Der Ingwer: Seine Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten

Was wäre die südostasiatische Küche ohne den Ingwer? Das zitronenartige Aroma und die feurige Schärfe sorgen für ein besonderes Geschmackserlebnis. Doch der Ingwer ist nicht nur ein unverwechselbares Gewürz, sondern auch eine aussergewöhnliche Heilpflanze.

Ob Magen-Darm-Probleme oder Reisekrankheit: Dagegen ist sogar laut Schulmedizin eine Wurzel gewachsen. Überdies sprechen immer mehr Studien dafür, dass der Ingwer bei Schmerzen, Arthritis, Multipler Sklerose, Übergewicht und Erkältung hilfreich sein kann.

Wir stellen die Wirkungen des Ingwers vor und seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten.

Was ist Ingwer?

Der Ingwer übt auf uns Menschen seit jeher eine grosse Faszination aus, was zahlreiche alte Mythen bezeugen. Einer indischen Legende zufolge verleiht die Pflanze dem Menschen eine derartige Kraft, dass er sogar imstande ist, den Tiger zu zähmen und auf ihm reiten zu können.

Die Ingwergewächse stellen eine ausserordentliche Familie dar. Neben dem Ingwer (Zingiber officinale) gehören ihr zahlreiche weitere populäre Pflanzen an, etwa Kurkuma und der Galgant. Auch diese beiden sind – wie der Ingwer – seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der Gewürzküche und der Heilkunde ihrer Heimatländer.

Was bedeutet das Wort Ingwer?

Obgleich in der traditionellen Medizin und Kulinarik auch die Blätter und Blüten der Ingwerpflanze Anwendung finden, liegt der Fokus eindeutig auf der besonders aromatischen Ingwerwurzel. Es handelt sich hierbei um den verzweigten Wurzelstock (Rhizom), welcher der Pflanze ihren Namen gegeben hat. Denn das Sanskrit-Wort "Sringavera" bedeutet "mit Geweihsprossen versehen".

Woher kommt der Ingwer?

Der Ingwer stammt ursprünglich aus dem südasiatischen Raum und gedeiht bis heute vornehmlich in subtropischen und tropischen Regionen. In Indien und China wurde die Ingwerwurzel schon lange bevor es schriftliche Aufzeichnungen gab als Gewürz genutzt und gilt seit mindestens 5.000 Jahren bei allerlei Leiden als stärkendes und belebendes Heilmittel.

Wie kam der Ingwer nach Europa?

Von Asien aus bahnte sich die Pflanze vor etwa 2.000 Jahren als begehrtes Handelsgut ihren Weg zu den alten Griechen und Römern, die schnell Freundschaft mit ihr schlossen. Die Imperien zerfielen, doch der Ingwer erfreut sich immer noch grosser Beliebtheit.

Arabische Händler kontrollierten für Jahrhunderte den Ingwermarkt. Im 13. und 14. Jahrhundert kostete ein Pfund Ingwer genauso viel wie ein Schaf. Die Wurzel war somit ein ausgesprochenes Luxusgut, worauf selbst die betuchten Leute nordischer Länder wie England nicht verzichten wollten.

Im Mittelalter entstand der Brauch, Süssigkeiten mit Ingwer zu würzen. Queen Elizabeth I. gilt als die Erfinderin des "Gingerbread man", ein mit Ingwer gewürzter Lebkuchenmann, der seitdem gerne an Festtagen serviert wird. Inzwischen ist die Wurzel zum Glück leicht erschwinglich, sodass wir alle von ihrer pfeffrigen Würze und umfassenden Heilkraft profitieren können.

Welche Inhaltsstoffe enthält Ingwer?

Durch chemische Analysen wurden laut einer Studie an der University of Texas bislang mehr als 400 Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel identifiziert. Gingerole und Shogaole, die zu den Hauptwirkstoffen gehören, stecken in einem zähflüssigen Balsam, der u. a. aus ätherischem Öl besteht.

Sie wirken u. a. entzündungshemmend sowie antioxidativ und erweitern die Blutgefässe.

Wird die Ingwerwurzel getrocknet oder gekocht, entstehen – insbesondere aus Gingerolen – neue Stoffe, sodass sich die Wirkung verändert. Dies erklärt auch, warum es in Indien für frischen und getrockneten Ingwer zwei unterschiedliche Begriffe gibt.

Was passiert, wenn Ingwer getrocknet oder gekocht wird?

Beim Trocknen der Ingwerwurzel wird 6-Gingerol in den Stoff 6-Shogaol umgewandelt. Laborstudien haben gezeigt, dass 6-Shogaol das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamt und die Ausbreitung von Krebszellen (z. B. gastrointestinale Tumoren, Brust- und Leberkrebs) hemmt.

Auch der Stoff Zingeron entsteht erst durch das Trocknen oder Kochen der Ingwerwurzel. Er ist für die etwas süssliche Note verantwortlich. Laut aktuellem Stand der Forschung wirkt Zingeron u. a. stark antientzündlich, stoffwechselregulierend, antidiabetisch und gegen Durchfall.

Sollte Ingwer geschält werden?

