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    Kamille - Wirkung und Anwendung

    Die Kamille wird bereits seit hunderten von Jahren für die unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt. Studien zufolge wirkt sich die Heilpflanze positiv auf Angst und Depressionen, Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen oder die Wundheilung aus. Mehr zu den heilenden Wirkungen der Kamille und wie Sie die Pflanze anwenden und selbst anbauen können, lesen Sie in diesem Artikel.

    Aktualisiert: 13 Juni 2024

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    Kamille – auch als Kummerblume bekannt

    Die Kamille (Matricaria chamomilla), die man aus herkömmlichen Kräutertees kennt, wird auch als Echte oder Deutsche Kamille bezeichnet. Im Volksmund ist sie auch als Kummerblume oder Mägdeblume bekannt. Letzteres aufgrund der heilenden Wirkung bei Frauenbeschwerden. Wir verwenden in diesem Artikel gelegentlich die Bezeichnung Kummerblume, die auf die heilsamen (kummervertreibenden) Eigenschaften der Pflanze auf das Gemüt hinweisen.

    Die Kamille zeichnet sich durch ihre leuchtendweißen Blütenblätter aus, die einen gelben Blütenstempel umgeben. Sie zählt, gleich wie die ihr ähnelnde Margerite und das Gänseblümchen, zur Familie der Körbblütler und wächst in fast ganz Europa bis auf eine Höhe von 1600 Metern an Wegrändern, Böschungen, Feldrainen, Getreidefeldern sowie auf Schuttplätzen.

    Obgleich sie für den Landwirt als Unkraut gesehen wird, ist sie eine der ältesten, meist verwendeten und am besten dokumentierten Heilpflanzen der Welt. Seit hunderten von Jahren wird sie in der traditionellen Medizin bei den unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt.

    So wurde die Pflanze, schon bevor es überhaupt wissenschaftliche Studien dazu gab, etwa zur Behandlung von Wunden, Geschwüren oder Ekzemen, Augen- und Ohrinfektionen, Schlaflosigkeit, Alpträumen, Angstzuständen oder Magen-Darm-Beschwerden verwendet ( 1 ).

    Wie erkennt man die Kamille?

    Neben den charakteristischen weißen Blütenblättern und dem gelben Blütenstempel in der Mitte, gibt es einige weitere Merkmale, an denen Sie die Echte Kamille erkennen können:

    1. Die gelbe Mitte der Blüte ist rundlich aufgewölbt.
    2. Halbiert man die Blüten durch einen Querschnitt, ist der Blütenboden, also die Fortsetzung des Blütenstils im inneren des Blütenstempels, hohl.
    3. Sie wird bis zu 50 cm groß.
    4. Beim Zerreiben der Pflanzenteile in den Händen macht sich ein apfelartiger Geruch breit.

    Bei der Ernte kann es passieren, dass die Echte Kamille mit anderen Arten, die weniger wirksam sind oder mit der sogenannten Hundskamille verwechselt wird. Letztere wird als leicht giftig eingestuft und verströmt einen eher unangenehmen Geruch oder riecht kaum, während sich die Echte Kamille durch ihren charakteristischen Duft auszeichnet.

    Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Blütenböden. Bei der Echten Kamille sind diese hohl, bei anderen Arten sind sie innen gefüllt ( 2 ).

    Welche Wirkstoffe sind enthalten?

    Die Kamille enthält eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Wirkstoffen, die hauptsächlich in der frischen oder getrockneten Blüte zu finden sind. Aus diesem Grund wird die Pflanze in medizinischen Präparaten in Form von Aufgüssen oder ätherischem Öl verwendet.

    Zu den Hauptbestandteilen des Öls zählen Terpenoide und daraus entstehende Stoffe wie Chamazulen, das gar nicht in der Pflanze enthalten ist, sondern erst während der Wasserdampfdestillation entsteht.

    Die enthaltenen Flavonoide, Cumarine und Phenolsäuren hingegen sind wasserlöslich und entfalten ihre heilenden Wirkungen erst, wenn die Heilpflanze als Tee zubereitet wird. Der wichtigste bioaktive Bestandteil der Heilpflanze ist Apigenin, ein Flavonoid, das in hohen Konzentrationen enthalten ist ( 3 ).

    Welche Wirkungen hat die Heilpflanze?

