Was ist SAMe?
SAMe ist die Abkürzung für S-Adenosylmethionin – eine Substanz, die in praktisch jeder Körperzelle vorkommt. Der Körper bildet sie aus der Aminosäure Methionin.
Der Stoff ist auch unter den Abkürzungen SAM oder SAM-e bekannt. S-Adenosyl-L-Methionin ist die genauere chemische Bezeichnung.
SAMe wird seit Jahrzehnten als Präparat verwendet. In vielen Ländern ist es als Nahrungsergänzung erhältlich, in manchen wird es unter dem Wirkstoffnamen Ademetionin auch als verschreibungspflichtiges Medikament eingesetzt (z. B. in Italien und Spanien).
Die Forschung interessiert sich besonders für die stimmungsaufhellende Wirkung bei Depressionen, den entzündungshemmenden Effekt bei Gelenkbeschwerden und für die Unterstützung der Leberfunktion.
Was bewirkt SAMe im Körper?
S-Adenosylmethionin ist eine Verbindung aus den Stoffen Adenosin und Methionin. Seine wichtigste Aufgabe ist es, sogenannte Methylgruppen (winzige chemische Anhängsel) an andere Moleküle zu übertragen. Eine Methylgruppe wird in der Chemie so geschrieben: –CH₃
SAMe ist sogar der wichtigste Methylgruppen-Donor (= Methylgruppen-Spender) im menschlichen Stoffwechsel. Zwar trägt SAMe nur eine Methylgruppe, diese ist jedoch chemisch aktiviert und gezielt übertragbar – eine Eigenschaft, die es von den meisten anderen methylhaltigen Verbindungen unterscheidet.
Die „Methylierung“ wirkt im Körper wie ein Schalter. Sie kann beeinflussen, wie aktiv bestimmte Gene sind, wie stabil Zellmembranen aufgebaut werden oder wie schnell verschiedene Stoffwechselprozesse ablaufen.
Was bedeutet Methylierung?
Methylierung hat im Körper ganz unterschiedliche Aufgaben:
Methylierung für gesunde Zellen
Jede Zelle ist von einer Zellmembran umgeben. Diese besteht hauptsächlich aus Phospholipiden – fettähnlichen Molekülen, die die Zelle stabil halten, den Stoffaustausch steuern und für die Signalübertragung wichtig sind.
Damit sich gesunde und funktionsfähige Zellmembranen bilden können, ist der Baustoff Phosphatidylcholin nötig. Für dessen Bildung braucht es gleich drei aufeinanderfolgende Methylierungen – und SAMe liefert dafür die Methylgruppen.
Phosphatidylcholin ist eines der wichtigsten Membranlipide und besonders wichtig für Leberzellen, Nervenzellen und Mitochondrien (Kraftwerke im Innern der Zellen, die eine eigene Membran haben – ebenfalls aus Phosphatidylcholin).
Bei gestörter Methylierung im Bereich der Zell- oder Mitochondrienmembranen kann dies zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen führen oder beitragen:
Zu anhaltender Müdigkeit und schneller Erschöpfung, einer geringeren körperlichen und geistigen Belastbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, einer Fettleber und gestörten Entgiftungsfähigkeit, einer verminderten Stressresistenz sowie einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Entzündungsprozessen.
Methylierung gegen Alterung und chronische Krankheiten
Durch Methylierung kann SAMe Gene ein- oder ausschalten. Dadurch beeinflusst der Stoff verschiedene Zellfunktionen. Probleme in diesem Bereich werden mit beschleunigten Alterungsprozessen und chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Methylierung für ein gesundes Neurotransmitter-Gleichgewicht
Methylierung ist auch für die Synthese und den Abbau der Neurotransmitter (Dopamin, Serotonin, Noradrenalin) wichtig. Störungen in diesem Bereich können zu Stimmungsschwankungen, Stressreaktionen, Schlafproblemen und kognitiven Leistungseinbrüchen führen.
Methylierung für gute Entgiftung
Viele Schadstoffe werden durch Methylierung für die Ausscheidung vorbereitet. Auch die Leber wird durch effektive Methylierung entgiftet. Fehlen Methylgruppen, dann kommt es bei Entgiftungsprozessen zu Störungen. Der Körper speichert verstärkt Giftstoffe und Leber und Nieren können beeinträchtigt werden.
