Hagebuttenpulver bei Gelenkbeschwerden

Hagebutten werden in der Naturheilkunde meist in Form von Pulver eingesetzt. Hagebuttenpulver gilt als sinnvolle Nahrungsergänzung bei Gelenkbeschwerden, chronischen Schmerzen und entzündlichen Erkrankungen. Ihre Hauptwirkstoffe sind das Vitamin C und der Pflanzenstoff Galaktolipid.

Im beliebten Hagebuttentee lösen sich diese Wirkstoffe in zu geringen Dosen, um eine Heilwirkung erwarten zu können (pro Liter nur ca. 39 mg Vitamin C).

Die Hagebutte – Was ist das?

Als Hagebutten bezeichnet man die Früchte (bzw. Scheinfrüchte) aller Rosen. Als Lebensmittel genutzt werden jedoch insbesondere die roten Hagebutten der gemeinen Hundsrose (Rosa canina) oder auch der Heckenrose (Rosa corymbifera).

Es handelt sich dabei um ausladende Wildrosenbüsche, die gerne in Naturhecken, an Wegrändern oder in Wiesenlandschaften wachsen und bis zu drei Meter hoch werden.

Hagebutten sind eiförmig und meist leuchtend rot. Doch gibt es auch Rosensorten, die schwarze oder lilafarbene Hagebutten bilden. Hagebutten bestehen aus einer fruchtigen Hülle, die im Innern die eigentlichen Früchte, nämlich die kleinen Samen enthalten. Diese wiederum sind von den bekannten reizauslösenden Härchen umgeben, die von Kindern gerne als „Juckpulver“ eingesetzt werden, da sie bei Hautkontakt zu einem lästigen Juckreiz führen können.

Wie wird die Hagebutte in der Volksheilkunde eingesetzt?

Bereits im Mittelalter wurde die Hagebutte zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden, rheumatischen Erkrankungen und Gicht verwendet. Sie galt zudem schon damals als Medizin zum Ausschwemmen und Entgiften.

Wann sind Hagebutten reif?

Hagebutten sind im Herbst reif und können meist ab September geerntet werden. Sie schmecken sehr sauer. Wartet man jedoch den ersten Frost ab oder legt die geernteten Früchte zwei Tage in die Tiefkühltruhe, dann werden die Hagebutten zarter und auch süsser. Da Vitamin C jedoch empfindlich gegen tiefe Temperaturen ist, sollte man die Hagebutten besser nicht einfrieren, wenn man es auf dieses Vitamin abgesehen hat.

Will man die Hagebutten ausserdem trocknen (um anschliessend ein Pulver daraus herzustellen), sollten sie noch fest sein, also im frühen Herbst noch vor dem Frost geerntet werden. Da Hagebutten jedoch ein wertvolles Winterfutter für Vögel, Kaninchen, Eichhörnchen und andere Wildtiere darstellen, greifen Sie bitte besser auf Fertiglebensmittel aus der Hagebutte zurück.

Dies hat auch den Vorteil, dass Sie sich nicht mit der aufwändigen Verarbeitung der roten Früchte beschäftigen müssen, da man die feinen Härchen, die die Kerne umgeben, möglichst vollständig entfernen sollte, was gar nicht so einfach ist. Andernfalls können die Härchen die Mundschleimhaut und auch die Atemwege reizen, bei empfindlichen Menschen sogar zu allergischen Reaktionen führen.

Was kann man mit Hagebutten machen?

Aus getrockneten Hagebutten kann man den bekannten Hagebuttentee herstellen oder ein Hagebuttenpulver. Aus frischen Hagebutten werden das Hagebuttenmark (ungesüsstes Hagebuttenpüree aus rohen Hagebutten), Hagebuttenmarmelade oder Likör hergestellt. Aus den Kernen wird das Hagebuttenöl gepresst, das mit 34 Prozent einen recht hohen Alpha-Linolensäure-Gehalt hat (Omega 3). Es wird insbesondere in der Kosmetik eingesetzt und hat beruhigende, entzündungshemmende und pflegende Eigenschaften für irritierte Haut.

Das Hagebuttenpulver kann als Nahrungsergänzungsmittel bei vielen Krankheiten eingesetzt werden, insbesondere bei Arthrose und chronisch entzündlichen Erkrankungen, aber auch bei Verdauungsbeschwerden oder ganz einfach zur Prävention von Erkältungen und zur Entgiftung. Auch Haustieren kann man das Pulver geben, z. B. Hunden, Katzen und Pferden.

