Was ist Lactoferrin?
Lactoferrin ist ein körpereigenes Eiweiß (Protein), das zur angeborenen Immunabwehr gehört. Manchmal wird es auch als «Milchprotein» bezeichnet.
Seinen Namen Lactoferrin hat es erhalten, weil man es einerseits zuerst in Milch nachweisen konnte und es andererseits sehr gut Eisen binden kann (lacteus ist das lateinische Wort für Milch, ferrum steht für Eisen).
Die Eisenbindung ist auch gleich eine der wichtigsten Aufgaben des Proteins. Denn viele Krankheitserreger benötigen Eisen, um sich zu vermehren. Lactoferrin kann ihnen dieses Eisen entziehen (indem es das Eisen an sich bindet), so dass sie schlechter wachsen.
Es bindet dabei nur freies Eisen und stört daher den Eisenstoffwechsel des Menschen nicht, tastet also das für den Menschen wichtige Transferrin oder Ferritin nicht an.
Gleichzeitig kann es direkt an Bakterien und Viren andocken und so verhindern, dass diese wiederum an Wirtszellen andocken.
Als Nahrungsergänzung nimmt man es ein, um die Immunabwehr und die Eisenaufnahme zu unterstützen. Auch bei Hautkrankheiten (z. B. Akne) oder für den Magen – begleitend zur Helicobacter-Therapie – kann man das Protein einsetzen.
Wo ist Lactoferrin natürlich enthalten?
Lactoferrin kommt vor allem in der Milch von Säugetieren vor – insbesondere im Kolostrum. Das ist die besonders nährstoffreiche, dickflüssige Vormilch, die in den ersten Tagen nach der Geburt gebildet wird. Danach nimmt der Gehalt ab.
In der Milch unterstützt der Stoff die Entwicklung des Säuglings und schützt ihn, bis sein eigenes Immunsystem ausgereift ist.
Menschliche Milch enthält dabei deutlich mehr als die Milch von z. B. Kuh, Schaf oder Ziege.
Aber auch in Tränenflüssigkeit, Speichel, Schleimhäuten und weißen Blutkörperchen ist das Protein enthalten. Es kommt überall dort vor, wo der Körper Keime abwehren, und empfindliche Oberflächen schützen muss.
Welche Lebensmittel enthalten das Protein?
In pflanzlichen Lebensmitteln ist Lactoferrin nicht enthalten. Auch Fisch und Eier enthalten den Stoff nicht. In Fleisch könnten allenfalls minimal Spuren enthalten sind. Diese sind aber nicht relevant.
Milch
Milch ist das einzige Lebensmittel, das Lactoferrin in relevanten Mengen enthält, aber immer noch zu wenig, um eine Wirkung zu erwarten, wie sie von entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln ausgeht.
Der Gehalt variiert in der Milch je nach Studie und liegt neueren Zahlen zufolge in Kuhmilch etwa zwischen 10 und 30 mg pro 100 ml Milch (1) (normaler Kuhmilch, also nicht Kuh-Kolostrum).
In menschlicher Muttermilch ist der Gehalt höher. Er liegt im Kolostrum bei durchschnittlich 490 mg pro 100 ml – in normaler Muttermilch (4 Wochen nach der Geburt) bei 210 mg pro 100 ml (2).
Käse
Auch wenn Kuhmilch Lactoferrin enthält, ist das Protein in Käse kaum mehr vorhanden. Denn es gehört zu den Molkenproteinen, die bei der Herstellung von Käse abgetrennt werden.
Zusätzlich reagiert das Protein empfindlich auf Hitze, Säure und den Reifungsprozess. Selbst wenn zunächst noch kleine Reste im Käse enthalten gewesen wären, verschwinden diese während der Käseherstellung.
Molke
Frische Molke enthält im Vergleich zu Käse zwar mehr Lactoferrin, da sie die wasserlöslichen Molkenproteine der Milch enthält. Dennoch sind die absoluten Mengen gering. Auch sinken diese noch weiter, wenn Molke z. B. pasteurisiert oder anderweitig verarbeitet wird - z. B. zu Wheyproteinpulver (Molkenproteinpulver).
