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SAMe - Wirkung und mögliche Vorteile im Überblick

SAMe ist ein körpereigener Stoff, der an zahlreichen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt ist. Als Nahrungsergänzung wird SAMe unter anderem bei Lebererkrankungen, Gelenkbeschwerden und Stimmungsschwankungen eingesetzt. Dieser Überblick zeigt, welche Wirkung SAMe haben kann, bei welchen Beschwerden es untersucht wurde und was bei der Einnahme zu beachten ist.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 28 September 2026
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Was ist SAMe?

SAMe ist die Abkürzung für S-Adenosylmethionin – eine Substanz, die in praktisch jeder Körperzelle vorkommt. Der Körper kann sie also auch selbst bilden - und zwar aus der Aminosäure Methionin.

Der Stoff ist auch unter den Abkürzungen SAM oder SAM-e bekannt. S-Adenosyl-L-Methionin ist die genauere chemische Bezeichnung.

SAMe wird seit Jahrzehnten als Präparat verwendet. In vielen Ländern ist es als Nahrungsergänzung erhältlich, in manchen wird es unter dem Wirkstoffnamen Ademetionin auch als verschreibungspflichtiges Medikament eingesetzt (z. B. in Italien und Spanien).

Die Forschung interessiert sich besonders für die stimmungsaufhellende Wirkung bei Depressionen, den entzündungshemmenden Effekt bei Gelenkbeschwerden und für die Unterstützung der Leberfunktion.

Was bewirkt SAMe im Körper?

S-Adenosylmethionin ist eine Verbindung aus den Stoffen Adenosin und Methionin. Seine wichtigste Aufgabe ist es, sogenannte Methylgruppen (winzige chemische Anhängsel) an andere Moleküle zu übertragen. Eine Methylgruppe wird in der Chemie so geschrieben: –CH₃

SAMe ist sogar der wichtigste Methylgruppen-Donor (= Methylgruppen-Spender) im menschlichen Stoffwechsel. Zwar trägt SAMe nur eine Methylgruppe, diese ist jedoch chemisch aktiviert und gezielt übertragbar – eine Eigenschaft, die es von den meisten anderen methylhaltigen Verbindungen unterscheidet.

Die „Methylierung“ wirkt im Körper wie ein Schalter. Sie kann beeinflussen, wie aktiv bestimmte Gene sind, wie stabil Zellmembranen aufgebaut werden oder wie schnell verschiedene Stoffwechselprozesse ablaufen.

Was bedeutet Methylierung genau?

Methylierung hat im Körper ganz unterschiedliche Aufgaben:

Methylierung für gesunde Zellen

Jede Zelle ist von einer Zellmembran umgeben. Diese besteht hauptsächlich aus Phospholipiden – fettähnlichen Molekülen, die die Zelle stabil halten, den Stoffaustausch steuern und für die Signalübertragung wichtig sind.

Damit sich gesunde und funktionsfähige Zellmembranen bilden können, ist der Baustoff Phosphatidylcholin nötig. Für dessen Bildung braucht es gleich drei aufeinanderfolgende Methylierungen – und SAMe liefert dafür die Methylgruppen.

Phosphatidylcholin ist eines der wichtigsten Membranlipide und besonders wichtig für Leberzellen, Nervenzellen und Mitochondrien (Kraftwerke im Innern der Zellen, die eine eigene Membran haben – ebenfalls aus Phosphatidylcholin).

Bei gestörter Methylierung im Bereich der Zell- oder Mitochondrienmembranen kann dies zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen führen oder beitragen:

Zu anhaltender Müdigkeit und schneller Erschöpfung, einer geringeren körperlichen und geistigen Belastbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, einer Fettleber und gestörten Entgiftungsfähigkeit, einer verminderten Stressresistenz sowie einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Entzündungsprozessen.

Methylierung gegen Alterung und chronische Krankheiten

Durch Methylierung kann SAMe Gene ein- oder ausschalten. Dadurch beeinflusst der Stoff verschiedene Zellfunktionen. Probleme in diesem Bereich werden mit beschleunigten Alterungsprozessen und chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Methylierung für ein gesundes Neurotransmitter-Gleichgewicht

Methylierung ist auch für die Synthese und den Abbau der Neurotransmitter (Dopamin, Serotonin, Noradrenalin) wichtig. Störungen in diesem Bereich können zu Stimmungsschwankungen, Stressreaktionen, Schlafproblemen und kognitiven Leistungseinbrüchen führen.

