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  • Fomes Fomentarius - Zunderschwamm an einem Baum
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Zunderschwamm - Wirkung und Anwendung

Der Zunderschwamm ist ein Vitalpilz, der auch in kühlen Laubwäldern Mitteleuropas heimisch ist. Der Baumpilz wurde früher unter anderem zur Herstellung von Zunder, Wundauflagen und Pilzleder verwendet. Hier erfahren Sie, welche Wirkung er hat und wie Sie ihn anwenden können.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 21 Mai 2026
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Zunderschwamm – Was ist das?

Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius), auch Donnerpilz oder Hufpilz genannt, gehört zur Familie der Stielporlingsverwandten. Er ist in Europa, Nordamerika und Asien weit verbreitet, ist aber auch in Nordafrika und den Kanarischen Inseln zu finden. In unseren heimischen Wäldern (Europa) ist er häufig zu sehen.

Bei dem Pilz handelt es sich um einen Weißfäule-Pilz, der alte geschwächte Laubbäume – vor allem Buchen und Birken – befällt. Er baut das Lignin im Holz ab und färbt das Holz dadurch weiß. Er bildet an den Baumstämmen dicke Fruchtkörper mit einer grauen bis schwarzen Kruste, die einen Durchmesser von bis zu 40 cm erreichen können.

Warum ist der Zunderschwamm ein Vitalpilz?

Der Zunderschwamm ist auch ein Vitalpilz. Zwar ist er längst nicht so bekannt und gut untersucht wie andere Vitalpilze, z. B. der Reishi. Dennoch hat die Verwendung des Pilzes in vielen Ländern eine lange Tradition.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin etwa wird er zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden, Leberzirrhose, Geschwüren, Entzündungen und einigen Krebsarten eingesetzt.

In Europa wurden früher aus dem Pilz Verbände, Kompressen und Wundpuder hergestellt. Er war daher als Wundschwamm oder Chirurgenschwamm bekannt. Auch Hippokrates nutzte und empfahl ihn zur Wundversorgung.

Bei welchen Beschwerden könnte der Pilz helfen?

Aufgrund seiner heilenden Eigenschaften könnte man den Pilz z. B. bei chronischen Entzündungen (z. B. Arthritis oder Hautproblemen) einsetzen.

Genauso bei Erschöpfung und einem geschwächten Immunsystem. Auch bei Stoffwechselproblemen (z. B. Diabetes Typ 2, erhöhten Blutfetten) könnte man den Zunderschwamm ausprobieren.

Zusätzlich ist der Pilz eine gute Unterstützung der Leber- und Gefäßgesundheit – und er kann zur Wundheilung und Hautpflege (äußerlich in Cremes oder Extrakten) verwendet werden.

Welche Wirkstoffe enthält der Zunderschwamm?

Der Pilz enthält viele verschiedene Wirkstoffe. Wie andere Vitalpilze ist er reich an Beta-Glucanen, die für die immunmodulierende Wirkung verantwortlich sind.

Außerdem enthält er Chitin und Chitosan – zwei Polysaccharide, die die Wundheilung und Hautregeneration fördern können.

Enthaltene Melanine tragen ebenfalls zum Hautschutz bei. Dabei handelt es sich um dunkle Pigmente, die UV-Licht absorbieren. Auch wir Menschen bilden Melanin, wenn wir in die Sonne gehen. Aus diesem Grund wird unsere Haut bei Sonnenkontakt gebräunt.

Zudem enthält der Pilz Phenole, Sterole und organische Säuren, die eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung aufweisen.

Was bewirkt der Zunderschwamm?

Der Pilz wirkt antioxidativ (fängt freie Radikale) und entzündungshemmend und kann daher z. B. bei Gelenkbeschwerden oder Hautentzündungen hilfreich sein.

Auch hat er antimikrobielle Eigenschaften und wirkt somit gegen bestimmte Bakterien und Pilze.

Zudem hat der Pilz immunmodulierenden Einfluss. Das heißt, er kann das Immunsystem stimulieren und regulieren.

Auch auf den Blutzuckerspiegel wirkt der Zunderschwamm regulierend bzw. leicht senkend.

Einige Studien deuten außerdem auf leberschützende und gefäßstärkende Effekte hin.

Klinische Studien sind uns zum Zunderschwamm jedoch nicht bekannt. Doch gibt es Studien an Tieren und isolierten Zellen, die seine Wirkung untersucht haben. Wir stellen einige davon nachfolgend vor:

Blutstillende und antibakterielle Wirkung

Eine Studie hat die blutstillende Wirkung an Ratten untersucht. Dazu wurde ein Gel verwendet, das Zunderschwamm-Extrakt enthielt. Dieses Gel wurde auf blutende Wunden aufgetragen. Das Gel konnte die Blutungszeit um 64 % verringern und die Zeit bis zur Blutgerinnung um 70 %.

Das Gel konnte auch das Wachstum einiger Bakterien hemmen (2).

Diese Ergebnisse bestätigen, dass der Pilz zur Wundversorgung tatsächlich gut geeignet ist. Er sollte aber trotzdem nicht bei offenen Wunden verwendet werden. Diese sollten nach modernen medizinischen Standards versorgt werden.

Antioxidative Wirkung

Extrakte des Pilzes haben eine starke antioxidative Wirkung, die in-vitro gut untersucht ist. Sie können freie Radikale neutralisieren, was auf den hohen Phenolgehalt zurückgeführt wird (3).

Zur Blutzuckersenkung

Polysaccharide aus Vitalpilzen sind dafür bekannt, den Blutzucker senken zu können. Dies scheint auch bei Polysacchariden aus dem Zunderschwamm der Fall zu sein.

Gibt man diabetischen Ratten für 28 Tage aus dem Zunderschwamm gewonnene Polysaccharide, sinkt der Blutzucker um 48 %. Auch der HbA1c sinkt (4). Mit HbA1c bezeichnet man den Langzeitzuckerwert.

Immunmodulierende Wirkung

Vitalpilze haben eine immunmodulierende Wirkung. Das bedeutet, dass sie das Immunsystem regulieren, es also einerseits stärken, andererseits aber auch einer Überreaktion entgegenwirken und so Entzündungen lindern können.

Das scheint auch beim Zunderschwamm der Fall zu sein. Aus dem Pilz gewonnene Phenole hemmen in Makrophagen (einer Art weißer Blutkörperchen) die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und entzündungsfördernder Botenstoffe (Interleukin-1-beta und Interleukin 6) (5).

Aus dem Pilz gewonnene Polysaccharide können aber auch die TNF-Alpha Produktion stimulieren, was auf eine Aktivierung des Immunsystems hinweist (6).

Zunderschwamm ernten und verarbeiten

Der Pilz ist in unseren Wäldern weit verbreitet und mit etwas Übung leicht erkennbar. Sie können ihn daher sehr gut selbst ernten.

Mit einem Messer kann der Pilz vom Baum entfernt werden. Unter einer äußeren, harten Kruste liegt das weiche Trama. Dieses wird in dünne Scheiben geschnitten und an einem warmen, luftigen Ort vollständig getrocknet, bis es hart und brüchig wird.

Zunderschwamm-Präparate: Tees, Tinkturen, Cremes und Kapseln

Es gibt verschiedene Präparate, viele davon können Sie sogar selbst herstellen.

Zunderschwamm-Tee

In einigen asiatischen Ländern wird der Pilz traditionell in Form von Tee konsumiert. Er soll stärkend und reinigend sein und die Leber, die Verdauung und die Harnwege unterstützen können.

Tee herstellen

Den Tee können Sie aus dem selbst geernteten Pilz ganz leicht herstellen.

Brechen Sie dazu getrocknete Trama-Scheiben in kleinere Stückchen.

Nehmen Sie 1-2 g von dem zerkleinerten Material und ca. 400 ml Wasser. Lassen Sie beides zusammen für ca. 20-30 Minuten köcheln und gießen Sie die Flüssigkeit dann durch ein Sieb.

Tee kaufen

Sie können den Tee auch kaufen. Wählen Sie ein Produkt aus zertifiziertem Bio-Anbau oder aus deutscher oder europäischer Wildsammlung.

* Hier finden Sie Zunderschwamm-Tee.

Zunderschwamm-Tinktur

Eine Tinktur ist stärker konzentriert als Tee. Sie wird daher verwendet, wenn eine stärkere Wirkung erwünscht ist.

Sie können eine Tinktur ganz leicht selbst herstellen. Nehmen Sie dafür frische oder getrocknete Trama-Stücke. In unserem Beitrag Kräutertinkturen selbst gemacht erfahren Sie, wie Sie dabei vorgehen.

Nehmen Sie täglich 10-20 Tropfen der Tinktur. Sie können sie entweder direkt in den Mund geben oder in ein Glas Wasser geben und trinken.

Bei einer gekauften Tinktur dosieren Sie so, wie vom Hersteller angegeben.

* Hier finden Sie eine Zunderschwamm-Tinktur.

Zunderschwamm-Creme

Aufgrund der antibakteriellen und antioxidativen Wirkung soll der Pilz auch sehr gut für die Haut sein. Daher findet man ihn als Bestandteil von manchen Cremes.

Das enthaltene Melanin kann theoretisch auch vor Sonnenbrand schützen. In den Cremes ist der Melaningehalt aber wahrscheinlich nicht hoch genug, um einen UV-Schutz zu bieten. Aus diesem Grund ist auf diesen Produkten auch kein Lichtschutzfaktor angegeben.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass angegeben ist, wie viel Zunderschwamm die Creme enthält. Hochwertige Präparate enthalten 0,2 – 0,3 % Extrakt.

Zunderschwamm-Kapseln

Es gibt den Pilz auch als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln. Diese enthalten entweder Pulver oder Extrakt, manche auch beides.

