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Echinacea für das Immunsystem

Echinacea-Präparate gehören zu den meistverkauften pflanzlichen Arzneimitteln. Empfohlen wird der Sonnenhut vor allem zur Stärkung des Immunsystems sowie zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten. Erfahren Sie bei uns alles rund um den Sonnenhut und seine Anwendung inkl. wichtiger Garteninfos.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 20 April 2026
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Was ist Echinacea?

Den Begriff Echinacea bringt man meist mit Mitteln gegen Erkältungen und zur Stärkung der Abwehr gegen Infekte in Verbindung. Gerade in der kalten Jahreszeit sind die Regale in den Apotheken voll mit Echinacea-Präparaten - ob Tropfen, Tabletten oder Presssaft. Meist weiß man gar nicht, was man davon nun wählen soll.

Gartenbesitzer hingegen kennen den Sonnenhut (Echinacea) unter der Bezeichnung Scheinsonnenhut. Dieser Name wurde gewählt, um im Gartenhandel Echinacea vom klassischen „Sonnenhut“ (Rudbeckia) zu unterscheiden.

Wie sieht Echinacea aus?

Echinacea ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler. Sie ist also entfernt mit Löwenzahn, Ringelblume und Gänseblümchen verwandt.

Beim Sonnenhut handelt es sich um Stauden, die eine Höhe von bis zu 140 cm erreichen können. Die Blüten sind je nach Art und Sorte in den unterschiedlichsten Farben erhältlich – meist gelb, weiß, purpur- oder rosafarben.

Die auffälligen, kugel- oder kegelförmigen und stacheligen Blütenkörbchen stechen ganz besonders ins Auge. Gerade das Aussehen der Blüten führte zum Namen Sonnenhut oder auch Igelkopf.

Es gibt insgesamt 9 Echinacea-Arten, die allesamt ausschließlich in Nordamerika heimisch sind. Sie zählen dort seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Heilpflanzen der indigenen Völker (10). Einige Arten sind weit verbreitet, auf andere trifft man nur in eng begrenzten Gebieten.

Welche Arten werden in der Medizin verwendet?

Für die pharmazeutische Nutzung sind nur 3 Echinacea-Arten von Relevanz (7): Der Purpur-Sonnenhut oder Rote Sonnenhut (E. purpurea), der Blasse Sonnenhut oder Prärie-Igelkopf (E. pallida) und der Schmalblättrige Sonnenhut (E. angustifolia).

Inzwischen wird in der Heilkunde überwiegend der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) verwendet. Die beiden anderen Arten haben an Bedeutung verloren - und sind auch nicht so gut erforscht wie E. purpurea.

Echinacea in der traditionellen Heilkunde

Der Sonnenhut wurde von den nordamerikanischen Ureinwohnern bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt. Abhängig von der Ansässigkeit der Stämme und den zu behandelnden Leiden fand mal die eine, mal die andere Art Verwendung.

Denn auch wenn die einzelnen Echinacea-Arten eng miteinander verwandt sind, unterscheiden sie sich doch deutlich in Bezug auf ihre Inhaltsstoffe und Wirkungen.

Zusätzlich unterscheidet sich die Wirkung der oberirdischen Pflanzenteile von der Wirkung der Wurzel. Daher nutzt man je nach Beschwerdebild mal die Stängel, Blätter und Blüten oder eben die Wurzel. Natürlich sind auch Kombinationen möglich.

Äußerlich kam die Echinacea (20) z. B. bei Insektenstichen, Schlangenbissen, Ekzemen, Wunden und Verbrennungen zum Einsatz. Die Wurzeln wurden bei Zahnentzündungen gekaut. Zu den innerlichen Anwendungen zählten (21) fieberhafte Erkrankungen, Schmerzen und Magenkrämpfe.

Einige Prärievölker verwendeten die Echinacea bei Erkältungssymptomen. Die Kiowa etwa setzen die Heilpflanzen u. a. bei Husten ein, die Cheyenne und Lakota bei Halsentzündungen und die Pawnee bei Kopfschmerzen.

Laut dem Botaniker Prof. Kelly Kindscher von der Kansas University wird der Sonnenhut noch heute von 19 Stämmen der indigenen Prärie-Bewohner und von zahlreichen Stämmen im Osten und Südosten der USA als Heilpflanze genutzt.

Echinacea - anerkannte Heilpflanze in der EU

In der EU wurden die drei Echinacea-Arten von drei führenden europäischen Fachgremien – darunter HMPC, ESCOP und EMA – als traditionelle pflanzliche Arzneimittel eingestuft (2).

Man kann sie daher bei uns als rezeptfreie Arzneimittel kaufen. - auch online in den verschiedensten Shops. In der Schweiz hingegen sind Echinacea-Präparate online nicht erhältlich, sondern ausschließlich in der Apotheke.

Obgleich die Liste an Anwendungen bei den indigenen Völkern sehr lang war und ist, gelten die drei Echinacea-Arten in der EU laut dem HMPC nur zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten als medizinisch anerkannt (1) - und auch nur zur kurzfristigen innerlichen Anwendung (max. 10 Tage).

Darüber hinaus wird die Wurzel des Purpur-Sonnenhutes äußerlich z. B. in Form von Salben zur Behandlung kleiner, oberflächlicher Wunden sowie von Hautleiden wie z. B. bei Pickeln und leichter Akne empfohlen.

Welche Pflanzenteile werden genutzt?

Laut dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) können die folgenden Pflanzenteile vom Sonnenhut für Arzneimittel genutzt werden:

Vom Purpur-Sonnenhut das oberirdische, zur Blütezeit geerntete Kraut, der daraus gewonnene Presssaft sowie die getrocknete Wurzel. Vom Blassen Sonnenhut und Schmalblättrigen Sonnenhut nimmt man hingegen nur die getrocknete Wurzel.

Präparate können aus wild gesammelten Pflanzen hergestellt sein oder aus Pflanzen, die aus entsprechendem Anbau stammen.

Der Hersteller A. Vogel z. B. verwendet ausschließlich Echinacea aus kontrolliert biologischem Eigenanbau (sogar aus eigenem Saatgut) und ist daher besonders empfehlenswert. Denn Wildsammlungen für kommerzielle Zwecke können dazu führen, dass Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum immer seltener werden.

* Hier erhalten Sie Echinaforce Forte Immune (Tabletten) von A. Vogel.

Tinktur, Tropfen, Tabletten und Presssaft

Zubereitungen aus dem Purpur-Sonnenhutkraut werden meist aus den frischen oberirdischen Pflanzenteilen gewonnen.

Aus Blättern, Blüten und Stängeln wird meist ein Frischpflanzenpresssaft hergestellt, wozu das frische Pflanzenmaterial ausgepresst wird. Zur besseren Haltbarmachung versetzt man den Saft mit Alkohol - was dann häufig als Tinktur oder Tropfen im Handel ist.

Urtinkturen hingegen sind reine alkoholische Extrakte, die hergestellt werden, indem man das Pflanzenmaterial in Alkohol einlegt und nach einiger Zeit - wenn die Wirkstoffe im Alkohol gelöst sind - wieder entfernt.

Als Alternative zu alkoholhaltigen Tinkturen gibt es auch alkoholfreie Pflanzenauszüge auf Glycerinbasis.

Der Presssaft nun kann auch getrocknet und z. B. zu Tabletten oder Dragees weiterverarbeitet werden.

Tabletten und Dragees können aber auch standardisierte Trockenextrakte aus der Wurzel enthalten. Viele Präparate kombinieren zudem Kraut- und Wurzelextrakte von Echinacea purpurea.

Die Wurzeln von E. pallida und E. angustifolia werden in der Regel ebenfalls als Trockenextrakte in Tabletten- oder Drageeform angeboten, aber deutlich seltener.

