Ernährung

Birnen bei Diabetes und Bluthochdruck

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 30.10.2018
  • 1 Kommentar
Birnen bei Diabetes und Bluthochdruck
© Peter Zijlstra 99978731 - Shutterstock.com

Birnen können Ihnen dabei helfen, Ihren Diabetes Typ 2 besser in den Griff zu bekommen. Zwar enthalten Birnen Zucker und kohlenhydrathaltig sind sie auch. Das ändert jedoch nichts daran, dass sich Birnen in aktuellen Studien als äusserst hilfreiche Komponenten einer gesunden Diabetes-Kost erwiesen haben. Birnen konnten dabei sowohl Diabetes als auch den häufig bei Diabetes vorhandenen Bluthochdruck bessern. Allerdings waren es nicht irgendwelche Birnen, sondern zwei ganz bestimmte Birnensorten.

Birnen gegen die Diabetes-Epidemie

Statistiken der WHO (World Health Organization) zeigen, dass Diabetes weltweit etwa 387 Millionen Erwachsene betrifft, wobei man bis zum Jahr 2035 mit einem Anstieg dieser Zahl auf 592 Millionen rechnet.

Bei Kindern gilt Typ-2-Diabetes inzwischen als regelrechte Epidemie, die sich aufgrund ungesunder Ernährungsgewohnheiten immer rasanter ausbreitet.

Die Studienergebnisse, die im Fachmagazin Food Research International veröffentlicht wurden, zeigen nun jedoch, dass schon sehr einfache Änderungen in der Ernährung den Diabetes sehr gut beeinflussen können.

Vitamin B Komplex

Birnen und ihr Einfluss auf Diabetes, Bluthochdruck und Magenprobleme

Forscher der North Dakota State University, Fargo, und der University of Massachusetts untersuchten, ob die Schale, das Fruchtfleisch und der Saft von Birnen zur Prävention oder Therapie von Diabetes und Bluthochdruck eingesetzt werden können.

Auch wie Birnen das Magenbakterium Helicobacter pylori beeinflussen, wurde überprüft. H. pylori ist für die meisten Magengeschwüre und auch für etliche Magenschleimhautentzündungen verantwortlich.

Zwei bestimmte Birnensorten sind besonders wirksam

Vermutlich sind es wieder einmal die Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) der Frucht, die zu zahlreichen positiven Auswirkungen führen können – wie die Studie zeigte.

Signifikant höhere Polyphenolgehalte finden sich in der Schale der Birne, weniger im Fruchtfleisch.

Die höchsten Polyphenolgehalte weist offenbar die Haut der sog. Starkrimson Birnen auf (eine Birne mit roter Schale).

Der Fruchtfleischextrakt der Bartlett Birnen hatte jedoch wiederum höhere Polyphenolgehalte als jener der Starkrimson Birnen. Bartlett Birnen heissen auch Rote Williams Christ Birnen.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Verzehr von Bartlett und Starkrimson Birnen (als ganze Früchte mit Haut und Fruchtfleisch) – im Rahmen einer gesunden Ernährung – dazu beiträgt, dass Diabetes im frühen Stadium sehr viel einfacher kontrolliert werden kann",

erklärte Dr. Kalidas Shetty, einer der beteiligten Wissenschaftler.

"Eine Ernährung mit Früchten und hier insbesondere Birnen wird nicht nur dabei helfen, die Blutzuckerspiegel besser kontrollieren zu können, sondern auch dabei, die Dosis von Diabetesmedikamenten wieder zu reduzieren",

ist sich Dr. Shetty sicher.

Daneben sollen Birnen auch erhöhten Blutdruck positiv beeinflussen können.

Das Fernstudium der ganzheitlichen Ernährungsberatung

Birnen bei Bluthochdruck

Die Forscher überprüften auch, wie günstig sich Birnen bei Bluthochdruck auswirken.

Gegen Bluthochdruck werden häufig Medikament aus der Gruppe der sog. ACE Hemmer verordnet.

Vorliegende Studie zeigte nun, dass ein wässriger Extrakt des Fruchtfleisches aus Bartlett Birnen ebenfalls den Blutdruck senken und zwar über einen ähnlichen Wirkmechanismus wie ACE Hemmer – nur nebenwirkungsfrei.

"Das Fruchtmark der Bartlett Birnen kann als potentieller ACE Hemmer gegen Bluthochdruck eingesetzt werden”,

so die Meinung der Studienautoren.

Und wer Probleme mit dem Magen hat, kann bei Birnen ebenfalls kräftig zugreifen.

