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Rosmarin – Das Gedächtnisgewürz

Die alten Griechen und Wissenschaftler des 21. Jahrhunderts sind sich einig: Rosmarin steigert die Gedächtnisleistung. Darüber hinaus ist das Küchenkraut ein bekanntes Hausmittel bei vielerlei Beschwerden – und genauso vielfältig kann es auch angewandt werden.

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21 Oktober 2021

Rosmarin bringt mediterrane Aromen auf den Teller

Rosmarin (Salvia rosmarinus oder Rosmarinus officinalis) ist eines der bekanntesten Gewürze aus der Mittelmeerküche. Die aromatischen Zweige des Strauchs verfeinern Grill- und Gemüsegerichte, Eintöpfe und Saucen oder werden zu Kräutermischungen verarbeitet, die dann in Salaten, Marinaden und Co. Verwendung finden.

Wie der Salbei, die Minze und der Lavendel gehört der Rosmarin zur Familie der Lippenblütler. Der robuste Strauch kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird mittlerweile aber weltweit angebaut. Zum Kochen werden seine nadelähnlichen Blätter verwendet, die intensiv würzig und leicht harzig schmecken.

Rosmarin – beliebte Gewürz-, Heil- und Duftpflanze

Neben seiner Verwendung in der Küche wurde der Rosmarin schon früh als Duftpflanze eingesetzt, etwa in Parfüms, ätherischen Ölen oder als Ersatz für Weihrauch – die alten Griechen und Römer nutzten ihn zum Beispiel für zeremonielle Zwecke. Die Pflanze steht als Symbol für Freundschaft, Loyalität, Hingabe, Erinnerung und Liebe. So war Rosmarin schon in der Antike ein Bestandteil von Brautsträussen.

Auch als Heilpflanze ist Rosmarin schon seit Jahrtausenden bekannt: Als Tee wirkt er gegen Blähungen – im Badewasser regt er die Durchblutung an und reinigt durch seine antiseptische Wirkung infizierte Wunden. Ebenfalls hilft das Kraut bei Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Erschöpfungszuständen und regt die Verdauung an.

Die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe von Rosmarin

In folgendem PDF finden Sie die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe von frischem Rosmarin [1]. Da Rosmarin in der Regel nur in kleinen Mengen gegessen wird, leistet er keinen relevanten Beitrag zur Deckung des Nährstoff- oder Vitaminbedarfs.

Die gesundheitlichen Wirkungen von Rosmarin

Die gesundheitlichen Wirkungen von Rosmarin basieren vor allem auf seinen ätherischen Ölen (0.6 bis 1.35 % in der getrockneten Pflanze) und den darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen wie der Rosmarinsäure, Carnosolsäure, Chlorogensäure, Rosmarinol, Hesperidin, Eucalyptol usw. Für diese Stoffe wurden unglaublich vielfältige Heilwirkungen festgestellt. Unter anderem wirken sie [2, 3, 4, 5]:

  1. Antibakteriell
  2. Antiviral
  3. Antidepressiv
  4. Antioxidativ
  5. Antidiabetisch
  6. Entzündungshemmend
  7. Cholesterinsenkend
  8. Krebshemmend
  9. Harntreibend
  10. Verdauungsfördernd

Nicht ohne Grund wurde der Rosmarin 2011 zur Heilpflanze des Jahres gekürt – ausschlaggebend dafür war sein grosses Anwendungsgebiet. Rosmarin ist daher auch ein beliebtes Hausmittel und wird in der Naturheilkunde unterstützend bei rheumatischen Beschwerden, Erkältungen, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Nervosität und Depressionen eingesetzt. Der Duft des Rosmarins gilt ausserdem als konzentrationsfördernd und regt die Gedächtnisleistung an.

Rosmarin stärkt die Gedächtnisleistung

Bereits die alten Griechen waren überzeugt davon, dass Rosmarin das Gedächtnis verbessern kann. Um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, trugen Schüler im antiken Griechenland deshalb bei Prüfungen einen Kranz aus Rosmarin.

