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Grapefruits

Grapefruits und ihre Wirkungen

Autor: Katharina Herzig

Aktualisiert: 11 Juni 2021

Die Grapefruit ist reich an Vitamin C, hilft beim Abnehmen, schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hat viele weitere positive Eigenschaften auf die Gesundheit. Zum Frühstück, Dessert oder in Säften und Salaten – ihr süss-saurer Geschmack sorgt für ein frisches Aroma.

Weisse und rote Grapefruits

Die Grapefruit (Citrus paradisi) ist die Frucht des Grapefruitbaums, der in subtropischen Ländern wächst. Sie gehört wie die Orangen, Mandarinen und Clementinen zu den Rautengewächsen. Die süss-saure Zitrusfrucht gibt es in zwei Sorten: Die weisse Grapefruit, deren Fruchtfleisch hellgelb ist, und die rote Grapefruit, deren Fruchtfleisch pink bis rot ist.

Auf Deutsch heisst die Frucht Grapefrucht, wobei die englische Bezeichnung mittlerweile fast geläufiger ist. Die Grapefruit erhielt ihren Namen, weil die Früchte ähnlich wie Weintrauben (englisch „grape“) eng beieinander am Baum wachsen. Weitere Namen sind Adamsapfel oder auch Paradiesapfel, worauf die lateinische Bezeichnung Citrus paradisi hinweist.

Der Unterschied zwischen Pampelmuse, Grapefruit und Pomelo

Umgangssprachlich wird die Grapefruit auch Pampelmuse genannt. Entgegen der landläufigen Meinung ist eine Pampelmuse aber nicht dasselbe wie eine Grapefruit. Die Grapefrucht ist stattdessen eine Kreuzung aus Pampelmuse (Citrus maxima) und Orange. Während die Grapefrucht rund ist und eine hellgelb-orange Schale hat, sind Pampelmusen eher birnenförmig oder abgeflacht und haben eine gelb-grüne Schale.

Ebenfalls von der Grapefruit zu unterscheiden ist die Pomelo – eine Kreuzung aus Grapefruit und Pampelmuse. Die Pomelo ist allerdings keine eigene Art, sondern wird zu den Pampelmusen gezählt. Sie hat gelbes bis rosafarbenes Fruchtfleisch und eine grün-gelbe Schale, ähnelt äusserlich also eher der Pampelmuse als der Grapefruit. Auch der Name ist etwas verwirrend, da Pomelo auf Englisch Pampelmuse und auf Französisch Grapefruit heisst.

Man geht davon aus, dass die Grapefruit erstmals 1750 auf Barbados entdeckt wurde. Später gelangte sie nach Florida, wo sich neben Kalifornien und Texas bis heute die Hauptplantagen der USA befinden. Mittlerweile wird die Grapefrucht in fast allen subtropischen Gebieten der Welt angebaut.

Grapefruits – die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe

Frische Grapefruit besteht zu rund 86 % aus Wasser und ist sehr kalorienarm (50 kcal pro 100 g). Sie ist besonders reich an Vitamin C. Nachfolgend finden Sie die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe pro 100 g (1). Zur Orientierung: Eine Grapefruit wiegt im Schnitt etwa 270 g (2).

Nährwerte

Manch einer könnte in Versuchung kommen die Grapefruit mit Zucker zu süssen, wenn sie zu bitter schmeckt. 100 g Grapefruit enthalten aber bereits rund 2.9 mg Glucose (Traubenzucker) und 2.5 mg Fructose (Fruchtzucker) (1). In Obst und Gemüse enthaltener Zucker ist nicht schädlich – industriell hergestellter Zucker dagegen schon. Im folgenden PDF finden Sie die Nährwerte der Grapefruit.