Methylierung für gute Entgiftung

Viele Schadstoffe werden durch Methylierung für die Ausscheidung vorbereitet. Auch die Leber wird durch effektive Methylierung entgiftet. Fehlen Methylgruppen, dann kommt es bei Entgiftungsprozessen zu Störungen. Der Körper speichert verstärkt Giftstoffe und Leber und Nieren können beeinträchtigt werden.

Methylierung für den Abbau von Homocystein

Durch Methylierung entsteht aus Homocystein Methionin. Dies ist wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Denn wenn der Homocystein-Spiegel steigt, kann er die Blutgefäße schädigen und das Risiko für Arteriosklerose erhöhen.

Methylierung für gesundes Knorpel- und Bindegewebe

Knorpel und Bindegewebe bestehen aus Kollagenfasern, Proteoglykanen (z. B. Aggrecan) und wasserbindenden Strukturen. Für deren Bildung braucht der Körper:

SAMe liefert Methylgruppen, die u. a. zur Bildung von Proteoglykanen beitragen. Zusätzlich fördert SAMe die Bildung von Glutathion – einem wichtigen körpereigenen Antioxidans, das Gelenke vor oxidativem Stress schützt und entzündungshemmend wirkt.

Weil Methylierungen in so vielen Bereichen des Körpers wichtig sind, wird S-Adenosylmethionin auch in unterschiedlichen Zusammenhängen erforscht – etwa im Leberstoffwechsel, im Nervensystem und bei der Gelenkfunktion.

Die Wirkungen von SAMe auf Leber, Psyche und Gelenke

Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Studien zu den Wirkungen von S-Adenosylmethionin vor.

SAMe bessert Leberwerte

Besonders hoch ist die Bedeutung von S-Adenosylmethionin in der Leber. Dort laufen unzählige Umbau- und Entgiftungsprozesse ab, für die der Stoff benötigt wird. Entsprechend wird seine Wirkung bei unterschiedlichen Lebererkrankungen untersucht (1).

Eine Übersichtsarbeit von 2024 fasste den Forschungsstand zusammen. Es flossen 15 Studien mit rund 1800 Teilnehmern ein.

In allen Studien zeigten sich Verbesserungen bei einzelnen Leberwerten – zum Beispiel bei viraler Hepatitis (einer Leberentzündung), Alkoholabhängigkeit oder Leberschäden nach Chemotherapie.

Bei Lebererkrankungen als begleitende Therapie

Die Dosierungen reichten in den Studien von 200 bis 2400 mg pro Tag – am häufigsten kamen 1000 bis 1200 mg zum Einsatz. SAMe wurde meist als Tablette verabreicht.

Je nach Lebererkrankung unterschied sich die Dosis etwas: bei alkoholischer Lebererkrankung waren es z. B. 400 bis 1200 mg täglich, bei Leberkrebs meist 1000 mg und bei Leberschäden durch Chemotherapie zwischen 800 und 1800 mg.

Die Studien dauerten von wenigen Tagen (akut) bis zu 24 Monaten (chronische Leberleiden).

Bislang wurde der Wirkstoff meist ergänzend zur Standardtherapie oder gegen Placebo getestet – weniger im Vergleich zu konventionellen Therapien. Deshalb wird der Stoff aktuell eher als zusätzliche Behandlungsoption bei Lebererkrankungen gesehen und nicht als Alleintherapeutikum.

SAMe reduziert Depressionen

Auch im Gehirn hängen die Bildung und Regulation von Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin indirekt mit der bereits erwähnten Methylierung zusammen.

Deshalb wird die Wirkung von S-Adenosylmethionin bei depressiven Beschwerden erforscht (2) – etwa in einer Übersichtarbeit von 2024. Diese umfasste 23 Studien mit insgesamt rund 2200 Teilnehmern.

S-Adenosylmethionin reduzierte depressive Symptome signifikant besser als Placebo. Wurde es gemeinsam mit Antidepressiva eingenommen, ergab sich kein klarer Zusatznutzen.

Auch zwischen dem Wirkstoff und Antidepressiva gab es keinen signifikanten Unterschied, was darauf hindeutet, dass die Wirkung vergleichbar sein könnte.

