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Zucker - Auswirkungen auf den Körper

Zucker hat viele negative Auswirkungen auf den Körper. Er macht schlaff, antriebslos, müde, depressiv und krank. Zucker ist jedoch auch wichtig für den menschlichen Organismus. Doch ist Zucker nicht gleich Zucker. Haushaltszucker ist schädlich, während natürlicher Zucker, wie er in Früchten, Gemüse oder vollwertigen Lebensmitteln vorkommt, wichtig und gesund ist.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 02 Februar 2023

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Symptome, wenn zu viel Zucker gegessen wird

Zucker kann die folgenden Symptome auslösen oder an deren Entstehung mit beteiligt sein: Unerklärliche Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit, Depressionen, Angstzustände, Magen- und Darmprobleme wie Völlegefühle, Blähungen, Durchfall und Verstopfung, Haarausfall, Hautkrankheiten, Pilzbefall, Menstruationsbeschwerden, Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche - bis hin zu geistiger Verwirrtheit und vielem mehr.

Was von besonderem Interesse ist: Der Körper wird bei regelmässigem und übermässigem Zuckerkonsum anfällig für "Infektionskrankheiten". Sein Immunsystem schwächelt und wird immer weniger fähig, den Körper angemessen zu schützen.

Haushaltszucker, Traubenzucker, Fruchtzucker

Wenn nachfolgend die Rede von Zucker ist, dann ist insbesondere der Haushaltszucker gemeint, auch Saccharose genannt, also jener Zucker, der in jedem Haushalt als weisses kristallines Pulver oder auch als Würfelzucker Verwendung findet. Saccharose ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), was bedeutet, dass er aus zwei Einfachzuckern (Monosacchariden) besteht, nämlich zur Hälfte aus Traubenzucker (Glucose) und zur Hälfte aus Fruchtzucker (Fructose).

Wird der Haushaltszucker verdaut, wird er im Verdauungssystem von Enzymen zu Traubenzucker und Fruchtzucker aufgespalten. Traubenzucker erhöht dabei den Blutzuckerspiegel und muss vom Hormon Insulin in die Zellen transportiert werden, wo er als Brennstoff zur Energiegewinnung herangezogen wird. Wird direkt Traubenzucker verzehrt, geschieht dies natürlich noch schneller.

Fructose hingegen wird erst über Umwege zur Energiegewinnung genutzt und wird bei Überschüssen sehr leicht in Fett umgewandelt, weshalb die Fructose häufig den Blutfettspiegel erhöht und eine Fettleber begünstigt.

Zuerst die gute Nachricht: Zucker ist ein Heilmittel

Sie haben richtig gelesen, Zucker ist ein Heilmittel! In der Volksheilkunde verwendete man Zucker zur Wundbehandlung: Vor allem bei Brandwunden sollen die schnellen Heilerfolge angeblich überwältigend sein. Zucker wirkt antimikrobiell und kann daher Wundinfekte unterdrücken. Deshalb wird er auch in hoher Dosierung zur Herstellung von Eingemachtem wie Marmelade verwendet. Er konserviert sehr gut, weil er unerwünschte Mikroorganismen, wie Bakterien oder Schimmel auf Abstand hält.

Macht Zucker glücklich?

Aber nicht nur äusserlich, auch innerlich hat Zucker durchschlagende Wirkung. Da die These, Zucker liefere schnelle Energie, weil er sofort ins Blut übergehe, mittlerweile wohl jedem bekannt ist, versorgen sich viele Menschen vor, nach oder während körperlich und geistig besonders anstrengender Arbeiten mit Zucker in Form von Schokoriegeln, Traubenzucker, süssen Getränken oder Ähnlichem.

Man spürt es unmittelbar nach Zuckergenuss ja auch am eigenen Leib: Ein Gefühl von Wohlbehagen nimmt von einem Besitz, die Konzentrationsfähigkeit steigt und die etwaige Nervosität schwindet. Man fühlt sich vorübergehend (!) stark, leistungsfähig und vielleicht auch ein bisschen glücklicher als zuvor.