Vitamine und Mineralstoffe

Im folgenden PDF finden Sie die Vitamine und Mineralstoffe der Grapefruit

Grapefruits und Lycopin

Lycopin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der Früchten und Gemüsen ihre rote Farbe verleiht, so zum Beispiel den Tomaten, Wassermelonen und roten Grapefruits. Rote Grapefruits enthalten ca. 3.4 mg Lycopin pro 100 g. Zum Vergleich: Tomaten enthalten zwischen 0.9 und 4.2 mg Lycopin pro 100 g (3). Das Lycopin gehört zu den Carotinoiden. Es wirkt antioxidativ, krebsfeindlich und präventiv in Sachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (4).

Besonders bekannt ist Lycopin im Zusammenhang mit Prostatakrebs. Die Wissenschaft ist sich allerdings uneinig darüber, inwiefern und ob Lycopin bei Prostatakrebs helfen kann, da diesbezüglich gegenteilige Resultate vorliegen. Chinesische Wissenschaftler erklärten anhand eines Reviews von 2016, dass sich die Studienergebnisse deshalb so häufig unterschieden, weil die Studien so verschieden aufgebaut waren, dass man sie nicht miteinander vergleichen konnte (5).

Forschungsergebnisse aus Asien und Ozeanien beispielsweise zeigten, dass Lycopin vor Prostatakrebs schützt, während Studien aus anderen Regionen der Welt dies nicht bestätigen konnten. In westlichen Ländern ist das Prostatakrebs-Risiko höher als in asiatischen Ländern, was ebenfalls eine Rolle spielen könnte.

In einer neuen Studie aus 2020 untersuchten amerikanische Forscher die Daten von rund 28.000 Männern. Aus Fragebögen ging hervor, wie oft die Männer Tomatenprodukte zu sich nahmen – denn die Tomate gilt als eines der lycopinreichsten Lebensmittel (6).

Es zeigte sich, dass der Verzehr von gekochten Tomatenprodukten, wie z. B. Tomatensauce das Risiko für Prostatakrebs verringern kann. Denn wird Lycopin erhitzt, steigt dessen Bioverfügbarkeit, weshalb verarbeitete Tomatenprodukte in Bezug auf das Lycopin eine höhere Wirksamkeit haben (6). Eine frühere Studie im Reagenzglas zeigte jedoch, dass auch in der rohen roten Grapefruit relevante Mengen Lycopin enthalten sind, um das Wachstum von Prostatakrebstumoren zu hemmen (7).

Abnehmen mit der Grapefruit

Traditionell sagt man den Paradiesäpfeln schon lange nach, dass sie beim Abnehmen helfen, weshalb im Internet zahlreiche Grapefruit-Diäten angeboten werden. Was ist dran an der Behauptung, dass Grapefruits ein „Fatburner“ sein sollen?

Mexikanische Wissenschaftler haben die Forschungsergebnisse rund um den Einfluss von pflanzlichen Lebensmitteln auf das Gewicht in einem Review zusammengefasst. Auch die Grapefruit wurde untersucht:

Mehrere Studien an Ratten und eine am Menschen bestätigten, dass der Konsum von Grapefruits bei Übergewicht hilft und zudem den Cholesterinspiegel und dadurch die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt (8).

In einer der Studien führte der Verzehr einer halben Grapefruit vor jeder Mahlzeit während 3 Monaten zu einem Gewichtsverlust von 1.6 kg bei übergewichtigen Personen (9). Eine weitere Studie über den Einfluss von Grapefruitsaft auf das Gewicht haben wir bereits ausführlich unter vorigem Link beschrieben.

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Wie genau der Verzehr von Grapefruit zur Gewichtsabnahme führt, ist noch nicht geklärt. Eine naheliegende Möglichkeit wäre natürlich, dass das Essen einer Grapefruit vor jeder Mahlzeit einfach sättigend wirkt, wodurch man anschliessend weniger Kalorien zu sich nimmt.

