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  • Frisches Zitronengras (Zitrusaroma) auf einem hölzernen Hintergrund
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So können Sie Zitronengras verwenden

Zitronengras ist ein mehrjähriges Gras aus den Tropen – und ein sehr beliebtes Gewürz, vor allem in der Asia-Küche. Es kann frisch oder getrocknet eingesetzt werden und wird auch gerne als Tee getrunken. Wir erklären, wie Sie Zitronengras verwenden und auch, wie Sie es ganz einfach selbst anbauen und als Zimmerpflanze halten können.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 24 April 2026
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Was ist Zitronengras?

Zitronengras gehört zu den Süßgräsern, ist also mit unserem Getreide verwandt. Im Gegensatz zum Getreide wird es jedoch nicht wegen seiner Samen angebaut. Man nutzt hingegen seine aromatischen Stängel und Blätter – entweder als Gewürz in der Küche, zur Zubereitung von Tee oder als Rohstoff für die Herstellung von ätherischem Öl.

Das ätherische Öl besteht zwischen 70 und 80 % aus Citral, einem Pflanzenstoff, der dem Zitronengras seinen frischen zitronigen Duft verleiht. In der Kosmetik dient das Öl als natürlicher Duftstoff in Seifen, Lotionen, Deodorants, Parfüms und Shampoos – mit dem Nebeneffekt einer leichten antimikrobiellen Wirkung.

In der Küche und Naturheilkunde ist vor allem die Art Cymbopogon citratus (Westindisches Zitronengras) verbreitet, während für die industrielle Gewinnung von ätherischem Zitronengrasöl überwiegend Cymbopogon flexuosus (Ostindisches Zitronengras) angebaut wird.

Die Gräser können bis zu 1,80 Meter hoch werden und im Durchmesser ein Ausmaß von 1,20 Meter erreichen.

Was ist Lemongrass?

Neben der deutschen Bezeichnung Zitronengras ist auch der englische Begriff Lemongrass geläufig. Es handelt sich also um ein und dasselbe.

Woher stammt Zitronengras?

Zitronengras stammt ursprünglich aus Süd- und Südostasien und wird heute in tropischen und subtropischen Regionen weltweit angebaut – etwa in Indien, Sri Lanka, Indonesien, Thailand, Afrika und Mittelamerika.

Wichtige Anbau- und Exportländer sind Guatemala, die Demokratische Republik Kongo, Madagaskar und die Komoren.

In Gärten findet man es mittlerweile auch in südeuropäischen Ländern, etwa Spanien. In mitteleuropäischen Gefilden ist das Gras hingegen als Zimmerpflanze erhältlich. Im Freiland könnte die Pflanze hier nur den Sommer überstehen, da sie nicht winterhart ist.

Für welche Gerichte verwendet man Zitronengras?

In der Küche bringt Zitronengras frisches Zitrusaroma in Currys, Suppen, Dips, Dressings und Marinaden. Aber auch viele andere Gerichte können damit gewürzt werden – ganz gleich ob Gemüse-, Reis-, Nudel- oder Fleisch- und Fischgerichte.

Wie würzt man mit Zitronengras?

Wenn immer möglich, verwenden Sie frisches Zitronengras. Denn die wichtigsten Duftstoffe (v. a. Citral) sind flüchtig und hitze- sowie lichtempfindlich. Das heißt: Beim Trocknen und Lagern geht ein Teil verloren und damit auch das Aroma.

Wie Sie mit frischem Gras würzen

Frische Stängel, also der untere, weiße Teil des Stängels schmeckt wunderbar frisch und intensiv. Die Stängel verwendet man für Currys, Suppen, Eintöpfe und Schmorgerichte – ob Gemüse, Fisch oder Fleisch. Aber auch für manche Salatrezepte und in Sommerrollen passen sie sehr gut.

Die frischen Blätter, also der grüne stark faserige obere Teil des Grases ist eher mild und verleiht ein grasig-leicht zitroniges Aroma. Die Blätter sind ideal für Tee. Sie können aber auch für Gemüse-, Fleisch- und Fischfond verwendet werden. Man kocht sie mit und entfernt sie anschließend wieder aus dem Gericht – genau wie Lorbeerblätter.

Meist sind es die Stängel, die in der Küche zum Einsatz kommen. Sie können auf drei Arten zum Würzen verwendet werden:

1. Stängelstücke verwenden und aufklopfen

Sie schneiden den Stängel (den weißen bzw. hellgrünen Teil) in zwei oder drei Stücke, klopfen die Stücke auf und ziehen sie anschließend mit den Fingern noch auseinander. Auf diese Weise kann das Aroma besser aus den Fasern entweichen und in Ihre Speisen übergehen.

