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Kaki – Die süsse Frucht

Kaki – Die süsse Frucht

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(Zentrum der Gesundheit) – Viele Jahrtausende lang sind nur die Menschen in Ostasien in den Genuss der verführerischen Kaki gekommen. Doch zum Glück scheint die süsse Frucht nun auch in Europa endlich angekommen zu sein. Und das ist wunderbar, denn die Kaki schmeckt nicht nur äusserst köstlich, sondern ist auch noch sehr gesund. Die farbenfrohe Frucht ist besonders reich an Carotinoiden und weiteren sekundären Pflanzenstoffen, wirkt gegen Übergewicht, schützt die Lunge, beugt Krankheiten wie Krebs vor, stärkt das Gedächtnis und senkt das Risiko für Demenzerkrankungen.

Kaki: Der Baum der sieben Tugenden und seine Frucht

Wenn die ersten kalten Tage ins Land ziehen und das meiste Obst und Gemüse bereits geerntet wurde, präsentiert uns der Kakibaum (Diospyros kaki) seine herrlich süssen Früchte. Dabei zaubern die orange- gelb- und rotfarbenen Kakis – auch bekannt als Dattelpflaumen, Götterpflaumen oder Kakiäpfel – leuchtende Farbtupfer in die inzwischen erblasste Landschaft.

Der Kakibaum gehört zur Familie der Ebenholzgewächse und stammt ursprünglich aus Asien. In China wird er bereits seit Jahrtausenden hochgeschätzt und als "Baum der sieben Tugenden" bezeichnet, da…
 

  • er sehr langlebig ist,
  • Schatten spendet,
  • den Vögeln einen Nistplatz bietet,
  • das Ungeziefer fernhält,
  • sein Holz wunderbar brennt
  • seine gelb-roten Blätter im Herbst bis zum Frost das Auge erfreuen und
  • das heruntergefallene Laub den Boden mit wertvollen Nährstoffen versorgt.
     

Darüber hinaus haben die alten Chinesen schon früh erkannt, dass im Kakibaum eine starke heilende Kraft schlummert. Bis heute werden in der traditionellen chinesischen Medizin praktisch alle Pflanzenteile angewandt.

So wird etwa die Wurzel eingesetzt, um das Herz zu stärken, mit der Rinde werden Verbrennungen kuriert und aus den Blättern wird ein Tee zubereitet, der bei allerlei Leiden wie z. B. Durchblutungsstörungen und Infektionskrankheiten getrunken wird. Die reifen Kakis kommen hingegen bei Magen-Darm-Problemen sowie Fieber und der Saft der unreifen Früchte bei Bluthochdruck zur Anwendung.

Von China aus breitete sich der Kakibaum schon bald in die anderen asiatischen Ländern wie Korea und Japan aus, wo die Kaki heute zu den absoluten Lieblingsfrüchten zählt. Am liebsten werden sie frisch verzehrt, aber auch getrocknet, um sie das ganze Jahr über geniessen zu können. Die Kaki ist ein Symbol des Glücks, weshalb es in Japan Brauch ist, die Früchte am Neujahrstag zu essen.

Woher kommen unsere Kakis?

Obgleich die Kaki zu den ältesten kultivierten Früchten der Welt zählt, hat es sehr lange gedauert, bis sie auch die westliche Welt von sich überzeugen konnte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es sich aufgrund des weichen und empfindlichen Fruchtfleisches um eine überaus sensible Frucht handelt, die den langen Transportweg nicht überlebt hätte.

Im 18. Jahrhundert wurden in Südeuropa schliesslich die ersten Kakibäume gepflanzt, und die leckeren Kakis stiessen schnell auf helle Begeisterung. Davon zeugt auch der Gattungsname Diospyros: die göttliche Frucht. Aufgrund der Transportschwierigkeiten mussten allerdings weitere 250 Jahre vergehen, bis auch die Menschen in Mittel- und Nordeuropa sich an der Kaki erfreuen konnten.

