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  • Warum Bitterstoffe gut sind

Bitterstoffe: Wirkung und Anwendung

Bitterstoffe sind natürliche Pflanzenstoffe mit grossartiger Wirkung. Sie regen das Verdauungssystem an, tragen zur Entsäuerung bei, stoppen Heisshungerattacken und vieles mehr. Bitterstoffe können aber auch giftig sein. Wir erklären, welche Bitterstoffe Sie auf welche Weise einnehmen können. Denn Bitterstoffe sind enorm wirksam, kommen in der modernen Ernährung aber immer weniger vor.

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
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26 Oktober 2021

Warum Sie regelmässig Bitterstoffe einnehmen sollten

Beim Essen von bitter schmeckenden Lebensmitteln verziehen die allermeisten Menschen das Gesicht – sie empfinden den Geschmack (17) als unangenehm und meiden ihn deshalb. Damit ursprünglich bittere Lebensmittel dennoch marktfähig blieben, reduzierte man züchterisch den Bitterstoffgehalt vieler Gemüse. Denn Endiviensalat, Radicchio oder Chicorée schmeckten früher deutlich bitterer – enthielten also damals viel mehr Bitterstoffe.

Geschmacksverstärker und Süssstoffe in Lebensmitteln haben zusätzlich dazu beigetragen, dass sich die Geschmackswahrnehmung der Verbraucher verändert hat. Dadurch schmecken uns vorwiegend salzige und süsse Speisen, von bitteren lassen wir lieber die Finger.

Auch viele Heilpflanzen, Wurzel- und Blattgemüse, die einen hohen Anteil an Bitterstoffen enthalten, sind weitgehend von unseren Tellern und aus unseren Tassen verschwunden: Zum Beispiel der Löwenzahn, der Wegerich, die Schafgarbe und viele anderen Wildpflanzen. Ja, viele Menschen erkennen diese Pflanzen gar nicht mehr in der Natur. Das ist schade, denn auf diese Weise entgehen ihnen wichtige Schutz- und Heilstoffe. Warum Sie wieder verstärkt Bitterstoffe nutzen sollten und wie Sie diese einnehmen, wird nachfolgend unser Thema sein.

Schädliche und gesunde Bitterstoffe: Der Unterschied

Dass wir bei bitteren Lebensmitteln das Gesicht verziehen, ist kein Wunder. Denn der bittere Geschmack diente einst als Warnsignal vor giftigen Pflanzen, die häufig sehr bitter schmecken. Bei Kindern ist dieses Warnsystem noch intensiver ausgeprägt als bei Erwachsenen – sie reagieren besonders empfindlich auf bittere Geschmäcker. Ihr Entgiftungssystem ist noch nicht gut ausgeprägt, so dass es sinnvoller ist, wenn sie potenziell gefährliche Dinge besser ausspucken und gar nicht erst schlucken.

Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen der extremen Bitterkeit tatsächlich giftiger Pflanzen (die zu Vergiftungen führen können) und der gemässigten und erwünschten Bitterkeit von Pflanzen, die einst zu den alltäglichen Nahrungspflanzen gehörten (wie die oben erwähnten Wildpflanzen).

Dann gibt es noch Bitterpflanzen, die in kleinen Mengen gesund sind – und daher in dieser Form als Heilmittel eingesetzt werden – in grösseren Mengen aber gerade wegen ihres hohen Bitterstoffgehalts ungeniessbar wären, z. B. Wermut, Enzian, Tausendgüldenkraut etc.

Die Definition von Bitterstoffen

Die Definition von Bitterstoffen ist ganz einfach: Bitterstoffe sind Stoffe, die bitter schmecken. Die einzige Gemeinsamkeit dieser Pflanzenstoffe ist ihr bitterer Geschmack. Das bedeutet, dass Bitterstoffe völlig unterschiedliche Stoffe aus unterschiedlichen Stoffgruppen sein können. Sobald ein Stoff bitter schmeckt, darf er als Bitterstoff bezeichnet werden. So gibt es beispielsweise Bitterstoffe unter den Flavonoiden, Polyphenolen, Terpenen, Peptiden, Aminosäuren und Alkaloiden (1, 2).

Die Wirkungen von Bitterstoffen

Im Körper bewirken (geniessbare) Bitterstoffe sehr viel Gutes. Am besten erforscht sind die positiven Wirkungen der Bitterstoffe auf die Verdauung. In der Naturheilkunde werden Bitterstoffe schon lange zur Linderung von Verdauungsbeschwerden eingesetzt, ob im Ayurveda, in der traditionellen chinesischen Medizin oder auch in Europa (Enzian, Wermut, Beifuss etc.) (3). Die wichtigsten Wirkungen von Bitterstoffen sind die folgenden:

  1. Bitterstoffe regen die Verdauung an, fördern die Bildung von Verdauungssäften und unterstützen die Gallen- und Leberfunktionen.
  2. Bitterstoffe regulieren den Appetit und helfen so beim Abnehmen.
  3. Bitterstoffe stoppen Heisshungerattacken und unterstützen so den Ausstieg aus der Zuckersucht.
  4. Bitterstoffe helfen bei der Entgiftung.
  5. Bitterstoffe tragen zur Entsäuerung bei.
  6. Bitterstoffe helfen dabei, Candida zu bekämpfen und die Darmflora zu regulieren.
  7. Bitterstoffe tragen zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels bei.
  8. Bitterstoffe können u. U. die Symptome einer Histaminintoleranz verbessern.

