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Tulsi - Indisches Basilikum

Tulsi - das Indische Basilikum - soll besonders heilkräftig sein. Sogar Brustkrebs soll diese Basilikumsorte bekämpfen helfen. Doch enthält Tulsi auch einen Stoff, vor dem gewarnt wird. Ist das Basilikum nun gesund oder gefährlich? Das erfahren Sie gleich – genauso wie alles Wissenswerte rund um Tulsi, seinen Einsatz in der Küche und seine Anwendungsmöglichkeiten als Heilkraut für Ihre Gesundheit.

Stand: 31 März 2026
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Tulsi: Das heilige Basilikum

Das Indische Basilikum wird auch Tulsi oder heiliges Basilikum genannt. Man sagt, die Göttin Tulasidevi sei in die Gestalt dieser Heilpflanze geschlüpft, um den Menschen zu dienen und sie zu schützen.

Tulsi wird deshalb in seiner ursprünglichen Heimat manchmal in Form eines Pflanzenstängels um den Hals getragen oder an den Hauseingängen gepflanzt. Gleichzeitig wehren die ätherischen Öle Stechinsekten ab, so dass die Pflanze gleich in mehrfacher Hinsicht schützt.

Tulsi: Ein ayurvedisches Heilkraut

Das Indische Basilikum (Ocimum sanctum oder Ocimum tenuiflorum) spielt seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Heilkunst eine wichtige Rolle. Es gilt als Heilpflanze, welche die drei Doshas ausgleicht und als Lebenselixier für ein langes und gesundes Leben sorgen soll.

Es wird bei allen entzündlichen akuten Erkrankungen, wie Erkältungen, trockener Husten, Fieber (auch Malaria), Halsschmerzen, Bronchitis aber auch bei Nierensteinen, Herzproblemen, Durchfall, Magenschmerzen, Magengeschwüren angewendet.

Infektionen im Mundraum, Insektenstiche und schlecht heilende Wunden gehören ebenso zu seinem Behandlungsspektrum wie Probleme mit den Zähnen oder dem Zahnfleisch. Bei Kopfschmerzen kann es lindernd wirken, und es scheint eine deutliche Wirkung bei Nacht-Blindheit zu haben.

Auf das Nervensystem und die Psyche wirkt es beruhigend, stärkend und klärend. Es kann bei Depressionen und Ängsten oder Panikattacken unterstützend wirken. Vor allem bei viel Stress wirkt Tulsi beruhigend. Es schützt und erhält die Leistungsfähigkeit des Gehirns und spielt somit eine Rolle bei Altersdemenz.

Tulsi wird im Rahmen einer fundierten ayurvedischen Therapie angewandt, kann aber – wie die Forschung zeigt – vor allem auch als vorbeugende Maßnahme gegen Alterserscheinungen und Krebs verwendet werden.

Die Wirkung von Tulsi

Die seit Jahrtausenden bekannten heilenden Eigenschaften von Tulsi wurden von zahlreichen Forschern untersucht, um Indischen Basilikum den ihm gebührenden Platz in der modernen Medizin zu geben.

Entzündungshemmende Wirkung von Tulsi

Vaibhav Shinde belegte beispielsweise die entzündungshemmende Wirkung von Tulsi. Ein Basilikum-Extrakt war bei einer Studie in der Lage, die Schmerzen und Gelenkschwellungen bei Arthritis innerhalb von 24 Stunden um 73 Prozent zu verringern. Dies ist mit der Wirkung des Rheumamittels Diclofenac zu vergleichen – allerdings zeigt Tulsi im Vergleich zum genannten Medikament keine Nebenwirkungen (9).

Gerade die Nebenwirkungen herkömmlicher Arthritis-Medikamente sind es jedoch, die für Arthritis-Patienten, die täglich Schmerzmittel einnehmen, ein großes Problem darstellen. Alternativen wären hier also mehr als willkommen.

Eugenol, ein ätherisches Öl des Basilikums, das ihm seinen nelkenartigen Geruch verleiht, scheint in erster Linie für die entzündungshemmende Wirkung zuständig zu sein – vermuten die Forscher.