Wie viel Vitamin C enthält die Hagebutte? Und was bewirkt das Vitamin C?

Viele ihrer Heilwirkungen hat die Hagebutte ihrem extrem hohen Vitamin-C-Gehalt zu verdanken:

  • Vitamin C ist nicht nur ein wirksames Mittel zur Stärkung des Immunsystems, z. B. bei Erkältungskrankheiten, sondern eignet sich zur Behandlung sämtlicher Erkrankungen, da Vitamin C als wichtiges Antioxidans in jedweder Therapie unentbehrlich ist.
  • Vitamin C unterstützt ausserdem die Wirkung anderer Antioxidantien im Körper, wirkt sich positiv auf den Blutfluss und die Gefässe aus und gilt daher als wichtige Komponente in der naturheilkundlichen Therapie der Arteriosklerose und damit in Verbindung stehender Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Vitamin C ist zudem sehr wichtig für die Bildung von Kollagen. Kollagen ist ein Faserprotein, das unsere Haut, Bänder, Sehnen und Blutgefässwände einerseits elastisch, andererseits aber auch sehr druckfest und widerstandsfähig macht.
  • In Kollagen eingebettet liegen auch die Knorpelzellen in den Gelenken. Vitamin C hilft nicht nur dabei, dieses Kollagen immer wieder nachzubilden, sondern schützt auch den Knorpel vor Verschleiss – insbesondere durch seine antioxidativen Fähigkeiten, so eine Untersuchung vom August 2015.
  • Zusätzlich verbessert Vitamin C die Resorption von Eisen und anderen Mineralstoffen aus dem Darm und kann auf diese Weise die Mineralstoffversorgung optimieren, oft sogar ohne dass zeitgleich mehr Mineralstoffe zugeführt werden müssten.

Pro 100 g liefert die Hagebutte:

  • 1.250 mg Vitamin C in der frischen Frucht
  • 1.033 mg Vitamin C in der tiefgefrorenen Frucht
  • 800 mg Vitamin C in der getrockneten Frucht
  • 64 mg Vitamin C in der Konfitüre

Zum Vergleich: Sanddorn liefert in frischer Form gerade einmal 450 mg Vitamin C und gilt bereits als eines der Vitamin-C-reichsten Lebensmittel überhaupt. Lediglich die Camu-Camu-Beere und die Acerola-Kirsche übertreffen die Hagebutte mit 1.500 bis zu 3.000 mg Vitamin C (Camu-Camu) bzw. mit 1.700 mg Vitamin C (Acerola), ebenfalls jeweils in der frischen Form. Die Zitrone oder auch die Orange kann mit 50 mg Vitamin C hier eigentlich gar nicht mehr mithalten.

Welche Nährstoffe enthält die Hagebutte?

Die Makronährstoffe der getrockneten Hagebutten sehen pro 100 g folgendermassen aus:

  • Kilokalorien: 245 kcal
  • Protein: 8 g
  • Fett: 1 g
  • Kohlenydrate: 44 g
  • Ballaststoffe: 14 g

Da es sich jedoch bei Hagebutten um Naturprodukte handelt, schwanken die Nährwerte bei den unterschiedlichen Hagebuttenprodukten beträchtlich, so dass es Hagebuttenpulver gibt (z. B. von Coesam), das auch die folgenden Werte aufweisen kann:

  • Kilokalorien: 275 kcal
  • Protein: 6 g
  • Fett: 8 g
  • Kohlenydrate: 29 g
  • Ballaststoffe: 44,8 g

Welche Vitalstoffe enthalten Hagebutten?

Neben Vitamin C enthalten Hagebutten natürlich noch weitere Nähr- und Vitalstoffe. Da es in diesem Artikel insbesondere um das Hagebuttenpulver aus den getrockneten Hagebutten geht, führen wir nachfolgend auch die Werte pro 100 g der getrockneten Früchte auf (die sich auf den Fruchtmantel und die Kerne beziehen).

