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17 min

Rosmarin - Das Gedächtnisgewürz

Die alten Griechen und Wissenschaftler des 21. Jahrhunderts sind sich einig: Rosmarin steigert die Gedächtnisleistung. Darüber hinaus ist das Küchenkraut ein bekanntes Hausmittel bei vielerlei Beschwerden – und genauso vielfältig kann es auch angewandt werden.

Aktualisiert: 22 Februar 2024

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Rosmarin bringt mediterrane Aromen auf den Teller

Rosmarin (Salvia rosmarinus oder Rosmarinus officinalis) ist eines der bekanntesten Gewürze aus der Mittelmeerküche. Die aromatischen Zweige des Strauchs verfeinern Grill- und Gemüsegerichte, Eintöpfe und Saucen oder werden zu Kräutermischungen verarbeitet, die dann in Salaten, Marinaden und Co. Verwendung finden.

Wie der Salbei, die Minze und der Lavendel gehört der Rosmarin zur Familie der Lippenblütler. Der robuste Strauch kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird mittlerweile aber weltweit angebaut. Zum Kochen werden seine nadelähnlichen Blätter verwendet, die intensiv würzig und leicht harzig schmecken.

Beliebte Gewürz-, Heil- und Duftpflanze

Neben seiner Verwendung in der Küche wurde der Rosmarin schon früh als Duftpflanze eingesetzt, etwa in Parfüms, ätherischen Ölen oder als Ersatz für Weihrauch – die alten Griechen und Römer nutzten ihn zum Beispiel für zeremonielle Zwecke. Die Pflanze steht als Symbol für Freundschaft, Loyalität, Hingabe, Erinnerung und Liebe. So war sie schon in der Antike ein Bestandteil von Brautsträussen.

Auch als Heilpflanze ist der Rosmarin schon seit Jahrtausenden bekannt: Als Tee wirkt er gegen Blähungen – im Badewasser regt er die Durchblutung an und reinigt durch seine antiseptische Wirkung infizierte Wunden. Ebenfalls hilft das Kraut bei Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Erschöpfungszuständen und regt die Verdauung an.

Die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe

In folgendem PDF finden Sie die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe der Heilpflanze (frisch) ( 1 ). Da das Gewürz in der Regel nur in kleinen Mengen gegessen wird, leistet es keinen relevanten Beitrag zur Deckung des Nährstoff- oder Vitaminbedarfs.

Die gesundheitlichen Wirkungen

Die gesundheitlichen Wirkungen der Heilpflanze basieren vor allem auf ihren ätherischen Ölen (0.6 bis 1.35 % in der getrockneten Pflanze) und den darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen wie der Rosmarinsäure, Carnosolsäure, Chlorogensäure, Rosmarinol, Hesperidin, Eucalyptol usw. Für diese Stoffe wurden unglaublich vielfältige Heilwirkungen festgestellt. Unter anderem wirken sie ( 2 ) ( 3 ) ( 4 ) ( 5 ):

  1. Antibakteriell
  2. Antiviral
  3. Antidepressiv
  4. Antioxidativ
  5. Antidiabetisch
  6. Entzündungshemmend
  7. Cholesterinsenkend
  8. Krebshemmend
  9. Harntreibend
  10. Verdauungsfördernd

Nicht ohne Grund wurde der Rosmarin 2011 zur Heilpflanze des Jahres gekürt – ausschlaggebend dafür war sein grosses Anwendungsgebiet. Er ist daher auch ein beliebtes Hausmittel und wird in der Naturheilkunde unterstützend bei rheumatischen Beschwerden, Erkältungen, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Nervosität und Depressionen eingesetzt. Der Duft der mediterranen Gewürzpflanze gilt ausserdem als konzentrationsfördernd und regt die Gedächtnisleistung an.

Rosmarin stärkt die Gedächtnisleistung

Bereits die alten Griechen waren überzeugt davon, dass der Rosmarin das Gedächtnis verbessern kann. Um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, trugen Schüler im antiken Griechenland deshalb bei Prüfungen einen Kranz aus den Zweigen der aromatischen Pflanze.

