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Milchprodukte bieten keinen Knochenschutz in den Wechseljahren

Besonders in den Wechseljahren werden Milchprodukte empfohlen - für die Knochengesundheit und zur Osteoporose-Prävention. Eine Studie ergab jedoch, dass der Verzehr von reichlich Milchprodukten gerade in dieser Lebensphase keinen schützenden Effekt auf die Knochen hat.

Stand: 01 Mai 2026
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Milchprodukte in den Wechseljahren: Knochendichte nimmt ab

Milchprodukte werden stets als hervorragende Nährstofflieferanten bezeichnet. Sie sollen sich von allen Lebensmittelgruppen ganz besonders positiv auf die Knochengesundheit auswirken. Daher gelten Milch und Produkte daraus häufig als Garant für gesunde Knochen bis ins hohe Alter (3).

Taylor C. Wallace und Kollegen von der George Mason University in Fairfax, Virginia aber zeigten nun, dass gerade in den Wechseljahren der Verzehr von Milchprodukten keine Vorteile für die Knochengesundheit bietet (1). Denn die Knochendichte nahm bei den Teilnehmerinnen der Studie ab – ob sie nun Milch, Käse und Co. verzehrten oder nicht.

In den Wechseljahren sollen Frauen besonders viele Milchprodukte konsumieren

Besonders in den Wechseljahren wird zum reichlichen Verzehr von Milch, Joghurt, Quark etc. geraten, um die Knochen vor einer möglichen Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) zu schützen. Und da kein Lebensmittel so viel Calcium wie Milch enthält, sollten Frauen im Klimakterium regelmäßig darauf zurückgreifen.

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) beispielsweise, also DAS Kompetenz- und Kommunikationszentrum für Ernährungsfragen in Deutschland, schreibt in seinem Artikel Milch: Gesund trinken (4):

"Den Tagesbedarf eines Erwachsenen (1000 mg) kann man zum Beispiel mit ½ l Milch und zwei Scheiben Gouda (60 g) erreichen. […] Kalzium ist wichtig für stabile Knochen und hilft daher im Alter, brüchigen Knochen (Osteoporose) vorzubeugen." (4)

Und in Ernährung im Fokus (der BZfE-Fachzeitschrift für Berater) liest man im Artikel Die Wechseljahre der Frau, dass man täglich drei Portionen Milch und Produkte aus Milch (Joghurt etc.) zu sich nehmen solle, um gut mit dem knochenwichtigen Calcium versorgt zu sein. Mit drei Portionen sind 1 Glas Milch, 1 Becher Joghurt und 1 Scheibe Käse gemeint (3).

Diese Empfehlungen aber erhöhen laut einer Studie vom Mai 2020 ganz signifikant das Brustkrebsrisiko. Lesen Sie mehr darüber in unserem Artikel Sojamilch senkt das Risiko für Brustkrebs, in dem die Studie vorgestellt wird (man verglich den Einfluss von Sojamilch und Kuhmilch auf das Brustkrebsrisiko).

Die Empfehlungen könnten außerdem dazu führen, dass sich Frauen in falscher Sicherheit wiegen und glauben, eine gute Milchversorgung schütze ihre Knochen umfassend und bewahre sie vor Osteoporose und Knochenbrüchen, was nicht der Fall ist, wie Taylor C. Wallaces Studie ergab.

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Milchprodukte können nicht vor Osteoporose schützen

Die Arbeit erschien im Juli 2020 im Fachmagazin Menopause und hatte anhand der Daten aus der Study of Women's Health Across the Nation (SWAN) ergeben, dass Milchkonsum in den Wechseljahren, also genau dann, wenn der Knochendichteverlust besonders rasch voranschreitet, keinen sonderlichen Nutzen hat.

Die Wissenschaftler rund um Wallace hatten den Effekt des Milchprodukteverzehrs in den Wechseljahren auf die Knochendichte der Oberschenkelhals- und der Lendenwirbelsäulenknochen untersucht. Denn gerade in den Wechseljahren sind Frauen besonders anfällig für eine Osteoporose.

Das Ergebnis war ernüchternd: Milch und Produkte daraus können in dieser Lebensphase weder dem Knochendichteverlust noch einer Osteoporose vorbeugen und somit auch nicht vor Knochenbrüchen schützen.

Natürlich wurden bei der Auswertung der Studie auch das Alter, die Größe, das Gewicht, der Raucherstatus, das Bewegungspensum, die tägliche Kalorienzufuhr, der Alkoholkonsum, die Calciumeinnahme etc. berücksichtigt.

Nicht Milch schützt vor einer Osteoporose, sondern der gesamte Lebensstil

Verlassen Sie sich daher keinesfalls auf Milchprodukte, wenn Sie Ihre Knochen in den Wechseljahren schützen möchten. Setzen Sie besser auf eine insgesamt vitalstoffreiche Ernährung, auf gezielt ausgewählte Nahrungsergänzungen sowie auf möglichst viel Bewegung.

Am besten ist die folgende Kombination:

Krafttraining (eine gut ausgebildete Muskulatur schützt Knochen und Gelenke), Walking, Wandern oder Jogging (stärkt die Knochen und natürlich auch das Herz-Kreislauf-System) und Yoga oder Tai Chi für einen sicheren Gleichgewichtssinn, der schon allein zur Sturzprophylaxe beiträgt und somit das Knochenbruchrisiko reduziert.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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