Basilikumsamen: Die europäischen Chiasamen
Basilikumsamen (Ocimum basilicum) ähneln optisch sehr stark den inzwischen bekannten Chiasamen. Sie sind im Unterschied zu den etwas graufarbenen Chiasamen jedoch vollkommen schwarz sowie etwas länglicher in der Form.
Chiasamen werden seit einiger Zeit aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts und ihrer vorteilhaften Wirkung auf die Verdauung als Superfood gehandelt. Sie werden jedoch aus Mittel- und Südamerika importiert (2), so dass manch einer lieber zu europäischen Alternativen wechseln würde.
Basilikumsamen sind eine solche Alternative. Sie stammen aus dem südlichen Europa, wie etwa Italien, werden aber natürlich auch in anderen Ländern angebaut und dort seit vielen hundert Jahren eingesetzt, etwa in Indien, wo gerne Falooda genossen wird, ein Dessert, für das die Samen als Verdickungsmittel eingesetzt werden.
Falooda besteht daneben noch aus Milch, Zucker, Falooda Sev (feinste Nudeln aus Mais-, Sago- oder Tapiokastärke), Rosensirup und Eiscreme.
Nach Zugabe von Wasser bildet sich ein Gel
Genau wie aus Chiasamen so bildet sich auch aus den Basilikumsamen ein Gel, sobald man sie mit Wasser vermischt. Daher nutzt man sie in vielen asiatischen Ländern als Verdickungsmittel in der Küche, aber auch für medizinische Zwecke.
Man sagt ihnen antioxidative, krebsfeindliche, antivirale, antibakterielle, krampflösende und pilzhemmende Eigenschaften nach. Leider gibt es bislang nur wenige wissenschaftliche Studien dazu.
Man verlässt sich daher nach wie vor auf das, was fernöstliche Mediziner längst wissen und im Laufe von Jahrhunderten an Erfahrungswerten gesammelt haben.
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Basilikumsamen dienen der Blutzuckerregulierung
Wie für ballaststoffreiche Lebensmittel üblich können auch Basilikumsamen dabei helfen, Blutzuckerspitzen zu verhindern. Sie können daher hervorragend auch von Menschen mit Typ-2-Diabetes verwendet werden.
In einer Studie vom Dezember 2016 zeigte sich, dass ein wässriger Extrakt aus den Samen antidiabetisch (blutzuckersenkend) wirkt und somit die Samen begleitend zur Behandlung von Diabetes Typ 2 sowie zur Prävention der damit verbundenen Komplikationen wie Nierenerkrankungen, Leberfunktionsstörungen u. ä. eingesetzt werden könnten (1).
Linderung von Sodbrennen
Das Gel der Basilikumsamen entwickelt sich durch den Kontakt mit Wasser. Die löslichen Ballaststoffe gehen nun aus der äusseren Schicht der Samen in das Wasser über. Das Gel wirkt sich – ähnlich wie Leinsamenschleim – äusserst positiv auf die Gesundheit des Verdauungssystems aus.
Die Schleimhäute werden geschützt, die Darmflora genährt und die Peristaltik angeregt, so dass – wie bei Lein- und Chiasamen – ein verdauungsfördernder Effekt eintritt. Die krampflösende Wirkung lindert überdies Magenkrämpfe und Blähungen. Das absorbierende Gel hilft zusätzlich bei Sodbrennen.
Gegen Verstopfung trinkt man am Abend (1 – 2 Stunden vor dem Zubettgehen) 1 TL bis 1 EL Basilikumsamen, die zuvor mindestens 30 Minuten in einem grossen Glas Wasser (250 ml) eingeweicht waren.
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Basilikumsamen hemmen den Appetit
Da sich die Samen in Wasser auf das Dreissigfache ihrer ursprünglichen Grösse ausdehnen, machen sie schnell satt, reduzieren so den Appetit und helfen bei der Gewichtsabnahme. Dazu trinkt man eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten ein Glas Wasser (250 ml) in das man (30 Minuten vor der Einnahme) einen Löffel (TL/EL) der Samen einrührte.