Diese Wirkung konnte mittlerweile auch wissenschaftlich belegt werden: 144 Probanden wurden auf drei Räume aufgeteilt, in denen entweder 4 Tropfen des Rosmarinöls, 4 Tropfen Lavendelöl oder 4 Tropfen Wasser in einen Aromadiffuser gegeben wurden. Dann mussten die Probanden kognitive Aufgaben lösen ( 6 ).

Es zeigte sich, dass das ätherische Rosmarinöl (das zu 35 bis 45 Prozent aus Eucalyptol besteht) die Gedächtnisleistung und die Aufmerksamkeit der Probanden insgesamt verbesserte. Zudem steigerte es - genau wie das Lavendelöl - die Stimmung der Studienteilnehmer.

In einer weiteren Studie, die ein paar Jahre später veröffentlicht wurde, bestimmten die Forscher zusätzlich noch den Gehalt am sekundären Pflanzenstoff Eucalyptol im Blut der Probanden. Je höher der Eucalyptol-Wert im Blut war, desto besser war auch die Gedächtnisleistung der Probanden. Der Stoff gelangt über die Nasen- und Lungenschleimhäute in die Blutbahn und von dort über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn ( 7 ).

Aber nicht nur das Einatmen des ätherischen Öls wirkt sich positiv auf das Gedächtnis aus: In einer kleinen Studie erhielten die Versuchspersonen (durchschnittlich 75 Jahre alt) 750 mg, 1500 mg, 3000 mg oder 6000 mg eines Pulvers aus der getrockneten Pflanze (jeweils in Tomatensaft gemischt). Die Kontrollgruppe erhielt den Saft mit einem Placebopulver ( 8 ).

Es zeigte sich, dass 750 mg Rosmarinpulver die Gedächtnisleistung der Probanden signifikant verbesserte, besonders die Geschwindigkeit, mit der sie Informationen aus ihrem Kurz- und Langzeitgedächtnis abrufen konnten. Die hohe Dosis von 6000 mg bewirkte hingegen das Gegenteil. 750 mg Pulver ist vergleichbar mit den Rosmarinmengen, die man zum Kochen verwendet. Zudem wurde das Pulver von einem Gewürzhersteller zur Verfügung gestellt, unterscheidet sich demnach nicht von herkömmlichen Gewürzen. Die Pflanze schmeckt also nicht nur gut, sondern wirkt sich in ganz normalen Mengen auch noch positiv auf das Gedächtnis aus.

Alzheimer und Demenz vorbeugen

Die obigen Studienergebnisse lassen vermuten, dass die Gewürzpflanze auch bei Demenz und Alzheimer helfen könnte. Forscher haben 2020 in einer Zellstudie herausgefunden, dass Rosmarinextrakt, der direkt in die Zellen gespritzt wird, die Glukoseaufnahme im Gehirn steigen lässt. Energie in Form von Glukose ist für das Gehirn lebensnotwendig. Bei neurodegenerativen Erkrankungen ist die Glukoseaufnahme jedoch reduziert, so dass die beobachtete Wirkung der Heilpflanze hier vielversprechend ist – zumal eine reduzierte Glukoseaufnahme einer Demenzerkrankung bereits Jahrzehnte vorausgehen kann ( 9 ).

Für die steigende Glukoseaufnahme in den Zellen sorgten die Rosmarinsäure, die Carnosolsäure und das Carnosol im Rosmarin. Da diese Stoffe die Blut-Hirn-Schranke passieren können, vermuten die Forscher, dass diese Wirkung auch beim therapeutischen Einsatz der mediterranen Pflanze eintreten würde. Womöglich könnte die Pflanze also dazu beitragen, das Risiko für Alzheimer und Demenz zu reduzieren.