    Oben genannte Inhaltsstoffe der Heilpflanze sorgen für eine Reihe positiver Wirkungen auf den Körper. Folgende wurden bereits in Studien an Tieren und Menschen nachgewiesen (3):

    1. entzündungshemmend
    2. antioxidativ
    3. antiallergisch
    4. antimikrobiell, also gegen Bakterien, Pilze oder Viren wirkend
    5. schmerzstillend
    6. krebshemmend
    7. beruhigend
    8. blutdrucksenkend
    9. leberschützend

    Nachfolgend beschreiben wir die positiven Wirkungen der Kamille bei Erkrankungen und Beschwerden, die bereits durch klinische Studien am Menschen belegt wurden.

    Bei Angst und Depressionen

    Wie der Name „Kummerblume“ bereits vermuten lässt, wirkt sich die Pflanze positiv auf die Stimmung aus. Denn klinische Studien deuten darauf hin, dass die Heilpflanze in Form von Extrakten Symptome von Ängsten und Depressionen lindern kann.

    Es gibt bereits mehrere Hinweise darauf, dass eine oder mehrere der enthaltenen Flavonoide angst- und depressionslindernd wirken, indem sie die Freisetzung der Neurotransmitter im Gehirn wie etwa Gamma-Aminobuttersäure (GABA), Noradrenalin, Dopamin und Serotonin beeinflussen.

    Auch auf die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) scheint die Heilpflanze einen Einfluss zu haben ( 4 ) ( 5 ). Die HPA-Achse, die auch als Stressachse bezeichnet wird, wird normalerweise nur in stressigen Situationen hochgefahren, während sie bei Angsterkrankungen und Depressionen ständig übererregt ist.

    Teilnehmer einer 2016 veröffentlichten zweiphasigen Studie mit mittlerer und schwerer generalisierter Angststörung erhielten zuerst 12 Wochen lang Kapseln mit Kamillenextrakt, um zu testen, ob sie überhaupt darauf ansprechen. Sie nahmen dreimal täglich eine Kapsel mit 500 mg des Extraktes.

    Der Gehalt an Blütenextrakt pro Kapsel betrug 65 %, während 35 % Maltodextrin als Trägerstoff verwendet wurde. 93 der ursprünglich 179 Teilnehmer sprachen auf die Therapie an und nahmen an der placebokontrollierten, randomisierten und doppelblinden zweiten Phase teil. Sie erhielten weitere 26 Wochen entweder die gleiche Dosis des Kamillenextrakts oder ein Placebo.

    Beide Behandlungen waren ähnlich nebenwirkungsarm, jedoch erlebte die Gruppe, die die Heilpflanze erhielt, eine signifikant stärkere Reduktion der Symptome als die Kontrollgruppe ( 6 ). 

    Bei Depressionen erwies sich in einer 8-wöchigen Studie eine Behandlung mit einer wöchentlichen Dosissteigerung von einer Kapsel als wirksam. So begannen die Teilnehmer in der ersten Woche mit einer Kapsel, die 220 mg Kamillenextrakt enthielt, und waren in Woche 5 bei 5 Kapseln angelangt, die sie bis Woche 8 einnahmen. Die Kapseln enthielten 1,2 % des Flavonoids Apigenin (5).

    Bei Magen-Darm-Beschwerden

    Die Heilpflanze wird durch ihre beruhigende und entspannende Wirkung traditionell als Heilmittel für die verschiedensten Magen-Darm-Beschwerden verwendet. Dazu zählen etwa Verdauungsstörungen, Krämpfe und Koliken, Blähungen, Magenverstimmungen oder Magengeschwüre (1).

    Auch Studien bestätigen diese positiven Wirkungen (allerdings insbesondere für Kombinationspräparate). So wird etwa von einer schützenden Wirkung des pflanzlichen Arzneimittels Iberogast auf die Entwicklung von Magengeschwüren berichtet, das neben Kamillenblütenextrakt andere pflanzliche Extrakte etwa aus der Süßholzwurzel, der Pfefferminze, der Mariendistel, der Melisse oder dem Schöllkraut enthält.

    Es zeigte sich mindestens ebenso wirksam bei der Reduktion der Magensäure wie handelsübliche Arzneimittel ( 7 ).

    Das pflanzliche Arzneimittel Myrrhinil-Intest, eine Kombination aus Kamillenextrakt sowie aus Pulver von Myrrhe und Kaffeekohle zeigte sich hingegen in einer deutschen Studie aus dem Jahr 2014 als wirksam bei Durchfall durch akute entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie durch das Reizdarmsyndrom.

    Das pflanzliche Arzneimittel wurde bei akuten entzündlichen Erkrankungen 7-14 Tage und bei entzündlichen Darmerkrankungen sowie dem Reizdarmsyndrom 24-28 Tage eingenommen. Die Dosierung richtete sich größtenteils nach den Angaben der Packungsbeilage.