Bitterstoffe können daher eine wichtige Komponente eines jeden ganzheitlichen Therapie- und Präventionsprogrammes sein. Zwar sind nicht alle genannten Wirkungen wissenschaftlich belegt, doch aus der Pflanzenheilkunde und der Erfahrungsmedizin bekannt. In den letzten Jahren sind die Bitterstoffe stark in den Fokus der Wissenschaft gerückt, so dass in Zukunft weitere vielversprechende Forschungsresultate zu erwarten sind. Nachfolgend stellen wir Ihnen den aktuellen Stand in Sachen Bitterstoffe vor.

Bitterstoffe regen die Verdauung an

Bitterstoffe fangen bereits im Mund an zu wirken: Beim Kauen reizen die im Essen enthaltenen Bitterstoffe die Nerven auf der Zunge. Dadurch wird die Produktion von Speichel angeregt. Die Enzyme im Speichel beginnen nun das Essen zu zerlegen – verdauen es also schon einmal vor (13).

Der Magen wiederum beginnt bereits mit der Produktion von Magensaft. Sobald das zerkaute Essen im Magen angelangt ist, kann dieser sofort mit der Verdauung loslegen. Enthält das Essen dagegen kaum Bitterstoffe, dauert die Verdauung länger (13).

Der bittere Geschmack stimuliert aber nicht nur den Magen, sondern auch die Leber, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse und den Darm, welche daraufhin mit der Sekretion von Verdauungssäften und Verdauungsenzymen beginnen. Die Leber zum Beispiel wird so beim Entgiften unterstützt (13).

Aus diesem Grund können Bitterstoffe bei vielen Beschwerden wie Blähungen, Magensäuremangel, Verstopfung, Völlegefühl, aber auch Reizdarm, Gastritis und sogar chronisch entzündlichen Darmerkrankungen helfen (13, 15).

Verdauungsprobleme durch zu wenig Bitterstoffe

Zu wenige Bitterstoffe in der Ernährung können zu einer trägen Verdauung und Verdauungsbeschwerden, wie Blähungen, Magenschmerzen und Sodbrennen (Reflux), aber auch Abgeschlagenheit und Trägheit führen (6).

Ausserdem können durch ein schlecht funktionierendes Verdauungssystem Nährstoffe nicht richtig aufgenommen und verwertet und Giftstoffe nicht vollständig ausgeschieden werden. Die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht und pathogene Keime können überhandnehmen. Die Giftstoffe lagern sich schliesslich im Körper ab und begünstigen Krankheiten – denn die Verdauung beeinflusst auch alle anderen Körperfunktionen (5).

Beschwerden, die in direktem Zusammenhang mit einem schlecht funktionierenden Verdauungssystem stehen sind: Chronische Magen- bzw. Verdauungsprobleme, Leber- und Gallenbeschwerden und Probleme mit der Bauchspeicheldrüse (6). So geht man davon aus, dass eine bitterstoffarme Ernährung an vielen Zivilisations- und Autoimmunerkrankungen, wie z. B. Adipositas, Allergien, Diabetes und Magen-Darm-Erkrankungen, zumindest mitbeteiligt ist.

Diese Krankheiten müssen nicht zwangsläufig auftreten, wenn zu wenige Bitterstoffe aufgenommen werden. Kommen jedoch weitere Faktoren, wie etwa eine insgesamt ballaststoff- und vitalstoffarme Ernährung mit vielen zucker- und mehlreichen Lebensmitteln hinzu, steigt das Risiko.

Denken Sie bei Verdauungsbeschwerden immer auch daran, dass schon die falsche Haltung auf der Toilette die Beschwerden verursachen kann. Bei der natürlichen Hocksitzhaltung lösen sich viele Verdauungsprobleme oft von alleine.

Bitterstoffe aus der Wermutwurzel bei Morbus Crohn

Sogar bei schweren Darmerkrankungen wie Morbus Crohn können Bitterstoffe hilfreich sein: In einer kleinen Studie nahmen 20 Personen mit Morbus Crohn zweimal täglich drei Kapseln mit 250 mg Wermutpulver über 10 Wochen ein. Die Wermutwurzel ist reich am Bitterstoff namens Absinthin (7).

Im Verlauf dieser 10 Wochen wurden die bisherigen Medikamente mit Ausnahme der Corticoide weiterhin eingenommen. Die Corticoide (z. B. Kortison) wurden dagegen langsam reduziert und ab Woche 10 nicht mehr eingenommen.

In der Wermutgruppe hatten 65 % der Probanden nach Woche 10 fast keine Symptome mehr. Auch nachdem die Wermutkapseln nicht mehr eingenommen wurden, blieb die Wirkung über die Nachuntersuchungszeit von weiteren 10 Wochen bestehen, so dass die Probanden in dieser Zeit keine Corticoide mehr einnehmen mussten. Dagegen hatten sich die Symptome bei 80 % der Personen in der Kontrollgruppe, die ein Placebo nahmen, nach den 10 Wochen verschlimmert.

Bei den Wermutkapseln handelte es sich um das pflanzliche Präparat SedaCrohn® aus den USA. Die Kapseln enthalten zusätzlich zu den 250 mg Wermutpulver noch 100 mg Rose, 40 mg Kardamom und 10 mg Mastix-Harz. Weitere Informationen zu dem Präparat und Bestelloptionen findet man, indem man im Internet nach „SedaCrohn kaufen“ sucht. Die Forscher wiesen jedoch darauf hin, dass die Wermutkapseln bei fünf Patienten überhaupt nicht anschlugen – die Behandlung ist also nicht bei jedem erfolgreich.

