Liebstöckel – aromatisch und heilsam
Der Liebstöckel (Levisticum officinale) – auch bekannt als Maggikraut, Suppenlob oder Gichtwurz – ist eine Pflanzenart aus der Gattung Levisticum. Er gehört wie z. B. Fenchel, Koriander, Petersilie und Sellerie zur Familie der Doldenblütler.
Ursprünglich stammt der Liebstöckel aus dem Mittleren Osten und verbreitete sich über den Mittelmeerraum in ganz Europa. Wild tritt dias Maggikraut vor allem in warmen Regionen auf. Wird sie in Kräuter- und Gemüsegärten angebaut, gilt sie als ausdauernd und winterhart.
Die Hauptsaison ist von Frühjahr bis Herbst, etwa von April bis Oktober. Am aromatischsten ist das Maggikraut im Frühling und Frühsommer, im Herbst schmeckt es herber.
Neben seinem aromatischen Einsatz in Speisen wird Liebstöckel auch in der traditionellen Pflanzenheilkunde aufgrund seiner verdauungsfördernden und harntreibenden Eigenschaften sehr geschätzt.
Wie schmeckt das Maggikraut?
Geschmacklich erinnert das Maggikraut an Sellerie und Petersilie. Sein Aroma ist aber viel intensiver, würziger und ein wenig herber.
Kann man das Maggikraut roh essen?
Im Netz kursiert immer wieder die Frage, ob der Liebstöckel unter bestimmten Umständen giftig sein kann. So etwa, wenn er roh gegessen wird, wenn er blüht oder wenn bestimmte Pflanzenteile wie die Stängel verzehrt werden.
Die Antwort lautet: Die Pflanze ist nicht giftig – weder Stängel, Blatt noch Wurzel. Auch sind die Blätter zu jedem Zeitpunkt essbar, schmecken jedoch im Laufe des Jahres immer stärker und herber.
Die Wurzel jedoch enthält die Wirkstoffe in viel höherer Konzentration. Sie wird daher vorwiegend als Heilmittel verwendet. Als Küchengewürz oder Lebensmittel wird sie extrem sparsam dosiert und kann – bei unsachgemäßem Gebrauch – Nebenwirkungen haben.
Wie kann man Liebstöckel in der Küche verwenden?
In der Küche kommen vor allem die frischen und getrockneten Blätter, ferner auch die Stängel des Liebstöckels zum Einsatz – insbesondere für Suppen und Brühen. Sie eignen sich aber auch wunderbar für Salate, Eintöpfe, Saucen, Schmorgerichte und Kartoffeln. Außerdem kann die würzige Pflanze (in kleinen Mengen) in Smoothies und Kräuterbutter verarbeitet werden.
Auch die Samen dienen wie etwa Fenchelsamen oder Kümmel als Gewürz. Sie können ganz, gemahlen oder zerhackt verwendet werden, um Brot, Käse, Pilze sowie eingelegtes Gemüse wie z. B. Kohl und Gurken zu würzen – allerdings nur in geringen Mengen, da sie deutlich intensiver sind als Fenchel oder Kümmel.
Wie wird das Maggikraut in der Küche dosiert?
Das Maggikraut sollte aufgrund seiner Intensität eher sparsam zum Würzen verwendet werden, da es sonst andere Geschmäcker überdeckt.
Vom frischen Liebstöckel reichen 1 bis 2 kleinere Blätter. Wenn man sie hackt, dann genügt ein ½ Teelöffel (2 g) pro Portion. Von den getrockneten Blättern und Samen genügt ¼ Teelöffel (1 g) für 2 bis 4 Portionen.
Wenn Sie die getrocknete Wurzel bzw. das Wurzelpulver verwenden möchten, benötigen Sie lediglich eine Messerspitze (0,5 g) pro Portion. Bei Bedarf können Sie nachwürzen.
Soll man Liebstöckel mitkochen?
Am besten fügen Sie die frischen Blätter etwa 5 bis 10 Minuten vor Ende der Garzeit hinzu, damit sich das Aroma gut entfalten kann, aber keine starken Bitternoten entstehen. Die getrockneten Blätter und die Wurzel können von Anfang an mitgekocht werden.
Warum nennt man Liebstöckel auch Maggikraut?
Der Liebstöckel wird oft als Maggikraut bezeichnet, da sein Aroma dem Geschmack der Maggi-Würzsauce ähnelt.