Handelsübliche Wheyprodukte sind auf einen hohen Gesamtproteingehalt optimiert und bestehen überwiegend aus β-Lactoglobulin und α-Lactalbumin, also aus den Hauptproteinen der Molke.
Die empfindlichen "Nebenproteine" der Molke, zu denen Lactoferrin gehört, werden bei Filtration, Erhitzung und Trocknung größtenteils entfernt oder inaktiviert.
Je stärker das Whey verarbeitet ist (z. B. Isolat oder Hydrolysat), desto geringer ist der Lactoferrin-Gehalt.
Woraus wird Lactoferrin für Nahrungsergänzungsmittel hergestellt?
Für Nahrungsergänzungen wird der Stoff bislang meist aus Kuhmilch gewonnen. In den letzten Jahren wurden jedoch große Fortschritte in der Herstellung veganer Präparate erzielt (dazu später mehr).
Welche Wirkungen hat Lactoferrin?
Das Protein wirkt entzündungshemmend und unterstützt das Immunsystem. Außerdem hat es antioxidative, antibakterielle und antivirale Eigenschaften und kann die Darmflora positiv beeinflussen. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Wirkungen anhand von Studien vor.
Stärkend fürs Immunsystem – weniger Atemwegsinfekte
In einer Übersichtsarbeit von 2021 konnten Forscher zeigen, dass der Stoff das Risiko für Atemwegsinfekte senken kann (3). Es flossen 9 Studien mit rund 1700 Teilnehmern (Früh- und Neugeborene, Kleinkinder und Erwachsene) in die Arbeit ein.
Lactoferrin wurde in Form von angereicherter Säuglingsmilch, als Kapsel, Tablette oder Mundgel verabreicht. Die Dosis reichte von 25 mg bis 2 g pro Tag. Die Studien dauerten von rund einem Monat bis zu einem Jahr.
Insgesamt war die Wahrscheinlichkeit, einen Atemwegsinfekt zu bekommen, unter Lactoferrin deutlich geringer als in den Placebo-Gruppen – und zwar um rund 40 Prozent.
In einer der Studien zum Beispiel nahmen 310 Probanden 12 Wochen lang entweder 200 oder 600 mg pro Tag als Tablette ein. Infekte waren daraufhin durchschnittlich einen Tag kürzer als in der Placebogruppe. Sie dauerten nur zwei statt drei Tage (4).
Weitere Studien deuten darauf hin, dass die schützende Wirkung vor Infekten vor allem bei Kindern eintritt, während der Stoff bei Erwachsenen eher Entzündungswerte positiv beeinflusst (5).
* Hier finden Sie Lactoferrin ohne Zusatzstoffe (nicht vegan).
Besserung bei Akne
Forscher prüften in einer Studie von 2017, wie sich eine Nahrungsergänzung mit dem Protein bei Personen mit milder bis moderater Akne auswirkt (6).
Rund 170 Personen nahmen entweder 12 Wochen lang zweimal täglich je eine Kapsel mit 100 mg Lactoferrin, 11 IE Vitamin E und 5 mg Zink (L-Gruppe) oder ein Placebo ein (P-Gruppe).
In der L-Gruppe ging die Akne signifikant stärker zurück als in der Kontrollgruppe. Die ersten Unterschiede waren bereits nach 2 Wochen sichtbar.
Auch Mitesser und entzündete Hautstellen nahmen stärker ab. Nach der Studie hatte sich der Fettgehalt der Haut zudem leicht verbessert.
Da die Nahrungsergänzung auch Vitamin E und Zink enthielt, kann die Wirkung nicht allein auf das Protein zurückgeführt werden.
Eine kleinere Studie von 2010 kam jedoch zu einem sehr ähnlichen Ergebnis (7). Dort hatten 36 Probanden entweder 12 Wochen lang täglich fermentierte Milch mit 200 mg Lactoferrin oder Milch ohne den Stoff getrunken. Das Milchprotein scheint also in Sachen Haut deutlich positiv zu wirken.
