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Vitamin C gegen Viren

Vitamin C kann bei nahezu allen Erkrankungen in die Therapie mit einbezogen werden, so auch in die Therapie einer Virus-Infektion – und zwar nicht nur bei milden Verläufen, sondern auch dann, wenn es zu einem schweren Verlauf kommt und ein Klinikaufenthalt nötig wird.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 06 April 2024

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Vitamin C im Einsatz während einer Virus-Pandemie

Vitamin C wird – zumindest in China und den USA – offenbar in manchen Kliniken zur Behandlung gegen Viren und dabei auch bei schweren Infektionen wie z. B. Covid-19 eingesetzt und könnte sich auch bei Grippewellen sehr gut dazu eignen, die Gesundheitssysteme zu entlasten – nicht zuletzt aufgrund seines niedrigen Preises.

Von den meisten Schulmedizinern hingegen und auch von den offiziellen Ernährungsinstitutionen wird das Vitamin nach wie vor unterschätzt. Denn wie oft hören oder lesen wir den Satz, dass uns die Ernährung so wunderbar mit allen Vitaminen versorge – auch mit Vitamin C – so dass eine entsprechende zusätzliche Einnahme keinerlei Vorteile mit sich bringe. Weit gefehlt, wie sich immer wieder zeigt.

(Apropos Ernährung: Hier berichten wir, wie - präventiv und therapeutisch - eine bestimmte Ernährung bei Covid-19 helfen kann.)

Vitamin verkürzt Zeit auf Intensivstationen

Wir schrieben bereits hier ( Vitamin C verkürzt Zeit auf Intensivstationen ) von einer Metaanalyse aus dem Jahr 2019, in der man feststellte, dass die orale Gabe des Vitamins die Aufenthaltsdauer auf Intensivstationen verkürzen kann und man daher bei den entsprechenden Patienten stets auch an eine Vitamin-C-Gabe denken sollte.

Im oben verlinkten Artikel erklären wir, dass gerade kranke Menschen einen niedrigen Vitamin-C-Spiegel aufweisen bzw. einen erhöhten Vitamin-C-Bedarf haben und täglich (laut verschiedener Untersuchungen) um die 4 Gramm Vitamin C einnehmen müssten, um auf einen Vitamin-C-Spiegel zu gelangen, der für einen gesunden Menschen normal ist.

Vitamin C in Krisenzeiten besser in höheren Dosen einnehmen

In oben genannter Metaanalyse hatten schliesslich 1 bis 3 Gramm Vitamin C pro Tag zu einer verkürzten Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation geführt, wobei sich dank des Vitamins auch die Zeit der künstlichen Beatmung reduzieren liess. Angesichts dieser Einnahmemengen klingen die von offizieller Seite aus empfohlenen und stets als völlig ausreichend bezeichneten 100 mg Vitamin C etwas fragwürdig.

Auch im Zusammenhang mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit weiss man längst, dass höhere Vitamin-C-Dosen erforderlich sind. Wir stellten hier ( Vitamin verbessert Gefässfunktionen ) eine Metaanalyse aus dem Jahr 2014 vor. Darin hatten Forscher anhand von 44 randomisierten und kontrollierten Studien geschlussfolgert, dass Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen erst von Vitamin-C-Dosen von über 500 mg pro Tag profitierten.

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Schutz vor Viren 

Schon seit spätestens 2004 - damals angesichts der SARS-Pandemie - wird der Einsatz von Vitamin C bei Viren und Infektionskrankheiten diskutiert. Harri Hemilä von der University of Helsinki schrieb damals im Journal of Antimicrobial Chemotherapy, dass das Vitamin die Widerstandskraft von Hühnern gegen ein typisches Vogel-Coronavirus erhöhe. Placebo-kontrollierte Studien am Menschen hätten gezeigt, dass die Dauer herkömmlicher Erkältungen mit Hilfe von Vitamin C verringert werden könne, so dass man davon ausgehe, dass das Risiko für Vireninfekte der Atemwege auch vom Vitamin-C-Spiegel abhänge. 

Drei kontrollierte Studien hätten ferner ergeben, dass Personen seltener an Lungenentzündung erkranken, wenn sie das Vitamin supplementieren ( 2 ).

