Krebs – Ursachen

Fleisch erhöht Todesrisiko nach überstandenem Brustkrebs

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 24.01.2019
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Fleisch erhöht Todesrisiko nach überstandenem Brustkrebs
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Schon lange weiss man, dass Fleisch das Krebsrisiko erhöht – und zwar besonders dann, wenn man viel Fleisch isst und wenn das Fleisch auf bestimmte Weise zubereitet wurde. Geräuchertes und Gegrilltes sowie Wurstprodukte gelten dabei als besonders riskant. Jetzt hat sich herausgestellt, dass derartige Fleischprodukte auch gefährlich für jene sind, die einst Krebs hatten und eigentlich als geheilt galten. So sterben ehemalige Brustkrebspatientinnen früher, wenn sie gerne Fleisch essen, als Frauen, die zwar ebenfalls Brustkrebs hatten, aber Fleisch meiden.

Inhaltsverzeichnis

Bei Brustkrebs besser kein Fleisch

Wer einst Brustkrebs hatte und als geheilt gilt, sollte lieber kein oder nur noch wenig Fleisch essen, wie eine neue Studie ergab. Andernfalls kann das Fleisch das Todesrisiko erhöhen. Diese Erkenntnisse sind ganz neu. Dass Fleischverzehr hingegen das Krebsrisiko erhöhen kann, ist schon lange bekannt, wie wir in früheren Artikeln berichtet hatten:

Mehr Krebs durch Fleischverzehr

Im Jahr 2009 beispielsweise schrieben Forscher des amerikanischenNational Cancer Institutes über eine Auswertung, derzufolge Personen, die gerne rotes und verarbeitetes Fleisch (vom Schwein, Rind und Lamm) essen, ein erhöhtes Risiko haben, an Dickdarmkrebs, Lungenkrebs, Speiseröhrenkrebs und Leberkrebs zu erkranken. Besonders hoch war das Leberkrebsrisiko. Es war um 60 Prozent höher als bei Menschen, die wenig oder kein Fleisch essen.

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Viele krebserregende Stoffe im Fleisch

Als Auslöser kommen verschiedene krebserregende Verbindungen in Frage, die sich im Fleisch und verarbeiteten Fleischprodukten befinden, z. B. das Hämeisen, Nitrite, heterozyklische Amine, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe etc.

Alle diese Substanzen können den Hormonstoffwechsel beeinflussen, die Zellteilung beschleunigen, chronische Entzündungen zu fördern, die Erbsubstanz schädigen (und so zu Mutationen führen), den Spiegel der Wachstumsfaktoren heben und die Zahl der freien Radikale erhöhen, also all das verursachen, was letztendlich zu Krebs führen kann.

Höheres Blasenkrebs- und Magenkrebsrisiko durch Fleisch

Seit spätestens 2010 weiss man, dass Fleisch das Blasenkrebsrisiko steigen lässt. Im selben Jahr veröffentlichte man eine Langzeitstudie, die über 20 Jahre hinweg durchgeführt wurde. An 60.000 Frauen stellte man fest, dass jene ein um 30 Prozent höheres Gebärmutterhalskrebsrisiko hatten, die regelmässig Fleisch assen.

Je mehr Hämeisen verzehrt wird, umso höher steigt das Magenkrebsrisiko, so eine Studie aus dem Jahr 2012.

Höheres Nierenkrebs- und Speiseröhrenkrebsrisiko durch Fleisch

Ein Jahr später entdeckte man, dass Fleisch das Nierenkrebsrisiko erhöht. Züricher Forscher zeigten 2013, dass schon eine Wurst am Tag das Herz-Kreislauf-Risiko, Krebsrisiko und Risiko an vielen anderen chronischen Krankheiten enorm erhöhe. Ebenfalls im Jahr 2013 schrieben spanische Forscher nach einer Untersuchung von 480.000 Personen, dass jene, die am meisten Fleisch assen, auch das höchste Risiko hatten, an einem Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Neuer krebserregender Stoff im Fleisch entdeckt

Im Jahr 2014 entdeckte Prof. Ajit Varkivon derUniversity of California, San Diego School of Medicineden nächsten krebserregenden Stoff im Fleisch, nämlich ein bestimmtes Kohlenhydrat namens Neu5Gc. Dieses befindet sich in vielen tierischen Organismen, jedoch nicht im Menschen.