Noch heute werden ganze 90 Prozent aller Kakis im Heimatland China geerntet, doch es haben sich weltweit rund zehn wichtige Anbauländer dazugesellt. Die Früchte, die bei uns von Oktober bis Dezember angeboten werden, wurden vor einigen Jahren noch vordergründig aus Italien importiert, v. a. die Sorte Tipo. Inzwischen hat aber Spanien als Importeur die Nase vorn. In Valencia, dem wichtigsten Anbaugebiet, wird fast ausschliesslich die ovale Rojo Brillante (Persimone) kultiviert.

Alte Kakisorten und moderne Zuchtformen: Ein grosser Unterschied

Im Gegensatz zu den urtümlichen Kakis, die sich nur reif verzehren lassen und in diesem reifen Zustand ein geleeartiges Fruchtfleisch haben sowie eine nur zarte und leicht reissende Haut aufweisen, kann man die Persimone problemlos auch hart wie ein Apfel aus der Hand essen.

Erstere hingegen kann man auf keinen Fall essen, so lange sie noch fest ist. Zu hoch ist ihr Gerbstoff- bzw. Tanningehalt. Es würde einem alles im Munde zusammenziehen. Sind sie jedoch reif, so löffelt man sie je nach Sorte einfach aus. Meist hält die zarte Haut aber dem Löffel nicht stand und man legt die glibberige Frucht besser in ein Schüsselchen, zerdrückt sie und mischt sie mit anderen Früchten, z. B. Orangen oder Himbeeren, die aufgrund ihrer Säure sehr gut mit den süssen säurearmen Kakis harmonieren, und einem Löffel Mandelmus.

Diese alten Kakisorten sind für den Export zu weich. Wer jedoch in Spanien einmal Urlaub macht, kann sie dort im Oktober direkt vom Baum naschen – vorausgesetzt man kennt jemanden, der Kakis im Garten hat, denn wild wachsen die Bäume dort nicht. Sie würden die lange Trockenzeit im Sommer nicht überstehen.

Kakis aus Israel – die sog. Sharonfrüchte – sind wie die Persimonen auch in festem Zustand essbar. So glibberig wie traditionelle Kakifrüchte werden sie nie, auch nicht, wenn sie vollkommen reif sind. Die Sharon ist eine veredelte Zuchtform der Kaki.

Allerdings findet man den sonnenanbetenden Kakibaum auch in wärmeren Regionen Mitteleuropas, beispielsweise in einigen Privatgärten in Weinbaugebieten, oder er wird mit viel Hingabe im Kübel gezogen. Wichtig ist dabei, dass von den rund 500 Sorten eine ausgewählt wird, die sich wie z. B. die Kostata oder die Rosseyanka durch Frosthärte auszeichnet.

Die Makronährstoffe

So wie bei Obst üblich, besteht auch die Kaki zu rund 80 Prozent aus Wasser. Sie enthält aber im Vergleich zu anderen Obstarten viel fruchteigenen Zucker, was den für Früchte relativ hohen Kaloriengehalt von 70 kcal (292 kJ) erklärt. In 100 Gramm rohen Kakis stecken die folgenden Nährstoffe:
 

  • 0,2 g Fett
  • 0,6 g Eiweiss
  • 19 g Kohlenhydrate (davon 15 g Zucker und 3 g Ballaststoffe)
     

Der Zuckeranteil besteht aus 8 g Fructose (Fruchtzucker) und 7 g Glucose (Traubenzucker), was zu einem Glucose/Fructose-Verhältnis von 0,9 führt, was für Menschen mit Fructoseintoleranz wichtig ist, da sie Fructose umso besser vertragen, je mehr Glucose gleichzeitig mit der Fructose im jeweiligen Lebensmittel steckt.

Kakis helfen beim Abnehmen

In den Medien ist immer wieder zu lesen, dass Fructose zu allen möglichen Leiden und Krankheiten wie z. B. Übergewicht, Herzinfarkt, Magen-Darm-Problemen, Leberbeschwerden und Krebs führen kann. Leider wird bei Meldungen wie diesen selten differenziert, sodass immer mehr Menschen Obst kritisch beäugen.