Methylierung für den Abbau von Homocystein
Methylierung wandelt Homocystein in Methionin um. Ein gut regulierter Homocystein-Spiegel ist wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Steigt der Homocystein-Spiegel hingegen, so kann er die Blutgefäße schädigen und das Risiko für Arteriosklerose erhöhen.
Methylierung für gesundes Knorpel- und Bindegewebe
Knorpel und Bindegewebe bestehen aus Kollagenfasern, Proteoglykanen (z. B. Aggrecan) und wasserbindenden Strukturen. Für deren Bildung braucht der Körper:
SAMe liefert Methylgruppen, die u. a. zur Bildung von Proteoglykanen beitragen. Zusätzlich fördert SAMe die Bildung von Glutathion – einem wichtigen körpereigenen Antioxidans, das Gelenke vor oxidativem Stress schützt und entzündungshemmend wirkt.
Weil Methylierungen in so vielen Bereichen des Körpers wichtig sind, wird S-Adenosylmethionin auch in unterschiedlichen Zusammenhängen erforscht – etwa im Leberstoffwechsel, im Nervensystem und bei der Gelenkfunktion.
Die Wirkungen von S-Adenosylmethionin – aktuelle Studienlage
Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Studien zu den Wirkungen von S-Adenosylmethionin vor.
SAMe bessert Leberwerte
Besonders hoch ist die Bedeutung von S-Adenosylmethionin in der Leber. Dort laufen unzählige Umbau- und Entgiftungsprozesse ab, für die der Stoff benötigt wird. Entsprechend wird seine Wirkung bei unterschiedlichen Lebererkrankungen untersucht (1).
Eine Übersichtsarbeit von 2024 fasste den Forschungsstand zusammen. Es flossen 15 Studien mit rund 1800 Teilnehmern ein.
In allen Studien zeigten sich Verbesserungen bei einzelnen Leberwerten – zum Beispiel bei viraler Hepatitis (einer Leberentzündung), Alkoholabhängigkeit oder Leberschäden nach Chemotherapie.
Bei Lebererkrankungen als begleitende Therapie
Die Dosierungen reichten in den Studien von 200 bis 2400 mg pro Tag – am häufigsten kamen 1000 bis 1200 mg zum Einsatz. SAMe wurde meist als Tablette verabreicht.
Je nach Lebererkrankung unterschied sich die Dosis etwas: bei alkoholischer Lebererkrankung waren es z. B. 400 bis 1200 mg täglich, bei Leberkrebs meist 1000 mg und bei Leberschäden durch Chemotherapie zwischen 800 und 1800 mg.
Die Studien dauerten von wenigen Tagen (akut) bis zu 24 Monaten (chronische Leberleiden).
Bislang wurde der Wirkstoff meist ergänzend zur Standardtherapie oder gegen Placebo getestet – weniger im Vergleich zu konventionellen Therapien. Deshalb wird der Stoff aktuell eher als zusätzliche Behandlungsoption bei Lebererkrankungen gesehen und nicht als Alleintherapeutikum.
SAMe reduziert Depressionen
Auch im Gehirn hängen die Bildung und Regulation von Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin indirekt mit der bereits erwähnten Methylierung zusammen.
Deshalb wird die Wirkung von S-Adenosylmethionin bei depressiven Beschwerden erforscht (2) – etwa in einer Übersichtarbeit von 2024. Diese umfasste 23 Studien mit insgesamt rund 2200 Teilnehmern.
S-Adenosylmethionin reduzierte depressive Symptome signifikant besser als Placebo. Wurde es gemeinsam mit Antidepressiva eingenommen, ergab sich kein klarer Zusatznutzen.
Auch zwischen dem Wirkstoff und Antidepressiva gab es keinen signifikanten Unterschied, was darauf hindeutet, dass die Wirkung vergleichbar sein könnte.
Die Forscher folgerten, dass der Stoff eine wirksame Behandlungsoption bei Depressionen sein könnte – vor allem, wenn herkömmliche Antidepressiva nicht vertragen oder abgelehnt werden.