Bedenken Sie jedoch, dass Sie täglich nicht mehr als 10 g des Pulvers zu sich nehmen werden (eher weniger), so dass lediglich die Werte des Vitamin C, des Betacarotins und auch die Kupferwerte interessant sind:

  • Betacarotin: 4.900 µg, der Vitalstoff für u. a. Augen, Haut und Schleimhaut (Bedarf 2.000 µg)
  • Kupfer: 4.000 µg, das Spurenelement u. a. zur Blutbildung, Energiegewinnung, Herstellung entgiftender Enzyme und zur Kollagenbildung bzw. zum Aufbau des Bindegewebes (Bedarf 1.250 µg)

Hagebutten enthalten überdies Fruchtsäuren (die bei Verstopfung die Verdauung beschleunigen) und sekundäre Pflanzenstoffe, wie beispielsweise (neben dem Betacarotin) noch weitere Carotinoide (z. B. Lycopin), ausserdem Flavonoide sowie das sog. Galaktolipid. Gerade letzteres ist jener Stoff, der die Hagebutte gemeinsam mit dem enthaltenen Vitamin C so wirksam bei Gelenkerkrankungen, wie der Arthrose machen soll.

Was sind Galaktolipide?

Galaktolipide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die sich in aussergewöhnlich grosser Menge in der Hagebutte befinden (verstärkt in den Samen) – und hier offenbar besonders in den beiden Unterarten Rosa canina lito und Rosa canina AP-4 (z. B. von Coesam).

Galaktolipide sind fettlöslich und hitzeempfindlich. Werden Hagebutten über 40 Grad erhitzt, denaturieren die Galaktolipide und werden somit unwirksam.

Hagebuttenmarmelade oder auch Hagebuttentee sind daher keine idealen Zubereitungsformen der Hagebutten, wenn man in den Genuss ihrer heilenden Eigenschaften gelangen will. Kauft man Hagebuttenpulver, sollte man vorab abklären, ob es Rohkostqualität aufweist, also bei der Herstellung nicht mit Temperaturen über 40 Grad in Berührung kam.

Welche Lebensmittel enthalten Galaktolipide?

Allerdings enthalten auch viele andere Lebensmittel gewisse Mengen an Galaktolipiden, so dass davon auszugehen ist, dass das Hagebuttenpulver vielmehr aufgrund seiner Kombination an unterschiedlichen Wirkstoffen so gute Ergebnisse im Hinblick auf die Gelenkgesundheit erzielt.

Genauso denkbar ist natürlich, dass auch die anderen galaktolipidreichen Lebensmittel - wenn in konzentrierter Form und regelmässig verzehrt - positive Wirkungen auf die Gesundheit haben können, ganz nach dem Motto von Hippokrates: "Lasse deine Nahrung deine Medizin sein!"

Als besonders galaktolipidreich gelten Petersilie, Lauch, Erbsen, Spinat und Kürbis (in absteigender Reihenfolge).

Wie wirken Galaktolipide?

In einer Studie von 2009 konnte nachgewiesen werden, dass die entzündungshemmende Wirkung der Hagebutte vornehmlich auf die Galaktolipide zurückzuführen ist.

Der Wirkstoff bietet einen doppelten Effekt für Arthrose-Patienten: Er wirkt zum einen antioxidativ, kann also freie Radikale ausschalten, die andernfalls eine knorpelschädigende Wirkung haben können. Zum anderen trägt er zur Stabilisierung der Knorpelzellmembran bei, wodurch die Neubildung des Knorpels bzw. die Verhinderung des Knorpelverfalls unterstützt wird.

Galaktolipide sorgen ausserdem dafür, dass weisse Blutkörperchen (Leukozyten) nicht in das Knorpelgewebe eindringen und dieses schädigen können. Leukozyten sind dafür verantwortlich, den Knorpelabrieb im Gelenkraum zu beseitigen. Bei diesem Prozess werden jedoch auch Enzyme und Entzündungsstoffe freigesetzt, die die Kollagenfasern (Proteine im Bindegewebe des Knorpels) schädigen und beim Betroffenen Schmerzen verursachen.

Galaktolipide wirken somit entzündungshemmend und schmerzlindernd und verbessern dadurch die Beweglichkeit sowie Gelenk- und Rückenschmerzen sowie Morgensteifigkeit.

Bei regelmässiger Einnahme von Hagebuttenpulver konnte in manchen Untersuchungen der CRP-Wert – ein Entzündungsparameter – gesenkt werden.

Wie wirkt Hagebuttenpulver bei Arthrose?

Bei einer Arthrose kommt es in den Gelenken zu einem Verlust der Knorpelmasse, so dass bei fortschreitender Erkrankung die Knochenenden aufeinander reiben, was zu starken Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen führt.

Häufig ist die Einnahme von Schmerzmitteln erforderlich, die jedoch starke Nebenwirkungen haben können und für den Dauereinsatz nicht geeignet sind. Hagebuttenpulver kann in die ganzheitliche Therapie der Arthrose integriert werden, da ihm wie oben beschrieben eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung zugesprochen wird, was die folgenden Studien (mit Litozin) bestätigen.