Die Heilpflanzen-Kombination fürs Gehirn

Neben Rosmarin gibt es noch weitere Heilpflanzen, die zu einer besseren Gedächtnisleistung führen können, etwa die beiden ayurvedischen Heilpflanzen Brahmi und Ashwagandha. Brahmi wird zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten, zur Regeneration der Nervenzellen im Gehirn und somit auch zur Demenzprävention eingesetzt. Lesen Sie im vorigen Link alles über die Eigenschaften, Dosierung und richtige Anwendung von Brahmi.

Ashwagandha konnte in Studien das Gedächtnis, die Reaktionszeit und auch die Konzentrationsfähigkeit verbessern. Die Pflanze wirkt allgemein regulierend, macht tagsüber aufmerksam und erleichtert nachts einen erholsamen Schlaf - etwa mit Hilfe des Ashwagandha-Schlaftrunks. Alle drei können kombiniert werden, morgens Rosmarin in der Aromatherapie, Ashwagandha als Schlaftrunk und Brahmi als einfache Kapsel zum Einnehmen.

Gegen Angst und Depressionen

Rosmarin gilt als Stimmungsaufheller. Dies haben iranische Forscher 2018 in einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblind-Studie genauer untersucht. An der Untersuchung nahmen 68 Universitätsstudenten teil. 34 davon nahmen zweimal täglich während eines Monats eine Kapsel mit 500 mg getrocknetem Rosmarinpulver ein. Die andere Gruppe erhielt ein Placebo. Untersucht wurden die Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung, Depressionen, Ängste und den Schlaf ( 10 ).

Nach einem Monat wurden die Unterschiede zum Studienbeginn verglichen: Die Rosmarin-Gruppe zeigte eine bessere Gedächtnisleistung (wie bereits in den obigen Studien). Auch hatten sich Ängste, Depressionen und die Schlafqualität der Teilnehmer verbessert. Zusätzlich berichteten die Teilnehmer von Hautverbesserungen, erhöhter Libido und mehr Appetit, was in der Studie gar nicht untersucht wurde. Auch diese Studie zeigt, dass bereits eine kleine Menge der aromatischen Pflanze positive Auswirkungen hat. 1 g pro Tag kann ganz einfach mit der Ernährung oder in Getränken aufgenommen werden.

Bei Krebs

Mittlerweile gibt es zahlreiche Zell- und Tierstudien, die zeigen konnten, dass Rosmarinextrakt das Wachstum von Krebszellen bei den verschiedensten Krebsarten hemmen kann – beispielweise bei Darmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs. Ebenfalls konnte die Tumorgrösse teilweise verringert werden ( 11 ) ( 12 ).

Die krebshemmende Wirkung geht ebenfalls hauptsächlich auf die in der Pflanze enthaltene Carnosolsäure und das Carnosol zurück. Die Wirkung der Gesamtheit der Stoffe im Extrakt war dabei grösser als die Wirkung einzeln verabreichter Stoffe. Die Höhe der idealen Dosis ist jedoch noch nicht ausreichend erforscht, da diese sich in den Studien stark unterschied.

Die richtige Anwendung

Die Heilkraft der würzigen Pflanze lässt sich auf vielfältige Weise geniessen: als Gewürz, Tee, Aromatherapie oder auch kosmetisch in Form von Seifen, Bädern, Cremes und Haarwasser. Diese Anwendungen kommen in der Volksmedizin oft bereits seit Jahrhunderten zum Einsatz.

Tee

Rosmarintee wirkt gegen Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Nieren- und Blasenerkrankungen, niedrigen Blutdruck, Menstruationsbeschwerden, ausbleibende Regelblutung und allgemeine Erschöpfungszustände. Eine Studie zeigte zudem, dass das tägliche Trinken des Tees (4 g Rosmarin auf 150 ml Wasser) während zwei Monaten Burnout-Symptome lindern konnte. Ausserdem wirkt er antibakteriell, weshalb er bei Erkältungen helfen kann.