Eine Studie beschrieb aber auch die Möglichkeit, dass die Grapefruit sich positiv auf den Fettstoffwechsel (Lipidstoffwechsel) auswirkt, indem sie Fettsäuren abbaut. Welche Stoffe in der Grapefruit dies ermöglichen könnten, ist jedoch auch noch nicht ausreichend erforscht. Es könnten sekundäre Pflanzenstoffe wie z. B. Lycopin, Naringin oder Furocumarine (dazu später mehr) daran beteiligt sein (8).

Eine andere Theorie ist, dass der Ballaststoff Pektin zumindest teilweise für den positiven Einfluss auf das Gewicht verantwortlich ist, da er den Appetit verringert, die Verdauung in Schwung bringt und die Magensäfte anregt (10, 11). Pektin kommt auch in anderen Früchten vor, wobei Zitrusfrüchte einen vergleichsweise hohen Pektingehalt aufweisen – vor allem in der Schale und geringere Mengen auch in den Häuten und im Fruchtfleisch. In der Schale von Zitrusfrüchten liegt der Pektingehalt bei rund 34 %, im Fruchtfleisch der Grapefruit bei rund 3.14 % (Zum Vergleich: Bei Äpfeln liegt er zwischen 0.14 und 0.96 %) (12).

Grapefruits senken den Blutzuckerspiegel

Neben ihrem positiven Effekt auf das Gewicht senken Grapefruits auch den Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise. Verantwortlich dafür soll das Naringin sein. Naringin ist ein Flavonoid, ein sekundärer Pflanzenstoff, der auch in Pampelmusen und Pomelos enthalten ist. Der Bitterstoff verleiht diesen Früchten zudem ihren bitteren Geschmack. Weitere Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel natürlich senken, stellen wir Ihnen unter vorigem Link vor.

Grapefruits bei Diabetes

In der oben erwähnten Studie zeigte sich, dass der Verzehr einer halben Grapefruit vor jeder Mahlzeit bei Übergewicht hilft sowie den Blutzuckerspiegel senkt, wodurch weniger Insulin produziert wird. Der Insulinlevel der Teilnehmer sank jeweils innerhalb von zwei Stunden nach der Mahlzeit. Die Grapefruit gilt daher als Frucht, die das Diabetesrisiko mindern kann. Aber auch bei einem bestehenden Diabetes kann die Grapefruit wunderbar in den Speiseplan integriert werden. (9, 14).

Allerdings kann es zwischen Grapefruits und Diabetes-Arzneimitteln, wie z. B. dem Wirkstoff Metformin, zu Wechselwirkungen kommen (weitere Informationen weiter unten im Absatz „Wechselwirkungen zwischen der Grapefruit und Medikamenten“). Wenn Sie also bereits Medikamente nehmen, kommt die Grapefruit als vitalstoffreicher Bestandteil der täglichen Ernährung häufig nicht mehr in Frage (13).

Grapefruits könnten bei diversen Krankheiten eingesetzt werden

Forscher gehen davon aus, dass unter anderem das in der Grapefruit enthaltene Naringin für die vielen positiven Eigenschaften auf die Gesundheit verantwortlich ist. Neben den oben genannten gesundheitlichen Vorteilen ergaben sich bei Versuchen im Reagenzglas entzündungshemmende und krebsbekämpfende Wirkungen (15).

Ausserdem fanden die Forscher heraus, dass die Grapefruit bei oxidativem Stress, bei der Knochenregeneration und bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie Alzheimer und Epilepsie helfen könnte. Zudem zeigte sich, dass Naringin vor dem metabolischen Syndrom schützt, worüber wir unter vorigem Link bereits berichtet haben.

Die bisherigen Forschungsergebnisse sind also sehr vielversprechend – leider gibt es noch keine Studien, die am menschlichen Organismus durchgeführt wurden.