Hochdosierte Vitamin-C-Infusionen gegen Viren

In China lief von Februar bis Ende September 2020 eine klinische Vitamin-C-Studie ( 1 ) unter Leitung von Dr. ZhiYong Peng, Professor für Intensivmedizin am Zhongnan Hospital of Wuhan University in Hubei.

Die Teilnehmer hatten sich mit Sars CoV-2-Viren angesteckt, hatten alle einen schweren Covid-19-Verlauf und befanden sich mit akutem Atemnotsyndrom auf der Intensivstation. Sie erhielten nun entweder über 7 Tage hinweg zweimal täglich je 12 g Vitamin C per Infusion oder ein Placebo. Man wollte herausfinden, ob das Vitamin die Zeit der künstlichen Beatmung verkürzen, die Sterblichkeit verringern, Organversagen verhindern und das Fortschreiten der Entzündung bremsen kann.

Zwar konnte das Vitamin nicht die Zeit der künstlichen Beatmung verkürzen und auch die Sterblichkeit nicht verringern. Doch konnte man beobachten, dass die Lungenfunktion der mit Vitamin C behandelten Patienten kontinuierlich besser wurde (der sog. Oxygenierungsindex stieg kontinuierlich), was in der Placebogruppe nicht der Fall war. Auch waren die Entzündungswerte in der Vitamin-C-Gruppe niedriger als in der Placebogruppe.

Auch wenn die Ergebnisse nicht so positiv waren, wie man gehofft hatte, so hatte die Vitamin-C-Behandlung doch deutliche Vorteile, auf die man bei einer Infektion mit Viren nicht verzichten sollte.

Corona-Experten: Vitamin-C-Dosis gegen Viren

Am 1. März 2020 las man in einer Veröffentlichung der Shanghai Medical Association im Chinese Journal of Infectious Diseases eine Covid-19-Behandlungsempfehlung – ausgearbeitet von 30 Corona-Experten aus Shanghai ( 10 ).

Sie hatten an 300 Patienten die intravenöse Gabe von Vitamin C bei Covid-19 getestet und empfehlen für die Covid-Therapie das folgende Vorgehen, um die Auswirkungen der Vireninfektion zu verringern (zusätzlich zur üblichen Medikation): Je nach Schweregrad der Erkrankung sollen den Patienten täglich zwischen 50 und 200 mg Vitamin C pro Kilogramm Körpergewicht intravenös verabreicht werden, was bei einem Erwachsenen mit einem Gewicht von z. B. 70 Kilogramm 3,5 bis 14 g Vitamin C wäre.

So wirkt das Vitamin bei Sepsis und Lungenentzündung

Wenn es zu einer Sepsis kommt (systemische Infektion mit anschliessend überschiessender Immunreaktion), werden grosse Mengen an Zytokinen (entzündlichen Botenstoffen) ausgeschüttet. Gleichzeitig kommt es zu einer starken Anhäufung von bestimmten Abwehrzellen (neutrophilen Granulozyten) in den Lungen, was zu einer Zerstörung der Lungenkapillaren führt.

Vitamin C nun kann laut früherer Studien – so die Forscher rund um Dr. Peng in ihrer Studienbeschreibung – genau diesem Prozess effektiv vorbeugen. Auch hilft das Vitamin, die bei Lungenentzündungen auftretende Flüssigkeitsansammlung in den Lungen zu verhindern, indem das Vitamin die oben beschriebene Anhäufung der Granulozyten im Lungengewebe reduziert.

So wirkt das Vitamin bei Erkältungen und Grippe

Bekannt ist ausserdem, dass Vitamin C (bei oraler Einnahme) gegen Erkältungs- oder Grippeviren eingesetzt werden kann, da es die Dauer von Erkältungskrankheiten reduzieren und insbesondere bei sportlich aktiven Personen Erkältungen auch vorbeugen kann ( 6 ). Bei Letzteren konnte die Zahl der Erkältungen dank des Vitamins halbiert werden. Die vorbeugende Wirkung war dabei mit 500 mg pro Tag besser als mit nur 50 mg des Vitamins.