Viele denken, dass es besser sei, den Ingwer von seiner Schale zu befreien, da diese ein wenig bitter schmeckt. Aus gesundheitlicher Sicht ist dies jedoch nicht sinnvoll, da sich direkt unter der Schale die meisten Wirkstoffe verbergen.

Ist der Ingwer eine anerkannte Heilpflanze?

Laut der Studie "State of the World's Plants", woran 128 Forscher aus zwölf Ländern beteiligt waren, werden weltweit mindestens 30.000 Pflanzenarten medizinisch angewandt. Davon finden allerdings nur 16 Prozent in anerkannten medizinischen Publikationen Erwähnung. Viele von ihnen sind noch nicht einmal offiziell als Arzneipflanzen zugelassen.

Der Ingwer gehört zur heilenden Minderheit und wurde vom Herbal Medicinal Product Committee als "medizinisch allgemein anerkannt" eingestuft und sogar zur Heilpflanze des Jahres 2018 gekürt.

Welche Heilwirkungen des Ingwers gelten als gesichert?

Eine eindeutig gesicherte Wirksamkeit beim Menschen gilt bislang nur für folgende Anwendungsbereiche:

  • Vorbeugung gegen Reisekrankheit mit Übelkeit und Erbrechen
  • Behandlung leichter krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden

Das bedeutet aber nicht, dass die Ingwerwurzel nicht auch bei anderen Beschwerden hilfreich sein kann, sondern nur, dass andere Wirkungen durch klinische Studien noch nicht ausreichend untermauert werden konnten bzw. dass dazu einfach noch nicht die passenden Studien durchgeführt wurden.

Wogegen wird Ingwer in der traditionellen Medizin angewandt?

Während die Schulmedizin sich noch nicht lange mit der Erforschung der medizinischen Eigenschaften von Ingwer befasst, setzen traditionelle chinesische, indische und japanische Heiler das Rhizom der tropischen Staude schon seit Jahrtausenden bei einer ganzen Reihe unterschiedlichster Beschwerden ein. Dazu gehören laut einer Studie an der Sultan Qaboos University z. B.:

  • Schmerzen aller Art
  • chronischer Husten
  • Fieber
  • Übelkeit während der Schwangerschaft
  • Migräne
  • Rheumatische Gelenkbeschwerden wie Arthritis und Arthrose
  • Verrenkungen
  • Krämpfe
  • Verdauungsbeschwerden wie Durchfall und Verstopfung
  • Infektionskrankheiten
  • Bluthochdruck
  • Demenzerkrankungen

Inzwischen mehren sich die Studien, wobei immer mehr traditionelle Anwendungen unter die Lupe genommen und als wirksam eingestuft werden.

Warum hilft Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen?

Ob während der Schwangerschaft, auf Reisen, bei einer Magen-Darm-Grippe, nach einer Operation oder aufgrund einer Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. In vielen Fällen kann die Ingwerwurzel dabei helfen, diese Symptome zu verhindern, zu lindern oder zum Abklingen zu bringen.

Die Ingwerwurzel hat antioxidative und antientzündliche Eigenschaften und wirkt direkt auf den Magen-Darm-Trakt: Darmgase werden beseitigt und die Magenentleerung wird angetrieben. Zudem gibt es Hinweise, dass Übelkeit und Erbrechen zusätzlich durch die Wirkung auf das zentrale Nervensystem und die Hemmung von Serotonin-Rezeptoren reduziert werden.

Kann Ingwer Reisekrankheiten lindern?

Viele Menschen mit einer Reisekrankheit schwören auf die Ingwerwurzel, doch es gibt bislang wenige Studien, welche diese Wirkung bestätigen. Laut Forschern von der Brigham Young University kann sich Ingwer aber sogar als effektiver erweisen als der üblicherweise verordnete Wirkstoff Dimenhydrinat, der mit etlichen Nebenwirkungen wie etwa Schläfrigkeit und Benommenheit einhergehen kann.

Die widersprüchliche Studienlage kann darauf zurückzuführen sein, dass leider nicht alle Betroffenen vom Ingwer profitieren können. Probieren Sie es einfach aus, ein Versuch ist es wert!

Experten empfehlen, mit der Medikation schon am Vortag zu beginnen. Sie können entweder kleine Scheibchen von der rohen Wurzel abschneiden und gut kauen, sich aus getrocknetem Ingwer einen Tee zubereiten oder ihn in Form von Pulver oder Extrakt einnehmen.

Wirkt Ingwer gegen postoperative Übelkeit und Erbrechen?

Rund 30 Prozent der Patienten leiden nach einer Narkose an der sog. postoperativen Übelkeit mit Erbrechen (PONV, für engl. postoperative nausea and vomiting). Im Jahr 2018 haben Forscher von der University of Szeged 10 randomisierte Studien mit insgesamt 918 Patienten unter die Lupe genommen und sind aufgrund ihrer Metaanalyse zum Schluss gekommen, dass Ingwer sicher ist, gut vertragen wird und den Schweregrad von PONV abschwächt.

Sie gaben ausserdem an, dass durch das Heilmittel das Auftreten von PONV reduziert werden könnte und es eine gute Alternative zu Antiemetika (Medikamente, die gegen Übelkeit und Brechreiz verschrieben werden) darstellt.