Die Forscher folgerten, dass der Stoff eine wirksame Behandlungsoption bei Depressionen sein könnte – vor allem, wenn herkömmliche Antidepressiva nicht vertragen oder abgelehnt werden.

In Studien wurde häufig 800 bis 1600 mg pro Tag als Tablette eingenommen – meist verteilt auf zwei Dosen jeweils über 2 bis 12 Wochen (3).

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SAMe bessert Gelenkbeschwerden

Knorpel und Bindegewebe bestehen unter anderem aus Proteoglykanen und Kollagenfasern.

S-Adenosylmethionin liefert dafür wichtige Methylgruppen und unterstützt die körpereigene Bildung von Glutathion – einem Antioxidans, das Zellen vor oxidativem Stress schützt und dadurch auch Entzündungsprozesse mit beeinflussen kann. Deshalb wird untersucht, ob SAMe bei Gelenkbeschwerden hilft.

Mehrere Arbeiten zeigen, dass S-Adenosylmethionin die Symptome bei Knie- und Hüftarthrose lindern kann (4) – zum Beispiel eine Studie von 2020.

Die 127 Probanden mit Kniearthrose wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 nahm 90 Tage lang 600 mg Etoricoxib – ein entzündungshemmendes Schmerzmittel (genauer ein NSAR), das bei Arthrose gängig ist.

Gruppe 2 nahm 15 Tage lang zunächst 600 mg Etoricoxib und zweimal täglich 400 mg SAMe. Danach nahm sie die restlichen 75 Tage nur noch einmal täglich 400 mg.

(Hinweis: In der Studie wird 600 mg Etoricoxib angegeben – das weicht stark von üblichen Dosierungen ab und dürfte ein Schreibfehler sein. Vermutlich sind 60 mg gemeint.)

SAMe bei Kniearthrose wirksamer als Medikament

Nach drei Monaten hatte sich die Gesamtbewertung in der SAMe-Gruppe stärker verbessert als in der Etoricoxib-Gruppe – obwohl erstere zu Beginn stärker beeinträchtigt war.

Besonders bei den Symptomen, Alltags- und Freizeitaktivitäten sowie der Lebensqualität zeigten sich größere Verbesserungen. Bei Schmerz und Gelenksteifheit ergab sich hingegen kein klarer Unterschied zwischen den Gruppen.

Auch einzelne ältere Studien kamen zu dem Schluss, dass der Stoff ähnlich wirkt wie klassische Antirheumatika (5) – die Studienlage ist jedoch insgesamt noch begrenzt.

Da seine Wirkung in Studien langsamer eintrat als bei Schmerzmitteln, wurde in der vorgestellten Studie die erste Phase zusätzlich mit Etoricoxib überbrückt.

Meist wurde SAMe in Arthrose-Studien als Tablette verabreicht. Die Dosen lagen zwischen 600 und 1200 mg täglich (6) – häufig 400 mg dreimal pro Tag über mehrere Wochen.

Wie wird SAMe im Körper gebildet?

Aus der Aminosäure Methionin wird mit Hilfe von Energie (ATP) SAMe hergestellt. SAMe gibt nun im Rahmen der Methylierung seine Methylgruppe ab und wird zu Homocystein. Dieses wird mit Hilfe von Vitamin B12 und Folsäure/Folat wieder zu Methionin abgebaut und der Kreislauf beginnt von neuem. Dieser Zyklus findet in jeder Körperzelle statt.

Methionin wird dabei also nicht etwa ständig verbraucht, sondern immer wieder recycelt.

Gibt es einen SAMe-Mangel?

Ein SAMe-Mangel ist keine gängige Diagnose wie etwa ein Vitamin-B12-Mangel. Bluttests auf SAMe sind daher unüblich und werden selten durchgeführt.

Ein erhöhter Homocysteinspiegel im Blut kann jedoch ein Hinweis auf eine Störung im Methylstoffwechsel sein. Denn wenn Homocystein nicht mehr ausreichend weiterverarbeitet wird, sammelt es sich im Blut an. Dies ist meist bei einem Vitamin-B12- und/oder Folat-Mangel der Fall.

