Dill – Küchenkraut und Heilpflanze mit magischen Kräften
Dill (Anethum graveolens) ist ein einjähriges Küchenkraut aus der Familie der Doldenblütler. Er ist daher mit dem Fenchel verwandt. Beide Pflanzen können leicht aufgrund ihrer ähnlichen Blättchen verwechselt werden.
Das Kraut ist in Vorderasien beheimatet, wird aber heutzutage auf der ganzen Welt angebaut. Sein Name stammt vom altnordischen „dylla“, was beruhigen bedeutet und auf die lange traditionelle Anwendung bei nervösen Beschwerden hinweist.
Dill ist ein beliebtes Gewürz, das sich durch ein frisches, leicht anisartiges Aroma auszeichnet. Sowohl die Blätter, Samen und Blüten werden als Gewürz genutzt.
Früher wurden der Pflanze überdies magische Kräfte zugeschrieben. Der ägyptische Pharao Amenophis II ließ sich daher um 1400 v. Chr. Dill mit ins Grab legen. Er sollte ihm im Jenseits Schutz, Gesundheit und Wohlstand sichern.
In der Naturheilkunde wird die Pflanze schon lange aufgrund ihrer gesundheitlichen Wirkungen geschätzt. Sie soll beispielsweise Verdauungsbeschwerden lindern und bei Nervosität helfen können.
Varietäten und Unterarten
Es gibt bei der Art Anethum graveolens zwei Varietäten und eine Unterart.
Gartendill - Varietät
Dies ist der Dill, den man in der Küche verwendet (Anethum graveolens var. Hortorum). Er zeichnet sich durch besonders aromatische, feingliedrige Blätter aus. Wenn in diesem Beitrag von Dill die Rede ist, dann ist diese Varietät gemeint.
Ackerdill - Varietät
Dies ist die zweite Varietät (Anethum graveolens var. Graveolens). Es handelt sich um die ursprüngliche Wildform. Sie wächst an Wegesrändern und Feldern, ist wenig aromatisch und findet kaum Verwendung.
Indischer Dill - Unterart
Anethum graveolens subsp. Sowa ist eine Unterart. Sie wird vor allem in Indien angebaut und genutzt. Indischer Dill wird in erster Linie wegen seiner Samen angebaut. Sie schmecken etwas schärfer als die Samen europäischer Formen und werden in indischen Currys und Gewürzmischungen verwendet. Eine Bezugsquelle ist uns jedoch nicht bekannt.
Wie schmeckt Dill?
Die Pflanze hat ein mildes, frisches und leicht süßliches Aroma mit einer feinen, anisartigen Note.
Welches Gewürz ist ähnlich?
Optisch ähnelt das Fenchelgrün dem Dill am meisten. Aber auch geschmacklich gibt es viele Übereinstimmungen. Fenchelkraut hat ebenfalls einen frischen, leicht anisartigen Geschmack.
Auch Kerbel und Estragon gehen geschmacklich in diese Richtung, Estragon hat aber einen kräftigeren Geschmack als Dill.
Große Ähnlichkeiten gibt es auch mit Kümmel, obwohl Kümmel deutlich kräftiger und würziger ist.
Wozu passt Dill?
Am bekanntesten sind wohl Essiggurken. Hierfür werden sowohl die Blätter, die Samen als auch die Blüten verwendet. Auch Gurkensalat und sommerliche Joghurtsaucen sind ohne die feinen Gewürzblättchen kaum vorstellbar.
Dill ist aber überaus vielseitig und passt zu sehr vielen Gerichten. Besonders gut passt das Kraut zu Kartoffeln. Außerdem kann es Salate, Dressings, Soßen, Dips und Suppen gut verfeinern.
Die gelben Blüten eignen sich auch gut als aromatische Dekoration, z. B. in Salaten.
Auch die Samen stellen ein beliebtes Gewürz dar. Sie passen gut zu eingelegtem Gemüse, zu Gurken- und Blattsalat sowie zu Salatdressing. Sie können auch Gewürzmischungen, Senf, Marinaden und Kräuteressig gut verfeinern. Außerdem machen sich die Samen in Brot- und Backwaren als milde Alternative zu Kümmel sehr gut.