In der Maggiwürze ist allerdings keine Spur von Liebstöckel oder anderen Kräutern enthalten. Geruch und Geschmack werden u. a. durch Weizeneiweiß, Geschmacksverstärker (Mononatriumglutamat E 621, Dinatriuminosinat E 631), Aromastoffe und Säuerungsmittel (Essigsäure) erzeugt.
Geschmacksverstärker sind umstritten. So kann E 621 Übelkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen verursachen, E 631 fördert hingegen die Gicht. Ganz anders wirkt das Maggikraut. Denn dieses wird in der Heilkunde sogar gegen Gicht angewandt und darum auch als Gichtwurz bezeichnet.
Köstliche Rezepte – gesund und rein pflanzlich
In unserer Rubrik Gesunde Rezepte finden Sie leckere Rezepte mit dem Maggikraut, z. B. Kohlrabisuppe mit Hirse und Karotten oder Kartoffelpüree mit Liebstöckel und Petersilie. Geben Sie einfach in unsere Suche den Begriff "Liebstöckel" ein.
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Reich an Mikronährstoffen
Das Maggikraut schmeckt nicht nur gut, es ist auch besonders reich an Mikronährstoffen. Nun kann man von einem derart intensiven Gewürzkraut natürlich nicht besonders viel auf einmal essen.
Dennoch ist der Vitamin-K-Gehalt so hoch, dass man mit nur 2 g frischem Maggikraut seinen täglichen Bedarf an Vitamin K immerhin zu fast 10 Prozent decken kann.
Bei Fructoseintoleranz und Histaminintoleranz?
Das Maggikraut ist für Menschen mit Fructoseintoleranz in der Regel verträglich. Denn der Fructosegehalt ist gering (2 g pro 100 g) und es werden ja auch nur geringe Mengen verzehrt.
Auch gilt das Maggikraut als histaminarm – und es zählt nicht zu den Histaminliberatoren. Dennoch sollten Betroffene mit Histaminintoleranz die Pflanze erst in sehr kleinen Mengen testen. Denn Kräuter mit einem hohen Gehalt an ätherischem Öl können bei manchen Menschen mit Histaminintoleranz Symptome verursachen.
Maggikraut als würziger Salzersatz
Menschen mit Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzschwäche sollten salzarm essen. Durch diese Maßnahme können Wassereinlagerungen reduziert und der Blutdruck gesenkt werden. Das Maggikraut eignet sich ideal, um die salzarme Kost aromatisch aufzupeppen.
Wozu dient Liebstöckel in der traditionellen Medizin?
So wie in der Küche kommen auch in der traditionellen Heilkunde alle Pflanzenteile des Maggikrauts zum Einsatz. Am bedeutsamsten ist allerdings die getrocknete Wurzel. Denn die unterirdischen Teile haben den höchsten Wirkstoffgehalt.
Der Liebstöckel wirkt als natürliches Diuretikum (harntreibende Mittel) und wird zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfektionen (Blasenentzündungen) sowie zur Vorbeugung von Nierengrieß eingesetzt.
Weitere wichtige Anwendungsgebiete sind Verdauungsstörungen wie Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Verstopfung und Sodbrennen sowie Menstruationsbeschwerden, rheumatische Leiden, Gicht, Migräne, Katarrhe der oberen Luftwege sowie Ödeme.
In der Volksheilkunde gilt der Liebstöckel als Aphrodisiakum. Im Mittelalter wurden Liebestränke aus den Wurzeln gebraut. Männer glaubten, dadurch unwiderstehlich zu werden und junge Mädchen hofften auf eine baldige Heirat.
Früher verwendeten Frauen einen Aufguss aus den Blättern als Haarspülung, um mit dem würzigen Duft der Pflanze auf sich aufmerksam zu machen. Heutzutage sind Haarspülungen und andere Kosmetika mit Liebstöckelextrakt im Handel erhältlich, die u. a. die Kopfhaut stärken und den Haaren Glanz verleihen sollen.
Welche Wirkung hat das Maggikraut?
Der Liebstöckel ist eine anerkannte traditionelle Heilpflanze, die vordergründig für ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt ist. In Studien konnten zudem krampflösende, harntreibende, antivirale, antimykotische, antiseptische und antibakterielle Wirkungen nachgewiesen werden (3).