Denn die beiden Vitamine bauen Homocystein ab, so dass wieder Methionin entsteht, das nun erneut für die SAMe-Bildung verwendet werden kann. Wird Homocystein nicht mehr abgebaut, ist quasi eine Sackgasse erreicht - und der Kreislauf ist unterbrochen.

Ein Methioninmangel könnte theoretisch ebenfalls zu einem SAMe-Mangel führen. Doch wer einen so starken Methioninmangel hat, isst vermutlich insgesamt zu wenig oder ernährt sich äußerst ungesund, so dass dann auch andere Mängel vorliegen.

Auch chronische Leberkrankheiten, generell chronisch entzündliche Erkrankungen sowie manche Medikamente (z. B. Methotrexat) können den SAMe-Stoffwechsel ungünstig beeinflussen, so dass die Konzentration im Körper sinkt.

Welche Symptome treten bei einem SAMe-Mangel auf?

Es ist nicht klar belegt, welche Symptome wirklich auf einen SAMe-Mangel zurückzuführen sind. Niedrige SAMe-Spiegel werden jedoch zumindest mit folgenden Beschwerden in Verbindung gebracht:

Gelenkprobleme und Knorpelverschleiß

Fehlt SAMe im Gelenkgewebe, verliert der Knorpel an Elastizität. Das kann sich in Gelenkschmerzen und Knorpelverschleiß äußern. Niedrige Werte finden sich häufig bei Arthrose-Patienten.

Depressionen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme

Niedrige SAMe-Konzentrationen wurden zudem bei Personen mit Depressionen festgestellt. Denn SAMe ist an der Bildung von Serotonin und Dopamin beteiligt. Auch Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme sind möglich.

Haut- und Haarprobleme sowie erhöhte Infektanfälligkeit

Auch trockene Haut, brüchige Haare sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit wurden beschrieben, da SAMe für die Keratin- und Glutathionbildung benötigt wird. Glutathion ist ein körpereigenes Antioxidans, das gegen oxidativen Stress vorgeht, aber auch für eine starke Abwehrreaktion des Immunsystems nötig ist, wenn Bakterien oder Viren grassieren.

Bringt es etwas, SAMe als Nahrungsergänzung zu nehmen?

Die SAMe-Bildung findet zwar ständig in unseren Zellen statt – millionenfach pro Sekunde. Dennoch ist die Neubildung auch begrenzt.

Sie hängt davon ab, wie gut der Organismus mit Methionin, Vitamin B12 und Folat versorgt ist und wie hoch die Aktivität der benötigten Enzyme ist. Stress, chronische Entzündungen, genetische Faktoren und auch einfach das Alter können die Neubildung reduzieren.

Wenn dann entsprechende Beschwerden vorliegen - siehe oben bei den Symptomen - ist die Einnahme von SAMe als NEM sinnvoll (und deutlich sinnvoller als die Einnahme von Methionin).

Warum sich die Einnahme gerade bei Arthrose lohnt

Im Gelenk herrschen bei einer Arthrose meist chronische Entzündungen, oxidativer Stress und Knorpelabrieb. Der Organismus will dagegen ankämpfen und braucht dafür organischen Schwefel für den Knorpel sowie große Mengen Glutathion, das stärkste körpereigene Antioxidans.

Dazu zweigt die Leber größere Mengen Homocystein aus dem Recycling-Kreislauf ab. Daraus werden nun sowohl Glutathion als auch Knorpelschwefel hergestellt. Das bedeutet aber auch, dass das Homocystein nicht mehr zu Methionin umgewandelt werden kann, so dass der Rohstoff für SAMe fehlt.

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und das Gelenk wieder mit SAMe zu versorgen, hat man theoretisch zwei Optionen:

Soll man Methionin oder direkt SAMe nehmen?

1. Man nimmt Methionin ein, was aber zu einem Homocysteinstau führen könnte, wenn der Organismus nicht genügend Kapazitäten hat, um Homocystein auch tatsächlich umzuwandeln. Es könnte sich nun im Blut anhäufen, was toxisch ist und Gefäßschäden verursachen kann.

2. Man nimmt direkt SAMe ein. Dies ist die bessere Variante. Das Gelenk bekommt sofort die aktive Form, ohne dass die Leber mit der Umwandlung von Methionin gestresst wird und ohne das Risiko eines erhöhten Homocystein-Spiegels.