Hilfreich bei Eisenmangel
Ein wichtiger Anwendungsbereich des Proteins ist die Unterstützung der Eisenversorgung. Lactoferrin liefert selbst kein Eisen, kann jedoch die Aufnahme und Verwertung des bereits vorhandenen Eisens (aus der Nahrung) im Dünndarm fördern.
In einer Übersichtsarbeit von 2024 untersuchten Forscher die Frage, ob der Stoff bei Eisenmangel genauso gut oder sogar besser als klassische Eisenpräparate wirkt (8). Hierfür analysierten sie 19 Studien mit rund 3000 Teilnehmern.
Die Probanden – darunter viele Schwangere, aber auch Kinder und Jugendliche mit Eisenmangel – nahmen entweder zwischen 100 und 250 mg Lactoferrin täglich oral (z. B. als Sachet) oder ein Eisenpräparat (häufig Eisensulfat) ein. Die Studien dauerten 30 bis 90 Tage.
In vielen der Studien stieg der Hämoglobinwert in beiden Gruppen – oft aber stärker unter Lactoferrin. Ein steigender Hämoglobinwert bedeutet, dass sich eine Blutarmut (Anämie) wieder zurückbildet.
Lactoferrin ist oft besser verträglich als Eisenpräparate
Das Protein war in obiger Übersichtsarbeit zudem häufig besser verträglich, weshalb die Probanden sich genauer an die Einnahme hielten. Das Eisensulfat führte hingegen oft zu Magen-Darm-Beschwerden.
Lactoferrin kann somit in Dosen von 100 bis 250 mg eine wirksame Alternative sein, wenn herkömmliche Eisenbehandlungen nicht gut vertragen werden und Nebenwirkungen verursachen.
Erklärt wird der Effekt unter anderem mit der entzündungshemmenden Wirkung des Stoffes. Er bremst Entzündungsprozesse, wodurch der Eisenstoffwechsel wieder besser funktioniert.
Bei Helicobacter pylori: Mit Antibiotika kombinieren
Lactoferrin wirkt sich zudem positiv auf die Darmflora aus. Es könnte die Barrierefunktion der Darmschleimhaut stärken und potenziell schädliche Keime im Darm reduzieren (9). Das geht aus Labor- und Tierstudien hervor.
Deshalb wurde der Stoff auch bei Magen-Darm-Erkrankungen getestet – etwa bei Infektionen mit Helicobacter pylori (10). Das ist ein Bakterium, das Gastritis und Magengeschwüre verursachen kann. Es wird auch als «Magenkeim» bezeichnet und wird meist mit Antibiotika therapiert.
Lactoferrin könnte die Antibiotika-Therapie sinnvoll ergänzen, wie aus einer Übersichtsarbeit von 2023 hervorgeht.
In einer der analysierten Studien nahmen 59 Probanden 12 Wochen lang entweder zweimal täglich 200 mg Lactoferrin als Tablette oder ein Placebo ein. Antibiotika wurden hier nicht gegeben, um zunächst zu sehen, wie die alleinige Einnahme von Lactoferrin wirkt.
Bei rund 32 Prozent nahm die Aktivität des Magenkeims im Atemtest daraufhin deutlich ab (11) – unter Placebo bei nur 3,6 Prozent. Einige Wochen später waren die Werte jedoch wieder wie zuvor. Deshalb gehen Forscher davon aus, dass der Stoff die Keime eher bremst als ganz beseitigt.
In Studien mit gleichzeitiger Antibiotika-Einnahme erzielte die zusätzliche Lactoferrin-Gabe eine bessere Wirkung als Antibiotika allein (12). Hierfür nahmen die Probanden zusätzlich zur 7-tägigen Antibiotika-Therapie jeweils zweimal täglich 200 mg Lactoferrin ein.
Zum Abnehmen? Gegen Bauchfett?
In einer Studie von 2010 wurde untersucht, ob Lactoferrin dabei helfen könnte, schädliches Bauchfett zu reduzieren (13). Für die Untersuchung nahmen 26 übergewichtige Erwachsene acht Wochen lang täglich 300 mg Lactoferrin oder ein Placebo.