Die Wirkungen von Grapefruitkernextrakt

Grapefruitkernextrakt – hergestellt aus den zermahlenen Kernen und der Schale der Grapefruit – zieht ebenfalls das Interesse der Wissenschaft auf sich. Aus diversen Studien geht hervor, dass Grapefruitkernextrakt ein wirksames Mittel gegen Viren, Bakterien und Pilze ist (16).

Grapefruitkernextrakt kann äusserlich angewendet, aber auch verdünnt mit Wasser eingenommen werden. Bei Grippe und Erkältungen zum Beispiel können Sie die Dosis von 1 bis 3 Tropfen pro Tag langsam steigern bis zu einer Dosis von 3 bis 15 Tropfen, die sie dreimal täglich einnehmen.

Weitere Informationen zum Grapefruitkernextrakt haben wir bereits unter vorigem Link zusammengetragen.

Wechselwirkungen zwischen der Grapefruit und Medikamenten

Immer wieder wird vor Grapefruits und Grapefruitsaft gewarnt, weil es zu Wechselwirkungen mit manchen Medikamenten, wie beispielsweise der Antibabypille, Cholesterinsenkern (Statine wie z. B. Lovastatin) und Blutdrucksenkern bzw. Herzmedikamenten (Calziumkanalblocker wie z. B. Amlodipin) kommen kann.

Dabei variiert die Wechselwirkung von Medikament zu Medikament: Grapefruits können die Wirkung verstärken, abschwächen, das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen und einige Arzneistoffe sogar so enorm verstärken, dass sie giftig werden. Kommt es zu einer abgeschwächten Wirkung, bleibt der erwünschte Effekt des Medikaments aus, was zu einem Aufflammen der jeweiligen Symptome führen kann (17).

Schuld daran sind unter anderem die Furocumarine, sekundäre Pflanzenstoffe, die ein bestimmtes Enzym im Körper hemmen, das wiederum Medikamentenwirkstoffe im Körper abbaut. Diese Abbaufunktion ist bei der Dosierung miteingerechnet – wird das Enzym nun gehemmt, kann es nicht mehr wie gewohnt die Medikamente abbauen, was nun zu einer Überdosis führen kann.

Wechselwirkungen mit Grapefruits bei mindestens 85 Medikamenten

Kanadische Forscher identifizierten in einem Review insgesamt 85 Medikamente (18), bei denen regelmässig Wechselwirkungen mit der Grapefruit auftreten. Die Ergebnisse wurden 2013 im Canadian Medical Association Journal veröffentlicht. Davon betroffen sind unter anderem Antidepressiva, Blutverdünner und Krebsmedikamente (17).

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Eine Liste von Arzneistoffen bei denen es zu Wechselwirkungen mit der Grapefruit kommt, finden Sie unter vorigem Link. Dort ist auch die Wirkungsweise der Furocumarine nochmals genauer beschrieben. Hier finden Sie die aus der Studie hervorgegangene Original-Liste auf Englisch.

Falls Sie also eines dieser Medikamente einnehmen, überprüfen Sie die Packungsbeilage nach Hinweisen zur Interaktion mit der Grapefruit oder fragen Sie Ihren Arzt bzw. Apotheker und verzichten Sie im Zweifelsfall auf den Genuss von Grapefruits, Grapefruitsaft und grapefruithaltigen Multivitaminsäften.

Beeinflusst werden die Wechselwirkungen auch von der verzehrten Menge an Grapefruits oder Grapefruitsaft. Bei manchen Medikamenten war bereits eine Grapefruit ausreichend, bei anderen kam es erst durch den regelmässigen Verzehr von Grapefruits oder Grapefruitsaft zu Interaktionen. Zum Beispiel bei Felodipin, einem blutdrucksenkenden Wirkstoff, führte der Verzehr einer einzigen Grapefrucht zu einer 3-mal höheren Wirkstoffkonzentration im Blut, was sodann einen zu niedrigen Blutdruck mit sich bringen kann.