Der Grund ist rasch erklärt: Zucker und mit ihm sämtliche isolierten Kohlenhydrate (Auszugsmehle (die Stärke darin) und reine Stärken, wie z. B. Mondamin bestehen aus langen Glucoseketten) führen zur Produktion und Ausschüttung von Insulin. Insulin ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, dessen Hauptaufgabe es ist, den aus der Nahrung stammenden Zucker wieder aus dem Blut zu entfernen und ihn an sämtliche Körperzellen und Organe zu verteilen, die daraus dann ihre Energie gewinnen.

Insulin aktiviert u. a. die Bildung von Serotonin im Gehirn. Serotonin wird manchmal auch als Glückshormon bezeichnet, da es heitere Gelassenheit herbeizuzaubern vermag. Nach wie vor gilt die These, dass Menschen mit Depressionen oder Angstzuständen unter permanentem Serotoninmangel leiden. Man verordnet ihnen daher sog. Serotoninwiederaufnahmehemmer, die im Gehirn den Serotoninspiegel hochhalten sollen.

Angesichts dieser Zusammenhänge könnte man Zucker tatsächlich als Glücksbringer bezeichnen. Die Wirkung hält jedoch nur kurz an - und ist leider nicht die einzige des Zuckers. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass Zucker fast so etwas wie eine Droge ist und man daher als Naschkatze gelegentlich den Eindruck bekommt, nach Zucker süchtig zu sein. Wir beschreiben hier die Anzeichen einer Zuckersucht. Wenn Sie sich darin erkennen, wird es höchste Zeit für den Entzug. Denn Zucker ist alles andere als gesund.

Was genau macht Zucker im Körper?

Nachfolgend erklären wir an einfachen Beispielen, was genau Zucker im Körper macht:

Natürlicher Zucker reist durch den Körper: Der gesunde Zuckerzyklus

Erscheint ein natürlicher Zucker in einem gesunden Körper, beispielsweise in Form einer Handvoll Kirschen, die Sie eben in nüchternem Zustand von Nachbars Baum geklaut und verzehrt haben, dann passiert das Folgende:

Die Kirschen werden nach ihrer kurzen Reise durch den Magen im Dünndarm landen. Hier kümmert man sich erst einmal um die Resorption der Zuckermoleküle (Glucose und Fructose) was bedeutet, dass diese die Darmschleimhaut passieren und ins Blut gelangen.

Ihr Blutzuckerspiegel befand sich vor den Kirschen auf seinem Grundwert von etwa 80 bis 100 mg pro 100 ml Blut. Langsam (innerhalb von 1 bis 2 Stunden) steigt er auf etwa 120 bis 150mg an. Gleichzeitig erhält die Bauchspeicheldrüse den Befehl, das Hormon Insulin zu produzieren. Das Insulin soll den Blutzuckerspiegel wieder dahingehend senken, dass er sich - wiederum langsam und innerhalb von etwa 2 Stunden - auf seinem ursprünglichen Grundwert von 80 bis 100 mg einpendelt.

Insulin ist in etwa mit einem Spediteur für Brennholz zu vergleichen. Das Brennholz sind die Zuckermoleküle (die Glucose). Der Spediteur Insulin transportiert das Holz also zu den verschiedensten Organ-, Muskel- und Nervenzellen, die daraus Energie gewinnen, das Holz also verbrennen, um ihre täglichen Aufgaben optimal erfüllen zu können.

Diese Art von Glucose, die in Früchten oder anderen vollwertigen Lebensmitteln steckt, trifft nie pur im Körper ein und auch nicht in übermässig hohen Mengen, stets ist sie in Begleitung von Vitaminen, Ballaststoffen und lebenswichtigen Mineralien. Diese Begleitstoffe wirken wie Bremsklötze an den Glucosefüssen, sie sorgen dafür, dass die Zuckermoleküle nicht drängeln und schön langsam der Reihe nach ins Blut übergehen.

Natürliche Glucose kann man sich in etwa wie massives, prima abgelagertes Buchenholz in handlichen Scheiten vorstellen. Ein gleichmässig und lang brennendes Feuer entsteht. Wenn alle "Organfeuer" knisternd im Gange sind und im Blut sind dann immer noch Glucoseteilchen übrig, so werden diese vorerst überflüssigen Zuckerteile (Holzscheite) vom Spediteur Insulin zur Leber gebracht.