Bitterstoffe bei Sodbrennen durch zu wenig Magensäure

Sodbrennen wird unter anderem häufig auf zu viel Magensäure zurückgeführt, die in die Speiseröhre fliesst und dort Reizungen verursacht. Weniger bekannt ist, dass Sodbrennen scheinbar auch durch zu wenig Magensäure auftreten kann. Grund dafür ist offenbar, dass die zu wenig verdaute Nahrung im Magen zu gären beginnt, wodurch sich ein Rückstau in der Speiseröhre bilden kann (23).

In der ganzheitlichen Medizin kommen in diesem Fall Bitterstoffe zum Einsatz, da diese die Magensaftproduktion anregen und dadurch den Magensäuremangel ausgleichen können. Ursachen von zu wenig Magensäure können zum Beispiel eine Behandlung mit magensäurehemmenden Medikamenten (Säureblocker), eine chronische Gastritis oder Stress sein.

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Bitterstoffe bei Sodbrennen durch zu viel Magensäure

In der Naturheilkunde ist bekannt, dass Bitterstoffe bei der Entsäuerung unterstützen, indem sie bestimmte Drüsen im Verdauungstrakt anregen, die zur Basenproduktion des Körpers beitragen. Dadurch werden überschüssige Säuren im Körper in Basen umgewandelt, ausgeschieden und somit der Säure-Basen-Haushalt ausgeglichen.

Jedoch scheiden sich die Geister darüber, ob Bitterstoffe auch spezifisch bei Sodbrennen, das durch einen Überschuss an Magensäure auftritt, zum Einsatz kommen sollten. Mancherorts wird davor gewarnt, da sich die Symptome verschlimmern könnten (14).

Besonders bei der Einnahme von Bitterstoffen bei Sodbrennen gilt es daher, genau auf den Körper zu achten, denn Sodbrennen kann sowohl durch einen Überschuss aber eben auch durch einen Mangel an Magensäure ausgelöst werden. Sollten sich Ihre Symptome nach der Einnahme von Bitterstoffen verstärken, weichen Sie besser auf andere natürliche Massnahmen gegen Sodbrennen aus. Unter vorigem Link finden Sie einen ausführlichen Artikel darüber.

Bitterstoffe bei Heisshungerattacken

Bitterstoffe können auch beim Abnehmen helfen, denn sie regulieren den Appetit, was besonders bei Heisshungerattacken hilfreich ist:

Eine Studie konnte zeigen, dass Bitterstoffe die Freisetzung eines Hormons namens Cholecystokinin im Magen-Darm-Trakt anregen. Cholecystokinin hemmt den Appetit. Diese Reaktion war im Laufe der Evolution wichtig für den Menschen, denn giftige Pflanzen schmecken oft bitter. Das Hormon Cholecystokinin signalisiert dem Gehirn mit dem Essen aufzuhören und macht sich daran, die Giftstoffe, die es womöglich noch ins Verdauungssystem geschafft haben, unschädlich zu machen (5, 8).

Wer also bei der nächsten Heisshungerattacke Bitterstoffe statt Süsses oder Salziges zu sich nimmt, wird schnell merken, dass der Heisshunger verfliegt. Zudem sind Lebensmittel, die Bitterstoffe enthalten, in der Regel gesünder als süsse und salzige Snacks. Dies kann besonders bei Zuckersucht sehr hilfreich sein.

Zugegeben ist es nicht ganz einfach, bei Lust auf Süsses oder Salziges stattdessen auf etwas Bitteres zurückzugreifen. Behalten Sie jedoch im Hinterkopf, dass Sie Ihren Geschmackssinn dadurch umtrainieren und in Zukunft weniger Heisshunger verspüren werden. Denn genau so, wie man sich an den bitteren Geschmack von Kaffee und Bier gewöhnen kann, geht dies auch mit anderen Lebensmitteln. Dies kommt wiederum Ihrer Gesundheit zugute – sehen Sie dies als Ihre Motivation an (24).

Bitterstoffe sollen aber auch für die Fettverdauung hilfreich sein, denn sie regen die Funktion der Leber und der Gallenblase an. Die Leber produziert daraufhin vermehrt Gallenflüssigkeit, die für die Fettverdauung verantwortlich ist. In der Gallenblase wird die Gallenflüssigkeit gespeichert und bei der Nahrungsaufnahme in den Zwölffingerdarm geleitet. Weniger Heisshungerattacken und eine bessere Fettverdauung können wiederum zu einem Gewichtsverlust führen.

Bitterstoffe helfen bei Hautproblemen

Auch für die Haut haben Bitterstoffe eine wichtige Funktion: Äusserlich angewendet, z. B. als Creme binden sie an Bitterstoff-Rezeptoren der Haut an, wodurch Proteine wie z. B. Kollagen gebildet werden. Diese Proteine spielen für den Aufbau der Hautbarriere eine wichtige Rolle. Weiter regen die Bitterstoffe die Bildung von Lipiden an. Lipide sind Fettstoffe, die die Haut vor Umwelteinflüssen und Austrocknung schützen. Ist die Hautbarriere geschädigt, begünstigt dies Infektionen, wodurch wiederum Akne und Neurodermitis entstehen können (1, 9).

Ausserdem zeigten Bitterstoffe bei äusserer Anwendung auch entzündungshemmende Eigenschaften: Bei Untersuchungen an Zellen hemmten sie die Produktion des Entzündungsmarkers TNF-alpha. Dies könnte einen grossen Einfluss bei der Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen, wie etwa der Schuppenflechte, haben (10, 11).