Lindert Ingwer Übelkeit und Erbrechen während einer Chemotherapie?

Übelkeit und Erbrechen zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Auch in diesem Zusammenhang sind Forscher zu unterschiedlichsten Ergebnissen gekommen: Mal blieb die Wirkung aus, mal konnten gute Resultate erzielt werden. An einer randomisierten doppelblinden Studie an der Tehran University nahmen 80 Brustkrebspatientinnen teil, die sich einer Chemo unterzogen und an besagten Symptomen litten.

Sie wurden in zwei Gruppen unterteilt: Eine erhielt für 6 Tage viermal täglich 250 Milligramm Ingwerpulver in Kapseln (Zintoma), die andere ein Placebo. Mit der Behandlung wurde drei Tage vor der Chemo begonnen. Die Probandinnen der Ingwer-Gruppe litten in allen Phasen der Therapie deutlich weniger an Übelkeit und Erbrechen.

Hilft Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft?

70 bis 80 Prozent aller Schwangeren leiden an Übelkeit und 50 Prozent werden mit Erbrechen konfrontiert. Viele von ihnen sehen aufgrund der Nebenwirkungen von Medikamenten ab und setzen auf alternative Therapien. Im Jahr 2019 nahmen an einer dänischen Studie 225 Schwangere teil, fast 23 Prozent gaben an, alternative Heilmethoden anzuwenden, die Hälfte von ihnen schwor auf Ingwer.

Es gibt inzwischen schon viele Studien, wodurch die Wirksamkeit und Sicherheit von Ingwer bestätigt werden konnte. So analysierten südafrikanische Forscher von der Stellenbosch University Studien mit insgesamt 1.278 schwangeren Frauen und kamen zum Schluss, dass Inger frei von Nebenwirkungen sei und sich als effektive Option erweisen könne.

Wir empfehlen Schwangeren grundsätzlich, Vorsicht walten zu lassen und sich vor jeder Medikation – ob schulmedizinisch oder alternativ – von ihrem Arzt oder Heilpraktiker beraten zu lassen. Weitere Infos finden Sie im Verlauf des Textes.

Kann Ingwer stillende Mütter unterstützen?

Laut einer randomisierten doppelblinden Studie an der Mahidol University kann Ingwer stillenden Müttern helfen, die zu wenig Milch für ihr Baby haben. Dabei wurden 50 Frauen in zwei Gruppen eingeteilt: Eine erhielt für 4 Wochen 3-mal täglich 3 Kapseln eines Präparats mit Ingwer, Kurkuma und Bockshornklee, die andere ein Placebo.

Die Forscher kontrollierten laufend den Blutdruck sowie die Herzfrequenz und analysierten Blut- sowie Milchproben. Sie stellten fest, dass die stillenden Mütter der Heilpflanzen-Gruppe nach 2 Wochen 50 Prozent und nach 4 Wochen mehr als 100 Prozent mehr Milch hatten. Der Nährstoffgehalt der Muttermilch wurde nicht beeinflusst und es traten keinerlei Nebenwirkungen auf.

Sollten Sie von einer Milch-Unterproduktion betroffen sein, wenden Sie sich bitte an Ihre Stillberaterin oder auch an ihren Arzt bzw. Heilpraktiker. Oft können dafür auch Stillfehler verantwortlich sein.

Wirkt Ingwer bei Entzündungen und Schmerzen?

In der traditionellen Medizin gilt der Ingwer bereits seit Jahrtausenden als effektives Schmerzmittel, das u. a. bei Kopfschmerzen, Gelenkentzündungen, Menstruationsbeschwerden, Schwellungen und Rheuma auch heute noch gern angewandt wird.

Dementsprechend haben inzwischen einige Studien gezeigt, dass Ingwer entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften besitzt und sogar eine gute Alternative zu Schmerzmitteln bzw. nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. ASS, Diclofencac) sein kann. Im Rahmen einer Studie am Frederiksberg Hospital wurde die Wirksamkeit von Ibuprofen, Ingwerextrakt und einem Placebo bei Patienten mit einer Arthrose am Knie oder an der Hüfte untersucht.

Ibuprofen und der Ingwerextrakt wirkten beide besser als das Placebo, wobei der positive Effekt des Ingwers allerdings nur in der ersten Behandlungsphase als statistisch signifikant eingestuft wurde.

Einer US-amerikanischen Studie mit 247 Probanden zufolge kann Ingwerextrakt bei der Linderung von Schmerzen bei einer Arthrose am Knie durchaus hilfreich sein. Bei 59 Patienten traten leichte gastrointestinale Nebenwirkungen auf.

Hilft Ingwer bei rheumatoider Arthritis (Rheuma)?

Die rheumatoide Arthritis ist die am häufigsten auftretende entzündliche Gelenkerkrankung, allein in Deutschland sind davon 800.000 Menschen betroffen. Laut einer im Jahr 2018 an der Shiraz University of Medical Sciences mit 1.000 Probanden durchgeführten Studie verwendeten rund 250 von 500 Patienten mit rheumatoider Arthritis Heilpflanzen. Fast 30 Prozent setzen auf den Ingwer.