Für Suppen oder Eintöpfe beispielsweise können die Stängel (mit anderen Gewürzen) in Öl angebraten, dann abgelöscht und kurz aufgekocht werden. Dann wird 10 – 15 Minuten geköchelt, bevor man die Stängel wieder entfernt.

Wie das mit dem Klopfen oder Quetschen funktioniert (am besten mit der flachen Seite eines schweren Messers), sehen Sie in den Videos, auf die wir unten bei den Rezepten hingewiesen haben.

Die Stängel werden nach der Kochzeit wieder entfernt.

2. Stängel in Ringe schneiden

Für manche Rezepte kann man die zarten weißen Stängelstücke auch in hauchdünne Ringe schneiden, die dann auch im Gericht bleiben, also mitgegessen werden.

3. Paste

Aus den Stängeln kann auch eine köstliche Würzpaste hergestellt werden. Sie hat ein sehr intensives Aroma und eignet sich sehr gut dazu, Zitronengras haltbar zu machen. Im Vergleich zum Trocknen kann das Aroma in der Paste viel besser konserviert werden.

Die Paste passt zu fast allen Gerichten – ob Suppen, Currys, Dips, Grillmarinaden, Dressings und vieles mehr.

Wie Sie mit getrocknetem Gras würzen

Getrocknetes Zitronengras verleiht eher ein teeartiges Aroma und ist deutlich weniger spritzig und komplex als das frische Gras.

Wenn Sie dennoch getrocknetes Zitronengras verwenden, dann lieber grob geschnittene Stücke als Pulver. Letzteres verliert auch im Gericht schnell an Aroma.

Geben Sie die grob geschnittenen Blatt- oder Stängelteile am besten in ein Gewürzsäckchen oder Teefilter/Tee-Ei, damit sie die faserigen Stücke nach dem Kochen auch wieder einfach und vollständig entfernen können.

Für ein mildes Aroma nehmen Sie 1 gehäuften EL (2-3 g) pro Liter Suppe/Wasser. Für ein deutlich zitroniges Aroma besser 2 gehäufte EL.

Kochen Sie das Gewürzsäckchen mindestens 15–20 Minuten im jeweiligen Gericht, damit sich das Aroma voll entfalten kann. Bei kräftigen Brühen oder Currys kann man es auch 30–40 Minuten mitziehen lassen. Es wird nicht bitter.

Allerdings gilt: Je länger die Kochzeit, desto mehr der milden, grasigen Noten treten hervor, während das frische Zitrusaroma etwas weicher wird.

Wenn Sie eher das zitronige Aroma erzielen möchten, kochen Sie die Hälfte der Zitronengrasmenge direkt zu Beginn mit und die andere Hälfte erst in den letzten 10 Minuten.

Wie macht man Zitronengras-Paste?

Gekaufte Paste schmeckt oft nicht optimal und ist nicht selten stark salzig. Machen Sie daher Ihre Paste am allerbesten selbst.

Für das Grundrezept benötigen Sie das Folgende (ergibt ca. 150 g Paste, je nach Größe und Zartheit der Stängel):

  1. 6–8 frische Zitronengrasstängel (nur das untere, weiße Drittel)
  2. 2–3 EL neutrales Öl (z. B. mildes Olivenöl, Rapsöl oder Sonnenblumenöl)
  3. Optional: 1–2 EL Wasser (für ein leichteres Pürieren)
  4. Salz nach Geschmack (verlängert die Haltbarkeit)

Entfernen Sie die äußeren, harten Blätter der Zitronengrasstängel und schneiden Sie die unteren weißen und zarten Teile in dünne Ringe.

Pürieren Sie die Ringe mit dem Öl (und ggf. etwas Wasser) im Mixer oder mit einem Pürierstab. Zum Schluss etwas Salz hinzugeben. Im Schraubglas hält die Paste im Kühlschrank mindestens 1 Woche.

Wenn Sie die Paste in Eiswürfelbehälter einfrieren, dann hält sie dort 6 Monate lang.

Wenn Sie möchten, können Sie natürlich auch frischen Ingwer, Knoblauch oder Chili mitpürieren – siehe unser Chili-Pasten-Rezept im folgenden Abschnitt.