In Studien wurde häufig 800 bis 1600 mg pro Tag als Tablette eingenommen – meist verteilt auf zwei Dosen jeweils über 2 bis 12 Wochen (3).
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SAMe bessert Gelenkbeschwerden
Knorpel und Bindegewebe bestehen unter anderem aus Proteoglykanen und Kollagenfasern.
S-Adenosylmethionin liefert dafür wichtige Methylgruppen und unterstützt die körpereigene Bildung von Glutathion – einem Antioxidans, das Zellen vor oxidativem Stress schützt und dadurch auch Entzündungsprozesse mit beeinflussen kann. Deshalb wird untersucht, ob SAMe bei Gelenkbeschwerden hilft.
Mehrere Arbeiten zeigen, dass S-Adenosylmethionin die Symptome bei Knie- und Hüftarthrose lindern kann (4) – zum Beispiel eine Studie von 2020.
Die 127 Probanden mit Kniearthrose wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 nahm 90 Tage lang 600 mg Etoricoxib – ein entzündungshemmendes Schmerzmittel (genauer ein NSAR), das bei Arthrose gängig ist.
Gruppe 2 nahm 15 Tage lang zunächst 600 mg Etoricoxib und zweimal täglich 400 mg SAMe. Danach nahm sie die restlichen 75 Tage nur noch einmal täglich 400 mg.
(Hinweis: In der Studie wird 600 mg Etoricoxib angegeben – das weicht stark von üblichen Dosierungen ab und dürfte ein Schreibfehler sein. Vermutlich sind 60 mg gemeint.)
SAMe bei Kniearthrose wirksamer als Medikament
Nach drei Monaten hatte sich die Gesamtbewertung in der SAMe-Gruppe stärker verbessert als in der Etoricoxib-Gruppe – obwohl erstere zu Beginn stärker beeinträchtigt war.
Besonders bei den Symptomen, Alltags- und Freizeitaktivitäten sowie der Lebensqualität zeigten sich größere Verbesserungen. Bei Schmerz und Gelenksteifheit ergab sich hingegen kein klarer Unterschied zwischen den Gruppen.
Auch einzelne ältere Studien kamen zu dem Schluss, dass der Stoff ähnlich wirkt wie klassische Antirheumatika (5) – die Studienlage ist jedoch insgesamt noch begrenzt.
Da seine Wirkung in Studien langsamer eintrat als bei Schmerzmitteln, wurde in der vorgestellten Studie die erste Phase zusätzlich mit Etoricoxib überbrückt.
Meist wurde SAMe in Arthrose-Studien als Tablette verabreicht. Die Dosen lagen zwischen 600 und 1200 mg täglich (6) – häufig 400 mg dreimal pro Tag über mehrere Wochen.
Ist SAMe in Lebensmitteln enthalten?
Ja, der Stoff kommt als natürliches Zwischenprodukt in allen lebenden Zellen vor und daher auch in Lebensmitteln, allerdings nur in Spuren. Zudem wird SAMe in toten Zellen schnell abgebaut, so dass man über die Nahrung keine relevanten Mengen davon aufnehmen kann.
Wichtig ist vielmehr, dass die Nahrung genug Methionin und die Vitamine B12 und Folat enthält.
Methionin ist eine Aminosäure, die – als Baustein von Proteinen – besonders in proteinreichen Lebensmitteln enthalten ist. Fleisch enthält viel Methionin. Pflanzliche Proteinquellen enthalten ebenfalls Methionin, aber im Allgemeinen weniger als Fleisch.
Nun könnte man denken: Für viel SAMe braucht man auch viel Methionin, also isst man viel Fleisch. Es verhält sich jedoch anders:
Pflanzliche Kost liefert ausreichend Methionin
Für die Bildung optimaler SAMe-Mengen braucht es keine riesigen Methioninportionen. Denn es handelt sich um einen sehr effizienten Kreislauf. Methionin wird zu SAMe umgebaut und nach Methionin wird dabei also nicht etwa ständig verbraucht, sondern immer wieder recycelt.
Für einen erwachsenen Menschen genügen daher 500-800 mg Methionin pro Tag vollkommen. Diese erreicht man problemlos mit einer rein pflanzlichen Kost.
