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Neem – Medizin für Mensch und Tier

Neem – Medizin für Mensch und Tier

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(Zentrum der Gesundheit) – Der Niembaum zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen der Ayurveda-Medizin und dient Menschen, Tieren und selbst Pflanzen bereits seit Jahrtausenden als Allheilmittel. Aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen wird der Neem (oder Niem) auch als "Dorfapotheke" bezeichnet. Ob Haut- oder Zahnerkrankungen, Magengeschwüre oder Krebs: Es gibt kaum ein Leiden, womit es der Neem nicht aufnehmen könnte. Erfahren Sie bei uns, wie die Rinde, die Samen, die Blätter und das Neemöl angewandt werden können und was dabei zu beachten ist.

Neem – Ein Geschenk des Himmels

Der majestätisch anmutende Niembaum (Azadirachta indica) – auch als Neem oder Niem bekannt – zählt zur Familie der Mahagonigewächse. Er ist besonders unempfindlich gegenüber Trockenheit und kann bis zu 40 Meter hoch sowie bis zu 200 Jahre alt werden.

Ursprünglich stammt der Niembaum aus dem indischen Subkontinent, wo er schon seit Tausenden von Jahren als Gesundheitsspender für Pflanzen, Tiere und Menschen verehrt wird. In Indien und den Nachbarländern wie Pakistan kommen die verschiedenen Pflanzenteile noch heute auch bei zahlreichen religiösen Zeremonien zum Einsatz.

Viele Hindus baden am indischen Neujahrstag in einem Blatt-Dekokt (Abkochung der Blätter des Niembaums), um symbolisch den Körper und die Seele zu reinigen. Ausserdem gilt der Neem als Glücksbringer. In manchen Gebieten ist es üblich, aus den Neemblättern Girlanden zu binden, womit bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten der gesamte Festplatz geschmückt wird.

In alten Sanskrit-Schriften wird der Neem als ein Geschenk des Himmels bezeichnet, da sowohl in den Blättern, im Stamm und in der Rinde als auch in den Samen und Früchten eine aussergewöhnliche Heilkraft schlummert. Darauf deutet auch das Sanskrit-Wort "Nimbu" hin, das übersetzt "der Krankheitserleichterer" bedeutet.

Von Südasien gelangte der Niembaum erst im 20. Jahrhundert nach Afrika, wo er nun in mehr als 30 Staaten (z. B. Ghana) zu finden ist, sowie in den Süden der USA und nach Mittel- und Südamerika. Mittlerweile interessieren sich auch in Europa immer mehr Menschen für die umfassende Heilkraft des Neem.

Neem: Die Anwendungsbereiche

In der traditionellen Heilkunde (insbesondere im Ayurveda) werden die verschiedenen Pflanzenteile des Niembaumes bei den folgenden Themen eingesetzt:

Dass der Neem überall auf der Welt so viel Anklang gefunden hat und sich in vielen Ländern als "Dorfapotheke" einen Namen machen konnte, sagt mehr aus, als jede Studie beweisen könnte. Nichtsdestotrotz läuft die Forschung auf Hochtouren, um die Wirkprinzipien zu entschlüsseln.

Neem: Mehr als 100 Wirkstoffe

Obwohl der Neem nun bereits seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht wird, sind die meisten seiner Wirkstoffe noch immer nicht vollständig erforscht. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen das Antioxidans Quercetin sowie die antiviral wirksamen Limonoide Nimbin, Nimbidin und Azadirachtin, die für den extrem bitteren Geschmack verantwortlich sind.

Der Stoff Azadirachtin wurde erstmals im Jahr 1968 aus den Samen des Baumes isoliert. Er ist der Hauptbestandteil des Neemöls. Es waren 22 Jahre Forschung vonnöten, bis es britischen Wissenschaftlern von der University of Cambridge gelang, den komplexen Stoff synthetisch herzustellen. Azadirachtin dient dem Niembaum dem Befall von schadhaften Insekten zu schützen und ist daher auch als biologisches Insektizid von Bedeutung.

Schätzungen zufolge enthält der Niembaum insgesamt aber weit mehr als 100 verschiedene Wirkstoffe, die abhängig vom jeweiligen Pflanzenteil in unterschiedlichen Kombinationen vorliegen.

Neem: Die Pflanzenteile und deren Anwendung

Alle Teile des Niembaumes haben sowohl in der Human- und Tiermedizin als auch in der Landwirtschaft ihre Bedeutung.