Diese Wirkung konnte mittlerweile auch wissenschaftlich belegt werden: In einer Studie wurden die Auswirkungen von ätherischem Rosmarinöl auf die Gehirnleistung untersucht. Die 144 Probanden wurden dafür auf drei Räume aufgeteilt, in denen entweder 4 Tropfen des Rosmarinöls, 4 Tropfen Lavendelöl oder 4 Tropfen Wasser in einen Aromadiffuser gegeben wurden. Dann mussten die Probanden kognitive Aufgaben lösen [6].

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Es zeigte sich, dass das ätherische Rosmarinöl die Gedächtnisleistung und die Aufmerksamkeit der Probanden insgesamt verbesserte. Zudem steigerten sowohl das Rosmarinöl als auch das Lavendelöl die Stimmung der Studienteilnehmer.

In einer weiteren Studie, die ein paar Jahre später veröffentlicht wurde, bestimmten die Forscher zusätzlich noch den Gehalt am sekundären Pflanzenstoff Eucalyptol im Blut der Probanden. Je höher der Eucalyptol-Wert im Blut war, desto besser war auch die Gedächtnisleistung der Probanden. Der Stoff gelangt über die Nasen- und Lungenschleimhäute in die Blutbahn und von dort über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn. Ätherisches Rosmarinöl besteht zu 35 bis 45 Prozent aus Eucalyptol [7].

Aber nicht nur das Einatmen des ätherischen Öls wirkt sich positiv auf das Gedächtnis aus: In einer kleinen Studie mit 28 älteren Probanden wurde die Wirkung von getrocknetem Rosmarinpulver auf die kognitive Leistung untersucht. Die Versuchspersonen waren durchschnittlich 75 Jahre alt. Sie wurden in mehrere Gruppen eingeteilt, die über fünf Wochen hinweg fünf Mal wöchentlich 750 mg, 1500 mg, 3000 mg oder 6000 mg Rosmarinpulver einnahmen (jeweils in Tomatensaft gemischt). Die Kontrollgruppe erhielt den Saft mit einem Placebopulver. An den Einnahmetagen wurden jeweils kognitive Tests durchgeführt [8].

Es zeigte sich, dass 750 mg Rosmarinpulver täglich die Gedächtnisleistung der Probanden signifikant verbesserte, besonders die Geschwindigkeit, mit der sie Informationen aus ihrem Kurz- und Langzeitgedächtnis abrufen konnten. Die hohe Dosis von 6000 mg bewirkte hingegen das Gegenteil. 750 mg Rosmarin ist vergleichbar mit den Mengen, die man zum Kochen verwendet. Zudem wurde das Rosmarinpulver von einem Gewürzhersteller zur Verfügung gestellt, unterscheidet sich demnach nicht von herkömmlichen Rosmaringewürzen. Rosmarin schmeckt also nicht nur gut, sondern es wirkt sich in ganz normalen Mengen auch noch positiv auf das Gedächtnis aus.

Rosmarin könnte Risiko für Alzheimer und Demenz reduzieren

Die obigen Studienergebnisse lassen vermuten, dass Rosmarin auch bei Demenz und Alzheimer helfen könnte. Forscher haben 2020 in einer Zellstudie herausgefunden, dass Rosmarinextrakt, der direkt in die Zellen gespritzt wird, die Glukoseaufnahme im Gehirn steigen lässt. Energie in Form von Glukose ist für das Gehirn lebensnotwendig. Bei neurodegenerativen Erkrankungen ist die Glukoseaufnahme jedoch reduziert, so dass die beobachtete Wirkung des Rosmarins hier vielversprechend ist – zumal eine reduzierte Glukoseaufnahme einer Demenzerkrankung bereits Jahrzehnte vorausgehen kann [9].

Für die steigende Glukoseaufnahme in den Zellen sorgten die Rosmarinsäure, die Carnosolsäure und das Carnosol im Rosmarin. Da diese Stoffe die Blut-Hirn-Schranke passieren können, vermuten die Forscher, dass diese Wirkung auch beim therapeutischen Einsatz von Rosmarin eintreten würde. Womöglich könnte Rosmarin also dazu beitragen, das Risiko für Alzheimer und Demenz zu reduzieren.