Die Forscher begründeten dies damit, dass die angewandten Heilpflanzen entzündungshemmend wirken und forderten, mehr Studien durchzuführen, um die Wirkung und Sicherheit endlich wissenschaftlich evaluieren zu können.

Hat Ingwer bei MS einen therapeutischen Effekt?

Es gibt keine andere entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die häufiger vorkommt als die Multiple Sklerose (MS). Eine Heilung ist zurzeit zwar noch nicht in Sicht, doch es gibt einige Möglichkeiten, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Symptome abzuschwächen.

Dazu zählt laut einer im Jahr 2018 veröffentlichten Studie auch eine Behandlung mit Heilpflanzen wie dem Ingwer, die diverse therapeutische Effekte haben. Forscher von der Kerman University of Medical Sciences im Iran kamen zum selben Ergebnis: Im Ingwer und seinen Inhaltsstoffen stecke aufgrund der immunmodulierenden, antioxidativen und antientzündlichen Wirkungen ein enormes Potenzial.

Lindert Ingwer Muskelschmerzen?

Bei Muskelschmerzen – etwa nach einem intensiven Training – kann der Ingwer ebenfalls sehr hilfreich sein. Wissenschaftler vom Georgia College führten diesbezüglich zwei interessante doppelblinde placebokontrollierte Studien durch. Zunächst mussten die 74 Probanden ein exzentrisches Training absolvieren, wodurch Entzündungen und Muskelschmerzen ausgelöst wurden.

Dann bekamen die Probanden der Studie 1 rohen Ingwer und die der Studie 2 erhitzten Ingwer – jeweils 2 Gramm täglich für 11 Tage. Vor und an drei Tagen nach den Übungen wurden verschiedenste Parameter wie die Intensität der Schmerzen, die wahrgenommene Anstrengung, das Armvolumen und der Bewegungsumfang eruiert.

Die Forscher stellten fest, dass die Muskelschmerzen durch die tägliche Einnahme von rohem und gekochtem Ingwer fast gleich gut reduziert werden konnten. Der rohe Ingwer wirkte dabei um 25 Prozent und der gekochte um 23 Prozent besser als das Placebopräprat in den jeweiligen Kontrollgruppen.

Hilft Ingwer bei Regelschmerzen?

Zahlreiche, insbesondere junge Frauen leiden an Regelschmerzen. Oft werden hierbei schmerzstillende Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika verschrieben, die den Magen-Darm-Trakt angreifen können.

Da Menstruationsbeschwerden die psychische Gesundheit und die Lebensqualität von Frauen sehr negativ beeinflussen können, haben iranische Forscher von der Babol University of Medical Sciences im Jahr 2018 eine Studie mit 168 Frauen zwischen 18 und 26 Jahren durchgeführt. Sie wurden in eine Novafen- (= Ibuprofen) und eine Ingwer-Gruppe eingeteilt.

Da die Schmerzen durch beide Medikationen gleich gut gelindert werden konnten, empfahlen die Wissenschaftler, das natürliche Heilmittel dem synthetischen Medikament vorzuziehen.

Kann man mit Ingwer abnehmen?

In den Medien wird Ingwer oft als Abnehmwunder beschrieben. Doch reicht es wirklich aus Ingwertee zu trinken, um die Kilos purzeln zu lassen? Fakt ist, dass das Gewicht nur dann nachhaltig reduziert werden kann, wenn Sie sich ausgewogen(er) ernähren und auch ein wenig Bewegung mit ins Spiel kommt. Dann kann Sie der Ingwer beim Abnehmen gut unterstützen.

Laut einem Review aus dem Jahr 2018 gibt es bereits einige Tier- und Laborstudien, wodurch der Abnehmeffekt von Ingwer bestätigt werden konnte. Humanstudien sind jedoch rar. Die Heilpflanze soll insofern hilfreich sein, da durch sie erhöhten Blutfettwerten, hohem Blutzucker, oxidativem Stress und Entzündungen entgegengewirkt werden kann.

Darüber hinaus wird durch Ingwer der Stoffwechsel angeregt, der Fettabbau angekurbelt, und die Fettverdauung gefördert. Laut japanischen Forschern sollte die Einnahme in puncto Fettverbrennung allerdings morgens erfolgen, da diese Wirkung im Rahmen der Studie am Nachmittag nicht beobachtet werden konnte.

Mindert Ingwer das Hungergefühl?

Eine kleine Studie an der Columbia University mit 10 übergewichtigen Männern hat gezeigt, dass jene Probanden, die einen Ingwertee (mit Ingwerpulver) getrunken hatten, im Vergleich zur Kontrollgruppe weniger Hunger verspürten, demzufolge weniger assen und sich dann trotzdem satter fühlten.

Die Forscher stellten auch eine gesteigerte Thermogenese fest, wodurch überschüssige Energie durch bestimmte Stoffwechselprozesse in Wärme umgewandelt und dann direkt verbrannt wird, was ebenfalls beim Abnehmen helfen könnte.

Schützt Ingwer vor Erkältungen?

Ingwer kann vor Erkältungen schützen und Ihnen helfen, gesund durch den Winter zu kommen: Die heilende Wurzel wärmt von innen, fördert die Durchblutung und stärkt dadurch die Abwehr – und zwar nicht allein durch den Verzehr des Ingwers oder durch das Trinken eines Ingwertees, sondern auch durch äussere Anwendungen.