Rezepte mit Zitronengras

In unserer Rezepterubrik finden Sie viele Rezepte mit Zitronengras. Probieren Sie am besten ein paar davon aus. Auf diese Weise lernen Sie im Nu, wie Sie das Gras richtig einsetzen. Geben Sie in unsere Suche einfach „Zitronengras“ ein. Oder auch direkt in die Suche unseres Kochkanals bei Youtube.

Eistee

Für unseren erfrischenden Eistee beispielsweise wird der frische weiße Stängel in Ringe geschnitten und gemeinsam mit gehacktem Ingwer und Wasser im Mixer gemixt. Das Ganze wird einmal aufgekocht und 5 Minuten geköchelt.

Dann lässt man die Mischung 20 Minuten ziehen, bevor man sie durch ein Sieb passiert. Jetzt wird mit z. B. Xylit gesüßt, mit Wasser aufgefüllt und im Kühlschrank kaltgestellt. Vor dem Servieren wird mit Zitronensaft und Minze verfeinert.

Das Rezept finden Sie in unserer Rezepterubrik unter Erfrischender Eistee mit Zitronengras und Ingwer.

Thai-Curry

Für ein schnelles Thai-Curry stellt unser Koch Ben erst eine Würzpaste im Mixer her. Auch hier wird der weiße zarte Stängelteil fein in Ringe geschnitten.

In unserem Video-Kanal auf Youtube sehen Sie die Zubereitung. Geben Sie dazu bei Youtube Schnelles Thai-Curry mit Süsskartoffeln und Brokkoli ein.

Misosuppe

Für die köstliche Misosuppe mit Reisnudeln wird der Grasstängel quer in drei Stücke geteilt, kräftig mit der flachen Messerseite flach geklopft und in die Suppe gegeben. Nach einer 10-minütigen Kochzeit werden die Stängelteile wieder entfernt.

Die genaue Zubereitung zeigt Ihnen Ben bei Youtube unter Misosuppe mit Reisnudeln.

Chilipaste

Unser Koch Ben hat eine umwerfende Chilipaste entwickelt. Dazu werden zunächst aufgeklopftes Zitronengras mit Ingwer und weiteren Gewürzen in Erdnussöl geköchelt. Das auf diese Weise aromatisierte Öl wird mit Chili und gemörserten Erdnüssen, Sesam und Gewürzen zu einer köstlichen Paste verarbeitet.

Sie finden das passende Video in unserem YT-Kochkanal unter Chilipaste mit Szechuan-Pfeffer.

Frische-Check: Ist das Zitronengras zart genug zum Mitessen?

Wenn Sie das Gras für Rezepte verwenden möchten, in denen es mitgegessen wird, sollte es auch entsprechend zart sein. Überprüfen Sie es auf die folgenden Eigenschaften:

Der untere Teil sollte weiß bis sehr hellgrün und saftig sein. Das Messer sollte leicht hindurchgleiten und keine ausgefransten Schnittkanten hinterlassen. Die Scheibchen lassen sich zwischen Daumen und Zeigefinger nahezu zerdrücken, ohne dass Fasern zu spüren oder zu sehen sind.

Kann man Zitronengras auch roh essen?

Prinzipiell kann man frisches Zitronengras auch roh essen, es ist also nicht giftig. Aber ob es sinnvoll oder angenehm ist, hängt stark vom Zustand und Teil der Pflanze ab:

Gut roh essbar ist in jedem Fall nur der untere, weiße bis hellgrüne, sehr zarte Teil junger Stängel. Dieser kann fein gehackt, in dünne Ringe geschnitten oder zu Paste verarbeitet werden.

In kleinen Mengen kann man das Gras auf diese Weise als Würze in Salaten, Dips, Salsas oder Sommerrollen einsetzen.

Weniger geeignet für den rohen Verzehr sind ältere, faserige Stängel und die grünen Blätter. Denn selbst fein geschnitten sind diese zu faserig.

Roh ist das Aroma auch sehr intensiv und kann leicht zu dominant werden. Daher unbedingt sparsam dosieren.

In Asien wird frisches, sehr zartes Zitronengras roh oft in fein gehackter Form in Salaten oder Kräutermischungen genutzt, z. B. im thailändischen Yam Takrai.

Für Yam Takrai werden hauchdünn geschnittenes Zitronengras, Kräuter, Schalotten, geröstete Erdnüsse oder Cashews, getrocknete Garnelen oder gegrilltes Huhn mit einem Dressing aus Limettensaft, Fischsauce, Palmzucker und Chili angemacht.

Welche Heilwirkung hat Zitronengras?