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Rosmarin gegen Angst und Depressionen

Rosmarin gilt sogar als Stimmungsaufheller. Dies haben iranische Forscher 2018 in einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblind-Studie genauer untersucht. An der Untersuchung nahmen 68 Universitätsstudenten teil. 34 davon nahmen zweimal täglich während eines Monats eine Kapsel mit 500 mg getrocknetem Rosmarinpulver ein. Die andere Gruppe erhielt ein Placebo. Untersucht wurden die Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung, Depressionen, Ängste und den Schlaf [10].

Nach einem Monat wurden die Unterschiede zum Studienbeginn verglichen: Die Rosmarin-Gruppe zeigte eine bessere Gedächtnisleistung (wie bereits in den obigen Studien). Auch hatten sich Ängste, Depressionen und die Schlafqualität der Teilnehmer verbessert. Zusätzlich berichteten die Teilnehmer von Hautverbesserungen, erhöhter Libido und mehr Appetit, was in der Studie gar nicht untersucht wurde. Auch diese Studie zeigt, dass bereits eine kleine Menge Rosmarin positive Auswirkungen hat. 1 g Rosmarin pro Tag kann ganz einfach mit der Ernährung oder in Getränken aufgenommen werden.

Rosmarinextrakt bei Krebs

Mittlerweile gibt es zahlreiche Zell- und Tierstudien, die zeigen konnten, dass Rosmarinextrakt das Wachstum von Krebszellen bei den verschiedensten Krebsarten hemmen kann – beispielweise bei Darmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs. Ebenfalls konnte die Tumorgrösse teilweise verringert werden [11, 12].

Die krebshemmende Wirkung geht ebenfalls hauptsächlich auf die im Rosmarin enthaltene Carnosolsäure und das Carnosol zurück. Die Wirkung der Gesamtheit der Stoffe im Rosmarinextrakt war dabei grösser als die Wirkung einzeln verabreichter Stoffe. Die Höhe der idealen Dosis ist jedoch noch nicht ausreichend erforscht, da diese sich in den Studien stark unterschied [11, 12].

So wird Rosmarin angewendet

Die Heilkraft von Rosmarin lässt sich auf vielfältige Weise geniessen: als Gewürz, Tee, Aromatherapie oder auch kosmetisch in Form von Seifen, Bädern, Cremes und Haarwasser. Diese Anwendungen kommen in der Volksmedizin bereits seit Jahrhunderten zum Einsatz.

Rosmarintee

Rosmarintee wirkt gegen Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Nieren- und Blasenerkrankungen, niedrigen Blutdruck, Menstruationsbeschwerden, ausbleibende Regelblutung und allgemeine Erschöpfungszustände. Eine Studie zeigte zudem, dass das tägliche Trinken von Rosmarintee (4 g Rosmarin auf 150 ml Wasser) während zwei Monaten Burnout-Symptome lindern konnte [13]. Ausserdem wirkt er antibakteriell, weshalb er bei Erkältungen helfen kann.

Für eine Teezubereitung wird ein Teelöffel getrockneter oder frischer, gehackter Rosmarinblätter (ca. 2 bis 4 g) mit einem Viertelliter kochendem Wasser aufgegossen. Lassen Sie den Tee 8 bis 10 Minuten lang zugedeckt ziehen und seihen Sie ihn anschliessend ab. Den Tee können Sie drei Mal täglich trinken.

Aromatherapie mit Rosmarinöl

Im generellen Sprachgebrauch ist mit Aromatherapie häufig die Verwendung eines ätherischen Öls als Raumduft gemeint. Doch umfasst die Aromatherapie auch weitere Anwendungen ätherischer Öle, z. B. Bäder und Massagen. Anwendungen mit duftendem Rosmarinöl sind wegen ihrer wundheilenden, schmerzstillenden und anregenden Wirkung beliebt.

Ein angenehmer Nebeneffekt des Rosmarinöls ist übrigens, dass Mücken Ihren vier Wänden fern bleiben werden, denn sie mögen den starken Duft nicht.

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Rosmarin als Raumduft: Da Rosmarin stimmungsaufhellend wirkt, kann er z. B. bei Stress, Nervosität und Depressionen als Raumduft verwendet werden. Ausserdem wirkt er sich, wie oben beschrieben, positiv auf das Gedächtnis aus und kann Erkältungssymptome lindern.