Bei den untersuchten Bitterstoffen handelte es sich um Salicin aus der Weidenrinde und Amarogentin, einem Stoff aus der Enzianwurzel. Amarogentin gilt als eine der bittersten in der Natur vorkommenden Substanzen.

* Eine Gesichtscreme mit Bitterstoffen aus dem gelben Enzian finden Sie z. B. hier: VELAN Calm & Repair

Bitterstoff ist nicht gleich Bitterstoff

In der Pflanzenheilkunde werden die Bitterstoffe ihrer Wirkungsweise entsprechend in verschiedene Bittermittel, sogenannte Amara (lateinisch für bitter), eingeteilt (21):

  1. Amara tonica: Die Bitterstoffe aus diesen Pflanzen sind die reinen Bitterstoffe (der Unterschied wird erst im Vergleich zu den anderen Kategorien klar). Zum Beispiel: Gelber Enzian, Tausendgüldenkraut
  2. Amara aromatica: Hierzu gehören Pflanzen, die neben den Bitterstoffen auch noch viel ätherisches Öl enthalten, das ebenfalls zur Wirkung beiträgt. Zum Beispiel: Engelwurz, Schafgarbe, Wermut
  3. Amara acria: Diese Pflanzen beinhalten neben den Bitterstoffen auch noch Scharfstoffe. Zum Beispiel: Ingwer, Galgant, Kardamom
  4. Weitere Pflanzen: Natürlich enthalten auch noch viele weitere Pflanzen Bitterstoffe. Da diese Einteilung nach Amara auf das Mittelalter zurückgeht (aber bis heute in der Naturheilkunde Verwendung findet), werden weitere Bitterstoff-Pflanzen oft separat gelistet. Zum Beispiel: Löwenzahn, Mariendistel, Kurkuma

Amara werden auch Bitterstoffdrogen genannt. Im Vergleich zu anderen bitterstoffhaltigen Pflanzen, wie z. B. Rucola, werden sie nicht in grossen Mengen verzehrt, da sie einfach zu bitter schmecken und in grösseren Mengen auch Nebenwirkungen haben können. In kleinen Mengen sind sie jedoch enorm heilsam und finden daher Verwendung in Bitterstoffpräparaten oder Tees. Im nächsten Absatz finden Sie einige dieser Amara im Vergleich.

Bitterwerte von Heilpflanzen im Vergleich

Die nachfolgenden Heilpflanzen gehören zu den besten Bitterstofflieferanten. Wie bitter Pflanzen oder Stoffe schmecken, wird mit dem Bitterwert bestimmt. Je höher der Bitterwert, desto bitterer der Geschmack (12, 13, 14):

Heilpflanzen / Abschätzung der Bitterwerte

  1. Enzianwurzel: 10.000 – 25.000
  2. Wermutkraut: 10.000 – 25.000
  3. Teufelskrallenwurzel: 5.000 – 15.000
  4. Artischockenblätter: 5.000 – 15.000
  5. Fieberkleeblätter: 4.000 – 10.000
  6. Tausendgüldenkraut: 2.000 – 10.000
  7. Andornkraut: 3.000
  8. Benediktenkraut: 1000 – 2500
  9. Chinarinde: 1000 – 2500
  10. Löwenzahnwurzel: > 100

Weiter sind folgende Heilpflanzen reich an Bitterstoffen (es liegen jedoch keine Bitterwerte vor):

  1. Beifusskraut
  2. Bittere Schleifenblume
  3. Mariendistel
  4. Schafgarbe
  5. Galgant
  6. Engelwurz (auch Angelikawurzel genannt)

Diese Lebensmittel enthalten Bitterstoffe

Neben den Amara sind auch in Gemüse, Früchten und Kräutern Bitterstoffe enthalten – jedoch in geringeren Mengen, da die Bitterstoffe zum Teil herausgezüchtet wurden.

Bitterstoffe in Gemüse und Früchten

Folgende Frucht- und Gemüsearten enthalten Bitterstoffe:

  1. Zuckerhut (ein Wintersalat, Cichorium intybus var. foliosum, der mit dem Chicorée und Radiccio verwandt ist, aber eher wie eine Mischung aus Chinakohl und Römersalat aussieht)
  2. Kulturlöwenzahn
  3. Chicorée
  4. Radicchio
  5. Endivie
  6. Rucola
  7. Kohlgemüse, z. B. Rosenkohl, Federkohl etc.
  8. Oliven
  9. Grapefruit
  10. Pomelo

Bitterstoffe sind hitzeempfindlich, was den Bittergehalt von Lebensmitteln beeinflussen kann. Um von den Bitterstoffen bestmöglich zu profitieren, sollten diese Lebensmittel also roh verzehrt oder nur kurz gedämpft werden (14). Am Ende dieses Textes finden Sie ein paar leckere Rezepte, mit denen Sie Bitterstoffe ganz einfach in Ihren Speiseplan aufnehmen können!

Bitterstoffe in Kräutern und Gewürzen

Die folgenden Kräuter und Gewürze enthalten auch Bitterstoffe, werden in der Regel aber nur in geringen Mengen zum Kochen eingesetzt:

  1. Petersilie
  2. Koriander
  3. Oregano
  4. Pfefferminze
  5. Salbei
  6. Lavendelblüten
  7. Kurkuma
  8. Schwarzkümmel
  9. Kardamom
  10. Ingwer
  11. Zimt
  12. Senfkörner
  13. Pfeffer

Bitterstoffe in Tee

Viele Heilpflanzen, Kräuter und sonstige bitterstoffreiche Pflanzen können als Tee angewendet werden: So zum Beispiel Artischockenblätter, Engelwurz, Wermutkraut, Tausendgüldenkraut, Löwenzahn oder die Enzianwurzel.

