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Schnittlauch - Aromatisch und gesund

Schnittlauch ist das (würzige) Sahnehäubchen auf vielen Gerichten. Einst war er eine anerkannte Heilpflanze. Denn er wirkt sich äußerst positiv auf den Blutdruck, den Blutzucker und auch den Cholesterinspiegel aus. Zusätzlich liefert er Chlorophyll und heilsame Schwefelverbindungen, so dass er zur Entgiftung beitragen kann.

Stand: 10 April 2026
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Schnittlauch - Vielseitiges Küchenkraut

  1. Schnittlauch ist ein weit verbreitetes und seit Jahrtausenden genutztes Lauchgewächs, das in vielen Gerichten für frische Würze sorgt und besonders im deutschsprachigen Raum sehr beliebt ist.
  2. Getrocknet oder gekocht verliert Schnittlauch deutlich an Geschmack und Nährstoffen – daher sollte er möglichst frisch und roh verzehrt sowie erst kurz vor dem Servieren geschnitten werden.
  3. Schnittlauch liefert wichtige Nährstoffe wie Vitamin K und enthält bioaktive Pflanzenstoffe (z. B. Schwefelverbindungen, Antioxidantien), die unter anderem Knochen stärken sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vorbeugen können.
  4. Das pflegeleichte Kraut kann problemlos im Garten oder auf der Fensterbank angebaut werden. Es lässt sich bei Bedarf gut einfrieren, ist aber im Kühlschrank nur wenige Tage haltbar.

Schnittlauch steigert den Genuss

Es gibt unzählige Speisen, bei denen der Schnittlauch tonangebend und das berühmte Tüpfelchen auf dem i ist. Was wären Gerichte wie Gemüsebrühe, Spätzle, Kartoffelsalat, Knödel oder das einfache Butterbrot ohne die frische Würze des schmalblättrigen Lauchs?

Der Schnittlauch (Allium schoenoprasum) wird wegen seiner binsenähnlich schmalen Halme auch Binsenlauch oder Graslauch genannt. Er gehört wie seine Geschwister Knoblauch, Lauch und Zwiebel zu den Lauchgewächsen.

Sie finden aufgrund ihres mehr oder weniger scharfen Aromas bereits seit Jahrtausenden in der Küche Verwendung. Heute zählt der Schnittlauch im deutschsprachigen Raum neben der Petersilie zu den beliebtesten Küchenkräutern.

In Asien, Europa und Nordamerika gedeiht er in den kaltgemäßigten Zonen auch als Wildpflanze. Lange wurden die röhrenförmigen Blätter auf Feuchtwiesen, an Seeufern und Flussbänken eingesammelt und als Würzkraut und Arzneimittel angewandt.

Der Anbau in Deutschland

In Deutschland liegt die Anbaufläche mit Binsenlauch bei über 600 Hektar und ist damit fast so groß wie jene von Rucola mit gut 800 Hektar. Meist wird das Lauchgewächs in Gewächshäusern kultiviert und kann praktisch in jedem Lebensmittelgeschäft gekauft werden.

Immer roh und frisch essen

Der Kauf von getrocknetem Schnittlauch lohnt sich kaum. Denn bei der Trocknung verliert er stark an Aroma und auch viele seiner wertvollen Inhaltsstoffe. Ähnlich verhält es sich beim Kochen, so dass er am besten roh verzehrt werden sollte.

So schneiden Sie Schnittlauch richtig

Schnittlauch wird am besten mit einer scharfen Küchenschere oder einem Messer geschnitten. Schneiden Sie die Halme in feine Röllchen, etwa 2-3 mm breit. Achten Sie darauf, den Schnittlauch kurz vor dem Gebrauch zu schneiden, um das volle Aroma und die Frische zu erhalten. Vermeiden Sie das Hacken, um die empfindlichen Halme nicht zu zerquetschen.

Bio ist die bessere Wahl

Am besten ist es, wenn Sie auf Bio-Kräuter zurückgreifen. Denn laut Analysen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zählen frische Kräuter zu den am häufigsten beanstandeten Lebensmitteln (18). Im Jahr 2015 wurden Schnittlauch, Dill, Oregano und Rosmarin verstärkt kontrolliert. Die meisten mit Pestiziden belasteten Kräuterproben stammten dabei aus Deutschland (11).

Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Röhrenblätter frisch aussehen, durchwegs eine leuchtende grüne Farbe haben (und nicht schon gelb oder welk werden) und frei von Schimmel und eingetrockneten Enden sind.

Drei Tage im Kühlschrank lagern oder einfrieren

Sie können den Schnittlauch prima ungefähr drei Tage im Gemüsefach Ihres Kühlschranks lagern. Haben Sie eine größere Menge zu Hause, können Sie das Küchenkraut länger konservieren, indem Sie es portionsweise einfrieren, z. B. in Eiswürfelformen.