Frei verkäuflich oder apothekenpflichtig?

Echinacea-Präparate gibt es als Nahrungsergänzungsmittel und als Fertigarzneimittel (die apothekenpflichtig sind).

Nahrungsergänzungsmitteln enthalten oft (aber nicht immer) weniger Wirkstoffe. Sie brauchen keine Zulassung und müssen ihre Wirkung nicht belegen. Daher sind Arzneimittel hier häufig vertrauenswürdiger, enthalten aber wiederum oft viele Zusatzstoffe (besonders bei Tabletten), wie Aromen, Emulgatoren, Süßstoffe, Zucker etc.

Tinkturen und Tropfen enthalten zwar wiederum Alkohol, sind aber ansonsten frei von Zusatzstoffen.

Daneben gibt es noch homöopathische Präparate, die aber bekanntlich so gut wie gar keinen Wirkstoff enthalten, sondern lediglich über bestimmte Schwingungsmuster wirken sollen.

Eine homöopathische Urtinktur kann hingegen so hoch konzentriert sein wie pharmazeutische Tinkturen, z. B. 1:10, also 1 Teil Pflanze auf 10 Teile Lösungsmittel.

Bekannte Echinacea-Produkte

In Europa wurde der Sonnenhut Ende des 19. Jahrhunderts populär. Seitdem nahm das Interesse stetig zu. In Deutschland begann man in den frühen 1930ern, in der Schweiz in den 1950ern die Pflanzen kommerziell anzubauen.

Der deutsche Mediziner Dr. Gerhard Madaus entwickelte 1938 einen Pflanzensaft aus Echinacea purpurea, der weltweit zum am häufigsten angewandten Echinacea-Präparat wurde. Die Firma ist jedoch nicht mehr im Familienbesitz. Madaus wurde als Marke verkauft.

Der Schweizer Heilpraktiker Alfred Vogel lernte 1953 in Süd-Dakota Ben Black Elk, den Sohn des berühmten Medizinmannes Black Elk kennen. Dieser gab ihm sein Wissen um die Wirkung des Sonnenhuts weiter. Heute zählen die Präparate aus dem Hause Vogel weltweit zu den bekanntesten.

Die Inhaltsstoffe

Bisher wurden mehr als 100 Inhaltsstoffe in Echinacea-Arten identifiziert. Doch in den verschiedenen Arten und Pflanzenteilen kommen nicht alle Inhaltsstoffe (gleichzeitig) vor.

Der Gehalt und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe variieren je nach Anbaubedingungen, Erntezeitpunkt und Herstellungsmethode (z. B. Presssaft, Wasser-, oder Alkoholextrakt).

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen:

Alkylamide

Es gibt unterschiedliche Alkylamide. Sie kommen in allen Pflanzenteilen, aber vorwiegend in den Wurzeln (12) von E. purpurea and E. angustifolia vor. Hochwertiges Wurzelmaterial enthält bis zu 6 mg/g Alkylamide (24).

Alkylamide haben u. a. eine antimikrobielle, antioxidative, entzündungshemmende und immunmodulatorische Wirkung.

Cichoriensäure

Die Cichoriensäure ist in den Wurzeln von E. purpurea besonders reich vorhanden. Sie wirkt antioxidativ, antiviral sowie entzündungshemmend und stärkt die Abwehrkräfte.

Echinacosid

Dieser Wirkstoff ist hauptsächlich in den Wurzeln des Schmalblättrigen sowie des Blassen Sonnenhuts enthalten und kommt in Echinacea purpurea nur in Spuren vor. Der Inhaltsstoff hat eine antibakterielle, schmerzstillende, angstlösend, entzündungshemmende und immunstimulierende Wirkung.

Polysaccharide

Als gute Quelle für Polysaccharide gelten die oberirdischen Teile von E. purpurea. Diese antioxidativen Stoffe wirken leberschützend, antiviral, entzündungshemmend, können das Immunsystem stimulieren und so die Abwehrkräfte stärken.