Für eine Teezubereitung wird ein Teelöffel getrockneter oder frischer, gehackter Blätter (ca. 2 bis 4 g) mit einem Viertelliter kochendem Wasser aufgegossen. Lassen Sie den Tee 8 bis 10 Minuten lang zugedeckt ziehen und seihen Sie ihn anschliessend ab. Den Tee können Sie drei Mal täglich trinken.

Haarwasser

Die Pflanze macht sich ausserdem gut im Haarwasser, denn die Heilpflanze pflegt die Kopfhaut, hilft bei Haarausfall und wirkt gegen Schuppen. Wie Sie Rosmarin bei Haarausfall und Schuppen anwenden, haben wir unter vorigem Link beschrieben.

Aromatherapie: Raumduft, Massagen und Bäder

Im generellen Sprachgebrauch ist mit Aromatherapie häufig die Verwendung eines ätherischen Öls als Raumduft gemeint. Doch umfasst die Aromatherapie auch weitere Anwendungen ätherischer Öle, z. B. Bäder und Massagen. Anwendungen mit duftendem Rosmarinöl sind wegen ihrer wundheilenden, schmerzstillenden und anregenden Wirkung beliebt - mit einem angenehmen Nebeneffekt: Mücken bleiben fern, denn sie mögen den starken Duft nicht.

Raumduft

Da die mediterrane Pflanze stimmungsaufhellend wirkt, kann sie z. B. bei Stress, Nervosität und Depressionen als Raumduft verwendet werden. Ausserdem wirkt sie sich, wie oben beschrieben, positiv auf das Gedächtnis aus und kann Erkältungssymptome lindern. Bei der Verwendung von Rosmarin als Raumduft wird das ätherische Öl mit Wasser verdünnt in einen Diffuser oder in eine Duftlampe gegeben. Fangen Sie am besten mit wenigen Tropfen an und erhöhen dann je nach Raumgrösse und persönlicher Vorliebe auf bis zu 8 Tropfen.

Massagen

Eine Massage mit verdünntem Rosmarinöl kann bei Gelenk- und Muskelschmerzen sowie schmerzenden Beinen infolge von Krampfadern Linderung verschaffen. Zur Verwendung als Massageöl werden 4 Tropfen des ätherischen Öls zu einem Esslöffel reinem Pflanzenöl (z. B. Mandelöl oder Kokosöl) gegeben. Damit massieren Sie die betroffenen Körperstellen ein.

Bäder

Ebenso erholsam kann ein Vollbad mit ätherischem Rosmarinöl bei Erkältungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Halsstarre und Verspannungen wirken. Durch die antiseptische und entzündungshemmende Wirkung trägt ein Bad zusätzlich zur äusserlichen Wundheilung bei.

Als Badezusatz werden 5 bis 10 Tropfen des ätherischen Öls auf ein Vollbad gegeben. Auch die frische Pflanze kann man hierfür verwenden. Kochen Sie 50 g der Pflanze in einem Liter Wasser auf und geben die Flüssigkeit anschliessend zum Badewasser. Ein Bad sollte zwischen 10 und 20 Minuten dauern.

Ätherisches Rosmarinöl kaufen

Beim Kauf ätherischer Öle sollten Sie darauf achten, dass es sich um 100 Prozent reines ätherisches Öl aus Bio-Pflanzen handelt. Dies steht in der Regel auf dem Etikett. Weitere Informationen rund um die Anwendung ätherischer Öle und was beim Kauf zu beachten ist, finden Sie unter vorigem Link.

* Hier erhalten Sie ein reines ätherisches Rosmarinöl in Bio-Qualität.

Die Nebenwirkungen

Würde man grosse Mengen Rosmarin zu sich nehmen, könnte dies zu Magen-Darm-Beschwerden und zu Nephritis, einer entzündlichen Nierenerkrankung, führen ( 14 ). Werden hohe Dosen des ätherischen Öls äusserlich aufgetragen, können zudem Hautreizungen auftreten. Aus diesem Grund sollten die obengenannten Dosierungen nicht überschritten werden.

