Ist Karottensaft gesund?
Ein Glas Karottensaft (ca. 250 ml) besteht aus etwa 4 bis 6 mittelgroßen Karotten – eine Menge, die wohl die wenigsten Menschen täglich essen. Im Glas bekommen Sie die gesunden Inhaltsstoffe der Karotten trinkfertig gebündelt. Noch dazu schmeckt der Saft herrlich frisch und aromatisch.
Karottensaft ist reich an Carotinoiden – vor allem an Betacarotin, aber auch an Lutein und Zeaxanthin. In violetten Karotten kommen auch Anthocyane vor. Alle diese Pflanzenstoffe wirken entzündungshemmend und antioxidativ, fangen also freie Radikale ab und unterstützen so den gesamten Organismus.
Auch Vitamin B6, Vitamin K und Biotin sind in nennenswerten Mengen im Möhrensaft enthalten.
Die Nährwerte von Karottensaft
100 g handelsüblicher Karottensaft hat die folgenden Nährwerte:
Energie: 24 kcal / 100 kJ
Fett: 0,15 g
Protein: 1 g
Kohlenhydrate: 5 g (davon 0,6 g Glucose, 0,5 g Fructose und 2,4 g Saccharose)
Ballaststoffe: 0,32 g
Wasser: 93 g
An Vitaminen liefert Karottensaft insbesondere Betacarotin (2.600 µg) und damit deutlich mehr als tägliche Betacarotinbedarf von 2000 µg.
In Bezug auf Vitamin B6 deckt ein 100-g-Glas den Tagesbedarf zu 6 % und in Bezug auf Biotin zu 10 %. Bei Vitamin K sind es 25 % des Tagesbedarfs
Von allen anderen Vitaminen und Mineralstoffen liefert ein 100-g-Glas nur 1 bis 5 % des Tagesbedarfs eines Erwachsenen.
Allerdings trinkt man meist mehr als nur 100 g, sondern schnell einmal ein 250-g-Glas, was dann natürlich relevante Vitalstoffmengen liefert, nämlich die 2,5-fache Menge der gerade genannten.
Die Wirkungen von Karottensaft
In unserem Artikel Karotten – die Gesundmacher haben wir bereits zahlreiche positive Wirkungen von Karotten beschrieben – diese gelten natürlich auch für Karottensaft. Im Anschluss stellen wir Ihnen einige Studien vor, die speziell mit Karottensaft durchgeführt wurden.
Karottensaft für die Augen
Karotten – und Karottensaft – sind reich an Carotinoiden. Betacarotin kann der Körper bei Bedarf zu Vitamin A umwandeln. Vitamin A wiederum ist wichtig für die Netzhaut, die Hornhaut und die Schleimhäute der Augen.
Carotinoide sollen zudem vor dem Grünen Star und vor Nachtblindheit schützen. Mehr dazu erfahren Sie im Karotten-Artikel.
Karottensaft für die Haut
Carotinoide lagern sich in die Haut ein und dienen dort als natürlicher Schutz vor Umwelteinflüssen (z. B. Luftverschmutzung) und vorzeitiger Hautalterung. Deshalb wird Möhrensaft auch eine Wirkung gegen Falten nachgesagt.
Zu einem kleinen Teil schützen Carotinoide die Haut sogar vor den schädlichen UV-Strahlen der Sonne (1). Es ist theoretisch möglich, eine solche Wirkung auch mit Karottensaft zu erreichen, auch wenn es spezifisch dazu keine Studien gibt.
In Studien wurden stattdessen meist 15 bis 30 mg Betacarotin pro Tag über mind. 10 bis 12 Wochen eingesetzt. Dadurch erhöhte sich die Eigenschutzzeit der Haut leicht – etwa entsprechend einem zusätzlichen Lichtschutzfaktor von bis zu 4 (2).
Wenn man langfristig täglich etwa 200 bis 300 ml Karottensaft trinkt, könnte man einen solchen Effekt erreichen – abhängig natürlich vom Carotinoid-Gehalt der verwendeten Karotten und der eigenen Aufnahme und Verwertung im Körper.
Natürliche Bräune durch Karottensaft?
Viele fragen sich auch – angestoßen z. B. durch Selbsttests in den sozialen Medien – ob Karottensaft dabei hilft, braun zu werden. Das kann tatsächlich der Fall sein, wobei es eher eine gelblich-orangene Färbung ist, welche die Haut dann annimmt, was nicht sehr attraktiv ist.