Hier werden die Holzteile dann zu handlichen Briketts verarbeitet, weil das Brennmaterial in dieser Form platzsparender aufzubewahren ist. Die Briketts im menschlichen Körper nennt man Glykogen. Das ist eine Speicherform der Stärke, die als Vorrat für magere Zeiten dient. Kommen die einkalkulierten Hungersnöte nicht, sind die Lagerkapazitäten in der Leber bald erschöpft - und aus der Glucose wird keine Stärke mehr, sondern Fett hergestellt. Dieses Fett wird nun an den bekannten "Problemzonen" eingelagert.

Erscheint nach den Kirschen längere Zeit nichts mehr im Magen, beginnt der Blutzuckerspiegel langsam zu sinken, denn Organe wie beispielsweise Herz, Lunge, Leber und Gehirn rufen ständig Glucose (Brennholz) aus dem Blut ab. Ein stetig sinkender Blutzuckerspiegel ist für die Bauchspeicheldrüse das Signal, ein anderes Hormon auszuschütten. Es heisst Glucagon und baut das in der Leber und auch in der Muskulatur eingelagerte Glykogen wieder zu Glucose um. Durch das Insulin-Glucagon-Wechselspiel kann der Organismus seinen Blutzuckerspiegel immer in einem gesunden Gleichgewicht halten - eine gesunde Ernährung vorausgesetzt.

Dieser Mechanismus sorgt selbst während längerer Fastenzeiten oder auch in Stresssituationen für einen zuverlässigen Nachschub an Brennmaterial. Denn in Zeiten höchster Aufregung, wenn also z. B. der Nachbar mit schwingender Heugabel auftaucht, um Sie zu befragen, wohin seine Kirschen gekommen sein könnten, dann benötigen Sie bzw. Ihre Organe mehr Energie als in Kirschen pflückendem Zustand oder am Schreibtisch sitzend.

Dank Glucagon hat das Gehirn auch jetzt genügend Power, um sich (wegen der Kirschen) günstige Ausreden einfallen zu lassen (die Vögel warens natürlich) oder im ungünstigeren Fall (Heugabel!) die Flucht zu ergreifen. Auch die Muskeln sind jetzt für eine etwaige Verfolgungsjagd oder - vorausgesetzt Sie haben Ihren Sauzahn parat - für einen Nahkampf gerüstet, genauso wie Herz, Lunge und all die anderen beteiligten Organe.

Irgendwann wird wieder Ruhe einkehren, Sie essen eine Kleinigkeit (diesmal aus dem eigenen Garten, um die Nerven zu schonen), der Blutzuckerspiegel steigt, die Leber kann wieder neue Vorräte in Form von Glykogen einlagern und der Kreislauf beginnt aufs Neue.

Nun haben wir den natürlichen Zuckerzyklus im Körper kennen und verstehen gelernt. Was aber passiert, wenn ein mit Zucker gesüsster Softdrink oder ein Tafelbrötchen mit Marmelade verspeist wird.

Industriezucker reist durch den Körper: Der ungesunde Zuckerzyklus

Beim Industriezucker nun ist es so, dass dieser meist in deutlich höheren Mengen in Süssigkeiten, Mehlprodukten etc. enthalten ist als in vollwertigen Lebensmitteln und dass es in Süssigkeiten, gesüssten Getränken oder dem Tafelbrötchen kaum hilfreiche Begleitstoffe befinden, die den Zucker bremsen könnten (Ballaststoffe). Es kommt daher zum regelrechten Zuckerschock. Der Blutzuckerspiegel erreicht rasch (innerhalb von einer halben Stunde) einen kurzzeitigen Spitzenwert von 150 bis 180mg, was im Anschluss eine sehr hohe Insulinausschüttung zur Folge hat.

Das sind keine Holzscheite, die da im Blut eintreffen, nein, das sind staubtrockene Sägespäne, die zunderartig brennen - und sie treffen pur ein, in riesigen, unkontrollierbaren Mengen, die so (!) in der Natur niemals vorkommen würden. Mit diesen Sägespänen ist aber kein dauerhaftes, gemütliches und wärme spendendes Feuer möglich. In Sekundenschnelle lodert ein funken sprühendes Strohfeuer auf und genauso schnell ist es auch wieder erloschen.