Die Verwendung der Pflanze in der Küche ist jedoch sicher, denn das starke Aroma verhindert, dass man zu viel zu sich nimmt. Andernfalls würden die Gerichte ungeniessbar werden. Bei der Dosierung von ätherischem Öl sollte man hingegen vorsichtig sein und lieber zu wenig als zu viel verwenden, da die Wirkstoffe in dieser Form hochkonzentriert vorliegen. Schliesslich werden ätherische Öle nicht ohne Grund tröpfchenweise dosiert.

Rosmarin bei Bluthochdruck – ja oder nein?

Gelegentlich liest man, dass Rosmarin nicht bei Bluthochdruck angewendet werden soll, da er den Blutdruck steigen lässt. In mehreren Studien wurde bestätigt, dass der Blutdruck bei gesunden Probanden und bei Personen mit niedrigem Blutdruck kurzfristig steigt, beispielsweise bei Massagen mit dem ätherischen Öl oder beim 20-minütigen Inhalieren des Öls. Nach den Anwendungen normalisierte sich der Blutdruck jedoch wieder. Wie sich die Pflanze auf Personen mit Bluthochdruck auswirkt, wurde hingegen nicht untersucht ( 15 ) ( 16 ) ( 17 ).

Würde man nun pauschal von Rosmarinanwendungen bei Bluthochdruck abraten, wäre das so ähnlich, als würde man Personen mit Bluthochdruck auch von jeglichen sportlichen Aktivitäten abraten – schliesslich steigt der Blutdruck dabei auch. Entscheidend ist aber, dass er danach wieder sinkt.

Wer unter Bluthochdruck leidet sollte also nicht gerade täglich den Tee trinken oder Rosmarinbäder nehmen – gegen die Verwendung der Pflanze als Gewürz in der Küche oder eine gelegentliche sanfte Aromatherapie spricht aber nichts. Natürliche Massnahmen, um Bluthochdruck zu senken, finden Sie unter vorigem Link.

In der Schwangerschaft und Stillzeit

Da die Gewürzpflanze eine anregende Wirkung auf die Geschlechtsorgane hat und die Wehen fördern kann, soll die Pflanze in der brasilianischen Volksmedizin zur Abtreibung verwendet worden sein. Die genaue Höhe der Dosis, ab der eine abtreibende Wirkung auftritt, ist jedoch nicht bekannt – aus diesem Grund wird Frauen in der Schwangerschaft generell von Anwendungen mit hohen Dosen Rosmarinöl abgeraten. Ebenfalls ist nicht bekannt, ob die Inhaltsstoffe der Pflanze in die Muttermilch übergehen können. Deshalb sollte auch in der Stillzeit vorsichtshalber auf Rosmarinöl-Anwendungen verzichtet werden [14]. Von der Verwendung der Gewürzpflanze in der Küche geht jedoch kein Risiko aus, denn dabei kommen nur wenige Milligramm zum Einsatz und die Inhaltsstoffe liegen nicht konzentriert vor wie im ätherischen Öl.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat 2019 frische Küchenkräuter auf Pestizidrückstände hin untersucht: Von den 442 untersuchten Proben enthielten 270 Pestizidrückstände, 19 davon über dem Höchstgehalt. Von den 270 Proben mit Pestizidrückständen stammten lediglich 15 aus Bio-Anbau – davon überstieg jedoch keine den Höchstgehalt. Leider wurde in der Auswertung nicht zwischen den verschiedenen Kräutern unterschieden ( 18 ) ( 19 ). Aus einer Untersuchung von Rosmarin aus 2015 geht jedoch hervor, dass neun Prozent der Rosmarin-Proben die Rückstandshöchstgehalte überschritten – meistens stammten diese aus Nicht-EU-Staaten ( 20 ).

Zudem überschritt mehr als die Hälfte der getesteten Kräuter den üblichen Aluminiumgehalt von unbehandelten Lebensmitteln. Dieser liegt in der Regel unter 5 mg pro kg. Die Ursache könnte entweder ein aluminiumreicher Boden im Anbaugebiet oder der Einsatz aluminiumhaltiger Pflanzenschutzmittel sein.