Anschließend hatte die Lactoferrin-Gruppe deutlich weniger viszerales (inneres) Bauchfett: Die viszerale Fettfläche nahm im Durchschnitt um etwa 15 cm² ab, während sich in der Placebo-Gruppe kaum etwas änderte. Zusätzlich verloren die Teilnehmenden mit Lactoferrin etwas an Gewicht sowie an Bauch- und Hüftumfang. Nebenwirkungen traten nicht auf.
Bei gesunden Normalgewichtigen liegt die viszerale Fettfläche meist unter 80 cm². Die Studienteilnehmer mit über 100 cm² hatten also bereits ein deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko.
In der Studie wurden jedoch Kapseln mit (echtem!) magensaftresistenten Überzug (Schellack) eingesetzt, sodass das Lactoferrin vollständig erst im Darm freigesetzt wurde.
Im Handel findet man häufig Lactoferrin-Produkte, die mit "magensaftresistent" beworben werden, dann aber nur aus herkömmlichen HPMC-Kapselhüllen bestehen. Diese sind zwar etwas magensaftstabiler als Gelatine, aber keinesfalls tatsächlich magensaftresistent.
Achten Sie beim Kauf darauf und fragen Sie in der Apotheke konkret nach. Im online-Handel konnten wir kein Lactoferrin finden, das wirklich magensaftresistent war.
Lactoferrin kaufen: Worauf achten?
Es gibt das Milchprotein als Nahrungsergänzung in Kapselform und seltener auch als Pulver sowie als Flüssigkeit zu kaufen. Bisher sind die Präparate vorwiegend online erhältlich, aber auch in herkömmlichen Apotheken, in manchen Reformhäusern und Bioläden.
Achten Sie darauf, dass der Gehalt in mg angegeben ist – nicht nur die Menge an Kolostrum oder Molkenprotein. Denn der Lactoferringehalt in Kolostrum bzw. Molkenprotein kann stark schwanken.
Die Dosierungen reichen meist von 100 mg bis 250 mg pro Tagesdosis.
Es gibt Präparate, die konkret für die Optimierung des Eisenspiegels gedacht sind und zusätzlich noch Eisen und Vitamin C enthalten.
Auch Kombinationen mit Quercetin, Vitamin C und Vitamin D sind erhältlich. Sie werden meist zur Unterstützung des Immunsystems beworben.
Kombinationen mit Vitamin E und Zink zielen dagegen eher auf die Behandlung von Akne und Hautunreinheiten ab, sind aber auch für das Immunsystem wirksam.
Ist liposomale Qualität nötig?
Inzwischen gibt es auch liposomale Produkte. Liposomale Qualitäten sind wichtig, wenn ein Stoff ansonsten nur schlecht bioverfügbar ist, also aus dem Darm kaum ins Blut aufgenommen wird.
Lactoferrin soll jedoch ohnehin lokal im Darm wirken, muss also gar nicht ins Blut gelangen, so dass eine liposomale Qualität im Grunde unnötig ist, zumal sie doppelt so teuer sein kann. Auch in den oben vorgestellten Studien wurde stets nicht-liposomales Lactoferrin eingesetzt, so dass
Veganes Lactoferrin kaufen?
Lactoferrin wird bislang fast immer aus Kuhmilch hergestellt. In den letzten Jahren gab es jedoch große Fortschritte an veganen Herstellungsmethoden wie z. B. der Präzisionsfermentation. Dabei wird der Stoff mittels Fermentation aus Mikroorganismen produziert.
Im Februar 2024 erhielt ein solches Produkt erstmals die offizielle Vegan-Zertifizierung und auch weitere Unternehmen arbeiten daran.
Auf dem europäischen Markt sind vegane Präparate aber bisher noch nicht erhältlich. Auf diese Weise gewonnene Präparate müssen jeweils separat von der EFSA als „Novel Food“ zugelassen werden. Viele Unternehmen peilen erst den amerikanischen Markt an, weil er einfacher zugänglich ist.
In den USA gibt es z. B. das vegane Präparat IronKind – das Unternehmen liefert jedoch nicht ins Ausland.
Vorsicht bei Milcheiweißallergie und Laktoseintoleranz
Lactoferrin ist ein Milchprotein. Bei einer Milcheiweißallergie ist daher zunächst von einer Einnahme abzuraten.
