Aspartam: Risiko für Diabetes steigt

Normalerweise gilt es als sehr gesund, wenn man Übergewicht abbaut und sich langsam aber sicher dem Idealgewicht nähert. Die Blutfettwerte normalisieren sich, chronische Entzündungen gehen zurück, der Blutdruck sinkt, Gelenkschmerzen werden besser und der Blutzuckerspiegel pendelt sich wieder ein. Letzteres reduziert dann natürlich auch das Diabetesrisiko. Verwendet man aber künstliche Süssstoffe, dann könnte dies das Diabetesrisiko sogar noch erhöhen.

Künstliche Süssstoffe, wie Aspartam, Saccharin, Acesulfam etc. helfen zwar dabei die Kalorienzahl der Mahlzeiten zu reduzieren, da sie selbst keinerlei Energie (Kalorien) liefern und auch nicht verdaut werden. Ganz so unverdaut, wie man bisher glaubte, scheinen manche Süssstoffe nun aber doch nicht den Körper zu verlassen.

Forscher der englischen York University entdeckten jetzt, dass Darmbakterien offenbar in der Lage sind, Aspartam aufzuspalten, was sich auf die Gesundheit alles andere als förderlich auswirken soll.

In der Studie nutzte man die Daten von fast 3000 Erwachsenen aus der sog. NHANES III-Studie (Third National Health and Nutrition Survey).

Aspartam schädlicher als Zucker – zumindest für den Blutzuckerspiegel

"Unsere Studie zeigt, dass übergewichtige Menschen, die künstliche Süssstoffe – insbesondere Aspartam – zu sich nehmen, Probleme mit dem Glukosestoffwechsel haben ( Insulinresistenz), und zwar schlimmere als jene, die keine Süssstoffe bzw. ganz normalen Zucker oder Fructose verwenden",

erklärt Professor Jennifer Kuk, Übergewichtsforscherin an der School of Kinesiology and Health Science.

Das Diabetesrisiko ist also bei Aspartam-Konsumenten deutlich höher als bei Leuten, die Zucker vorziehen.

"Wir stellten fest, dass die darmflorabedingte Aufspaltung nicht bei Saccharin oder natürlichen Zuckerformen stattfindet",

sagt Kuk.

"Nun müssen wir herausfinden, ob die potentiell schädlichen Gesundheitsauswirkungen von künstlichen Süssstoffen schwerer wiegen als ihre möglichen Vorteile bei der Gewichtsabnahme."

Da sich in Studien jedoch sogar bereits gezeigt hatte, dass Süssstoffe langfristig sogar zu einer Gewichtszunahme führen, dürften sich die Vorteile in engen Grenzen halten. Wenn man sich dann noch die Folgen einer Insulinresistenz bzw. eines Diabetes vor Augen hält, gibt es kaum noch überzeugende Argumente, die für den Verzehr künstlicher Süssstoffe sprechen könnten.

Diabetesrisiko senken

Wenn Sie hingegen Ihr Diabetesrisiko senken möchten, dann finden Sie hier hilfreiche Tipps: Massnahmen gegen Diabetes

Gesunde Süssungsmittel stellen wir hier vor: Die gesündesten Süssungsmittel

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Quellen

  • Jennifer L. Kuk, Ruth E. Brown. Aspartame intake is associated with greater glucose intolerance in individuals with obesity. Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism, 2016, Mai, (Aspartamverzehr steht in Verbindung mit erhöhter Glucoseintoleranz bei Menschen mit Übergewicht)
  • York University, Sugar substitutes may cut calories, but no health benefits for individuals with obesity: The study suggests that the bacteria in the gut may be able to break down artificial sweeteners, resulting in negative health effects, ScienceDaily, Mai 2016, (Zuckerersatz kann Kalorien reduzieren, hat aber keine gesundheitlichen Vorteile für Menschen mit Übergewicht: Die Studie zeigt, dass Darmbakterien künstliche Süssstoffe im Darm aufspalten können, was negative gesundheitliche Auswirkungen hat)