Doch es ist keineswegs der in Kaki und Co. enthaltene Fruchtzucker, der krank macht, sondern Industriezucker (der zur Hälfte aus Fructose besteht) und industriell gefertigte Nahrungsmittel sowie Getränke, welche mit fructosehaltigen Sirups gesüsst werden. Ausführliche Infos zu dieser Thematik finden Sie unter: Fructose (Fruchtzucker) – Die gefährlichste Form aller Zuckerarten.

Wenn nun aber Obst gegessen wird, das natürlicherweise auch Fruchtzucker enthält, besteht keine Gefahr der Gewichtszunahme, wie eine Übersichtstudie an der Université Pierre et Marie Curie in Paris gezeigt hat. Die Forscher kamen dabei zum Schluss, dass durch bis zu 100 Gramm Fruchtzucker pro Tag das Übergewicht bestimmt nicht gefördert wird. Um aber 100 Gramm Fructose mit Kakis zu verspeisen, müsste man 1,25 Kilogramm Kakis essen – und selbst diese grosse Menge wäre also kein Problem.

Darüber hinaus sind südkoreanische Forscher aufgrund einer Studie an der Kyungnam University sogar zum Schluss gekommen, dass Kakis dazu beitragen können, Übergewicht zu verhindern und zu behandeln. Mit Hilfe eines Kakifrucht-Extraktes konnte ein bestimmtes Enzym (Pankreaslipase) gehemmt werden, wodurch die Nahrungsfettaufnahme reduziert wurde. Ob die frisch verzehrte Kaki diesbezüglich ebenfalls eine merkliche Wirkung hat, weiss man natürlich nicht. Doch kann man getrost davon ausgehen, dass die Kaki auf keinen Fall eine GewichtsZUnahme fördert.

Ballaststoffe puffern den Fruchtzucker

Doch warum macht Zucker in Form von Haushaltszucker oder in Fertigprodukten dick und krank, während der in Obst enthaltene Zucker sogar das Gegenteil bewirkt? Dies ist laut Dr. David Ludwig, Direktor vom New Balance Foundation Obesity Prevention Center in Boston, mitunter darauf zurückzuführen, dass Früchte Ballaststoffe enthalten, welche den fruchteigenen Zucker sozusagen wie ein Gerüst umklammern.

Dadurch kommt auf den Verdauungstrakt jede Menge Arbeit zu, da das Gerüst aufgebrochen werden muss. Während dies geschieht, wird der Zucker nach und nach freigesetzt. Die Ballaststoffe sorgen somit dafür, dass die Zuckeraufnahme deutlich verlangsamt und der Anstieg des Blutzuckers minimiert wird.

Des Weiteren wirken sich die Ballaststoffe förderlich auf die "guten" Darmbakterien aus, stärken die Darmflora und senken das Risiko für Krankheiten wie Darmkrebs. Obst, das wie die Kaki reich an Kohlenhydraten UND Ballaststoffen ist, kann also viel dazu beitragen, das Risiko für genau jene Leiden zu reduzieren, die vom herkömmlichen Zucker gefördert werden.

Dazu kommt, dass die Kaki viele Mikronährstoffe bzw. Antioxidantien enthält, welche die Leber stärken – wo der Fructose-Abbau stattfindet – und Bluthochdruck sowie Insulinresistenz entgegenwirken.

Vitamine und Mineralstoffe

Die Kaki liefert viele verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Dazu zählen pro 100 Gramm der rohen Frucht beispielsweise:
 