Grapefruits in der Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie in der Schwangerschaft keine Medikamente einnehmen, sind Grapefruits und Grapefruitsaft unbedenklich. Falls Sie Medikamente nehmen, sollten Sie die Packungsbeilage lesen und bei Ihrem Arzt nachfragen.

Etwas schwieriger verhält sich diese Frage in Bezug auf die Stillzeit. Immer wieder ist zu lesen, dass die Mutter in der Stillzeit keine Zitrusfrüchte zu sich nehmen sollte, da zu viel Säure im Stuhlgang des Babys zu einem wunden Po führen könnte. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es jedoch nicht und nicht jedes Baby reagiert gleich auf die verschiedenen Lebensmittel.

Wenn Sie sich Sorgen machen, könnten Sie darauf achten zu Beginn der Stillzeit keine grossen Mengen an Zitrusfrüchten zu essen und erstmal zu schauen, wie Ihr Baby darauf reagiert. Von Anfang an komplett auf Zitrusfrüchte zu verzichten ist allerdings nicht sinnvoll, da Säuglinge auch wegen der Windelmarke, Hautpflegeprodukten oder aus sonstigen Gründen einen wunden Po bekommen können.

Ausserdem kennt Ihr Baby Ihre Ernährungsgewohnheiten aus der langen Zeit der Schwangerschaft, so dass es u. U. den regelmässigen Zitrusfrüchteverzehr vermissen würde, wenn Sie schlagartig nach der Geburt damit aufhören würden.

Grapefruits bei Gicht

Wer an Gicht leidet, findet im Netz Hinweise, dass Gichtpatienten besser auf die Grapefruit verzichten sollten – oftmals ohne Begründung.

Bei Gicht sammelt sich zu viel Harnsäure im Blut, was zur Bildung winziger Harnsäurekristalle führen kann, die sich nun in den Gelenken ablagern und dort Schmerzen verursachen. Harnsäure entsteht, wenn der Körper sogenannte Purine abbaut, weshalb bei Gicht zu purinarmen Lebensmitteln geraten wird. 100 g Grapefruit enthalten jedoch gerade mal 5 mg Purine, während 100 g Hähnchenflügel 53 mg Purine beinhalten (19). Daran kann es also nicht liegen, dass man Gichtpatienten die Grapefruit nicht gönnt.

Vermutlich warnt man bei Gicht deshalb vor der Grapefruit, weil man davon ausgeht, dass Gichtpatienten immer auch Medikamente nehmen, z. B. das Gichtmittel Colchicin. Die Wirkung von Colchicin aber wird von der Grapefruit verstärkt, was gefährlich werden könnte, da Colchicin sowieso schon als nebenwirkungsreich gilt.

Am besten versuchen Sie die Gicht mit ganzheitlichen Massnahmen zu behandeln, damit Sie in Zukunft auf Medikamente verzichten können. Denn dann können Sie auch wieder nach Lust und Laune Grapefruits geniessen. Mit der richtigen Ernährung etwa ist es möglich den Harnsäurespiegel auf natürliche Weise zu senken. Weitere Informationen dazu finden Sie unter vorigem Link.

Wer sollte keine Grapefruits essen

Kurz zusammengefasst sollten Sie mit dem Verzehr von Grapefruits vorsichtig sein, wenn:

