Flohsamenschalen


Das Pulver der Flohsamenschalen besitzt eine äußerst hohe Quellfähigkeit und wird erfolgreich bei Darmproblemen wie Durchfall oder Verstopfung angewendet.

Flohsamen - Flohsamenschalen

Veröffentlichung am 23.06.2009 um 15:31 Uhr / Aktualisierung am 05.07.2011 um 13:49 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) Indischer Flohsamen wächst in den Ländern an der afrikanischen Mittelmeerküste sowie in Arabien und weiteren asiatischen Ländern wie Afghanistan, Indien und Pakistan. Der wissenschaftliche Name dieser Pflanze lautet Plantago ovata. Das Flohsamenkraut wächst hingegen in Südeuropa sowie auf den Kanarischen Inseln und in Asien. Ein besonders häufiges Vorkommen dieser Pflanze findet sich in Südfrankreich. Der wissenschaftliche Name lautet Plantago afra.

Flohsamenschalen

Zwei unterschiedliche Arten

Die Samen beider Pflanzen unterscheiden sich in der Form kaum, sie sind zwischen zwei und drei Millimetern lang und haben eine elliptische Form sowie eine Furche. Zudem besitzen beide Pflanzen lange und schmale Stängel. Diese sind beim Flohsamenkraut verzweigt und besitzen weiße Blüten auf kugelförmigen Ähren, während der Indische Flohsamen Stängel besitzt, welche nicht verzweigt sind.

Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Pflanzen besteht in der Farbe der Samen. Diese sind beim Flohsamenkraut blassrosa bis gelbbraun und beim Indischen Flohsamen rötlich bis dunkelbraun. Flohsamenkraut wird auf Grund der Farbe seiner Samen auch unter dem Namen "Blondes Psyllium" vermarktet.

Flohsamen ist äußerst quellfähig

Das Flohsamenkraut ist in Frankreich schon seit geraumer Zeit als Hausmittel und in der Volksmedizin bekannt. Gegenüber dem Indischen Flohsamen sind die Samen dieser Pflanze ein wenig quellfähiger, da sie das Zehnfache ihres Gewichts an Wasser aufnehmen können, während die Samen des Indischen Flohsamens das Neunfache seines Eigengewichts aufzunehmen vermag.Das Flohsamenkraut ist eine einjährige Pflanze, die bis zu einem Meter hoch wachsen kann. Beide Arten gehören zur Familie der Wegeriche.

Beide Pflanzen verdanken die Quellfähigkeit Hautzellen, in welchen sich eine trockene Schleimsubstanz befindet. Diese Substanz saugt sich voll, wenn ihnen Flüssigkeit zugeführt wird. Anschließend platzen die Zellen, so dass die glibberige Masse austreten kann.

Flohsamen enthalten keine Kalorien

Flohsamen bestehen zu einem großen Teil aus unverdaulichen Kohlenhydraten. Diese enthalten keine Kalorien und werden vom Körper nicht aufgenommen. Dennoch sind die Ballaststoffe unverzichtbar für eine geregelte Verdauung, da sie einen Dehnungsreiz an der Darmwand und als Folge den Reflex zur Darmentleerung auslösen. Daneben erhöhen Ballaststoffe das Volumen und die Gleitfähigkeit des Stuhls.

Werten Sie den Flohsamen auf

Das bloße Auflösen der Flohsamen in einem Glas Wasser sorgt für einen Geschmack, der von den meisten Menschen als fade empfunden wird. Besser ist das Einrühren der Flohsamen in einen Obstsalat, in einen Joghurt oder in das Müsli. Empfehlenswert ist eine Erhöhung der Flüssigkeitsmenge durch das anschließende Trinken eines Glases Wasser.

Die empfohlene Tagesdosis bei Flohsamen beträgt zehn bis dreißig Gramm, wobei je zehn Gramm Flohsamen mindestens zweihundert Milliliter Flüssigkeit verwendet werden sollen. Die ausreichende Flüssigkeitsmenge ist sowohl für die Wirksamkeit, als auch für die Verträglichkeit der Flohsamen von Bedeutung.

Flohsamen werden gut vertragen

Flohsamen werden von den meisten Menschen gut vertragen. Da die Ballaststoffe des Flohsamens nicht zu Blähungen führen, sind sie auch für Menschen gut geeignet, die an einem Reizdarm leiden.

Während bei einer plötzlichen Nahrungsumstellung von ballaststoffarmer auf ballaststoffreiche Kost gelegentlich eine vorübergehende Verschlimmerung der Beschwerden zu beobachten ist, tritt dieser Effekt bei der Verwendung von Flohsamen nicht auf.

Flohsamen mit viel Wasser einnehmen

Beschwerden treten in der Regel nur dann auf, wenn die Flohsamen mit zu wenig Flüssigkeit eingenommen werden. Eine Erhöhung der Flüssigkeitsmenge schafft jedoch sofort Abhilfe. Besonders bei einer chronischen Verstopfung ist Geduld erforderlich, da die vollständige Wirkung des Flohsamens erst nach einiger Zeit der Einnahme eintritt.