Relativ häufig sind auch Rückrufaktionen von Herstellern getrockneter Kräuter. Grund dafür sind erhöhte Werte an Pyrrolizidinalkaloiden. Diese unaussprechliche Substanz wird von Pflanzen gebildet und gilt als potenziell gesundheitsschädlich. Da es jedoch keine gesetzlichen Richtwerte gibt, rufen manche Gewürzhersteller Chargen mit erhöhten Werten eigenverantwortlich zurück ( 21 ). Betroffen sind häufig Oregano aber auch Rosmarin und weitere getrocknete Kräuter.

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Rosmarin selbst anbauen

Die Pflanze kann sehr leicht selbst angepflanzt werden, solange sie einen vollsonnigen Standort bekommt. Da Schnecken den starken Duft überhaupt nicht mögen, kann man das Heilkraut als Schneckenschutz ringförmig um Gemüsebeete anpflanzen. Es verträgt sich gut mit Karotten, Tomaten, Kohlgemüse und Bohnen sowie mit Basilikum, Lavendel, Oregano, Salbei und Thymian.

Rosmarin kann ab Mitte April mit einem Abstand von 30 cm ins Frühbeet gesät werden. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 18 und 22 Grad. Da die Pflanze ein Lichtkeimer ist, sollten die Samen nur mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt werden. Die Keimdauer beträgt etwa drei Wochen – in dieser Zeit sollte die Erde immer etwas feucht sein.

Doch wird man der Einfachheit halber die Pflanze eher im Topf in einer Gärtnerei erwerben und in den Garten oder auf den Balkon pflanzen. Letzteres ist kein Problem, da die Pflanze auch wunderbar im Topf gedeiht. Sie braucht also keine tiefgründigen Böden. Dennoch sollten Sie die Pflanze natürlich aus dem gelieferten Topf herausnehmen und bei sich zu Hause sogleich in einen grösseren Topf umpflanzen.

Ausgewachsene Exemplare kommen gut mit Trockenperioden zurecht – erhalten sie dagegen zu viel Wasser, faulen die Wurzeln und sie vertrocknen, obwohl die Erde nass ist. Die Pflanze sollte daher nicht zu viel Wasser auf einmal bekommen. Die Erde kann zwischendurch ruhig beinahe ganz austrocknen.

Richtig ernten und schneiden

Damit Rosmarin mit der Zeit nicht verholzt und buschig nachwächst, sollte er hin und wieder zurückgeschnitten werden. Dafür schneidet man ganze Zweige etwa einen Zentimeter über dem verholzten Teil ab. So treibt die Pflanze an der Schnittstelle wieder neu aus. Schneidet man hingegen ins Holz hinein, wächst dort kein neuer Zweig mehr nach. Geerntet werden kann das ganze Jahr über.

Zur Pflege sollte die Heilpflanze ausserdem einmal im Jahr komplett zurückgeschnitten werden. Dabei werden alle Zweige über dem verholzten Teil abgeschnitten. Dies macht man im Frühling oder Sommer, wenn die Blütezeit vorbei ist. Diese liegt meist zwischen März und Mai. Die Blüten können je nach Sorte blau, violett, rosa oder weiss sein und sind ebenfalls essbar. Gleichzeitig eignen sie sich wunderbar als Dekoration, z. B. auf dem Salatteller oder auf der Suppe.

Wenn der Rosmarin nicht blüht

Wenn Ihr Rosmarin nicht blühen mag, haben Sie ihn wahrscheinlich zu warm überwintert. Denn um Blüten auszubilden, braucht er im Winter kühle Temperaturen. Er ist generell sehr robust, nur winterharte Sorten wie Blue Winter, Arp und Veitshöchheim vertragen aber ohne Schutz auch langfristig Minusgrade und Frost. Nicht winterharte Sorten sollten dagegen entweder in einem Jutesack eingepackt draussen stehen oder drinnen an einem kühlen, aber hellen Ort (max. 10 Grad) überwintern, um im nächsten Frühling zu blühen.

