Zentrum der Gesundheit
Vitamin-D-Mangel bei COVID-19

Warum Vitamin D bei erhöhter Infektionsgefahr so wichtig ist

Autor: Carina Rehberg

Aktualisiert: 24 März 2021

Der weit verbreitete Vitamin-D-Mangel könnte ein wichtiger Grund dafür sein, dass Menschen für Atemwegsinfekte, Grippeerkrankungen und COVID-19 anfällig werden. Umgekehrt schützt eine gute Vitamin-D-Versorgung vor den entsprechenden Infekten.

Vitamin-D-Mangel bei COVID-19

Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention von Atemwegserkrankungen. Eine gute Versorgung mit Vitamin D erfordert weniger Antibiotika und aktiviert das Immunsystem auf eine Weise, dass es besser mit Infekten zurecht kommt – fassen irische Wissenschaftler die Bedeutung von Vitamin D in Corona-Zeiten zusammen.

Gleichzeitig machen die am Trinitiy College Dublin an der TILDA-Studie (The Irish Longitudinal Study on Ageing (TILDA)) arbeitenden Forscher darauf aufmerksam, dass jeder achte irische Erwachsene über 50 an einem Vitamin-D-Mangel leide, was den Fokus auf eine verstärkte Einnahme des Vitamins richten sollte.

Der entsprechende Bericht wurde Anfang April 2020 veröffentlicht und trägt den Titel: Vitamin-D-Mangel in Irland – Bedeutung für COVID-19(2).

Vitamin-D-Mangel ist weit verbreitet

Die TILDA-Forscher stellten fest, dass sich ein Vitamin-D-Mangel durch die gesamte irische Bevölkerung ziehe:

  1. 47 % aller Erwachsenen über 85 leiden an einem Vitamin-D-Mangel im Winter.
  2. 27 % der Erwachsenen über 70, die sich bevorzugt in ihren eigenen vier Wänden aufhalten, leiden an einem Vitamin-D-Mangel.
  3. 1 von 8 Erwachsenen über 50 leidet ganzjährig an einem Vitamin-D-Mangel.
  4. Nur 4 % der Männer und 15 % der Frauen nehmen eine Vitamin-D-Nahrungsergänzung.

Wer aus Angst vor Ansteckung zu Hause bleibt, verstärkt seinen Vitamin-D-Mangel noch weiter

Gerade im April 2020, als die sog. erste Welle der „Pandemie“ in vollem Gange war, hätte die Sonneneinstrahlung wieder ausreichen können, um die Vitamin-D-Bildung in der Haut in Gang zu setzen. Ausgerechnet dann aber hiess es, man solle zu Hause bleiben oder musste es in vielen Ländern sogar, was verhinderte, dass die Menschen ihr Immunsystem stärken und sich vor Virusinfekten schützen konnten.

Vitamin D senkt Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen

Schon seit Jahren weiss man, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte reduziert und Grippe-Wellen weniger schlimm verlaufen (mit geringerer Sterberate), wenn die Bevölkerung gut mit Vitamin D versorgt ist. Wir hatten in unseren Artikeln über die Schutzwirkung von Vitamin D bei Grippe berichtet und auch in unserem Artikel über die Wichtigkeit einer Vitamin-D-Einnahme ab dem Herbst.

Auch die irischen Forscher empfehlen die Einnahme von Vitamin D – natürlich insbesondere für Menschen über 50, für jene, die das Haus/die Wohnung nicht verlassen (dürfen) und für Hochrisikogruppen, wie Übergewichtige, Ältere und Menschen mit Asthma und chronischen Lungenerkrankungen. Auch sollte laut den TILDA-Wissenschaftlern Vitamin D nicht nur in den Wintermonaten eingenommen werden, sondern ganzjährig, wenn man nicht regelmässig Sonne tanken kann.

Vitamin D und Vitamin-D-Tests längst online erhältlich

Aber auch alle anderen Menschen sollten auf einen gesunden Vitamin-D-Spiegel achten, zumal Vitamin-D-Präparate ohne Verschreibung erhältlich sind. Sogar Vitamin-D-Tests kann man inzwischen im Internet ordern und so seinen persönlichen Vitamin-D-Spiegel in Erfahrung bringen – ohne je das Haus verlassen zu müssen.

Anhand des Testergebnisses können Sie sodann (in telefonischer Absprache mit Ihrem Arzt) die für Sie passende Vitamin-D-Dosis in Erfahrung bringen. Informationen dazu finden Sie auch hier: Vitamin D: Die richtige Einnahme

Vitamin D halbiert Risiko für Atemwegsinfekte

Professor Rose Anne Kenny, leitende TILDA-Wissenschaftlerin sagte: „Uns liegen Belege vor, die Vitamin D eine Rolle in der Prävention von Infektionen der unteren Atemwege (Lungenentzündung, Bronchitis, Grippe u. a.) bescheinigen, was besonders auf ältere Menschen zutrifft, wenn diese niedrige Vitamin-D-Spiegel aufweisen. In einer Studie etwa konnte das Infektionsrisiko durchschnittlich halbiert werden, wenn Vitamin-D-Präparate eingenommen wurden (3).