Die medizinischen Vorteile sind in erster Linie auf das ätherische Öl zurückzuführen. Die Blätter enthalten davon etwa 0,2 Prozent und die Wurzel bis zu 1,7 Prozent. Das Öl setzt sich zu 70 Prozent aus Phthaliden zusammen. Weitere wichtige Bestandteile sind die Terpene.
Die Phthalide sind gemeinsam mit dem Stoff Sotolon für das würzige Aroma verantwortlich. Hauptvertreter ist das Phthalid Z-Ligustilid. Es hat in Studien bemerkenswerte krebshemmende, entzündungshemmende, neuroprotektive und antioxidative Eigenschaften gezeigt.
Die Terpene werden hingegen für die diuretische Wirkung verantwortlich gemacht. Untersuchungen belegen den krebshemmenden Effekt von α-Pinen, β-Pinen, Myrcen und Limonen.
Neueren Studien zufolge sind auch diverse Cumarine (z. B. Apterin und Xanthotoxin) sowie Furocumarine essentielle Wirkstoffe des Liebstöckels (4). Hierbei handelt es sich um Duftstoffe mit antiviralem, antiallergischem, antidiabetischem, antidepressivem, krebshemmendem und entzündungshemmendem Potenzial.
Bei welchen Beschwerden hilft das Maggikraut?
Die wenigsten volksheilkundlichen Anwendungen des Maggikrauts wurden bislang wissenschaftlich untersucht. Es wurden fast nur In-vitro- und Tierstudien, aber kaum Humanstudien durchgeführt. Im Folgenden stellen wir einige davon vor:
Wirkt bei Blasenentzündung
Der Liebstöckel gehört zu den wichtigsten Heilpflanzen, welche die Harnausscheidung fördern. Zu den Hauptanwendungsgebieten zählen leichte Harnwegsbeschwerden.
In einer Übersichtsarbeit wurde in 17 klinischen Studien mit insgesamt 3.115 Probanden ein pflanzliches Präparat (Canephron® N) unter die Lupe genommen (6). Es handelt sich um Dragees, die zu gleichen Teilen (je 18 mg pro Dragee) ein Pulver aus Liebstöckelwurzeln, Tausendgüldenkraut und Rosmarinblättern enthalten.
Das Präparat wird bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur Durchspülung der Harnwege zur Verminderung der Ablagerung von Nierengrieß empfohlen. Diese Wirkungen wurden in der genannten Arbeit positiv bewertet.
446 Patienten wurden in Hinblick auf die Sicherheit und Verträglichkeit der Therapie explizit erwähnt. Es wurden keinerlei Nebenwirkungen beobachtet.
Einsatz von Antibiotika reduzieren
An einer placebokontrollierten Studie nahmen 659 Patientinnen mit akuten Harnwegsinfektionen der unteren Harnwege teil (8). Gruppe I wurde mit dem soeben erwähnten pflanzlichen Präparat (2 Dragees 3-mal täglich vor oder nach den Mahlzeiten über 7 Tage) behandelt, Gruppe II mit einem Antibiotikum.
Das pflanzliche Präparat war in der Behandlung im Vergleich zum Antibiotikum nicht unterlegen. 83,5 Prozent der Patienten benötigten keine zusätzliche Antibiotikagabe. Die Anwendung könnte den ambulanten Bedarf an Antibiotika zur Behandlung derartiger Infektionen um über 80 Prozent senken.
* Hier erhalten Sie die in den Studien angewandten Dragees mit Liebstöckel.
Die antidiabetische Wirkung von Maggikraut
In der iranischen Volksmedizin wird dem Liebstöckel eine ausgeprägte cholesterinsenkende bzw. antidiabetische Wirkung zugeschrieben, die in einer Tierstudie wissenschaftlich belegt werden konnte.
Ratten wurde ein alkoholisch-wässriger Liebstöckelextrakt aus Stängeln und Blättern verabreicht (5). Dadurch konnte der Blutzuckerwert um rund 25 Prozent gesenkt werden. Der HDL-Cholesterinspiegel (gutes Cholesterin) wurde erhöht.
Aufgrund der signifikanten blutzuckersenkenden und antioxidativen Eigenschaften wurde die Heilpflanze als wirksame alternative Behandlungsmethode bei Diabetes Typ 1 beschrieben.