Der synergetische Effekt

Die Wirkmechanismen der Echinacea (9) beruhen insbesondere auf einer Kombination von antiviralen, immunmodulierenden, entzündungshemmenden und antioxidativen Aktivitäten. Doch obwohl Hunderte Studien durchgeführt wurden, konnte bislang weder ein Hauptwirkstoff noch eine Wirkstoffgruppe identifiziert werden.

Vermutlich spielt ein synergetischer Effekt eine tragende Rolle (8). Das bedeutet, dass die Kombination verschiedener Inhaltsstoffe zu einer verstärkten Wirkung führt, die über die Summe der Einzeleffekte hinausgeht.

So kann es z. B. sein, dass ein bestimmter Inhaltsstoff für sich genommen nur eine sehr schwache antivirale Wirkung hat, in Kombination mit anderen Stoffen aber einen starken Effekt erzeugt.

Echinacea-Tee

Die Wirksamkeit des oberirdischen Krauts des Purpur-Sonnenhutes wird durch das Trocknen reduziert. Das frische Kraut enthält z. B. einen 3-mal höheren Gehalt an Alkylamiden als das getrocknete (25).

Daher ist z. B. ein Tee aus getrockneten Blättern nicht ideal. Nehmen Sie stattdessen pro 250 ml Wasser 2 Esslöffel (etwa 3 g) des frischen Krauts.

Die Wurzel des Schmalblättrigen Sonnenhutes kann laut dem Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) auch als Tee angewandt werden (26). Für 1 Tasse Tee verwendet man 1 g der getrockneten Wurzel pro 150 ml kochendem Wasser.

Beide Tees lässt man 10 Minuten ziehen und trinkt maximal 3 Tassen pro Tag.

Für das Immunsystem

Zahlreiche Studien, sowohl in vitro als auch in vivo, zeigen, dass der Sonnenhut bestimmte Immunfunktionen beeinflussen kann. So verstärkt er beispielsweise die Immunantwort (27), indem er verschiedene Abwehrzellen aktiviert, etwa Makrophagen, natürliche Killerzellen und Leukozyten (weiße Blutkörperchen).

Eine 8-wöchige placebokontrollierte Studie mit 80 Probanden hat gezeigt, dass die Einnahme eines 60-prozentigen alkoholischen Echinacea-Extrakts die Fähigkeit natürlicher Killerzellen dahingehend verbesserte (14), dass diese nun erkrankte Zellen effizienter abtöten konnten.

Auch die Spiegel immunstimulierender Botenstoffe wie TNF-α und IL-2 stiegen nach der Echinacea-Einnahme signifikant an, was auf eine Aktivierung der zellulären Abwehr hinweist. Ebenso erhöhte sich der Spiegel von IFN-γ, das für seine antiviralen und antitumoralen Eigenschaften bekannt ist.

Forscher vertreten die Auffassung, dass Echinacea-Präparate gerade aufgrund der komplexen Zusammensetzung der Inhaltsstoffe derart starke immunmodulatorische Eigenschaften besitzen. Welche Produkte aber nun die stärkste Wirkung haben, darüber besteht leider keine Einigkeit.

Echinacea reduziert Antibiotikaverbrauch

Bei Kindern führen bis zu 30 Prozent der viralen Atemwegsinfektionen zu bakteriellen Komplikationen mit Lungenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung. In Folge werden oft Antibiotika verschrieben.

In einer Studie nahmen 103 Kinder (4 bis 12 Jahre alt) zur Vorbeugung vier Monate lang 3-mal täglich Echinaforce® Junior Tabletten. Diese sind apothekenpflichtig und in jeder Apotheke (auch online) erhältlich. Die Kontrollgruppe (98 Kinder) nahm 3-mal täglich 50 mg Vitamin C.