Worauf beim Kauf von SAMe achten?

SAMe als Nahrungsergänzung ist meist in Kapselform erhältlich.

Üblich ist eine Dosierung von 100 oder 200 mg, selten 400 mg pro Kapsel. Höhere Dosen pro Kapsel sind nicht zwangsläufig besser, weil man dann nicht - wie empfohlen - mit niedrigen Dosen starten kann.

Achten Sie darauf, dass das Präparat SAMe in Salzform enthält (häufig S-Adenosylmethionin-Tosylat-Disulfat). In dieser Form ist es stabiler und in der Kapsel besser haltbar als „freies“, nicht salzgebundenes SAMe.

Ein Beispiel für ein stabilisiertes salzgebundenes SAMe ist Adonat®, ein patentierter, hochwertiger (gut verwertbarer) und stabiler Markenrohstoff. Wenn dieser enthalten ist, steht dies häufig (aber nicht immer) auf der Packung. Im Zweifel fragen Sie beim Hersteller nach.

Da SAMe außerdem eine schlechte Bioverfügbarkeit im Darm hat und nur dann am besten aufgenommen wird, wenn möglichst viel auf einmal im Darm eintrifft, sind magensaftresistente Kapseln wichtig. Diese lösen sich erst im Dünndarm auf. Ohne diese Kapseln gelangt SAMe immer nur portionsweise aus dem Magen in den Darm, was die Bioverfügbarkeit verschlechtert.

Welches SAMe ist empfehlenswert?

Wir haben lange nach einem guten SAMe-Produkt gesucht. Entweder waren die Präparate nicht stabilisiert oder nicht magensaftresistent oder schlicht sehr hochpreisig.

Schließlich haben wir uns für diese Präparat entschieden: Es ist ein hochwertiges und gleichzeitig preiswertes * SAMe-Präparat. Pro magensaftresistenter veganer Kapsel sind 100 mg Adonat® enthalten.

Andere Präparate enthalten zwar oft 200 mg pro Kapsel, weisen aber einen der o. g. Nachteile auf - und da man die Tagesdosis ohnehin auf 2 Einnahmen aufteilt, ist es machbar jeweils 4 Kapseln zu nehmen.

Wenn Sie mehr als 800 mg nehmen möchten oder nicht so viele Kapseln schlucken möchten und dabei nicht ganz so penibel auf zusatzstofffreie Kapseln achten, wäre * dieses Präparat eine Alternative. Es enthält 400 mg in Form von stabilisiertem SAMe-Salz, ist vegan und magensaftresistent.

Die richtige Dosierung

Als Nahrungsergänzung gelten moderate Dosen von 400 bis 800 mg als sicher. Idealerweise wird die Einnahme auf zwei Dosen täglich aufgeteilt und eingeschlichen – starten Sie am besten mit 200 mg und steigern Sie die Dosis langsam.

In Studien kamen häufig höhere Dosen zum Einsatz – 1200 bis 1600 mg gelten als Hochdosen.

Wer solche Dosierungen einnehmen möchte, sollte dies ärztlich begleiten lassen – besonders bei Medikamenteneinnahme und Krankheiten. Denn bei bestimmten Medikamenten und Vorerkrankungen kann es Risiken geben, die man überwachen sollte (siehe weiter unten).

Nachfolgend führen wir die Dosierungsempfehlungen pro Tag je nach Anwendungsgebiet auf.

Die Dosis bei Stimmungsaufhellung und Depressionen

Beginnen Sie mit 200 bis 400 mg und steigern Sie bei Bedarf auf 800 mg. Bei schweren Depressionen kamen bis zu 1600 mg zum Einsatz.

Die Dosis bei Gelenkbeschwerden und Arthrose

Bei Gelenkbeschwerden sind 800 bis 1200 mg pro Tag typisch. Es dauert einige Wochen, bis die Wirkung eintritt.

Die Dosis bei Lebererkrankungen

Bei Lebererkrankungen werden ebenfalls häufig 800 bis 1200 mg empfohlen – meist auf zwei bis drei Dosen verteilt.

Wie lange sollte man SAMe einnehmen?

Man kann es sowohl kurzfristig für einige Wochen (z. B. zur Stimmungsaufhellung oder Schmerzreduktion) oder langfristig über viele Monate (eher chronische Leiden) einnehmen.