  • 267 µg Vitamin A in Form von Beta-Carotin (33 Prozent der RDA): Wichtig für die Schleimhäute und die Augen.
  • 100 µg Vitamin B6 (5 Prozent der RDA): Ist wichtig für das Herz, das Gehirn und die Leber und lindert Schwangerschaftsübelkeit sowie Menstruationsbeschwerden.
  • 16 mg Vitamin C (16 Prozent der RDA): Ist am Aufbau von Bindegewebe, Knochen und Knorpeln beteiligt, schützt als Antioxidans vor Krankheiten wie Krebs und verbessert die Eisenaufnahme.
  • 800 µg Vitamin E (6,7 Prozent der RDA): Schützt das Herz und die Arterien, steigert die Fruchtbarkeit, wirkt gegen freie Radikale und stärkt das Immunsystem.
  • 10 µg Vitamin K (14,3 Prozent der RDA): Ist essentiell für die Blutgerinnung und stärkt die Knochen.
  • 0,4 mg Mangan (17 Prozent der RDA): Das Antioxidans wirkt gegen freie Radikale, unterstützt den Aufbau von Kollagen, regt die Bildung von Knorpel- sowie Bandscheibengewebe an und kommt Epileptikern zugute.
  • 170 mg Kalium (8,5 Prozent der RDA): Ist wichtig für Funktionsfähigkeit aller Körperzellen und hält die Herz- und Muskelfunktion aufrecht.
  • 9 mg Magnesium (3 Prozent der RDA): Unterstützt die Muskelfunktion und ist an der Zellatmung sowie am Kalziumstoffwechsel beteiligt.
     

Bedenken Sie beim Gehalt von Vitalstoffen stets, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, die je nach Sorte und Anbaubedingungen niedriger, aber auch viel höher ausfallen können. So gibt es z. B. einige Kakisorten, die mehr als 60 Milligramm Vitamin C enthalten.

Darüber hinaus gehört die Kaki zu jenen Früchten, die besonders reich an den unterschiedlichsten sekundären Pflanzenstoffen sind, worauf zahlreiche medizinische Wirkungen zurückgeführt werden.

Beta-Carotin: Bioverfügbarkeit und gesundheitliche Vorteile

Ob Gelb, Orange oder Rot: Schon die auffälligen Farben der Kakifrüchte deuten darauf hin, dass in ihnen jede Menge Carotinoide stecken. Dazu zählt auch das populäre Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird. Vitamin A erfüllt im Körper viele wichtige Funktionen, so ist es z. B. wichtig für die Fortpflanzung, das Wachstum, die Knochen, die Augen, die Haut und die Schleimhäute.

In einer einzigen 200 Gramm schweren Kaki verbergen sich rund 3.200 Mikrogramm Beta-Carotin. Eine simple Rechnung hilft Ihnen dabei, auszurechnen, wieviel Vitamin A der Körper daraus herstellen kann: Teilen Sie die Beta-Carotin-Menge durch sechs! Wenn Sie nun also eine Kaki mit 3.200 Mikrogramm Beta-Carotin essen, entspricht dies 533 Mikrogramm Vitamin A – wobei die Umwandlungsrate natürlich von verschiedenen Faktoren abhängt und daher von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Der offiziell empfohlene Tagesbedarf an Vitamin A (800 bis 1000 Mikrogramm) kann also – zumindest theoretisch – mit Hilfe einer Kaki zu fast 70 Prozent gedeckt werden.

Bedenken Sie hierbei aber, dass die Bioverfügbarkeit von Beta-Carotin von zahlreichen Faktoren wie dem individuellen Gesundheitsstatus abhängig ist. Wenn Sie die Kaki pürieren oder einfach gut kauen und zudem mit etwas Fett kombinieren, indem Sie beispielsweise – wie eingangs erwähnt – Ihre Kaki mit Mandelmus zubereiten, können Sie schon viel dazu beitragen, um die Bioverfügbarkeit zu optimieren. Die maximale Resorptionsrate von Beta-Carotin liegt immerhin bei rund 60 Prozent.

So wie alle Carotinoide hat Beta-Carotin – auch unabhängig von seiner Funktion als Provitamin A – zahlreiche gesundheitliche Vorteile zu bieten. Studien haben gezeigt, dass Beta-Carotin ein wertvolles Antioxidans ist, das u. a. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Augenerkrankungen, Demenz und Krebs vorbeugen und zur Genesung beitragen kann. Weiterführende Infos finden Sie unter: Die Wirkung von Beta-Carotin.

Mehr als 30 Carotinoide identifiziert

Während Beta-Carotin ohne Zweifel das bekannteste Carotinoid ist, finden andere Vertreter dieser Stoffklasse leider nur selten Erwähnung. Chinesische Forscher haben im Rahmen einer Studie an der Yangzhou University 46 Kakisorten auf ihre Wirkstoffe hin analysiert und dabei insgesamt mehr als 30 Carotinoide identifiziert.

