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Krebserregende Hormone in der Milch

Enthält Milch Hormone, die zur Krebsentstehung beitragen können? Harvard-Wissenschaftler untersuchten die Thematik und stellten fest, dass es besonders industriell erzeugte Milch ist, die diesbezüglich zum Problem werden kann.

Stand: 09 Mai 2026
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Pasteurisierte Kuhmilch enthält krebserregende Hormone

Eine Studie der Harvard University zeigte einen Zusammenhang zwischen pasteurisierter Kuhmilch aus industriellen Milchbetrieben und hormonbedingten Krebserkrankungen (2).

"Hinsichtlich der Östrogenbelastung für den Menschen macht uns Kuhmilch am meisten Sorgen, da sie eine beträchtliche Menge an weiblichen Geschlechtshormonen enthält", erklärte Dr. Ganmaa Davaasambuu, Ph.d., Leiterin der Studie.

Das krebserregende Potential von natürlichen Östrogenen sei bis zu 100.000-mal höher als beispielsweise jenes von hormonähnlichen Substanzen in Pestiziden.

Das gesundheitliche Risiko von pasteurisierter Milch führten die Wissenschaftler auf den fabrikartigen Melkprozess in der Massentierhaltung namens "concentrated animal feeding operations" (CAFO) zurück. Milch der auf diese Weise gemolkenen Kühe enthalte zu viele Hormone, genauer gesagt zu viel Estronsulfat.

Diese Östrogenverbindung steht unter Verdacht, Hoden-, Prostata- und Brustkrebs begünstigen zu können. Doch was unterscheidet industrielle von traditionellen Melkpraktiken?

Industrielle Melkprozesse bewirken Hormonanstieg in Milch

In industriellen Molkereien werden Kühe bis zu 300 Tage im Jahr gemolken, um das Milchpotential der "Nutztiere" möglichst auszuschöpfen. Vor allem das Melken trächtiger Kühe könnte jedoch eine (Mit-)Ursache für hormonbedingte Krebserkrankungen sein.

Denn je weiter eine Kuh in ihrer Schwangerschaft ist, desto mehr Hormone enthält ihre Milch - bis zu 33-mal mehr Estronsulfat als Milch von Kühen, die gerade gekalbt haben.

Besonders eindeutig zeigte sich die Differenz der Hormone zwischen Kuhmilch aus modernen Milchbetrieben und Rohmilch (3) von mongolischen Kühen.

In traditionellen Hirtengesellschaften wie der Mongolei werden Kühe nur für den Eigenbedarf gemolken und zwar höchstens fünf Monate im Jahr und nur im Frühstadium einer Schwangerschaft,

begründete Dr. Davaasambuu die Messwerte der international angelegten Studie. Entsprechend weniger Hormone seien in mongolischer Kuhmilch zu finden.

Der Konsum extrem hormonhaltiger Milch- und Milchprodukte aus profitgesteuerter Milchwirtschaft ist für das Forschungsteam der Harvard University ein klares Indiz für die Häufigkeit hormonbedingter Krebserkrankungen.

Der Zusammenhang zwischen Milch und Krebs ist jedoch auch schon aus früheren Studien bekannt.

Auch frühere Krebsstudien verweisen auf Milchkonsum als Risikofaktor

In einer internationalen Vergleichsstudie bestätigte sich Dr. Davaasambuus Hypothese, dass der Verzehr von Milchprodukten die Wahrscheinlichkeit erhöhe, an Krebs zu erkranken.

Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und Krebsraten in 42 Ländern. Es stellte sich heraus, dass es eine Beziehung zwischen Milch- bzw. Käsekonsum und Hodenkrebs gibt.

Am höchsten waren die Krebsraten in der Schweiz und in Dänemark, in Ländern also, wo Käse eine Art Nationalessen ist. Länder wie Algerien, in denen Milchprodukte seltener konsumiert werden, melden hingegen weniger Krebserkrankungen (8).

Ob dies tatsächlich an der Milch und ihren Hormonen oder an anderen Faktoren liegt, ist nicht geklärt.

Ein deutlicher Zusammenhang zwischen Milch und Krebs zeichnet sich auch in Japan ab. So sei mit dem steigenden Milchkonsum im Laufe der letzten 50 Jahre auch die Zahl der Prostatakrebs-Erkrankungen gestiegen. Dies sind Ergebnisse aus Beobachtungsstudien. Auch hier weiß man also nicht, ob Hormone aus Milchprodukten ursächlich sind.

Brustkrebs-Studien warnten wiederum konkret vor Milch und Käse. Lesen Sie mehr in unserem Artikel Käse und das Risiko für Brustkrebs.

Eine weitere Studie zeigte, dass Ratten, die mit Milch gefüttert wurden, eher Tumoren entwickelten als Ratten, die stattdessen Wasser tranken.

Pasteurisierung – Heutige Milch ist kein Naturprodukt mehr

Zwar schätzten schon die alten Sumerer, Ägypter, Inder, Griechen und Römer vor tausenden von Jahren frische Milch als heilsames Elixier und begannen die Quark-, Butter- und Käsezubereitung zu kultivieren. Die heutige handelsübliche Supermarktware ist jedoch nicht mit den damaligen Milchprodukten zu vergleichen.

Die Milch, die wir heutzutage zu uns nehmen, hat kaum noch etwas mit der Milch zu tun, die unsere Vorfahren getrunken haben,

stellte Dr. Davaasambuu in der Harvard University Gazette klar. Die hochgezüchteten Tiere leben nicht mehr natürlich und die Milch wird mehrfach verarbeitet, behandelt und konserviert.

Massenproduktion und Werbung fördern Massenkonsum

Aus dem maßvollen Milchkonsum unserer Vorfahren hat sich mittlerweile eine regelrechte Milch-Völlerei entwickelt. Rund 67 Liter Milch verbraucht der Durchschnittsdeutsche im Jahr - wobei die Werbung nicht unbeteiligt ist, die nach wie vor vermittelt: Je mehr Milch, umso besser.

Mögliche Begleiterscheinungen, die unsere moderne haltbare Milch mit sich bringen kann (z. B. Erkältungs- und Infektionsanfälligkeit, Darmprobleme, Atemwegs- und Hauterkrankungen), werden totgeschwiegen (1).

Denn mit der Pasteurisierung und Homogenisierung haben wir nicht nur eine längere Haltbarkeit der Milch gewonnen. Zur Unverträglichkeit von Kuhmilch könnten auch das durch die Pasteurisierung denaturierte Milcheiweiß (Kasein) oder das durch die Homogenisierung veränderte Milchfett führen.

Fraglich ist darüber hinaus der tatsächliche Vitalstoffgehalt in erhitzter Milch sowie der Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Osteoporose, zumal gerade in Ländern, in denen reichlich Milch konsumiert wird, die Osteoporoserate am höchsten ist.

Fazit: Weniger Milch, weniger Hormone

Dr. Davaasambuu plädiert für eine gemäßigte Milchwirtschaft im Sinne des mongolischen Modells, in der schwangere bzw. hochschwangere Kühe nicht gemolken werden, um zu vermeiden, dass zu viele Hormone in der Milch sind.

Dabei könnten wir dem Milch-Dilemma und den Risiken durch Hormone aus der Milch problemlos entkommen, indem wir auf pflanzliche Milch wie Hafermilch, Mandelmilch, Haselnussmilch oder Sesammilch zurückgreifen und unseren Calcium-Bedarf über z. B. grünes Blattgemüse, Nüsse, Brokkoli, Samen und Pseudogetreide decken.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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