Birnen verbessern die Magen-Darm-Gesundheit

Fermentierter Birnensaft hemmt offenbar das Wachstum des berüchtigten Magenbakteriums Helicobacter pylori. Die Fermentation des Saftes sollte dazu mindestens 48 bis 72 Stunden lang durchgeführt werden.

Praktischerweise beeinträchtigt der Birnensaft die Darmflora nicht. Im Gegenteil, aufgrund der Fermentation und seinem Gehalt an Milchsäurebakterien hat er das Potential, die Funktionen der nützlichen Darmbakterien zu fördern und zu unterstützen.

Wie Sie Obstsaft fermentieren

Um einen Obstsaft zu fermentieren, geht man folgendermassen vor:

Man nimmt einen selbst gepressten Saft oder zumindest einen Bio-Direkt-Saft, gibt pro Liter als Starterkultur ein kleines Glas Sauerkrautsaft, Brottrunk oder auch EM (Effektive Mikroorganismen) hinzu.

Den Saft stellt man nun an einen warmen Ort, ohne ihn fest zu verschliessen, damit die Gärgase entweichen können, der Saft aber auch vor Fruchtfliegen geschützt bleibt.

Die Fermentation ist normalerweise erst in einigen Wochen abgeschlossen. Im obigen Fall hatte aber bereits eine Fermentation von 48 bis 72 Stunden ausgereicht.

Mehr zu diesem Artikel

Teilen Sie diesen Artikel

Leserkommentare

Liebe Leserinnen und liebe Leser

Wir haben uns immer sehr über Ihre Kommentare gefreut. Da uns die Ressourcen fehlen, um auf alle Ihre Fragen und Anmerkungen gebührend einzugehen, haben wir uns entschieden, die Kommentarfunktion zu deaktivieren.

Lieben Dank für Ihr Verständnis,
Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

Zuletzt kommentiert

Anonym schrieb am 12.08.2017

ich habe mehrere infos im www gefunden, dass birnenschalen ungesund sind.... wissen sie vielleicht mehr darüber? ich lese ihre website immer wieder sehr gerne, daher würd mich ihre meinung sehr interessieren

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Es gibt verschiedene Artikel im Netz, teilweise aus 2006, die angeben, Birnenschalen seien deshalb schädlich - allerdings nur wenn man grosse Mengen davon verzehre, wobei nicht einmal konkretisiert wird, was nun eine "grosse Menge" sein soll - weil sie einen sekundären Pflanzenstoff namens Arbutin enthalten, der im Darm von der Darmflora zu Hydrochinon umgewandelt wird, der nun wiederum das Milieu im Darm so verändern könnte, dass dies krebsbegünstigend wirken könnte.

Auf der anderen Seite gibt es Hinweise darauf, dass Arbutin krebshemmend wirken kann. Auch weiss man, dass der regelmässige Verzehr von Birnen und Äpfel krebsvorbeugend wirkt - und genau hier sind es wieder die sekundären Pflanzenstoffe, die insbesondere in der Schale zu finden sind, die den Menschen vor Krebs und vielen anderen Krankheiten schützen. Dies ist deshalb der Fall, weil sehr viele verschiedene dieser Stoffe in natürlichen Lebensmitteln und so auch in der Birnenschale vorhanden sind und gemeinsam wirken. Diese gemeinsame Wirkung ist eine ganz andere als die Wirkung eines dieser Stoffe allein.

Es ist anzunehmen, dass die Warnung vor Arbutin - wie so oft - auf einer Tierstudie beruhrt, in der man den isolierten und hochkonzentrierten Stoff Tieren gab, die daraufhin krank wurden. Mit Sicherheit fütterte man den Tieren keine ungeschälten Birnen und mit Sicherheit kennt man keinen einzigen Menschen, der Krebs bekam, nur weil er gerne ungeschälte Birnen ass. Im Gegenteil: Die Stoffe der Schale können mögliche negative Auswirkungen des teilweise hohen Zuckergehalts der Birne kompensieren. 

Und selbst wenn die Birnenschale tatsächlich ungünstige Eigenschaften mit sich bringen würde, so erst bei Birnenmengen, die kein Mensch zu sich nimmt. Sehr viel problematischer als birneneigene Stoffe betrachten wir Pestizide, die auf der Schale sein könnten, so dass besser Bio-Birnen verwendet werden sollten oder die Birnen gut gewaschen werden sollten.

Wir empfehlen, Birnen weiterhin mit Genuss und in jedem Fall ungeschält zu essen. 

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Quellen