Dann verglich man die Gesamtzahl der Erkältungstage in der Echinacea-Gruppe mit der Zahl der Erkältungstage in der Vitamin-C-Gruppe. In der Sonnenhut-Gruppe gab es im Behandlungszeitraum 429 Erkältungstage, in der Vitamin-C-Gruppe 602 Tage.

Auch verhinderte Echinacea bei über 32 Prozent der Kinder das Auftreten von Atemwegsinfektionen einschließlich Grippe und Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV).

Komplikationen wurden in der Sonnenhut-Gruppe zudem um 65 % reduziert. Auch waren in dieser Gruppe um etwa 76 % weniger Antibiotikabehandlungen nötig (4).

Gegen Mandelentzündung

Auch bei wiederkehrenden Mandelentzündungen könnte der Sonnenhut hilfreich sein, wie eine 6-monatige Studie mit 300 betroffenen Kindern zeigte (13).

Es gab drei Gruppen: Eine erhielt jeden Monat 6 Tage lang ein Antibiotikum, eine weitere erhielt das Antibiotikum und zusätzlich 10 Tage lang ein handelsübliches Echinacea-Präparat. Eine dritte Gruppe (Kontrollgruppe) bekam keine prophylaktische Behandlung.

Die Sonnenhut-Gruppe nahm 3-mal täglich je 5 ml ein (darin befanden sich 250 mg Echinacea-Wurzelpulverextrakt).

In den beiden behandelten Gruppen war die Anzahl der Mandelentzündungen und der Schweregrad der Symptome signifikant geringer. Die kombinierte Anwendung von Echinacea und Antibiotika zeigte außerdem ein günstigeres Behandlungsergebnis als die alleinige Antibiotika-Gabe.

Gegen Halsschmerzen

Laut einer doppelblinden Studie mit 154 Probanden wirkte ein Echinacea-Salbei-Spray bei akuten Halsschmerzen gleich gut wie ein Chlorhexidin-Lidocain-Spray. Es erfolgten maximal 10-mal täglich 2 Sprühstöße im Rachenraum.

Das Pflanzenspray bestand aus einem alkoholisch-wässrigen Auszug frischer Echinacea-Pflanzen – mit rund 57 Prozent Alkohol. Hauptsächlich wurden dafür die Blätter, Stängel und Blüten verwendet, nur zu 5 % auch die Wurzel.

Die Verträglichkeit war sehr gut (15). Die Wirksamkeitsbewertungen der Patienten lagen in beiden Gruppen bei sehr gut oder gut.

Im Rahmen einer weiteren Studie wurden 74 Patienten mit akuten Halsschmerzen 4 Tage lang mit zwei Präparaten behandelt – einerseits mit täglich 5 Echinacea-Salbei-Lutschtabletten (4.000 mg Echinacea purpurea-Extrakt (Echinaforce® von A. Vogel) und 1.893 mg Salbei-Extrakt (ebenfalls von A. Vogel) behandelt.

Eine einzelne Lutschtablette reduzierte (19) die Halsschmerzen um 48 Prozent und die Symptome der akuten Rachen- und/oder Gaumenmandelinfektion um 34 Prozent.

18 Patienten waren bei Aufnahme viruspositiv. Ihre Viruslast reduzierte sich nach Einnahme einer einzelnen Lutschtablette im Vergleich zum Ausgangswert um 62 Prozent und nach 4 Tagen um 96 Prozent.

Für Tiere

An einer klinischen Studie nahmen 41 Hunde mit chronischen und saisonbedingten Infektionen der oberen Atemwege teil. Sie wurden für 8 Wochen oral mit einem Wurzelpulver der Echinacea purpurea behandelt (16).

Nach 4 Wochen wurde der Zustand bei 92 Prozent der Fälle durch Prüftierärzte als signifikant verbessert beurteilt. Die Symptome wie Nasenausfluss, Vergrößerung der Lymphknoten und trockener Husten verbesserten sich deutlich oder waren verschwunden.

