Räuchern, Vakuumierung, Dörren, Einlegen, Einkochen oder Einmachen.

In unserem Beitrag zur Haltbarmachung von Lebensmitteln unterhalb dieses Artikels erfahren Sie mehr über diese Methoden.

Fazit: Konservierungsstoffe bergen Gefahren

Konservierungsstoffe erhöhen zwar die Sicherheit von Lebensmitteln, sind aber nicht unbedenklich. Sie sind vor allem in Fertigprodukten und anderen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten.

Fertigprodukte sind zwar in der EU wie andere Lebensmittel streng reguliert und dürfen keine Stoffe in Mengen enthalten, die der Gesundheit schaden können. Trotzdem ist der Konsum von hoch verarbeiteten Fertigprodukten mit vielen Krankheiten assoziiert.

Warum dies so ist, ist nicht im Detail verstanden. Vermutlich spielt die häufige Kombination aus schlechten Fetten, Weißmehl und Zucker eine wichtige Rolle, die eine hohe Kaloriendichte zur Folge hat und zusammen mit Geschmacksverstärkern zum Überessen verleitet.

Hinzu kommt, dass jemand, der viele Fertiggerichte isst, tendenziell weniger frisches Obst und Gemüse zu sich nimmt. Vermutlich spielen aber auch Konservierungs- und andere Lebensmittelzusatzstoffe bei der gesundheitsschädlichen Wirkung von Fertigprodukten eine Rolle.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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