Übrig bleibt statt einer wärmenden Glut und friedlich arbeitender Organe nichts als ein Häufchen Asche, irritierte Eingeweide und ein erschöpft am Boden liegender Blutzuckerspiegel. Für solche Sonderfälle ist Glucagon einfach zu langsam und so springt die Nebennierenrinde ein. Hier wird das Hormon Adrenalin produziert, welches dafür bekannt ist, den Körper zu unglaublichen Leistungen anzuspornen. In Höchstgeschwindigkeit wird unter seinem Einfluss Glucose (Zucker) frei gesetzt - und wenn es sein muss, wird Adrenalin aus der Leber noch den allerletzten Rest an Glucose quetschen.

Die Allrounder Magnesium und Kalzium

In die Organzellen dürfen nur diejenigen Stoffe, die sich "ausweisen" können. Die "Pässe" werden von den beiden Mineralstoffen Magnesium und Calcium kontrolliert. Erst, wenn diese beiden Mineralstoffe den "Pass" als gültig anerkennen, darf der an die Zellentür Klopfende eintreten, in diesem Falle der Spediteur mit seinem Laster voller Sägespäne (das mit Glucose beladene Insulin).

Ohne Magnesium kann auch das für Notzeiten gespeicherte Glykogen (die Briketts) nur schwer zu Glucose (Holzscheite) zurückverwandelt werden.

Kalzium ist der Bodyguard der Zellen

Kalzium hat an der Zellentür hauptsächlich die Funktion, Gift- und Schadstoffe abzuwimmeln. Wäre der Kalziumpegel im Organismus stets optimal, dann hätten Pestizidrückstände und Schwermetalle aus Zahnfüllungen oder Umweltgiften gar nicht erst die geringste Chance, überhaupt in die Zelle zu gelangen. Endloser Kalziumverschleiss durch Zucker Kalzium wird im fabrikzuckerüberfluteten Körper aber leider für ganz andere Aufgaben gebraucht, so dass es für die Türstehertätigkeit kaum mehr Zeit hat.

Vitamin B1 ist Mangelware

Bei der Umwandlung von Glucose in Energie entstehen in der Zelle nämlich Säuren. Diese sollten für gewöhnlich von einem Vitamin B1-haltigen Enzym neutralisiert werden. Aber Vitamin B1 ist in einem schlecht ernährten Körper Mangelware, und so zirkulieren die Säuren fröhlich im Körper und machen diesen richtig sauer.

Jetzt müssen eilig Kalziummoleküle her, um all die Säuren zu binden, damit sie ausgeschieden werden können. Dazu werden dann die "Türsteher-" Kalziums abkommandiert. Diese reichen zahlenmässig oft nicht aus und so müssen ganze Kalzium Sondereinheiten aus Knochen, Zähnen und den Gefässwänden herausgelöst werden.

Die Calciumaufnahme kann bereits durch Erscheinungen, wie Völlegefühl und Blähbauch blockiert werden, so dass in mit Industrienahrung genährten Menschenkörpern hochgradiger Mangel an diesem Mineral herrscht.

Der Organismus muss dann eine selbstmörderische Entscheidung nach der anderen treffen, um wenigstens den Augenblick einigermassen zu überleben. Aber nur, wenn bald wieder vollwertige Lebensmittel eintreffen, bleibt dies ohne schwerwiegende Folgen.

Andernfalls erwartet Sie die ganze Palette sog. Zivilisationskrankheiten. Der Zuckerschub!

Wie geht es im Industriezuckerkreislauf weiter? Das im Übermass erschienene Insulin hat mittlerweile ganze Arbeit geleistet, das Blut ist annähernd zuckerfrei, in den Organen und Zellen knattern die funken sprühenden Strohfeuer.

Der Mensch fühlt sich derweil aufgeputscht. Das ist der sog. "Zuckerschub".

Doch rasch sind die Feuer erloschen und der ursprüngliche Blutzuckerspitzenwert ist rasant in die Tiefe gestürzt, am Grundwert vorbei - und er erreicht nur ca. 1,5 Stunden nach Erklimmen seiner Spitze ein Rekordtief von vielleicht 50 mg.