    Es zeigte eine vergleichbare Wirkung zu herkömmlichen Behandlungsmethoden mit Medikamenten und war diesen beim Reizdarmsyndrom sogar überlegen ( 8 ). Myrrhinil-Intest und Iberogast sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

    Bei Schlafstörungen

    Neben vielen anderen pflanzlichen Mitteln, die bei Schlafstörungen bereits positive Wirkungen erzielt haben, kann auch die Kummerblume etwa in Form von Extrakt oder Tee den Schlaf verbessern. Verantwortlich dafür soll das Flavonoid Apigenin sein, das an Benzodiazepin-Rezeptoren bindet und beruhigende Wirkungen im zentralen Nervensystem hervorruft ( 9 ).

    Eine 2017 veröffentlichte randomisierte, placebokontrollierte Studie zeigt, dass Kamillenextrakt die Schlafqualität von älteren Menschen über 60 Jahren verbesserte. Die Behandlungsgruppe erhielt an 28 aufeinanderfolgenden Tagen zweimal täglich Kapseln mit 200 mg des Extraktes, während die Kontrollgruppe Kapseln mit Weizenmehl erhielt.

    Nach der vierwöchigen Einnahme der Kapseln zeigte sich eine signifikant bessere Schlafqualität in der Behandlungsgruppe als in der Kontrollgruppe ( 10 ).

    Doch nicht nur Extrakt, auch Kamillentee kann Studien zufolge den Schlaf verbessern. Positive Effekte konnten in einer kontrollierten Studie aus dem Jahr 2015 mit nur einer Tasse Tee pro Tag erzielt werden, der zwei Wochen lang konsumiert wurde. Jede Tasse Tee wurde mit 2 g getrockneten Blüten und 300 ml heißem Wasser zubereitet und sollte für 10-15 min ziehen ( 11 ).

    Gegen Schmerzen

    Klinische Studien zeigen, dass die Kummerblume in unterschiedlichen Formen die Schmerzintensität verringert und dafür sorgt, dass weniger Schmerzmittel benötigt werden. Das Heilkraut kann daher einen enormen Vorteil für Schmerzpatienten darstellen, da Schmerzmittel zu ernsthaften Nebenwirkungen und zu Abhängigkeit führen können.

    So war Kamillenöl, das in einer kontrollierten klinischen Studie aus dem Jahr 2015 drei Wochen lang dreimal täglich äußerlich bei Patienten mit Kniearthrose angewandt wurde, in der Lage, den Bedarf an Paracetamol signifikant zu reduzieren ( 12 ).

    Auch bei postoperativen Schmerzen hat sich das Öl aus der Heilpflanze als wirksam erwiesen. So inhalierten Frauen 4, 8 und 12 Stunden nach dem Kaiserschnitt einen Tropfen eines Öls mit einer Konzentration von 5 % jeweils für 15-20 Minuten. Der Abstand des Öls von der Nase betrug 5 cm ( 13 ).

    Auch während der Geburt konnte das Inhalieren von Kamillenessenz die Intensität der Wehen reduzieren ( 14 ). Dabei sollte mit einem Abstand von 7-10 cm von der Nase jede halbe Stunde dreimal an der Essenz gerochen werden.

    In einer anderen kontrollierten Studie aus dem Jahr 2018 konnten Migräneschmerzen mit Oleogel aus der Heilpflanze signifikant reduziert werden. Bei dem Gel handelt es sich um eine modern abgewandelte Rezeptur eines Mittels aus der traditionellen persischen Medizin zur Behandlung von Migränepatienten ohne Aura.

    Es führte nach zwei Stunden bei 29,2 % der Studienteilnehmer zu Schmerzfreiheit und bei 85,4 % zu einer Schmerzlinderung ( 15 ). Das Oleogel wurde eigens für die Studie hergestellt und ist noch nicht auf dem Markt erhältlich. Allerdings beschreiben die Autoren den Herstellungsprozess und die Inhaltsstoffe recht ausführlich, so dass es möglich wäre, ein vergleichbares Gel herzustellen.

    Für eine bessere Wundheilung

    Studien zeigen, dass die Kummerblume das Terpen Alpha-Bisabolol enthält, das ihr antimikrobielle Eigenschaften verleiht (3). Dadurch ist sie in der Lage, das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen oder Viren zu hemmen. Diese Eigenschaft ist etwa bei der Wundheilung wichtig.

    Eine kleine Doppelblindstudie aus dem Jahr 1987 zeigt, dass die äußerliche Anwendung eines Extraktes der Kummerblume die Wunde wirksam trocknen ließ, die Epithelisierung, also die Regeneration des Gewebes, beschleunigt sowie die Wundfläche schneller schrumpfen ließ als in der Vergleichsgruppe ( 16 ).