Hilfe für die Atemwege
Traditionell werden die Samen aufgrund ihrer entkrampfenden Wirkung auf die Bronchien bei Erkältungen, Grippe, Husten und Asthma eingesetzt.
Stimmungsaufhellung
Auch sagt man den kleinen Samen nach, die Stimmung heben und bei Depressionen sowie Migränekopfschmerz helfen zu können.
Linderung von Hautbeschwerden
Die Samen können gemahlen mit Öl vermischt werden. In dieser Form werden sie in fernöstlichen Ländern zur Behandlung von Wunden, Schnittwunden oder Hautinfektionen eingesetzt. Dazu nimmt man 100 ml Kokosöl und gibt 1 TL gemahlene Basilikumsamen hinzu.
Der Mix wird nun 5 Minuten lang erhitzt, gefiltert bzw. abgesiebt und kann nun auf problematische Hautzonen aufgetragen werden, etwa bei Psoriasis und Ekzemen.
Für frischen Atem und gesunde Zähne
Wenn Sie immer wieder einige der Samen kauen, führt dies zu einem frischen Atem. Die antibakteriellen Eigenschaften der Samen helfen ausserdem beim Kampf gegen Karies und Zahnbelag, so dass sich langfristig die Mund- und Zahngesundheit verbessert, wenn regelmässig Basilikumsamen gekaut werden.
Entzündungshemmung durch Basilikumsamen
Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Samen führten dazu, dass sie im Ayurveda bei Arthritis zur Abschwellung der Gelenke und auch gegen die Ablagerungen in den Blutgefässen verordnet wurden bzw. werden. Letztere entstehen ebenfalls immer in Begleitung entzündlicher Reaktionen an den Blutgefässwänden.
Die Nährstoffwerte
Noch kennt man nicht alle Nährstoffwerte der Samen. Problemstoffe wurden darin jedoch nicht gefunden, so dass ihr Verzehr als sicher gilt, wie u. a. in einer Studie aus 2017 festgestellt wurde.
Dabei untersuchte man das Nährwertprofil von Basilikumsamen und schätzte die Sicherheit ihres Verzehrs ein. Es zeigte sich, dass sie problemlos gegessen werden können, also keinerlei gesundheitliche Gefahren bergen (3).
Zusätzlich erklärten die Forscher, die Samen seien eine gute Protein-, Ballaststoff- und Mineralstoffquelle – sicher mit ein Grund dafür, dass sie gemeinsam mit Zuckersirup gelegentlich im islamischen Fastenmonat serviert werden, um Nährstoffe aufzutanken.
Die drei Makronährstoffe sehen im Vergleich zu den Chiasamen unterschiedlich aus.
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Eisen, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren
Auch die Eisenwerte (12 mg/100 g) und Magnesiumwerte (300 mg/100 g) sollen in Basilikumsamen hoch sein. Enthalten sind ausserdem zahlreiche Polyphenole – sekundäre Pflanzenstoffe mit u. a. entzündungshemmender und antioxidativer Wirkung, z. B. Orientin, Vicenin etc.
Da die Samen jedoch – genau wie Chiasamen – meist im Ganzen verzehrt werden, kommt man zwar in den Genuss der Ballaststoffe, nicht aber in jenen der übrigen Nährstoffe. Dazu müsste man die Samen vorher fein mahlen.
Der Omega-3-Gehalt (Alpha-Linolensäure) ist bei Basilikumsamen (11 g) deutlich niedriger als in Chiasamen (18 g), so dass sich Basilikumsamen zur Deckung dieser Fettsäure nicht ganz so gut eignen. Aber auch hier konnten Studien zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren aus Chiasamen nur dann verwertet werden können, wenn die Samen feinst gemahlen waren.
Verwendungsmöglichkeiten
Wenn Sie bereits Lieblingsrezepte mit Chiasamen haben, können Sie diese genauso gut mit den Samen des Basilikums zubereiten, z. B. Chiapudding. Die verdickenden Eigenschaften sind sehr ähnlich und auch der Geschmack der Samen ist – im Gegensatz zu den Basilikumblättern – eher neutral mit nussig-kernigem Aroma, so dass sie zu süssen und auch zu herzhaften Speisen gegessen werden können.
