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  • Sojaöl und Soja auf Holztisch
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Omega 6 Öle - sind sie wirklich entzündungsfördernd?

Pflanzliche Speiseöle werden immer wieder verdächtigt, Entzündungen zu fördern – insbesondere, wenn sie viel Linolsäure enthalten, eine Omega-6-Fettsäure. In einer Studie untersuchte man diesbezüglich Sojaöl. Kann das Speiseöl entzündungsfördernd wirken?

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
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Führen Speiseöle zu Entzündungen?

Die Linolsäure ist eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die der Körper unter anderem zur Bildung von Arachidonsäure verwendet. Aus Arachidonsäure wiederum können sowohl entzündungsfördernde als auch entzündungshemmende Botenstoffe entstehen.

Gerade wegen der Bildung entzündungsfördernder Stoffe liest man häufig, linolsäurereiche Speiseöle würden Entzündungen fördern. Viel Linolsäure ist zum Beispiel in Sonnenblumenöl, Sojaöl und Maiskeimöl enthalten.

In einer Studie von 2026 prüften Forscher, ob Sojaöl tatsächlich Entzündungen fördert (1).

Studie: Sojaöl und Palmöl im Vergleich

An der Studie nahmen 10 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas teil. Alle Teilnehmer verzehrten 4 Wochen lang täglich Lebensmittel mit insgesamt 30 g Sojaöl und in einer weiteren vierwöchigen Phase Lebensmittel mit 30 g Palmöl. Die Reihenfolge wurde zufällig festgelegt. Dazwischen lag eine zweiwöchige Pause.

Die Lebensmittel (z. B. Brötchen, Aufstrich, Muffins) wurden eigens für die Studie mit den beiden Ölen zubereitet.

Das Palmöl diente als Vergleich, weil es ein deutlich anderes Fettsäureprofil aufweist als das Sojaöl. Sojaöl ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und insbesondere an Linolsäure. Die täglich verzehrten 30 g Sojaöl lieferten etwa 16 g Linolsäure.

Palmöl dagegen enthält wesentlich mehr gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren und deutlich weniger Linolsäure. 30 g Palmöl lieferten nur etwa 3 g Linolsäure. So konnten die Forscher prüfen, ob sich das Omega-6-reiche Sojaöl anders auf Entzündungswerte auswirkt als ein Öl mit einem ganz anderen Fettsäureprofil.

Entzündungswerte stiegen durch keines der beiden Speiseöle

Nach den jeweils 4 Wochen hatten sich die meisten untersuchten Entzündungsmarker weder durch das Sojaöl noch durch das Palmöl signifikant verändert. Auch der Wert für das oxidierte LDL – eine durch Oxidation veränderte Form des LDL-Cholesterins – blieb unverändert.

Beim Entzündungsbotenstoff Interleukin-6 zeigte sich beim Sojaöl sogar ein Trend zu niedrigeren Werten – dieser war jedoch nicht signifikant.

Interessant war außerdem, dass die Arachidonsäure in den roten Blutkörperchen nach dem Verzehr des Sojaöls sogar sank. Das spricht gegen die Annahme, dass mehr Linolsäure automatisch zu mehr Arachidonsäure führen muss. Allerdings war der Unterschied zum Palmöl nicht signifikant.

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Fazit: Speiseöle mit Linolsäure führen nicht automatisch zu Entzündungen

Sie müssen linolsäurereiche Speiseöle nicht automatisch meiden, weil ihnen entzündungsfördernde Wirkungen nachgesagt werden.

Denn ob nun aus Fettsäuren Entzündungsbotenstoffe entstehen oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab, z. B. davon, ob ein Übergewicht oder gar ein metabolisches Syndrom besteht, ob bereits Entzündungsprozesse im Gang sind und ob auch ausreichend Omega-3-Fettsäuren verzehrt werden.

Die meisten dieser Faktoren sind beeinflussbar. Omega-3-Fettsäuren können verstärkt eingenommen werden (Algenöl, Leindotteröl) und wie man beim metabolischen Syndrom vorgeht, erklären wir im Artikel Metabolisches Syndrom verstehen und behandeln.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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