Bei der Verwendung von Rosmarin als Raumduft wird das ätherische Öl mit Wasser verdünnt in einen Diffuser oder in eine Duftlampe gegeben. Fangen Sie am besten mit wenigen Tropfen an und erhöhen dann je nach Raumgrösse und persönlicher Vorliebe auf bis zu 8 Tropfen.

Massageöl mit Rosmarin: Eine Massage mit verdünntem Rosmarinöl kann bei Gelenk- und Muskelschmerzen sowie schmerzenden Beinen infolge von Krampfadern Linderung verschaffen. Zur Verwendung als Massageöl werden 4 Tropfen Rosmarinöl zu einem Esslöffel reinem Pflanzenöl (z. B. Mandelöl oder Kokosöl) gegeben. Damit massieren Sie die betroffenen Körperstellen ein.

Rosmarinbäder: Ebenso erholsam kann ein Vollbad mit Rosmarin bei Erkältungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Halsstarre und Verspannungen wirken. Durch antiseptische und entzündungshemmende Wirkung des Rosmarin trägt ein Bad zusätzlich zur äusserlichen Wundheilung bei.

Als Badezusatz werden 5 bis 10 Tropfen ätherisches Rosmarinöl auf ein Vollbad gegeben. Auch frischen Rosmarin kann man hierfür verwenden. Kochen Sie 50 g Rosmarin in einem Liter Wasser auf und geben die Flüssigkeit anschliessend zum Badewasser. Ein Rosmarinbad sollte zwischen 10 und 20 Minuten dauern.

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Haarwasser aus Rosmarin

Rosmarin macht sich ausserdem gut im Haarwasser, denn die Heilpflanze pflegt die Kopfhaut, hilft bei Haarausfall und wirkt gegen Schuppen. Wie Sie Rosmarin bei Haarausfall und Schuppen anwenden, haben wir unter vorigem Link beschrieben.

Ätherisches Rosmarinöl kaufen

Beim Kauf ätherischer Öle sollten Sie darauf achten, dass es sich um 100 Prozent reines ätherisches Öl handelt. Dies steht in der Regel auf dem Etikett. Zudem sollte der dafür verwendete Rosmarin aus Bio-Anbau stammen, damit das Öl nicht mit Pestiziden verunreinigt ist. Weitere Informationen rund um die Anwendung ätherischer Öle und was beim Kauf zu beachten ist, finden Sie unter vorigem Link.

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Die Nebenwirkungen des Rosmarins

Würde man grosse Mengen Rosmarin zu sich nehmen, könnte dies zu Magen-Darm-Beschwerden und zu Nephritis, einer entzündlichen Nierenerkrankung, führen [14]. Werden hohe Dosen Rosmarinöl äusserlich aufgetragen, können zudem Hautreizungen auftreten. Aus diesem Grund sollten die obengenannten Dosierungen nicht überschritten werden.

Die Verwendung von Rosmarin in der Küche ist jedoch sicher, denn das starke Aroma verhindert, dass man zu viel Rosmarin zu sich nimmt. Andernfalls würden die Gerichte ungeniessbar werden. Bei der Dosierung von ätherischem Rosmarinöl sollte man hingegen vorsichtig sein und lieber zu wenig als zu viel verwenden, da die Wirkstoffe in dieser Form hochkonzentriert vorliegen. Schliesslich werden ätherische Öle nicht ohne Grund tröpfchenweise dosiert.

Rosmarin bei Bluthochdruck – ja oder nein?

Gelegentlich liest man, dass Rosmarin nicht bei Bluthochdruck angewendet werden soll, da es den Blutdruck steigen lässt. In mehreren Studien wurde bestätigt, dass der Blutdruck bei gesunden Probanden und bei Personen mit niedrigem Blutdruck kurzfristig steigt, beispielsweise bei Massagen mit Rosmarinöl oder beim 20-minütigen Inhalieren des Öls. Nach den Anwendungen normalisierte sich der Blutdruck jedoch wieder. Wie sich Rosmarin auf Personen mit Bluthochdruck auswirkt, wurde hingegen nicht untersucht [15, 16, 17].