Neemrinde

Die Neemrinde ist Bestandteil zahlreicher Arzneien (z. B. Extrakte), die der Stärkung dienen. Des Weiteren kommt die Rinde bei der Vorbeugung und Heilung von Zahnfleischerkrankungen zum Einsatz.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Neemrinde eine grosse Zahl an Katechinen (Radikalfänger) sowie weitere hochwirksame Inhaltsstoffe enthält, die das Immunsystem anregen. Im Ayurveda wird die Rinde des Niembaumes in Bezug auf ihre Heilwirkung den Neemblättern gleichgesetzt.

Neemblätter

Neemblätter können prima genutzt werden, um einen Extrakt oder einen Aufguss herzustellen, da die meisten bitteren Wirkstoffe in Alkohol und Wasser löslich sind. Selbst Mahatma Gandhi soll täglich eine Tasse Neemblätter-Tee getrunken haben, um sich zu stärken.

In Indien werden die Blätter zudem – frisch oder getrocknet – gekaut oder auch zu einem feinen Pulver zermahlen, woraus Tinkturen und Tees zubereitet werden. Dabei ist zu beachten, dass das Wasser nicht kochen sollte, da manche Inhaltsstoffe durch die Hitze geschädigt werden können. Laut einem ayurvedischen Rezept wird pro Tasse 1 Messerspitze Neemblätter-Pulver für 10 Minuten in 75 Grad heissem Wasser ziehen gelassen.

Bei Atemwegsbeschwerden wie Husten, Asthma bronchiale und Erkältungen können Dampfinhalationen durchgeführt werden, während bei Hautproblemen (z. B. Akne) Neemblätter-Bäder empfohlen werden. Dabei werden die Blätter zunächst 24 Stunden lang in Wasser eingeweicht und dann samt dem Einweichwasser in das Badewasser gegeben.

Ausserdem kann das Pulver in Form von kosmetischen Präparaten äusserlich angewandt werden, z. B. für Gesichtsmasken oder Umschläge.

Neemfrüchte und Neemsamen

Wo auch immer der Niembaum wächst, verwenden die Menschen auch seine Samen, die in den olivenähnlichen Steinfrüchten stecken. Die Früchte dienen nicht als Nahrungsmittel, da sie sehr bitter schmecken.

In Indien werden aus den Früchten und aus dem Fruchtfleisch aber Arzneimittel hergestellt, die z. B. gegen Diabetes eingesetzt werden. Zudem ist es üblich, nach den Mahlzeiten ein oder zwei Neemsamen zu essen, um die Verdauung zu fördern und im Mundraum schädliche Bakterien abzutöten.

In allererster Linie werden die Samen aber genutzt, um daraus das begehrte Neemöl zu gewinnen.

Neemöl – Ein Alleskönner

Das Neemöl wird aus den getrockneten und zermahlenen Samen gepresst, die bis zu 40 Prozent Öl enthalten.

Im Ayurveda wird das Neemöl sowohl innerlich als auch äusserlich angewandt und z. B. bei chronischen Hauterkrankungen, Geschwüren, Wurmbefall, Rheuma, Fieber, Lepra und zur Empfängnisverhütung empfohlen.

Neemöl in der Landwirtschaft

Neemöl wird auch gelegentlich in der Landwirtschaft eingesetzt, da es Pflanzen z. B. vor Läusen und Spinnmilben schützt, also insbesondere vor saugenden und beissenden Schädlingen, da nur diese das Neemöl in nennenswerter Konzentration aufnehmen.

Diverse Untersuchungen haben ergeben, dass Neemöl für Nützlinge wie Bienen – anders als viele synthetische Insektizide – keine Gefahr darstellt.

Hobbygärtner können das Neemöl folgendermassen einsetzen:

Sie benötigen 5 ml Neemöl und 1 ml Rimulgan. Rimulgan ist ein nützlingsschonender pflanzlicher Emulgator, mit dem das Neemöl wasserlöslich gemacht wird.

Nun müssen Sie diese beiden Zutaten nur verrühren, mit 1 l Wasser vermischen und in einen Wasserzerstäuber füllen. Sie können die Neemlösung ein- bis zweimal pro Tag auf die befallenen Pflanzenteile sprühen.

Darüber hinaus finden die sogenannten Presskuchen (Pressrückstände aus der Ölherstellung) in der Landwirtschaft der Neem-Herkunftsländer als Mulchmaterial Anwendung. Der Boden wird auf diese Weise mit Stickstoff und anderen Nährstoffen angereichert und gleichzeitig von Fadenwürmern freigehalten.