Dabei haben sie festgestellt, dass in allen untersuchten Kakisorten nicht das Beta-Carotin, sondern ein Xanthophyll (die zweite wichtige Carotinoid-Gruppe) die Oberhand hatte, nämlich Beta-Cryptoxanthin. Allein dieser Stoff machte im Fruchtfleisch und in der Schale im Schnitt 30 Prozent des gesamten Carotinoid-Gehaltes aus. Während Beta-Carotin in sehr vielen Obst- und Gemüsearten enthalten ist, gibt es vergleichsweise wenige, in denen Beta-Cryptoxanthin steckt. Die Kaki zählt neben dem Kürbis, Chili und der Mandarine zu den allerbesten Quellen für dieses Carotinoid, das übrigens ebenfalls als Provitamin A fungiert.

Eine Studie am Western Human Nutrition Research Center aus dem Jahr 2015 hat gezeigt, dass Früchte, die Beta-Cryptoxanthin enthalten, hinsichtlich der Vitamin-A-Versorgung sogar bessere Dienste leisten als das Beta-Carotin. Dies ist laut der Chemikerin und Spezialistin für Carotinoide Dr. Betty J. Burri darauf zurückzuführen, dass Beta-Cryptoxanthin eine viel bessere Bioverfügbarkeit aufweist.

Ein Vergleich hat gezeigt, dass aus der Nahrung aufgenommenes Beta-Cryptoxanthin eine um 725 Prozent grössere Bioverfügbarkeit hat als Beta-Carotin.

Carotinoide und ihre gesundheitlichen Vorteile

Im Jahr 2016 hat Dr. Betty J. Burri mit einem Forscherteam an der University of California das Beta-Cryptoxanthin im Rahmen einer sehr umfassenden Übersichtsstudie sehr genau unter die Lupe genommen. Dabei wurde beispielsweise festgestellt, dass selbst Patienten mit Fettverwertungsstörungen und einer beeinträchtigten Leberfunktion das Carotinoid relativ gut aufnehmen können.

Ausserdem konnte aufgezeigt werden, dass Beta-Cryptoxanthin bei Menschen mit Lungenkrebs das Sterblichkeitsrisiko senken kann. Einerseits hindert der antioxidative Stoff Lungenkrebszellen am Wachsen, andererseits wirkt er sich – auch bei Rauchern – schützend auf die Lunge aus, indem Entzündungen vorbeugt wird. Überdies kann der Verzehr von an Beta-Cryptoxanthin reichen Früchten dazu beitragen, um u. a. das Risiko für Osteoporose, Leberfunktionsstörungen und Insulinresistenz zu vermindern.

Des Weiteren ist das Fruchtfleisch der Kaki reich an Zeaxanthin. Das ebenfalls zu den Xanthophyllen gehörende Carotinoid kann vor Augenerkrankungen wie dem Grünen Star schützen, worauf wir im folgenden Artikel bereits ausführlich für Sie berichtet haben: Karotten – Die Gesundmacher. An der bereits erwähnten Yangzhou University durchgeführte Analysen haben ergeben, dass 38 bis 85 Prozent des gesamten Carotinoid-Gehaltes aus Beta-Cryptoxanthin und Zeaxanthin zusammengesetzt sind. Dies zeigt laut den Wissenschaftlern ganz klar, dass die Zusammensetzung und der Gehalt der verschiedenen Carotinoide je nach Sorte sehr unterschiedlich ausfallen.

Dabei spielen aber auch weitere Faktoren wie der Reifegrad eine entscheidende Rolle. Der Gehalt an Carotinoiden nimmt mit dem Reifen des Obstes zu. Es verwundert in diesem Sinne nicht, dass die Konzentration von Beta-Cryptoxanthin sowohl in Früchten als auch in den Menschen selbst im Spätherbst und im Winter am höchsten ist, also dann, wenn die entsprechenden Früchte wie Kakis, Kürbisse oder Mandarinen gegessen werden.