Meist reagiert man aber nicht auf alle Milchproteine gleichermaßen, weiß jedoch nicht, auf welche genau man reagiert und auf welche nicht. Bei Interesse kann man dies beim Allergologen genauer abklären lassen.
Wenn Sie wissen, dass Sie nicht auf Lactoferrin reagieren, sollten Sie auch den Reinheitsgrad des Präparats beachten. Denn es könnten auch andere Milchproteine enthalten sein.
Je höher aber der Reinheitsgrad (oftmals angegeben), desto geringer ist der Anteil an anderen Milchproteinen (z. B. Beta-Lactoglobulin, ein häufiges Allergen in Kuhmilch).
Wer an Laktoseintoleranz leidet, kann den Stoff meist nehmen, da der Lactosegehalt bei den meisten Präparaten gegen null geht – es sind höchstens Spuren enthalten. Achten Sie auf die Angaben des Herstellers.
Einnahme und Dosierung
Einheitliche Einnahmeempfehlungen gibt es für Lactoferrin nicht. Je nach Studie und Ziel wurden unterschiedliche Dosierungen getestet.
Bei Eisenmangel waren es meist zwischen 100 mg und 250 mg pro Tag über 30 bis 90 Tage. Für Infekte und Erkältungen wurden häufig 200 bis 600 mg täglich über 12 Wochen geprüft.
Bei Helicobacter pylori kamen meist 200 mg zweimal täglich zum Einsatz – ergänzend zur Antibiotika-Therapie. Bei Akne waren es oft 200 mg pro Tag über 12 Wochen.
Ob es zu einer Mahlzeit, davor oder danach eingenommen werden sollte, geht aus den Studien nicht hervor. Manche Hersteller schreiben, man solle es morgens auf nüchternen Magen nehmen.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
In den meisten Studien war der Stoff gut verträglich. Manchmal kam es zu milden Magen-Darm-Beschwerden, diese waren jedoch seltener als bei Eisenpräparaten. Wer an einer Milcheiweißallergie leidet, sollte mit Lactoferrin vorsichtig sein.
Da Wechselwirkungen selten systematisch untersucht werden, sollten Sie bei Medikamenteneinnahme sicherheitshalber einen Abstand von zwei Stunden einhalten.
Wozu macht man einen Lactoferrin-Test?
Vielleicht haben Sie schon einmal vom Lactoferrin-Test gehört. Dabei wird nun aber nicht der Lactoferrin-Spiegel im Blut überprüft, um zu sehen, wie gut jemand mit dem Protein "versorgt" ist.
Stattdessen wird Lactoferrin im Stuhl gemessen - und zwar dann, wenn chronische Darmbeschwerden plagen und man herausfinden will, ob eine chronisch entzündliche Darmerkrankung vorliegt (echte Entzündung) oder "nur" ein Reizdarmsyndrom (nur funktionelle Beschwerden ohne umfangreiche Entzündung).
Gemessen wird dabei das körpereigene Lactoferrin, also nicht dasjenige, das man über die Nahrung oder Nahrungsergänzungen zu sich genommen hat. Denn bei aktiven Entzündungen wandern bestimmte Immunzellen (die neutrophilen Granulozyten) in die Darmschleimhaut ein und setzen u. a. Lactoferrin frei, das dann im Stuhl nachweisbar ist.
Inzwischen wird jedoch zur Abklärung von Darmentzündungen verstärkt Calprotectin gemessen, das ebenfalls aus den neutrophilen Granulozyten stammt.
Fazit: Lactoferrin zeigt vielfältige Wirkungen
Lactoferrin ist eine interessante Nahrungsergänzung mit vielfältigen Anwendungsbereichen – zum Beispiel zur Unterstützung des Immunsystems, zum Vorbeugen von Erkältungen und Grippe, zur Reduktion von Bauchfett, zur Behandlung von Hautkrankheiten wie Akne oder wenn Eisenpräparate schlecht vertragen werden.
Zwar wird es bislang hauptsächlich aus Kuhmilch hergestellt – es kann jedoch nicht mehr lange dauern, bis auch vegane Präparate den europäischen Markt erobern.