In einer Studie beispielsweise verlief eine Erkältung deutlich schwächer, wenn die Teilnehmer zu Beginn der Erkrankung stündlich (über 6 Stunden hinweg) jeweils 1 g Vitamin C einnahmen und dann in den Folgetagen dreimal täglich jeweils 1 g ( 7 ).

In seiner Zusammenfassung zu Vitamin C und Infektionskrankheiten (durch Viren und/oder Bakterien verursacht) schreibt der finnische Vitamin-C-Forscher Harri Hemilä ( 5 ) ( 8 ), dass die Dauer von Erkältungen (laut zweier Studien) bevorzugt mit hohen Dosen von 6 bis 8 g des Vitamins pro Tag reduziert werden kann, so dass sich die immer wieder aufkommenden Aussagen, das Vitamin nütze bei Erkältungen nicht, vermutlich auf Studien beziehen, in denen zu niedrige Vitamin-C-Dosen (z. B. 200 mg) eingesetzt wurden.

Linderung bei Lungenentzündungen

Hemilä weist ausserdem auf drei kontrollierte Studien hin, in denen Vitamin C eine Lungenentzündung verhindern konnte und auf zwei weitere kontrollierte Studien, in denen eine Vitamin-C-Behandlung auch bei bestehender (grippebedingter) Lungenentzündung Linderung brachte, die Patienten beispielsweise statt 12 Tagen nur 9 Tage in der Klinik bleiben mussten.

Tierstudien mit Schweinegrippeviren (H1N1-Viren) zeigten ( 9 ), dass die Gabe von rotem Ginseng mit Vitamin C Abwehrzellen (T-Zellen und NK-Zellen) aktivierte, Viren an der Entwicklung hinderte und die virenbedingten Entzündungsprozesse in der Lunge reduzierte, was folglich die Überlebensrate erhöhte.

Vitamin-C-Mangel macht anfällig für Grippeviren

Weitere Studien in Sachen Grippe zeigten, dass ein Vitamin-C-Mangel das Risiko für eine Grippeerkrankung erhöht (anfällig für Grippeviren macht) und bei bestehender Grippe zu einem schwereren Verlauf führen kann. Bei Sepsis oder dem Akuten Atemnotsyndrom (ARDS) liegen bislang uneinheitliche Studienergebnisse vor, so Hemilä in seiner Übersichtsarbeit.

„Nehmen Sie keinesfalls hohe Dosen Vitamin C ein!“

Obwohl all diese Hinweise zur Wirkung von Vitamin C (gegen Viren und Bakterien) sehr vielversprechend klingen und obwohl das Vitamin auch in hohen Dosen (bei der hier empfohlenen kurzfristigen und therapeutischen Anwendung) keine Schäden verursacht, wird an allen Stellen wieder einmal gebetsmühlenhaft das Folgende wiederholt:

„Die in Studien verabreichten Dosen befinden sich weit über den empfohlenen Tagesdosen und es gibt derzeit noch nicht genügend Belege, die eine Anwendung von hohen Dosen Vitamin C bei Lungenentzündungen rechtfertigen würden. Sie sollten daher keinesfalls hohe Vitamin-C-Dosen einnehmen, da dies Nebenwirkungen, wie Durchfall haben kann.“

Nebenwirkung Durchfall tritt nur vorübergehend auf

Fazit: Es besteht also die Möglichkeit (auch wenn dies noch nicht zu 100 Prozent wissenschaftlich bewiesen ist), eine schwere und u. U. tödliche Erkrankung mit hohen Dosen Vitamin C zu lindern oder abzuwenden. Dennoch wird dringend davon abgeraten, es auch nur zu versuchen, weil man dann möglicherweise Durchfall bekommen könnte. Einen Durchfall, der nicht bei jedem auftritt, der überdies – falls eine solche Überempfindlichkeit vorliegen sollte – nach Absetzen des Vitamins reversibel ist und keine bleibenden Schäden hinterlässt.