In Salaten und Dressings sollten Sie die Samen nur in gemahlener oder gemörserter Form verwenden.
Rezepte
In unserer Rubrik „Gesunde Rezepte“ finden sie zahlreiche Rezepte. Geben Sie einfach „Dill“ bei der Suche ein.
Die Nährwerte
Die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe haben wir in einem PDF zusammengestellt. Dieses können Sie bei uns per E-Mail anfordern. Nachfolgend stellen wir jene Nährstoffe vor, die in besonders relevanten Mengen im Dill enthalten sind:
Beta-Carotin
Schon 30 g Dill decken vollständig den Bedarf an Beta-Carotin - einem wirkungsvollen Antioxidans, das Zellen vor oxidativem Stress schützt. Es ist auch als Provitamin A bekannt, da es im Körper in Vitamin A umgewandelt wird, das wiederum für die Knochen, die Haut, die Augen und Schleimhäute sehr wichtig ist.
Vitamin C
30 g Dill liefern etwa 1,7 mg Eisen, was immerhin 13 % des Eisenbedarfs entspricht – eine enorme Menge für die relativ kleine Kräuterdosis.
Vitamin C ist allerdings sehr hitzeempfindlich. Erhitzen Sie entsprechende Kräuter daher nicht, sondern geben Sie sie erst nach dem Kochen übers Essen.
Frisch und gefroren enthält die Pflanze am meisten Vitamin C. Getrocknete Kräuter sind eher Vitamin-C-arm, da beim Trocknen ein großer Teil verloren geht.
Mangan
30 g frischer Dill liefern rund 0,8 mg Mangan – das entspricht etwa einem Viertel des täglichen Bedarfs. Mangan unterstützt den Energiestoffwechsel und ist wichtig für Knochen und Bindegewebe (hier fördert es den Kollagenaufbau).
Auch ist Mangan wichtiger Bestandteil der Mangan-Superoxid-Dismutase – ein Enzym, das in den Mitochondrien als Antioxidans aktiv ist und damit unsere Zell-Kraftwerke vor oxidativem Stress schützt. Je besser dies gelingt, umso eher werden Zellalterungsprozesse und Entzündungen verhindert.
Wie viel nimmt man pro Portion?
Die obengenannten 30 g sind bereits eine recht große Portion – oft schon ein ganzer Bund. Meist nimmt man diese Menge für 4 bis 6 Portionen. Wenn Sie die Gewürzpflanze jedoch sehr gerne mögen, können Sie auch mehr verwenden.
30 g sind eine Menge, die z. B. in einem Kräuter-Smoothie gut schmeckt – in Kombination mit Apfel, Zitrone, Gurke und Spinat. Die süß-milden Zutaten puffern das Kräuteraroma.
Auch in einer kalten Gurkensuppe mit (Soja-)Joghurt könnte man eine größere Kräutermenge verarbeiten.
In den meisten Rezepten wird jedoch herkömmlicherweise pro Portion/Person 5 bis 10 g verwendet.
Frisch gehackt wiegt 1 EL Dill etwa 2,5 g.
Wie gesund ist Dill?
Dill ist ein sehr gesundes Küchenkraut. Er liefert nicht nur viele wichtige Nährstoffe, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe, die eine pharmakologische Wirkung haben.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Die Gewürzpflanze enthält verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe aus unterschiedlichen Stoffgruppen – darunter Terpene, phenolische Verbindungen wie Coumarine und Polyphenole sowie pflanzliche Steroide (Phytosterole).
Auf einige besonders charakteristische Pflanzenstoffe gehen wir hier näher ein.
Carvon
Carvon – ein Terpen – ist Hauptbestandteil des ätherischen Öls in Dillsamen. Es verleiht ihnen ihr charakteristisches Aroma, das an Kümmel erinnert. Denn Carvon kommt auch in Kümmel vor – hier nur in größeren Mengen.
Der Pflanzenstoff hat antibakterielle, antifungale, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Außerdem hat er eine krampflösende und schmerzhemmende Wirkung und kann den Zuckerstoffwechsel potenziell verbessern (2).