Auch Menschen, die keine Darmprobleme haben, können Flohsamenschalen mit Gewinn verwenden. Wer lieber Weißbrot oder Brötchen als Vollkornbrot isst, nimmt in der Regel nicht die ausreichende Menge an Ballaststoffen auf. Die tägliche Zufuhr von einem oder zwei Teelöffeln Flohsamenschalen behebt diesen Mangel, ohne dass dabei der Darm gereizt wird. Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist natürlich immer zu beachten.




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Cornelia Dittrich
geschrieben am: Mittwoch, 27. Juli 2011, 12:13
eMail-Adresse hinterlegt
zu Ihren Ausführung habe ich noch eine Frage: mir scheint, dass es nicht ratsam ist, Flohsamenschalen ständig einzunehmen. Wie lange sollten sie eingenommen und wie lange pausiert werden?

Freundliche Grüße,
Cornelia Dittrich

Zentrum der Gesundheit:
Liebe Frau Dittrich,
vielen Dank für Ihre Mail.
Flohsamenschalenpulver kann im Rahmen einer Darmreinigung bis zu 3 - 4 Monate lang eingenommen werden. Da es in diesem Fall in relativ großen Mengen (bis zu dreimal täglich) eingenommen wird, sollte anschließend pausiert bzw. die Einnahmemenge drastisch reduziert werden.

In kleinen Mengen (einmal täglich) kann das Pulver dauerhaft genommen werden, ist aber bei einer insgesamt gesunden Ernährungsweise und falls keine Beschwerden vorhanden sind, die konkret eine Daueranwendung erfordern würden, nicht nötig. Besonders wichtig ist, das Flohsamenschalenpulver immer mit SEHR viel Wasser einzunehmen.
Liebe Grüße
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit
Bernhard Koch
geschrieben am: Mittwoch, 04. August 2010, 14:36
eMail-Adresse hinterlegt
Was mir in diesem Beitrag sehr fehlt, ist ein Hinweis, ob es Wirkungs- und Handhabungsunterschiede zwischen Flohsamen (ganz) und den daraus gewonnenen Flohsamenschalen gibt. Beim Einrühren in Joghurt habe ich bereits deutliche Unterschiede bemerkt, die Flohsamenschalen machen (im Unterschied zu den ganzen Flohsamen) aus dem Joghurt in kurzer Zeit eine ziemlich harte Masse, weil sie ihm jegliche Flüssigkeit entziehen. Wie wirkt sich also dieses unterschiedliche Verhalten im Darm aus?

Zentrum der Gesundheit:



Lieber Herr Koch,

vielen Dank für Ihre sehr berechtigte Frage.

Flohsamenschalen sind in etwa viermal effektiver als Flohsamen. Das heißt, von den Schalen genügt ein Viertel der Samendosis. Während die Tagesdosis bei ganzen Samen bei bis zu 40 Gramm liegen kann, genügt von den Schalen eine Tagesdosis von etwa 10 Gramm, um dieselbe Wirkung zu erzielen.

Die Schleimstoffe sind beim Flohsamen ausschließlich in den Schalen. Wenn sie die reinen Schalen verwenden, dann wird natürlich weitaus mehr Flüssigkeit aufgesogen als von den ganzen Samen, die ja neben der schleimstoffhaltigen Schale auch noch Fette und Proteine im Innern des Samens enthalten. Die optimale Wirkung von ganzem Flohsamen erzielt man, wenn der Flohsamen vor dem Verzehr in Flüssigkeit vorgequollen wird und man die bereits aufgequollenen Flohsamen - mit vorsichtshalber wiederum einer großen Flüssigkeitsmenge - einnimmt.

Das, was Sie in Ihrem Joghurt beobachtet haben, deutet auf eine im Verhältnis zur Flüssigkeit (Joghurt) zu große Flohsamenschalenmenge hin. In dieser Form sollten die Schalen keinesfalls im Darm ankommen, da sie sonst zu Blockaden im Verdauungssystem führen können. Gequollene Samen oder auch Schalen sollten grundsätzlich allerhöchstens breiartige Konsistenz aufweisen, wonach zusätzlich noch mindestens ein großes Glas Wasser nachgetrunken wird.

Die Tagesdosis von 10 Gramm Flohsamenschalen teilt man in zwei bis drei Einzeldosen auf. Pro Einzeldosis sollten sie mindestens 250 Milliliter reine Flüssigkeit nehmen. Bei den Schalen ist ein Vorquellen nicht nötig. Ich persönlich rühre die Einzeldosis Flohsamenschalen in ein großes Glas Quellwasser (300 ml) und trinke dieses zügig aus, bevor die Schalen quellen konnten, weil ich die glibbrige Konsistenz gequollener Schalen nicht so sehr schätze. Anschließend trinke ich im Laufe von etwa 10 Minuten noch ein weiteres Glas Wasser mit etwa 200 Millilitern nach. Es gilt also: Besser mehr Flüssigkeit als zu wenig.

Bei weiteren Unklarheiten können Sie sich gerne erneut bei uns melden.

Herzliche Grüße
Ihr ZDG-Team