Oft sind kalte Füsse die Ursache dafür, dass Bakterien und Viren ein leichtes Spiel haben. Da kann ein warmes Fussbad wahre Wunder bewirken. Im Jahr 2018 nahmen an einer Studie an der Universität Tübingen 17 Probanden teil. Bei allen wurden drei Fussbäder durchgeführt: Das erste nur mit warmem Wasser, das zweite wurde durch Ingwer und das dritte durch Senf ergänzt.

Die Forscher stellten fest, dass die Füsse sowohl durch Ingwer als auch durch Senf besser aufgewärmt wurden als mit Wasser allein. Doch nur durch den Ingwer dauerte die Wärmeempfindung länger an.

Für ein Ingwer-Fussbad benötigen Sie lediglich ungefähr 70 Gramm von der frischen, in dünne Scheiben geschnittenen Wurzel und ausreichend Wasser.

Wie wird Ingwer eingenommen?

Sie können Ingwer auf verschiedenste Weise einnehmen bzw. anwenden:

Getrockneter Ingwer

Getrockneter Ingwer ist als Arzneidroge in Apotheken erhältlich, es gibt ihn im Ganzen oder in geschnittener Form. Die empfohlene Tagesdosis für Erwachsene liegt zwischen 1 und 2 Gramm. In manchen Fällen wie z. B. bei der Behandlung von Entzündungen kann es allerdings sinnvoll sein, die Dosis – nach Absprache mit einem Heilpraktiker – auf maximal 4 Gramm zu erhöhen. Bei Kindern mit einem Gewicht von rund 15 Kilogramm liegt die empfohlene Tagesdosis zwischen 0,25 und 0,5 Gramm.

Bei der Teezubereitung ist es – wie bei Wurzeln und Rinden im Allgemeinen – besonders wichtig, dass der getrocknete Ingwer nicht zu grob geschnitten wurde, da dann die Wirkstoffe nur geringfügig gelöst werden. Es ist also ratsam, den getrockneten Ingwer in einem Mörser zu zerkleinern. Anschliessend können Sie die Wurzelteilchen mit kochendem Wasser übergiessen und den Tee für rund 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen.

Überdies haben Sie die Möglichkeit, ein Dekokt herzustellen, wie es in der traditionellen chinesischen Medizin üblich ist. Setzen Sie die Droge hierfür 1 bis 2 Stunden mit kaltem Wasser an, welches Sie dann mit fest verschlossenem Deckel zum Sieden bringen und für 5 bis 10 Minuten kochen lassen. Anschliessend können Sie das Dekokt durch ein Sieb giessen. Diese Zubereitungsart bietet Ihnen den Vorteil, dass schwer lösliche Inhaltsstoffe vermehrt in das Wasser übergehen.

Ingwerpulver

Ingwerpulver wird hergestellt, indem getrockneter Ingwer gemahlen wird. Es wird als Gewürz verwendet, ist z. B. ein Bestandteil von Currypulver und kommt in der Heilkunde zum Einsatz. Ingwerpulver kann mit warmem Wasser vermischt und dann mit einem Löffel eingenommen werden.

Sie können aus Ingwerpulver aber auch einen Tee machen, die Zubereitung und die Dosierung orientieren sich an denen von getrocknetem Ingwer. Um zu verhindern, dass ein Satz zurückbleibt, können Sie das Pulver in einen feinen Teefilter geben.

Ingwerpulvertee bietet Ihnen den Vorteil, dass sich die Wirkstoffe besonders gut lösen. Im Jahr 2017 hat eine Studie gezeigt, dass auch hier die Partikelgrösse von Bedeutung ist. Denn bei Partikeln von rund 0,4 Millimetern landeten letztendlich mehr antioxidative Stoffe (z. B. Flavonoide) im Teewasser als bei einer Grösse von 0,7 Millimetern. Allerdings kommt man auf diese Weise natürlich in den Genuss der vollen Schärfe des Ingwers, was nicht jedermanns Sache ist. In diesem Falle kann man auf Kapseln mit Ingwerpulver oder Ingwerextrakt zurückgreifen.

Frischer Ingwer

Frischer Ingwer findet ebenfalls in der Küche und in wohlschmeckenden Getränken wie Tees, Ingwerwasser oder Smoothies Verwendung. Sie können die Wurzel reiben oder in feine Scheibchen schneiden.

Ingwertee wird zubereitet, indem Sie die Wurzelscheibchen in lauwarmes Wasser geben, es aufkochen und dann für rund 10 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Sie benötigen für 1 Tasse (200 ml) ein Stückchen Ingwer von ca. 3 Gramm. 10 Gramm der frischen Wurzel entsprechen in etwa 2 Gramm getrocknetem Ingwer.

Sie können jedoch auch ein Stückchen Ingwer mit heissem Wasser zusammen in den Mixer geben, ½ Minute mixen und das Ergebnis trinken.

Ingwerextrakte

Ingwerextrakte sind als Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel im Umlauf. Sie haben den Vorteil, dass die Inhaltsstoffe in konzentrierter Form vorliegen, sodass eine stärkere Wirkung erzielt werden kann – z. B. bei der Schmerztherapie.