Limonen
Auch Limonen – ebenfalls ein Terpen – kommt in den Samen vor, ist aber auch in größeren Mengen in den Stängeln und Blättern zu finden. Limonen riecht nach Orange und ist für den leichten Zitrusduft der Pflanze verantwortlich.
Auch Limonen wirkt antibakteriell und antioxidativ. Darüber hinaus hat es magen- und nervenschützende Eigenschaften (3).
Coumarine
Coumarine kommen hauptsächlich in den Samen vor, in geringeren Mengen aber auch in den Blättern.
Diese Stoffe können gerinnungshemmend wirken, ähnlich (aber viel schwächer) wie synthetische Cumarinderivate (z. B. Marcumar). Im Vergleich zu anderen coumarinhaltigen Heilpflanzen wie Waldmeister, Tonkabohne oder Süßklee ist der Coumaringehalt in Dill deutlich geringer.
Coumarine haben aber auch nerven- und leberschützende sowie antidepressive Eigenschaften (4).
Dill in der Volksheilkunde
Die Pflanze hat in der Volksheilkunde eine sehr lange Tradition und kommt bei vielen verschiedenen Beschwerden zum Einsatz.
Insbesondere bei Verdauungsproblemen wie Blähungen, Völlegefühl und Magenkrämpfen ist das Kraut oft das Mittel der Wahl. Es soll aber auch bei Schlaflosigkeit, Unruhe und Nervosität helfen können.
Zudem wird die Pflanze zur Förderung der Milchbildung beim Stillen eingesetzt, sowie bei Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Muskelverspannungen, entzündlichen Hautveränderungen, Husten, Erkältungskrankheiten und Menstruationsbeschwerden.
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Wie wendet man Dill an?
Die feinen aromatischen Blättchen können innerlich und äußerlich bei verschiedenen Beschwerden verwendet werden – als Tee, Tinktur, Kompresse, Sitzbad oder Ölansatz.
Tee
Der Tee kann bei Blähungen, Völlegefühl, nervösem Magen und Einschlafproblemen zum Einsatz kommen.
Nehmen Sie 1–2 TL zerstoßene Dillsamen (ca. 2–4 g), zerstoßen Sie diese leicht im Mörser und übergießen mit 250 ml kochendem Wasser. Dann 10–15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen.
Täglich zwischen den Mahlzeiten 2-3 Tassen trinken.
Tinktur
Eine Tinktur ist stärker wirksam als ein Tee und hilfreich bei hartnäckigen Verdauungsproblemen und nervöser Unruhe.
Geben Sie 25 g der Samen (im Mörser leicht anstoßen) mit 100 ml Doppelkorn oder Wodka (mind. 40 % vol.) in ein Schraubglas. Verschließen sie das Glas gut und lassen Sie die Mischung 2–3 Wochen an einem dunklen Ort ziehen. Gelegentlich schütteln, dann abseihen und in Braunglasfläschchen füllen.
Von der Tinktur können Sie 3-mal täglich je 10–20 Tropfen in etwas Wasser einnehmen. Vorbeugend (Blähungen) 10-15 Minuten vor den Mahlzeiten, bei akuten Beschwerden auch nach den Mahlzeiten und zur Beruhigung des Nervensystems 30 Minuten vor dem Schlafengehen.
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Kompressen
Bei Hautreizungen, Pickeln oder kleinen Geschwüren können Kompressen hilfreich sein.
Nehmen Sie 1–2 EL der frischen Pflanze oder der Samen (im Mörser angestoßen) und 100 ml Olivenöl. Erwärmen Sie die Mischung bei niedriger Hitze 10 Minuten lang sehr sanft (nicht kochen!).
Dann lassen Sie das Öl etwas abkühlen, tränken ein sauberes Baumwolltuch darin, wringen es leicht aus und legen es lauwarm auf die Hautstelle. Umwickeln Sie das Tuch mit Frischhaltefolie (alternativ Backpapier) und einem Handtuch (damit die Kompresse warm und an Ort und Stelle bleibt und das Öl nicht austritt).