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Fertige Teemischungen aus diesen Heilpflanzen gibt es im Handel zu kaufen. Natürlich können Sie die Pflanzen auch selbst pflücken oder im Garten anpflanzen. Unter nachfolgendem Link finden Sie z. B. eine Anleitung dazu, wie Sie aus Löwenzahn ihren eigenen Tee zubereiten können.

Grüner Tee enthält ebenfalls Bitterstoffe und auch Magen-Darm-Tee wird häufig aus bitterstoffreichen Pflanzen hergestellt. Beim Kauf von Tee sollten Sie jedoch immer darauf achten, dass er keinen Zucker, Süssstoffe, künstliche Aromen oder sonstige Zusatzstoffe enthält.

Mittlerweile sind Bitterstoffe so beliebt geworden, dass es sogar Bitterstoff-Tees zu kaufen gibt:

* Einen Bitterstoff-Tee finden Sie hier: BitterLiebe Kräutertee

Damit die Bitterstoffe durch die Hitze nicht verloren gehen, sollten sie für die Zubereitung als Tee nur mit heissem Wasser aufgegossen, nicht aber in heissem Wasser gekocht werden. Anschliessend sollte man den Tee nicht länger als 10 Minuten ziehen lassen (14).

Bitterstoffe in Kaffee

Der wohl bekannteste Bitterstoff im Kaffee ist das Koffein – daneben enthält das Getränk noch viele weitere Bitterstoffe, die den Geschmack beeinflussen, z. B. Mozambiosid, Cafestol und Kahweol. Der Gehalt an Bitterstoffen im Kaffee unterscheidet sich wiederum nach Kaffeebohne und Röstung.

Viele Menschen trinken aufgrund der verdauungsanregenden Wirkung gerne einen Kaffee oder Espresso nach den Mahlzeiten – andere wiederum reagieren empfindlich auf Kaffee, was sich dann beispielsweise in Durchfall oder Magenschmerzen äussern kann.

Ob beim Konsum von Kaffee nun die positiven oder die negativen Wirkungen auf die Gesundheit überwiegen ist in der Forschung generell umstritten. Im Jahr 2019 ist beispielsweise eine Studie erschienen, die gezeigt hat, dass Koffein den Gelenken schadet, worüber wir unter vorigem Link berichtet haben. Es ist also vermutlich keine gute Idee, besonders viel Kaffee zu trinken, um sich mit Bitterstoffen zu versorgen.

Bitterstoffe in alkoholischen Getränken

Dass Alkohol der Gesundheit schadet, ist hingegen unumstritten. Dennoch schwören viele Menschen auf die verdauungsfördernde Wirkung von Alkohol und trinken zum Beispiel ein Glas Wein zum Essen oder einen Verdauungsschnaps danach.

Tatsächlich enthalten bestimmte alkoholhaltige Getränke Bitterstoffe: Hopfen in Bier, Tannine im Rotwein und die verschiedensten Bitterstoffe in Kräuterlikören. Eine kleine Studie an der Universität Zürich mit 20 Probanden zeigte jedoch, dass die Verdauung umso schlechter funktionierte, je mehr Alkohol die Probanden tranken (28).

Auch auf alkoholische Getränke sollte man bei der Aufnahme von Bitterstoffen also nicht setzen. Nun enthalten viele Bitterstoff-Präparate jedoch Alkohol als Lösungsmittel. Wirkt der Alkohol sich darin nicht auch negativ auf die Verdauung aus? Nein, denn im Unterschied zu alkoholischen Getränken sind die Bitterstoffe in Präparaten viel höher konzentriert, so dass man nur wenige Tropfen davon zu sich nimmt.

Vorsicht bei Bitterstoffen aus diesen Gemüsen

Die Bitterstoffe aus einigen Gemüsearten wurden jedoch nicht ohne Grund herausgezüchtet: Bestimmte Bitterstoffe können giftig wirken. So etwa Bitterstoffe aus der Zucchini und dem Kürbis oder das Solanin aus Kartoffeln, Tomaten und der Aubergine. Beachten Sie jedoch ein paar einfache Punkte, können Sie dieses Gemüse dennoch bedenkenlos essen (18,19,20,21, 22):

  1. Bitterstoff Cucurbitacine in Kürbisgewächse (Zucchini, Kürbis, Gurke, Melone): Roh testen und bereits bei leichter Bitterkeit nicht mehr essen
  2. Bitterstoff Solanin in Kartoffeln, Tomaten, Auberginen: Kartoffeln kühl, dunkel und trocken lagern, grüne Stellen und Keime vor dem Kochen grosszügig entfernen, Faustregel: Kartoffeln mit Keimen, die über 1 cm lang sind, nicht mehr essen. Unreife Tomaten und Auberginen nachreifen lassen, Stielansatz herausschneiden.

Aus dem Supermarkt-Gemüse wurden die Cucurbitacine und das Solanin zwar herausgezüchtet – Stressfaktoren, wie Hitze und Trockenheit, sollen jedoch dazu führen können, dass Pflanzen wieder in alte Muster zurückfallen und plötzlich wieder Bitterstoffe ausbilden. Verwenden Hobbygärtner ihr eigenes Saatgut, können die Cucurbitacine ebenfalls durch spontane Mutation oder Kreuzung mit Zierkürbissen wieder auftreten. Dieses Risiko lässt sich reduzieren, indem man keine Zierkürbisse in der Nähe von essbaren Kürbissen anbaut (18, 19, 20).

