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Soja: Zur Vorbeugung von Diabetes und Herzkrankheiten

Soja: Zur Vorbeugung von Diabetes und Herzkrankheiten

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(Zentrum der Gesundheit) – Sojaprodukte werden einerseits in den Himmel gelobt, andererseits böse beschimpft und des Schlimmsten bezichtigt. Schaut man sich die Vielzahl an Belegen und Untersuchungen (am Menschen!) an, zeigt sich, dass Sojaprodukte feine Lebensmittel mit einer Menge gesundheitlicher Vorteile sind. Im Sommer 2016 beispielsweise zeigte sich, dass der regelmässige Verzehr von Sojaprodukten den Stoffwechsel des Menschen so positiv beeinflussen kann, dass das Risiko für Diabetes und Herzkrankheiten eindeutig sinkt.

Sojaprodukte schützen vor Diabetes und vielen weiteren chronischen Beschwerden

Sojaprodukte wie Sojamilch, Tofu, Tofuburger und Sojasahne wurden lange zu Unrecht verunglimpft. Denn wer sie konsequent meidet, verzichtet auf interessante gesundheitliche Vorteile – wie inzwischen sehr viele Studien zeigen.

Besonders die in der Sojabohne enthaltenen Isoflavonesekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide – sollen für die Wirkungen eines regelmässigen Sojaverzehrs verantwortlich sein. Vor Wechseljahresbeschwerden soll die Sojabohne beispielsweise schützen, vor Fettstoffwechselstörungen, Osteoporose und verschiedenen Formen chronischer Nierenbeschwerden.

Im August 2016 erschien nun eine weitere Studie – und zwar im Fachmagazin der Endocrine Society, dem Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism. Darin schrieben Wissenschaftler der Kashan University of Medical Sciences im Iran, dass sich der Verzehr von Sojaprodukten auch zur Vorbeugung von Diabetes und Herzkrankheiten eigne. In vorliegender Studie hatte man diese präventive Wirkung bei jungen Frauen festgestellt, die am sog. Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) litten.

Bei PCOS: Sojaprodukte mindern Insulinresistenz

Das PCOS ist eine weit verbreitete chronische Hormonstörung, die 5 bis 10 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betrifft. Bei PCOS arbeiten die Eierstöcke nur eingeschränkt. Es kommt zu unregelmässigen Zyklen, hohem Testosteronspiegel, Übergewicht, männlichem Haarwuchsmuster (starkem Haarwuchs am Körper, Haarausfall auf dem Kopf) und häufig auch zu Unfruchtbarkeit. Ja, PCOS ist bei 70 Prozent aller unfruchtbaren Frauen der Grund für eine unerwünschte Kinderlosigkeit.

PCOS zeigt sich zusätzlich in einer erhöhten Anfälligkeit für Herzkreislauferkrankungen und einer Insulinresistenz, die sich zu einem Diabetes Typ 2 entwickeln kann. Studien ergaben, dass etwa 40 Prozent aller weiblichen Diabetes-Patienten zwischen 20 und 50 Jahren an PCOS leiden.

Die Iraner Wissenschaftler rund um Dr. Mehri Jamilian untersuchten nun an 70 Frauen mit diagnostiziertem PCOS, wie sich eine sojahaltige Ernährung auf das Beschwerdebild auswirken könnte. Man gab der Hälfte der Frauen Soja-Isoflavone, in einer Menge (50 mg), wie sie auch in 500 ml Sojamilch enthalten sind. Die andere Hälfte erhielt ein Placebo.

Man beobachtete nun, wie sich verschiedene Biomarker (Hormonwerte, Entzündungswerte, verschiedene metabolische Werte und Werte für oxidativen Stress) im Laufe der nächsten drei Monate veränderten.

Soja senkt Insulin, Cholesterin und Blutfette

Im Vergleich zur Placebogruppe sanken in der Sojagruppe ganz signifikant die Menge des zirkulierenden Insulins und andere mit der Insulinresistenz in Verbindung stehenden Biomarker. Auch der Testosteronspiegel, der Cholesterinspiegel (LDL) und die Triglyceride (Blutfette) sanken in der Sojagruppe, in der Placebogruppe hingegen nicht. Aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Blutfettwerte geht man davon aus, dass Sojaprodukte nicht nur vor Diabetes bewahren können, sondern auch das Herz-Kreislaufsystem beschützen.

Unsere Studie ergab, dass Frauen mit PCOS sehr gut davon profitieren können, wenn sie regelmässig Sojaprodukte in ihre Ernährung einbauen", empfiehlt Dr. Zatollah Asemi von der Kashan University of Medical Sciences.

Damit bestätigen die iranischen Forscher eine Studie, die schon im Jahr 2008 im American Journal of Clinical Nutrition erschienen war. Schon damals zeigte sich, dass Menschen umso seltener einen Diabetes Typ 2 entwickelten, je häufiger sie Sojaprodukte (insbesondere Sojamilch) und andere Hülsenfrüchte zu sich nahmen.

Weitere Informationen und ganzheitliche Massnahmen beim PCOS finden Sie hier:
 

Sojaprodukte sind auch gut für's Herz

Wie gut sich der Verzehr von Sojaprodukten auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirkt, zeigten Forscher der Vanderbilt University in Nashville schon im Jahr 2003. Damals fand man heraus, dass Soja eindeutig das Risiko mindert, an der koronaren Herzkrankheit zu erkranken. Bei dieser Herzproblematik verkalken die feinen Herzkranzgefässe und es kommt infolgedessen zu allerlei Unannehmlichkeiten wie Brustschmerzen (Angina pectoris), Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzinfarkt und plötzlichem Herztod.

Die Vanderbilt-Wissenschaftler werteten nun die Daten aus der Shanghai Women's Health Study aus, einer bevölkerungsbezogenen prospektiven Kohortenstudie (1997 bis 2000) mit ungefähr 75.000 Personen im Alter zwischen 40 und 70. Es zeigte sich, dass das Risiko, an einer Koronaren Herzkrankheit zu erkranken, umso mehr sank, je mehr Sojaprodukte die Teilnehmer zu sich nahmen.

Im Januar 2017 schrieben Yan et al. im European Journal of Preventive Cardiology ganz Ähnliches, nämlich dass sich gleich drei Krankheitsrisiken ganz enorm reduzieren lassen, wenn man häufig Sojaprodukte zu sich nimmt. Man würde in diesem Falle seltener Opfer einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, eines Schlaganfalls und der Koronaren Herzkrankheit.

Weitere Informationen zu Soja finden Sie hier:
 

Wenn Soja, dann Bio-Soja kaufen

Denken Sie immer daran, wenn Sie Sojaprodukte einkaufen, dass Sie ausschliesslich Sojaprodukte aus biologisch erzeugten Sojabohnen erwerben, andernfalls ist die Gefahr gross, dass es sich um gentechnisch verändertes Soja handelt, das ausserdem mit grossen Mengen Herbiziden in Kontakt kam. Inzwischen wird Bio-Soja vermehrt auch in Europa angebaut, u. a. in Deutschland, Frankreich und Österreich. Auf diese Weise wird die Gefahr minimiert, dass sich nach der Ernte Bio-Soja mit Gen-Soja vermischt.

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Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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