Kompressen können 1–2-mal täglich für ca. 20 Minuten angewendet werden.
Sitzbad
Bei Menstruationsbeschwerden und Hämorrhoiden helfen Sitzbäder aus Dill.
Übergießen Sie 3–4 EL Samen (im Mörser etwas angestoßen) oder Blättchen/Stängel (frisch oder getrocknet) mit 1 Liter kochenden Wasser. Lassen Sie das Ganze 15–20 Minuten zugedeckt ziehen. Dann abseihen und dem Sitzbadwasser zugeben.
Baden Sie 20 Minuten - idealerweise 1-mal täglich über mehrere Tage.
Öl zum Einreiben oder für Wickel
Ein Öl kann für eine beruhigende Bauchmassage bei Blähungen verwendet werden.
Nehmen Sie dazu 2–3 EL angestoßene Samen oder gehacktes Kraut und lassen Sie es in einem Topf 10 Minuten auf dem Herd (oder in der Sonne) bei niedriger Temperatur (max. 50 Grad) in 100 ml Pflanzenöl (z. B. Mandel-, Jojoba- oder Olivenöl) ziehen.
Dann das Öl abseihen und in eine saubere Flasche füllen. Kühl und dunkel lagern.
Erwärmen Sie das Öl vor der Anwendung in den Händen. Massieren Sie es dann sanft im Uhrzeigersinn in die Haut ein oder legen sie ein mit dem Öl getränktes Tuch auf.
Hinweis: Diese Anwendungen beruhen auf traditioneller Volksheilkunde. Sie können bei leichten Beschwerden unterstützen, ersetzen aber keine medizinische Behandlung bei anhaltenden oder schwerwiegenden Symptomen.
Studien zur Wirkung von Dill
Nachfolgend stellen wir einige Studien vor, die bislang mit Dill durchgeführt wurden:
Verbesserung von Cholesterinwerten
Dill kann ein Enzym hemmen, das für die Cholesterinsynthese wichtig ist (5).
In einer Studie wurden 42 Patienten (mit Diabetes) in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe (Interventionsgruppe) nahm 3-mal täglich eine Kapsel mit 1 g Pulver aus Dillblättern jeweils nach den Mahlzeiten ein. Die Kontrollgruppe erhielt stattdessen ein Placebo.
Nach 8 Wochen war der Gesamtcholesterinspiegel in der Interventionsgruppe signifikant gesunken, ebenso das LDL-Cholesterin (6), während das HDL-Cholesterin gestiegen war.
Andere Studien kamen zu ähnlichen Ergebnissen, vor allem beim LDL-Cholesterin. Der Effekt auf das HDL-Cholesterin ist allerdings nicht so eindeutig (7).
Das Kräuterpulver können Sie ganz leicht selbst herstellen, indem Sie die Blätter trocknen und mit einem Mörser oder Mixer pulverisieren. Es gibt natürlich auch fertiges Pulver im Handel.
Linderung von Magen-Darm-Beschwerden
Bei Magen-Darm-Beschwerden können sich die krampflösenden Eigenschaften der in den Samen enthaltenen ätherischen Öle positiv auswirken. Dies zeigte sich z. B. in einer Studie mit Frauen, die nach einer Kaiserschnittgeburt an schmerzhaften Blähungen litten.
Die Frauen erhielten entweder 3-mal 40 Tropfen einer Mischung aus ätherischem Dillöl, Propylenglykol und Wasser im Abstand von jeweils 20 Minuten (Interventionsgruppe) oder ein Placebo. Die Tropfen enthielten pro 40-Tropfen-Dosis 10 – 15 mg des Wirkstoffs Carvon.
Ca. 20 Minuten nach der letzten Dosis ließ in der Interventionsgruppe die Intensität der Blähungen und die damit verbunden Schmerzen deutlich nach (8).
Das ätherische Dillöl gibt es zu kaufen. Nehmen Sie ätherische Öle jedoch nie unverdünnt ein! Dies kann zu schweren Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenbereich, in der Speiseröhre und im Magen führen.