Hinterher der "Sugar Blues"

Wenn Sie also um 9 Uhr gefrühstückt haben, erklärt dieser Vorgang das "11-Uhr-Loch" bzw. den sog. "Sugar Blues". Dieser Tiefstwert kann sich bis zu zwei Stunden oder länger halten. Sie fühlen sich dabei völlig groggy und würden sich am liebsten eine Weile aufs Ohr legen.

Das ist deshalb so, weil ein solcherart niedriger Blutzuckergehalt für Ihren Organismus eine nicht minder alarmierende Erscheinung ist als der kürzlich erreichte Zuckergipfel und Sie aufgrund akuten Energiemangels vorsorglich "ruhig gestellt" werden müssen.

Dieser Zustand wird Unterzuckerung oder Hypoglykämie genannt. Unterzuckerung liegt voll im Trend. Mit diesem Syndrom stehen Sie keineswegs alleine da, im Gegenteil, Sie sind sogar sehr "trendy"!

Ärztlichen Einschätzungen zufolge handelt es sich um eine aktuelle Volkskrankheit, unter der jeder Zweite entweder permanent oder sporadisch (nach Tagen mit exzessivem Zucker- oder Kohlenhydratverzehr z.B. Weihnachten o.ä.) leidet.

Da alle Organe und vor allem das Gehirn permanent auf die Versorgung mit Glucose angewiesen sind, führt bereits eine relativ leichte Unterzuckerung zu Schäden an Organ- und Körperzellen, eine länger anhaltende gar zu gravierenden Beeinträchtigungen der Hirnfunktionen.

Die akuten Symptome hierfür fallen sehr individuell aus: Schweissausbrüche, Herzklopfen, Heisshungergefühle und Angstzustände sind möglich. Aber auch Alpträume weisen auf nächtliche Unterzuckerung hin, z. B. nach einem besonders reichhaltigen Betthupferl.

Seh- und Sprachstörungen, unsicherer Gang, geistige Verwirrtheit und Gefühlsstörungen wie Gereiztheit, Pessimismus, Aggressionen oder deplatziert erscheinende Albernheit runden das Programm ab.

Auch hier ist in extremen Fällen das Abdriften ins Koma das Ende vom Lied. Der teuflische Kreis bis Glucagon aus der Bauchspeicheldrüse schliesslich herbei geeilt ist und aus den Briketts (dem Glykogen) in der Leber wieder leicht transportierbare Holzscheite (frei verfügbare Glucose) und damit neue Energie fabriziert hat, dauert es bekanntlich noch eine Weile.

Zu hoher Blutzuckerspiegel

Sie erinnern sich an die beengten "Strassenverhältnisse"? Wie zuvor beim Insulin, wird auch jetzt wieder viel zu viel Glucagon geordert und entsprechend viel schwimmt bald darauf im Blut, welches dann wiederum Insulin erfordert.

Bei einer nun folgenden Ernährung ohne isolierte Kohlenhydrate und ohne Zucker wird der Körper im Allgemeinen in der Lage sein, sein Gleichgewicht wieder zu finden.

Wenn Sie nun aber - da Sie sich nach Ihrem Marmeladenbrotfrühstück nicht am helllichten Tag einige Stunden lang dösend in Ihre Hängematte begeben können (oder wollen) - beim kleinsten Anflug von Hunger oder Müdigkeit einen weiteren denaturierten Imbiss zu sich nehmen, um Ihrem Körper einen erneuten " Zuckerschub" angedeihen zu lassen, dann schiesst ihr Blutzuckerwert sofort wieder in schwindelerregende Höhen.

Bei vielen Menschen wird der Blutzuckerspiegel mehrmals täglich auf diese Art aufgeputscht - und den regelmässig darauf folgenden Energieeinbruch in Form eines viel zu niederen Blutzuckerwertes muss der Körper auf Kosten seines in der Leber gespeicherten Glykogens wieder einzurenken versuchen, sämtliche Briketts müssen klein gehäckselt werden.

Auch das Koffein im Kaffee oder die Zigarette zwischendurch erhöhen den Blutzuckerspiegel und Ihr Organismus ist somit in einem Zustand unerträglichen Dauerstresses, was er Sie früher oder später spüren lassen wird.

