Der Salzkonsum ist zu hoch

Nach wie vor wird zuviel Salz gegessen. Vor allem in den Industrieländern ist der Salzkonsum zu hoch. Wie nicht anders zu erwarten, steht die Bevölkerung der USA beim Salzen an erster Stelle. Hier werden täglich 9 bis 12 Gramm verbraucht.

Auch in Deutschland ist der Salzanteil in der Ernährung viel zu hoch. Hier sind sogar unterschiedliche Verbrauchsmengen nach Geschlecht bekannt: Männer nehmen durchschnittlich 9 Gramm, Frauen durchschnittlich 7 Gramm Salz pro Tag zu sich.

Salz ist überall verfügbar, ist nicht teuer und findet gewöhnlich als "Basisgewürz" Verwendung. Warum eigentlich? US-Wissenschaftler fanden eine neue, erstaunliche Begründung.

Salz macht süchtig!

US-Forscher fanden in einer anderen Versuchsreihe mit Ratten heraus, dass Salz auch die abhängig machende Wirkung einer Droge hat. Wenn den Versuchstieren das Salz entzogen wurde, änderten sie ihr Verhalten von aktiv zu passiv und von positiv zu depressiv. "Salz stimmt positiv, Entzug mach depressiv".

Das ist in Kurzform das Ergebnis der Studie, die an der University of Iowa durchgeführt und in der anerkannten Fachzeitschrift Physiology and Behavior veröffentlicht wurde

Die Forscher gehen davon aus, dass die Funktionsabläufe im Gehirn der Tiere bei dem Entzug von Salz auch im menschlichen Gehirn vergleichbar ablaufen. Mehr noch: Der Entzug von Salz führt zu den gleichen Gehirnreaktionen wie der Entzug von Drogen.

Achtung - Fertiggerichte!

Von einem menschlichen Suchtverhalten spricht man, wenn eine Droge - trotz des Wissens um ihre Gefährlichkeit - weiter verwendet wird. Und genau das geschieht bei der Verwendung von Salz. Dass zuviel Salz schädlich ist, hört und liest man schon seit langer Zeit und auch häufig genug. Trotzdem ändert sich an den viel zu hohen Salzkonsum nichts.

Selbst wenn die frisch gekochten Speisen weiniger gesalzen würden, müsste unbedingt berücksichtigt werden, dass absolut jedes Fertiggericht, jede Wurst, jeder Käse etc. bereits einen hohen Salzanteil haben. Nur wer auf diese Nahrungsmittel verzichtet - oder sie zumindest stark einschränkt - kann seine Salzzufuhr noch selbst bestimmen.

Die richtige Menge in der richtigen Qualität

Salz ist nur in zu großen Mengen und in einer schlechten Qualität (z.B.raffiniertes Salz) ungesund.

Ein grundsätzlicher Verzicht ist daher auch nicht sinnvoll. Jedoch sollte man den hohen Salzanteil der bereits gewürzten Supermarkt-Nahrungsmittel berücksichtigen und beim Kochen nur wenig Salz verwenden und stattdessen mit vielen frischen oder getrockneten Kräutern würzen.

Auch auf die Qualität des Salzes sollte unbedingt geachtet werden. Verzichten Sie konsequent auf die raffinierten Speisesalze - vor allem auf jene, denen künstliches Jod zugesetzt wurde - und verwenden Sie ausschließlich naturbelassenen Stein-, Kristall- oder Ursalze. Diese Salze sind für Ihren Organismus essentiell und tragen zur Gesunderhaltung Ihres Körpers bei.

Quellen

  • Wer an Salz spart, beugt Herzinfarkt und Schlaganfall vor
  • Studie: Michael J. Morris: "Salt craving: The psychobiology of pathogenic sodium intake" Salzverlangen:Die Psychobiologie von pathogenen Natriumaufnahme
  • Studie: Salz könnte ein natürliches Antidepressium sein (Internetseiteseite als PDF)

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