Noch kennen wir nicht die spezifische Wirkung des Vitamins bei Corona. Da Vitamin D jedoch die Reaktionen des Immunsystems verbessert und sich ausserdem so positiv auf die Knochen – und Muskelgesundheit auswirkt, sollte darauf geachtet werden, dass wenigstens Risikopatienten und jene, die ihre Wohnungen nicht verlassen können oder dürfen, ausreichend Vitamin D zu sich nehmen. Gerade wenn man sich nicht viel bewegt oder bewegen kann, ist Vitamin D doppelt so wichtig, da es zu einem bestmöglichen Erhalt der Muskulatur beitragen kann.“

Besonders in Spanien und Italien niedrige Vitamin-D-Spiegel bei älteren Menschen

In einer weiteren Studie, die am 6. Mai 2020 im Fachjournal Aging Clinical and Experimental Research zu diesem Thema veröffentlicht wurde (4), stand nicht nur ein einzelnes Land im Mittelpunkt wie in der irischen Studie. Man entdeckte hingegen, dass auch in 20 anderen europäischen Ländern ebenfalls ein Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Werten und der Zahl der Corona-Fälle sowie der Sterberaten vorlag.

Interessanterweise liegen die durchschnittlichen Vitamin-D-Werte der Menschen in Spanien und Italien – also in jenen Ländern, die eine besonders hohe Corona-Sterberate hatten – niedriger als dies im Norden Europas der Fall ist. Besonders die älteren Menschen – die bevorzugte Corona-Risikogruppe – bleiben in den Mittelmeerländern gerne im Haus und meiden die Sonne, so dass sie für einen Vitamin-D-Mangel geradezu prädestiniert sind, was ihr Erkrankungsrisiko deutlich erhöht – ob an Corona, Grippe oder anderen Atemwegsinfekten.

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In Kliniken und Altenheimen: Vitamin-D-Mangel bei 75 Prozent der Patienten

Vitamin D kann die Immunreaktionen weisser Blutkörperchen regulieren und sie davon abhalten, zu grosse Mengen entzündungsfördernder Zytokine auszuschütten. Genau das aber konnte bei Corona-Patienten mit schwerem Verlauf beobachtet werden – der sog. Zytokinsturm, ein Überschuss entzündungsfördernder Zytokine (5).

Die an dieser Studie beteiligten Forscher berichteten, dass laut einer früheren Studie gerade in Krankenhäusern und Altenheimen 75 Prozent der Bewohner bzw. Patienten einen schweren Vitamin-D-Mangel hätten.

Kombinationstherapie gegen Covid-19: Vitamin D, Magnesium und Vitamin B12 

In der November/Dezember-Ausgabe 2020 vom Fachjournal Nutrition erschien eine Studie aus Singapur, in der sich die kombinierte Gabe von Vitamin D, Magnesium und Vitamin B12 in der Behandlung von Covid-19 als hilfreich erwiesen hat. 

Die 43 Teilnehmer waren alle älter als 50 Jahre und an Covid-19 erkrankt. 17 von ihnen erhielten nun täglich 1000 IE Vitamin D, 150 mg Magnesium und 500 µg Vitamin B12. Die übrigen 26 erhielten keine Nahrungsergänzung. Es zeigte sich, dass die Krankheit in der Vitamin-Gruppe leichter verlief und in dieser Gruppe seltener eine Sauerstoffversorgung und auch seltener eine Intensivbehandlung erforderlich wurde (nur bei 17,6 Prozent der Teilnehmer) als in der anderen Gruppe, die keine Vitalstoffe erhalten hatte (61,5 Prozent der Teilnehmer) (6).

Achten Sie daher auf einen gesunden Vitamin-D-Spiegel. Lassen Sie dazu Ihren jetzigen Vitamin-D-Spiegel testen und nehmen Sie bei einem vorliegenden Mangel Vitamin-D-Präparate ein! Denken Sie dabei auch an genügend Magnesium, denn bei einem Magnesiummangel wirkt Vitamin D nicht mehr gut. Die Details lesen Sie im oben verlinkten Artikel zur richtigen Vitamin-D-Einnahme. Dass Sie Vitamin D auch gut über die Haut aufnehmen können (Vitamin-D-Tropfen in die Haut einmassieren), erfahren Sie im vorigen Link.

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Quellen

  1. O’mahony C, Vitamin D could help fight off COVID-19, 6. April 2020, MedicalXpress
  2. Vitamin D deficiency in Ireland—implications for COVID-19. Results from the Irish Longitudinal Study on Ageing (TILDA)
  3. Martineau AR, Jolliffe DA et al., Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data, Februar 2017, BMJ
  4. Petre Cristian Ilie et al, The role of vitamin D in the prevention of coronavirus disease 2019 infection and mortality, Aging Clinical and Experimental Research (2020)
  5. Ali Daneshkhah, Vasundhara Agrawal, Adam Eshein, Hariharan Subramanian, Hemant Kumar Roy, Vadim Backman. The Possible Role of Vitamin D in Suppressing Cytokine Storm and Associated Mortality in COVID-19 Patients. medRxiv, Posted April 30, 2020
  6. Tan CW, Ho LP, Kalimuddin S, Cherng BPZ, Teh YE, Thien SY, Wong HM, Tern PJW, Chandran M, Chay JWM, Nagarajan C, Sultana R, Low JGH, Ng HJ. Cohort study to evaluate the effect of vitamin D, magnesium, and vitamin B12 in combination on progression to severe outcomes in older patients with coronavirus (COVID-19). Nutrition. 2020 Nov-Dec;79-80:111017. doi: 10.1016/j.nut.2020.111017. Epub 2020 Sep 8. PMID: 33039952.
  7. Sundaram ME, Coleman LA. Vitamin D and influenza. Adv Nutr. 2012;3(4):517-525. Published 2012 Jul 1. doi:10.3945/an.112.002162

Die Studien zu allen anderen Aussagen im Text finden Sie im Bericht in Quelle (2).