Deshalb empfiehlt es sich, bei rheumatischen Beschwerden auf Tulsi zurückzugreifen, da diese Basilikumsorte einen weit höheren Gehalt an Eugenol (1) aufweist als die europäischen Varianten. Mit dem europäischen Küchenkraut kann man vermutlich nur eine leichte entzündungshemmende Wirkung erzielen.

In Studien wird sehr selten mit der ganzen Pflanze gearbeitet. Meist kommen Extrakte (Auszüge) zur Anwendung. Wie Sie einen alkoholischen Pflanzenauszug (Tinktur) leicht selbst herstellen können, erfahren Sie auf unserer Seite: Kräuterauszüge selbst gemacht

In der Ayurvedischen Medizin werden sogenannte Juices, Tees oder Dekokte verwendet. Solche Pflanzenzubereitungen können Sie ebenfalls selbst herstellen.

Rezepte dazu finden Sie im Abschnitt "Praktische Anwendung von Tulsi" weiter unten. Tulsi entfaltet seine Wirkung aber natürlich auch dann, wenn es frisch in Säften, Smoothies oder als Gewürz verwendet wird.

Tulsi senkt den Blutzucker

Ein alkoholischer Auszug von Tulsi konnte in einem wissenschaftlichen Versuch den Blutzuckerspiegel senken. Gleichzeitig wurde eine Reduzierung des Cortisolspiegels festgestellt.

Cortisol ist ein Stresshormon, das den Blutzuckerspiegel zusätzlich steigert. In besagter Untersuchung wurde nun die Wirkung von Tulsi im Vergleich zu Tolbutamid, einem Arzneistoff zur Behandlung von Diabetes Typ II, getestet. Im Vergleich zu diesem Medikament zeigte das Basilikum eine Wirksamkeit von 70 %.

Wenn man bedenkt, dass Tolbutamid zwar kurzfristig den Blutzuckerspiegel senkt, gleichzeitig aber sogar die Ermüdung der Bauchspeicheldrüse fördert und folglich rasch dazu führt, dass der Patient Insulin spritzen muss, lohnt es sich eindeutig, auf der Fensterbank oder im Wintergarten lieber einige Tulsi-Pflanzen zu pflegen und daraus regelmäßig Auszüge oder Tee zuzubereiten.

Gerade Menschen mit erhöhten Blutzuckerwerten oder Altersdiabetes in der Familie können vermutlich – natürlich immer im Rahmen einer gesunden Ernährung – ihre Diabeteswahrscheinlichkeit reduzieren, wenn sie zur Beeinflussung des Blutzuckerspiegels nach jedem Essen eine Tasse Tulsi-Tee trinken, was gleichzeitig noch die Verdauung fördert und den Magen schützt.

* Hier finden Sie Tulsi-Kraut für einen Tee

Tulsi schützt vor Magengeschwüren

Doch scheint Tulsi nicht nur das Blut zu schützen, sondern den Magen gleich mit. So konnte ein alkoholischer Auszug der Tulsi-Blätter in der Studie von R. K. Goel eine schützende Wirkung vor stress- und alkoholbedingten Magengeschwüren zeigen. Die Schleimhaut der Magenwand wurde durch die Pflanze offenbar gestärkt (2).

Da in den Tulsi-Blättern alle medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe des Auszugs enthalten sind, sollte auch der Genuss der frischen Blätter eine ähnliche Wirkung zeigen. Die alkoholischen Auszüge oder ein Dekokt (Rezept im vorletzten Abschnitt) zeigen jedoch meist eine stärkere Wirkung als das Gesamtblatt.

Tulsi wirkt antibakteriell und stärkt das Immunsystem

Tulsi als Tee, Juice oder Dekokt wird in seinen Heimatländern traditionell bei Erkältungen, Grippe und fieberhaften Erkrankungen angewendet. Die immunstimulierende, antibakterielle und generell heilende Wirkung verdeutlicht eine Studie (siehe Review), bei der sich Wunden schneller schlossen und weniger Narbengewebe bildeten.