Richtig lagern, einfrieren und trocknen

Verwendet man frischen Rosmarin noch am selben Tag, kann man die Zweige vorübergehend einfach in ein Glas Wasser stellen. Will man ihn länger aufbewahren, legt man ihn ins Gemüsefach des Kühlschranks. Dort ist er bis zu zwei Wochen haltbar. Dafür wird ein Papier- oder Geschirrtuch angefeuchtet und locker um die Zweige gelegt, damit sie nicht austrocknen.

Eingefroren halten sich die spitzigen Blättchen hingegen bis zu einem Jahr. Ausserdem bleiben ihre Vitalstoffe und Aromen auf diese Weise weitgehend erhalten. Dafür werden von den Stängeln zuerst welke Blätter entfernt, dann werden die Zweige gewaschen, trockengetupft und in einen Tiefkühlbehälter gelegt. Werden die Zweige im Ganzen eingefroren, bleibt mehr Aroma in der Pflanze. Kleingeschnitten können die Blättchen mit etwas Wasser in Eiswürfelformen gefüllt werden – so lassen sie sich einfach portionieren.

Rosmarin kann entweder an der Luft oder im Backofen getrocknet werden. Um ihn an der Luft zu trocknen, binden Sie die Zweige zu kleinen Bündeln und hängen diese kopfüber auf – am besten in einem trockenen, gut durchlüfteten, dunklen Raum bei 20 bis 30 Grad. Das Trocknen dauert mit dieser Methode nur wenige Tage.

Im Backofen werden die Zweige bei 30 bis 40 Grad für etwa drei Stunden getrocknet. Die Ofentür sollte dabei immer einen Spalt breit offenbleiben, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Am besten klemmen Sie einen Holzkochlöffel in der Ofentür ein. Wenn die Zweige sich einfach auseinanderbrechen lassen und die Blätter in den Fingern zerbröseln, sind sie trocken. Anschliessend lassen Sie die Zweige komplett auskühlen.

Den getrockneten Rosmarin geben Sie dann in ein Schraubglas. Dieses beschriften sie mit dem Datum und bewahren es an einem dunklen Ort in der Küche auf, damit es beim Kochen schnell zur Hand ist. Das getrocknete Kraut ist ebenfalls etwa ein Jahr lang haltbar.

Rosmarin in der Küche

Rosmarin verleiht jedem Gericht ein mediterranes Aroma. Dazu sollten die frischen Blätter kurz geschnitten und getrocknete Blättchen im Mörser zerstossen werden. Einzelne Zweige können auch mitgekocht und vor dem Servieren entfernt werden. Man kann das Gewürz jedoch auch roh essen, wobei es dann sehr intensiv schmeckt.

Rezepte mit Rosmarin

Wegen des kräftigen Geschmacks sollten Sie den Rosmarin nur sparsam verwenden. Er harmoniert gut mit Estragon, Lorbeer, Majoran, Thymian, Petersilie und Salbei. Er kann Marinaden, Saucen, Salatdressings, Kräuterbutter, -öl, -salz oder -essig, Pizza, Limonaden und sogar Nachspeisen wie Panna Cotta, Eis, Cremes und Gelees verfeinern. Auf unserer Rezepteseite finden Sie viele Rezepte mit der aromatischen Mittelmeerpflanze, z. B.:

  1. Selbstgemachte Teigwaren, z. B. Rosmarin-Gnocchi
  2. Den Klassiker: Rosmarin-Kartoffeln
  3. Suppen, Eintöpfe und geschmortes Gemüse in allen Variationen
  4. Süsse und salzige Brotaufstriche, wie Aprikosen-Marmelade
  5. Gemüsespiesse für den Grill
  6. Ofengemüse
  7. Brote und Brötchen, z. B. Rote-Bete-Brot mit Rosmarin

Viele weitere Rezepte finden Sie auf unserem Youtube-Kanal. Wir wünschen Ihnen guten Appetit und viel Freude beim Ausprobieren!

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.