Im Garten oder auf der Fensterbank anbauen

Wenn Sie jederzeit auf frischen Bio-Schnittlauch zurückgreifen möchten, können Sie ihn fast das ganze Jahr über im Garten, auf dem Balkon bzw. auch in der Wohnung auf einer hellen Fensterbank kultivieren. Die Gewürzpflanze ist absolut pflegeleicht und kann darum selbst von Menschen angebaut werden, deren Daumen nicht zu den grünsten gehören.

Alles, was das Lauchgewächs benötigt, ist ein sonniger bis halbschattiger Standort, ein durchlässiger, lockerer Boden und im Sommer regelmäßige Wassergaben. Im Garten sollte der Schnittlauch alle drei Jahre geteilt werden (mit dem Spaten). Auch Topfpflanzen teilt man regelmäßig.

Dazu wird die Pflanze aus dem Topf geholt und ihr Wurzelballen einfach mit einem scharfen Messer auseinandergeschnitten. Anschließend werden die Teile in neue Töpfe gepflanzt und kräftig angegossen.

Die unterschiedlichen Sorten

Es gibt diverse Schnittlauchsorten, die sich insbesondere in der Dicke ihrer Blätter, aber auch im Hinblick auf ihr Aroma oder der Blütenfarbe voneinander unterscheiden. Die wunderschönen Blüten erstrahlen meist in Rosa- oder Violetttönen (z. B. die Sorte Forescate), es gibt aber auch weißblühende Sorten (z. B. Elbe).

Die Blüten sind essbar

Frische Schnittlauchblüten sind eine Delikatesse und können verwendet werden, um Speisen aller Art zu dekorieren.

Rezepte mit Schnittlauch

Der Binsenlauch ist ein sehr vielseitiges Gewürz, da er praktisch mit jedem Lebensmittel kombiniert werden kann. Sie finden auf unserer Seite viele Rezepte mit dem Schnittlauch oder geben Sie in unserer Rezepte-Rubrik einfach "Schnittlauch" ins Suchfeld.

Sie können das Gewürzkraut schon zum Frühstück essen, etwa zu Vollkornbrot mit Gemüseaufstrich oder zum veganen Rührei. Es harmoniert außerdem besonders gut mit anderen Kräutern. Gemeinsam mit Petersilie, Kerbel und Estragon zählt der binsenähnliche Lauch in der Küche Frankreichs zu den sogenannten "fines herbes", was die Bezeichnung einer klassischen französischen Kräutermischung darstellt.

Die Nährwerte von Schnittlauch

Die Liste mit den Nährwerten, vitaminen und Mineralstoffen können Sie bei uns kostenlos als PDF per Email abrufen

Sie können vom Schnittlauch jedoch problemlos auch größere Mengen essen, z. B. auf einmal einen ganzen Bund (der meist auch nicht so viel wiegt (ca. 30 g)). Das Küchenkraut ist nicht giftig und kann daher nach Lust und Laune verspeist werden.

Vitamin K senkt das Osteoporose-Risiko

Lediglich vom Vitamin K enthält der Schnittlauch so viel, dass bereits 15 g ausreichen, um den Tagesbedarf zu decken. Dieser liegt für Erwachsene zwischen 65 und 80 µg. Und 15 g des schnittigen Lauchs enthalten 84 µg Vitamin K.

Vitamin K erfüllt im Körper viele wichtige Funktionen. So hat eine Studie an der Harvard Medical School mit mehr als 72.000 Probandinnen zwischen 38 und 63 Jahren gezeigt, dass Frauen, die relativ viel Vitamin K zu sich nahmen, ein um rund 30 Prozent geringeres Osteo porose-Risiko hatten (13).

Forscher von der Tufts University kamen zum selben Schluss: Mit Lebensmitteln aufgenommenes Vitamin K erhöht die Knochendichte und beugt Knochenbrüchen vor (15).

Da verwundert es doch, dass in Leitlinien zur Osteoporose-Behandlung keine diesbezüglichen Empfehlungen zu finden sind, obgleich die positive Wirkung von Vitamin K in puncto Knochengesundheit von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit längst bestätigt wurde.

Anwendungen in der Volksheilkunde

Der Schnittlauch hat eine blutreinigende, harntreibende und schleimlösende Wirkung (2). Laut einer Studie an der Punjabi University in Indien haben die Röhrenblätter außerdem antientzündliche sowie antioxidative Eigenschaften (3)und können das Risiko für Bluthochdruck und Krebs senken.