    Eine Tierstudie zeigte sogar die Überlegenheit einer Salbe aus der Kummerblume gegenüber einer Antibiotikasalbe bei der Wundheilung. So verkürzte sich die Wundheilungszeit bei der Behandlung mit der Heilpflanze um einen Tag ( 17 ).

    Bei Erkältungen und und für ein starkes Immunsystem

    Einige Studien berichten davon, dass die Heilpflanze etwa in Form von Tee oder Inhalationen das Immunsystem stärken und bei Erkältungen helfen.

    So konnte etwa bei 14 Studienteilnehmern, die zwei Wochen lang jeden Tag fünf Tassen Kamillentee tranken, ein Anstieg von Hippurat und Glycin im Urin festgestellt werden. Höhere Werte sind mit erhöhter antibakterieller Aktivität verbunden ( 18 ).

    Auch eine Studie aus dem Jahr 2020 berichtet, dass sich die regelmäßige Einnahme von TaibUVID, einem Nahrungsergänzungsmittel aus Kamille, Honig und Schwarzkümmel, positiv auf das Immunsystem auswirkte.

    So erkrankten 70 % trotz Kontakt mit positiv getesteten Patienten nicht an COVID-19, während sich die Symptome bei den übrigen Betroffenen größtenteils innerhalb weniger Tage verbesserten ( 19 ).

    Auch das Inhalieren von Wasserdampf mit Kamillenextrakt soll einer Studie zufolge dabei helfen, Erkältungssymptome zu lindern (20).

    Wie kann man die Kamille selbst anbauen?

    Die Kamille zählt zu den eher anspruchslosen Pflanzen und kann daher ganz ohne großen Aufwand selbst gezüchtet werden. Sie freut sich über einen Standort mit viel Licht, doch auch ein Platz, an dem sie weniger Sonne abbekommt, hindert sie nicht an ihrem Wachstum.

    Wichtig ist jedoch, die Bodenbeschaffenheit zu beachten. Optimal ist ein lehmiger bis sandiger Boden sowie ein humusreicher Untergrund, der einen ph-Wert zwischen 6,8 und 8 aufweist ( 21 ).

    Wie und wann wird ausgesät?

    Die Pflanze ist sehr frostempfindlich und sollte am besten erst Mitte Mai ausgesät werden. Alternativ können Sie das Kraut auch im Haus in Töpfen vorziehen. Achten Sie beim Aussäen darauf, die Samen nicht mit Erde zu bedecken, sondern nur leicht auf der Erde festzudrücken, da es sich um Lichtkeimer handelt. Nach ein bis zwei Wochen beginnen die Samen zu keimen (21).

    Achten Sie darauf, eine samenfeste Sorte zu kaufen, da hybride Pflanzen u. U. weniger Nährstoffe enthalten.

    * Bio-Samen finden Sie hier unter diesem Link.

    Wann sollte geerntet werden?

    Ernten Sie die Kamille am besten inmitten ihrer Blüte – wenn die Blütenköpfe sich also schon vollständig geöffnet haben aber noch nicht abgeblüht sind. Die Blütezeit reicht von Mitte Mai bis September. Doch nicht nur die Blüte spielt bei der Ernte eine Rolle, auch die Tageszeit und das Wetter sollten beachtet werden.

    Ernten Sie die Pflanze an einem sonnigen Tag ohne Regen um die Mittagszeit. So sind die Blüten vollständig geöffnet und der Gehalt an ätherischen Ölen ist am höchsten. Schneiden Sie die Blüten am oberen Ende des Stiels ab. Achten Sie darauf, diese vorsichtig und wenig zu berühren und nicht zu waschen, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

    Schneiden Sie die Heilpflanze nach ihrer Blütezeit am besten ein wenig zurück, damit das Wachstum neuer Triebe gefördert wird (21) ( 22 ).

    Wie wird die Kamille getrocknet?

    Um die Inhaltsstoffe der Heilpflanze bestmöglich zu erhalten, ist es wichtig, diese direkt nach der Ernte zu trocknen. Breiten Sie die Blüten dafür auf einem Zeitungspapier aus und legen Sie diese am besten in einen trockenen, dunklen Raum mit Temperaturen zwischen 21 und 27°C. Lassen Sie die Kamille in diesem Raum für zwei Wochen trocknen.

    Ungeduldige, die die Trocknung beschleunigen wollen, können das Kraut auch im Backofen trocknen. Achten Sie jedoch darauf, diese lediglich bei einer geringen Temperatur von 30 °C zu trocknen. Damit Hitze und Feuchtigkeit entweichen können, sollte ein Holzlöffel in die Öfentür geklemmt werden.