Bei einer klinischen Studie (placebo-kontrolliert, doppelblind) von 2003 nahmen 100 Patienten mit Kniearthrose oder Hüftarthrose (oder beiden Arthrosetypen) teil. Sie erhielten vier Monate lang täglich zweimal je 2,5 g standardisiertes Hagebuttenpulver oder ein Placebo. In der Hagebuttengruppe verbesserte sich sodann die Gelenkbeweglichkeit im Vergleich zur Placebogruppe ganz signifikant. Auch nahmen die Schmerzen in der Hagebuttengruppe deutlich ab, was in der Placebogruppe nicht der Fall war. Erste Effekte konnten die Patienten oft schon nach vier Wochen der Hagebutteneinnahme feststellen.

In einer Studie von 2004 nahmen 112 Arthrose-Patienten drei Monate lang täglich entweder 5 g Hagebuttenpulver oder ein Placebo ein, anschliessend wurden die Gruppen getauscht. Im Ergebnis kam es in der Hagebutten-Gruppe bei der Mehrheit zu einer Schmerzlinderung und Minderung des Steifheitsgefühls, während dies bei der Placebo-Gruppe nur bei wenigen Patienten der Fall war. Interessant war hier, dass die Wirkung der Hagebutte auch noch erhalten blieb, als die Patienten anschliessend das Placebopräparat einnahmen.

Eine weitere Studie (2005) mit ähnlichem Aufbau kam zu denselben Ergebnissen. Auch hier nahmen die an Arthrose erkrankten Teilnehmer drei Monate lang entweder 5 g Hagebuttenpulver oder ein Placebo. Schon nach drei Wochen zeigte sich die Wirkung der Hagebutte, da die Patienten weniger Schmerzen litten und infolgedessen sogar ihre üblichen Schmerzmittel reduzieren konnten.

Kann Hagebuttenpulver auch bei Rheuma (rheumatoider Arthritis) helfen?

Auch bei Arthritis gibt es Hinweise auf eine Wirkung des Hagebuttenpulvers. Arthritis ist im Gegensatz zur Arthrose keine degenerative Erkrankung infolge von Verschleiss, sondern eine Autoimmunerkrankung, bei der es in Schüben zu starken Gelenkentzündungen kommt. Arthritis wird oft auch einfach als Rheuma bezeichnet.

In einer Studie von 2010 nahmen 89 Teilnehmer mit Arthritis 6 Monate lang entweder 5 g Hagebuttenpulver oder ein Placebo ein. Bei der Gruppe, die Hagebuttenpulver verabreicht bekam, konnten die Symptome der Arthritis gemindert werden.

Wie lange sollte man das Hagebuttenpulver einnehmen?

Empfehlenswert ist die regelmässige Einnahme des Hagebuttenpulvers über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Monaten, um festzustellen, ob im individuellen Fall eine Wirkung zu erwarten ist. Will man diese jedoch aufrechterhalten, sollte das Pulver langfristig verwendet werden.

Zwischendurch können immer wieder Einnahmepausen von ca. zwei bis vier Wochen mögliche Gewöhnungseffekte verhindern. Da die Hagebuttenwirkung eine gewisse Zeit über die Einnahmedauer hinaus bestehen bleibt, ist in den Einnahmepausen kein Wirkverlust zu erwarten.

Wie nimmt man das Hagebuttenpulver ein und in welcher Dosierung?

Man nimmt täglich 5 bis 10 Gramm des Pulvers (ca. 1 bis 2 Teelöffel) ein (am besten auf mindestens zwei Einnahmen verteilt) und rührt es in kalte Getränke (Wasser, Saft, Smoothies, Shakes) oder rührt es in Süssspeisen (Müsli, Fruchtpürees, Joghurt). Da die Galaktolipide fettlöslich sind, wäre die Beigabe einer kleinen Fettmenge ratsam, z. B. ½ Teelöffel Mandelmus oder einige wenige Tropfen eines hochwertigen Pflanzenöls.

Nimmt man das Pulver kurz vor oder nach einer fetthaltigen Mahlzeit, muss dem Getränk natürlich nicht noch zusätzlich Fett beigegeben werden.

Hat Hagebuttenpulver Nebenwirkungen?