Die Forscher ließen verlauten, dass das Lauchgewächs bei diesen Beschwerden medizinisch durchaus von Bedeutung sei. In der Volksheilkunde wird der würzige Graslauch z. B. bei folgenden Leiden empfohlen:

Bei Appetitlosigkeit, Darm- und Magenleiden (z. B. CED und Blähungen), Frühjahrsmüdigkeit, Gicht und Husten.

Für die Heilkraft und die Gesundheitsförderung der Pflanze werden – neben den vielen Vitaminen und Mineralstoffen – vordergründig die enthaltenen Schwefelverbindungen (5), aber auch die sekundären Pflanzenstoffe, das Chlorophyll und die ätherischen Öle verantwortlich gemacht.

Chlorophyll, grüner Farbstoff mit Heilwirkung

Schnittlauch zählt im weitesten Sinne zu den grünen Blattgemüsen und ist daher eine sehr gute Chlorophyllquelle.

Chlorophyll ist ein äußerst heilsamer Pflanzenstoff mit antioxidativen, entzündungshemmenden, entgiftenden und darmfloraregulierenden Eigenschaften. Der Pflanzenstoff schützt die Leber vor Schimmelpilzgiften, hilft bei der Entgiftung von Schwermetallen und kann zudem schlechte Gerüche absorbieren.

Der Pflanzenstoff wird daher häufig bei Mundgeruch oder anderweitig schlechten Körpergerüchen eingesetzt. Selbst die Gerüche von Blähungen und Stuhl werden durch Chlorophyll gemildert, weshalb der grüne Stoff immer häufiger in der Altenpflege zur Anwendung kommt.

Schwefelverbindungen und Antioxidantien

Zu den wichtigsten schwefelhaltigen Verbindungen des Schnittlauchs zählt das Isoalliin, das auch in der Zwiebel steckt und beim Schneiden derselben zu Tränenvergießen führen kann. Dies beruht darauf, dass Isoalliin durch die Verletzung der Zellstruktur in Kontakt mit dem Enzym Alliinase kommt, wodurch der zu Tränen reizende Stoff entsteht.

Heilsam bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Schwefelverbindungen weisen eine ganze Reihe von gesundheitlichen Effekten auf. So sollen sie den Cholesterinspiegel, den Blutdruck und den Blutzucker senken sowie Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass Lauchgewächse in der traditionellen Medizin bereits seit Jahrtausenden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden.

Blutverdünnender Effekt

Eine Studie argentinischer Forscher hat beispielsweise gezeigt, dass Lauchgewächse diesbezüglich präventiv wirken, da sie einerseits antioxidative Eigenschaften haben und andererseits das Zusammenklumpen der Blutplättchen hemmen, also blutverdünnend wirken. Die Plättchenverklumpung ist zwar für die Blutstillung lebensnotwendig, kann aber auch zu Blutgerinnseln und folglich zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Die Wissenschaftler untersuchten neben dem Schnittlauch auch den Knoblauch und die Schalotte. In Bezug auf die Blutverdünnung hatten die beiden zuletzt genannten die intensivste Wirkung. Der Schnittlauch hingegen wies dank seines hohen Polyphenolgehalts das stärkste antioxidative Potential auf (12).

In der Krebsprävention

Laut einer Übersichtsarbeit am Chittaranjan National Cancer Institute in Indien haben bereits viele epidemiologische Studien gezeigt, dass durch den regelmäßigen Verzehr von Lauchgewächsen das Krebsrisiko gesenkt und eine Reihe von Tumorerkrankungen – insbesondere Magen- und Darmkrebs – positiv beeinflusst werden können (7). Dies konnte auch durch Laborstudien bestätigt werden (8) (9) (10).

Die Anti-Krebswirkung wird in erster Linie auf die schwefelhaltigen Verbindungen zurückgeführt, da diese dem oxidativen Stress und den freie Radikalen entgegenwirken, die Darmflora regulieren und den Körper vor krebsauslösenden Stoffen schützen. Zudem werden Mutationen im Erbgut unterbunden sowie das Krebswachstum und die Neigung zur Metastasierung unterdrückt.

Im Schnittlauch stecken ferner die sekundären Pflanzenstoffe Quercetin und Kaempferol (17) (ein Phytoöstrogen), die ebenfalls der Krebsprävention dienen können. Es macht also Sinn, das leckere Gewürzkraut und auch seine Verwandten vermehrt in den Speiseplan einzubauen.

Fazit: Schnittlauch am besten so oft wie möglich essen!

Schnittlauch ist nicht nur ein aromatisches Würzkraut, sondern auch ein gesundheitlich wertvolles Lebensmittel mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Wer ihn frisch verwendet und regelmäßig in die Ernährung integriert, profitiert sowohl geschmacklich als auch gesundheitlich.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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