Bei längerer Anwendung wird häufig versucht, nach einer anfänglichen Anlaufphase auf eine niedrigere Erhaltungsdosis zu wechseln. Wir stellen anschließend einen Plan für eine kurweise Einnahme vor.

SAMe – Die Kur mit Anleitung

In den allermeisten Fällen ist eine kurweise Einnahme völlig ausreichend. Denn die durch SAMe erzielte Schmerzlinderung und die verbesserte Beweglichkeit der Gelenke können nach dem Absetzen von SAMe noch mehrere Wochen bis Monate anhalten.

SAMe kurbelt die Synthese von Knorpelbausteinen (Proteoglykanen) an und senkt den Spiegel entzündungsfördernder Botenstoffe nachhaltig. Dieser regenerierte Zustand hält eine Weile vor, bevor der Knorpelverschleiß der Arthrose das Gewebe im Laufe der Zeit wieder einholt.

Die Intensiv-Phase: 8 bis 12 Wochen

Nehmen Sie die ausgewählte Dosis (z. B. 800 oder 1200 mg pro Tag), starten Sie aber mit einer geringen Dosis – einerseits um die Verträglichkeit zu testen, andererseits finden Sie auf diese Weise – wenn Sie die Dosis dann langsam steigern – vielleicht heraus, dass schon eine niedrigere Dosis für Sie reicht.

Die Tagesdosis wird aufgeteilt auf 2–3 Einnahmen und nüchtern 30-60 Minuten vor den Mahlzeiten eingenommen; aber nicht abends (um den Schlaf nicht zu stören), sondern bei 2 Einnahmen morgens und mittags, bei 3 Einnahmen die dritte Einnahme am Nachmittag.

Spätestens nach ca. 3 bis 4 Wochen müsste die Wirkung spürbar sein. Nach 2 bis 3 Monaten – so das Ziel – sind die Knorpelzellen mit Schwefel- und Methylgruppen gesättigt.

Die Erhaltungs-Phase: 4 Wochen

Wenn die Beschwerden deutlich nachgelassen haben, können Sie die Dosis für einen Monat auf 400 bis 600 mg pro Tag halbieren.

Die Einnahmepause: 2 bis 4 Monate

Nach der Erhaltungs-Phase, also nach 3 oder spätestens 4 Monaten, setzen Sie das Präparat ab. Sie profitieren nun vom oben beschriebenen Nachwirkeffekt.

Erst wenn die Gelenkschmerzen langsam wieder zunehmen oder ein nass-kaltes Wetter (Herbst/Winter) naht, starten Sie mit der nächsten Kur.

Womit kann man die Einnahme kombinieren?

Eine Kombination mit bestimmten Vitaminen kann die Wirksamkeit der Substanz unterstützen. Vitamin B12, Vitamin B6 und Folsäure sind die wichtigsten Partner. Ein Mangel dieser drei Vitamine (oder auch nur von einem der drei) kann zu niedrigen SAMe-Spiegeln führen. Umgekehrt stellt eine ausreichende Versorgung sicher, dass der Stoff optimal wirken kann.

Viele Experten raten deshalb dazu, bei Verdacht auf einen Mangel zuerst den Status von Vitamin B12, Folsäure und Vitamin B6 beim Arzt überprüfen zu lassen.

So kann man die Vitamine, wenn nötig, gezielt ergänzen oder SAMe mit einem Vitamin-B-Komplex kombinieren.

* Einen Vitamin-B-Komplex finden Sie hier.

Wann - zu welcher Tageszeit - sollte man SAMe einnehmen?

Laut Erfahrungsberichten hat SAMe eine anregende Wirkung. Als Folge kann es bei empfindlichen Personen zu Schwierigkeiten beim Einschlafen kommen.

Vermutlich ist der Grund dafür, dass durch SAMe die Neurotransmitter-Spiegel (z. B. Dopamin und Noradrenalin) steigen, was dann abends eher wachhält.

Um Schlafproblemen vorzubeugen, sollte es morgens oder spätestens am frühen Nachmittag eingenommen werden. Empfohlen wird die Einnahme auf leeren Magen etwa 30 bis 60 Minuten vor einer Mahlzeit, da so die Aufnahme am besten ist. Alternativ geht auch 2 Stunden nach dem Essen.