Der krebshemmende Effekt von Maggikraut
Da Chemotherapien oft unerwünschte Nebenwirkungen verursachen, werden natürliche Therapien von vielen Patienten bevorzugt. Die Untersuchung der Wirksamkeit pflanzlicher Produkte ist daher besonders wichtig. In vitro konnte bereits mehrfach nachgewiesen werden, dass Liebstöckelpräparate apoptotische Wirkungen auf Krebszellen haben.
Unter einer Apoptose (programmierter Zelltod) versteht man einen Prozess, bei dem alte und kranke sowie potenziell gefährliche Zellen im Körper gezielt eliminiert werden, um gesunde Zellen zu schützen, aber ohne dabei Entzündungen auszulösen.
In einer In-vitro-Studie mit Brustkrebszellen hemmte ein alkoholisch-wässriger Liebstöckelextrakt (nicht benannt) das Tumorwachstum und die Metastasierung (1). Das gestörte Gleichgewicht zwischen Zellwachstum und Zelltod konnte wiederhergestellt werden, indem spezifische Signalwege in den Tumorzellen aktiviert wurden.
Forschern zufolge hat die Heilpflanze ein Potenzial als Krebstherapeutikum und gilt vielversprechend für die Behandlung von entzündungsbedingten Erkrankungen.
Untersuchungen wie diese sind aber lediglich ein erster Ansatz, um eventuell zu einem späteren Zeitpunkt hochkonzentrierte Arzneimittel aus dem Liebstöckel herstellen zu können. Es sollte daher bedacht werden, dass es nicht ausreicht, besonders viel davon zu essen oder Extrakte einzunehmen, um schwere Erkrankungen wie Krebs heilen zu können.
Alzheimer vorbeugen mit Maggikraut
Neuroinflammation (Entzündung des Nervengewebes) spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und Entwicklung von Alzheimer.
Laut einer Tierstudie kann körperliche Bewegung (in dem Fall Laufbandtraining) in Kombination mit den starken antioxidativen, entzündungshemmenden und neuroprotektiven Eigenschaften eines Liebstöckelextraktes (nicht benannt) eine präventive Wirkung haben (2).
Welche Produkte gibt es?
Zu den wichtigsten Darreichungsformen zählen die folgenden:
Wurzel
Die Wurzel (Levistici radix) ist in der traditionellen Heilkunde der wichtigste Bestandteil des Liebstöckels. Geschätzt wird vorwiegend ihre harntreibende, krampflösende und verdauungsfördernde Wirkung. Zum Einsatz kommt vor allem die getrocknete und feingeschnittene Wurzel in Form eines Tees (Zubereitung siehe unten).
Wurzelpulver
Das Wurzelpulver wird hergestellt, indem die getrocknete Wurzel pulverisiert wird. Es wird in der Küche als Gewürz verwendet. Darüber hinaus werden daraus Präparate wie Dragees und Tabletten hergestellt.
Wurzelextrakte
Im Handel sind diverse Wurzelextrakte erhältlich. Meist handelt es sich um alkoholisch-wässrige Extrakte, die in Form von Tropfen eingenommen werden. Oft sind es Kombinationspräparate, wobei der Liebstöckel mit anderen Heilpflanzen kombiniert wird.
So enthalten z. B. 100 ml eines pflanzlichen Präparats (Canephron® N Tropfen) einen alkoholischen Auszug (1: 56) aus einer Mischung aus Liebstöckelwurzeln, Rosmarinblättern und Tausendgüldenkraut. Empfohlen wird eine Dosis von 3-mal täglich 5 ml Flüssigkeit.
* Hier erhalten Sie den soeben beschriebenen Extrakt mit Liebstöckel.
Wie wird Tee aus Maggikraut dosiert und angewandt?
Von wissenschaftlicher Seite gelten die folgenden Empfehlungen für die Tee-Zubereitung und die Anwendung des Tees aus Maggikraut:
Die Dosierung
Die empfohlene Tagesdosierung liegt bei 4 bis 6 g der getrockneten und feingeschnittenen oder pulverisierten Wurzel, aufgeteilt auf 2 oder 3 Tassen pro Tag (7).
Die Zubereitung
2 bis 3 g der Wurzel werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen gelassen.
Die Einnahme
Bei Verdauungsstörungen wird der Tee vor den Mahlzeiten getrunken. Zur Durchspülungstherapie empfiehlt es sich, zusätzlich über den Tag verteilt mindestens 2 l Flüssigkeit zu trinken.
Wie lange wendet man den Tee an?