Seit Jahrhunderten findet das Gras in seinen Herkunftsländern nicht nur als aromatische Würzpflanze Verwendung, sondern auch in der jeweiligen Volksheilkunde.

Im Ayurveda (Indien) für Verdauung und Entgiftung

Im Ayurveda beispielsweise ist Zitronengras ein Mittel gegen Fieber, Erkältungen und Verdauungsprobleme und wird auch gerne zur „Reinigung“ des Körpers eingesetzt – meist in Form von Tee oder Pulver. Auch gegen innere Unruhe soll der Tee helfen und den Körper entspannen.

Bei Magenbeschwerden sollen 2 bis 3 Tropfen des ätherischen Öls in heißem Wasser eingenommen werden – und gegen Kopfschmerzen soll ein Bad helfen, wenn man ins Badewasser die getrockneten Blätter wirft.

In Malaysia und Indonesien bei Regelstörungen

In Malaysia und Indonesien trinkt man den Tee, um die Menstruation zu fördern, falls sie ausbleibt.

In Ägypten bei Nieren- und Blasenleiden

In Ägypten wird ein Tee aus Blättern und Stängeln bei Nieren- und Blasenbeschwerden geschätzt.

In Brasilien bei Schmerzen und zur Beruhigung

In Brasilien wird der Tee zur Schmerzlinderung, Fiebersenkung, Entzündungshemmung und Beruhigung getrunken.

In Kuba bei Bluthochdruck

In Kuba empfiehlt man ihn zur Blutdrucksenkung.

Tatsächlich liegen einige Studien vor, in denen sich der Tee (täglich 150 – 250 ml) als blutdrucksenkend erwies (7). Allerdings scheint er nur kurzfristig zu wirken, da sich die Werte nach einigen Wochen trotz Tee wieder auf dem Ausgangsniveau einpendelten.

Ätherisches Öl äußerlich für Durchblutung und Abwehr

Auch das ätherische Zitronengrasöl wird schon sehr lange hergestellt und seit der Antike in der Volksmedizin verwendet. Es soll die Durchblutung verbessern, den Menstruationszyklus stabilisieren und die Immunität stärken.

Hierzu wird das Öl äußerlich angewendet, also z. B. mit einem Basisöl (Mandelöl, Jojobaöl) vermischt (in einer Konzentration von 1 %) und in die Haut gerieben – bei Menstruationsthemen über eine Massage des Unterleibs und zur Durchblutungsförderung über eine Massage der jeweiligen Gliedmaßen, z. B. kombiniert mit ätherischem Rosmarin- oder Ingweröl.

Auch Bäder oder Sitzbäder werden gelegentlich mit dem Öl gemacht, wobei nur wenige Tropfen ins Badewasser gegeben werden.

Ätherisches Öl inhalieren – für Entspannung und ruhigen Geist

Besonders empfehlenswert ist das Einatmen des Dufts, z. B. in der Duftlampe. Er entspannt, lindert Stress und klärt den Geist.

Welche Dosierungen sind über welchen Zeitraum nötig?

Für einen medizinischen Effekt werden in der Regel 1–2 g getrocknetes geschnittenes Zitronengras pro Tasse Tee empfohlen (oder ein 2-4 cm langes Stück des frischen Stängels, leicht gequetscht) und bis zu drei Mal täglich über wenige Tage bis maximal zwei Wochen getrunken.

Das ätherische Öl sollte nur stark verdünnt (0,5–1 %) äußerlich angewendet werden, da es in höherer Konzentration Hautreizungen verursachen kann.

Für eine innerliche Anwendung des Öls liegen bislang nur wenige gesicherte Daten vor; eine Langzeiteinnahme ist nicht ausreichend untersucht und sollte ohne fachliche Begleitung besser vermieden werden.

Wer sollte Zitronengras nicht anwenden?

Schwangere und Stillende können den Tee in normalen Mengen (dann und wann eine Tasse) problemlos trinken. Auch in der Küche kann man das Gras als Gewürz weiterhin einsetzen.

Da das ätherische Öl ohnehin nicht innerlich empfohlen wird, erübrigt sich eine diesbezügliche Warnung. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte man das ätherische Öl auch äußerlich nicht anwenden.

Kleinkinder und Kinder können jedoch den Tee trinken, am besten in milder Stärke, also in der halben Dosierung (0,5–1 g getrocknetes Zitronengras oder ein 1–2 cm Stück vom frischen Stängel pro Tasse, nur kurz ziehen lassen) und nur 1 Tasse pro Tag.