Würde man nun pauschal von Rosmarinanwendungen bei Bluthochdruck abraten, wäre das so ähnlich, als würde man Personen mit Bluthochdruck auch von jeglichen sportlichen Aktivitäten abraten – schliesslich steigt der Blutdruck dabei auch. Entscheidend ist aber, dass er danach wieder sinkt.

Wer unter Bluthochdruck leidet sollte also nicht gerade täglich Rosmarintee trinken oder Rosmarinbäder nehmen – gegen die Verwendung von Rosmarin in der Küche oder eine gelegentliche sanfte Aromatherapie spricht aber nichts. Natürliche Massnahmen, um Bluthochdruck zu senken, finden Sie unter vorigem Link.

Rosmarin in der Schwangerschaft und Stillzeit

Da Rosmarin eine anregende Wirkung auf die Geschlechtsorgane hat und die Wehen fördern kann, soll die Pflanze in der brasilianischen Volksmedizin zur Abtreibung verwendet worden sein. Die genaue Höhe der Dosis, ab der eine abtreibende Wirkung auftritt, ist jedoch nicht bekannt – aus diesem Grund wird Frauen in der Schwangerschaft generell von Anwendungen mit hohen Dosen Rosmarinöl abgeraten. Ebenfalls ist nicht bekannt, ob die Inhaltsstoffe des Rosmarins in die Muttermilch übergehen können. Deshalb sollte auch in der Stillzeit vorsichtshalber auf Rosmarinöl-Anwendungen verzichtet werden [14]. Von der Verwendung von Rosmarin in der Küche geht jedoch kein Risiko aus, denn dabei kommen nur wenige Milligramm zum Einsatz und die Inhaltsstoffe liegen nicht konzentriert vor wie im ätherischen Öl.

Rosmarin kaufen – darauf sollten Sie achten

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat 2019 frische Küchenkräuter auf Pestizidrückstände hin untersucht: Von den 442 untersuchten Proben enthielten 270 Pestizidrückstände, 19 davon über dem Höchstgehalt. Von den 270 Proben mit Pestizidrückständen stammten lediglich 15 aus Bio-Anbau – davon überstieg jedoch keine den Höchstgehalt. Leider wurde in der Auswertung nicht zwischen den verschiedenen Kräutern unterschieden [18, 19]. Aus einer Untersuchung von Rosmarin aus 2015 geht jedoch hervor, dass neun Prozent der Rosmarin-Proben die Rückstandshöchstgehalte überschritten – meistens stammten diese aus Nicht-EU-Staaten [20].

Zudem überschritt mehr als die Hälfte der getesteten Kräuter den üblichen Aluminiumgehalt von unbehandelten Lebensmitteln. Dieser liegt in der Regel unter 5 mg pro kg. Die Ursache könnte entweder ein aluminiumreicher Boden im Anbaugebiet oder der Einsatz aluminiumhaltiger Pflanzenschutzmittel sein [20].

Relativ häufig sind auch Rückrufaktionen von Herstellern getrockneter Kräuter. Grund dafür sind erhöhte Werte an Pyrrolizidinalkaloiden. Diese unaussprechliche Substanz wird von Pflanzen gebildet und gilt als potenziell gesundheitsschädlich. Da es jedoch keine gesetzlichen Richtwerte gibt, rufen manche Gewürzhersteller Chargen mit erhöhten Werten eigenverantwortlich zurück [21]. Betroffen sind häufig Oregano aber auch Rosmarin und weitere getrocknete Kräuter.

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Rosmarin selbst anbauen

Um dem Risiko, pestizidbelasteten Rosmarin zu erwischen, aus dem Wege zu gehen, pflanzt man den Rosmarin am besten selbst an. Die Pflanze bevorzugt sonnige Standorte, ist sehr robust und pflegeleicht. Da Schnecken den starken Duft von Rosmarin überhaupt nicht mögen, kann man ihn als Schneckenschutz ringförmig um Gemüsebeete anpflanzen. Rosmarin verträgt sich gut mit Karotten, Tomaten, Kohl und Bohnen sowie mit Basilikum, Lavendel, Oregano, Salbei und Thymian.

Rosmarin kann ab Mitte April mit einem Abstand von 30 cm ins Frühbeet gesät werden. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 18 und 22 Grad. Da der Rosmarin ein Lichtkeimer ist, sollten die Samen nur mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt werden. Die Keimdauer beträgt etwa drei Wochen – in dieser Zeit sollte die Erde immer etwas feucht sein.