  1. … Sie Medikamente einnehmen. Die Medikamenten-Liste finden Sie unter vorigem Link. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es auch bei weiteren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen mit der Grapefruit kommen kann, auch wenn davon nichts in der Packungsbeilage steht.
  2. Auch bei weiteren Zitrusfrüchten, wie z. B. Bitterorangen (häufig in Orangenmarmelade), Pampelmusen und Limetten sind Wechselwirkungen möglich, weshalb auch bei deren Verzehr Vorsicht geboten ist. In einer Studie aus 2018 fanden Forscher zudem heraus, dass es auch bei Orangen- und Apfelsaft zu Arzneimittelinteraktionen kommen kann, allerdings in geringerem Ausmass als bei der Grapefruit. Die Forscher gehen davon aus, dass daher auch beim Verzehr von frischen Orangen und Äpfeln Interaktionen nicht ausgeschlossen sind, obwohl dies noch nicht genauer untersucht wurde. Fragen Sie daher am besten bei jedem Medikament Ihren Arzt oder Apotheker, ob es zu irgendwelchen Wechselwirkungen mit Ihrem Speiseplan kommen könnte.
  3. … Sie die Antibabypille einnehmen.
  4. … Ihr Kind in der Stillzeit einen wunden Po bekommt. Verzichten Sie dann vorerst auf Zitrusfrüchte, um herauszufinden, ob dies der Auslöser ist.
  5. … Sie an Histaminintoleranz leiden, da Grapefruits als histaminreich gelten.
  6. … Sie eine Fructoseintoleranz haben. Die Grapefruit enthält im Vergleich zu anderen Zitrusfrüchten, wie der Mandarine, relativ viel Fructose (2.5 mg pro 100 g im Vergleich zu 1.3 mg bei der Mandarine).

Alle anderen können Grapefruits guten Gewissens in ihre Ernährung einbauen und von den gesunden Eigenschaften der Zitrusfrucht profitieren.

Grapefruits kaufen: Bio oder nicht

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat im Jahr 2016 Grapefruitproben auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht, darunter zwei Proben aus Bioanbau. Von den insgesamt 24 Proben wiesen 21 Rückstände auf. Eine Probe aus Spanien überstieg sogar den Höchstgehalt und hätte gar nicht verkauft werden dürfen. Getestet wurde auf 20 verschiedene Pestizidwirkstoffe (21).

Die beiden Bioproben wiesen dagegen gar keine Rückstände auf. Eine der Bioproben stammte aus Israel, die andere konnte nicht zugewiesen werden, da das Herkunftsland nicht angegeben war (21). Die in Europa angebotenen Grapefruits stammen hauptsächlich aus Spanien, Zypern und Israel und sind das ganze Jahr über erhältlich (22).

Achten Sie beim Kauf von Grapefruits also auf Bio-Qualität. Ob die Frucht reif ist, erkennen Sie, wenn die Schale auf Druck leicht nachgibt.

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Grapefruits aus dem Glas oder aus der Dose

Grapefruits aus dem Glas – zum Beispiel als Marmelade – oder aus der Dose haben leider nicht mehr dieselben gesunden Eigenschaften, da sie zur Haltbarmachung erhitzt (pasteurisiert) werden. Vitamin C, Vitamin B1 und B5 zum Beispiel sind hitzeempfindliche Vitamine und beim Pasteurisieren werden die Speisen auf 60 bis 100 Grad erhöht, um Bakterien abzutöten. Die Vitamine E und K sowie Mineralstoffe und der sekundäre Pflanzenstoff Lycopin sind dagegen nicht hitzeempfindlich. Naringin baut ebenfalls erst ab einer Temperatur von 100 Grad ab.

So werden Grapefruits richtig gelagert

Grapefruits mögen es kühl und trocken: Sie sind bei einer Zimmertemperatur um die 20 Grad bis zu zwei Wochen haltbar. Werden sie bei 10 bis 15 Grad gelagert, können sie sogar mehrere Monate haltbar sein (22, 23). Weitere Informationen zur Lagerung von Zitrusfrüchten finden Sie unter vorigem Link.

So werden Grapefruits verarbeitet

Grapefruits lassen sich ganz einfach verarbeiten. Dabei kommt es natürlich auch darauf an, was man damit vorhat:

Grapefruits schneiden

Möchte man die Grapefrucht einfach unverarbeitet geniessen, halbiert man sie in der Mitte und schneidet die einzelnen miteinander verwachsenen Segmente dann entlang der weissen Häute ein. Dafür gibt es sogar extra geschwungene Grapefruit-Messer. Anschliessend können Sie die einzelnen Stücke einfach herauslöffeln. Am Schluss kann man den restlichen Grapefruitsaft auspressen und entweder verdünnt mit anderen Fruchtsäften oder pur trinken.