Gegen Lebererkrankungen

Einem Review zufolge zeigte Echinacea in präklinischen Experimenten und klinischen Studien eine hervorragende Wirksamkeit bei der Bekämpfung verschiedener, durch diverse Ursachen hervorgerufener Lebererkrankungen (5).

Die hohe Wirksamkeit wurde vor allem auf die immunmodulatorischen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Kaffeesäurederivaten, Alkylamiden und Polysacchariden (23) zurückgeführt. Echinacea könnte darum eine neue potenzielle Strategie für die Prävention und Behandlung von Leberleiden sein.

Gegen Angststörungen

An einer 6-wöchigen Studie nahmen 108 Probanden mit leichten bis mittelschweren Angststörungen teil. Sie erhielten 2-mal täglich entweder ein Placebo oder 20 mg oder 40 mg Echinacea angustifolia (Extrakt EP107TM, Markenname AnxioCalm) (17).

In der Echinacea-Gruppe verbesserte sich das emotionale Wohlbefinden stärker, was auf eine antidepressive Wirkung hindeutet.

Laut einer weiteren Studie kann derselbe Extrakt bei leichter Angst oder Angstzuständen in der Frühphase hilfreich sein (18). Echinacea wirkt demnach am besten bei psychischen Symptomen (z. B. Sorgen und innerer Unruhe) und wenn die körperlichen Symptome (z. B. Schwindel oder Herzrasen) nicht sehr ausgeprägt sind.

Warum zeigen manche Studien keine Wirkung?

In zahlreichen Studien konnte die Wirksamkeit des Sonnenhutes (11) bei Atemwegsinfektionen nachgewiesen werden. Es finden sich allerdings auch solche, wo dies nicht der Fall war. Einem Review zufolge konnte etwa der Einfluss auf die Dauer der Erkrankung nicht bestätigt werden (6).

Laut zwei doppelblinden, placebokontrollierten Studien hatte keines der zur Prophylaxe eingenommenen Echinacea-Präparate einen signifikanten Einfluss auf die Häufigkeit, den Schweregrad oder die Dauer von Atemwegsinfektionen.

Mögliche Gründe für die fehlende Wirkung

Die folgenden Aspekte erklären, warum Echinacea-Präparate in einigen Studien wirksam waren und in anderen dagegen nicht.

1. Ein entscheidender Faktor ist die Qualität des in klinischen Studien verwendeten Echinacea-Materials. Untersuchungen haben ergeben, dass nur 28 Prozent der getesteten Produkte auch tatsächlich die auf dem Etikett angegebenen Echinacea-Arten, Pflanzenteile, Mengen und Inhaltsstoffe enthielten.

2. In einigen Studien wurden Kombinationen von verschiedenen Echinacea-Arten oder unterschiedlichen Pflanzenteilen untersucht. In anderen Studien kam Echinacea in Kombination mit weiteren Heilpflanzen zum Einsatz. Dies macht es unmöglich, die Wirksamkeit zuzuordnen.

3. Die in Studien eingesetzten Präparate waren sehr unterschiedlich in Bezug auf die Inhaltsstoffe und deren Gehalt, die Extraktionsmethoden, die Zugabe weiterer Inhaltsstoffe und die Dosierung. Darum können die Wirkungen nicht unbedingt miteinander verglichen werden.

4. Manche Studien waren aufgrund der geringen Anzahl an Probanden nicht aussagekräftig.

Woran kann man gute Produkte erkennen?

Man sieht es einem Präparat natürlich nicht an, ob die Qualität gut oder schlecht ist. Entscheiden Sie sich darum am besten für die Produkte jener Hersteller (z. B. A. Vogel, Madaus und Theiss), die sich bewährt haben.

Kaufen Sie keine Präparate, denen Sie nicht entnehmen können, woraus (z. B. Echinacea-Arten, Pflanzenteile) und wie (z. B. Alkoholauszug) sie hergestellt wurden.