Säuglinge sollten den Tee nicht bekommen. Für sie steht Muttermilch im Vordergrund. Selbst an sehr heißen Tagen brauchen Sie kein zusätzliches Getränk.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

In Form von Tee oder als Gewürz in einem Gericht hat das Gras in den üblichen Dosierungen keine Nebenwirkungen. Es ist gut verträglich.

Dennoch können natürlich empfindliche Personen u. U. mit Magenreiz oder Sodbrennen reagieren.

Allergien sind äußerst selten. Manchmal reagieren Personen allergisch, die eine Süßgräserallergie haben, aber eher nicht nach dem Verzehr, sondern allenfalls wenn es zu einem Hautkontakt bei der Zubereitung kommt. Dies ist aber sehr selten.

Das ätherische Öl wird äußerlich z. B. in Massageölen, Einreibungen oder Insektenschutzmitteln eingesetzt – stets stark verdünnt (0,5–1 %), um Hautreizungen zu vermeiden.

Bei innerlicher Anwendung ist besondere Vorsicht geboten. Denn unverdünntes oder hoch dosiertes Öl kann Schleimhautreizungen, starke Magen-Darm-Beschwerden und in hohen Mengen Leberschäden verursachen.

Zitronengras bei Histaminintoleranz verwenden?

Zitronengras ist histaminarm und zählt auch nicht zu den klassischen Histaminliberatoren. Es ist daher auch bei Histaminintoleranz im Allgemeinen gut verträglich.

Lediglich wenn Sie eine Fertigpaste kaufen möchten, sollten Sie auf die übrigen Zutaten achten. Denn diese sind häufig histaminreich, z. B. Fischsauce, Sojasauce oder andere fermentierte Bestandteile.

Kann man Zitronengras in der Schwangerschaft nutzen?

In einer brasilianischen Studie, in der man überprüfte, welche Heilpflanzen im Allgemeinen von Schwangeren verwendet werden und welche davon toxisch für das Ungeborene sein könnten, hieß es sinngemäß:

30,9 % der schwangeren Frauen nutzten Heilpflanzen, wobei Boldo (bei Verstopfung) am häufigsten genannt wurde. Diese und alle anderen verwendeten Pflanzen haben toxische Wirkungen in der Schwangerschaft – mit Ausnahme von Zitronengras (3).

Zitronengras wird in Brasilien recht häufig in Form von Tee konsumiert. Vermutlich hatten die Frauen ihn entweder aus Gewohnheit auch in der Schwangerschaft weitergetrunken oder aber aufgrund seiner entspannenden, beruhigenden und mild schlaffördernden Wirkungen.

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Zitronengras verkürzt Wochenbettdauer

Eine Studie aus Indonesien von 2024 untersuchte, ob das Trinken einer Zitronengras-Abkochung (Cymbopogon citratus) die Erholung im Wochenbett beschleunigen kann (2).

Es zeigte sich, dass Frauen, die regelmäßig eine Zitronengras-Abkochung tranken, hatten signifikant häufiger eine schnelle Rückbildung der Gebärmutter und ein früheres Ende des Wochenflusses als Frauen in der Kontrollgruppe.

In der Kontrollgruppe gab es keine Frau, die sich schneller als üblich erholte. In der Zitronengras-Gruppe waren es hingegen 75 % der Frauen, die sich schneller erholten.

Eine Abkochung wird traditionell so hergestellt: Man nimmt von 3–4 frischen Zitronengrasstängeln den unteren weißen Teil, quetscht ihn leicht an und gibt ihn in 1 Liter Wasser.

Nun bringt man die Mischung zum Kochen und lässt sie dann 10-15 Minuten sanft köcheln. Dann seiht man ab und trinkt den Tee entweder warm oder kalt – und zwar 2- bis 3-mal täglich je 200 – 250 ml.

* Hier finden Sie den Kochkurs Asiatisch kochen mit Ben.

Verwendung als Mückenabwehrmittel

Das ätherische Öl von Zitronengras hat aufgrund des enthaltenen Citrals zwar eine abschreckende Wirkung auf Mücken, doch ist diese deutlich schwächer ausgeprägt als die Anti-Mückenwirkung von Citronellagrasarten. Diese sind zwar mit dem Zitronengras verwandt, wurden aber speziell für die Mückenabwehr gezüchtet.

Citronellagräser gehören ebenfalls zur Gattung Cymbopogon. Häufige Arten sind z. B. Cymbopogon winterianus oder Cymbopogon nardus. In ihrem ätherischen Öl sind Citronellal, Citronellol und Geraniol tonangebend. Diese Pflanzenstoffe vertreiben insbesondere Stechmücken sehr gut.