In der Volksheilkunde kommen bei Verdauungsproblemen oft auch Dilltee aus zerstoßenen Samen zum Einsatz. Die Samen zu kauen oder einfach als Gewürz zu verwenden, soll auch helfen. Dazu gibt es allerdings keine Studien.
Verringerung von Menstruationsschmerzen
Die krampflösende Wirkung der Pflanze ist auch bei Menstruationsbeschwerden hilfreich.
In einer Studie teilte man 75 Frauen in drei Gruppen auf. Sie alle litten regelmäßig unter krampfartigen starken Schmerzen während der Menstruation.
Die eine Gruppe nahm alle 12 Stunden eine Kapsel mit 500 mg Pulver aus Dillsamen ein. Die Einnahme erfolgte über einen Zeitraum von 5 Tagen und startete 2 Tage vor der erwarteten Menstruation.
Eine weitere Gruppe nahm stattdessen 250 mg Mefenaminsäure ein. Dabei handelt es sich um ein Schmerzmittel (ein nichtsteroidales Antirheumatikum), das häufig bei Menstruationsschmerzen zum Einsatz kommt. Die dritte Gruppe erhielt ein Placebopräparat.
In der Kräutergruppe ließen die Schmerzen schon bei der ersten Menstruation signifikant nach und die Schmerzlinderung war mit Mefenaminsäure vergleichbar (9). In der Placebogruppe wurde nur bei der zweiten Menstruation eine Schmerzlinderung beobachtet.
Kann die Pflanze auch schädlich sein?
Viele Küchenkräuter enthalten neben wertvollen Inhaltsstoffen auch potenziell problematische Substanzen, z. B. der Estragon oder die Petersilie.
Dill gehört aber zu den unbedenklichen Kräutern. Zwar enhält auch er einige Stoffe, die in hohen Dosen oder unter bestimmten Umständen kritisch sein können, z. B. Apiol oder Myristicin, doch kommen diese Stoffe in der Pflanze nur in winzigen Spuren vor.
Selbst die obengenannte großzügige Menge von 30 g wäre bei täglichem Verzehr unbedenklich.
Coumarine, die gerinnungshemmend wirken können, können in hohen Dosen auch zu einer Leberbelastung führen. Doch enthalten nur die Samen Coumarine. Und selbst von den Samen müsste man täglich große Mengen essen, damit sich diese schädlich auswirken könnten (1 bis 2 TL sind aber in Ordnung).
Theoretisch bedenklich wäre eine tägliche Aufnahme von mehreren 100 g der Pflanze (frisch) oder der Samen über längere Zeit.
Aufpassen sollte man beim ätherischen Öl, das man aber ohnehin nur tropfenweise einsetzt.
Der Anbau
Sie können Dill ab Ende April bis Juli direkt ins Freiland oder auch auf dem Balkon im Topf aussäen. Denken Sie daran: Es ist ein Lichtkeimer, die Samen dürfen daher nicht mit Erde bedeckt sein. Auch sollten es immer frische Samen sein, also nicht Samen, die älter als 1 Jahr sind.
Die Pflanze mag es sonnig bis halbschattig und bevorzugt einen lockeren, durchlässigen Boden. Die Erde sollte gut feucht gehalten, aber Staunässe muss vermieden werden.
Ca. 1-2 Monate nach der Aussaat können Sie die Stängel und Blätter ernten. Die Pflanze wächst aber nicht gut nach, so dass Sie sie besser komplett ernten (also nicht nur die Spitzen abschneiden) und rechtzeitig immer wieder nachsäen.
Häufige Probleme beim Anbau
Dill ist ein etwas heikles Pflänzchen, so dass sich viele Hobbygärtner immer wieder mit verschiedenen Problemen konfrontiert sehen.
Wächst nicht richtig
Oftmals wachsen die Pflänzchen einfach nicht richtig. Das kann die folgenden Gründe haben:
Zu wenig Sonne, zu dicht gesät (5 – 10 cm Abstand zwischen den Pflänzchen), auf demselben Beet waren schon im Vorjahr Dill oder andere Doldenblütler (immer abwechseln), falsche Erde (reine Blumenerde oder Lehmboden ist nicht geeignet), nährstoffarme Erde (Kompost wirkt Wunder!) oder zu nasse Erde (Dill fällt um – Pilzbefall!).