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Doch wird man der Einfachheit halber den Rosmarin eher im Topf in einer Gärtnerei erwerben und in den Garten oder auf den Balkon pflanzen. Letzteres ist kein Problem, da der Rosmarin auch wunderbar im Topf gedeiht. Allerdings sollten Sie ihn bei sich zu Hause sogleich in einen grösseren Topf pflanzen.

Ausgewachsener Rosmarin kommt gut mit Trockenperioden zurecht – erhält er dagegen zu viel Wasser, faulen seine Wurzeln und er vertrocknet, obwohl die Erde nass ist. Die Pflanze sollte daher nicht zu viel Wasser auf einmal bekommen. Die Erde kann zwischendurch ruhig beinahe ganz austrocknen.

Rosmarin richtig ernten und schneiden

Damit Rosmarin mit der Zeit nicht verholzt und buschig nachwächst, sollte er hin und wieder zurückgeschnitten werden. Dafür schneidet man ganze Zweige etwa einen Zentimeter über dem verholzten Teil ab. So treibt die Pflanze an der Schnittstelle wieder neu aus. Schneidet man hingegen ins Holz hinein, wächst dort kein neuer Zweig mehr nach. Geerntet werden kann das ganze Jahr über.

Zur Pflege sollte Rosmarin ausserdem einmal im Jahr komplett zurückgeschnitten werden. Dabei werden alle Zweige über dem verholzten Teil abgeschnitten. Dies macht man im Frühling oder Sommer, wenn die Blütezeit vorbei ist. Diese liegt meist zwischen März und Mai. Die Blüten können je nach Sorte blau, violett, rosa oder weiss sein und sind ebenfalls essbar. Gleichzeitig eignen sie sich wunderbar als Dekoration, z. B. auf dem Salatteller oder auf der Suppe.

Wenn der Rosmarin nicht blüht

Wenn Ihr Rosmarin nicht blühen mag, haben Sie ihn wahrscheinlich zu warm überwintert. Denn um Blüten auszubilden, braucht er im Winter kühle Temperaturen. Rosmarin ist generell sehr robust, nur winterharte Sorten wie Blue Winter, Arp und Veitshöchheim vertragen aber ohne Schutz auch langfristig Minusgrade und Frost. Nicht winterharte Sorten sollten dagegen entweder in einem Jutesack eingepackt draussen stehen oder drinnen an einem kühlen, aber hellen Ort (max. 10 Grad) überwintern, um im nächsten Frühling zu blühen.

Rosmarin richtig lagern

Verwendet man frischen Rosmarin noch am selben Tag, kann man die Zweige vorübergehend einfach in ein Glas Wasser stellen. Will man ihn länger aufbewahren, legt man ihn ins Gemüsefach des Kühlschranks. Dort ist er bis zu zwei Wochen haltbar. Dafür wird ein Papiertuch angefeuchtet und locker um die Zweige gelegt, damit sie nicht austrocknen.

Rosmarin einfrieren

Eingefroren hält sich Rosmarin hingegen bis zu einem Jahr. Ausserdem bleiben seine Vitalstoffe und Aromen auf diese Weise weitgehend erhalten. Dafür werden zuerst welke Blätter entfernt, dann wird er gewaschen, trockengetupft und in einen Tiefkühlbehälter gefüllt. Werden die Zweige im Ganzen eingefroren, bleibt mehr Aroma in der Pflanze. Kleingeschnitten können die Blättchen mit etwas Wasser in Eiswürfelformen gefüllt werden – so lassen sie sich einfach portionieren.

Rosmarin trocknen

Rosmarin kann entweder an der Luft oder im Backofen getrocknet werden. Um ihn an der Luft zu trocknen, binden Sie die Zweige zu kleinen Bündeln und hängen diese kopfüber auf – am besten in einem trockenen, gut durchlüfteten, dunklen Raum bei 20 bis 30 Grad. Das Trocknen dauert mit dieser Methode nur wenige Tage.