In Duftlampen, Diffusern oder speziellen Verdunstungsgefäßen kann Citronellaöl daher auf natürliche Weise dabei helfen, Mücken aus Räumen fernzuhalten.

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Verwendung als Konservierungsmittel

Da das ätherische Öl antibakterielle Eigenschaften hat und auch gut gegen Pilze wirkt, wird derzeit untersucht, ob es sich nicht als alternatives Konservierungsmittel für Lebensmittel eignen könnte – quasi als Ersatz für künstliche Konservierungsstoffe (1), die sich auf die menschliche Gesundheit meist nicht so vorteilhaft auswirken.

In der Praxis könnte dies so aussehen, dass man einen Tropfen des ätherischen Öls in Marinaden oder in Öl für eingelegtes Gemüse, Fleisch oder Fisch gibt. Dies hemmt das Wachstum bestimmter Bakterien und Schimmelpilze.

Das Öl muss dazu ein 100 % naturreines Öl und ausdrücklich für den Verzehr zugelassen sein. Die Dosierung ist zudem etwas heikel, denn zu viel schmeckt penetrant oder kann Magenreizungen verursachen.

Das Öl sollte jedoch nie unverdünnt auf Lebensmittel gegeben werden, die dann direkt so verzehrt werden, da hohe Konzentrationen ätherischer Öle auf die Mund- und Magenschleimhaut sehr reizend wirken können.

Wichtig ist, dass das Öl die Haltbarkeit nur ein wenig verlängern kann, aber nicht wirklich einen Ersatz für z. B. eine gute Kühlung darstellt.

Kann man Zitronengras auch in Mitteleuropa anbauen?

In Mitteleuropa ist die Pflanze als Zimmerpflanze erhältlich. Sie kann im Gewächshaus oder Wintergarten gehalten werden. Den Sommer kann sie auch im Garten oder auf Balkon und Terrasse verbringen.

Die Pflanze benötigt Temperaturen über 10 °C, ideal sind 20–30 °C, viel Licht und humusreichen, gut drainierten Boden. Überwintert wird sie frostfrei im Topf. Die Pflanze ist also nicht winterhart!

Wichtig ist ein sonniger Standort und regelmäßige Wasserversorgung.

Wenn Sie in frostfreien Regionen leben, z. B. Südeuropa, kann Zitronengras ganzjährig im Garten kultiviert werden. Ein sonniger Standort wird dort weniger das Problem sein. Nur fehlen dort die in den Tropen üblichen regelmäßigen Regenfälle, so dass hier regelmäßig gegossen werden muss.

Wie Sie Zitronengras ganz leicht selbst ziehen und vermehren

Sie brauchen das Gras nicht im Gartencenter kaufen. Es genügen frische Stängel aus dem Supermarkt. Je frischer, desto besser!

Entfernen Sie die trockenen äußeren Blattschichten vorsichtig und stellen Sie den oder die Stängel in ein Glas mit 2–3 cm Wasser, sodass nur die Basis im Wasser steht. Der Platz sollte hell und warm sein, aber nicht in der prallen Sonne.

Stellen Sie am besten mehrere Stängel ins Glas, denn nicht jeder treibt gleich gut aus.

Wechseln Sie das Wasser alle 2–3 Tage. Nach 1–2 Wochen erscheinen feine Wurzeln und oft auch gleich die ersten frischen grünen Triebe. Sobald die Wurzeln 3–5 cm lang sind, können Sie sie in einen Topf mit lockerer, humoser Erde setzen, gut angießen und weiter hell und warm halten.

Wie, wann und was wird geerntet?

Frühestens 4–6 Monate nach dem Pflanzen können Sie die ersten Stängel ernten. Diese werden – sobald sie etwa 1 cm dick sind – bodennah abgeschnitten.

Geerntet wird bevorzugt in der warmen Jahreszeit. Lassen Sie jedoch immer das Herz der Pflanze stehen, damit sie wieder neue Stängel hervorbringen kann.

Fazit: Zitronengras ist kulinarisch unverzichtbar

Zitronengras verleiht Gerichten eine so einzigartige Note, dass Sie es unbedingt regelmäßig verwenden sollten, falls Sie es nicht ohnehin schon tun. Das Gewürz wirkt sich gleichzeitig günstig auf das Verdauungssystem aus und verfügt über entzündungshemmende sowie entspannende Eigenschaften.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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