Wer hingegen viel Fleisch, Fisch und andere tierische Produkte isst, kommt auf ein Vielfaches dieser Methioninmenge. Dieses kann dann wieder gesundheitliche Nachteile haben, da dann u. U. der Homocysteinspiegel steigen kann.
Auch wurde beobachtet, dass eine methioninreiche Ernährung bei Autoimmunprozessen die unerwünschte Immunreaktion antreibt.
Kann ein Mangel entstehen?
Ein Mangel an S-Adenosylmethionin ist keine gängige Diagnose wie etwa ein Vitamin-B12-Mangel. Bluttests auf SAMe sind unüblich und werden selten durchgeführt.
Ein erhöhter Homocysteinspiegel im Blut kann jedoch ein Hinweis auf eine Störung im Methylstoffwechsel sein. Denn wenn Homocystein nicht mehr ausreichend weiterverarbeitet wird, sammelt es sich im Blut an. Dies ist meist bei einem Vitamin-B12- und/oder Folat-Mangel der Fall.
Denn die beiden Vitamine bauen Homocystein ab, so dass wieder Methionin entsteht, das nun erneut für die SAMe-Bildung verwendet werden kann.
Ein Methioninmangel könnte theoretisch ebenfalls zu einem SAMe-Mangel führen. Doch wer einen so starken Methioninmangel hat, isst vermutlich insgesamt zu wenig oder ernährt sich äußerst ungesund, so dass dann auch andere Mängel vorliegen.
Auch chronische Leberkrankheiten und einige Medikamente (z. B. Methotrexat) können den SAMe-Stoffwechsel ungünstig beeinflussen, so dass die Konzentration im Körper sinkt.
Wie wird SAMe gemessen?
S-Adenosylmethionin wird nicht routinemäßig beim Hausarzt bestimmt, sondern eher in spezialisierten Laboren, weil die Messung aufwändig ist und es keine einheitlichen Grenzwerte gibt.
Gemessen wird SAMe meist im Blutplasma. Häufig wird zusätzlich S-Adenosylhomocystein (SAH) mitbestimmt und daraus das SAMe/SAH-Verhältnis berechnet, das Hinweise auf den Methylstoffwechsel geben kann.
Die Bestimmung erfolgt in der Regel mit spezialisierten Labormethoden. Wichtig ist auch die Handhabung der Probe. Denn diese muss rasch verarbeitet und gekühlt werden, da sich die Werte sonst verändern können.
Weil Referenzbereiche je nach Labor und Methode unterschiedlich sind, gibt das jeweilige Labor in der Regel die passenden Normalwerte direkt mit dem Befund an.
Welche Symptome treten bei einem Mangel auf?
Es ist nicht klar belegt, welche Symptome wirklich auf einen SAMe-Mangel zurückzuführen sind. Niedrige SAMe-Spiegel werden jedoch zumindest mit folgenden Beschwerden in Verbindung gebracht:
Fehlt SAMe im Gelenkgewebe, verliert der Knorpel an Elastizität. Das kann sich in Gelenkschmerzen und Knorpelverschleiß äußern. Niedrige Werte finden sich häufig bei Arthrose-Patienten.
Niedrige SAMe-Konzentrationen wurden zudem bei Personen mit Depressionen festgestellt. Es ist an der Bildung von Serotonin und Dopamin beteiligt. Auch Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme sind möglich.
Auch trockene Haut, brüchige Haare sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit wurden beschrieben, da SAMe für die Keratin- und Glutathionbildung benötigt wird.
Bringt es etwas, SAMe als Nahrungsergänzung zu nehmen?
Die SAMe-Bildung findet ständig in unseren Zellen statt – millionenfach pro Sekunde. Dennoch ist die Neubildung auch begrenzt.
Sie hängt davon ab, wie gut der Organismus mit Methionin, Vitamin B12 und Folat versorgt ist und wie gut die Leber funktioniert. Generell können auch Stress, chronische Entzündungen, genetische Faktoren und auch einfach das Alter die Neubildung reduzieren.
Dann ist die Einnahme von SAMe als NEM sinnvoll, da sie den Pool an verfügbarem SAMe erhöht, Methylierungsreaktionen erleichtert und SAMe nicht erst hergestellt werden muss.
