Zentrum der Gesundheit
Okra: Power-Gemüse für den Darm

Okra: Power-Gemüse für den Darm

Autor: , Letzte Änderung:

(Zentrum der Gesundheit) - Wer sich regelmässig Okraschoten schmecken lässt, tut seinem Darm offenbar einen grossen Gefallen. Das grüne Gemüse aus Afrika ist auf dem Vormarsch nach Europa. Dabei bewährt es sich nicht nur als wandelbare Zutat in der Küche, sondern entfaltet als geschätzte Heilpflanze auch seine gesundheitsfördernden Kräfte. Was ist wirklich dran an diesem Wundergemüse?

Okra unterstützt Darmgesundheit

Die Wurzel der Gesundheit sitzt im Darm, davon war schon der antike Mediziner Hippokrates überzeugt. Tatsächlich befinden sich 80 Prozent unseres Immunsystems im Darm. Als grösste Abwehrbastion des Körpers versucht er den menschlichen Organismus gegen schädliche Einflüsse (v.a. Fehlernährung, Umweltgifte, Zahngifte, Medikamente, psychischen Stress) zu verteidigen. Entsprechend anfällig ist der Darm mit seinen empfindlichen Schleimhäuten für verschiedenste Krankheiten. Ist der Verdauungstrakt überlastet und die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten, drohen eine Dysbakterie und Beschwerden wie Darmentzündungen, Verstopfung, Durchfall und Reizdarmsyndrom oder gar schwere Darmleiden wie Zöliakie, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn und Darmkrebs. Aber auch Krankheiten wie das ADHS können u.a. auf einen kranken Darm zurückzuführen sein.

Regelmässige Darmreinigungen und Darmsanierungen in Kombination mit einem gezielten Aufbau der Darmflora mit Probiotika können das Darmmilieu wieder in Balance bringen. Für die dauerhafte Darmgesundheit unumgänglich ist jedoch eine möglichst natürliche, ballaststoffreiche Ernährung. Viele südliche Länder schwören dabei auf Okra. Das Gemüse wird seit Jahrtausenden für seine darmfreundlichen Eigenschaften geschätzt. In den USA ist bereits die Rede vom "Antikrebsgemüse" und auch in Europa findet Okra immer mehr Anklang.

Okra: Ein altes Gemüse erobert die Welt

Okra (botanisch Hibiscus esculentus, Abelmoschus esculentus) ist in vielen südlichen Ländern ein fester Bestandteil des Speiseplans. In Südostasien wird das Gemüse aufgrund seiner Form Ladies’ Fingers (dt.: Frauen Finger) genannt, in Brasilien Quiabo, in Kuba Quimbombó und im Mittelmeerraum Bamya. Nach Deutschland gelangte Okra spätestens mit den türkischen und griechischen Gastarbeitern und ist hier auch unter dem Namen Gemüse-Eibisch geläufig.

Ursprünglich stammt das Fruchtgemüse jedoch aus dem äthiopischen Hochland. Als eine der ältesten bekannten Gemüse wurde es bereits vor über 3.000 Jahren von den Ägyptern am Nilufer kultiviert und für seine heilsame Wirkung geschätzt. Entsprechend ihrer botanischen Wurzeln gedeiht Okra noch heute in tropischen Regionen am besten. Die Hauptanbaugebiete liegen in Nigeria, Indien und Pakistan.

Okra ist eine einjährige Pflanze und gehört wie der Hibiskus zur Familie der Malvengewächse. Auch optisch schön anzusehen, tragen die bis zu 2,50 Meter hohen Sträucher grossegelbe Blüten mit violettem Kern, aus denen sich die grünen, fingerartigen Kapselfrüchte entwickeln. Die Ernte der 10 bis 20 Zentimeter langen Okraschoten erfolgt bereits kurz nach der Blüte. In ihrem Inneren befinden sich kleine, weiche Samenkörner. Ihr milder, leicht herber und wenig säuerlicher Geschmack erinnert an Bohnen. Okraschoten sind jedoch nicht nur in der Küche vielseitig einsetzbar, sondern liefern zugleich eine Vielzahl an wichtigen Nährstoffen.

Okra – Nährstoffreich und kalorienarm

Okraschoten sind echte Schlankmacher. Gerade einmal 19 Kilokalorien und 0,2 g Fett verbuchen 100 g dieses Gemüses. Für die Gesundheit entscheidender ist allerdings ihr Reichtum an essentiellen Nährstoffen, Flavonoiden und Antioxidantien.

Insbesondere das immunstärkende und antioxidativ wirkende Vitamin C ist grosszügig vertreten und deckt mit 36 mg pro 100 g über die Hälfte des durchschnittlichen Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Der Allrounder Beta-Carotin stärkt als Vorstufe des Vitamin A die Sehkraft und kräftigt Knochen, Zähne, Zahnfleisch, Haut und Haar. Ebenfalls vorhanden sind die Vitamine K und E sowie B1, B2 und B3. Auch mit Mineralstoffen und Spurenelementen geizt Okra nicht: Calcium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Selen und Folsäure liefert das Gemüse. Das Öl der Okrasamen versorgt den Körper darüber hinaus mit gesunden ungesättigten Fetten.