Besonders Kinder sind von Unterzuckerung betroffen. Sie leben womöglich noch häufiger als Erwachsene am liebsten von Süssigkeiten, Nudelgerichten, süssen Aufläufen, Puddings usw. Solche Kinder sind oft entweder teilnahmslos und immer müde oder aber nervös und übertrieben lebhaft (mit anderen Worten: hyperaktiv).

Viele klagen über Kopfschmerzen, undefinierbare Bauchschmerzen und manche leiden unter sporadischen Schwindel- und Ohnmachtsanfällen. Eine Umstellung der Kost sorgt meist binnen kürzester Zeit für eine Verwandlung der Kinder in ausgeglichene und beschwerdefreie Menschen.

Zurück zu Ihnen: Wenn Ihre Essgewohnheiten Ihrem Körper keine andere Wahl lassen, so wird er sich früher oder später je nach Veranlagung und Allgemeinzustand für ein Extrem entscheiden. Entweder Sie gehören fortan den chronisch Unterzuckerten an, wachen mit einem Blutzuckerwert von manchmal weniger als 30 mg auf, kommen kaum aus den Federn und sind in nüchternem Zustand nicht ansprechbar oder aber Sie werden künftig zum Kreis der Hyperglykämiker gehören, wobei dann Ihr Blutzuckerspiegel in der ersten Stunde nach einer entsprechenden Mahlzeit auf bis zu 240 mg empor saust, um dann innerhalb der nächsten zwei Stunden wieder viel zu schnell auf seinen Ausgangswert von etwa 100 mg herab zu fallen.

Beide Erscheinungen lassen sich rein äusserlich kaum von einander unterscheiden. Das Geheimnis der erhöhten Infektionsanfälligkeit In beiden Fällen schwächt der rapide Abfall des Blutzuckerspiegels die Widerstandskraft der Betroffenen extrem. In diesem Zustand scheint man ganz besonders anfällig für Erkältungen, Halsschmerzen, Grippeerkrankungen, Bronchitis, Lungenentzündung - und sogar für Kinderlähmung zu sein.

Die beste Krankenversicherung: Vermeide Unterzucker

Der amerikanische Arzt Dr. Benjamin Sandler konnte beobachten, dass man im Falle von Unterzuckerneigung künftig ein Absacken seines Blutzuckerspiegels unter den Basiswert verhindern muss - und schon ist man immun gegen all diese Erscheinungen!!

Andersherum ausgedrückt, schützt ein Mindestzuckergehalt von 80 bis 100 mg in 100 ml Blut den Körper wie eine für Krankheitsauslöser unüberwindliche Barriere. Aber nicht nur die geringe Höhe des Blutzuckerspiegels hat schwächende Wirkung, ausschlaggebend ist vor allem die Länge dieses Zustandes. Je länger er anhält, umso anfälliger wird man und umso schwerer verlaufen die in dieser Phase aufgeschnappten Krankheiten.

Eine Reise in die Kindheit

Was die Empfänglichkeit für Krankheiten zusätzlich steigert, ist körperliche Überanstrengung. Wenn Sie kein Kind mehr sind, dann erinnern Sie sich bitte an die Zeit zurück, als sie noch eins waren: Ständig auf Achse, vor allem im Sommer. Mit dem Rad, den Rollschuhen und dem Fussball. Als Stärkung für unterwegs gabs Kekse, Limonade, hier einen Kaugummi, dort ein Eis und auch mal eine Cola.

Nach einer wilden Radtour über Stock und Stein kommen Sie und Ihre Freunde an einen Badesee und springen zur Abkühlung (es hat etwa 35 Grad im Schatten) hinein. Sie toben und grölen bis Sie k.o. sind.

Wieder draussen im Schatten packt einer eine Tüte Schokoriegel aus, gemeinsam verputzen Sie das ganze Paket und trinken Limo dazu. Es beginnt Sie, trotz der Hitze zu frösteln, mit Mühe und Not schaffen Sie es noch nach Hause. Sie haben sich "irgendetwas eingefangen"! Ihr Kopf schmerzt, in Ihrem Bauch rumort es und Mutter stellt Fieber fest. Was war geschehen? Ihre überschwängliche körperliche Aktivität hat alle im Blut vorhandenen Glucosemoleküle verbraucht. Kein Scheitlein Holz mehr zu sehen.