Die Heilpflanze sollte nicht länger als 2 bis 4 Wochen eingenommen werden. Wenn die Symptome nach ein paar Tagen nicht besser oder gar schlimmer werden, sollte unbedingt ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden.
Wann setzt die Wirkung ein?
Bei Verdauungsproblemen und Blähungen spürt man nach einer Tasse Tee meist innerhalb von 15 Minuten eine Linderung. Die harntreibende Wirkung entfaltet sich erst nach mehreren Stunden oder Tagen und macht sich in Form von einer erhöhten Urinmenge bemerkbar.
Wie werden die Präparate dosiert und angewandt?
Halten Sie sich bei der Dosierung und Anwendung von Fertigpräparaten wie Dragees, Tabletten und Extrakten stets an die Angaben der jeweiligen Hersteller. Denn je nach Konzentration und Herstellung unterscheiden sich diese deutlich.
Welche Nebenwirkungen hat Liebstöckel?
Studien zufolge stellt die Anwendung in der Regel kein Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Es wurde über keinerlei schwerwiegende Nebenwirkungen berichtet. Die Nutzen-Risiko-Bewertung fiel positiv aus.
Wer sollte auf die Heilpflanze verzichten?
Die folgenden Personengruppen sollten Vorsicht walten lassen bzw. sich vor einer Anwendung fachmännisch beraten lassen:
Unverträglichkeiten
Von einer Allergie sind oft Menschen betroffen, die bereits auf andere Doldenblütler wie Sellerie sowie auf Korbblütler wie Beifuß allergisch reagieren. Es kann zu Kreuzreaktionen kommen.
Das Maggikraut enthält Furanocumarine, die im Zusammenhang mit lang andauernder oder starker UV-Einstrahlung phototoxisch wirken und allergische Hautreaktionen wie Dermatitis begünstigen können. Diese Nebenwirkung wurde aber nur nach Hautkontakt mit dem Pflanzensaft (Ernte) beobachtet.
Der Europäischen Arzneimittel-Agentur ( EMA) zufolge bestehen keine Bedenken, wenn die Heilpflanze oral, z. B. als Tee eingenommen wird. Denn Furanocumarine weisen eine sehr geringe Wasserlöslichkeit auf.
Kinder, Schwangerschaft und Stillzeit
Laut EMA wird die Anwendung von Liebstöckel aufgrund fehlender Daten für Kinder und Jugendliche erst ab 18 Jahren empfohlen. In Bezug auf Schwangere und Stillende reicht die Studienlage für eine Empfehlung ebenfalls nicht aus.
Es besteht der Verdacht, dass die Heilpflanze gebärmutterstimulierende und menstruationsfördernde Eigenschaften hat.
Einnahme von Medikamenten
Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen sind bislang keine bekannt.
Kontraindikationen
Bei einer Nierenentzündung sowie bei stark eingeschränkter Nieren- oder Herzfunktion sollte die Heilpflanze wegen ihrer harntreibenden Wirkung nicht eingesetzt werden.
Was ist beim Kauf zu beachten?
Ob Sie Liebstöckel als Gewürz in der Küche oder in der Heilkunde, frisch, getrocknet oder in Form von Präparaten verwenden möchten: Entscheiden Sie sich am besten immer für Bio-Produkte. Analysen zufolge sind die konventionell angebauten Pflanzen nämlich oft mit Pestiziden belastet.
Laut einem im Jahr 2023 veröffentlichten Bericht der Umweltorganisation Global 2000 fanden sich in einer einzigen Probe Maggikraut 15 Pestizide (9).
Wo kann man das Maggikraut kaufen?
Die Wurzel und das daraus hergestellte Pulver sind im Handel wie etwa in Supermärkten im Vergleich zu den getrockneten Blättern schwer erhältlich. In den meisten Apotheken und einigen auf Heilpflanzen spezialisierten Online-Shops dürften Sie allerdings fündig werden.
Das frische Maggikraut wird leider auch nur selten angeboten. Auf Wochenmärkten oder in Bio-Geschäften könnten Sie Glück haben. Es ist aber ganz einfach, die Würz- und Heilpflanze im Garten oder auf dem Balkon selbst anzubauen.
Wo wächst Liebstöckel am besten?
Das Maggikraut bevorzugt einen sonnigen Platz, findet sich aber auch im Halbschatten zurecht. Bedenken Sie, dass es sich um mehrjährige Pflanzen handelt, die bis zu 2 m hoch und 1 m breit werden können und erst nach 3 bis 5 Jahren ausgewachsen sind.