Man spricht dabei von der Carotinämie. Bei einer sehr hohen Carotinoid-Zufuhr kann diese Färbung in der oberen Hautschicht entstehen, z. B. wenn man wochen- oder monatelang täglich 300-500 ml Möhrensaft trinkt. Sobald man damit aufhört, verschwindet der Effekt aber wieder, ist also reversibel.
Wie stark und ob sich die Haut überhaupt färbt, ist jedoch individuell. Wie auch beim Sonnenschutz hängt es vom Carotinoid-Gehalt der Karotten und der eigenen Aufnahme und Verwertung im Körper ab.
Es gibt Menschen, die jahrelang täglich Karottensaft trinken und nicht über eine solche Hautfärbung berichten.
Karottensaft wirkt antioxidativ
Eine Studie befasste sich mit der antioxidativen Wirkung von Karottensaft (3). 69 übergewichtige Brustkrebs-Überlebende tranken 3 Wochen lang täglich rund 240 ml frisch gepressten Karottensaft mit 2 Teelöffeln Olivenöl.
Die amerikanischen Forscher testeten zwei Karottensorten: violette «BetaSweet»-Karotten, die reich an Anthocyanen sind und orangene «Balero»-Karotten. Die Probandinnen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Placebo-Gruppe gab es nicht.
In beiden Gruppen stieg der Gesamtcarotinoid-Spiegel im Blut signifikant an. Zudem wurde ein Marker für oxidativen Stress gemessen. Je höher der Carotinoid-Spiegel war, desto niedriger war die Wahrscheinlichkeit, dass der oxidative Stress zunahm.
Zwischen den Gruppen gab es keine signifikanten Unterschiede – sowohl die violetten als auch die orangenen Karotten waren wirksam.
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Karottensaft schützt Raucher vor DNA-Schäden
In einer weiteren Studie zeigte sich, dass Karottensaft Raucher durch seine antioxidative Wirkung zu einem gewissen Grad vor DNA-Schäden schützt (4).
48 Raucher tranken entweder 8 Wochen lang täglich 300 ml Karottensaft, nahmen eine Betacarotin-Kapsel oder eine Placebo-Kapsel ein. Die Betacarotin-Kapsel enthielt rund 20 mg Betacarotin sowie 1,2 mg Vitamin C – gleich viel wie der verwendete Karottensaft.
Gemessen wurden die DNA-Schäden in den Lymphozyten. Lymphozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Bei Rauchern sind diese geschädigt.
Der Saft und die Betacarotin-Kapseln reduzierten die DNA-Schäden deutlich, während es in der Placebo-Gruppe kaum Verbesserungen gab. Der Vorteil des Safts gegenüber den Kapseln ist aber, dass er noch weitere gesunde Pflanzenstoffe enthält und außerdem für Raucher keine Gefahr darstellt.
Reines Betacarotin in Kapselform kann bei Rauchern hingegen das Lungenkrebsrisiko erhöhen, aber auch nur dann, wenn über Jahre hinweg täglich deutlich mehr als 20 mg eingenommen werden – also nicht nach 8 Wochen wie in obiger Studie.
Karottensaft für das Immunsystem
Dänische Forscher fanden 2023 heraus, dass zwei besondere Stoffe im Möhrensaft das Immunsystem stärken, indem sie es auf Infekte vorbereiten (5).
14 gesunde Probanden tranken einmalig 500 ml Karottensaft, zubereitet aus 30 g gefriergetrocknetem Karottenpulver. Eine Stunde davor und danach untersuchten die Forscher 44 Entzündungsbotenstoffe im Blut.
Dabei zeigte sich zunächst noch kein großer Unterschied. Erst als die Forscher das Blut mit Bakterien infizierten, stiegen mehrere Entzündungsbotenstoffe signifikant an – teilweise um 30 bis 55 Prozent.
Das bedeutet, Karottensaft bereitet das Immunsystem darauf vor, schneller und kraftvoller zu reagieren, falls ein Erreger eintrifft.
Der Saft ist also ein Immunsystemtrainer. Unter seinem Einfluss werden die Immunzellen empfindlicher und reaktionsbereiter, werden aber auch nicht überaktiv (was chronische Entzündungen verursachen würde).
Die Forscher vermuten, dass vor allem die beiden Stoffe Falcarinol und Falcarindiol hierfür verantwortlich sind. Das sind sogenannte Polyacetylene, die in Labor- und Tierstudien stark entzündungshemmende und krebshemmende Wirkungen zeigten.
Karottensaft gegen Würmer
Traditionell gelten Karotten und auch Möhrensaft als Hausmittel gegen Würmer. Die Idee dahinter ist vermutlich, dass sie durch ihre Ballaststoffe den Darm «durchspülen».