Der menschliche Organismus bildet daher nach jedem Fleischverzehr gegen das Kohlenhydrat Antikörper, und es kommt im Laufe der Zeit – wenn immer wieder Fleisch gegessen wird – infolge dieser Antikörperbildung zu chronischen Entzündungsprozessen. Der Stoff kann auch nicht verarbeitet oder vollständig ausgeleitet werden. Er wird stattdessen im Körper eingelagert, besonders in der Leber und kann dort zu Lebertumoren führen.

Höheres Brustkrebsrisiko durch Fleisch

In einer neuen Studie, die im Januar 2017 veröffentlicht wurde, schrieb Dr. Humberto Parada von der University of North Carolina imJournal of the National Cancer Institute, dass auch das Brustkrebsrisiko steige, wann man viel Fleisch esse. Aber nicht nur das. Selbst wenn eine Frau den Brustkrebs besiegen könne, dann steigt ihr Risiko, früh zu sterben, wenn sie nach der Heilung weiterhin viel Fleisch isst.

Derzeit leben allein in den USA mehr als 2,8 Millionen Frauen, die den Brustkrebs besiegt haben. Wer das neu geschenkte Leben jedoch auch möglichst lange geniessen möchte, sollte auf seine Ernährung achten – und lieber kein Fleisch mehr essen. Denn Geräuchertes, Gebratenes und Gegrilltes verkürzen das Leben.

Fleischverzehr verkürzt Leben auch nach bereits überstandenem Brustkrebs

Parada und Kollegen befragten über 1.500 Frauen, die zwischen 1996 und 1997 eine Brustkrebsdiagnose erhalten hatten – und zwar zum Zeitpunkt ihrer Diagnose, fünf Jahre später und erneut 10 Jahre später.

Im Studienzeitraum starben 597 der Frauen, 237 davon an Brustkrebs, der wieder zurückgekehrt war. Die anderen Frauen starben infolge anderer Krankheiten.

Man stellte fest, dass jene Frauen, die viel Gegrilltes und Geräuchertes assen, ein um 23 Prozent höheres Risiko hatten, an Brustkrebs zu sterben, obgleich sie diesen zuvor bereits besiegt hatten. Ihr Risiko, an anderen Krankheiten zu sterben, stieg um 31 Prozent – im Vergleich zu jenen Frauen, die wenig oder kein Fleisch assen.

Pflanzliche Lebensmittel schützen vor Brustkrebs

Eine Ernährung, die vorwiegend aus pflanzlichen Lebensmitteln besteht, enthält hingegen viele Stoffe, die vor Krebs schützen und ihn bekämpfen können. Dazu gehören beispielsweise Leinsamen, Granatäpfel, Ingwer, Walnüsse, Soja und viele mehr sowie natürlich auch Vitalstoffe, wie das Vitamin D. Details dazu finden Sie hier:

Interessanterweise schützen alle diese Lebensmittel auch gegen viele andere Krankheiten, z. B. gegen Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems. Kein Wunder, denn sie wirken allesamt entzündungshemmend – und chronische Entzündungen sind nun einmal eine wichtige Ursache chronischer Erkrankungen. Folglich kann man mit einer pflanzenbasierten Ernährung nicht nur das Krebs- und Brustkrebsrisiko senken, sondern insgesamt das Krankheits- und Todesrisiko.

Viele rein pflanzliche Rezepte finden Sie in unserer Rezepterubrik oder auch direkt auf unserer Startseite.