Basilikumsamen saugen Wasser etwas schneller auf als Chiasamen und werden schon innerhalb weniger Minuten weich, was bei Chiasamen bis zu einer Stunde dauern kann. Allerdings ist es sinnvoll, auch die Samen des Basilikums mindestens 30 Minuten bis zu ein paar Stunden im Wasser liegen zu lassen. Der dann einsetzende Keimprozess baut mögliche verdauungshemmende Stoffe ab, so dass die Samen anschliessend sehr gut verträglich sind.
Sie können sodann folgendermassen genutzt werden (4):
Man kann sie zu Getränken, wie Fruchtsäften, Kokosmilch oder Tees geben. Man kann sie in Smoothies mixen. Man kann sie als Topping über Salate streuen. Man kann sie in Saucen oder vegane Käserezepturen geben, also überall dort hinein geben, wo eine cremige/dickere Konsistenz nötig ist.
Man kann die Samen in Desserts geben, in deren Rezeptur Tapioka oder andere Verdickungsmittel angegeben sind. Dort ersetzen sie die ursprünglichen Verdickungsmittel. Um eine puddingähnliche Konsistenz zu erhalten gibt man pro 100 ml Flüssigkeit 1 EL Basilikumsamen hinzu. Will man lieber einen Shake, dann nimmt man entsprechend weniger Samen oder mehr Flüssigkeit.
Man kann sie auch in Joghurt oder Quark und natürlich ins Müsli mischen.
Da die Samen keimfähig sind, kann man sie problemlos auch aussäen und Basilikumpflanzen daraus ziehen.
Immer mit viel Wasser einnehmen
Die Samen sollten nicht uneingeweicht verzehrt werden, da sie im Körper sehr viel Flüssigkeit an sich ziehen und dort verkleben können. Wenn Sie sie uneingeweicht verzehren möchten, sollten Sie dazu sehr viel Wasser trinken, pro TL Samen ein grosses Glas (250 ml).
Anfangs sollten Sie mit kleinen Mengen beginnen, damit sich Ihr Organismus an das neue Lebensmittel und die Ballaststoffe gewöhnen kann.
* Hier finden Sie unsere Rezeptsammlungen.
Wer keine Basilikumsamen essen sollte
Kleine Kinder oder Menschen mit Schluckbeschwerden sollten Speisen mit ganzen Basilikumsamen besser nicht zu sich nehmen. Genau wie für Flohsamen, Chiasamen oder Leinsamen gilt auch hier, dass sich bei entsprechend empfindlichen Menschen Probleme ergeben können, wenn sich die Kernchen verklumpen.
Manche Quellen sagen den Basilikumkernen eine blutverdünnende Wirkung nach. Wer daher entsprechende Medikamente nimmt, sollte seine Blutgerinnung im Auge behalten, um ein „zu dünnes“ Blut zu vermeiden, was insbesondere vor Operationen bedacht werden muss. Allerdings ist nicht bekannt, ob diese Wirkung tatsächlich in spürbarem Ausmass auftritt.
Wo man Basilikumsamen kauft
Basilikumsamen sind in Bioläden, Reformhäusern und im einschlägigen Online-Handel in Bioqualität erhältlich. Auch in Asienshops gibt es sie, dort jedoch selten in Bioqualität. Preislich sind sie deutlich über Chiasamen angesiedelt, können aber in jedem Fall ab und an eingesetzt werden und auf diese Weise Abwechslung in die Küche bringen.
Achten Sie darauf, die Samen des ganz normalen Basilikums zu kaufen: Ocimum basilicum und nicht diejenigen anderer Sorten. Die Samen sollten für den direkten Verzehr geeignet sein. Denn Saatgut zum Aussäen könnte behandelt sein. Kaufen Sie die Samen daher im Lebensmittelhandel und nicht im Gartencenter.