Vielleicht haben Sie auch zu früh gesät (er mag keine kalten Böden), ihn verpflanzt (er mag es nicht, wenn man ihn verpflanzt), ins Gewächshaus gesät (da ist es oft zu heiß und zu wenig belüftet – besser im Freiland aussäen) oder Sie haben vergessen zu gießen (dann schießt er und blüht sehr schnell).
Wird gelb
Dill kann aus verschiedenen Gründen gelb werden. Häufig ist Staunässe oder ein falscher pH-Wert des Bodens die Ursache (er mag neutrale bis leicht saure Böden, keinen Kalk).
Auch ein Mangel an Stickstoff oder Eisen kann dazu führen, dass das Kraut gelb wird. Blattläuse und andere Schädlinge können ebenfalls eine Gelbfärbung verursachen.
Welche Nachbarn sind gut?
Damit sich die zarten Pflänzchen wohlfühlen, sind die richtigen Nachbarn entscheidend. Der Klassiker ist die Kombination mit Gurken. Dill fördert sogar ihr Wachstum.
Auch zu Zwiebeln, Salat, Kohlrabi und Brokkoli passt die Gewürzpflanze. Sie hält von den Kohlgemüsen sogar die Kohlweißlinge fern. Vielleicht möchten Sie für die Kohlweißlinge als Ersatz einige Kapuzinerkressepflanzen säen, dann haben die hübschen Falter Ausweichmöglichkeiten.
Neben Karotten wächst er gut, soll aber die Möhrenfliege anlocken, so dass die Kombination nicht ideal ist.
Dill haltbar machen
Sie können die Pflanze durch Trocknen und Einfrieren haltbar machen.
Einfrieren
Zum Einfrieren waschen Sie die Pflanze, tupfen sie trocken und hacken sie fein. Anschließend füllen Sie sie in luftdichte Gefrierbeutel oder -dosen. Auch das Einfrieren in kleinen Portionen – z. B. in Eiswürfelformen mit etwas Wasser oder Öl – ist praktisch für die spätere Verwendung.
Trocknen
Zum Trocknen binden Sie einige Stängel zu kleinen Bündeln und hängen sie an einem schattigen, luftigen Ort kopfüber auf. Alternativ können Sie Dill auch im Dörrautomaten oder im Backofen bei ca. 40 °C trocknen. Nach dem Trocknen wird er einfach zwischen den Fingern zerkrümelt und in luftdicht verschlossenen Gläsern oder Dosen aufbewahrt.
Hinweis: Beim Einfrieren bleibt das Aroma deutlich besser erhalten als beim Trocknen – daher ist es für die Küche meist die bessere Wahl.
Dill kaufen
Frische Qualität erkennen Sie an einer sattgrünen Farbe, aufrechten Blättchen und einem intensiven, leicht zitronigen Duft.
Achten Sie beim Kauf auch auf Bio-Qualität, um Pestizidrückstände zu vermeiden.
Greenpeace hat im Jahr 2008 in allen 5 untersuchten Dillproben Pestizide nachgewiesen (10). Besonders kritisch: Manche der nachgewiesenen Pestizide sind aufgrund ihrer gesundheitlichen Bedenklichkeit in der EU gar nicht mehr zugelassen.
Bei Bio-Ware sieht es zum Glück anders aus. Öko-Test hat im Jahr 2022 8 Bio-Kräutermischungen getestet und in keiner der Proben konnten Pestizide nachgewiesen werden (11).
Fazit: Dill ist aromatisch und gesund
Dill ist aus gutem Grund ein beliebtes Küchenkraut. Denn er verleiht Gerichten ein besonderes Aroma. Zudem ist die Gewürzpflanze sehr gesund und kann bei einigen Beschwerden sehr gut in Form selbstgemachter Hausmittel helfen. Es gibt also viele gute Gründe, die würzige Pflanze großzügig zu verwenden.