In Indien verwendet man daher zerkaute oder zerstampfte Tulsi-Blätter, um sie auf Mückenstiche oder schlecht heilende Wunden zu legen.

Besonders die antioxidative Wirkung von Tulsi fördert hier die körpereigenen Heilprozesse. So zeigte sich bereits vielfach in Studien, dass sich nach einer Tulsi-Behandlung die Antioxidantien-Spiegel deutlich erhöhen (siehe Review), was auf einen guten Abwehrzustand des Körpers hinweist.

Tulsi und Krebs

Neben den bereits erwähnten positiven Eigenschaften scheint Basilikum offenbar sogar wirksam gegen Krebs zu sein. In Versuchen zeigte das Tulsi sowohl zellschützende als auch konkret krebsbekämpfende Wirkung.

Das Indische Basilikum aktivierte in Tierstudien bereits bei einer Dosierung von 300 mg pro Kilo Körpergewicht verschiedene antioxidative Enzyme und entgiftende Stoffwechselvorgänge im Körper, welche die Krebszellen bekämpfen können.

Die immunstimulierende Wirkung von Tulsi scheint diesen krebshemmenden Prozess noch zu unterstützen, da das Immunsystem in der natürlichen Krebsbehandlung bekanntlich einer der Hauptfaktoren darstellt. Ist das Immunsystem fit, kann es selbst wuchernde Krebszellen bekämpfen.

Die Forscher um Nangia-Makker fanden 2007 in einer Studie heraus, dass ein Auszug aus Tulsi das Wachstum von Brustkrebs stoppen kann (3), indem es gezielt die Neubildung von Zellen verhindert und die Blutversorgung des Tumors hemmt. So wird der Tumor ausgehungert und eine Metastasierung des Krebses verhindert.

Die Wirkung scheint der von chemotherapeutischen Substanzen ähnlich zu sein – nur mit weit weniger Nebenwirkungen.

So folgern die Forscher, dass Tulsi zu einem Mittel in der Prävention und Therapie von Brustkrebs weiterentwickelt werden könnte.

Tulsi könnte zum Beispiel auch in Kombination mit einer Chemotherapie angewendet werden, um die Dosierung dieser Mittel zu reduzieren (7).

Tulsi mildert Nebenwirkungen von Strahlentherapien

Wichtiger ist fast noch, dass Tulsi auch einen guten Schutz vor krebserregenden Substanzen bieten kann und daher ein wichtiger vorbeugender Bestandteil in der Anti-Krebs-Ernährung darstellt.

So scheinen die Inhaltstoffe Orientin und Vivencin, zwei wasserlösliche Flavonoide, die aus den Basilikum-Blättern isoliert wurden, Zellen deutlich vor Strahlung und Chromosomenveränderungen schützen zu können – wie eine Untersuchung mit Mäusen ergab.

Diese Eigenschaft könnte Tulsi zu einem idealen Begleiter einer jeden Strahlentherapie machen, um deren bekannte Nebenwirkungen zu lindern.

Nach Meinung der Wissenschaftler seien jedoch noch weitere intensive Untersuchungen nötig, um den Nutzen der Pflanze in der Krebstherapie genau zu erforschen.

Die krebserregende Wirkung von isoliertem Estragol

In der Einleitung hatten wir bereits erwähnt, dass Basilikum neben seinen gesunden Inhaltsstoffen offensichtlich auch eine umstrittene Substanz enthält. Es handelt sich um Estragol, ein Pflanzenstoff, der sogar krebserregend sein soll - so eine Warnung des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Wie kann das sein, wo doch im vorherigen Absatz noch von einer krebshemmenden Wirkung die Rede war?

Isoliertes und konzentriertes Estragol ist in so hohen Dosen, wie man sie in manchen Tierstudien einsetzte, auch tatsächlich ungesund. Nimmt man den Stoff jedoch in Form einer Pflanze zu sich, in der ja noch viele andere Stoffe enthalten sind sowie nur geringe Estragolmengen, dann lässt sich die Wirkung nicht mit isoliertem Estragol vergleichen.