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Quellen

  • Grilled, barbecued, and smoked meat intake and survival following breast cancer, Humberto Parada, Jr. et al.,Journal of the National Cancer Institute, doi: 10.1093/jnci/djw299, published online 4 January 2017
  • Whiteman, Honor, Grilled, barbecued meats may raise death risk for breast cancer survivors, Medical News Today. MediLexicon, Intl., 6 Jan. 2017
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  • Prof. Ajit Varki et al., \"A red meat-derived glycan promotes inflammation and cancer progression,Proceedings of the National Academy of Sciences, Dezember 2014, (\"Ein Glykan aus rotem Fleisch frdert Entzndungen und Krebs)
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  • Dellavalle CTet al.,\"Dietary intake of nitrate and nitrite and risk of renal cell carcinoma in the NIH-AARP Diet and Health Study.\" Br J Cancer. 2013 Jan 15;108(1):205-12. (Die Aufnahme von Nitrat und Nitrit und das Risiko des Nierenzellkarzinoms in der NIH-AARP Ernhrungs- und Gesundheitsstudie.)
  • Ferrucci LMet al.,\"Meat and components of meat and the risk of bladder cancer in the NIH-AARP Diet and Health Study.\" Cancer. 2010 Sep 15;116(18):4345-53. (Fleisch und Komponenten aus Fleisch und das Risiko von Blasenkrebs in der NIH-AARP Ernhrungs- und Gesundheitsstudie.)
  • Rohrmann Set al.,\"Meat consumption and mortality - results from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition\" BMC Medicine 2013, 11:63 (Fleischkonsum und Sterblichkeit - Ergebnisse aus der Europischen prospektiven Untersuchung von Krebs und Ernhrung.)
  • Jakszyn Pet al.,\"Meat and heme iron intake and esophageal adenocarcinoma the European Prospective investigation into Cancer and Nutrition study.\" Int J Cancer. 2013 Jun 1. (Fleisch- und Hm-Eisen-Aufnahme und Adenokarzinom des sophagus in der Europischen prospektiven Untersuchung von Krebs und Ernhrung.)
  • Geninger JMet al.,\"Long-term dietary heme iron and red meat intake in relation to endometrial cancer risk.\" Am J Clin Nutr. 2012 Oct;96(4):848-54. (Langfristiger Verzehr von Hm-Eisen und rotem Fleisch in Bezug auf das Gebhrmutterschleimhaut-Krebs-Risiko.)
  • A.D.A.M. Medical Encyclopedia. \"Endometrial cancer\" (Krebserkrankung der Gebrmutterschleimhaut)
  • Cross AJet al.,\"A large prospective study of meat consumption and colorectal cancer risk: an investigation of potential mechanisms underlying this association.\" Cancer Res. 2010 Mar 15;70(6):2406-14. (Eine grosse prospektive Studie ber den Fleischkonsum und das Darmkrebs-Risiko: eine Untersuchung der mglichen Mechanismen dieser Assoziation.)
  • Tantamango-Bartley Yet al.,\"Vegetarian diets and the incidence of cancer in a low-risk population.\" Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2013 Feb;22(2):286-94. (Vegetarische Ernhrung und die Inzidenz von Krebs in einer wenig gefhrdeten Bevlkerung.)
  • Polesel Jet al.,\"Dietary habits and risk of pancreatic cancer: an Italian case-control study.\" Cancer Causes Control. 2010 Apr;21(4):493-500. (Ernhrungsgewohnheiten und das Risiko von Bauchspeicheldrsenkrebs: eine italienische Fall-Kontroll-Studie)
  • Kallianpur ARet al.,\"Dietary iron intake and risk of endometrial cancer: a population-based case-control study in Shanghai, China.\" Nutr Cancer. 2010;62(1):40-50. (Eisenaufnahme aus der Nahrung und Risiko von Gebrmutterkrebs: eine bevlkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie in Shanghai, China)