Andere Nebenwirkungen, die hohen Vitamin-C-Dosen oft nachgesagt werden ( 11 ), wie etwa ein erhöhtes Risiko für Nierensteine sind erstens bei der kurzzeitigen Vitamin-C-Hochdosis-Therapie in Krisenzeiten nicht relevant. Zweitens deutet alles darauf hin, dass das Nierensteinrisiko unter hohen Vitamin-C-Gaben (das überdies sehr gering ist) weniger aufgrund des Vitamins steigt, sondern andere Ursachen hat, also z. B. nur dann steigt, wenn man gleichzeitig mit Magnesium unterversorgt ist oder chronisch dehydriert ist. Dazu können Sie in unserem Artikel über das Nierensteinrisiko durch Vitamin C die Details nachlesen.

In Krisenzeiten Vitamin C einnehmen

Es lohnt sich also durchaus, in Krisenzeiten auf eine optimale Vitamin-C-Versorgung zu achten. Wir stellen nachfolgend Vitamin-C-reiche Lebensmittel vor, die zeigen, dass eine insgesamt gesunde Ernährung mit wirklich viel Obst und Gemüse mit bis zu 500 mg Vitamin C pro Tag versorgen kann und schon allein dadurch ein guter Schutz vor Viren vorhanden sein kann.

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Lebensmittel mit viel Vitamin C helfen gegen Viren

Früchte, Kräuter und Gemüse sind hervorragende Vitamin-C-Lieferanten, während tierische Lebensmittel so gut wie kein Vitamin C enthalten. Besonders Vitamin-C-reich sind die folgenden Lebensmittel (immer pro 100 g des rohen Lebensmittels, wenn nicht anders angegeben), die sodann auch gegen durch Viren verursachte Erkrankungen eingesetzt werden können:

Kräuter, Gemüse und Salate

  1. Petersilie 160 mg
  2. Bärlauch 150 mg
  3. Paprika rot 120 mg
  4. Rosenkohl 110 mg
  5. Grünkohl 100 mg
  6. Brokkoli gekocht 90 mg
  7. Kresse/Brunnenkresse 60 mg
  8. Kohlrabi 60 mg
  9. Spinat 50 mg

Rohes Sauerkraut 20 mg (ist also nicht so Vitamin-C-reich, wie viele denken; der Vitamin-C-Gehalt ist sogar genauso „hoch“ wie bei gegartem Weisskohl; roher Weisskohl enthält 45 mg Vitamin C).

Früchte

  1. Sanddornsaft 260 mg
  2. Schwarze Johannisbeeren 170 mg
  3. Papaya 80 mg
  4. Erdbeeren 60 mg
  5. Orangen/Zitronen/frisch gepresster Orangen-/Zitronensaft 50 mg

Wir haben ausserdem hier ( So hilft Vitamin C dem Herzen ) 7 Tipps zur optimalen Vitamin-C-Versorgung vorgestellt. Diese Tipps umfassen Hinweise, worauf Sie beim Verzehr von Vitamin-C-reichen Lebensmitteln achten sollten, um in den Genuss grösstmöglicher Vitaminmengen zu gelangen. Denn das Vitamin kann sich durch Lagerung, Hitzeeinwirkung, lange Transportwege, Kühlung etc. verflüchtigen.

Hochwertige Vitamin-C-Präparate gegen Viren wählen

Da man jedoch auch mit einer Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, nur schwer an therapeutisch relevante Vitamin-C-Mengen von täglich mehreren Gramm gelangt und man im Krankheitsfalle meist sowieso kaum Appetit hat und wenig isst, kann man Vitamin C sicherheitshalber in Form von Vitamin-C-Präparaten einnehmen, etwa aus der Acerolakirsche oder Sanddornbeeren (z. B. auch vorbeugend, wenn Viren im Umlauf sind).

Doch auch mit diesen natürlichen Vitamin-C-Präparaten ist die Vitamin-C-Aufnahmemenge meist begrenzt. Hochdosierte Vitamin-C-Präparate enthalten daher häufig Ascorbinsäure (das reine aus dem Labor stammende Vitamin C) – entweder ausschliesslich oder als Beimischung zu natürlichen Vitamin-C-Quellen.

Weitere hilfreiche Massnahmen und Mittel, die in Zeiten grassierender Viren das Immunsystem stärken und schützen, finden Sie z. B. hier: Hausmittel mit Anti-Virus-Wirkung

Update 28.11.2021

Wir haben die Ergebnisse von Studie (1) eingefügt, die bei der Veröffentlichung unseres Artikels noch nicht vorlagen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.