In der o. g. Brustkrebs-Studie konnte man sehr gut erkennen, dass nicht der Einzelstoff im Basilikum wirkt, sondern die Kombination der Stoffe. Denn die probeweise Anwendung von drei Einzelstoffen des Basilikums zeigte in keinem der drei Versuchsreihen eine krebsbekämpfende Wirkung, nur der Gesamtextrakt, der alle Basilikumstoffe enthält, ging gegen Tumore vor.

Im Laufe der jahrhundertealten Erforschung von Tulsi wurden außer einer leichten Verstopfung in keiner Studie oder Anwendung Nebenwirkungen beobachtet – einfach deshalb, weil hier stets ein Gesamtauszug aus den Blättern (Tinktur) oder den Samen und keine isolierten Wirkstoffe des Basilikums verwendet wurden.

Estragol ist übrigens auch im Estragon, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Zitronengras und Fenchel enthalten.

Tulsi im Garten und Balkon

Der Anbau von Tulsi ist relativ einfach, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Es benötigt viel Licht, viel Wärme und verträgt keine Temperaturen unter 10 Grad.

Auch sollte es immer gleichmässig feucht gehalten werden. Allerdings ist es robuster als herkömmliches Basilikum und kommt auch mit trockenen Perioden zurecht.

Es ist auch nicht so stark von Schnecken bedroht wie andere Basilikumarten und kann daher gut ins Freiland gepflanzt werden - solange der Platz sonnig und geschützt ist.

Im frühen Frühling kann das Basilikum in Töpfe oder Kästen auf der Fensterbank ausgesät werden. Später wird es vereinzelt.

Für die Küche und die arzneiliche Anwendung verwendet man die Blätter vor der Blüte, da sie dann mehr Wirkstoffe enthalten.

Wenn Sie die Blütenansätze regelmäßig entfernen, verzweigt sich die Pflanze schön und produziert mehr Blätter.

Am Ende des Sommers lässt man die Pflanze schließlich blühen, um Samen für das nächste Jahr zu ernten. Den Winter übersteht Tulsi - wenn überhaupt - nur an einem sehr hellen Fenster oder im warmen Wintergarten.

* Hier finden Sie Tulsi-Samen.

Tulsi in der Küche

In Europa ist das Tulsi Basilikum vor allem als Tee bekannt geworden. Er schmeckt scharf, würzig bis pfeffrig und ingwer- oder pimentähnlich. Es wird sowohl frisch als auch getrocknet verwendet.

Es wird daher nicht wie "normales" Basilikum zu Pesto verarbeitet und auch nicht in Salate gegeben. In Salate und andere Speisen passt es nur, wenn man sehr wenig nimmt und den charakteristischen scharfen Geschmack möchte.

* Hier finden Sie Tulsi-Kraut für einen Tee.

Praktische Anwendung von Tulsi als Heilmittel

Nachfolgend einige Anwendungsmöglichkeiten von Tulsi:

Tulsi Juice als Rasayana (Verjüngungskur)

Zur Herstellung des Juices weicht man pro Portion 5-6 getrocknete Tulsi-Blätter 3-4 Stunden in 1 Tasse Wasser ein, dann lässt man den Mix 5-7 Minuten köcheln und trinkt ihn heiß. Man nimmt zweimal täglich eine Tasse davon zu sich, über drei Tage lang.

Tulsi Tee

Bei Erkältung, Magen-Darm Beschwerden und zur Gesundheitspflege (Diabetes Vorbeugung, Senken des Blutdrucks etc.) sowie vor allem auch bei stressbedingten Beschwerden kann ein Tee aus Tulsi hilfreich sein. Pro Tasse einen Teelöffel zerdrückte Tulsi-Blätter mit heißem Wasser übergießen und 3-5 Minuten ziehen lassen.

Tulsi Dekokt

Ein Dekokt aus Tulsi wird im Ayurveda zur Behandlung von grippalen Infekten und Grippe empfohlen. Man nimmt 40 Tulsi-Blätter und kocht sie in ½ Liter Wasser bis die Hälfte verdampft ist. Diesen Dekokt nimmt man dreimal täglich warm und mit einer Messerspitze Salz ein.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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