Der Hersteller A. Vogel beispielsweise informiert, dass nach der oralen Einnahme von hochwertigen Zubereitungen ein Kribbeln bzw. Taubheitsgefühl im Mund zu spüren ist. In der Volksmedizin der Indigenen gilt dieser lokalanästhetische Effekt als Zeichen guter Qualität.

Das Kribbeln weist im Übrigen auf einen hohen Gehalt an Alkylamiden hin, die essentiell in Bezug auf die Stärkung des Immunsystems sind.

Flüssige Präparate sind weniger gut haltbar

Flüssige Echinacea-Präparate – insbesondere alkoholfreie Presssäfte – sind nach dem Öffnen nur begrenzt haltbar (wenige Tage bis max. 4 Wochen), da bestimmte Inhaltsstoffe licht- und oxidationsempfindlich sind.

Tinkturen und Tropfen mit hohem Alkoholgehalt sowie alkoholhaltige Presssäfte sind dagegen deutlich stabiler und meist mehrere Monate verwendbar. Die konkrete Haltbarkeit nach Anbruch richtet sich nach der Zubereitungsform und Herstellerangabe.

Die Dosierung

Die meisten Mediziner sind sich einig, dass Echinacea (wenn man es nutzen möchte) im Frühstadium einer Infektion angewandt werden sollte, und die Behandlung mit einer hohen Dosierung beginnen sollte, die dann reduziert wird.

So empfiehlt der Apotheker Dr. Peter Theiss, Hersteller der Tinktur Echinacea Forte (Purpur-Sonnenhut), bei den ersten Anzeichen einer Erkältung sogleich 50 Tropfen einzunehmen. Danach erfolgt für 1 bis 3 Tage eine stündliche Einnahme von 10 Tropfen.

Haben sich die Symptome verbessert, wird die Dosis auf 3-mal täglich 20 Tropfen reduziert, bis der Infekt überwunden wurde. Diese Dosierung wird auch bei einer vorbeugenden Einnahme ans Herz gelegt.

Da sich die Präparate stark voneinander unterscheiden (3), ist es wichtig, sich stets an die Dosierungsangaben der jeweiligen Hersteller zu halten.

Die Behandlungsdauer

In der Regel wird empfohlen, Echinacea-Präparate bei einer Erkältung nicht länger als 10 Tage anzuwenden. Haben sich die Beschwerden dann nicht gebessert, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Bei der gezielten Einnahme höherer Dosierungen über 8 Wochen hinweg ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert.

Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder

Einige Studien zur Anwendung von festen oder flüssigen Extrakten von E. purpura und E. angustifolia legen nahe, dass eine 7-tägige Anwendung im ersten Schwangerschaftstrimester keine Gefahr darstellt (22).

Wenn Sie schwanger sind oder stillen und Echinacea gerne anwenden möchten, fragen Sie dennoch am besten vorab Ihren Frauenarzt, Heilpraktiker oder einen Apotheker über den aktuellen Stand der Dinge und lassen sich zu den für Sie persönlich geeigneten Alternativen beraten.

Obgleich einige Studien gezeigt haben, dass der Sonnenhut bei Kindern überaus hilfreich sein kann, rät der Europäische Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) von der Anwendung von Echinacea-haltigen Produkten bei Kindern unter 12 Jahren ab. Die Sicherheit und Verträglichkeit sei in dieser Altersgruppe noch nicht ausreichend untersucht.

Dennoch gibt es einige Arzneimittel wie z. B. Echinaforce Junior von A. Vogel, die als geeignet für jüngere Kinder beschrieben werden.

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Kontraindikationen

In klinischen Studien wurde selten über Nebenwirkungen von Echinacea berichtet. Weniger als 1 von 100.000 behandelten Personen erlebte eine Nebenwirkung – und falls eine solche auftrat, handelte es sich um Übelkeit oder Schwindel.

Untersuchungen zu den toxischen Wirkungen ergaben keine tödliche Dosis.

Menschen, die überempfindlich (allergisch) gegen Pflanzen aus der Familie der Korbblütler reagieren (Kamille, Ringelblume, Arnika, Beifuß), sollten jedoch Vorsicht walten lassen.