S-Adenosylmethionin kaufen
S-Adenosylmethionin als Nahrungsergänzung ist meist in Kapselform erhältlich. Häufig sind diese magensaftresistent, damit es sich erst im Dünndarm auflöst und nicht schon vorher zersetzt wird. Das steigert die Wirksamkeit. Üblich ist eine Dosierung von 200 oder 400 mg pro Kapsel.
Achten Sie darauf, dass das Präparat SAMe in Salzform enthält (häufig S-Adenosylmethionin-Tosylat-Disulfat). In dieser Form ist es stabiler als „freies“, nicht salzgebundenes SAMe.
Überhaupt gilt SAMe als einer der instabilsten Stoffe in Nahrungsergänzungen, weshalb gewisse Zusatzstoffe wie etwa Antioxidationsmittel und Stabilisatoren nötig sind, um den Wirkstoff zu schützen. Ein „cleanes“ Präparat wäre hier also gleichzeitig ein weniger wirksames Präparat.
* Hier finden Sie ein veganes S-Adenosylmethionin.
SAMe gilt in Deutschland als zulassungspflichtiges Arzneimittel – unabhängig davon, ob es als Nahrungsergänzung beworben wird. Das führte in den letzten Jahren zu rechtlichen Streitfällen mit deutschen Herstellern.
Daher werden Nahrungsergänzungen mit SAMe in Deutschland meist aus dem Ausland bezogen – etwa über Versandapotheken.
Das letzte Medikament mit dem verschreibungspflichtigen SAMe-Wirkstoff Ademetionin wurde 2012 vom Markt genommen. Aktuell ist kein SAMe-Arzneimittel zugelassen.
In Österreich und der Schweiz ist der Stoff nicht als Arzneimittel zugelassen und daher als Nahrungsergänzung frei verkäuflich.
Die Dosierung von S-Adenosylmethionin
Als Nahrungsergänzung gelten moderate Dosen von 400 bis 800 mg als sicher. Idealerweise wird die Einnahme auf zwei Dosen täglich aufgeteilt und eingeschlichen – starten Sie am besten mit 200 mg und steigern Sie die Dosis langsam.
In Studien kamen häufig höhere Dosen zum Einsatz – 1200 bis 1600 mg gelten als Hochdosen. Die Probanden wurden bei der Einnahme streng überwacht.
Wer solche Dosierungen einnehmen möchte, sollte dies ärztlich begleiten lassen – besonders bei Medikamenteneinnahme und Krankheiten. Denn bei bestimmten Medikamenten und Vorerkrankungen kann es Risiken geben, die man überwachen sollte (siehe weiter unten).
Nachfolgend die Dosierungsempfehlungen pro Tag je nach Anwendungsgebiet auf.
Stimmungsaufhellung und Depressionen
Beginnen Sie mit 200 bis 400 mg und steigern Sie bei Bedarf auf 800 mg. Bei schweren Depressionen kamen bis zu 1600 mg zum Einsatz.
Gelenkbeschwerden und Arthrose
Bei Gelenkbeschwerden sind 800 bis 1200 mg pro Tag typisch. Es dauert einige Wochen, bis die Wirkung eintritt.
Lebererkrankungen
Bei Lebererkrankungen werden ebenfalls häufig 800 bis 1200 mg empfohlen – meist auf zwei bis drei Dosen verteilt.
Wie lange sollte man SAMe einnehmen?
Man kann es sowohl kurzfristig für einige Wochen (z. B. zur Stimmungsaufhellung oder Schmerzreduktion) oder langfristig über viele Monate (eher chronische Leiden) einnehmen.
Bei längerer Anwendung wird häufig versucht, nach einer anfänglichen Anlaufphase auf eine niedrigere Erhaltungsdosis zu wechseln – zum Beispiel bei Arthrose nach zwei Wochen von 600 mg pro Tag auf 400 mg.
Womit kann man es kombinieren?
Eine Kombination mit bestimmten Vitaminen kann die Wirksamkeit der Substanz unterstützen. Vitamin B12, Vitamin B6 und Folsäure sind die wichtigsten Partner. Ein Mangel dieser drei Vitamine (oder auch nur von einem der drei) kann zu niedrigen SAMe-Spiegeln führen. Umgekehrt stellt eine ausreichende Versorgung sicher, dass der Stoff optimal wirken kann.