Karottensaft enthält aber nicht mehr viele Ballaststoffe, da diese größtenteils als Trester zurückbleiben.
Andererseits haben Laborversuche ergeben, dass Carotinoide eine antiparasitäre Wirkung haben (6). Das wurde bisher aber nicht in Humanstudien bestätigt. Sollte dies der Fall sein, könnte Karottensaft durch den hohen Gehalt an Carotinoiden sinnvoll sein.
Es schadet auf jeden Fall nicht, wenn Sie bei Wurmbefall Karottensaft trinken – ob dies nun gegen die Würmer hilft oder nicht, immerhin profitieren Sie dann von den übrigen gesundheitlichen Wirkungen.
Besser wäre es aber, die Karotten fein gerieben als Rohkostsalat zusammen mit Kürbiskernen zu essen. Dann profitiert man vom vollen Wirkstoffspektrum der Möhren sowie von der antiparasitären Wirkung der Kürbiskerne.
Karottensaft gegen Durchfall
Karottensaft spielt bei Durchfall keine grosse Rolle, eine bestimmte Karottensuppe hingegen schon. Sie nennt sich Moro’sche Karottensuppe und wird in unserem Artikel Moro'sche Karottensuppe - Das Rezept näher vorgestellt. Die Suppe ist sehr gut verträglich und kann bei Kind, Hund und Katze eingesetzt werden.
Sie wird lange gekocht (1-1,5 Stunden), wodurch bestimmte antibakterielle Stoffe entstehen, die in rohen oder gedämpften Karotten nicht enthalten sind und daher auch nicht in Karottensaft.
Dennoch kann auch Karottensaft positive Wirkungen auf den Darm haben. Besonders bekannt ist das enthaltene Pektin, ein löslicher Ballaststoff, der die Darmflora nährt und eine gesunde Verdauung fördert.
Pektin kann zudem überschüssiges Wasser im Darm binden, wodurch Karottensaft sowohl bei Durchfall als auch bei leichter Verstopfung etwas regulierend wirken kann.
Ist Karottensaft gut für die Leber?
Karottensaft kann die Lebergesundheit auf natürliche Weise unterstützen. Er enthält reichlich Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird und antioxidativ wirkt.
Antioxidantien helfen, freie Radikale zu neutralisieren und entzündliche Prozesse zu reduzieren – zwei Faktoren, die für eine belastete Leber relevant sein können. Zudem fördert Karottensaft durch seinen hohen Gehalt an Pflanzenstoffen wie Polyphenolen die Regeneration von Leberzellen.
Auch der leichte entwässernde Effekt des Saftes kann die Ausscheidung belastender Stoffwechselprodukte unterstützen und so die Leber entlasten. Er passt also gut in eine leberfreundliche Ernährung.
Hilft Karottensaft gegen Sodbrennen und bei Gastritis?
Karottensaft gilt als mild und magenfreundlich, weshalb er bei manchen Menschen Beschwerden wie Sodbrennen oder eine leichte Gastritis lindern kann. Die enthaltenen Ballaststoffe, insbesondere Pektin, wirken beruhigend auf die Magenschleimhaut und können überschüssige Magensäure etwas binden.
Zudem liefert Karottensaft basenbildende Mineralstoffe, die den Säure-Basen-Haushalt positiv beeinflussen können. Auch seine entzündungshemmenden Carotinoide unterstützen ein gesundes Magenmilieu.
Dennoch reagieren Menschen unterschiedlich: Bei akuten oder schweren Magenproblemen sollte Karottensaft vorsichtig getestet werden, da er bei empfindlichen Personen auch zu leichter Säureproduktion führen kann.
Schützt Karottensaft die Nieren?
Karottensaft kann indirekt zur Nierengesundheit beitragen, vor allem durch seine antioxidativen und entzündungshemmenden Inhaltsstoffe. Die darin enthaltenen Carotinoide unterstützen den Schutz der Körperzellen vor oxidativem Stress, der auch die Nieren beeinträchtigen kann.
Außerdem liefert Karottensaft viel Kalium, was den Flüssigkeitshaushalt reguliert und die natürliche Ausscheidungsfunktion fördert – allerdings sollten Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion ihren Kaliumkonsum ärztlich abklären.
Durch den hohen Wasseranteil wirkt Karottensaft zusätzlich leicht entwässernd und spült Stoffwechselrückstände aus. Insgesamt kann Karottensaft die Nierenfunktion unterstützen, sollte aber bei bestehenden Nierenerkrankungen nur in kleinen Mengen eingesetzt werden.