Schmecken die Zucchini, der Kürbis oder die Gurke bitter, sollten Sie diese keinesfalls weiteressen – denn auch ein leicht bitterer Geschmack deutet bei diesen Gemüsearten bereits auf Cucurbitacine hin. Schon bei sehr geringen Mengen können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall die Folge sein. In Mengen von 1 mg pro kg Körpergewicht können die Cucurbitacine zum Tod führen (25).

Das Solanin in Kartoffeln, Tomaten und Auberginen kann ab 1 mg pro kg Körpergewicht zu Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Krämpfen führen. Die tödliche Dosis liegt bei 400 mg, was je nach Solaningehalt mehreren Kilogramm Kartoffeln (mit Schale) entspräche (26, 27).

Bitterstoffe einnehmen: Kapseln oder Pulver?

Bitterstoffe aus den oben genannten Amara gibt es auch in Form von Tropfen, Pulver, Säften und Kapseln zu kaufen. Eine qualitativ hochwertige Bitterstoff-Nahrungsergänzung beinhaltet in der Regel verschiedene Arten bitterstoffhaltiger Pflanzen, zum Beispiel Enzian, Tausendgüldenkraut, Schafgarbe, Löwenzahn usw.

Bis vor wenigen Jahren war man noch der Meinung, man müsse Bitterstoffe in jedem Fall so einnehmen, dass sie direkt im Mund wirken können. Von Kapseln wurde abgeraten. Inzwischen aber weiss man, dass Bitterstoff-Rezeptoren nicht nur im Mund, sondern im ganzen Körper vorkommen, also auch im Magen, im Darm, ja sogar im Gehirn, in der Lunge und in der Haut. Bitterstoffe können somit auch in Kapselform eingenommen werden, was besonders für jene Menschen wichtig ist, die sich so gar nicht mit dem bitteren Geschmack anfreunden können. Heisshungerattacken aber verschwinden schneller, wenn man die Bitterstoffe im Mund wirken lässt.

Interessant ist ausserdem, dass es 25 Geschmacksrezeptoren für bittere Geschmäcker gibt, während es für süsse Geschmäcker nur 3 gibt. Einerseits ist dies vermutlich auf den oben beschriebenen Warneffekt zurückzuführen, damit Giftpflanzen schnell erkannt werden (4).

Andererseits scheinen Bitterstoffe aber auch für den Körper von so grosser Bedeutung zu sein, dass er bestmöglich von ihrer Wirkung profitieren möchte. Denn beim Andocken eines Bitterstoffes an einen Rezeptor wird eine ganze Signalkaskade ausgelöst, die vollkommen unterschiedliche Wirkungen haben kann – je nachdem wo im Körper sich der Rezeptor befindet. Die Wissenschaft steht bei der Erforschung dieser komplexen Reaktionen aber noch relativ am Anfang (5).

Nachfolgend vergleichen wir die verschiedenen Nahrungsergänzungsmittel, die rund um die Bitterstoffe angeboten werden und erklären Ihnen, wie Sie diese einnehmen können.

Bitterstoffe in flüssiger Form

Bitterstoffe werden am häufigsten in flüssiger Form angeboten, zum Beispiel als Konzentrat mit Tropfen-Applikator bzw. Pipette, als Spray oder als Kräuterelixier. Flüssige Produkte bieten den Vorteil, dass ihre Wirkung bereits bei Kontakt mit den Bitterstoff-Rezeptoren im Mund eintritt.

In flüssiger Form sind die Bitterstoffe häufig in Alkohol gelöst, es gibt jedoch auch Produkte ohne Alkohol. Achten Sie ausserdem darauf, dass keine künstlichen Aromen, Zucker, Süssungsmittel oder sonstigen Zusatzstoffe enthalten sind – diese Informationen stehen in der Inhaltsangabe.

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Für manche ist der bittere Geschmack zu Beginn etwas störend. Nach ein paar Einnahmen gewöhnt man sich jedoch daran, die Geschmacksknospen werden umtrainiert – weg von süss und salzig, hin zu bitter.

Wer sich mit dem Geschmack überhaupt nicht anfreunden kann, könnte die Bitterstoffe zu Beginn mit etwas Wasser verdünnen und die Wassermenge dann immer weiter reduzieren, um sich langsam heranzutasten. Dann wird die Abneigung gegen Bitterstoffe bald der Vergangenheit angehören. Eine andere Möglichkeit sind Bitterstoff-Kapseln.

Bitterstoffe in Kapseln

Bitterstoff-Kapseln erleichtern Personen, die den bitteren Geschmack vermeiden wollen, die Einnahme. Zwar glaubte man früher, Bitterstoffe müssten im Mund wirken, da nur dort Bitterrezeptoren vorhanden seien. Da man aber inzwischen auch entsprechende Rezeptoren im übrigen Magen-Darm-Trakt gefunden hat, steht der Kapsel-Einnahme nichts mehr im Wege. Die Mundschleimhaut und damit der bittere Geschmack wird umgangen, die Bitterstoffe wirken aber dennoch, nämlich über die Rezeptoren in Magen und Darm. Achten Sie auch hier darauf, dass die Kapseln keine Zusatzstoffe, wie Füll- oder Trennmittel enthalten.

