Gibt es einen Zusammenhang zwischen Konservierungsstoffen und Krebs?
Konservierungsstoffe werden Lebensmitteln zugesetzt, damit sie länger haltbar bleiben. Sie hemmen z. B. das Wachstum von Mikroorganismen oder schützen Lebensmittel vor oxidativen Prozessen.
Zu ihnen gehören z. B. Nitrate und Nitrite, die in verarbeiteten Wurst- und Fleischerzeugnissen eingesetzt werden.
Französische Forscher untersuchten 17 Konservierungsstoffe, die besonders häufig in Lebensmitteln eingesetzt werden und überprüften, ob diese das Krebsrisiko beeinflussen.
Welche Konservierungsstoffe sind besonders problematisch?
Für ihre Beobachtungsstudie werteten die Wissenschaftler Daten von rund 105.000 Personen aus. Sie verglichen, wie viele Konservierungsstoffe die Probanden über die Jahre hinweg zu sich nahmen und wie viele davon an Krebs erkrankten.
Im Durchschnitt wurden die Teilnehmer rund 7 ½ Jahre begleitet – in dieser Zeit traten rund 4.200 Krebsfälle auf (v. a. Brust-, Prostata- und Darmkrebs).
Insgesamt konsumierten 99,7 Prozent der Personen Konservierungsstoffe – sie sind also in der Ernährung sehr verbreitet.
Mehr Brustkrebs durch Sorbate
Sorbate hemmen vor allem Schimmel und Hefen – sie sorgen also dafür, dass Backwaren, Desserts, Saucen usw. länger frisch wirken und nicht so schnell verderben.
In der Studie waren Sorbate – besonders Kaliumsorbat (E202) – mit einem höheren Risiko für Krebs insgesamt und auch einem höheren Risiko für Brustkrebs verbunden.
Mehr Krebs insgesamt durch Sulfite
Sulfite wirken antimikrobiell und schützen zudem vor Oxidation. In dieser Untersuchung stammte der Großteil der Sulfit-Aufnahme aus alkoholischen Getränken (z. B. Wein).
Ein höherer Konsum war mit mehr Krebs insgesamt verbunden. Für Kaliumdisulfit (Kaliummetabisulfit E224) zeigte sich zusätzlich ein Zusammenhang mit Brustkrebs.
Mehr Prostatakrebs und Brustkrebs durch Nitrit
Nitrite und Nitrate werden u. a. eingesetzt, um Wurstwaren zu pökeln. In der Studie kam ein großer Teil aus verarbeitetem Fleisch (54 Prozent der Nitrite und 80 Prozent der Nitrate).
Die Gesamt-Nitritaufnahme war mit mehr Krebs insgesamt, mehr Brust- und Prostatakrebs verbunden.
Bei den einzelnen Stoffen fiel besonders Natriumnitrit (E250) auf. Es war mit mehr Prostatakrebs verbunden. Zudem war Kaliumnitrat (E252) mit mehr Krebs insgesamt und mehr Brustkrebs verknüpft.
Beim Darmkrebs gab es zwar einen Trend in Richtung mehr Fälle, statistisch signifikant war dies jedoch nicht – vermutlich, weil es dafür vergleichsweise wenige Fälle gab.
Mehr Krebs durch Acetate und Erythorbate
Acetate wirken konservierend und werden auch genutzt, um den Säuregrad zu regulieren – etwa in eingelegten Produkten, Dressings, Saucen oder Snacks.
In der Studie waren Acetate mit mehr Krebs insgesamt und mehr Brustkrebs verbunden. Für Essigsäure (E260) zeigte sich ebenfalls ein Zusammenhang mit Krebs insgesamt.
Erythorbate wirken antioxidativ und helfen u. a. dabei Farbe und Geschmack stabil zu halten. In der Studie stammten ca. 42 Prozent davon aus verarbeitetem Fleisch.
Ein höherer Konsum von Natriumerythorbat (E316) war mit mehr Krebs insgesamt und mehr Brustkrebs verbunden.
Konservierende Vitamine erhöhten Krebsrisiko nicht
Je nach Stoff waren die Risiken grob um etwa 10 bis 30 Prozent erhöht. Nicht alle untersuchten Stoffe zeigten jedoch einen Zusammenhang. Von 17 einzeln ausgewerteten Konservierungsstoffen waren 11 nicht mit mehr Krebsfällen verbunden.
Bei einigen antioxidativen Zusatzstoffen, die chemisch Vitaminen entsprechen (z. B. Vitamin-C- und Vitamin-E-Zusätze) fand sich gar kein Zusammenhang mit dem Krebsrisiko.
Fazit: Konservierungsstoffe sind ein Risikofaktor für Krebs
Konservierungsstoffe sind also ein deutlicher Risikofaktor für Krebs. Je weniger stark verarbeitete Lebensmittel Sie essen und je weniger alkoholische Getränke Sie zu sich nehmen, desto weniger kommen Sie mit den problematischen Zusatzstoffen in Kontakt.
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Weitere Informationen rund um Konservierungsstoffe finden Sie in unserem Artikel Konservierungsstoffe: Liste, Lebensmittel und Gefahren.