Tannine lassen unreife Kakis bitter schmecken

Andere Inhaltsstoffe der Kaki verhalten sich gegenteilig: Ihre Konzentration nimmt nämlich im Laufe des Reifungsprozesses sowie mit dem Einsetzen von Frost sehr stark ab. Dazu zählen insbesondere die Tannine. Hierbei handelt es sich um Gerbstoffe, die eine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung haben.

Sie sind aber auch der Grund, warum manche Kakisorten im unreifen Zustand für ein stark pelziges Gefühl im Mund sorgen und deshalb nur in vollreifer Form geniessbar sind. In diesem Sinne erfüllen Tannine ihren eigentlichen Zweck, denn sie sorgen dafür, dass niemand die Früchte isst, so lange die Reifung und damit die Samenbildung noch nicht abgeschlossen ist.

Da reife Kakis jedoch so empfindlich sind (zumindest die o. g. älteren Sorten), weshalb sie gerne als Diven bezeichnet werden, stellt die Ernte reifer Früchte eine wahre Herkulesaufgabe dar und der Transport in ferne Länder ist nach wie vor eine Herausforderung.

Aus diesem Grunde werden Kakis oft im unreifen Zustand geerntet und dann sofort in eine Anlage gebracht, wo sie mit Gas "behandelt" werden. So werden sie z. B. für 12 Stunden in einem luftdichten Raum mit Hilfe von Kohlendioxid oder Ethylen (dem sog. Reifegas) künstlich zum Reifen gebracht, wodurch die adstringierende Wirkung verschwindet. Leider wirken sich Behandlungen wie diese nachteilig auf den Geschmack aus, da sich die Aromastoffe nicht in derselben Weise entfalten können, wie es unter natürlichen Bedingungen bei sonnengereiften Kakis der Fall ist.

Unreife bzw. tanninreiche Kakis kommen in der traditionellen Medizin zur Anwendung, da Tannine gegen freie Radikale, Bakterien, Viren, Allergien, Bluthochdruck, Schlaganfall und Krebs wirken.

Schutz vor Krebs und Demenz

Doch damit nicht genug, denn Kakis sind auch noch sehr reich an diversen Polyphenolen. Diese sekundären Pflanzenstoffe gelten als gesundheitsfördernd, da sie eine starke antioxidative und entzündungshemmende Wirkung haben und das Risiko für viele Krankheiten mindern. Das in der Kaki enthaltene Fisetin – ein Flavonoid – hat in Forscherkreisen in den vergangenen Jahren viel Aufmerksamkeit erregt.

Forscher von der University of Wisconsin haben in einer breit angelegten Übersichtsstudie u. a. festgehalten, dass Fisetin verschieden Enzyme hemmt, die an der Entstehung von Tumoren beteiligt sind. Bei diversen Krebsarten wie Lungen-, Darm-, Haut- und Prostatakrebs liegt die Risikosenkung bei rund 20 Prozent, wenn regelmässig Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Fisetin und weiteren Flavonoiden gegessen werden.

Fisetin spielt überdies eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung des altersbedingten Rückgangs der Hirnleistungen. Beim Vergleich diverser sekundärer Pflanzenstoffe zeigte Fisetin in Bezug auf das Wachstum und die Reifung von Nervenzellen die beste Wirkung. Ausserdem regt Fisetin einen Prozess an, der für das Lernen wichtig ist und verbessert das Langzeitgedächtnis. Zudem schützt Fisetin das Gehirn vor Entzündungen, die regelmässig bei Demenz und Alzheimer beobachtet werden können.

In den Medien wurde im Zusammenhang mit diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen oft behauptet, man müsse ja täglich einige Kilogramm Früchte essen, um dadurch einen spürbaren Effekt zu erzielen. Doch geht es nicht darum, ein paar Kakis zu essen und sich davon die Heilung einer Krankheit zu erhoffen. Es geht vielmehr darum, die Eigenschaften und Vorteile gesunder Lebensmittel wieder schätzen zu lernen und daraus einen gesunden und abwechslungsreichen Speiseplan zusammenzustellen, der nun schon im Vorfeld zahlreiche Krankheiten verhindern oder lindern wird.