Hagebuttenpulver hat selten Nebenwirkungen und wenn, so zeigen sich allenfalls milde Magen-Darm-Beschwerden. Individuelle Unverträglichkeiten kann es jedoch im Einzelfall immer geben. Bleiben Sie daher stets aufmerksam und reduzieren Sie die Dosierung, falls Sie vermuten, dass das Pulver bei Ihnen Unwohlsein verursacht.

Worauf sollte man beim Kauf von Hagebuttenpulver bzw. Hagebuttenextrakt achten?

Reines Hagebuttenpulver ist im Reformhaus, Bioladen, in der Apotheke oder im einschlägigen Online-Handel erhältlich – sowohl als Pulver als auch in Kapseln.

Achten Sie auf Bio- und Rohkost-Qualität sowie auf Frische des Produkts, da auch im Laufe der Lagerung der Vitamin-C-Gehalt merklich schwinden kann. Rohkostqualität bedeutet, dass die Hagebutten unter 40 Grad getrocknet wurden, damit das hitzeempfindliche Galaktolipid erhalten bleibt.

Weitere Zusätze sollten nicht enthalten sein.

Für manche Hagebuttenpulver wird nur der rote Fruchtmantel der Hagebutten verwendet. Überprüfen Sie anhand der Produktbeschreibung daher vor dem Kauf, ob auch die Kerne mitverarbeitet wurden, was wichtig ist, da sich das Galaktolipid vorwiegend in den Samen befindet.

Empfehlenswert ist ein Hagebuttenpulver von Anbietern, die Hagebutten der Variante AP-4 verwenden, da diese einen besonders hohen Wirkstoffgehalt aufweisen, wie z. B. das Hagebuttenpulver von Coesam. Es ist auch in Form von Hagebuttenpulver-Kapseln erhältlich.

Die Hagebutten für das Coesam-Pulver werden überdies vor der Verarbeitung enthaart, so dass hier kein Risiko einer entsprechenden Irritation oder Allergenität mehr vorliegt. Selbstverständlich werden Kerne und Fruchtmantel gemeinsam verarbeitet.

Lohnt sich der Kauf von Hagebuttenextrakt?

In Kapselform ist auch HagebuttenEXTRAKT erhältlich. Allerdings ist er unseren Informationen zufolge nicht – was wünschenswert wäre – auf den Galaktolipidgehalt standardisiert, sondern auf einen bestimmten Vitamin-C-Gehalt. Da man die Hagebutten jedoch nicht unbedingt allein wegen ihres Vitamin-C-Gehalts einnehmen möchte, gibt es derzeit keinen Grund für die Wahl eines Extraktes.

Auch enthalten Extrakt-Kapseln gerne noch weitere Zusätze, die im Grunde überflüssig sind, z. B. Titandioxid, Maltodextrin, Mannit, Magnesiumstearat etc. (z. B. jene von Hecht Pharma). Doch gibt es auch Hagebuttenextrakt-Kapseln ohne Zusätze, z. B. von Tausendkraut.

Wie bewahrt man das Hagebuttenpulver auf?

Hagebuttenpulver sollte gut verschlossen an einem kühlen Ort aufbewahrt werden, gerne im Kühlschrank. Kaufen Sie das Pulver nicht in grösseren Mengen auf Vorrat und verbrauchen Sie es zügig, wenn Sie in den Genuss des Vitamin C gelangen möchten, da dieses schlecht lagerfähig ist. Einfrieren sollten Sie es nicht, da es auch dann zu Vitamin-C-Verlusten kommen kann.

Ist Tee der Hagebutte wirksam?

Im Hagebuttentee löst sich nicht viel Vitamin C, auch nimmt der Vitamin-C-Gehalt aufgrund der Hitze etwas ab, Galaktolipide sind ebenfalls hitzeempfindlich, darüberhinaus aber auch fettlöslich, so dass ihr Gehalt im Tee minimal ist und dieser daher auch nicht die spezifischen Hagebutteneigenschaften aufweist.

Will man z. B. bei Erkältungen dennoch Hagebuttentee trinken, dann verwendet man 3 EL getrocknete Hagebuttenstückchen pro Liter Wasser. Falls man die Früchte selbst gesammelt hat, sollte unbedingt ein feiner Teefilter verwendet werden, damit die kleinen reizauslösenden Härchen der Samen darin hängen bleiben. Die Hagebutten lässt man im heissen Wasser ca. 5 Minuten ziehen. Meist jedoch werden Hagebutten nur zur Aromatisierung wirksamer Heilkräuter in Erkältungstees gegeben.

Quellen

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