Bitterstoffe als Pulver

Bitterstoffe in Pulverform sind die natürlichste, einfachste und unserer Ansicht nach beste Bitterstoffform. Optimal ist es, wenn Sie einen Viertel Teelöffel davon einfach direkt in den Mund nehmen - pur und ohne Wasser. Die Speichelbildung setzt schnell ein. Lassen Sie die Bitterstoffe einwirken und schlucken Sie sie nach 1 bis 3 Minuten. Anfangs schmeckt das Pulver sehr bitter. Bleiben Sie stark und am Ball! Schon nach wenigen Einnahmen merken Sie, wie Sie sich daran gewöhnen - und irgendwann lieben Sie den bitteren Geschmack.

Natürlich können Sie Bitterstoffpulver auch in Ihre Ernährung einbauen, wenn Ihnen der bittere Effekt nicht zu stark ist, z. B. in den Smoothie, ins Müsli oder ins Salat-Dressing.

Bitterstoffe richtig einnehmen

Damit die Bitterstoffe ihre positive Wirkung auf die Verdauung entfalten können, nimmt man sie vor oder nach dem Essen: Werden Sie 10 bis 30 Minuten vor dem Essen eingenommen, bereiten sie das Verdauungssystem optimal auf die Nahrungsverarbeitung vor; nach dem Essen unterstützen sie bei Völlegefühl, Blähungen oder Bauchschmerzen, so dass man sich schnell wieder aktiv und weniger abgeschlagen fühlt (14).

Von den flüssigen Bitterstoffen nehmen Sie die angegebene Menge (z. B. 25 Tropfen, 5 Sprühstösse oder einen Esslöffel) drei Mal täglich vor oder nach dem Essen. Behalten Sie die Flüssigkeit für etwa ein bis zwei Minuten im Mund, so dass die Bitterstoffe bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können (14).

Bedenken Sie bei der Einnahme, dass die Bitterstoffe den oben beschriebenen Effekt auf das Sättigungsgefühl nur haben, wenn Sie vor dem Essen eingenommen werden (siehe „Bitterstoffe gegen Heisshunger“).

Die Kapseln nehmen Sie ebenfalls drei Mal täglich ein – am besten mit einem Glas Wasser vor dem Essen, denn ihre Wirkung entfaltet sich langsamer als die der flüssigen Produkte.

Bei den Pulvern dosieren Sie die angegebene Dosis am besten mit einem Löffel. Bevor Sie das Pulver in den Smoothie oder ins Müsli geben, sollten sie testen, wie bitter das Pulver schmeckt. Womöglich möchten Sie dann nicht die ganze Tagesdosis hinzugeben, sondern die Dosis auf mehrere Mahlzeiten aufteilen. Dann könnten Sie zum Beispiel morgens etwas Pulver in Ihr Müsli, mittags etwas in den Smoothie und abends etwas in die Salatsauce geben.

Bitterstoff-Produkte unterscheiden sich nach den enthaltenen Pflanzen, entsprechend können die angegebenen Dosierungen abweichen. Lesen Sie daher die Anwendungsempfehlung auf den Produkten.

Die Bitterstoff-Kur

Bitterstoff-Präparate eignen sich als Hausmittel für die gelegentliche Einnahme, z. B., bei Völlegefühl nach einem deftigen Essen. Besser wäre es hier aber natürlich, Sie würden erstens die Bitterstoffe schon vor dem Essen einnehmen, damit gleich im Vorfeld mehr Verdauungssäfte gebildet werden. Zweitens wäre es sinnvoll, die Ernährung so zu gestalten bzw. so langsam zu essen und so gründlich zu kauen, dass die Mahlzeiten eben nicht zu Völlegefühlen führen können.

Auch bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden können Bitterstoffpräparate in die Therapie eingebunden werden - z. B. in Form einer Bitterstoff-Kur. Dazu nehmen Sie vier Wochen lang bis zu dreimal täglich - jeweils wenige Minuten vor den Mahlzeiten - Bitterstoffe ein. Sie können die Kur auch verlängern, wenn Sie möchten. Wer weiss, vielleicht möchten Sie gar nicht mehr auf Ihre tägliche Dosis Bitterstoffe verzichten und bekommen auch wieder Lust, mehr bitterstoffhaltiges Gemüse in Ihren Speiseplan einzubauen.

Wann tritt die Wirkung von Bitterstoffen ein

Wann die Wirkung der Bitterstoffe eintritt bzw. wann Sie etwas davon bemerken, ist natürlich sehr individuell: Manche Menschen spüren schon nach der ersten Einnahme eine Verbesserung, z. B. weil das Völlegefühl nach dem Essen ausbleibt oder weil man sich einfach leichter und wacher fühlt.

Andere Personen bemerken vielleicht erst nach einigen Wochen regelmässiger Einnahme eine Veränderung – je nachdem in welcher Verfassung das eigene Verdauungssystem ist und welche Beschwerden vorliegen.

Nebenwirkungen von Bitterstoffen

Da Bitterstoffe die Verdauungsorgane anregen, die daraufhin effizienter arbeiten, kann sich bei manchen Menschen eine Entgiftungsreaktion, z. B. in Form von Kopfschmerzen bemerkbar machen, die aber in der Regel nach wenigen Tagen vorübergeht.

Bei empfindlichen Personen können die Bitterstoffe zu Beginn abführend wirken oder zu Bauchschmerzen und Übelkeit führen. Wie oben beschrieben ist der Körper Bitterstoffe nicht mehr gewohnt und muss sich auch erst wieder daran gewöhnen. Tasten Sie sich daher langsam an die Dosis heran, die Ihnen gut bekommt.