Auch Menschen, die den Ingwergeschmack bzw. die Schärfe nicht mögen, können davon profitieren. Zudem wird bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen verhindert, dass damit nach der Genesung der Ingwergeschmack in Verbindung gebracht wird. Über die Dosierung können keine pauschalen Aussagen getätigt werden. Studieren Sie deshalb immer die Packungsbeilage.

Ätherisches Ingweröl

Ätherisches Ingweröl ist sehr reich an Wirkstoffen und eignet sich wunderbar zur Aromatherapie und für äusserliche Anwendungen wie Kompressen, Massagen, Fussbäder und als Badezusatz. Eine Mischung aus 5 Tropfen Ingweröl und 10 Milliliter eines Basisöls (z. B. Mandelöl, Avocadoöl oder auch Distelöl) reicht schon aus für eine Kompresse gegen Muskelkater oder eine entspannende Bauchmassage. Studien haben gezeigt, dass eine Aromatherapie mit Ingweröl gegen Übelkeit und Erbrechen wirkt. Lassen Sie einfach 5 Tropfen Ingweröl mit Wasser in einer Duftlampe verdampfen.

Was unterscheidet getrockneten von frischem Ingwer?

Ingwer, der frisch auf den Markt kommt, wird bereits nach 8 Monaten geerntet. Er ist deshalb besonders zart und überzeugt durch sein erfrischendes Zitrusaroma. Deshalb kommt frischer Ingwer vordergründig in der Küche und bei der Zubereitung von Getränken zum Einsatz.

Ingwer, der für die Trocknung bestimmt ist, wird erst nach 16 bis 18 Monaten geerntet. Getrockneter Ingwer schmeckt aufgrund der Inhaltsstoffe, die beim Trocknungsprozess entstehen, schärfer, süsslicher und herber. Er wird auch als Gewürzingwer bezeichnet, da aus ihm Ingwerpulver hergestellt wird.

Getrockneter Ingwer hat im Vergleich zur frischen Wurzel eine stärkere verdauungsfördernde Wirkung und ist deshalb z. B. bei Magen-Darm-Beschwerden vorzuziehen.

Gibt es beim Ingwer Gegenanzeigen und Nebenwirkungen?

Der Ingwer zählt zu jenen Heilpflanzen, die bei korrekter Dosierung sehr selten mit Nebenwirkungen einhergehen. Diese sind dann in der Regel leichter Natur und umfassen Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen oder Durchfall. Nichtsdestotrotz ist eine Allergie, die sich meist durch einen Hautausschlag bemerkbar macht, nicht auszuschliessen.

Da Ingwer eine blutverdünnende Wirkung haben kann, sollte auf ihn vor Operationen verzichtet werden. Ausserdem sollten Menschen mit Gallensteinleiden das Heilmittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden, da seine – eigentlich positive – galletreibende Wirkung in dem Fall zu Koliken führen könnte.

Warum wird von Ingwer in der Schwangerschaft abgeraten?

Schwangeren und stillenden Frauen raten Institutionen wie die Kommission E aufgrund möglicher Nebenwirkungen oft grundsätzlich von pflanzlichen Anwendungen ab. Fakt ist aber, dass in Deutschland jede zweite Schwangere Schmerzmittel einnimmt, die sogar trotz möglicher Nebenwirkungen für das ungeborene Kind zugelassen sind und fleissig empfohlen werden.

In puncto Ingwer beruhen Warnhinweise ausschliesslich auf der noch nicht gesicherten Wirksamkeit bei Schwangerschaftserbrechen und Studien mit Nagetieren, denen hochdosierte Extrakte (z. B. 2.000 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht) ohne Nebenwirkungen verabreicht wurden.

Obgleich Ingwer laut der momentanen Studienlage auch in der Schwangerschaft als höchstwahrscheinlich effektiv und sicher eingestuft wird, sollten Sie von einer Selbstmedikation absehen und sich medizinisch beraten lassen, da jede Medikation sorgfältig abgewogen werden sollte.

Wo wird Ingwer angebaut?

Der Ingwer ist ein Kind der Tropen und Subtropen und wird dort auch angebaut. Pro Jahr werden weltweit mehr als 3 Millionen Tonnen geerntet, die wichtigsten Anbauländer finden sich im südostasiatischen und afrikanischen Raum.

Indien ist mit etwa 1.110.000 Tonnen zwar bei weitem der grösste Produzent, baut den Ingwer aber vordergründig für den Eigenbedarf an. China ist hingegen der wichtigste Exporteur, jährlich werden rund 380.000 Tonnen ausgeführt.

Gibt es Ingwer aus der Region?

In Europa wird Ingwer in der Regel nur für den privaten Hausgebrauch angebaut. Es gibt jedoch schon erste Bemühungen, einheimische Wurzeln auf den Markt zu bringen. So haben die österreichischen Gemüsebauern Claudia und Gerald Kern im burgenländischen Seewinkel das milde Klima der Region für die erste Kultivierung von Ingwer genutzt. Der Mut wurde mit Erfolg gekrönt: Im Oktober 2018 kam der allererste österreichische Ingwer auf den Markt.