Grapefruits schälen

Möchten Sie die Grapefrucht weiterverarbeiten, schälen sie die Grapefruit wie eine Orange: Die beiden Enden abschneiden und die restliche Schale etwa sechs Mal von oben nach unten einschneiden. Dann ziehen Sie die einzelnen Streifen einfach ab.

Natürlich können Sie die Schale auch direkt mit dem Messer abschneiden – dann geht allerdings mehr vom Fruchtfleisch verloren. Dafür bleiben weniger von den weissen Häutchen übrig, die Sie andernfalls noch abpulen müssten, wenn Sie diese nicht mitessen möchten.

Grapefruits filetieren

Haben Sie die leckere Frucht erstmal geschält, schneiden Sie anschliessend einfach die Filets entlang den weissen Häutchen heraus. Fangen Sie dabei unbedingt den Grapefruitsaft in einer Schüssel auf, denn es wäre schade, ihn nicht zu trinken. Die Filets können Sie dann wunderbar für Salate verwenden, zum Beispiel in einem fruchtigen Avocadosalat.

So werden Grapefruits eingefroren

Grapefruits kann man auch einfrieren, obwohl eine frische Grapefrucht natürlich viel besser schmeckt und auch ohne Einfrieren lange haltbar ist (siehe weiter oben „Grapefruits richtig lagern“). Zudem kann sich die Konsistenz beim Einfrieren verändern.

Möchten Sie die Paradiesäpfel dennoch einfrieren, gibt es verschiedene Varianten: Entweder pressen Sie die Grapefrucht aus und frieren nur den Saft ein, oder Sie schneiden die Frucht in Scheiben, packen sie in ein kleines Gefäss oder einen Gefrierbeutel und frieren sie so ein.

Ebenso können Sie die ganze Frucht am Stück einfrieren. Dafür waschen Sie sie gründlich, tupfen sie trocken, geben sie in einen Gefrierbeutel und pressen die Luft heraus. Im Gefrierschrank ist sie dann mehrere Monate haltbar.

Vielleicht möchten Sie aber stattdessen lieber Ihre eigenen Grapefruits heranziehen und jeweils frisch ernten?

Ein Grapefruitbaum als Kübelpflanze

Einen Orangenbaum in einen Kübel auf dem Balkon zu pflanzen ist in unseren Breitengraden ja keine Seltenheit. Genauso können Sie einen Grapefruitbaum im Kübel pflegen. Entscheidend ob Sie die Früchte auch ernten können ist dabei der Standort: Dieser sollte sonnig und warm sein (am besten über 20 Grad).

Optimal steht der Grapefruitbaum in einem Wintergarten oder Gewächshaus. Denn dort kann er auch gleich zur Überwinterung bleiben. Steht ihr Grapefruitbaum auf dem Balkon müssen Sie ihm dagegen ein geeignetes Winterquartier suchen, damit Sie sich auch im nächsten Jahr an ihm erfreuen können, denn er verträgt keinen Frost. Idealerweise überwintert er drinnen an einem hellen unbeheizten Standort bei 5 bis 10 Grad.