Bitterstoffe sollten zudem nicht bei Magengeschwüren, Zwölffingerdarmgeschwüren, Gallensteinen und einem übersäuerten Magen eingenommen werden, da sie die Magensäurebildung anregen, wodurch sich die Symptome verschlimmern könnten (siehe „Bitterstoffe bei Sodbrennen durch zu viel Magensäure“) (14).

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Da es die unterschiedlichsten Bitterstoffe gibt, sind Wechselwirkungen mit Medikamenten nicht ausgeschlossen. Die Bitterstoffe Naringin und Furanocumarin zum Beispiel, die in Grapefruits und in der Pomelo vorkommen, vertragen sich mit einigen Medikamenten nicht. Aus diesem Grund wird in vielen Packungsbeilagen von Medikamenten vor den Wechselwirkungen mit der Grapefruit gewarnt (16).

Auch in Bitterstoff-Produkten sind manchmal die Bitterstoffe aus der Pomelo enthalten. Sicherheitshalber sollten diese Bitterstoffe daher nicht mit der Antibabypille, Calciumkanalblockern oder Statinen eingenommen werden, denn sie könnten die Wirkung der Medikamente verstärken oder abschwächen. Eine komplette Liste der Wirkstoffe, die mit den Bitterstoffen aus der Grapefruit und weiteren Zitrusfrüchten interagieren, finden Sie unter vorigem Link (16).

Diese Bitterstoffe können Sie umgehen, indem sie bei der Auswahl ihres Bitterstoff-Produkts darauf achten, dass keine Zitrusfrüchte enthalten sind. Wechselwirkungen mit weiteren Bitterstoffen sind jedoch nicht ausgeschlossen – dasselbe Risiko geht man jedoch auch beim Verzehr von Gemüse und Früchten ein, da die meisten Wechselwirkungen bis heute unbekannt sind.

Rezepte mit Bitterstoffen

Wenn Sie nun Lust haben, die Bitterstoffe wieder vermehrt in Ihre Ernährung einzubauen, könnten Sie zum Beispiel einen leckeren Löwenzahnsalat mit gegrillter Mango ausprobieren. Oder Sie tasten sich langsam an die Bitterstoffe heran, etwa mit einem Chicorée-Salat mit Kartoffeln oder einem Avocado-Salat mit Grapefrucht. Auch lecker schmeckt unser Smoothie aus Birnen und Chinakohl der mit einer Pomelo verfeinert wird. Wir wünschen guten Appetit!

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Quellen
  1. (1) Wölfle U et al. Bitterstoffe – von der traditionellen Verwendung bis zum Einsatz an der Haut. Zeitschrift für Phytotherapie 2018; 39(05): 210-215, DOI: 10.1055/a-0654-1711
  2. (2) Adam Drewnowski, Ph D, The Science and Complexity of Bitter Taste, Nutrition Reviews, Volume 59, Issue 6, June 2001, Pages 163–169, https://doi.org/10.1111/j.1753-4887.2001.tb07007.x
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  6. (6) LifePR, Diät und Verdauung – bittere Medizin hilft. Naturheilpraxis Birgit Cäsar-Preller, Stand: 26.01.2015.
  7. (7) Omer B, Krebs S, Omer H, Noor TO. Steroid-sparing effect of wormwood (Artemisia absinthium) in Crohn's disease: a double-blind placebo-controlled study. Phytomedicine. 2007 Feb;14(2-3):87-95. doi: 10.1016/j.phymed.2007.01.001. Epub 2007 Jan 19. PMID: 17240130.
  8. (8) Jeon TI, Zhu B, Larson JL, Osborne TF. SREBP-2 regulates gut peptide secretion through intestinal bitter taste receptor signaling in mice. J Clin Invest. 2008 Nov;118(11):3693-700. doi: 10.1172/JCI36461. Epub 2008 Oct 9. PMID: 18846256; PMCID: PMC2564613.
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  11. (11) Hoffmann J, Gendrisch F, Schempp CM, Wölfle U. New Herbal Biomedicines for the Topical Treatment of Dermatological Disorders. Biomedicines. 2020 Feb 8;8(2):27. doi: 10.3390/biomedicines8020027. PMID: 32046246; PMCID: PMC7168306.
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  22. (22) Barceloux, D. G. (2009). Potatoes, Tomatoes, and Solanine Toxicity (Solanum tuberosum L., Solanum lycopersicum L.). Disease-a-Month, 55(6), 391–402. doi:10.1016/j.disamonth.2009.03.009
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  26. (26) Bundesinstitut für Risikobewertung: Speisekartoffeln sollten niedrige Gehalte an Glykoalkaloiden (Solanin) enthalten, Stellungnahme Nr. 010/2018 des BfR vom 23. April 2018, DOI 10.17590/20180423-085250.
  27. (27) Ursula Preiß, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, 9. Juli 2004 (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz 2004); Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. 4. August 1992, in: Grüne Tomaten und gekeimte Kartoffeln – Das natürliche Gift Solanin.
  28. (28) Heinrich H, Goetze O, Menne D, Iten P X, Fruehauf H, Vavricka S R et al. Effect on gastric function and symptoms of drinking wine, black tea, or schnapps with a Swiss cheese fondue: randomised controlled crossover trial. BMJ 2010; 341 :c6731 doi:10.1136/bmj.c6731