Neemöl hält Parasiten fern

Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Neemöl nicht nur Pflanzen parasitenfrei hält, sondern auch Menschen und Tiere. Äusserlich angewandt, kann es daher von lästigen Parasiten wie z. B. Milben oder Läusen befreien.

Vorteilhaft ist, dass auch Zecken von dem knoblauchartigen und bitteren Geschmack des Neemöls abgeschreckt werden.

In Indien gibt es für diese Zwecke zahlreiche ayurvedische Fertigpräparate. Manche können inzwischen auch bei uns erworben werden. Man kann derartige Hausmittel aber auch prima selbst herstellen.

Hierbei wird einfach einem Shampoo in Mengen von etwa 3 bis 5 Prozent Neemöl beigemischt, womit dann das Fell des Tieres (oder der Schopf des Menschen, z. B. im Läusefall) gewaschen werden kann. Wichtig ist, dass man die Waschlösung für 5 bis 10 Minuten einwirken lässt, bevor sie mit der Brause gut ausgespült wird.

Neem wirkt gegen Bakterien

Auf und im Menschen leben rund 100 Billionen Bakterien. Darunter finden sich absolut harmlose und hilfreiche Gesellen, aber auch Krankheitserreger. Wenn krankmachende Bakterien erst einmal in den Körper eingedrungen sind und eine Infektion ausgelöst haben, werden vonseiten der Schulmedizin in der Regel Antibiotika verschrieben.

Das Fatale dabei ist, dass Antibiotika nicht nur die schädlichen, sondern auch die nützlichen Bakterien abtöten und zudem im Laufe der Zeit aufgrund der Resistenzbildung bei manchen Bakterien unwirksam werden können.

Mittlerweile konnte in vielen Studien die antibakterielle Wirkung von Neemprodukten nachgewiesen werden. Neem wirkt beispielsweise gut gegen das Bakterium Staphylococcus aureus, das Hautentzündungen, Muskelerkrankungen oder eine Lungenentzündung verursachen kann.

Indische Forscher von der Andhra University haben in Laborexperimenten festgestellt, dass verschiedene Neemextrakte gegen 14 Bakterienstämme wie z. B. Klebsiella pneumoniae wirken, ein Bakterium, das mitunter Infektionen der Harnwege auslösen kann.

Da viele der untersuchten Bakterienstämme bereits gegen Antibiotika resistent sind, stellen Neempräparate eine wichtige Alternative dar.

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Neem für die Zahngesundheit

Für Karies ist unter anderem das Bakterium Streptococcus mutans verantwortlich. Darüber hinaus gibt es Bakterien, die eine Parodontitis herbeiführen können.

Um diesen Problemen vorzubeugen, nutzen in Indien und Afrika zahllose Menschen kleine Zweige des Niembaumes, um ihre Zähne gesund zu erhalten, indem sie einfach einige Minuten lang auf den Zweigen kauen. Nachdem das Ende eines Zweiges zerkaut ist, liegen die Holzfasern bloss und ähneln einem Pinsel. Dieser kann dann wie eine Einweg-Zahnbürste genutzt werden.

Der zahnschützende Effekt des Niembaumes ist inzwischen auch wissenschaftlich bestätigt. Auch weiss man, dass eine Neemlösung dieselbe antibakterielle Wirkung erzielen kann wie das in der Zahnmedizin so gerne eingesetzte Chlorhexidin (CHX).

Im Gegensatz zu Chlorhexidin, das mit einigen Nebenwirkungen einhergehen kann, wie z. B. mit bräunlichen Zahnverfärbungen und einer Störung der Geschmacksempfindung, sind beim Niem keine derartigen Erscheinungen bekannt.

Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass Neemöl-haltige Zahnpasta gegen Plaque und Zahnfleischentzündungen wirkt. Weitere interessante Infos finden Sie unter: Natürliche Zahnpflege mit antibakterieller Wirkung.

Die Hauptursache, warum krankmachende Bakterien die Oberhand gewinnen, ist natürlich stets ein aus dem Gleichgewicht geratenes Immunsystem. Da Neem das Immunsystem stärkt, hilft der Heilbaum hier in zweifacher Hinsicht.