Rezepte mit Grapefruits

Wenn Sie nun Lust haben, die gesunde Zitrusfrucht öfters in Ihre Ernährung einzubauen, finden Sie hier einige Vorschläge:

  1. Grapefruitsaft ist unglaublich erfrischend. Wenn Ihnen der pure Saft zu sauer schmeckt, können Sie ihn auch mit weiteren frisch gepressten Fruchtsäften, wie Orangensaft mischen oder in Ihren Smoothie geben.
  2. Aus Grapefruit-Filets lassen sich leckere Salate zubereiten. In unserer Rezepte-Rubrik können Sie sich inspirieren lassen.
  3. Auch im Dessert schmecken Grapefrucht-Filets wunderbar, z. B. als herzhafte Grapefruit-Torte oder in einem leckeren Fruchtsalat.
  4. Zum Frühstück könnten Sie eine halbe Grapefruit löffeln und den restlichen Grapefruitsaft trinken.
  5. Geben Sie die Grapefruit morgens für einen leckeren Frische-Kick in Ihr Müsli.
  6. Es mag vielleicht seltsam klingen, aber auf dem Grill schmeckt die Grapefruit ebenfalls sehr lecker – probieren Sie es aus!


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Quellen

  1. (1) Nährwertrechner, Grapefruit frisch, naerhwertrechner.de, Stand: 10.08.2020.
  2. (2) Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Mittlere Gewichte einzelner Obst- und Gemüseerzeugnisse, 2001/2002.
  3. (3) DocMedicus, Lycopin, Definition, Synthese, Resorption, Transport und Verteilung, Stand: 17.08.2020.
  4. (4) PharmaWiki, Lycopin. Stand: 17.08.2020.
  5. (5) Xu, X., Li, J., Wang, X. et al. Tomato consumption and prostate cancer risk: a systematic review and meta-analysis. Sci Rep 6, 37091 (2016).
  6. (6) Fraser, G. E., Jacobsen, B. K., Knutsen, S. F., Mashchak, A., & Lloren, J. I. (2020). Tomato consumption and intake of lycopene as predictors of the incidence of prostate cancer: the Adventist Health Study-2. Cancer Causes & Control. doi:10.1007/s10552-020-01279-z
  7. (7) Gunasekera, R. S., Sewgobind, K., Desai, S., Dunn, L., Black, H. S., McKeehan, W. L., & Patil, B. (2007). Lycopene and Lutein Inhibit Proliferation in Rat Prostate Carcinoma Cells. Nutrition and Cancer, 58(2), 171–177. doi:10.1080/01635580701328339
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  12. (12) BAKER, R.A. (1997), Reassessment of Some Fruit and Vegetable Pectin Levels. Journal of Food Science, 62: 225-229. doi:10.1111/j.1365-2621.1997.tb03973.x
  13. (13) Fujioka, K., Greenway, F., Sheard, J., & Ying, Y. (2006). The Effects of Grapefruit on Weight and Insulin Resistance: Relationship to the Metabolic Syndrome. Journal of Medicinal Food, 9(1), 49–54. doi:10.1089/jmf.2006.9.49

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  17. (18) David G. Bailey et al. Grapefruit–medication interactions: Forbidden fruit or avoidable consequences? CMAJ Mar 2013, 185 (4) 309-316; DOI: 10.1503/cmaj.120951.
  18. (19) So A, Thorens B. Uric acid transport and disease. J Clin Invest. 2010;120(6):1791-1799. doi:10.1172/JCI42344
  19. (21) Chen, M., Zhou, S., Fabriaga, E., Zhang, P., & Zhou, Q. (2018). Food-drug interactions precipitated by fruit juices other than grapefruit juice: An update review. Journal of Food and Drug Analysis, 26(2), S61–S71. doi:10.1016/j.jfda.2018.01.009
  20. (22) Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Pflanzenschutzmittelrückstände in Grapefruit, 2016.
  21. (23) Edeka, Grapefruit – bitter-süsse Zitrusfrucht, Stand: 12.08.2020.
  22. (24) Chaudhary, P. R., Jayaprakasha, G. K., Porat, R., & Patil, B. S. (2014). Low temperature conditioning reduces chilling injury while maintaining quality and certain bioactive compounds of “Star Ruby” grapefruit. Food Chemistry, 153, 243–249. doi:10.1016/j.foodchem.2013.12.043