    Sind die Blüten gut getrocknet, füllen Sie diese in ein Gefäß mit luftdichtem Verschluss. Darin können Sie diese bis zu ein Jahr lang lagern, ohne dass die Wirkstoffe verloren gehen (22).

    Wie kann man Kamille verwenden?

    Die Heilpflanze kann für gesundheitsfördernde Effekte in den unterschiedlichsten Formen zum Einsatz kommen ( 23 ). Einige davon beschreiben wir im Folgenden.

    Kamillentee

    Brühen Sie einen Esslöffel der getrockneten Blüten mit 150 ml Wasser auf und lassen Sie den Tee etwa drei Minuten ziehen, um eine Tasse zu erhalten. Die umfangreichen positiven Wirkungen von Kamillentee lesen Sie in unserem Artikel unter vorigem Link.

    * Getrocknete Blüten in Bio-Qualität finden Sie hier unter diesem Link.

    Badezusatz

    Verwenden Sie 50 g getrocknete Kamillenblüten für 10 Liter Badewasser. Ein Bad wird etwa für Entzündungen im Bereich der Genitalien oder des Anus empfohlen.

    Gurgeln

    Übergießen Sie 3-10 g getrockneter Blüten mit 100 ml kochendem Wasser und lassen sie den Aufguss zugedeckt 5-10 Minuten ziehen. Dieser kann anschließend etwa zum Gurgeln bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut verwendet werden. Alternativ können Sie 5 ml einer Kamillentinktur in 100 ml warmes Wasser geben und dreimal oder öfters am Tag damit gurgeln.

    Inhalieren

    Gleich wie beim Abschnitt zum Gurgeln beschrieben, können Sie 3-10 g getrockneter Blüten mit 100 ml kochendem Wasser übergießen und den Aufguss für 5-10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Alternativ können Sie 15 ml Kamillentinktur in einen halben Liter kochendes Wasser geben. Inhalieren Sie den Wasserdampf 1-3 Mal täglich etwa bei einer Entzündung der oberen Atemwege.

    Aromatherapie

    Das Inhalieren der verdampften ätherischen Öle aus den Blüten der Heilpflanze wird etwa empfohlen, um Angstzustände und Depressionen zu lindern oder Reizbarkeit und Schlaflosigkeit zu verbessern. Sie können ein paar Tropfen des ätherischen Öls etwa als Raumduft, als Badezusatz oder als Körper- und Massageöl verwenden.

    Um ein Körper- und Massageöl selbst herzustellen, wird empfohlen, eineinhalb Liter Pflanzenöl, etwa aus Oliven oder Mandeln, mit etwa 85 g getrockneten Blüten zu mischen und dieses zwei Wochen oder länger in einem Glasgefäß in die Sonne zu stellen.

    Sie können es anschließend etwa für die Körpermassage, zur Gesichtsbehandlung, für Masken, Kompressen oder Bäder sowie zur Haarpflege verwenden.

    * Ätherisches Kamillenöl in Bioqualität erhalten Sie hier unter diesem Link.

    Ist die Kamille zur Behandlung des Auges geeignet?

    Augenärzte weisen darauf hin, dass Spülungen mit der Heilpflanze bei Augenentzündungen zu allergischen Reaktionen führen können. Bei geschwollenen oder gereizten Augen können Sie jedoch alternativ Kompressen auf die geschlossenen Augenlider legen. Tränken Sie dafür zwei Wattepads in einem Kamillen-Aufguss und legen sie diese für zehn Minuten auf die Lider ( 24 ).

    Wer sollte die Heilpflanze vermeiden?

    Menschen, die allergisch auf Korbblütler reagieren, sollten besser auf die Heilpflanze verzichten. So kann es vor allem bei Verunreinigungen mit der hochallergenen Hundskamille zu allergischen Reaktionen kommen.

    Aufgrund mangelnder Untersuchungen wird eine Behandlung mit der Heilpflanze auch bei Kindern, sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen.

    Fazit: Kamille ist eine wirksame Behandlungsalternative

    Die Kamille kann sowohl äußerlich als auch innerlich angewandt werden und hat sich bereits in vielen klinischen Studien und bei vielen Beschwerden und Erkrankungen als Behandlungsalternative als wirksam erwiesen. Es lohnt sich daher, die getrockneten Blüten oder das ätherische Öl zu Hause aufzubewahren oder die Pflanze im eigenen Garten anzubauen.

    Update 9.6.2024: Der Artikel wurde komplett überarbeitet und aktualisiert.

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    Wichtiger Hinweis

    Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.