Karottensaft kaufen
Achten Sie beim Kauf von Karottensaft auf Bio-Qualität. Am besten ist Direktsaft. Dieser wird gepresst, kurz erhitzt, um ihn haltbar zu machen und dann direkt in Flaschen abgefüllt.
Bei einem Saft aus Konzentrat wird diesem erst Wasser entzogen und später wieder zugesetzt, er ist also stärker verarbeitet und schmeckt auch meist weniger natürlich als Direktsaft.
Auf der Zutatenliste sollten nur Karotten und höchstens noch Zitronensaft als natürliches Konservierungsmittel zu finden sein – keine sonstigen Aromen, Konservierungsstoffe oder Zucker.
Dunkle Flaschen oder Kartons sind besser als helle Flaschen, weil sie den Saft vor Licht schützen. Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank und sollte möglichst bald aufgebraucht werden – idealerweise innerhalb von 24 Stunden.
Spezielle Baby-Säfte sind nicht besser als normale Bio-Säfte. Auch brauchen Babys keine Säfte. Wasser und Muttermilch sollten die einzigen Flüssigkeiten sein. Karotten bekommen Babys daher besser als Gemüse oder Püree.
Milchsaurer Karottensaft
Normaler Karottensaft wird einfach direkt aus frischen Karotten gepresst. Milchsauer fermentierter Karottensaft entsteht aufgrund von Milchsäurebakterien, die den natürlichen Karottenzucker in Milchsäure umwandeln.
Dadurch wird der Saft säuerlicher, haltbarer und probiotisch wirksam. Das Beta-Carotin wird durch die Fermentation zudem besser aus der Zellmatrix gelöst und bioverfügbarer. Auch wird die antioxidative Aktivität gesteigert (10-40 %), weil sich der Anteil an antioxidativen Phenolen erhöht
Die Milchsäure löst Mineralstoffe aus den Pektin-Strukturen der Karotte, so dass mehr Mineralstoffe aufgenommen werden können. Gleichzeitig bauen die Milchsäurebakterien den Zucker im Saft ab, so dass der Saft für viele Menschen darmverträglicher und leichter verdaulich wird.
Im Bio-Supermarkt erhalten Sie milchsauer fermentierten Bio-Karottensaft. Sie können ihn aber auch selbst herstellen (siehe unten). Grundsätzlich ist selbstgemachter Karottensaft gekauftem vorzuziehen – ob fermentiert oder nicht – da er mehr Nährstoffe enthält und sehr viel besser schmeckt.
Wie Sie Karottensaft selber machen
Wenn Sie selbst Möhrensaft machen möchten, wählen Sie am besten frische Bio-Karotten. Waschen Sie die Karotten und entfernen Sie die Enden. Wenn Sie keine Bio-Karotten verwenden, sollten Sie die Möhren schälen.
Das Schälen entfernt jedoch nur einen kleinen Teil an Pestiziden, da Wurzelgemüse den Großteil aus der Erde direkt in die Wurzel aufnimmt und nur am oberen Ende direkten Kontakt mit Pestiziden hat.
Damit möglichst viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten bleiben, verwenden Sie am besten einen Kaltentsafter (keinen Zentrifugenentsafter. Hochwertige Entsafter werden im Handel auch als «Slow Juicer» bezeichnet. Diese erzeugen wenig Wärme und wirbeln auch nur wenig Sauerstoff in den Saft, der andernfalls zu Nährstoffverlusten führen würde.
Trinken Sie den Saft am besten direkt nach dem Entsaften.
Wenn Sie keinen Entsafter haben, können Sie die Möhren auch in Stücke schneiden, mit etwas Wasser im Mixer pürieren und durch ein Sieb, ein Passiertuch oder einen Nussmilchbeutel pressen.
Bei beiden Varianten bleibt der Trester übrig. Dieser besteht zu einem großen Teil aus Ballaststoffen, enthält aber auch einiges an Carotinoiden und Polyphenolen. Sie können ihn z. B. für Gemüsebratlinge oder Karottenkuchen verwenden.
Sie können Ihrem Saft auch etwas Ingwer, Orange, Zitrone, Apfel oder Rote Bete beigeben – je nach Geschmack und was Sie gerade zur Hand haben.
*Hier finden Sie einen Slowjuicer für Gemüse- und Obstsäfte.