Auch Versuche der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Bamberg haben im Jahr 2018 gezeigt, dass sich der Ingwer in Mitteleuropa durchaus wohlfühlen kann. Die Versuchsingenieurin Birgit Rascher schwärmt, dass man importierten Ingwer in dieser Frische hierzulande nicht bekommt.

Es ist also durchaus keine Illusion, dass regionaler Ingwer in naher Zukunft immer öfter im Angebot stehen wird. Das Tropengewächs könnte somit schon bald auch mit einer guten Ökobilanz punkten.

Bestimmt die Ingwersorte den Geschmack?

Die Ingwerwurzel weist je nach Sorte und Herkunft unterschiedliche Qualitätsmerkmale auf. So schmeckt westafrikanischer Ingwer aufgrund des hohen Ölgehalts besonders scharf. Jamaica-Ingwer besticht hingegen durch sein wunderbares Aroma und Malabar-Ingwer aufgrund des sehr intensiven zitronenähnlichen Geschmacks.

In unseren Breiten wird aber vor allem chinesischer Ingwer verkauft. Er schmeckt blumig-exotisch und weist ein gelbes Fruchtfleisch sowie rundliche Knollen auf. Neuerdings wird vermehrt auch peruanischer Ingwer angeboten, der Geschmack ist würzig-scharf, das Fruchtfleisch hell gefärbt.

Ist Ingwer mit Schadstoffen belastet?

Wurzeln sind im Vergleich zu Blättern und Früchten im Allgemeinen weniger belastet. Da Ingwer aber vordergründig aus China importiert wird, sollten Sie in Sachen Pestizidbelastung besondere Vorsicht walten lassen. Vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart durchgeführte Analysen haben im Jahr 2017 gezeigt, dass alle 6 Proben Pestizidrückstände aufwiesen, 4 davon enthielten Mehrfachrückstände.

Bei einer Probe wurde sogar der gesetzlich vorgeschriebene Gehalt überschritten. Dabei handelte es sich um das Insektizid Clothianidin, das laut einem im Jahr 2018 veröffentlichten Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ein Risiko für Wild- und Honigbienen darstellt. Es gibt ausserdem Hinweise, dass das Gift auf Zuckmücken toxisch wirkt, die samt ihren Larven die Hauptnahrung vieler Fische und Vögel darstellen und somit eine grosse Bedeutung in der Nahrungskette haben.

Ist Bio-Ingwer besser?

Die Verbraucherzentrale Bayern liess verlauten, dass aus China meist konventionelle Ware kommt. Doch selbst chinesischer Bio-Ingwer weiss oft nicht zu überzeugen, denn die Beanstandungsquote an Grenzwertüberschreitungen von Pestiziden ist relativ hoch. Chinesischer Bio-Ingwer ist gegenüber konventionellem Ingwer im Schnitt aber dennoch geringer mit Pestiziden belastet.

Überdies findet sich in Supermärkten Ingwer aus Peru, das Land hat sich auf den Bio-Anbau spezialisiert. Da der peruanische Bio-Ingwer aber teurer ist, setzen viele Verbraucher lieber auf den Billig-Ingwer aus China. Dies hat schon dazu geführt, dass die Anbauflächen in Peru abgenommen haben, sodass die Ernte im Jahr 2017 bereits rund ein Drittel niedriger ausgefallen ist als im Vorjahr.

Kann man Ingwer selbst anbauen?

Wenn Sie Ihren Ingwer selbst anbauen, wissen Sie ganz genau, dass er frei von Pestiziden ist. Dies ist alles andere als eine Hexerei. Wählen Sie ein oder mehrere 5 bis 10 Zentimeter grosse Bio-Ingwerstücke, die besonders prall sowie frisch sind und mindestens ein Auge haben. Pro Ingwerpflanze benötigen Sie einen möglichst weiten Topf, damit sich das Rhizom gut ausbreiten kann.

Sie können mit dem Anbau im Frühling beginnen. Bedecken Sie das Rhizom nur etwa 2 Zentimeter hoch mit nährstoffreicher Anzuchterde. Schon nach einigen Wochen bildet sich der erste Spross. Die Ingwerpflanze benötigt einen sonnigen Platz, möglichst kalkfreies Wasser und sollte während der gesamten Wachstumsphase maximal 2-mal gedüngt werden. Achten Sie beim Giessen darauf, dass die Erde nicht zu nass ist, um der Schimmelbildung vorzubeugen.

Im Herbst können Sie Ihre Ingwerwurzel dann ernten. Sich gelb verfärbende Pflanzenblätter zeigen Ihnen den idealen Zeitpunkt an. Ziehen Sie das Rhizom dann vorsichtig aus der Erde. Nur junge Sprossteile eignen sich, um frisch verzehrt zu werden, den Rest können Sie trocknen bzw. mahlen.

Worauf sollte man beim Kauf von Ingwer achten?

Achten Sie beim Kauf von frischem Ingwer darauf, dass er eine matt glänzende Schale ohne Schadstellen oder Schimmel hat. Das Fruchtfleisch sollte saftig und faserfrei sein.