Neem heilt Geschwüre

Die Anzahl der Geschwüre nimmt nicht zuletzt aufgrund des ungesunden Lebenswandels ständig zu, allein in Deutschland leiden 800.000 Menschen an einem Magengeschwür und etwa jeder Zehnte erkrankt im Laufe seines Lebens an einem Zwölffingerdarmgeschwür.

Am National Institute of Health in Bethesda (Maryland) wurden mit Extrakten aus der Rinde des Niembaumes inzwischen mehrere Therapieversuche zur Behandlung von Magengeschwüren durchgeführt.

In einer Studie am Indian Institute of Chemical Biology in Kalkutta kamen die Forscher zum Ergebnis, dass durch Rindenextrakt Reflux-Beschwerden (Sodbrennen) und Magengeschwüre verringert oder sogar vollständig geheilt werden können. Hierbei wurden die Patienten zweimal täglich für 10 Tage mit 30 mg wässrigem Neem-Rindenextrakt behandelt. Schon nach 10 Tagen konnte ein drastischer Rückgang der Magensäure festgestellt werden.

Zwölffingerdarmgeschwüre konnten ebenso signifikant verbessert werden. Dabei bekamen die Probanden für 10 Wochen zwei Mal pro Tag 30 bis 60 mg des Neemextraktes. Zusätzlich konnten auch Patienten mit Geschwüren in der Speiseröhre vollständig geheilt werden.

Gerade Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre werden häufig mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori in Zusammenhang gebracht. Da der Neem derart gut gegen Bakterien wirkt, könnten seine Erfolge bei den genannten Geschwüren beispielsweise daher rühren, dass er das Helicobacter pylori so gut bekämpfen kann.

Die Behandlung von Geschwüren ist äusserst empfehlenswert, da diese andernfalls auch zu Krebs führen können. Doch selbst hier kann der Niembaum hilfreich sein:

Neem in der Krebsforschung

Neem wirkt in Bezug auf Tumoren nicht nur vorbeugend, sondern auch therapeutisch.

Dafür sind komplexe neemtypische Wirkmechanismen verantwortlich. Denn der Neem wirkt auf ganz unterschiedlichen Ebenen:

  • Er reguliert das Immunsystem,
  • bekämpft freie Radikale,
  • neutralisiert krebserregende Substanzen,
  • repariert DNA-Schäden,
  • wirkt entzündungshemmend,
  • hemmt das Tumorwachstum,
  • verhindert die Bildung von Metastasen und
  • wirkt auch direkt auf die Krebszellen tödlich.

Überdies haben einige Studien gezeigt, dass Neemextrakte (im Vergleich zu Chemotherapeutika) keine Nebenwirkungen hervorrufen und bei kombinierter Anwendung mit einer Chemotherapie deren Nebenwirkungen vermindern können.

Ein spanisches Forscherteam von der University of Oviedo hat in diesem Zusammenhang gezeigt, dass Neemextrakt die normalerweise bei der Gabe des Chemotherapeutikums Cisplatin eintretenden Nierenschäden drastisch reduzieren konnte.

Inzwischen sind sich Forscher auf der ganzen Welt einig, dass die Komponenten des Niembaumes bei der Krebsprävention und bei der Behandlung von Tumorerkrankungen zukünftig auch in unseren Breiten eine wichtige Rolle spielen könnten.

Neem bei Hautbeschwerden

Der jedoch derzeit wichtigste Anwendungsbereich des Neems ist die Haut.

Viele Hauterkrankungen werden durch Viren, Pilze und Bakterien ausgelöst und gehen mit Entzündungen einher. Folglich ist der entzündungshemmende und antibakteriell wirksame Neembaum ein hervorragendes Mittel bei Problemen der Haut.

Ob Akne, Neurodermitis, Psoriasis, Ekzeme, Krätze, Herpes oder Hautkrebs: Es gibt kaum ein Hautleiden, das mit Hilfe des Niembaumes nicht gelindert oder gar vollständig geheilt werden könnte.

So konnten z. B. amerikanische Wissenschaftler von der Western University of Health Sciences nachweisen, dass Neem-Rindenextrakt gegen Herpesviren wirkt.

Ein indisches Forscherteam von der Banaras Hindu University hat entgegen aufgezeigt, dass die gleichzeitige Anwendung von Neemöl und dem alten ayurvedischen Arzneimittel Haridra Khand sogar chronische Wunden heilen lässt.

Neem – die innerliche Einnahme

Ob Neemöl, Neemextrakt, Neemkapseln, Neemtee oder Neem-Zahnpasta: Mittlerweile können auch im europäischen Raum zahlreiche Neempräparate gekauft werden.