Denn das Eiweiß in der Nahrung könnte mit SAMe konkurrieren und so die Aufnahme mindern. Wenn man zwei Dosen pro Tag nimmt, bietet sich eine morgens auf nüchternen Magen und eine vor dem Mittagessen an.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

SAMe gilt generell als gut verträglich – unerwünschte Wirkungen sind selten und meist mild. Gelegentlich kann es zu Magen-Darm-Beschwerden oder leichten Kopfschmerzen kommen. Dies ist jedoch eher bei höheren Dosen von über 800 mg der Fall.

Die Gefahr für Nebenwirkungen sinkt, wenn man die Tagesdosis auf zwei Einzeldosen aufteilt und/oder sie zu einer leichten Mahlzeit einnimmt. Ansonsten wird die Einnahme auf leeren Magen empfohlen.

Wer sollte SAMe nicht einnehmen?

Bei einzelnen Patienten mit bipolarer Störung führte der Stoff zu Symptomen einer Manie. Personen mit bipolaren Störungen wird deshalb davon abgeraten, SAMe einzunehmen.

Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit wird von der Einnahme ganz abgeraten, da wie so oft keine ausreichenden Studien vorliegen. SAMe könnte die Plazenta passieren. Auch bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Studien vor.

Wer Antidepressiva nimmt und SAMe als Zusatztherapie in Betracht zieht, sollte dies mit dem Arzt absprechen. Bei Antidepressiva besteht das Risiko eines Serotonin-Syndroms. Das ist ein Überschuss an Serotonin, der u. a. zu Unruhe und Herzrasen führen kann. Die Dosen müssen genau aufeinander abgestimmt sein.

Wer Parkinson-Medikamente nimmt, sollte SAMe ebenfalls nur in Rücksprache mit dem Arzt ausprobieren. Es kann die Wirksamkeit von Levodopa reduzieren und somit die Symptome verschlechtern.

Auch wer andere Nahrungsergänzungen mit Wirkungen auf das Gehirn nimmt, sollte vorsichtig sein (z. B. 5-HTP, Tyrosin, Johanniskraut). Die Mittel könnten sich in ihren Wirkungen überlappen und gegenseitig verstärken.

* Hier finden Sie unseren Kochkurs für eine gesunde basische Ernährung.

Ist SAMe in Lebensmitteln enthalten?

SAMe kommt als natürliches Zwischenprodukt in allen lebenden Zellen vor und daher auch in Lebensmitteln, allerdings nur in Spuren. Zudem wird SAMe in toten Zellen schnell abgebaut, so dass man über die Nahrung keine relevanten Mengen davon aufnehmen kann.

Wichtig ist vielmehr, dass die Nahrung genug Material für die körpereigene SAMe-Bildung bereithält: Methionin und die Vitamine B12 und Folat enthält. Methionin ist eine Aminosäure, die – als Baustein von Proteinen – besonders in proteinreichen Lebensmitteln enthalten ist.

Fleisch liefert zwar mehr Methionin als pflanzliche Proteinquellen. Doch kann der Methioninbedarf sehr gut auch rein vegan gedeckt werden - zumal für die SAMe-Bildung nur wenig Methionin benötigt wird. Schon weiter oben haben wir ja erklärt, dass es - im gesunden Körper - ständig recycelt wird, so dass gar nicht ständig neues Methionin erforderlich ist.

Und wenn bei Krankheiten nicht mehr genügend SAMe hergestellt wird, ist ohnehin sinnvoller, es direkt einzunehmen. Der verstärkte Verzehr von Methionin bringt dagegen nicht so viel.

Fazit: SAMe als ergänzende Therapie

Studien zeigen, dass S-Adenosylmethionin in verschiedenen Bereichen positive Wirkungen haben kann. Bei Depressionen verbesserte es die Stimmung in etwa so gut wie klassische Antidepressiva.

Auch bei Gelenkbeschwerden wie Arthrose konnte der Stoff die Symptome lindern. Bei Lebererkrankungen deuten erste Ergebnisse darauf hin, dass SAMe die Leberwerte verbessert.

Für Betroffene könnte SAMe eine ergänzende Behandlung zu Standardtherapien sein, die häufig gut vertragen wird und kaum schwere Nebenwirkungen hat.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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