Bei Ingwerpulver sollten Sie sich die Zutatenliste ansehen. Entscheidend ist, dass das Pulver keinerlei Zusatzstoffe enthält und eine gelbliche Färbung hat. Eine weisse Farbe könnte auf eine Bleichung der Ingwerwurzel vor der Weiterverarbeitung hindeuten.

Worauf sollte man beim Kauf von Ingwerkapseln und Ingwertropfen achten?

Bei Ingwerpräparaten im Allgemeinen (z. B. Kapseln oder Tropfen) fällt laut wissenschaftlicher Analysen der Gehalt der Inhaltsstoffe sehr unterschiedlich aus. Sie sollten demnach ausschliesslich hochwertige Produkte mit hohem Wirkstoffgehalt kaufen. Denn ist der Wirkstoffgehalt zu niedrig, ist es kein Wunder, wenn der Extrakt keinerlei Wirkung zeigt.

Achten Sie darauf, dass der Hersteller des Ingwerextrakts den Gingerolgehalt pro Tagesdosis angibt. Dieser sollte mindestens 25 mg betragen.

Oft liest man auf Ingwerprodukten "hochdosiert", obwohl diese lediglich aus gemahlenem Ingwer bestehen und daher nicht mit tatsächlich hochdosierten Extrakten vergleichbar sind.

Natürlich sollte auf überflüssige Zusatzstoffe wie synthetische Füll-, Hilfs- und Farbstoffe verzichtet werden. Arzneimittel- bzw. Bio-Qualität sprechen zusätzlich für ein hochwertiges Produkt.

Diesen Ansprüchen werden z. B. die Ingwertropfen GINJER® Forte des Unternehmens Lemon Pharma gerecht. Dieser hochkonzentrierte Extrakt wird durch CO2-Hochdruckextraktion mit natürlicher Quellkohlensäure hergestellt, sodass Rückstände von Lösungsmitteln, anorganischen Salzen und Schwermetallen ausgeschlossen werden können.

Wie wird Ingwer am besten gelagert?

Ist die frische Ingwerknolle ungeschält und nicht angeschnitten, können Sie sie für mehrere Wochen ausserhalb des Kühlschranks an einem dunklen und kühlen Ort lagern, z. B. in der Speisekammer. Es ist vorteilhaft, den Ingwer in ein Papiertuch zu wickeln und in ein verschliessbares Gefäss zu geben.

Die angeschnittene Wurzel kann für einige Zeit bei Raumtemperatur gelagert werden, mit der Zeit wird die Schnittstelle aber etwas holzig und härter. Dies können Sie verhindern, wenn der Ingwer im Kühlschrank, möglichst luftdicht verpackt, aufbewahrt wird. Dann hält er sich bis zu 3 Wochen.

Getrockneter Ingwer hat im Vergleich zu der frischen Wurzel den Vorteil, dass er viel länger haltbar ist. Wird er in einem Glas mit Deckel an einem trockenen, kühlen und lichtgeschützten Ort aufbewahrt, ist er bis zu 24 Monate haltbar.

Kann man Ingwer einfrieren?

Haben Sie zu viel Ingwer gekauft oder eine gute Ernte nach Hause gebracht? Dann können Sie Ihren Ingwer prima in eine Gefrierdose geben und einfrieren. Schneiden Sie die Knolle hierfür einfach in Scheiben oder reiben Sie sie und formen Sie kleine Häufchen. Im Gefrierschrank hält sich der Ingwer etwa 3 bis 6 Monate.

Was kann Ingwer in der Küche?

Obwohl der Ingwer in Europa seit der Antike ein beliebtes Heilmittel ist, konnte er sich in der hiesigen Küche fast ausschliesslich in Süssspeisen und Getränken etablieren. Erst seit Ende des 20. Jahrhunderts die asiatische Küche populär wurde und Spitzenköche den Ingwer für ihre Gerichte entdeckten, gewinnt das uralte Gewürz kontinuierlich an Beliebtheit.

In Südostasien hingegen kommen die Menschen kaum einen Tag ohne Ingwer aus. Die Chinesen kennen angeblich 11 Ingwerrezepte – und das für jeden Tag des Jahres! Ob in Salaten, Suppen, Gemüse- und Reisgerichten, Currys oder Chutneys: Niemals darf der Ingwer fehlen. Sie können das wunderbare Aroma aber auch in europäischen Gerichten gut zur Geltung kommen lassen.

Der süss-sauer eingelegte Ingwer namens Gari ist ein fester Bestandteil der japanischen Küche. Hierbei wird frischer Ingwer geschält, in Stücke geschnitten, gesalzen und einige Tage ziehen gelassen. Anschliessend wird er in hauchdünne Scheiben geschnitten, kurz blanchiert und in einem Sud aus Pflaumen- oder Reisessig, etwas Wasser und Zucker eingelegt.

Sie können den frischen Ingwer reiben und erst zum Ende der Garzeit hinzugeben, aber auch in dünne Scheiben oder Würfelchen schneiden und kurz anbraten. Ingwerpulver sollte wie Zimt sehr spärlich eingesetzt werden, um Kompotte, Obstsalate oder Plätzchen verführerisch zu würzen.

Rezepte mit Ingwer

Nachstehend finden Sie einige Rezeptideen mit dem Ingwer:

Viel Spass beim Nachkochen und guten Appetit!

Quellen

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