Viele Experten raten deshalb dazu, bei Verdacht auf einen Mangel zuerst den Status von Vitamin B12, Folsäure und Vitamin B6 beim Arzt überprüfen zu lassen.
So kann man die Vitamine, wenn nötig, gezielt ergänzen oder SAMe mit einem Vitamin-B-Komplex kombinieren.
* Einen Vitamin-B-Komplex finden Sie hier.
Welche Nebenwirkungen hat SAMe?
SAMe gilt generell als gut verträglich – unerwünschte Wirkungen sind selten und meist mild. Gelegentlich kann es zu Magen-Darm-Beschwerden oder leichten Kopfschmerzen kommen. Dies ist jedoch eher bei höheren Dosen von über 800 mg der Fall.
Die Gefahr für Nebenwirkungen sinkt, wenn man die Tagesdosis auf zwei Einzeldosen aufteilt und/oder sie zu einer leichten Mahlzeit einnimmt. Ansonsten wird die Einnahme auf leeren Magen empfohlen.
Wer sollte SAMe nicht einnehmen?
Bei einzelnen Patienten mit bipolarer Störung führte der Stoff zu Symptomen einer Manie. Personen mit bipolaren Störungen wird deshalb davon abgeraten, SAMe einzunehmen.
Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit wird von der Einnahme ganz abgeraten, da wie so oft keine ausreichenden Studien vorliegen. SAMe könnte die Plazenta passieren. Auch bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Studien vor.
Wer Antidepressiva nimmt und SAMe als Zusatztherapie in Betracht zieht, sollte dies mit dem Arzt absprechen. Bei Antidepressiva besteht das Risiko eines Serotonin-Syndroms. Das ist ein Überschuss an Serotonin, der u. a. zu Unruhe und Herzrasen führen kann. Die Dosen müssen genau aufeinander abgestimmt sein.
Wer Parkinson-Medikamente nimmt, sollte SAMe ebenfalls nur in Rücksprache mit dem Arzt ausprobieren. Es kann die Wirksamkeit von Levodopa reduzieren und somit die Symptome verschlechtern.
Auch wer andere Nahrungsergänzungen mit Wirkungen auf das Gehirn nimmt, sollte vorsichtig sein (z. B. 5-HTP, Tyrosin, Johanniskraut). Die Mittel könnten sich in ihren Wirkungen überlappen und gegenseitig verstärken.
* Hier finden Sie unseren Kochkurs für eine gesunde basische Ernährung
Welche Wirkung hat SAMe auf den Schlaf?
Laut Erfahrungsberichten hat die Substanz eine anregende Wirkung. Als Folge kann es bei empfindlichen Personen zu Schwierigkeiten beim Einschlafen kommen.
Vermutlich ist der Grund dafür, dass durch SAMe die Neurotransmitter-Spiegel (z. B. Dopamin und Noradrenalin) steigen, was dann abends eher wachhält.
Wann sollte man es einnehmen?
Um Schlafproblemen vorzubeugen, sollte es morgens oder spätestens am frühen Nachmittag eingenommen werden. Empfohlen wird die Einnahme auf leeren Magen etwa 30 bis 60 Minuten vor einer Mahlzeit, da so die Aufnahme am besten ist. Alternativ geht auch 2 Stunden nach dem Essen.
Denn das Eiweiß in der Nahrung könnte mit SAMe konkurrieren und so die Aufnahme mindern. Wenn man zwei Dosen pro Tag nimmt, bietet sich eine morgens auf nüchternen Magen und eine vor dem Mittagessen an.
Fazit: SAMe als ergänzende Therapie
Studien zeigen, dass S-Adenosylmethionin in verschiedenen Bereichen positive Wirkungen haben kann. Bei Depressionen verbesserte es die Stimmung in etwa so gut wie klassische Antidepressiva.
Auch bei Gelenkbeschwerden wie Arthrose konnte der Stoff die Symptome lindern. Bei Lebererkrankungen deuten erste Ergebnisse darauf hin, dass SAMe die Leberwerte verbessert.
Für Betroffene könnte SAMe eine ergänzende Behandlung zu Standardtherapien sein, die häufig gut vertragen wird und kaum schwere Nebenwirkungen hat.