In Studien wurden keine signifikanten Wechselwirkungen zwischen Echinacea und Medikamenten beobachtet.

Vorsichtshalber sollte Echinacea nicht von Patienten mit Autoimmunerkrankungen oder einer HIV-Infektion verwendet werden, da die immunstimulierende Wirkung zu einer Verschlimmerung führen könnte – nicht, weil Echinacea-Präparate so stark wirken würden, sondern weil die Reaktionen des jeweiligen gestörten Immunsystems nicht abschätzbar sind.

Echinacea im Garten

Der Sonnenhut ist nicht nur eine beeindruckende Heilpflanze, sondern auch ein Blickfang im Garten oder auf dem Balkon. Er benötigt als Standort einen sonnigen Platz. Im Halbschatten entwickeln sich weniger Blüten.

Am besten gedeiht er auf nährstoffreichen, durchlässigen und nicht zu schweren Böden. Die Pflanzen sind zwar trockenheitstolerant, nach dem Einpflanzen sollten sie aber gelegentlich gegossen werden.

Die Blütezeit dauert von Juli bis September. Stehen die Pflanzen in Vollblüte, ist der Gehalt an Inhaltsstoffen am höchsten. In Mitteleuropa erfolgt die Ernte meist Ende Juli, Anfang August. Wird das oberirdische Kraut geerntet, werden die Pflanzen 10 bis 20 cm über dem Boden abgeschnitten.

Die Wurzeln werden hingegen erst im 3. Jahr, meist im Herbst geerntet. Die Pflanzen werden ausgegraben und der Wurzelballen vorsichtig geteilt, wobei darauf zu achten ist, dass jedes Teilstück genügend gesunde Wurzeln und Blätter besitzt, um neu angepflanzt zu werden.

Echinacea für ökologische Gärten nicht ideal

Echinacea und die ähnliche Rudbeckia gehören zu den beliebtesten Gartenpflanzen für den Spätsommer – und das zu Recht: Beide blühen nicht nur wunderschön, sondern bieten auch reichlich Pollen und Nektar für eine Vielzahl von Bestäubern wie Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Faltern.

Wählen Sie jedoch unbedingt ungefüllte Sorten, also die einfache Blütenform. Denn Nektar und Pollen fehlen bei gefüllten Zuchtsorten oder sind für die Insekten unzugänglich.

Dennoch gibt es ein großes Aber. Beide Gattungen stammen ursprünglich aus Nordamerika und gehören damit nicht zur heimischen Flora Mitteleuropas. Das bedeutet, sie sind für viele spezialisierte Insekten, z. B. manche Wildbienen, die auf heimische Pflanzenarten angewiesen sind, wertlos. Auch bieten sie kein Raupenfutter für heimische Schmetterlinge.

Wenn Sie daher ökologisch gärtnern, dann können Sie Echinacea oder auch Rudbeckia zwar als bunten Blickfang integrieren, sollten aber gleichzeitig für ausreichend heimische Flora sorgen, z. B. mit Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Flockenblumen (Centaurea jacea), Wilder Malve (Malva sylvestris), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Gewöhnlichem Dost (Origanum vulgare) und vielen weiteren Stauden mehr.

Diese Pflanzen fördern gezielt heimische Wildbienen, Schmetterlinge und Käferarten – und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.

Fazit: Echinacea in hoher Qualität hilft

Echinacea ist ein altbewährtes naturheilkundliches Mittel zur Behandlung und Prävention von Erkältungserkrankungen. Die Pflanze kann das Immunsystem stärken, Erkältungen vorbeugen sowie deren Dauer verkürzen und die Schwere der Symptome lindern.

Diese Wirkungen sind auf immunmodulatorische, entzündungshemmende, antivirale und antioxidative Eigenschaften zurückzuführen. Allerdings kann eine Wirkung nur von hochwertigen Präparaten erwartet werden.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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