Der Boden sollte nährstoffreich und kalkhaltig sein. Regelmäßiges Gießen ist sehr wichtig. Achten Sie darauf, dass der Boden immer leicht feucht ist. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.
Welche Schädlinge und Krankheiten treten auf?
Das Maggikraut ist zwar sehr robust, wird aber gelegentlich von Blattläusen und Schnecken sowie von Pilzkrankheiten wie Mehltau, Rostpilz und der Blattfleckenkrankheit heimgesucht. Zu den möglichen Ursachen zählt ein schattiger, zu feuchter Standort.
Ist das Maggikraut winterhart?
Es handelt sich um eine absolut winterharte Pflanze, die selbst Temperaturen von -30 °C trotzen kann. Sie stirbt oberirdisch ab und treibt aus dem Wurzelstock im Frühjahr neu aus.
Wann sollte man Liebstöckel schneiden?
Wird die Pflanze im Spätherbst auf eine Handbreit zurückgeschnitten, wird der Neuaustrieb gefördert.
Was sollte man nicht neben Liebstöckel pflanzen?
Aufgrund seines intensiven Wuchses und Geruchs neigt das Maggikraut dazu, andere Pflanzen zu bedrängen. Darum sollte auf ausreichend Abstand geachtet werden. Schlechte Nachbarn sind z. B. Tomaten, da auch diese sehr dominant sind. Gute Nachbarn sind Fenchel, Petersilie und Estragon.
Wann und wie wird Liebstöckel geerntet?
Die Blätter können Sie von Mai bis zum ersten Frost ernten. Der ideale Zeitpunkt ist vor der Blüte (Juni bis August), da sie dann milder und weniger bitter schmecken. Die Samen werden geerntet, wenn die Blüten (Dolden) im Spätsommer (August bis September) braun werden.
Die Wurzeln können Sie erst ab dem 3. Standjahr im Spätherbst ernten, nachdem die oberirdischen Pflanzenteile abgestorben sind. Ideal ist die Ernte nach dem ersten Frost.
Graben Sie die ganze Pflanze vorsichtig aus und teilen Sie den Wurzelstock mit dem Spaten in mehrere Teile. Die Wurzelteile können dann zur Vermehrung neu gesetzt werden oder sie können für Heilzwecke genutzt werden.
Es empfiehlt sich, bei der Ernte Gartenhandschuhe zu tragen, um die oben beschriebene phototoxische Reaktion zu vermeiden.
Wie trocknet man das Maggikraut richtig?
Die Stängel werden samt den Blättern zu kleinen Bündeln gebunden und dann kopfüber an einem dunklen, warmen und gut durchlüfteten Ort aufgehängt. Wenn die Blätter rascheln, können sie zerkleinert werden.
Die Samenstände lässt man am besten in einer Papiertüte nachtrocknen, bis die ersten Samen herausfallen. Man kann sie dann durch leichtes Reiben an den Dolden lösen.
Die Wurzel reinigt man, zerkleinert sie und trocknet sie am besten im Dörrautomaten auf einem Dörrgitter 2 bis 4 Stunden bei maximal 40°C.
Wie lagert man Liebstöckel?
Das frische Maggikraut ist im Kühlschrank maximal 1 Woche haltbar. Getrocknete Pflanzenteile lagern Sie am besten dunkel und trocken in Glasbehältern mit Schraubverschluss. Dann bleibt die Würze ungefähr 2 Jahre erhalten.
Kann man Liebstöckel einfrieren?
Da das Maggikraut einen üppigen Wuchs hat, erntet man oft mehr, als man verbrauchen kann. Doch es besteht die Möglichkeit, die Pflanze einzufrieren.
Sie können die geernteten Blätter und Stängel entweder zuerst kleinschneiden oder ganze Zweige einfrieren. Füllen Sie die Pflanzenteile in einen luftdichten Beutel und frieren Sie das Maggikraut möglichst schnell nach der Ernte ein. Dann bleibt es besonders aromatisch.
Fazit: Liebstöckel – Eine Heilpflanze mit Würze
Liebstöckel oder Maggikraut ist eine besonders aromatische Gewürzpflanze, die allerlei Speisen wie Suppen und Eintöpfen zu sehr viel Tiefe verhelfen kann. Es ist aber auch eine vielseitige Heilpflanze, welche die Blase stärken und die Verdauung fördern kann.