Für die Krebsprävention spielt ausserdem das Chlorophyll eine immer grössere Rolle. Das Antioxidans verleiht der Okraschote ihre grüne Farbe und unterstützt den menschlichen Organismus beim Aufbau neuer Blutzellen. Sowohl das Chlorophyll als auch die in Okra enthaltenen Ballaststoffe sollen zudem zu einem regelmässigen Stuhlgang verhelfen.

Ballaststoffe reinigen den Dickdarm

Okraschoten sind sehr ballaststoffreich. Mit etwa 4,9 Gramm auf 100 Gramm fegen diese pflanzlichen Fasern durch den menschlichen Verdauungstrakt und befreien ihn von belastenden Substanzen, die wir mit ungesunden Nahrungsmitteln und Umweltgiften aufnehmen. Im Darm binden sie Cholesterin, Giftstoffe, Fette, Bakterien und Mikroorganismen. Mit der Ausleitung dieser schädlichen Stoffe und dem erhöhten Stuhlvolumen können die in Okra enthaltenen Ballaststoffe unsere Verdauung regulieren, unser Sättigungsgefühl normalisieren, Übergewicht und Diabetes entgegenwirken als auch aktiv vor Infektionen schützen und Darmkrebs vorbeugen.

Der Ernährungswissenschaftlerin Dr. Sylvia Zook zufolge besitzt Okra eine abführende Wirkung, die den Darm reinigt und Verstopfungen verhindert. Ausserdem würden die mitgelieferten Ballaststoffe den Blutzuckerspiegel konstant halten. Einen weiteren positiven Effekt für die Darmgesundheit schreibt Zook den in Okra befindlichen Schleimstoffen zu.

Diese Produkte könnten Sie interessieren

Pflanzliche Schleimstoffe der Okra regenerieren die Darmflora

Wie die meisten Arten der Malvengewächse verfügt auch Okra über pflanzliche Schleimstoffe. Die heilsame Wirkung dieser sauren Wandschleime, die beim Kochen des Gemüses entstehen, war schon in der Antike bekannt und kann gezielt bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt werden. Sie optimieren den Nährboden für nützliche Mikroorganismen im Darmtrakt und können damit zu einer intakten Dünn- und Dickdarmflora beitragen.

Das in Okra enthaltene Vitamin A stärkt darüber hinaus die Schleimhäute der Verdauungsorgane. Nur gesunde Schleimhäute können ihre Aufgabe bei der Verdauung erfüllen und beim Ausscheiden anfallender Abfallstoffe helfen. Mit jedem Bissen dieses Gemüses entscheiden wir uns also nicht nur für eine leckere Speise, sondern auch für die natürliche Heilkraft von Okra für unseren Darm!

Schonende Zubereitung für grössten gesundheitlichen Nutzen

Ob roh im Salat, in Suppen und Eintöpfen mitgegart oder in gutem Öl mit Gewürzen geschwenkt – Okra ist ein leicht verdauliches, vielseitig einsetzbares Gemüse. Um die wertvollen Nährstoffe zu erhalten und die gesundheitsfördernde Wirkung von Okra für den Körper jedoch nutzbar zu machen, ist die schonende Zubereitung des Gemüses äusserst wichtig.

Die Schoten sollten allenfalls bei niedriger Hitze gedünstet werden. Dabei entfalten sich ihre Schleimstoffe, die nicht nur heilkräftigend wirken, sondern den Gerichten auch einen sämigen Effekt verleihen. Getrocknete Okraschoten werden auch zum Binden von Saucen verwendet. Geröstete Okrasamen kommen in manchen Teilen Afrikas anstelle von Kaffeebohnen zum Einsatz.

Besonders gut harmoniert Okra mit Karotten, Zucchini, Tomaten, Sellerie, Petersilienwurzel, Peperoni, Paprika, Auberginen, Kartoffeln, Fenchel, Kohlsprossen, Kohl sowie mit Naturreis und Quinoa. Probieren Sie beispielsweise Okra mit Kichererbsen und Couscous, Okra mit Tomaten, Zwiebeln und Gewürzen oder Ayurvedisches Okragemüse mit Bockshornklee aus unserer Rezeptdatenbank (die Links finden Sie etwas weiter unten auf dieser Seite)!

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Ihnen gefällt das Ernährungskonzept des Zentrums der Gesundheit? Sie möchten gerne detailliert wissen, wie Sie für sich und Ihre Familie eine rundum gesunde Ernährung gestalten können? Oder möchten Sie vielleicht Ihrem Berufsleben eine neue Perspektive geben und auch andere Menschen zu Themen rund um eine ganzheitliche Gesundheit beraten können? Dann empfehlen wir Ihnen die Akademie der Naturheilkunde.

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie – die gesunde Ernährung und ein gesundes Leben lieben – in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie auf der Webseite der Akademie alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Quellen:



Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag für unsere Tätigkeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal