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Wasserkefir - Das probiotische Lebenselixier

Der Wasserkefir ist ein meist selbst gemachtes fermentiertes und probiotisches Getränk. Als Wasserkefir bezeichnet man aber auch die Kulturen, die man benötigt, um das Getränk überhaupt erst herstellen zu können. Diese sehen aus wie eine Ansammlung kleiner Geleekügelchen. Die Kügelchen bestehen aus Hefepilzen und Milchsäurebakterien.

Stand: 11 Mai 2026
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Wasserkefir – Selbst gemachtes probiotisches Getränk

Wasserkefir ist ein probiotisches Fermentgetränk. Es kann leicht selbst hergestellt werden. Man legt die erforderlichen Geleekügelchen in Zuckerwasser, Saft oder Kokoswasser - und die probiotischen Hefepilze und Bakterien in den Kügelchen setzen einen Gärungs- und Fermentationsprozess in Gang.

Sie verstoffwechseln den Zucker und es entstehen Kohlensäure, Vitalstoffe und ein wenig Alkohol. Gleichzeitig vermehren sich die probiotischen Mikroorganismen und gehen in das Wasser über.

Das erfrischende Getränk ist schon nach ein bis zwei Tagen trinkfertig. Andere Fermentgetränke, wie z. B. der Kombucha (der zudem noch koffeinhaltig ist) benötigen oft erheblich länger, bis sie verwendet werden können.

Der Begriff Wasserkefir soll vom türkischen Wort "Keif" stammen, das so viel wie Wohlbefinden bedeutet – ein eindeutiger Hinweis auf die gesundheitlichen Auswirkungen, die dem Kefir nachgesagt werden.

Der Wasserkefir und seine Herkunft

Während viele Menschen den Milchkefir bereits kennen, ist der Wasserkefir noch für viele eher unbekannt. Ähnlich unbekannt ist seine genaue Herkunft - wobei man vermutet, dass er schon seit Jahrtausenden getrunken wird.

Mexiko wird als mögliches Ursprungsland gehandelt. Denn das Getränk soll Berichten zufolge erstmals im Jahr 1899 erwähnt worden sein. Man hatte die Kristalle auf mexikanischen Ohren-Kakteen (Opuntia) entdeckt, die sich offenbar von den zuckerhaltigen Ausscheidungen der Kakteen ernährten.

Doch gibt es auch Geschichten, die auf Tibet, den Kaukasus oder auch die südliche Ukraine als Ursprungsland hindeuten. Woher auch immer nun der Wasserkefir ursprünglich stammt, genutzt wird er in all diesen Ländern schon nachweislich viele Jahre lang.

Die benötigten Kügelchen bzw. probiotischen Kulturen werden im englischsprachigen Raum als “grains” bezeichnet, doch haben sie mit Getreidekörnern nichts gemeinsam. Die kleinen durchsichtigen Geleekügelchen erinnern eher an winzige Kristalle, weshalb man sie auch häufig so nennt ("Japankristalle"). Auch andere Bezeichnungen, wie Japanische Meeresalge oder Tibi sind im Umlauf.

Wer bislang gerne kohlensäurehaltige Softdrinks trank, kann sich diese mit Hilfe des Wasserkefirs schnell abgewöhnen. Er schmeckt ähnlich prickelnd, hält aber – im Gegensatz zu den Softdrinks – eine Menge gesundheitlicher Vorteile bereit.

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Die Wirkungen

Beim Wasserkefir handelt es sich um ein probiotisches Produkt (2). Dennoch können Studienergebnisse, die zu einzelnen probiotischen Stämmen durchgeführt wurden und positive Wirkungen auf die Gesundheit zeigen, nicht auf den Kefir übertragen werden.

Denn die untersuchten probiotischen Stämme müssen nicht zwangsläufig auch im Kefir enthalten sein - und wenn doch, so sind sie nicht in jedem Fall in relevanten Mengen enthalten.

Da der Wasserkefir von etlichen Völkern seit vielen Jahren getrunken wird, liegen jedoch Berichte aus der Erfahrungsheilkunde vor. Diese stellen wir nachfolgend vor:

Für die Darmflora

Der Wasserkefir beeinflusst die Darmflora positiv (1) und lindert entzündliche Darmzustände. Er kann zum Aufbau der Darmflora eingesetzt werden (z. B. nach einer Antibiotikatherapie) und die Gewichtsabnahme unterstützen.

Für Verdauung und Haut

Er reguliert die Verdauung und optimiert somit die Nährstoffverwertung. Auch auf Hautkrankheiten wirkt er sich oft sehr positiv aus.

Bei Allergien

Nicht selten legen sich auch Allergien, wenn man den Kefir täglich trinkt.

Sogar äußerlich kann man ihn anwenden und mit ihm beispielsweise das Gesicht waschen. Die Haut wird zart, weich und blüht regelrecht auf.

Bei Candida-Infektion

Auch bei einer Belastung mit dem pathogenen Hefepilz Candida albicans gibt es positive Erfahrungsberichte – und das obwohl im Kefir ja ebenfalls Hefepilze enthalten sind, man also glauben könnte, dass dieser bei einer Candidabelastung nicht hilfreich ist.

Doch sollen die Mikroorganismen des Kefirs die Candidapilze verdrängen und so zu einer Reduzierung der Candidabelastung führen.

Bei Arthritis, Reizdarm, Migräne und vielem mehr

Des Weiteren gibt es positive Berichte bei Arthritis und beim Reizdarmsyndrom. Auch Migräne, das Chronische Müdigkeitssyndrom CFS, Depressionen, ADHS, Akne, Rosacea und viele weitere Beschwerden mehr sollen sich verflüchtigen oder besser werden, wenn regelmäßig Wasserkefir getrunken wird.

Diabetiker sollten mit dem Getränk vorsichtig sein, da es – je nach Zutaten und Fermentationsdauer – noch einen Restzuckergehalt aufweisen kann.

Der Wasserkefir und seine unterschiedlichen Aromen

Der Wasserkefir kann auf ganz unterschiedliche Weise zubereitet und aromatisiert werden. Wer gerne experimentiert, kann wunderbare Aromen mit den unterschiedlichsten Zutaten erzielen, so dass die Kefirherstellung für viele ein spannendes Hobby ist.

Man kann den Kefir beispielsweise auch noch ein zweites Mal fermentieren lassen, indem man einfach nach Abschluss des ersten Fermentationsprozesses weitere Zutaten hinzugibt, z. B. ergeben getrocknete Äpfel eine erfrischend prickelnde Apfellimonade. Mit Ingwer erhalten Sie eine Ingwer-Limo und mit Zitronensaft eine Zitronenlimonade.

Die Inhaltsstoffe

Der Wasserkefir, also das fertige Getränk besteht in der Hauptsache aus Wasser, probiotischen Bakterien und Hefepilzen, Kohlensäure, Alkohol, Vitamine und einem geringen Restzuckergehalt.

Der Zuckergehalt ist am niedrigsten, wenn man den Kefir 48 Stunden lang fermentieren lässt, er ist höher, wenn man ihn nur 24 Stunden fermentieren lässt, weil dann die Bakterien und Hefepilze noch nicht ausreichend Zeit hatten, um den Zucker zu verstoffwechseln.

Welche probiotischen Kulturen sind enthalten

Viele Menschen nutzen den Wasserkefir als natürliches und preiswertes Probiotikum. Es können darin 10, aber auch 15 oder sogar bis zu 60 verschiedene Stämme enthalten sein und davon relativ hohe Mengen (0,5 bis 1 Million CFUs (koloniebildende Einheiten) pro ml).

Milchsäurebakterien und Essigsäurebakterien

70-80 Prozent der enthaltenen Mikroorganismen sind Milchsäurebakterien (Lactobacillus = L.). Es kommen aber auch Essigsäurebakterien vor (Acetobacter = A.) und Hefen.

Im Wasserkefir können unter anderem die folgenden Bakterienstämme nachgewiesen werden (1):

  1. Lactobacillus brevis, L. casei, L. hilgardii, L. hordei, L. nagelii
  2. Leuconostoc citreum und Leuconostoc mesenteroides.
  3. A. fabarum und A. orientalis
  4. S. lactis (S. steht für Streptococcus = Streptokokken)

Leuconostoc sind ovalförmige Milchsäurebakterien von heller Farbe; leukos ist griechisch und bedeutet "hell".

L. citreum beispielsweise ist zwar ein recht unbekanntes Bakterium, doch zeigte sich, dass es z. B. im Darm das Milieu so beeinflussen kann, dass sich L. plantarum leichter ansiedeln kann - und L. plantarum ist ein gesundheitlich sehr wertvoller Stamm (4).

Hefe im Wasserkefir

Auch Hefen können enthalten sein:

Hanseniaospora valbyensis, Lachancea fermentati, Saccharomyces cerevisiae und Zygotorulaspora florentina

In welchen Mengen die einzelnen Bakterien und Hefen entstehen, lässt sich nicht pauschal angeben, da dies vom Zustand der Kefirkörnchen abhängt, von der Reifezeit, den Umgebungsbedingungen und den Zutaten, die man dazu gibt.

Hefen und Bakterien - im Kefir eine Symbiose

Die Hefepilze und Bakterien arbeiten bei der Herstellung des Wasserkefirs Hand in Hand. Sie leben und arbeiten in Symbiose. Die Hefepilze sind hier für die Herstellung von Vitaminen zuständig und machen die Mineralstoffe des Wassers für die Bakterien verwertbar.

Die Bakterien nutzen diese Vitalstoffe nun für ihren eigenen Stoffwechsel und stellen Milchsäure her. Die Hefepilze wiederum lieben und nutzen die Milchsäure für ihren Stoffwechsel.

Der Wasserkefir erhält durch die Bildung der Milchsäure einen sauren pH-Wert. Diese Säure sorgt dafür, dass sich weder Fäulnisbakterien noch Krankheitserreger ausbreiten können und der Kefir somit ein rein nützliches Mikroorganismenspektrum enthält.

Die Vitamine

Neben probiotischen Bakterien entstehen außerdem während der Fermentation verschiedene Vitamine, insbesondere die Vitamine des B-Komplexes inkl. der Folsäure, auch Vitamin A, C und D sollen enthalten sein.

Meist wird auch Vitamin B12 angegeben, doch ist fraglich, ob es auch in der bioverfügbaren Variante enthalten ist, so dass wir den Wasserkefir nicht als zuverlässige Vitamin B12-Quelle bezeichnen würden.

Leider ließen sich keine konkreten Mengenangaben zu den enthaltenen Vitaminen finden. Inwieweit das Getränk daher zur Deckung des Bedarfs mancher Vitamine eingesetzt werden könnte, ist somit unbekannt.

Der Alkoholgehalt

Der Wasserkefir enthält auch eine gewisse Alkoholmenge, nämlich zwischen 0,2 und 2 Prozent.

Die Alkoholmenge hängt von folgenden Faktoren ab:

Von der Fermentationsdauer (je länger, umso mehr Alkohol), von der Umgebungstemperatur (je niedriger die Temperatur, umso höher der Alkoholgehalt) und von den Zutaten (je mehr Zucker, umso mehr Alkohol entsteht).

Setzt man den Kefir beispielsweise mit einem Saftanteil an, dann erhöht sich der Alkoholgehalt abhängig vom Zuckergehalt des Saftes. Wer Kefir mit 100 Prozent Saft macht, muss nach einer 48stündigen Fermentation mit höherem Alkoholgehalt rechnen als bei der 48stündigen Fermentation eines saftfreien Zuckerwassers.

Wie man den Alkoholgehalt im Wasserkefir senken kann, haben wir weiter unten erklärt.

Die Herstellung

Es gibt sehr viele Anleitungen zur Herstellung des Wasserkefirs, die sich alle ein wenig voneinander unterscheiden. Man kann also immer auch ein bisschen variieren und testen, welche Methode am besten gelingt und welche Methode das für einen selbst beste und geschmackvollste Ergebnis erzielt.

Hier eine Möglichkeit der Wasserkefir-Herstellung:

1. Zucker

Geben Sie in ein sehr sauberes Glasgefäß mit 1 Liter Fassungsvermögen eine ¼ Tasse Zucker. Plastik- oder Metallgefäße sollten Sie nicht verwenden. Es kann normaler Zucker sein, Rohrohrzucker, Vollrohrzucker oder auch Kokosblütenzucker.

Sie können die gerade bei Ihnen vorhandenen Zuckerarten auch mischen. Honig sollten Sie jedoch nicht verwenden, da er antibiotische Stoffe enthält, die den Kefirkulturen zusetzen würden. Manche verwenden auch Ahornsirup oder Melasse.

Da die Kefirkulturen auch Mineralien benötigen, ist weißer Zucker nicht so ideal. Vollwertige Zuckerarten enthalten hingegen noch einen gewissen Mineralstoffgehalt, den der Kefir nutzen kann.

Wenn Sie weißen Zucker verwenden, können Sie zur Aufstockung mit Mineralstoffen noch einen Löffel Melasse hinzugeben, die besonders mineralstoffreich ist. Auch ein mineralstoffreiches Wasser kann den Mineralstoffbedarf (Calcium, Magnesium, Kalium etc.) der Kefirkulturen decken.

Verwenden Sie in keinem Fall Süßstoffe (auch nicht Stevia) oder Zuckeraustauschstoffe (z. B. Xylit oder Erythrit), da der Kefir diese nicht verstoffwechseln kann und verhungern würde. Auch Dicksäfte, Yaconsirup oder Agavensirup sollten besser nicht verwendet werden.

2. Wasser und/oder Saft

Gießen Sie ½ Tasse sehr heißes Wasser zum Zucker und rühren Sie, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Wenn Ihr Leitungswasser gechlort ist, verwenden Sie chlorfreies Quellwasser oder auch gefiltertes Leitungswasser. Allerdings sollten Sie einen Filter haben, der den Mineraliengehalt des Wassers nicht gen Null reduziert, da der Wasserkefir wie beschrieben auch die Mineralien benötigt, um leben und arbeiten zu können.

Wenn Sie einen Wasserfilter haben, dann können Sie das Wasser sehr gut verwenden, da dieser Filter ein leicht basisches und natürlich mineralisiertes Wasser herstellt, das zudem wie Quellwasser schmeckt. Hätten Sie nur ein Umkehrosmosegerät, dann müssten Sie das Wasser anschließend wieder mineralisieren, z. B. mit etwas Melasse und Sango Meeres Korallenpulver.

Der Wasserkefir kann mit Wasser, Saft oder Kokoswasser angesetzt werden. Wenn Sie Saft verwenden, sollten Sie jedoch den darin verwendeten Kefir nicht beim nächsten Mal für Zuckerwasser verwenden. Der Wasserkefir könnte seltsam schmecken. Verwenden Sie daher immer dieselben Kefirkörnchen für Saft und andere Kefirkörnchen für Wasser.

Wenn Sie Saft verwenden, müssen Sie nicht zwangsläufig noch zusätzlich Zucker dazu geben. Der Saft enthält meist genügend fruchteigenen Zucker.

Sie können auch Saft und Wasser je zur Hälfte verwenden.

Wählen Sie in jedem Fall ungezuckerten Bio-Direktsaft. Es kann ein Fruchtsaft oder auch ein zuckerreicher Gemüsesaft sein (z. B. Karotten- oder Rote-Bete-Saft). Mit "zuckerreich" ist hier immer der fruchteigene Zucker der Früchte oder Gemüse gemeint.

Auch Kokoswasser kann verwendet werden. Hier sollten Sie die Kefirkörnchen nach einigen Durchgängen im Kokoswasser immer mal wieder auch in Zuckerwasser geben, damit sie sich dort wieder erholen können, da Kokoswasser nicht ganz so viel Zucker enthält, wie der Kefir benötigen würde. Natürlich können Sie das Kokoswassser auch vor der Fermentation zuckern.

3. Wasserkefirkultur

Füllen Sie jetzt das Gefäss bis zum Rand mit kaltem Wasser, so dass die Wassermischung letztendlich Raumtemperatur erreicht.

Geben Sie jetzt die Wasserkefirkultur hinzu, die im englischen Sprachraum als "grains" bezeichnet wird, also als kleine "Körnchen", obwohl sie natürlich nichts mit Korn oder Getreide zu haben. Drei Esslöffel der Kefirkörnchen genügen für diese Rezeptur. Man kann grundsätzlich von 3 bis 4 EL Kefirkörnchen pro 1 bis 2 Liter Wasser ausgehen. Wenn Sie mehr Kefirkörnchen verwenden, dann verläuft die Fermentation sehr schnell, was zu Lasten des Geschmacks geht.

4. Trockenfrüchte

Viele Wasserkefir-Fans geben Trockenfrüchte mit in den Ansatz (½ bis 1 EL), z. B. Sultaninen, getrocknete Feigen oder auch getrocknete Cranberries. Gerade letztere sorgen für einen sehr feinen Geschmack. Gleichzeitig haben sie einen schützenden Effekt auf die Harnwege.

Die Trockenfrüchte aromatisieren einerseits, liefern aber auch noch weiteren Zucker sowie Mineralien für die Kefirkultur.

(Nach der ersten Fermentation können Sie die Trockenfrüchte für ein oder zwei weitere erste Fermentationsrunden bei der Kefirkultur belassen oder sie vollständig entfernen.)

Manche geben überdies noch ¼ oder ½ unbehandelte Zitrone hinzu. Auch sie gibt Aroma, und ihre Schale soll mit Mineralien versorgen. Sie soll ferner den pH-Wert senken, damit sich keine schädlichen Mikroorganismen ansiedeln können. Doch sorgt der Kefir selbst für einen ausreichend niedrigen pH-Wert.

Erforderlich sind also weder Trockenfrüchte noch die Zitrone. Auch Natron oder Eierschalen – wie manchmal behauptet wird – sind als Zusätze nicht nötig.

5. Fermentieren lassen – 1. Fermentationsgang

Decken Sie das Glas mit einem Tuch oder Kaffeefilter ab und lassen Sie das Ganze 24 bis 48 Stunden fermentieren. Wenn Sie jedoch eine 2. Fermentation im Sinn haben, dann kürzen Sie die erste Fermentation auf 12 bis 24 Stunden ab.

Gießen Sie dann die Flüssigkeit ab, z. B. in eine Flasche und setzen Sie mit den Kefirkörnchen den nächsten Wasserkefir an. Die Kefirkörnchen müssen dazu nicht zuvor gesäubert oder mit Wasser abgespült werden. Im Gegenteil, ein regelmäßiges Abspülen der Körnchen kann ihnen langfristig schaden.

5. Trinken oder noch einmal fermentieren lassen – 2. Fermentationsgang

Die beschriebene Vorgehensweise ist die erste Fermentation. Man kann den Wasserkefir nun trinken, im Kühlschrank aufbewahren (2 bis 3 Wochen hält er dort) – oder aber man kann noch eine zweite Fermentation anschließen lassen, wenn man möchte, um den Wasserkefir zu aromatisieren.

Hier beginnt dann auch jene Phase der Wasserkefirherstellung, in der Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Die zweite Fermentation dient natürlich auch nicht nur der Aromatisierung. Die probiotische Wirkung wird jetzt verstärkt, der Zuckergehalt sinkt weiter und je nach den verwendeten Zutaten erhöht sich der Nährwert. Auch steigt der Kohlensäuregehalt und damit der Sprudeleffekt.

Die zweite Fermentation wird ohne Kefirkörnchen durchgeführt. Die im ersten Fermentationsgang entstandenen probiotischen Bakterien können nun problemlos den zweiten Fermentationsprozess am Leben halten.

Die Dauer des zweiten Fermentationsganges hängt nicht zuletzt von der Dauer des ersten ab. Der erste und der zweite Fermentationsgang sollten zusammen nicht länger als 48 Stunden dauern.

Wenn also Ihr erster Fermentationsgang 12 Stunden dauerte, könnte der zweite 36 Stunden dauern. Sie können aber der Einfachheit halber jeden Gang jeweils 24 Stunden, also einen Tag dauern lassen.

Apfel-Limo

Gießen Sie 1 Liter Kefirwasser in ein verschließbares Glasgefäß.

Geben Sie nun beispielsweise 4 bis 6 Spalten getrocknete Äpfel hinzu, um anschließend eine köstliche Apfellimonade zu erhalten.

Verschließen Sie das Gefäß gut und lassen Sie es bei Zimmertemperatur für weitere 24 Stunden stehen. Anschließend ist der aromatisierte Wasserkefir trinkfertig. Entfernen Sie die Äpfel. Wenn Sie das Getränk nicht auf einmal trinken, stellen Sie es jetzt in den Kühlschrank, um die Fermentation zu stoppen bzw. massiv zu verlangsamen.

Granatapfel-Limo

Geben Sie in ein Glasgefäß die Hälfte des Kefirwassers aus der ersten Fermentation. Dazu geben Sie nun dieselbe Menge Ihre Lieblingssaftes, z. B. einen Granatapfelsaft. Natürlich sollte es sich um einen biologisch erzeugten und ungezuckerten Saft ohne konservierende oder sonstige Zusätze handeln. Konservierungsstoffe sind dazu da, Bakterien zu töten. Also würden sie auch die probiotischen Bakterien in Ihrem Kefirwasser töten.

Lassen Sie diese Mischung nun in einer zweiten Fermentation 12 bis 24 Stunden stehen.

Der einzige Grund, warum Sie diese Rezeptur nicht allzuoft trinken sollten, ist, dass hierbei mehr Alkohol entsteht, ganz besonders, wenn Sie die Mischung länger als einen Tag fermentieren lassen. Für Kinder ist dieses Kefirwasser also nichts.

Ingwer-Limo

Sie können in der zweiten Fermentation auch einfach zwei daumennagelgroße Stücke Ingwer hinzugeben. Hier haben wir für Sie ein Rezept, den Ingwer Shot.

Zitronen-Limo

Oder Sie geben für den zweiten Fermentationsgang 2 EL frisch gepressten Zitronensaft in das Kefirwasser. Eine feine Zitronen-Limonade ist das Ergebnis.

Vanille-Limo

Ein ganz wunderbares Geschmackserlebnis erreicht man, indem man einem Glas fertig fermentierten Wasserkefir einfach nur ¼ TL echte Vanille hinzugibt und umrührt.

Die Fermentationsdauer

Die erforderliche Fermentationsdauer hängt von vielerlei ab:

Von der Temperatur und somit auch von der Jahreszeit. Von der gewünschten Restzuckermenge und der gewünschten Alkoholmenge. Von der Menge der Kefirkörnchen pro Liter Zuckerwasser:

Wenn Sie z. B. eine Tasse Kefirkörnchen in eine Tasse Zuckerwasser geben (was definitiv nicht empfehlenswert ist), wird die Fermentation schnell beendet sein.

Bei einem Teelöffel Kefirkörnchen pro Liter Zuckerwasser (was auch nicht empfehlenswert ist) kommt es zu einer sehr langsamen Fermentation.

Wenn Sie den Kefir in den Kühlschrank stellen, benötigen die Körnchen dort 5 bis 7 Tage, um das Zuckerwasser so weit zu fermentieren, wie sie das bei Zimmertemperatur innerhalb von 24 bis 48 Stunden tun würden oder an einem heißen Tag innerhalb von 12 Stunden.

Normalerweise wird 24 bis 48 Stunden mit 3 bis 4 Esslöffeln Körnchen pro Liter Zuckerwasser fermentiert. Dann kommt es zum optimalen Geschmack, der optimalen Konsistenz, und den Kefirkörnchen scheint es dabei am besten zu gehen.

Wie kann man den Alkoholgehalt senken?

Wer Wasserkefir trinkt, ist meist besonders gesundheitsbewusst, und wer gesundheitsbewusst ist, will Alkohol möglichst meiden. Beim Wasserkefir ist das jedoch nicht so einfach. Ein Abkochen beispielsweise würde den Alkoholgehalt zwar reduzieren, aber man müsste den Kefir mindestens eine halbe Stunde kochen, was natürlich nicht in Frage kommt. Denn dies würde ja auch die gerade so wichtigen probiotischen Kulturen vernichten.

Man könnte jedoch den Deckel des Gefäßes nur auflegen und nicht dicht verschließen, wie häufig empfohlen wird. Dies erhöht den Sauerstoffgehalt in der unmittelbaren Umgebung des Kefirs, was nun wiederum die Bildung der Essigsäure aus dem entstandenen Alkohol fördert, was den Kefir alkoholärmer, aber auch saurer werden lässt.

Der Alkohol bildet sich durch die Hefen in einem bevorzugt anaeroben, also sauerstofffreien Umfeld. Nicht nur Essigsäure, sondern auch Milchsäure bildet sich hingegen in einem etwas sauerstoffreicherem Milieu.

Wenn Sie nun ein großes Gefäß wählen, so dass es nur etwa zu drei Vierteln gefüllt ist, dann bleibt der restliche Raum mit Luft und so auch mit Sauerstoff gefüllt. Es wird jetzt verstärkt Milchsäure gebildet und etwas weniger Alkohol.

Wie viel sollte man trinken?

Es werden täglich mind. 0,5 l empfohlen, um die volle Wirkung zu erzielen. 1,0 l wäre besser, heißt es, besonders wenn man eine therapeutische Dosis erreichen möchte.

Mit Sicherheit kann aber auch bereits ein Glas pro Tag hilfreich sein und mit einer guten Zahl probiotischer Bakterien versorgen. Probieren Sie es aus, welche Menge für Sie optimal ist.

Denn wenn der Kefir selbst in kleinen Mengen zu Verdauungsproblemen führt (zu dünner Stuhl, Blähungen), sollten Sie sich nicht zu höheren Dosen zwingen, nur weil dies irgendwo so steht.

Was macht man mit überzähligen Kefirkulturen?

Die Kefirkörnchen vermehren sich von Mal zu Mal, so dass man dann immer wieder Körnchen übrig hat, die man gerne an andere Menschen weitergibt. Findet man niemanden, dem man die überzähligen Körnchen geben könnte, kann man sie für einige Tage in den Kühlschrank legen oder sie trocknen und einige Monate lagern (wie im nächsten Absatz beschrieben).

Man kann sie aber auch direkt essen und sich auf diese Weise mit einer Extraportion Probiotika versorgen. Dazu mixt man die Körnchen einfach in einen Smoothie oder Shake. Testen Sie jedoch erst einmal vorsichtig die Verträglichkeit, bevor sie sich zu viel der Körnchen einverleiben.

Wie wird Wasserkefir aufbewahrt?

Wenn Sie plötzlich keine Lust mehr haben sollten, Wasserkefir anzusetzen oder Sie in den Urlaub fahren möchten, können Sie die Körnchen zwei Wochen im Kühlschrank lagern – und zwar in einem Zuckerwasser mit der doppelten Zuckerkonzentration. Dieses Wasser schütten Sie nach den zwei Wochen weg und setzen den Kefir in neuem Zuckerwasser an, wenn Sie ihn dann wieder trinken möchten.

Wenn Sie den Kefir länger zwischenlagern möchten, dann können Sie ihn trocknen und anschließend bis zu sechs Monate lang im Kühlschrank aufbewahren.

Wie kann man Wasserkefir trocknen?

Das Trocknen geht folgendermaßen:

Spülen Sie die Körnchen gründlich mit klarem gefiltertem Wasser ab (nicht mit gechlortem Leitungswasser). Breiten Sie sie jetzt an einem geschützten Platz auf ungebleichtem Papier aus.

Trocknen Sie sie bei Zimmertemperatur für 3 bis 5 Tage – abhängig von der Luftfeuchtigkeit und Höhe der Zimmertemperatur. Sie können auch ein Dörrgerät verwenden, aber nur, wenn Sie dieses auf eine Temperatur von 30 Grad einstellen können, was bei vielen Geräten nicht möglich ist, da sie erst ab 40 Grad starten.

Sobald die Kefirkörnchen vollkommen trocken sind, können Sie sie bis zu 6 Monate lang in einem Ziplock-Beutel im Kühlschrank lagern.

Wie "wiederbelebt" man getrocknete Kefirkörnchen?

Die Körnchen können leicht wieder rehydriert werden – und zwar folgendermaßen:

Erhitzen Sie eine ½ Tasse Wasser und gießen Sie das Wasser in ein Glasgefäß. Lösen Sie darin so viel Zucker auf, wie Sie auch Kefirkörnchen haben.

Beispiel: Für 4 EL Kefirkörnchen nehmen Sie 4 EL Zucker. Geben Sie 2 Tassen Wasser mit Zimmertemperatur hinzu (1 Tasse = 240 ml).

Prüfen Sie die Temperatur des Wassers. Sie sollte bei 20 bis 30 Grad liegen. Passen Sie sie ggf. an, falls das Wasser noch zu heiß oder zu kalt sein sollte. Lassen Sie die Körnchen 24 Stunden im Zuckerwasser.

Gießen Sie dann das Wasser ab und wiederholen Sie den beschriebenen Vorgang noch zwei weitere Male, so dass die Kefirkörnchen insgesamt drei Tage Zeit haben, um wieder voll aktiv zu werden.

Wasserkefir bei Intoleranzen

Wasserkefir ist glutenfrei und damit für alle Menschen geeignet, die glutensensitiv sind, also an einer Glutenintoleranz leiden.

Da keine Milch verwendet wird, kann das Getränk auch von allen getrunken werden, die eine Laktoseintoleranz haben oder anderweitig empfindlich auf Milchprodukte reagieren.

Bei einer Histaminintoleranz (HIT) aber ist der normal hergestellte Wasserkefir zunächst eher nicht zu empfehlen. Denn es handelt sich um ein fermentiertes Produkt mit hohem Histamingehalt, das die Histaminintoleranz verstärken kann.

Auch bei einer Fructoseintoleranz (FIT) sollte man den Kefir nur einmal in kleinen Mengen probieren, denn bei der Verarbeitung des Zuckers entstehen u. a. die Einfachzucker Fructose und Glucose, die dann den Restzuckergehalt ausmachen. Es kommt hier sehr auf die persönliche Fructosetoleranzgrenze an, ob man den Wasserkefir verträgt oder nicht.

Da jedoch sowohl die Histaminintoleranz als auch die Fructoseintoleranz insbesondere ein Darmproblem darstellen und das Fermentgetränk bei der Regeneration des Darmes helfen kann, ist es hier nicht von vornherein auszuschließen. Manche Betroffenen berichten, dass der Kefir ihre Intoleranzen deutlich besserte.

Doch wird er in diesem Fall nicht wie üblich hergestellt, sondern man beginnt mit winzigsten Kefirkörnchenmengen, z. B. mit 4 bis 5 Kefirkörnchen auf einen Liter und mit entsprechend wenig Zucker. Dann testet man erst ein Schnapsglas pro Tag und tastet sich auf diese Weise immer weiter voran.

Wasserkefir oder Milchkefir?

Wasserkefir enthält nicht ganz so viele probiotische Bakterien wie Milchkefir. Andererseits ist ersterer immer noch deutlich reicher an probiotischen Bakterien als Yoghurt oder Buttermilch. Und nicht zuletzt ist Milchkefir für Personen, die Milchprodukte nicht vertragen oder diese aus ethischen Gründen nicht essen möchten, keine Option.

Milchkefir enthält ca. 30 bis 50 verschiedene Bakterien- und Hefestämme, während Wasserkefir oft "nur" 10 bis 15 Bakterien- und Hefestämme enthält (manchmal aber auch bis zu 60).

Im Wasserkefir ist kein Streptococcus thermophilus enthalten (im Milchkefir schon), der bei Autoimmunerkrankungen die Symptome verstärken können soll.

Mit Wasserkefirkulturen können Sie aus Milch keinen Milchkefir herstellen. Mit Milchkefirkulturen soll es jedoch möglich sein, Wasserkefir herzustellen, was wir jedoch nicht empfehlen würden.

Jede Kultur sollte in dem von ihr bevorzugten Milieu tätig werden können und wird auch nur dort ihre Bestleistungen vollbringen.

Wasserkefir – frisch oder als Pulver kaufen?

Die Kefirkörnchen kann man inzwischen online bestellen. Es gibt sie frisch oder aber getrocknet in Pulverform. (Früher hat man den Wasserkefir einfach weitergegeben. Man musste also eine Person finden, die den Kefir bei sich zu Hause regelmäßig ansetzte.)

Die frischen Kefirkörnchen liefern eine größere Anzahl an Probiotika als die pulverisierten Starterkulturen.

Pflegt man Körnchen gut, kann man sie endlos für die Kefirherstellung verwenden. Man muss lediglich darauf achten, dass sie nicht mit Spülmittel oder sonstigen antibakteriellen Mitteln in Kontakt geraten.

Gechlortes Wasser ist ebenfalls zu vermeiden. Auch muss man sie natürlich regelmäßig ansetzen, damit sie nicht verhungern. Spätestens nach 48 Stunden sollten sie wieder in Zuckerwasser gesetzt werden.

Die pulverisierten Starterkulturen sind nur während einiger Fermentationsdurchgänge aktiv, verlieren dann aber ihre Aktivität, und man muss eine neue Starterkultur kaufen.

Vor- und Nachteile des Wasserkefirs

Das Fermentgetränk hat Vorteile, aber auch Nachteile.

Die Vorteile

Es ist ein preiswertes und wohlschmeckendes Probiotikum. Die Herstellung macht Spaß und man kann viel experimentieren, um tolle neue Geschmacksrichtigungen zu erzielen.

Auch wird von positiven Effekten auf die Gesundheit berichtet.

Die Nachteile

Allerdings hat der Wasserkefir unserer Ansicht nach auch Nachteile. Er wird aus Zuckerwasser hergestellt und enthält somit fast immer einen gewissen Restzuckergehalt – je nachdem, wie lange man den Kefir fermentieren lässt.

Je länger die Fermentationsdauer ist, umso weniger Zucker wird enthalten sein. Gleichzeitig steigt mit der Länge der Fermentationsdauer aber wieder der Alkoholgehalt.

Zwar ist auch dieser letztendlich recht gering, doch trinkt man den Kefir ja meist täglich und nutzt ihn meist auch noch als Durstlöscher, trinkt davon also größere Mengen (0,5 bis 1 Liter pro Tag), so dass sich der Alkohol durchaus auch negativ auswirken kann – abhängig von der persönlichen Empfindlichkeit, dem Zustand der Leber etc.

Möglicherweise können die probiotischen Kulturen und ihre gesundheitlichen Vorteile aber auch die etwaigen Nachteile der geringen Restzucker- und Alkoholmengen reduzieren oder gar ganz kompensieren.

Wenn keine Nebenwirkungen beim Genuss des Wasserkefirs auftreten und Sie Freude an der Herstellung haben, ist das Getränk sicher einen Versuch wert.

Gibt es Nebenwirkungen?

Kefir ist im Allgemeinen gut verträglich.

Bei empfindlichen Menschen kann er jedoch auch zu Durchfall und Blähungen oder anderen Verdauungsbeschwerden führen. Manchmal treten die Reaktionen nur bei den ersten Malen auf, dann nicht mehr.

Fazit: Wasserkefir – ein Fermentgetränk mit gesundheitlichem Potenzial

In einer Übersichtsarbeit vom März 2025 heißt es (4): "...trotz potenziell probiotischer Mikroorganismen wird Wasserkefir nicht als Probiotikum eingestuft. Aufgrund seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften erfüllt er jedoch die Definition eines potenziell funktionellen Lebensmittels.

Studien belegen das gesundheitliche Potenzial des Getränks hinsichtlich entzündungshemmender, antimikrobieller, antioxidativer, antidiabetischer und darmgesundheitsfördernder Wirkungen."

Update 7.5.2025

Wir haben Studie 4 hinzugefügt.

Update 11.5.2026

Wir haben Studie 5 hinzugefügt.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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