Vor allem die Muskelzellen liessen sich mit grossen Mengen an Brennstoff versorgen. Anschliessend mussten alle Briketts (Glykogenvorräte) in Ihrer Leber in einzelne Scheite (Glucose) zerteilt und ebenfalls den Muskeln zur Verfügung gestellt werden. Sie schwitzten viel, wodurch viele Ihrer spärlich vorhandenen Mineralstoffvorräte mit davon schwammen.

Ihren Durst löschten Sie ständig mit zuckrigen Getränken oder Eiscreme.

Ein Insulinschock jagte den nächsten. Sowohl übermässig anstrengende Muskelarbeit als auch übertriebener Zucker- oder Kohlenhydratkonsum senken - wie wir nun zur Genüge wissen- über kurz oder lang den Blutzuckerspiegel unter den Basiswert.

Beides zusammen (Muskelarbeit und Zuckerkonsum) plus die zusätzliche Belastung durch die plötzliche Abkühlung - kaltes Wassers, kalte Getränke, kaltes Eis - führen nicht nur zu einem geradezu dramatischen Absturz des Blutzuckerspiegels, sondern auch dazu, dass er sich in dieser gefährlichen Tiefe auch noch besonders lange aufhalten wird.

Das heisst die Reserven sind fast erschöpft, die Leber rückt nur noch unwillig die allerletzten Notvorräte heraus, fieberhaft wird nach Fett gesucht, welches eventuell in Glucose umgebaut werden könnte.

Mineralstoffmangel

Der Mangel an Mineralien, wie Calcium, Magnesium, an Spurenelementen sowie an Vitaminen des B-Komplexes verursacht, dass im Organismus reibungslose Abläufe nur noch selten vorkommen, dass sportliche Aktivitäten (die ja eigentlich lobenswert sind), bedrohliche Auswirkungen haben können und der Blutzuckerspiegel daraufhin nur sehr langsam aus seiner langen Unterzuckerperiode erwachen kann.

Nerven leiden in Unterzuckerphasen

Wer oder was auch immer für Krankheiten zuständig ist, hatte nun aber genügend Zeit, sich im geschwächten und ungeschützten Organismus auszubreiten. In dieser lange andauernden Unterzuckerphase mussten einige Organ- und Körperzellen teilweise sehr, sehr lange warten, bis es wieder Nachschub an Glucose gab. Vor allem für das Gehirn und die Nervenzellen war die Zeit unerträglich lange!

Manche Nervenzellen verhungerten fast, und in ihrem Bemühen, Kontakt zu zusätzlichen Blutgefässen zu bekommen, die eventuell noch Glucose enthalten könnten, machten sie sich gross und dick, sie quollen auf.

Doch selbst, wenn dies von Erfolg gekrönt gewesen wäre, so geht nun ihre Fähigkeit, die ergatterte Glucose zu verwerten, um bis zu 60% zurück, da sich ihre Aussenwand derart ausgedehnt hat, dass jetzt deren natürliche Konsistenz verändert ist. Die Nerven liegen "bloss" sagt man nun, sie sind äusserst reizbar und anfällig. Anfällig auch für gefährliche Krankheiten und Symptome, die das Zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) betreffen, wie z. B. Lähmungserscheinungen.

Alternativen zu Zucker

Inzwischen gibt es viele Alternativen zu Zucker. Wir stellen hier die 7 gesündesten Süssungsmittel vor. Statt Zucker können Sie z. B. zu Xylit, Erythrit, Yaconsirup, selbstgemachtem Dattelsirup, Stevia oder Luo Han Guo greifen. Es gibt also keinen Grund mehr für Zucker.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

Quellen
  1. (1) Tragnone A et al., "Dietary habits as risk factors for inflammatory bowel disease." Eur J Gastroenterol Hepatol. 1995 Jan;7(1):47-51. (Ernährungsgewohnheiten als Risikofaktoren für chronisch entzündliche Darmerkrankungen.)
  2. (2) Kruis W et al.,"Effect of diets low and high in refined sugars on gut transit, bile acid metabolism, and bacterial fermentation." Gut. Apr 1991; 32(4): 367–371. (Wirkung einer Ernährung mit niedrigem und hohem raffinierten Zuckeranteil auf den Darmtransit, den Gallensäure Stoffwechsel und die bakterielle Fermentation.)