Eine polnische Studie hat gerade im Jahr 2017 erneut gezeigt, dass ältere Menschen, die täglich fünf Portionen Obst und/oder Gemüse essen, bessere kognitive Fähigkeiten (z. B. Konzentration, Gedächtnis, Erinnerung) haben und ihr Risiko für neurodegenerative Erkrankungen dadurch senken können. Lebensmitteln, die wie die Kaki reich an Flavonoiden und Carotinoiden sind, wurde dabei das höchste Potential zugesprochen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Inzwischen sind auch in Mittel- und Nordeuropa verschiedene Kakisorten im Handel erhältlich. Da diese sich optisch ziemlich ähnlich sehen, fällt es nicht leicht, sie voneinander zu unterscheiden. Einige Merkmale der am häufigsten angebotenen Sorten können Ihnen beim Kauf hilfreich sein:
 

  • Die Tipo (Italien) ist orange-rot gefärbt und hat eine runde Form. Da sie zu den adstringierenden Sorten gehört, kann sie nur im vollreifen Zustand genossen werden.
  • Die Persimone (Spanien) ist eher oval geformt und hat eine gelb-orange Farbe. Sie enthält aufgrund künstlicher Reifeverfahren nur einen sehr geringen Tanningehalt und kann deshalb auch dann gegessen werden, wenn sie noch nicht ganz reif ist.
  • Die Sharon (Israel) weist eine hell-orangene Färbung auf, ist etwas flacher und erinnert in Bezug auf die Form an eine Tomate. Da sie von Natur aus fast frei von Tanninen ist, schmeckt sie selbst im noch nicht ausgereiften Zustand süss.
     

Achten Sie beim Kauf in jedem Fall darauf, dass die Schale der Frucht unversehrt ist und eine leuchtende Farbe hat. Bei der adstringierenden Sorte Tipo erscheint die Schale der reifen Früchte glasig.

Kakis zählen im Allgemeinen zwar nicht zu jenen Obstarten, die stark mit Pestiziden belastet sind, doch es zahlt sich in jedem Fall aus, auf Bio-Früchte zu setzen. Laut dem Bundesverband für Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst kommt es nämlich – insbesondere bei spanischen Kakis – immer wieder zu Überschreitungen der Höchstmengen. Die Kontamination mit Schwermetallen wurde als gering eingestuft.

Die sachgemässe Lagerung

Rohe Kakis können grundsätzlich nicht lange gelagert werden. Sind sie bereits reif, halten sich bei einer Temperatur zwischen 8 bis 10 Grad Celsius oder auch im Gemüsefach des Kühlschranks 3 bis 4 Tage frisch.

Sind die Früchte aber unreif, sollten Sie bei Zimmertemperatur gelagert werden, denn sie reifen im Laufe von einer oder zwei Wochen bis zur Vollreife nach. Diesen Reifeprozess können Sie fördern, indem Sie Ihre Kakis neben Obstsorten wie Äpfeln aufbewahren, die das Ethylen absondern.

Darüber hinaus können Sie Kakis als ganze Früchte oder in pürierter Form wunderbar einfrieren. Damit das Kaki-Püree seiner wunderbaren Farbe nicht beraubt wird, können Sie pro Kilogramm Püree 5 Esslöffel Zitronensaft hinzufügen.

Das Trocknen im Dörrgerät

Ausserdem können Sie die Haltbarkeit der Früchte verlängern, indem Sie diese trocknen. Hierbei eignen sich natürlich nur Sorten wie die Sharon, die im reifen Zustand fest sind. Und so wird es gemacht:
 

  • Schälen Sie die Kakis und schneiden oder hobeln Sie sie in dünne Scheiben.
  • Verteilen Sie die Kakischeiben gleichmässig auf dem Rost Ihres Dörrgerätes, ohne dass sie sich gegenseitig berühren.
  • Bei 70 Grad Celsius dauert die Trocknung etwa 24 bis 28 Stunden.
  • Lassen Sie die Trockenkakis anschliessend abkühlen und bewahren Sie sie in luftdichten Glasgefässen an einem trockenen und kühlen Ort bis zum Verzehr auf.
  • Getrocknete Kakis sind bis zu einem Jahr haltbar.
     