Wie Sie milchsauren Karottensaft selbst fermentieren
Sie können milchsauren Karottensaft auch selbst herstellen:
Methode 1: Mit Starterkultur
Bei dieser Methode geben Sie zum frisch gepressten Saft eine Starterkultur (Brottrunk oder rohen Sauerkrautsaft). Pro Liter Saft 50-100 ml Starterkultur.
Die Starterkultur führt zu einem schnellen Säureabfall, was Schimmel und auch unerwünschte Bakterien hemmt. Eine stabile und kontrollierte Fermentation kann stattfinden, da gleich die richtigen Bakterien hinzugegeben werden.
Methode 2: Ohne Starterkultur
Wenn Sie natürlicher fermentieren möchten, also ohne Starterkultur, dann gehen Sie so vor: Geraspelte Karotten mit 1-2 % Salz vermischen und so lange kneten, bis Saft austritt, dann in ein verschließbares Gefäß füllen und mit einem Gärgewicht beschweren.
Den Deckel nicht fest verschließen. Dann 3–7 Tage bei Zimmertemperatur fermentieren (je länger, desto saurer). Dann abseihen, den Saft auffangen und im Kühlschrank lagern.
* Wenn Sie nicht nur Karottensaft fermentieren möchten, sondern generell lernen möchten, welche Lebensmittel man wie fermentieren und damit nicht nur gesünder, sondern auch geschmackvoller machen kann, dann ist unser online Kurs Fermentieren leicht gemacht ideal für Sie! Im Kurs fermentieren Sie 19 verschiedene Lebensmittel, darunter 3 Getränke, und lernen sogleich, zu welchen Rezepten Ihre Fermente am besten passen.
Wie lange ist Karottensaft haltbar?
Am allerbesten ist es, wenn Sie den Saft direkt nach der Zubereitung frisch trinken. Je länger Sie ihn aufbewahren, desto mehr wertvolle Inhaltsstoffe gehen verloren.
Wenn Sie ihn aufbewahren möchten, sollten Sie ihn gleich in eine Flasche abfüllen und im Kühlschrank lagern. Dort hält er sich 24 bis max. 48 Stunden. Zitronensaft sorgt für etwas längere Haltbarkeit.
Milchsauer vergorener Saft hält deutlich länger, nämlich 4 bis 6 Wochen, denn die Milchsäure wirkt wie ein natürliches Konservierungsmittel. Sie hemmt die Entwicklung von Bakterien, Schimmel oder Hefen, die den Saft verderben würden.
Sollte man Öl in den Karottensaft geben?
Da Carotinoide fettlöslich sind, macht es Sinn, Ihrem Möhrensaft direkt vor dem Trinken etwas Öl beizumischen. Es kann die Aufnahme im Darm verbessern. Zu empfehlen sind z. B. Leinöl, Rapsöl, Hanföl oder auch Olivenöl.
Leinöl liefert zusätzlich wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Es ist sehr empfindlich und sollte darum immer frisch und gekühlt verwendet werden. Olivenöl ist etwas unempfindlicher.
Nehmen Sie etwa einen Teelöffel pro Glas Karottensaft. Sie können den Saft auch zu einer Mahlzeit trinken, die Fett enthält – dann ist das Öl nicht nötig.
Karottensaft morgens oder abends trinken?
Für die gesundheitliche Wirkung kommt es nicht darauf an, ob Sie Karottensaft morgens oder abends trinken. Wichtiger ist, dass Sie ihn regelmäßig trinken und mit etwas Fett oder einer Mahlzeit kombinieren.
Karottensaft bei Histaminintoleranz
Karottensaft gilt als histaminarm und wird in der Regel auch von Menschen mit Histaminintoleranz gut vertragen.
Entscheidend ist, dass Sie frische Karotten verwenden und den Saft möglichst direkt nach dem Pressen trinken, damit er nicht anfängt zu gären – denn durch Lagerung und Fermentation kann der Histamingehalt ansteigen.
Auch fertiger Karottensaft aus Direktsaft (ohne Milchsäuregärung) zählt normalerweise zu den gut verträglichen Gemüsesäften.
Fazit: Karottensaft – ein sinnvoller Bestandteil der Ernährung
Karottensaft ist ein wertvoller Lieferant von Carotinoiden, Vitaminen und antioxidativen Stoffen. Studien haben gezeigt, dass er das Immunsystem stärkt und die Zellen – etwa bei Rauchern oder Brustkrebs-Überlebenden – vor Schäden schützen kann.
Am meisten profitieren Sie, wenn Sie Karottensaft regelmäßig in eine insgesamt gemüsereiche Ernährung integrieren – am besten frisch gepresst, fermentiert und in Bio-Qualität.