Stark verarbeitete Lebensmittel: Mehr Fett im Muskel
Ultra-Processed Food (UPF) steht für stark verarbeitete Lebensmittel, für Fast Food oder Junk Food. Diese Produkte stehen seit Jahren im Verdacht, den Stoffwechsel und auch das Herz-Kreislauf-System negativ zu beeinflussen.
Nun rückt auch die Muskulatur in den Fokus der UPF-Forschung. Wissenschaftler der University of California stellten in einer Studie vom April 2026 fest, dass Personen mit hohem Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel eine schlechtere Muskelqualität aufwiesen (1).
Im MRT, zeigte sich, dass diese Personen mehr Fett in ihren Oberschenkelmuskeln hatten als Personen, die keine oder nur wenige dieser hochverarbeiteten Produkte konsumierten.
Analysiert wurden die Daten von 615 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von knapp 60 Jahren. Andere Einflussfaktoren, wie Körpergewicht, Bewegung, Kalorienzufuhr, Alter, Geschlecht, Rauchen und Depressionen hatte man bei der Auswertung berücksichtigt.
Was genau sind stark verarbeitete Lebensmittel?
Mit Ultra-Processed Food sind industriell stark verarbeitete Produkte gemeint, die meist aus raffinierten Zutaten, Zusatzstoffen und isolierten Inhaltsstoffen bestehen. Typisch sind lange Zutatenlisten mit Emulgatoren, Geschmacksverstärkern, Süßstoffen, Auszugsmehlen, raffinierten Fetten und modifizierten Stärken.
Dazu zählen beispielsweise Softdrinks, Chips, Süßigkeiten, Fast Food, Fertiggerichte, Frühstückscerealien, Instant-Nudeln, Chicken Nuggets, Tiefkühlpizza, Fertigbackwaren oder stark verarbeitete Snacks.
Auch viele industrielle Proteinriegel oder Ready-to-drink-Shakes fallen in diese Kategorie. Nicht gemeint sind einfache verarbeitete Lebensmittel wie Naturjoghurt, Käse, Tofu oder hochwertiges Vollkornbrot.
Muskelmasse ist nicht gleich Muskelqualität
Für die Analyse nutzten die Forscher MRT-Aufnahmen der Oberschenkelmuskulatur. Bewertet wurde die sogenannte „Muscle Fat Infiltration“ – also Fett, das direkt in die Muskulatur eingelagert wird. Anders als sichtbares Körperfett beeinflusst diese Fettinfiltration unmittelbar die Qualität des Muskelgewebes.
Die Muskelgesundheit hängt also nicht nur von der Muskelmasse ab, sondern auch vom Aufbau und Qualität dieser Muskelmasse.
Ein Muskel kann äußerlich kräftig wirken und dennoch metabolisch ungünstige Veränderungen aufweisen – etwa mehr intramuskuläres Fett, schlechtere mitochondriale Funktion (weniger Energie im Muskel) oder reduzierte Kontraktilität (verminderte Kraftentwicklung).
Verändert sich die Muskulatur entsprechend, merkt man das durch schnellere Ermüdung, schlechtere Regeneration oder sinkende Leistungsfähigkeit. Möglicherweise kann eine schlechtere Muskelqualität auch das Risiko für Arthrose erhöhen, z. B. für Kniearthrose, wenn der Oberschenkelmuskel mit Fett infiltriert ist.
Was bedeutet das für Sportler?
In der Studie waren es Menschen um die 60, die untersucht wurden. Bei jüngeren und/oder trainierten Menschen können strukturelle Veränderungen teilweise noch gut kompensiert werden, so dass sich die schlechtere Muskelqualität erst später oder bei nachlassendem Training zeigt.
Die Ergebnisse lassen sich also nicht direkt auf Athleten übertragen. Allerdings bedeutet das nicht automatisch, dass Ultra-Processed Food für Sportler unproblematisch wäre.
Krafttraining verbessert zwar die Insulinsensitivität, den Muskelstoffwechsel und die mitochondriale Funktion und dürfte viele negative Effekte abschwächen. Durch regelmäßige Belastung bleibt Muskulatur auch besser durchblutet, stoffwechselaktiver und auch widerstandsfähiger gegen Fettinfiltration.
Dennoch wäre es auch für sportliche Menschen natürlich sinnvoller, auf eine hochwertige Ernährung und damit eine bessere Muskelqualität zu achten.
Fazit: Stark verarbeitete Lebensmittel verschlechtern Muskelqualität
Ein hoher Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel kann die Muskelqualität verschlechtern, da sich vermehrt Fett in der Muskulatur einlagert.
Deshalb ist eine möglichst natürliche Ernährung aus frischen und selbst zubereiteten Mahlzeiten wichtig, um nicht nur Immunsystem, Gehirn und Organe, sondern auch die Muskulatur langfristig gesund und leistungsfähig zu erhalten.
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