In Ostasien – z. B. in der chinesischen Stadt Anxi – werden Tausende Kakis auf die Dächer der Häuser gelegt, wo sie von der Sonne getrocknet werden. Von der Vogelperspektive aus betrachtet, ergibt dies einen wundersamen Anblick, da alle Dächer in Orange leuchten.

Was sollte bei der Zubereitung berücksichtigt werden?

Kakis werden wie auch alle anderen Obstarten am liebsten roh gegessen. Ist das Fruchtfleisch der reifen Früchte geleeartig, können Sie die Kaki einfach wie eine Kiwi auslöffeln. Die Schale kann zwar mitgegessen werden, ist aber ziemlich zäh, weswegen sie nicht auf viel Begeisterung stösst.

Sorten wie die Sharon und die Persimone haben eine dünnere Schale, die gern mitgegessen wird. Dies hat einen grossen Vorteil, da sich die wertvollen Flavonoide vorwiegend in den äusseren Randschichten der Frucht verbergen. Überdies können diese Kakis – im Vergleich zu den vollreifen und sehr süssen Früchten mit marmeladeartiger Konsistenz – in Stücke oder Scheiben geschnitten werden, wodurch sich auch in Bezug auf den Einsatz in der Küche Vorteile ergeben.

Gekocht werden sollten die Kakis jedoch besser nicht. Zahlreiche ihrer Inhaltsstoffe würden beschädigt werden – und auch ihre Ballaststoffe sind in roher Form besonders wirksam, da sie ein noch höheres Wasserbindungsvermögen aufweisen, dadurch besser sättigen und die Darmbewegung effektiver anregen.

Die Kaki in der Küche: Farbenfroh und gesund

Vollreife Kakis sind aufgrund ihrer natürlichen Süsse einfach ideal, um sie zu Marmelade oder Mus (einfach nur pürieren) zu verarbeiten. Kakis können in Kuchen- und Dessertrezepten verwendet werden, lassen sich aber auch hervorragend zu einem Rohkost-Eis verarbeiten (frisch gepresster O-Saft, Kaki, ein paar Himbeeren pürieren, einfrieren und im gefrorenen Zustand im Hochleistungsmixer mixen).

Sie können Kakis aber auch zu pikanten Chutneys verarbeiten – ein besonders leckerer Begleiter zu Gemüse vom Grill. Die reifen Früchte dienen ausserdem wunderbar dazu, um fruchtigen Suppen und Smoothies einen besonderen Touch zu verleihen.

Kakis schmecken grundsätzlich sehr aromatisch, unterscheiden sich geschmacklich jedoch abhängig von der Sorte und dem Reifegrad. Während die Sharon süss und vergleichsweise mild schmeckt, hat die nicht ausgereifte Persimone einen etwas herberen Charakter. Beide Kakivarianten eignen sich aufgrund der festeren Konsistenz prima, um bunte Salate, herzhafte Eintöpfe oder pikante Currys zu kreieren.

Nicht ganz ausgereifte Kakis (tanninfreier Sorten) haben die tolle Eigenschaft, allerlei Gerichte mit einer angenehmen Frische zu versehen. In Bezug auf die Gewürze können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Kakis harmonieren besonders gut mit exotischen Gewürzen wie z. B. Curcuma, Chili, Koriander, Ingwer, Zimt oder Gewürznelken.

Trockenkakis können Sie hingegen verwenden, um Saucen zu ergänzen und zu verfeinern sowie süss-saure Speisen oder Desserts zuzubereiten. Sie passen hervorragend zu Gerichten mit Reis oder Couscous.

Gerade wenn die Nächte länger werden und die Laune zuweilen genauso trüb ist wie das Wetter, hebt die farbenfrohe süsse Kaki die Stimmung, schützt vor Infekten und sorgt für strahlende Gesichter. Wir empfehlen Ihnen ein interessantes Kaki-Rezept, das aufgrund der aussergewöhnlichen Zutaten-Kombination einen Genuss der besonderen Art verspricht: Süsskartoffel-Kaki-Drink.

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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