Pulver hat den Vorteil, dass es alle Inhaltsstoffe des Pilzes enthält. Extrakte enthalten hingegen nicht alle Wirkstoffe. Bei den weitverbreiteten Wasserextrakten werden beispielsweise nur die wasserlöslichen Bestandteile extrahiert. Dafür ist ein Extrakt deutlich konzentrierter: Um eine bestimmte Menge Extrakt zu erhalten, wird ein Vielfaches an Rohmaterial eingesetzt.

Um sich beide Vorteile zunutze zu machen, könnte man beides kombinieren. Achten Sie beim Kauf wieder auf Bio-Qualität oder setzen Sie auf ein Produkt aus regionaler Wildsammlung.

* Hier finden Sie Kapseln mit Bio-Zunderschwamm.

* Hier finden Sie Zunderschwamm-Pulver.

Wie nimmt man Zunderschwamm-Kapseln ein?

Er wird allgemein empfohlen, Vitalpilze ca. 30 Minuten vor einer Mahlzeit zu nehmen, da so die Wirkstoffe am besten aufgenommen werden. Die Tageszeit spielt beim Zunderschwamm keine Rolle.

Wie lange sollte man den Zunderschwamm einnehmen?

Vitalpilze werden in der Regel kurweise für einen Zeitraum von ca. 8 Wochen eingenommen. Danach sollte man eine Pause von ca. 2 Wochen einlegen.

Da klinische Studien am Menschen fehlen, kann man leider keine konkrete Aussage darüber machen, wie lange es dauert, bis der Pilz eine Wirkung zeigt.

Welche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen gibt es?

Der Pilz ist allgemein sehr gut verträglich und verursacht nur selten Nebenwirkungen. Gelegentlich kann er leichte Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Durchfall verursachen. Bei äußerer Anwendung kann es zu Hautirritationen kommen.

Sollte eine Pilzallergie oder Unverträglichkeit gegenüber Pilzen vorliegen, kommt es zu allergischen Reaktionen. In diesem Fall sollte er nicht eingenommen werden.

Wechselwirkungen mit Medikamenten wurden bisher leider kaum untersucht. Wenn Sie Medikamente nehmen, sollten Sie mit der Einnahme vorsichtig sein.

Wer sollte keinen Zunderschwamm nehmen?

Schwangere und stillende Frauen sowie Kinder sollten den Pilz aufgrund fehlender Sicherheitsdaten nicht nehmen.

Zunderschwamm – für Herstellung von Zunder und Leder

Der Pilz ist nicht nur als Vitalpilz interessant, er hat auch noch weitere interessante Anwendungen.

Zur Herstellung von Zunder

Sie kennen sicherlich den Ausdruck „Das brennt wie Zunder!“. Die Innenschicht des Pilzes, das sogenannte Trama, ist leicht entzündlich. Dieser Eigenschaft verdankt der Pilz seinen Namen und das Trama wurde früher zur Herstellung von Zunder genutzt.

Dazu wird das Trama in dünne Scheiben geschnitten, getrocknet und weichgeklopft. Für eine noch besser Entzündbarkeit kann man es noch mit Salpeter (Kaliumnitrat) nitrieren, was in Apotheken erhältlich ist. Früher wurde dazu wohl Urin genutzt.

Die ältesten Beweise für die Nutzung des Pilzes in Europa haben wir dank der Gletschermumie Ötzi, der ca. 3000 bis 3.300 v. Chr. lebte. Er trug aus Trama geschnittene Zunderlappen bei sich. Höchstwahrscheinlich, um damit Feuer zu machen, eventuell auch zur Versorgung von Wunden.

Als Kunststoffersatz

Der Pilz bringt auch Eigenschaften mit sich, die ihn für die Materialindustrie interessant machen: Er ist sehr robust und widerstandsfähig, aber deutlich leichter als es Materialien mit vergleichbarer Stärke normalerweise sind.

Aufgrund dieser Besonderheiten und seiner lederartigen Struktur wurde er früher auch zur Herstellung von Kleidung und Taschen verwendet - und daher als Pilzleder bezeichnet.

Da diese Beschaffenheit auch in der Materialindustrie sehr vielversprechend ist, hat die EU sogar Forschungsprojekte finanziert, die den Pilz als biologisch abbaubare Alternative zu Kunststoff und anderen Materialien untersucht haben (1).

Ein Pilz mit hoher ökologischer Bedeutung

Der Pilz ist für das ökologische Gleichgewicht von großer Bedeutung. Wenn er alte, geschwächte Bäume befällt, wird das Holz zersetzt. Dadurch werden im Holz gespeicherte Nährstoffe für andere Lebewesen verfügbar gemacht. Denn das zersetzte Holz ist ein guter Lebensraum für Insekten, andere Pilze und Mikroorganismen.

Fazit: Der Zunderschwamm ist ein vielversprechender Vitalpilz

Die Verwendung des Pilzes hat eine lange Tradition. Auch wenn er bisher in klinischen Studien nicht untersucht wurde, gibt es dennoch vielversprechende Daten, die positive Wirkungen nahelegen. Wie andere Vitalpilze scheint er eine antioxidative, immunmodulierende und blutzuckersenkende Wirkung zu haben.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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