Bedenken Sie aber vor der Anwendung stets, dass auch pflanzliche Heilmittel – besonders derart stark wirksame wie der Niembaum – bei Unverträglichkeit oder falscher Anwendung (z. B. Überdosierung) mit Nebenwirkungen einhergehen können.

Viele Studien haben gezeigt, dass die orale Einnahme von Neemöl bzw. Neemextrakt in begrenzter Dosierung über kürzere Zeiträume (etwa 2 Wochen) medizinisch sicher ist.

Neemblätter sind im Vergleich zu Neem-Extrakten natürlich viel niedriger dosiert als ein Extrakt und deshalb ist auch eine längere Einnahme denkbar. Da der Neemtee aber sehr bitter schmeckt und sich die Blätter schlecht dosieren lassen, werden bei Therapien meist Extrakte empfohlen.

Manche Menschen reagieren überdies auf die innerliche Einnahme mit Übelkeit und allgemeinem Unwohlsein. In diesem Fall sollte man mit kleinen Dosen beginnen und die Dosis dann langsam steigern.

Die Einnahme-Empfehlungen des Herstellers sollten keinesfalls überschritten werden, da bei Erwachsenen schon 20 bis 50 ml Neemöl zu einer Überdosis führen können, bei Kindern sind es 5 ml.

Bei Kinder unter 4 Jahren sollten Neemprodukte besser gar nicht angewendet werden.

Frauen und Männer mit Kinderwunsch sollten ausserdem auf Neem aufgrund seiner in gewisser Weise verhütenden Wirkung verzichten. Schwangere dürfen Neempräparate nicht einnehmen, da dies zu einer Früh- bzw. Fehlgeburt führen kann.

Da Neem ein starkes Heilmittel ist und die Dosierung von den jeweiligen Beschwerden abhängig ist, wäre es ratsam vor der oralen Anwendung einen Heilpraktiker oder Phytotherapeuten zu konsultieren.

Neem – die äusserliche Anwendung

In Bezug auf die äusserliche Anwendung von Neemprodukten sind keinerlei Berichte über irgendwelche Beschwerden oder Nebenwirkungen bekannt.

Neemextrakt

Ein Neemextrakt auf Alkoholbasis sollte äusserlich nur dann pur eingesetzt werden, wenn es um die Desinfektion von kleinen Wunden geht. Will man ihn zum Einreiben oder als Umschlag verwenden, sollte er mit Wasser verdünnt werden.

Neemöl

Neemöl kann prima mit einem Pflanzenöl – z. B. Olivenöl oder Mandelöl – verdünnt oder bei der Herstellung einer Salbe verwendet werden. Bei Kindern sollte der Neemöl-Anteil bei maximal 1 bis 2 Prozent und bei Erwachsenen bei 3 Prozent liegen.

Sollen jedoch z. B. Hautekzeme behandelt oder Hautparasiten beseitigt werden (z. B. Krätzemilben), sollte der Neemöl-Anteil etwa 25 Prozent betragen.

Mit Neemöl angereicherte pflanzliche Öle und Salben werden z. B. bei trockener Haut sowie bei der Behandlung von (offenen) Wunden oder Lippenherpes sehr sparsam aufgetragen.

Werden jedoch Prellungen, Blutergüsse, Hämorrhoiden oder Gelenkschmerzen behandelt, erfolgt die Anwendung grossflächiger und nicht ganz so sparsam, aber nicht vergessen: Auch hier immer nur verdünnt mit einem Basisöl (Olivenöl, Mandelöl etc.).

Bevor Sie Neemöl zum ersten Mal anwenden, sollten Sie sicherheitshalber an einer kleinen Hautstelle testen, ob Sie es vertragen. Sollte sich dann innerhalb von 5 bis 10 Minuten eine unangenehme Reaktion auf der Haut zeigen (z. B. Rötung, Juckreiz, Brennen), ist von einer direkten Anwendung besser abzuraten.

Neemöl: Kauf-Tipp

Wenn Sie nun ein Neemöl kaufen möchten, dann achten Sie darauf, dass es sich um ein hochwertiges kaltgepresstes Neemöl in Bio-Qualität handelt, da minderwertige Produkte z. B. mit Aflatoxinen (Pilzgiften) verunreinigt sein können. Derartige Verunreinigungen können entstehen, wenn die Neemsamen unsachgemäss gelagert wurden.

Quellen:



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