Im Backofen werden die Zweige bei 30 bis 40 Grad für etwa drei Stunden getrocknet. Die Ofentür sollte dabei immer einen Spalt breit offenbleiben, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Am besten klemmen Sie einen Holzkochlöffel in der Ofentür ein. Wenn die Zweige sich einfach auseinanderbrechen lassen und die Blätter in den Fingern zerbröseln, sind sie trocken. Anschliessend lassen Sie die Zweige komplett auskühlen.

Den getrockneten Rosmarin geben Sie dann in ein Schraubglas. Dieses beschriften sie mit dem Datum und bewahren es an einem dunklen Ort in der Küche auf, damit es beim Kochen schnell zur Hand ist. Getrockneter Rosmarin ist ebenfalls etwa ein Jahr lang haltbar.

Rosmarin in der Küche

Rosmarin verleiht jedem Gericht ein mediterranes Aroma. Dazu sollten die frischen Blätter kurz geschnitten und getrockneter Rosmarin im Mörser zerstossen werden. Einzelne Zweige können auch mitgekocht und vor dem Servieren entfernt werden. Man kann Rosmarin jedoch auch roh essen, wobei er dann sehr intensiv schmeckt.

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Rezepte mit Rosmarin

Wegen des kräftigen Geschmacks sollten Sie den Rosmarin nur sparsam verwenden. Rosmarin harmoniert gut mit Estragon, Lorbeer, Majoran, Thymian, Petersilie und Salbei. Er kann Marinaden, Saucen, Salatdressings, Kräuterbutter, -öl, -salz oder -essig, Pizza, Limonaden und sogar Nachspeisen wie Panna Cotta, Eis, Cremes und Gelees verfeinern. Auf unserer Rezepteseite finden Sie viele Rezepte mit dem Rosmarin, z. B.:

  1. Selbstgemachte Teigwaren, z. B. Rosmarin-Gnocchi
  2. Den Klassiker: Rosmarin-Kartoffeln
  3. Suppen, Eintöpfe und geschmortes Gemüse in allen Variationen
  4. Süsse und salzige Brotaufstriche, wie Aprikosen-Marmelade oder einen Linsen-Kräuter-Aufstrich
  5. Gemüsespiesse für den Grill
  6. Ofengemüse
  7. Brote und Brötchen, z. B. Rote-Bete-Brot mit Rosmarin

Viele weitere Rezepte finden Sie auf unserem Youtube-Kanal. Wir wünschen Ihnen guten Appetit und viel Freude beim Ausprobieren!

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Quellen
  1. (1) Nährwertrechner, Rosmarin frisch, abgerufen am: 10. Mai 2021.
  2. (2) Baydar, H. & Ozkan, Gulcan & Erbaş, Sabri & Altindal, Demet. (2009). Yield, Chemical Composition and Antioxidant Properties of Extracts and Essential Oils of Sage and Rosemary Depending on Seasonal Variations. Acta Horticulturae. 826. 10.17660/ActaHortic.2009.826.54.
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  4. (4) de Oliveira JR, Camargo SEA, de Oliveira LD. Rosmarinus officinalis L. (rosemary) as therapeutic and prophylactic agent. J Biomed Sci. 2019 Jan 9;26(1):5. doi: 10.1186/s12929-019-0499-8. PMID: 30621719; PMCID: PMC6325740.
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  7. (7) Moss, M., & Oliver, L. (2012). Plasma 1,8-cineole correlates with cognitive performance following exposure to rosemary essential oil aroma. Therapeutic Advances in Psychopharmacology, 2(3), 103–113. doi:10.1177/2045125312436573
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  18. (18) Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Nationale Berichterstattung „Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln“, Zusammenfassung der Ergebnisse des Jahres 2019 aus der Bundesrepublik Deutschland, Stand: 15. Januar 2021.
  19. (19) Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Tabellen zur Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2019, abgerufen am: 10. Mai 2021.
  20. (20) Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Blei und Cadmium in Modeschmuck, BVL stellt Ergebnisse der bundesweiten Überwachung von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen in 2015 vor, Stand: 30. November 2016.
  21. (21) Bundesinstitut für Risikobewertung: Aktualisierte Risikobewertung zu Gehalten an 1,2-ungesättigten Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in Lebensmitteln, Stand: 17. Juni 2020.